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Full text of "Johann Joachim Quantz: Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen (1752)"

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^omgt. ^«ujjifc&en Sammermufifu«, 

«Berfucf) einer stnmetfung 

Die 

UHt iunttfitit 

ju fpiflen; 

mit btvföitUmn, 

jut SÖeforbenmö W fluten ©ef#matfe$ 

m t>cr praftijtyen Sttuftf 

Dienlichen 3tnmetfnnöen 

U&ltitet, 

unt> mit Rempeln erläutert. 

giebfi XXIV. stupfertafeln. 

lep 3<>&<»m §wbri$ Stof. 1752. 



SIDcrMtrc&touc&tigifM 

förolimadjtigfieii 

Surften unD #etm 
£ e 9t 9t 9t 

ßotttöe in Vxtufttn; 

X>d heiligen Stömiföeti «Ketd^d (Jrsfämmerern 

unb £^uifüc(l«n ; 

©ouwraiitfn un& Oberen #er,$03e 

tan ©duften; 

©oimcrainen 9>rin$en t>on Oramert/ 9?eufc&atel uttö 

Q3alcngin , rote auc!) bev ©raffc&aft ©laj; 
3n ©eitern, tu SWasfcefcura, @Iefee, SMtfJ/ 23«s, «^tcttttt , ^Jont» 

mern , ber (Eaffuben unb SBenben , ju SHecftenburg, aud? ju droffew 

£erjoge; 

53urgarafen ju 5ftutn&era; 
gürflen ju £aföerftaK, fintnl>en , Gamm, SSJenDe«, <S#tt>erm, 

Üicujeburg, öltfrieöfanö unb ^oeurü; 
©rafett ju-ßojjenjollew, fKuppi», fcer füiarf, 9tet>eng&eta, ^oßeit* 

(lein, "iecftenburg, iingm, <£cf)romn, SSu^ren unb iejjrbam ; 

£errn su SKttfettflein , ber £atrt>e SXofldcf, ©targart», £auen&urg, 

Söütoro, Tklat} unb SSreba. 

fernem aflwöttäfciöiJen $oniöe iml> öetm 



Mtt\>nttf)Mtf)ü$tt 




[urcr Äölic&en $?ajejtat ntf 

icb hiermit, in ttefßrcr Unttttfjämg* 
Wt, öfAenwärttöe Sölätter roibmen; 
ob fie $roar, $um $W1, nur bie 3lnfan<$örünbc 
eines Snftrument^ in ftcfc fallen, roelcbeS Sie* 
felben ju jb befonbmr äJoflfommenljeit gebracW 
fraben, 

©er ©cfw$, unb bte bofje ©nabr, twfc&e 

€ure ^6ntöltCt)e 9J?aje|Iät ben Sßtffenfcbaf^ 

ten überhaupt, twb bei* Sonfunft tnSbefonbere 
angebei^n lafiw, machen mir .M«mö> baji 

&ire 



<w* meinen Söemu&unöen ntc^t tterfagen, (im* 
frern Dielme&r Dasjenige, wa$ td) j«m ©ienfte 
ber 3»uftf , na* meinen geringen Srdften, ^ 
tnite entworfen (ja&e, ein gnaMgeS 9luge jtn&eit 
lafien wetzen» 

SiefeS ift We untert&dnigfte Sitte, welche 
mit t)em allergetreueftett SSßunfc&e für t>ie Sr (jal* 

tung £MD ©e&eiligten tyerfon twfmipfet, 

MtMttf)hutf)ti$tt 
@roj}mdcf)tt#r Mi& 

eurer ^ontglt^cn^aiejldt/ 



«flcruntertfjänigffer ge^orfamff« ßntify, 

Sodann Soac^im Ctuanß. 




S&OXXtU. 




$ liefere hiermit ben giebbabern ber SWufif 
eine Sinroeifung bie $öte trawfiere $u fpie* 
Ien. 3d) fyabe mict) bemühet/ t>on ben erjlen 
SlnfangSgrtinben nn/ alles beutlid) $u lebren, roaä $u 
2lu$ubung t>iefcö 3nfirumenfd erfobert roirb. 

24) babe mid) belegen aueb in bie £ef)ren Dorn Oti- 
ten ®cfcbmacfe in ber praftifeben 9ftu|tf ttm$ mciflduf* 
tig eingelaffen. Unb ob icb £tt>ar biefelben bauptfaeblidb 
nur auf bie ftlöfe trawrfiere angeroenber babe: fo fönnen 
fie bod) aueb aßen benen ntigUcft fco«/ roelcbe fo roobl 
»om fingen/ atö fcon Sluöubung anberer 3nfirumente 
SBerf macben/ unb ftd) eines guten muflfalifeben 23or* 
tragetf befleißigen fuoflen. @3 barf nur ein jcbcx, bem 
baran gelegen iff, bat, totö tfcb für feine ©timino ober 

X fein 



fein 3nf?rument Riefet/ tyxmt ne&men, unb fic& au !Ru* 
&en machen. 

SBeil bte gute SBirFung einer SWuftf; toon bemjem« 
gen, t>er fieb mit einer #aupt* ober concertirenben @tim* 
me böKn Idfjt, niebt allem abfängt; fonbern bie begleü 
tenben 3nfhumenti|?en baö 3(?rig* <mcb baben in Siebt 
$u nebmen baben: fo Ijabeicb ein befonbereö Jpauptftücf 
bengefüget; in melcbem icb $eige/ tt>ie #auptflimmen gut 
begleitet merben muffen. 

3cb glaube niebt ^terburd) in alljugrofe SBeitlduf* 
tigFeiten »erfaOen $u ^enn. JDenn ba iä) nicht bloö einen 
meebanifeben Slotenfpieler/ fonbern aueb, mit bemfelben 
jwgleicb/ einen gefebiften SSftufifoerfldnbigen $u Rieben bc* 
mübet bin: fo muß icb fueben, niebt allein feine tippen, 
Sunge unb Singer in geborige Orbnung $u bringen; fon* 
bern aueb feinen ©efebmatf ju bilben/ unb feine Söeurtbet* 
Jungöfraft $u fdjdrfen. €ine £rFenntnifj bet 2lrt gut ju 
aecompagniren ifl fym ])a\iptfäd)\icb nötbfg : niebt aMn 
tt>eil ibn felbft biefe Söerricbtung öfter« treffen fann; fon* 
bern aucb> weil er feine Slnfoberungen an bte, fo ifjn, mnn 
er ficb boren laffenfoD, begleiten unb unterfiü&en, $uFetv 
nen bereebtiget ifl. 

§lu$ oben ange^eigeten Utfadben ifl and) ba$ Jefcte 
#auptfhicf bergefloffen. 3cb jeige barinn, mie ein $Ku* 
ftfuö ur.b eine 9flufif beurtbeilet merben muffe, ©aö eine 
fann einem angebenben £onfünflIergleicbfam$um©piegel 
bienen, nad) toelcbcm er fiel) felbft unterfueben, unb btö 
Urtbeil abnebmen Fann, meiebeö billige unb vernünftige 
Kenner über i\)n fallen büxftm, £>aö anbere wirb ibm 

ben- 



X>omb(. 

ben ber SBaH ber ©tücfe/ bie er fielen will, eine fXicbt* 
fcbnur fenn Urnen, unb U)ti öor Der ©efa&r, ©c&lacfeti 
für ©olb $u ergreifen/ bema&ren. 

SDocb biefe finb noeb niebt Die Urfadjen alle/ Die imcfc 
&eft>ogenbaben/ bie bct>t>en lederen £auptflücfe binsuju* 
fügen. 3cb bfl&e febon oben gefaget/ ba^ alle Sonfüntfler, 
t>te ftcb mit ipaupttfimmen boren lalfen/ m getviffer 2(rt 
Slu&en aus biefer Smmeifung Rieben fonnen. SWein 'Sucb 
toirb alfo; tote tcb bojfe ; noeb allgemeineren 23ortyeil fcbaf= 
fen/ roenn bie/enigen 3nflrumentiflen/ benen baß SJccom* 
pagnement oor,$üglicb obliegt/ aueb barinne einen Unter* 
riebt finben, n>as fie in Siebt p nebmenbabnt/ wenn fte 
gut aecompagniren toollen, Slngebenbe gomponiflen toer* 
ben im legten Sapitel einen ©cbattenrifj finben/ nacb Mb 
cbem fte bie au^uarbeitenben ©tutfe anlegen fönnen, 

3cb min aber biermitburebausniebt Scannern/ bic 
flcb fomobl in ber gompofition, als in ber Sluöfübrung, 
allgemeinen SBeofaH ermorben tyaben, ©efe&e oorjcbreiben. 
^ein: icblegeoielmebribre/ unb ü)r er SBerfe Serbien fie, 
tiefte &on fo Dielen Slnbern unterfebeiben, l?ier gleicbfam 
©tücf fcor ©tücf an ben Sag; unb gebe baburd) jungen 
£euten, bie flcb ber Sonfunftmi&men/ Anleitung, rote Re 
es anfangen muffen/ ioenn fie bergleicben berübmten Wlän-< 
nern nachfolgen/ unb in tyre SufjfJapfen $u treten £uff 
baben. 

(Sollte icb/ an^ einigen Otten, üon ber oorbabenben 
Materie etwaö autseföMifet p fenn, unb ^umeilen eine 
Heine JDigreffion begangen ju baben febeinen: fo boffe 
i^, man merbe biefelbe ber Slbflcbt bie i# fyabt, bie 

)( 2 noeb 



ttod) ben ber Wlufil im @d;tt>ange gefyenben Schier flu »er* 
beftern, unb Dein pane oen id) minoorgefenet, ndmlicb 
öcrfcbtebene, flur Beförderung oeö guten (BefcbmacfeS in 
ber praftifdjen SWuftf bienlicbe Sinmertungen, nacl) 2te 
finben, mitcinfluftreucn/ flu gute galten. 

3uroci(cn fdxine icb ctwa$ fcictatorifci) flu fprecben/ 
unb meine @d&C/ obne 2lnfiil>rung weiterer Lerneifer burcb 
ein bloßes : MM lltlifj flu befeftigen. 5J?an beliebe bierbet) 
flu bcbenfen/ baß eö tbetlö flu roeitlduftig/ tbeilä aucb nicbt 
allezeit moglicb fenn roürfre, in ©acben, bie größten $beil$ 
auf ben (Befd)macf anfommen, bemonffratioe 35eroeifeflu 
fübren. 2ßer meinem <$cfd)macfe, ben icb boeb bureb lau* 
ge €rfcu)rung unb ^Radifiunen flu lautem eifrig bemübetge* 
tiefen bin, nicbt trauen roid; bem fiebtfren, btö ©egeu* 
tbeil oon bem roae id) lebre flu oerfueben, unb jtd) alöbenn 
t>a$ flu errodblen/ roaö ibm btö befie ^u feon febeinr, 

©od) roid icb mieb aueb eben nicbt ganflfür untrüglich) 
balten. Sßirb mieb jemanb mit Vernunft unb ©efebeiben* 
beit eines anbern Überfüllen; fo werbe icb ber erffefenn/ 
ber ibm Wenfall giebt/ unb feine ©d&e annimmt. 3d) 
werbe beömegen nicbt nacblaffen/ ben Materien/ tit 
icb abgebanbclt babe, felbfl immer weiter naebflubenfen ; 
unb tva$ icb noeb fluflufefcen finben möcbte/ fann w'efleicbt 
mit ber %tit, in befonberä gebrueften 35entrdgenr an ba$ 
£icbt treten, alöbenn tt>c0 icb flugleicb bie 2Jnmcrfunge« 
guter ^reunbe/ t>it icb mir hiermit ausbitte , wenn icb fie 
gegründet flu fet>n befinbe, entweber mir flu Siu&en macben, 
ober beantworten. £Ber ftd) aber nur mit unerbeblicben 
$leinigfeiten aufhalten, ober nur aus 2ufi flu tabcln etwas 

wiber 



wiber mid) borbringen foOre, mit btfitn Beantwortung 
werbe icb micb gar niebt bemühen. 3" Söorttfreife mi<$ 
ein^ulafTen, bin icb üornebmlicb burcbauö niebt wtöeng. 

Ob tcf> gleid) in biefem 23erfucbe, fo weit et bie Slofe 
tra&erflere angebt/ afletf/ ttxtf $u berfelben Erlernung nö* 
tl;ig if*/ ö^rc»get ju baben glaube; fo begebre tdt> boeb fei* 
neöwegö $u bebaupten/ baf jemanb baburd) bie Slote t>ott 
jtcbfelbff, ol>ne weitere Sinweifung/ unb obne einen gebt* 
meifter baber; ju baben/ erlernen f6nne. 3$ babe be& 
wegen/ weil icb aOe^eitnocb einen £ebrmeifterbabet)i>or* 
auöfe&e/ unterfebiebenetf t>on Hn aflerertfen Sinfangö* 
grünben ber 9ftufif auffengelaffen; unb bin nurbeo bemje* 
nigen ttm$ weitlduftig gewefen/ wo id) entweber gewifie 
53ortbeile $u entbeefen/ ober fonft etwas $u erinnern ge* 
funben babe. Defterä fann betn einen etwaö ^u weitlduf* 
tigober uberflußig ju fenn febeinen/ welcbes ber anbere 
faum für binldnglid) eraebtet. ^Deswegen babe icb aud) 
manebe ©acben, t>it fo wobl ^u bem einen als $u bem an? 
bern #auptftücfe geboren, wenn es anberö obne SBeitlduf* 
tigfeit bat gegeben tonnen, lieber jwenmal fageit/ alö 
bie (öebulb einiger meiner £efer r bureb öfteres 'ftacbfcblagen/ 
um einer $leinigfeit willen/ ermüben wollen. 

SBenn icb mieb in biefer ©ebrift zuweilen einiger aus* 
Idnbifcber 2B6rter bebiene; fo gefebiebt es in ber Slbficbf, 
um befto leid)ter »erflanben £u werben. £)eutfd)e lieber* 
fefctmgen ber muftfalifeben $unfimörter finb noeb niebt aU 
lentbalben eingefübret, aueb nod) niebt aßen Sonfünfflern 
befamit. ©o lange alfo/ bis biefelben ublicber unb äuge* 
meiner werben / babe icb »^ Wc aewobnlicben aus 

)( 3 frera* 



£omt>e. 

frem&m ©prac&en tntlfynttm ftmfMtttt Ut>btl)cdtm 
muffen. 

SBeil ütclcö in biefer Slbbanblung/ o^ne t>tc (Stempel 
fcabe» $u baben, ntc^t fo gut m6cbte wrtfanben tt>crbcn 
Jönnen: fo werben meine gefer mobl tbun, wenn fle t>ie in 
Tupfer geflogenen Tabellen befonbers motten einbinben 
lafien; um jie immer ben ber #anb $u baben> unboefto 
bequemer gegen einander balfen $u fönnen. 

3m übrigen afoeifele icb ntebt an einer geneigten Slufc 
itafrne biefer meiner 23emül)ung*n, unb biefer SKecbenfcbaft, 
roelcbe ieb sugleicb babureb öffentlich fcon ber 2lnn>enbung 
meiner bisherigen 9ieben|iunbcn, ablege, 



SScditt, 
getrieben im (September 

1752. 



<Quan|* 



asetfuc© rittet SItwrifutia 

tu 




Sf x 



löte tuntfitu 



su fptrlcm 



-**f??>^— -^-— - 




SSott im eiöetifcöaftett, toe Dort einem, iwftcO 

t>er SM? mtfrtwn toifl, «fotwt »erben. 




: &e id) nod) meine Slnroeifun«, ftie §l6rciufpteUn, tmftbet) 
ftiefer ©elegen&eit jugleid) ein guter SERuftfuä ju roerften, 
anfange; fünfte id) für ii6t|jig, ftenen, ftieftiesjj?uftfjufiu* 
fttren , unft fturd) ftiefelk näßlidje gfttrgliefter fteö gemeine« 
5Befen$ ju werften geftenfen, ju ©cfallen, eine Anleitung ju gefreit, nac^ 
roeldjer fte ftdj unrerfud)en fonnen, d& fte aud) mit allen, einem recf;tfd;af<» 
fenen «Bfnfifus not^igeu ^igenfdjaften fcegafcet ftnft: ftamit fte ftd>, in fter 

% Ml 



% Einleitung. 

$8aW tiefet; £ebeu$art nid)t irren; unb, wenn bicfef&e fi&tf getroffen 
worben, ©djaben unb ©djanbe ju f efurdjten baben m&gen. 

2, $. 
3cf) rebe akr biet nur oon folgen , welche eigentlid) bie ?D?uftf ju 
fljrem £auptwerfe machen,- unb in berfelben mtt ber gett bortreffud) wer* 
ben wolen. SBer hingegen bie gftufif nur alS ein «ftebenwerf, ju feinem 
93ergnfigen, treiben will/ »on bem wirb jwar in biefem@ttiefe, nid)t 
fobiel, alöbon jenen, gefobert: bod), wofern er fid) alteö, was bier 
unb in folgenbem gefaget werben wirb, ju 91ufce machen rann unb wiU', 
wirb e$ ibm befro mebr £bte unb SSergnÄgen bringen. 

3- §. 
©ic9Bablber£eben$art, unbber (Jntfdjlug, biefe ober jene, unb 
folglid) aud) bie SOTufif $u ergreifen , mufj mit großer 33er>utfamfett an* 
gefteltet werben. S5ie wenigften SJ}enfd)en baben ba$ ©lucf beseitige« 
2ßifi>ettfd)aft ober ^rofegton gewibmet ju werben, woju f»e t>on Statur 
am aflermeiften attfgeleget ftnb. Defterö rühret biefeä Uebel au$ Mangel 
ber €rfenntnig, »on ©eiten ber Altern ober ^Öorgefc^ten, ber. £>iefe 
jwingen nid)t feifett bie 3ugenb ju bem, woran fie, bie Sßorgefeßten, 
fetbft nur einen ©efalten baben ; ober fte glauben biefe ober jene 2Biffen« 
fcfyaft ober ^rofefjion bringe mebr ©bre, obtr gröjjere Sßortbeile, al$ 
eine andere; ober fie verlangen, b<i% bie^inber eben baöjenige erlernen 
follen, wobon bie ©tern SÖerf mad)en ; unb jwingen fte alfo eine @acr)e 
tu ergreifen, woju fie, bie ftinber, weber Suft nod) @efd)itfe \aUn. 
«D?an barf ftd) alfo nid)twunbern, wenn bie aufferorbentlidjen ©elebrten, 
unt) bie befonberS öerborragenben ^ünfller fo rar ftnb. Q&ält man aber 
«uf bie Neigung junger £eute tTeigig 5td)tung; fudjte man su erforfdjen, 
womit fte fid) aus eigenem antriebe am aUermeiflen ju befestigen pfTe-- 
gen; liege man ibnen bie ftutötit, felbft ju wdfclen, woju fie lit grfcfjte 
£uft jeigen : fo würben fowobl mebr nwjlicfye, alö glücflid)e 2eute in ber 
SÖelt gefunben werben. Denn bafj mancher fogenannter ©elebrter, ober 
ÄünfUer, fid) faum }u einem gemeinen £anbwerfer gefd)icfet bdtte: 
mancher £anbwerfer bingegen, tin ©elebrter, ober gefd)ifter Äünftler 
&atte werben fonnen , wenn anberö ber> beerben bie red)te SBabl getroffen 
worben wäre; bebarf wobl feineö 93eweife$. %R\r felbfl ifl tin 23er>f»iel 
bon jween ^onfünfllern befannt, bie ju gleicher £eit, bor obngefäbr toter* 
$ig Sauren/ be» einem 3tteijrer gelernet faUn/ unb beren bepber 584ter 

©ctjmiebc 



sCt'nleitung. 3 

@d)miebe gewefen finb. 5)er eine würbe bon feinem $krer, weiter 
SÖermogen ^attc, unb nid)t wollte, bafjfein©obu ein gemeiner .£>aitb* 
werfet werben fotlte, ber sjflujlf gewibmer. 33on «Seiten be$ SBater* 
würben feine Soften geratet. @ö würben noer) mehrere sjfteifrer gebaU 
ren, um t>en <25obn jugleid) neben anbern 3njrrumenten , aud; in bec 
2öi(Tenfd)aft be$ ©eneralbafjeö , unb in ber (jompofttioit ju untemdtfen. 
Ob nun ber frbrling gleid) biel £uft jur SKuft'f bejetgte, unb allen gleif 
anwenbete; fo blieb er bod) nur tin ganj gemeiner <-D?ufifu$, unb würbe 
fid) ju feines SßaterS £anbwerfe Diel beffer aU jur5)?uftf gefeftirfet traten. 
>Der anbete würbe hingegen bon feinem 23ater, ber nid)t fo biel 23ermo* 
gen alö jener ^>atte, bem ©djmiebebanbwerfe befftmmet. <£3 würbe 
aud) fo(d)eö unfehlbar erfüllet werben fcpn , wenn er nid)t burd) i>a$ früh* 
jeitige 5lbfterbeu feines SßatcrS, W ftter^eit erlanget Ijdtte, fidjfelbjt 
nad) feinem eigenen ©efaßen eine gebenöart ju erwählen. 3u bem £nbe 
würbe ihm bon feinen 5lnberwanbten biererleo borgcfdjlagen, ndmlid), 
ob er ein ©dmtibt, ober ein <Sd)neiber, ober ein sjflufifuS werben wollte, 
ober ob er ßuft jum Stubiren hatte; weil bon jeber 2lrt, unter feinen 
3lnberwanbten, fid) einige befanben. Sföeil er aber sur ^ERuftf tie größte 
Neigung ben ftd) berfpirrete, fo ergriff er aud) glütfnd)er SSeife biefe 
SDiffenfdjaft , unb fam xu obengemelbetem $fleifter in bie 2ebre. 3Bafl 
ibrn bier an guter Slnweifung, unb am Vermögen anbere SDieifrer ju baU 
tett/ abgieng; ba$ erfeQete fein Talent, £ujt, Q3egtetbe unb §(eijj, in« 
flteidjenbieglüeflidje^elegenbeit, balb an foldjeDrtejufommen, wo er 
biel guteö biren fonnte, unb beö Umgangs bieler brafen 9)?uftfberftdnbi= 
gen tbeibaftig würbe, ^ärte fein SSater nod) ein paar Sabre Idnger ge# 
lebet; fo b^tte biefer <Sd;mibtSfobn aud) ein Scrjmibt werben muffen: 
folglid) würbe fein Talent jut 3ftufif fepn bergraben worben; unb feine 
nad)ber verfertigten muftfalifdjen SBerfe, würben niemals baö 2id)t er* 
bltcfet baben. 3d) gefd)weige bieler anbern ©venipet, ba e$ ndmlid) 
£eute gegeben bat, weld)e $war Ixt |)dlfte ibrer gebenSjabre auf bie SDlu» 
fif gewenbet, unb ^rofefjion babon gemadjt, fid) aber erjr, in ihrer» 
mdnnlidjen 3llter, auf eine anbere SSSiffenfcfyaft gelcget haben; in welcher 
e$ ibnen ebne fonberlidje 5lnweifung befier gelungen ift, alö in ber sjflu.« 
ftf. Sßdren nun biefe £eute gleid) in ber 3ugenb ju bemjenigen ange« 
balten worben, wtö fte natytw erft ergriffen b^w J f» WWw fie «n# 
feblbar bie sröiten Äün^ltr werben muffen. 

21 2 4. §, ©43 



4 iCinlutuns. 

4- $. 

£>a$ erffe wai ju einem, ber ein guter sJftufifuS werben will, erforbert 
wirb, ift: ein befonberS gutes Xalent/ ober 'ittaturgaben. 3Ber ftd) auf 
bie @ompoption legen will, mu£ einen muntern unb feurigen @eijt , t>er 
mit einer jdrtlidjen (Smpftnbung ber Seele berfmipft ift; eine gute 23er« 
mifd)ung ber fogenannten Xemperamente, in welchen nid)t ju biel 50Man* 
djolie ift ; biel SinbilbungS^rftnbungS^eurtbeilungS * unb <£ntfd)ei? 
bung«fraft; ein gut ©ebädjtnifj; ein gutrS unb jarteö ©tUt; ein fdjar* 
feö unb fertiges @efid)t ; unb einen gelehrigen , atteS balb unb Ieid)t fafc 
ftnben Äopf, befi|cn. 3Öer ftd) auf ein 3nftrument legen will, mufj 
auffer fctelcn bon obengemelkten ©emürbofrdfren, aucr) nad) eines jefceit 
Suftrumeutö <£igcnfd)aft, nod) mit untergebenen £eibeSgaben auSge* 
ruftet fepn. 3 urn Krempel: ein S&laöinftrument, unb infonberbeit feie 
Slote, erforbert: einen bolIfommengefunbenJCorper; eine offene ftarfe 
S3rufi; einen langen 5ltbem; gleiche 3d&ne, bie Weber ju lang nod) jtt 
furjftnb; nid)t aufgeworfene unb biefe/ fonbern banne, glatte unb feine 
Sippen/ tie weber ju biet nod) ju wenig ftleifd) baben, unb ben SDtunb- 
»&ne Swang jufdjliefkn fönnen ; eine geläufige unb gcfd)ifte g^ge ; 
»o&fgeftaUte §inger, bie weber ju lang , nod) ju Furj, nod) ju biefffeu 
fd)ig, nod) ju fpifcig, fonbern bie mit ftarfeu Serben berfejjen pnt»^ unfr 
eine offene *ftafe, umbenSltbem fowobl leid)t ju fdwpfen, alSbonfid) 
ju geben. @in @a'nger mufj mit bem 93laSinftrumentiften bie ftarfe 
SBntft, ben langen 5ltkm unb bie fertige 3«nge: ein Lepren* unbS&v 
gentitfhumcntift aber, bie gefd)iften Singer unb frarfen Sterben gemein? 
Valien; ber erftere mufj über biefeS nod) mit einer fdwnen ©timme, ber 
ledert aber mit gefduftgen ©elenfen ber .£>dnbe unb 5lrme begäbet femt. 

5. §■ 

ßinben ftd) nun biefe guten ^tgcnfdjaften bei) einem sjflenfdjen* fb 
ifl er iroar sber&aupt jur SKuftf gefd)ift: allein/ ba ik Okturgaben (o 
berfd;ieben finb, unb feiten aüe/ in ^ reidjem Sflaafj, ben einernten* 
fdjen einjufebren pflegen; fo wirb ftd) immer beftnben , bafj einer ju Wt 
fem / ber anbere &u jenem mepr aufgelegt ift. j. €. @s fann einer ein 
flutet Naturell jur @ompofttion baben; ju -^anbba&ungber Snfirumenre 
aber n:ct)t gefdjift fentt: ein anberer fann biel @efd)iflid)feit ju SnftcU' 
meinen biftien; jur @ompofttion aber gar f eine gdbigfeit baben : ein an* 
berer pat mebr Naturell jubiefem, als su jenem Snftrumente: ein anbei« 
rer bat ju aKm Snflrumenten ; ein anberer ju feinem einjigen ©efd)if« 

lidpfeit. 



gtntettung. s 

Iid)feit. SBer aber fowofcl w Se&funft/ alö jum Sitten unb bett 31t* 
ftrumenten jugleid) / t>aö gehörige Talent (jat ; bon bicfem faittt man tu 
gentlid)/ im äettaueftcn Sßerj*anbe fagen, t>a^ et jur3ttuftf gebobren fei), 

6. §. 
Slutt wirb crfobcrt, ba§ ein jeber/ ebe er ftd) in ber sjfluftl ju et* 
waö entflieget/ red)t erforfdjC/ woju ftd) fein Xalent am meiften nei« 
get. ©efd)äbe tiefet aUeneit mit ted)tem 33ebad)t; fo würbe tie Unbotk 
fommenbeit in ber «Wuftf nid)t fo groß fcp, atö fte jur 3«it uod) ifl, unb 
biclleid)t nod) ferner fenn wirb. £>enn wer ftd) in ber sjftuftf auf etwa« 
leget/ woju er bie ©aben nidjt bat; ber bleibt bei) aller guten SInwet* 
fung unb 93emübung bofy nur immer ein mittelmäßiger SKuftfuf. 

7- §• 
3u einem gefd)iften unb gelehrten üflufifuö wirb nun, wieairä oben* 
gefagtem erhellet, ein befonber Xalent erfobert. Unter bem Söorte: ge» 
(dufter SftuftfuS, berftebe idt) einen guten ©aitger ober Snffrumentiften : 
ein gelebrter «Wufifui hingegen beißt bei) mir , einer ber iit @omvofitiott 
grunblid) erlernet bat. 5öeil man aber nid)t lauter gelben in ber ?0?uftE 
nitbig bat; unb aud) ein mittelmäßiger tftuftfu^ einen guten SXipieniften 
ober 3luöfubrer ber 5luöfullungö(timmen abgeben fann: foift&u merfen,bafj 
ju einem, ber aufnid)t$ weiter fein 5lbfeben gcrid)tet bat/ aU einen tud)» 
tigen SXipieniften borjuftetlen, ein fo befonber Xalent eben nid)t erfobert 
werbe: ©enn wer einen gefunden Körper/ unbgerabe unb gefunbe ©lieb* 
maßen f>ati Wtt) aber nur nid)t bumm, ober blöbeö SBerffrmbeS tftj ber 
fann ba$, wa$ man in ber 9fluftf med)anifd) nennet/ unb m$ eigent» 
lid) ju einem SXipieniften erfobert wirb, burd) bieten gleiß erlernen. 
Sllleö waö bierbeo ju wiffen nstbig ift, l. €. ba$ geitmaaß; bie ©elftina, 
unb Stntbeilung ber Potenz utü was fonfl mit biefen berfnupfet i(t; 
ber 95ogen(rrid) auf «Senteninftrumenten, unbber gungenftoß, %n{ai}/ 
unb gingerorbnung auf blafeuben Snffrumenten , fann burd) Regeln, 
weld)e man beutlid) mt bollftanbig erflaren fann, begriffen werben. 
S)aß ti fo biete giebt/ bie weber bon bem einen nod) bon bemanbernred)te 
«Begriffe baben, ijl ber meiften eigene @d)ulb: unb muß man fid) ba$tt 
wunbern, wenn mancher «SfluftfuS bat, wtö er in einer geit bon jwe» 
biö fcrep Sabren batte faffen fönnen, nod) in feinem männlichen 5llter 
fd)uibig bleibt; obngead)tet eö ibm an ©elegenbeit ba&u ju gelangen nid)t 
gemangelt b4rte. Wlan wolle aber, au£ bem waö id) oben gefaget babf, 
feineSwegeö eine Seringfdjäßung; guter üD\ipieniften ju erjwingen fudjen. 

21 3 Sßie 



6 Einleitung. 

3Bie triefe (tnt> nicfyt unter liefen , weldje Xalent jjaben , fleißig fint, unt 
ftd^ »or antern Ijeroortpun , aud) bfttti würtig unt fa*big waren, einem 
Drdjefter mit 9Ju|en »orjuftepen; tabe» aber ta$ Unglücf empfintett 
muffen/ aus @iferfud)t, Öeltbegierte , unt unjdbtigen antern Urfad)cn 
untertrücfet unt »erjjintert ju werben , taf? ipr Talent ju feiner SXetfe 
gelangen fann. Sftur tiefenigen, welche bep iprer guft jur «B^ufif, feine 
au^nepmenten ©aben taju beft&en, fbnnenftd) tiefes jum<£rofre mercfen, 
fcafi wenn ibnen aud) t>ic Statur nid)t gemattet, groffe Siebter ter «OJuftf 
ju werten; fte temtod), wenn fte nur gute £Ripiemfren abzugeben ftd)be= 
mfipen, fepr nü#id)e ßeute fepn fönnen. 2öem aber eine ganj pöljerne 
unt unempjtntlid)e@eele, ganj plumpe Ringer/ unt) gar fein gut mufts 
falifd) ©epor ju Xpert Worten tft, ter tpdte Keffer , wenn er anstatt ter 
3Bufif eine antere 3Bififenfcf;aft erlernete. 

8. S. 

5Ber in ter«Jttufif bortrefflid) werten wiH, muß ferne* eine tmermü* 

tete unaufhörliche £uft, £ie6e, unt Regierte, weter gleif nod) Sttüpe 

juerfparen, unt alle, bep tiefer Sebenöart »orfommenten 5?efcf;werlid)* 

feiten , ftantpaft $u ertragen , bep ftd) empftnten. £>ie 9tf uftf giebt fei* 

ten foldje 'äßortpeile, üM antere SBifTenfäjaften ge&en: unt füllte e$ aud) 

nod) einigen tabep glticfen, fo tft tod) fold)e$ ©Ificf mebrentpetlS ter Uns 

fceftanttgfeit unterworfen, ©ie SJeränterung teö ©efdjmacf s , ta$ Sib* 

nehmen ter Gräfte be$ Set&eS, tie »erfliegente Sugent, terSßerlufteineS 

JiebpaberS Don welchem tag ©lücf »tele* «Jftufiffeerfrantigen abpanget, 

fint aUe termögent , ten 2Bad)Stpum ter SDfuftf $u feerlrinttrn. £>ie 

€rfaprung betätiget tiefet jur ©nüge ; wenn man nur etwati über ein 

IwlbeS Saprpuntert juröeftenfet* SSie »tele 9&erätiterungen fint nid)t 

in £>eutfd)lant in ?lnfepung ter SJfluftf vorgefallen? Sin wie triel |)öfen, 

in wie »iel Statten ift ntcfyt epetem tie sjftufrt im gfor gewefen, fo tafj fo 

gar tafelbfl eine gute 3n$at;l gefd)icf ter £eute erjogen Worten ; wo in ge* 

genwartigen getreu in tiefem ^unete nid)t$ alö Unwiffenpeit perrfdjer. 

2ln ten meifren i)öfen, weld)e e^emalö nod), t&eitö mit fe^r berühmten, 

t^eilö mit jiemltd) gefd)iften beuten öerfc^en gewefen, nimmt eS i^iger 

geit leiter ü&erljant, taf3 tie erften (Stellen in ter «SÄuftf , mitfold)en 

5Renfd)en befe^et werten , tie in einer guten gftufif faum tie lefcte ^plo^c 

Dertientten ; mit £euten, tenen taö 2lmt swar bep Unwijfenten , tie fid) 

turef) ten Xitel blentcn laffen, einiges 5lnfeben su wege bringt; weld)C 

aber weter tem 5lmte <£&re machen/ nod) ter ?D?ufif Sßort&eil fdjaffen, 

nod; 



Einleitung* 7 

noer) laß Sergnflgen berer, bon t>cnett ifjr ©lud 1 abbangt , ^efSrbertr. 
2>ie «Olufif , ob fite gleid) eint unergrünblidje 5a3tfienf<^>aft ifl, bat tio^ 
nid>t baß ©(tief, fo wie anbere, tbeifö t>o^crc , tbeilö if>r gleite ^Biffeiu 
fdjaften , öffentlich geleitet ju werben, ©te fünflern ßopfe unter ben 
neuen SBeltweifen Ratten tß nid)t , wie bic 5llten, für eine ^ot&wenbig* 
feit, biefel&e ju wiffen. bemittelte Ceute begeben ftd) feiten baju: un& 
2lrme {>aben ntd)t iaß Sßcrmogen gleich anfangs gute «Ü?eifler m halten, 
unb an fold)e Orte ju reifen, wo sjftufif bon gutem ©cfdjmacfe int 
©cfjroange gebt. 3ebod) , an einigen Orten bat Ut gEJ?uf»P fd)on onge» 
fangen wieber empor ju fommen. ©ie bat bafelbft fdwn wieber i^re fyo* 
l>en Kenner, 23efd)%r, unb SSeforberer erhalten. 3&re <5f)re fangt 
fd)on an, burd) biefentgen aufgefl<$rten'2ßeltweifen, weldje fte ben fd)ö* 
iten SBtffenfcr)aften wieber jujdbten, aud> bon biefer (Seite bergefteUet 
KU werben, ©er ©cfdjmacf an biefen fronen Söiffenfdjaften , wirb in 
JDiutfdjlanb abfonberlid), immer mefjrunb mehr aufgeheitert unb anßt 
Setreitet. 3Ber was rectytfdjaffeneä gelernet W/ fxnbet allejeit fein23rob, 

9. §. 
£Ber Talent unb Cufl nur 5J?ufif bat, mug um einen guten ffltu 
fler in berfelben befümmert fet)n. & würbe ju weitläuftig feint, wenn 
id) tton ben SJfleifrem in allen 5lrten bergftufrf bierbanbeln wollte. ©eö* 
wegen werbe id) mid) nur, um ein 33epfpiel ju geben, 6ep bem aufbal* 
ten, ber jur Erlernung berglote erfokrt wirb. <£$ ifl wabr, biefeö 
Snflrument ifl feit breofjig biß bierjig Sauren, abfonberlid) in ©eutfdj« 
lanb febr ablief) worben. «Jftan leibet nid)t mehr, wie anfangs, baeä 
empor fam, an foldjen ©tikfen Mangel, wobtird) ein <Sd)0lar bie ge* 
Jwrtge ©efd>ifltd)Eeit, fo biefeS Snflrument/ in Slnfebung bergunge, 
ber Ringer / bc£ 3lnfa|e^ , erfobert, mit leidjter sjflübe erlangen Tonnte, 
©em ungeachtet gie&t tß nod) febr wenige, bit baffelbe nad> feiner @igen? 
fd)aft f unb rechten 2irt, ju fptelen wiffen. @d)etnt tß nid)t, alöwenn 
bie meifien ber beutigen ^lotenfpieler / jwar %ina,tt unb jungen , aber 
feine Ädpfe Ratten? <Eö ifl unumgänglid) nötbig, bafj berjenige, ber 
auf biefem Snflrumenre etwa$ red)tfd)affeneS ju erlernen gebenfet, einen 
guten sjfteifter jjabe : unb id) »erlange benfelben aud) bei) einem, ber fid) 
biefer meiner 5lnweifung bebienen will, nod) auöbrticflid). 5ldein, wie 
biel giebt t$ benn berer, welchen man im Wamm ber SDIeifter mit ${ed)te 
benlegen fann? @inb nid)tbie meifien, wenn man fie genau betrad)tet, 
in Slnfebung ber S©iffenfd;aft/ felbfl nod) ©polaren? 2ßie fönnen benn 

biejenu 



8 sEtnlet'tuttg. 

iieicnigen bie Sttufif berbefiern, bie felbft nodj in ber tlnwifienijett flecfen? 
ginben (i<t) and) \a einige, tie bröSnftrumentgut, ober jum wenigfftn 
leibud) fpielen; fo fe&JcteS fcod^ nod) bieten an fcet ©abe, baS, was fte 
fclbft n>iffen / anbern beizubringen. @s ift mbglid), ta^ einer/ berjwat 
gut fpielet, bod) fd)led)t su informiren roiffe. @in anderer fann bieltetd)t 
Keffer informiren als fclbft fpielen. 9cun ift ein @d)oiar nid)t fijng einen 
5g?eiflec ju beurteilen , ob er gut ober fd)led)t unterrichte: bewegen ift 
eS ein ©lief, wenn er sufdlliger SÖeife ben befren erwäget. 2Bie a&ec 
ein Reiftet befdjaffen fepn muffe, wenn er gute ©polaren sieben fotl, ifl 
jwar jdjwer, auSfübrud) su beftimmen; boct) wirb man eS aus folgenbem 
Sßerseid)ni0e ber ^e&ler, bie er beweiben muß, ofjngefd&r abnehmen fön* 
neu: unb ein Anfänger t&ut wobl t wenn er ftd) ben unpart&enifdjen £eu* 
ten, bie aber in bie sflMujtf <Sinfid)t ^aben, beSwegen fXatbö erbotet. <£in 
sföeifrer, ber bon ber Harmonie nid)tS betfte&t, unb nur ein blojfer 3n# 
frrumentift ift; ber feine 3Biffenfd)aft nid)t grünbtid) , unb burd) rid)tt* 
ge ©runbfaee erlernet W, ber bon bem ?lnfa$e, ber gingerorbnung, 
bemSltbem&oten, unb 3ungenftoge, feinen richtigen begriff bat; ber we* 
ber bie ^aßagien tm Slllegvo, nocf> bie fleinen SluSjierungen unb §einig ; 
feiten im Sibagio beutlid) unb runb ju fielen weiS; ber feinen anneömlfc 
d)en unb beutlid)en Bortrag, unb überhaupt feinen feinen ©efdjmacf 
&at; ber, um bie ^lote rein jufpielcn, bon bem Sßetbältnifje ber Xone 
feine Srfemttnif? beft^et; ber baS ^eitmaafj nidjt in ber aufler^en <Stren* 
ge ju beobachten weiS; ber mdjtbie @itifid)tbat, eine« ftmpeln (Stefano, 
an einanber bangenb su fpielen , unbbieSßorfdjläge, pincemens, batte- 
mens, flattemens, doublez unb Xnllcr au gelingen Orten ansubrin* 
gen; berbet) einem 8bagio , beffeu ©efang troefen, baS ift obne SluSjie* 
ruttgen, gefcfjneben ift, nid)t, fo wie eS ber ©efang unb bie -fjarmonie 
trfobert, bie willfürlid)en panieren $usufe§en, unb nebft ben Sanieren, 
burd) baS abwed)felnbe forte unb piano , ©chatten unb £ict)t ju unter* 
galten fa&ig ift; £in «Dceifler, ber nid)t lebe @ad)e, fo bem ©polaren 
nod> fdjwer ju begreifen fattt, beutlid) unb grünblid) ju erfldren im 
€>tanbe ift: fonbern bemfelben nur alles nad) b«m ©e&6re, unb burd) baS 
SRadjabmen, wie man um einen Sßogel abjuriebten pfleget, bepjubrin* 
genfuiet; Sin sjfteifter , ber bem £e&rlinge fd)tneid)elt, unb alle gebier 
uberfiebt; ber nid)t ©ebult |jat, bem ©polaren eine ©ad)e öfters ju 
jetgen, unb fte wteber^olen ju laffen ; ber nid)t folcf)e ©tücf e, bie fid) bon 
Seit ju 3eit für beS Untergebenen Sabigfeit fd)iden, ju wä&len, unb 

jebej 



£ifi(citunff. 9 

febeg @turf in feinem ©efdjmacfe ju fpielen weis ; ber bie ©djofown auf* 
ju&aften fudjet; t>cr tttdjt ttc @&rc bem @igennu&, bie 93cfd)werlid)feit 
ber 93equemlid)feit, unb t>en SDienft be$ 9?ddjften fcec £iferfud)t mb 
«B?i^unflr borjie&t; überhaupt, ber nidjt ba$ 2Bad)$t&um ber sjflufit 
ju feinem €nbjwecf e fcat ; ein folget SDleifte/ fagc td), fann feine guten 
©dwlaren jiejjcn. ^inbet man aber einen Reiftet/ be|Ten Scholaren 
nid)t nur reinlid) unb beutlid) fpielen , fonbern aud) im 3eitmaa§e redjt 
ftd)er finb: fo &at man gegtfinbete Urfac^e, ftd) oon biefem <3ftet|rer gute 
£ofnung ju mad)en. 

IO. §. 

Sin großer 93ortiJeiI tft eö für einen ber fidj mit 9?u&en auf bie *D?u* 
ftf legen will, wenn er gletcf) tm anfange einem guten sjfleifter in bie 
£<mbe gerate Einige jjaben ba$ fötblity SSorurtbeil, es fep nid)t no« 
t&ig, jur (Srfernung ber Slnfaugögrünbe gleid) einen guten SSfletfrer ju 
Jjaben. @ie nehmen öftere auö ©parfamfeit ben wo&lfeilfren, unb folg# 
lid) nidjt feiten einen fofdjen, ber felbft nod) nid)f$ miß: ba benn eilt 
93linber bem anberu ben SSBeg weifet. 3d) ratpe bau ©egent&eil an. 
9ttait ite&me gleid) bepm anfange ben beften SDJcifrer, ben man nurbe* 
fommen fann ; feilte man bemfelben aud) jwep ober brepmal me&r bejafc 
Jen müfTen/ alö anbern. & wirb etftltd) in ber golge nitytö me&r foften : 
&um anbern erfparet man fowo&l 3cit, als «SKtt&e, <8ep einem guten 
2D?eifter fann man eö in einem 3aj>re weiter bringen, alö bep einem 
fd;led}ten oieU'eid)t in jejjn 3abren. 

ii. §. 

Ob nun jwar, wie &ier gejeiget worben, an einem guten ?D?eifrer, 
ber feine £eprlitige griinblid) unterweifen fann, fepr bieleö liegt: fo fommt 
bod) fafr nod) mebr auf ben @d)olaren felbft an. U5enn man \>at <£rem* 
pel, baß gute ^eifter oftmals fd)led)te@d)olaren; fd)led)teSD?eifrer&in* 
gegen gute @d)olarcn gejogen paben. SÜlan weiö ; bafj ftd) biete brafe 
Sonfwifrler befannt gemacht, bie eigentlid) feinen anbern gtteifter gehabt 
baben, aU ibrgrojjeS «Naturell, unb bie ©elegen&eit biel ®uteS ju $i* 
ren; bie aber burd)«OTüpe, Sletfj, «egierbe unb befränbigeS 9tad)for= 
fd)en weiter gefommen finb, alömandje, bie bonme&ralö einem Reiftet: 
unterrichtet worben. ^Deswegen wirb bon einem @d)olaren ferner: ein 
bcfonbjrer gieig unb 2lufmerffamfeit erfobert. 5Bem eö pieran feplet, 
bem ifi ju ratpen, (id) mit ber SWufif gar nid)t iu befd)a'ftigen; tu fofern 
er fein ©töcf baburd) ju madjen gebenfet. 9öer Saulpeit, ajjufjiggang, 

fö obec 



io ^Einleitung. 

ober ante« unnü^e Dinge mefcr alg bie gftufif liebet, ber $at ftd) feine« 
Jefonbern Sortgang ju berfpredjen. IBielc, weld)e ft<±> bet^ufi! wib* 
wen/ berfe&en eö in tiefem ©tücfe. «Sie berabfd)cuen bie bamit »er* 
fnüpften 93efd)werlid)feiten. ©te mochten wopl gerne gefd)ift werben : 
ben gehörigen gletg aber wollen jte nid)t anwenben. @ie glauben bie 
sjfluftf fflpre nidjtS aU lauter Vergnügen mit ftd) ; e$ fep nur etn ©piefc 
werf biefelbe ju erlernen; unb brauche weber Gräfte be$2eibeö, nod)ber 
(Seele; eSgep^re weber ®tf[enfd)aft nocp(£rfabrungbaju; unb fomme 
nur bloö auf bie f ufl unb ein gureö Naturell an. <£ö ijt wapr, 9iatu* 
rett unb Sufr ftnb bit erften ©rünbe, auf roeldje eine grünbltcfje SSBifTen* 
fd)aft gebuuet werben mug. Slüein um tiefet ®tUüt>e bfcllig aufjufub* 
ren , wirb eine grünblid)e 3lnweifung , unb bon (Seiten be$ 2ernent>en 
feiel ftleig unb 9?ad)benfen unumgänglid) erforbert. £at ein Sepr* 
begieriger U$ @lürf , gleid) anfangt einen guten ^etfrer angetroffen 
ju paben ; fo mug er ein bollfommeneö Vertrauen ju i&m faffeK. 
@r mug ntd)t wiberfpenjtig , fonbern in allem fotgfam fepn; bag 
er bat , ma$ i&m fein 9D?eifrer aufgiebt , nidjt nur in wdprenber 
gection mit allem gifer unb SSegierbe ausüben unb nad)jumad)en 
fad)t: foöbetn er mug foldjeS aud) bor ftd) allein, mit bielem gleig 
»ftmatö wieberpolen; unb fofew er etmaö ntcf>t red)t begriffen, ober 
feergeffen paben follte, mug er ben SOTeifrer bep ber folgenben £e* 
ctiott barum befragen. @i» geprbegieriger mug fid) nid)t berbriegen laffen, 
wenn er wegen einerlei) @ad)e J>fter ermahnet wirb ; fonbern er mug fol* 
d>e Erinnerungen für tin übles ^ercfmaal feiner Unad)tfamfeir, unb für 
beö Stifters ©djulbigfett; ben 50?eifrer felber aber, ber tbnfo öftere ber* 
beffert, für ben beften palten. €r mug beöwegen auf feine Sedier wobl 
2ld)lung geben: £>emt wenn er fold)e ju erfennen anfängt, pat er fd)on 
palb gewonnen. €rfobert eö aber bie ftotpwenbigfett, bag ber «Weiftet 
ipn über einerlei) ©adje ofterö berbejTern mug; fo fann er gewig berfidjert 
fepn, bag er ti in ber gjiuftf nid)t weit bringen wirb: weil er barinnt 
unjdplige 3>inge ju erlernen pat, bie tpm fein 3)?eijrer jeigen wirb , nod) 
leigen fann; fonbern bie er gleid)fam abjteblen mug. ©tefer erlaubte 
SDiebftabl mad)t cigentlid) bie gregten 5Keifrer. dasjenige waö ipm ö> 
ter$ berrotefen werben, mug er nid)t e&er berlaffen, bi$ er c$ fo fpielen 
fann, wie e$ ber sßteijter verlanget. €r mug ban teurer nid)t borfd)rei* 
ben, waö für ©rücfc er ibm aufgeben fott: 2>ennbcr ?Kei(tcr mug am 
beften wifien , waö bem ©polaren oortpeilpaft fepn fann. |)at er, wie 

td) 



£tnltt tutig. *-i 

id) borauS fe&e, M ©lucf gebabr, einen guten $?eifrer ju treffen, mug 
er benfelben fo lange ju erhalten fud>en / all et einer Unterroetfung nö* 
rjig (jar. @i tft nid)t$ fc^ablictjer, all wenn ein ©djolar fiel) balb ben We* 
fem balb bei) {enem 9)?eifter in fcie Untetweifung begiebt. (Denn wegen 
bei berfdnebenen Vortrages unb l»er begebenen Qlrt ju fpielen, mad)t 
tiefet bet) einem Slnfanger Verwirrung; inbem berfelbe, fo $u fagett, 
allezeit ton neuem wieber anfangen muß. €6 fmb jwar biele, Die ft'd) wa^ 
befonbereö brau! machen, wenn fte, ton Dielen großen «Stiftern gelernet 
ju baben , ftd) rühmen fönnen; allein man ftnbet feiten/ baß fie aud) ju* 
gleid) bon benfelben bielel profttiret J)abe«. ©enn wer bon einem yjltu 
fter sum anbern lauft, bem gefallt eö bei) feinem; unb er \>at ju feinem 
ein Vertrauen : ju wem man aber fein Vertrauen Wr beffen £ebrfa$e 
pflegt man nid)t gerne anjune^men. £at man aber einmal ju einem 
guten ?D?eifrer ein red)tel Vertrauen gefaffet, unb lagt ibm bie gehörige 
geit, feine SBifTenfdjaft offenbar ju madjen; fo wirb man, wenn matt 
babc» bie wa&re SBegterbe iat ju einer SSollfommenbeit ju gelangen, bott 
%tit ju %t\t immer mebr SSortbeile entberfen, bie man borber einjufe&eit 
nid)t fabtg gewefen; bie aber su wetterm 9?ad)forfd)en ©elegenbeit geben. 

12. §. 

&iefe$ weitere 9lad)fütfd)en muß fid) aud) ein ange&enber gfluftfuS 
treuer empfoblen feprt laffen. 2lud) ber Sleifj mad)t e$ noeb nid)t allein 
aul. gftan fann ein guteö Naturell, gute 9lnweifung , großen gleifj, 
gute ©elegenljeit biel fdjoneg ju b&ren, baben, unb bod) immer mittel* 
mäßig bleiben. 5J?an fann biel componimt, biel fingen, unb biel fpielen, 
obne in ber Srfetnttmß unb ©efd)tfltrf)f eit jujunebmen. ©enn alleä wa* 
in ber 9ftuftf obne 9lad)benfen unb obne Üeberlegung , gleid)fam nur jum 
geitbertreib geliebt, ift obneStfu&en. @tn Sleißalfo, ber eine brett* 
nenbe £ iebe unb unerfdttlid)e 93egierbe jur Sfluftf jum ©rutibe Ht f 
muß mit einem befUnbigen unb eifrigen ^ad)forfd)en, unb reifem 9iadj* 
benfen unb Unferfudjen berfnüpfet werben. <&? muß ein ebler(£igenfintt 
babet) berrfd)en, welcher nid)t erlaubet, ba$ man fogleid) in allen €5ttf* 
den mit ftd) felbft jufrieben fei); fonbern immer botlfommener ju werbe» 
tradjte. <Denn wer bie 50?uftf nur auf baö ©eratbewo&l, nidjtaß eine 
SBiffenfdjaft, fonbern nur m ein #anbwerf treiben will, ber wirb lebettö* 
lang ein ©tümper bleiben. 

33 a 13. §• 53«9 



13* $. 

93e$> bem S8em46en weiter ju fommen, mufj fid) aber nidjt etwa» 
eine Ungebult einfd)leid;en; t>a§ man tfuft befame ia anzufangen, wo 
artbere aufboren, einige begeben biefett geiler, ©ie erwa&len entwe* 
ber fold)t fdjwere ©tücfe ju ifercr Uebung, benen fte nod) ntc^t gewad)fen 
finb, unb woburd) fte fid) gewfcbnen, M« Sto^n ju überrufdjeln, unb un* 
beutlid) borjutragen: ober fje »uoUtn bor ber gett galant tbun, unb Der» 
fallen auf alljuleid)te ©tücfe, nüd)t weiter feinen SSortbeil geben ^ al$ 
bem ©e&ore ju fd)meid)eln: ^Diejenigen (Stücfe hingegen, bie ben muft* 
fölifeften SSerftant» fdjdrfcn/ t>tc <£ittfid)t in bie Harmonie befbrbern, bett 
SBogcnftric^/ Sungenftojj, 9lnfa$, unb ginger gefdjift machen; bie mm 
9?otenlefen, ©ntbeifung ber 9?oten , unb jur Erlernung beö geitmaaße* 
bequem ftnb; bie aber nid)t fogleid) bie ©innefu füfcelnwie jene; fold>e 
©tücfe, fage id) f berabfdumen fte, unb balten fie wobl gar für einen 
Seitberluft: ungeachtet man obne jbld)e @tücfe, weber einen guten S8or« 
trag, nod) einen guten ©efdjmac? in ber 3lu$fuj>rung erlangen fann. 

14. $. 

©ne grofje ^tnberni^ be£ %k\$t$ unb weitern 9?adjbenfen$ ifl ti, 
wenn man ftd) ju biel auf fein Talent beriet, Sie €rfabrung lehret, 
la$ man unter benjenigen, welche befonberö gute «ftaturgaben beftfcen, 
mebr Unwigenbe antrifft, als unter benen , bie ibrem mtttelma'ßigen %t-. 
Jente burd) gleif? unb 9?ad)benfen ju Jpülfe gefommen finb. sjftand)en 
gereidjet ba$ befonberS gute Naturell mebr jum @d)aben aU sunt ?öor* 
t&eile. 3Ber babon 93ewei$ Verlanget, ber betrachte nur bie meiften @om* 
ponijten nad) ber tytoit, i#ger Seit. 3Sie biele ftnbet man unter i&nen : 
bie bie ©e&funft nad) bett Regeln erlernet baben? <§5inb uid)t biemeiften 
fafl pure 9?aturalijten ? 3Benn eö bed) fimmt, fo berjteben fte etwan ben 
©eneralbag ; unb glauben eö fet) in einer fo tiefftnnigen 5Biffenfd)afr, al$ 
bie Qomppfition \^t, nid)U mebr ju wiffen n6t&ig, al$ bafj man nur fo 
biel €inftd)t beftije, berbotbene Cluinten unb Dctaben ju bermeiben, unb 
etwan einen $rummclbaij/ unb ju bemfelben eine ober jwo magere Mittel* 
flimmen law au feeen; tau übrige fep eine fd)dMid)e ^>ebanterep, bie nur 
«m guten ©efdjmacfe unb am guten©cfange binbere. !8Jenn feine 5Öif« 
fenfdjaft notbfgr unb U$ pure Naturell binlanclidj wäre; wie fottimt eö 
benn, t>a$ bie ©tücfe ben erfabrnen 6omj?i>nt|Jen mef;r @inbrucf madjen, 
allgemeiner werben, unb fid) langer im @rebit erbalten, alö bie bon felbjl 
gewad;fenenS^aturaliften; unb bajj eineö j,eben guten Somponiften evflere 



Jßfnlettuncj. 13 

Sluäarfceitungen, benle|tew nid)t klommen? 3fi bteftö bem putett 
Ücaturell, ober jugleid) t>er SÖiffenfcfyaft jujufd)reiben? £>aö 9?aturett 
wirb mit angebogen; unb tue 3Biffenfd)aft wirb burd) gute Unterwei« 
fung, unb burd) fleifjigeö 9tadjforfd)en erlernet: bepbeö aber geboret ju 
einem guten (Tomponiften. £)urd) ben Dpertföl &at jwar ber ©efdmtacf 
ju, bie 3ßiffenfd)aft aber abgenommen. $)enn weil man geglaubt jjat, 
bag ju biefet 5lrt sjftufif, me&r Oenie unb grftnbung, als 5Biffenfd)aft 
ber <3e$fun|t erfobert würbe; aud) weil biefelbe gemeiniglid)be» ben «Jftu* 
fiflieb&abern me&r S5ei>faU finbet, alö eine ßird)en* ober Snftrumental* 
9fluftf: fo&aben fid> mebrent&eilö bie jungen unb felbfi gewachsenen @om* 
poniflen in Stauen bamit am erften tef^dftiget ; um fowojjl balb einen 
@rebit ju erlangen, aU and) in furjer £ett t>or ?$tteifter, ober, nad)i(>* 
rer 5irt, Maeftri ju pafjiren. @ö &at aber W unjeittge 23emü&ung nad) 
tiefem Sitel Perurfadjet, baß iit meiften Maeftri niemals <2>d)olaren ge* 
wefen: inbem fie «nfdnglid) feine richtigen @runbfd$e erlernet fyaUn, unb 
nad) erhaltenem 93eofaU ber Unixrftänbigen, fuf) ber Unterweifung nun 
fd)dmen. ©eöwegen apmet einer bem anbern nad), fdjreibt feine 2Irbeit 
auö , ober giebt wopl gar frembe Arbeit für feine eigene an$ , wie ik €r» 
fajjrung lehret; jumal wenn bergleidjen Sftaturaliften ftcf> genotjjiget ftn* 
ben, ü)r ©lücf in fremben fanben ju fudjen; unb bie Srftnbungen nid)t 
im J?opfe, fonbern im Koffer mit ftd> führen, ^aben fte aud) allenfalls 
nod) bie ^d^igfeit etwas aus if>rem ftopfe ju erfmben, olme fic^mit frem» 
ben Gebern ju fdmtücfen ; fo wenben fie bod) feiten iit gehörige Seit an, 
ik ein fo weitlduftigeS SBerf, alö eine Oper ift, erfobert: fonbern eS 
wirb oftmals für eine befonbere ©efd)iflid)feit gehalten , wenn einer iit 
gd&igfeit befiljet, in jebn ober jwölf "Sagen ein ganj ©ingefpiel pinju* 
furnieren; unb nur barauf bebaut ift, bajj eö, wenn eö and) webet 
fdjen nod) Vernünftig fepit follte, bod) jum wenigften etwaö neueöfep. 
€ö lagt fiel) aber fe(jr Jeid)t begreifen , was in foldjer Sil für gutes jler* 
Vorgebracht werben Ebnne. £>ie ©cbanf en muffen ja, fo ju fagen, nur in 
ber £uft erfdjnappet werben, rote etwa» ein SXaubtpier einen IBogel erlja* 
fd)et. 9Bo bleibt ba bte Orbnung, ber gufammen&ang, unbbie@du* 
berung ber ©ebanf en ? @nblid) ifl eö benn aud) bafcin gefommen , bajj 
gegenwärtig in Stalten nid)t mebt fo biel bortref|iid)e (Sompontften anju* 
treffen finb, alö Pormaiö. Reblet eö aber an erfahrnen @omponiften : 
wie fannba ber gute ©efdinuef etoal:en, ober fortgepflanjet werben? 
5ßci: H weiö, waö ju einer boftfoitmtenen Oper geboret, ber wirb gefte* 

S5 3 pen 



i4 iCinleituiig. 

$en muffen, bag ein fy\ü)t$$8ttl nid)t einen Anfänger, fonbern einen 
erfahrnen ©ompimiftert, inb mergelt <A$ wenig Xage erfordert. 5tU 
lein ik @omponijten ^akn ntebrentbeilö baö Unglüd', ba§, wenn fie aiu 
fangen bernÄnftig ja fdjreiben, unb ba8 SÖJilbe unb $red)e abjulegen, 
man fie ^cfrfjulfeiflt , fie bitten ba$3euer berlobren; fie bntten ftrf) cc=- 
fd)bpfet; ftebad)tennid)tmcbrfoftnnreid); fie wären arm an Srftubung. 
(*ö fann fetm, baß fold)eö ben bielen eintrifft: wollte man aber bie @ad)e 
genau unterfucfyen, fo würbe man ftnben, ba$ bergleidjen llngtötf nur 
ben oben betriebenen @omponiften wieberfäjjrt , welche bie <Se(tfunjt 
niemals grünblid) erlernet baben. $)enn wo fein guter ©runb bor&an* 
ben ift; ba fann au* baö ©ebäube ni*t lange SSeftanb baben. Sftaber 
Xatent, «Siffenfdjaft unb €rfabrung mit einanber bereiniget, fo wirb 
barauö ein foldjer 93runnen, ber nid)t leicht ju erfdjöpfen ift. ob wirb 
ja in allen ^anblungen, in allen SBifTenfdjafrcn, ütötywfe&iontn bie 
(Srfabntng fo fel;r geartet: warum benn nid)taud) in ber sjftuftf, unb 
iufonber&eit in ber @ompof?tion ? 2Ber H flautet, bafj ($ in berfelben 
nur auf ein ©eratfeewobl unb auf einen blinben Einfall anfomme, ber ir* 
ret ftcf> fefcr, unb bat bon biefer &ad)t nid)t itn geringften S3egriff. 
©ie Qsrftnbungen unb Einfalle finb jwar jufdllig, unb fönnen burd) 5ln» 
weifung nid)t erlanget werben: bie Säuberung unb Steinigung, bie«53abl 
unb < >8ermifd)ung ber ©ebanfen aber, finbnid)t jufdllig ; fonbern fie mäf* 
fen burd) 2Bijfenfd)aft unb €rfabrung erlernet werben : unb biefe finb ei* 
gentlid) baö £auptwetf , woburd) pd) ber SDJeifter bom <Sd)üler unter* 
fdjeibet, unb woran e$ nod) einer grüßen 2ln$abl bon (Sompomften man* 
gelt. Die Regeln ber Qompofition, unb waö jum <Saee ge&brer, fann 
ein jeber erlernen ; obne eben aUjubiel Seit barauf ju wenben. £)er @on= 
trapunet bebalt feine unberanberlid)en Regeln, fo lange aß bieHeitfjt^u* 
fif fetjn wirb : -Die (Säuberung , Steinigung , ber 3ufammen&ang , bie 
Drbnung , bie 'söermifdjiing ber ©ebanfen hingegen / erfobern fafr bcr> 
einem jeben ©rüde neue Svegeln. <£$ pfleget alfo benenjenigen, bie fii) 
auf baö 3lu$fd)tti&en legen, oft fe&lju fdjlagen: (obabman balbmetv 
fen fann, ob bie ©ebanfen au£ einem einjtgen £opfe i&ren Urfprung 
baben ; ober ob fie nur auf eine mcdjamfdje 2lrt iufammtn wfätt wt* 
ben finb. 

15. §. 
3n borigen geiten würbe bie ©efjfunfl nid)t fo gering geachtet, wie 
in gegenwärtigen: @$ würben aber aud; nid)t fo biel Stümper in berfel* 

ben 



Einfettung. 15 

ben angetroffen/ att t|o. 5Die eilten glaubeten nicfjt, bafj man bie 
@epjunft o&ne Unterweifung lernen fonnte. SOian bielte,ben ©eneralbafj 
tu wifien, für notbig, aber nicpt für julänglicp/ t>te ©ompofttion baburcf) 
o(me »eitere ^Unwctfung , ju erlernen. Qi waren nur wenige , bieftd) 
mit ber @ompofttion ju Raffen machten; unb t»ie, fo eö unternahmen, 
bemübeten ftcp biefelbe grünblicp ju erlernen. |>eut ju "Jage aber/ will faft 
ein jeber, ter nur etroaö mittelmäßiges auf einem Snjlrumente ju fpielen 
miti / ju gleicher 3eit aucp t>tc @ompofttion erlernet baben. .£>ierburdO 
Fommen eben fo Diele Mißgeburten jur 3ßelt; fo t>a0 eSfein Söunber fepn 
würbe/ wenn bieSftuftf mebr a\>, att junäbme. £>enn, wenn biege» 
le&rten unb erfahrnen @omponi|ten naop unb nacp abgeben ; wenn bie 
neuern / wie i|o bon bielen gefepiebt, fiep auf baö pure Sftaturetl berlaf* 
fen r unb bie Regeln ber ©e&funft ju erlernen für überflüßig/ oberwo&l 
garbem guten ©efepmaefe, unb guten ©efange r für fcpablict) jjalten; 
wenn ber, an fiep felbft bortrefflidje/ Opernftpl gemiSbraucpet, unb in 
©tücfe eingemifepetwirb, wobin er nid>t geboret/ fo baj?, wie in fSQelfdf)* 
lanb bereits gefepiebt, bie $ircpen*unb bie Snftrumentalmufifen nadj 
bemfclben eingerichtet werben/ unb alles nacp Dpernarien fepmeefen mufj: 
fo fyat man gegrünbete Urfadjen m befürchten, \>a% bie Mufif ifjren bori= 
gen®(attj nacfyunb nad) berlieren borfte; unb bajjeSmit btefer $unft bep 
ben CDcutfc^eu / unbbepanbern S3elfern, enblid) ergeben moepte, witt$ 
mit anbern berlobrnen fünften ergangen i(t. Sie Stalia'ner fyalcn in 
borigen Seiten ben £>eutfd)en aUe&eit ben 9üiljm bepgeleget , baf; , wenn 
fie aucp nid)t fo biel ©efepmaef befagert/ fte iod)i\t Regeln ber ©efcfunft 
grünblieper berftünben/ als ibre 91acpbam. ©ollte nun tit beutfd)e 
Station / bep welcher ber gute ©efepmaef in ben SBiffenfcpaften füd) immer 
weiter ausbreitet, |tcp nidjtbeftreben, einem SSorwurfe, beribr, wenn 
ibre angebenben @ompomfiet. bie Unferroeifung unb ein fleijiigeS 3ftad> 
forfdjen berabfaumen, unb fiebern puren Naturelle ganj unb gar anber*- 
trauen, biefleiept mit ber ^eit gemaept werben fönnte, borjubeugen; unb 
fußte fie ftep nicpt bemühen, \>m SKubnt ibrer Sßorfabren ju erbalten? 
benn nur baiuvd) f wenn etn berborragenbeS Naturell, burcp grünblicpe 
5lnweifung, burcp gleifj, sjttübe, unb SHacpforfcpen unterftü^ct wirb; 
nurbaburcp, fageid;, fann ein befonberer ©rab ber SBollfommen&eit er* 
reichet werben. 



16. §. <£S 



«6 £fo(ettun& 

16. §. 

CS wotte niemanb auf bie ©ebanf en gerat&en , aß wenn idj betten- 
$ete, tag ein febeS muftf alifd)e$ @tücf «ad) ben jteifen SXegeln be$ bop* 
gelten @ontrapunct$, baö ifr, ttadj be« Regeln, wie feie Stimmen ein» 
Wifytn ftnb, welche jugleid) mit einander, auf eine woblfiingenbe %xt, 
umgefepret, berwedjfelt, unb betfeßet werben folten, abgemegen werben 
tnügte. Stein, biefeS wäre eine »erwerbe ^ebanterep. 3d)be&aupte 
nur, baß ein jeber <5emponift foldje iXegeln ju wiffen fdjulbig fe»; bie 
Äünjtelenen aber ia, wo eS ber flute ©efang erlautet, fo juuntermü 
fd)en fud)en muffe, bag weber am frönen ©efange, m>d) an ber guten 
2luönabme, irgenb einiger ^bbrud; berfpüret werbe; unb bag ber 3upö* 
rer feinen dngftlidjen %U\$ babep bemerfe : fonbern bag überall bie «ftatur 
j>erborleud)te. SaSSBJort: ßontrapunet, pfleget fünft bep benen, bie 
nur bem Wogen Naturell ju folgen gebenfett, me&rentbeilS einen wibrigen 
gtnbrutf ju machen, unb für überflügige @d)ulfüd)ferep gehalten $u wer* 
ben. Die Urfadje ifl, weil ibnen nur ber Warnt, niept aber bie ©gen* 
fdjaft unb ber 9lu|en babon, besannt ifh Ritten fte nur eine f leine <£r* 
fenntniS babon erlanget; fo würbe ifcnen biefeS 2ßort nid)t fo fürd)terlid) 
Hingen. 3d) Witt eben feinen gobrebner aller Strten ber doppelten @on* 
trapunete überhaupt abgeben: obgleid) ein feber babon, in gewifier 5lrf, 
unb ju rechter 3«it> feinen 'ttußen baben fann. ©od) fann id) aud) nid)t 
umbin, abfonberlid) bem @ontrapunctaH'öttaba fein SJecpt wieberfajjren 
ju laffen, unb bie genaue tfenntnig beweiben, als eineunentbe&rlid)e@a* 
dje, einem leben ange&enben (Somponiften anjupreigen: weil biefer <£on> 
trapunet nid)t nur bep §ugen unb anbern fünftltcpen @tücf en pöd)ft «6*» 
tbig ifit fonbern aud) bep Pielen galanten ^adjabmungen unb93erfe|jruit* 
gen ber stimmen trefflid;e ©teufte tbuf. Sag aber iU alten in ben mu* 
ftfafifepen Äünftelepen [id) ju fe&r bertiefet paben, unb ju weitbarinne 
gegangen ftnb; fo bag fie barfiber baö '•Kotpwenbigfte in berSSttuftf, id) 
mtt)ntba$ SRüjjrenbe unb ©efdllige, faft berabfdumet paben; ift anbem. 
allein , wa$ fann ber <2ontrapuuct bafür , wenn bie @ontrapunctiften mit 
bemfelben nid)t rcd)t umjugeljen wiffen, ober einen SOJräbraud) barautf 
mad)en ; unb wenn bie gtebbabc;: ber SOtwftf/ auü Mangel ber @rfcnnt* 
ntg, feinen ©efdjmacf baran ftnben ? £aben eS nicptalle übrigen s Bi(Ten« 
fdjaften mit bem Öontraputtcte gemein , bag man ojme bie Äenntstig ber* 
felbeu, 'aud> fein Vergnügen babon $tf>tn fann? 3. <£. 533er fann jagen, 
bag er an ber Xrigouometrie, ober ber 5llgebra ©efdjmacf pnbe, wenn 



CütlntUftef. 17 

tt w nichts babon erlernet bat? mtUt ©cfeimltnif unb £inftd)t aber, 
wadjft aud) bie Sichtung unb Siebe ju einet: @adje. Söorne&me 9>erfi* 
tten lagen ibre ßinber w»bl nid)t allemal in ber Slbftdjt in bielerle» SöifTett» 
fcfjaften unterrichten/ um Söerf bai>on ju machen: fonbern eö gefdjie&t 
bielmebr beöwegen, bag fie in bielerlei) SBifTenfdjaften eine <ginftd)t erfan« 
gen follen / um bei? ©elegen&eit babon fprecf;en ju fonnen. SBdren nun 
olle Sttufifmeijrer auc^) jugletc^ sjftuftfberfa'nbige; wägten fie t^ren litt* 
tergebenen t>on einer fünpdjen SDMftt richtige begriffe beibringen i 
liegen fie biefelben bereiten wobl aufgearbeitete etücfe fpielen , unb et. 
fldreten ibnen btn Snbalt baMt: fo würben fie bie ßiebbaber nidjt nur 
ttad) unb nati) an foldje «Hrten \>on ffitfit gewönnen ; fonbern \>it 2irt$a* 
bei- würben aud) überbauet mebr £inftd)t in bie SWufff erlangen, unbmebr 
Sßergnügen baran ftnben. ©ie ^ufif würbe baburd) in einegrbgere 3idj< 
tung fommen, als iu nid)t ift: utib iit wahren ^onfunfller würben für 
ibre Arbeit mebr £»anf berbienen. 25a aber bie «teilten ßiebbaber bie 
SRujIf nur medjanifd) erlernen: fo fallt bieferSBortbeil weg; unb bie«D?u* 
ftf bleibt in befto größerer Unbollfommenbeit: weil es fowobl «« &utm 
SWeiftcrn, alö an folgfamen ©polaren fe&let. 

17. §. 
SHJill man wigen, wa$ benn nun eigentlich ber ©egenfranb beö weü 
tertt 9tad)forfd)en$ fepn foU; fo bienet jur Antwort: SSBenn ein angeben« 
ber @omponift bie Regeln ber Harmonie, welche, obe$ wobl fielen an 
ber $enntnig berfelben fejrtet, bodj nur, wie gefagt, ba$ wenigfleunb 
leidjtefte in ber @ompofition ftnb , grünbltd) erlernet Ht ; fo mug er ftd) 
befleigigen, eine gute 2Babl unb 93ermifd)ung ber ©ebanfen, nad) bec 
2lbftd)t eineö feben ©tücfeö, bom anfange biö ans Snbe begelben, su 
treffen; bie ©emütb^bewegungen geborig auSjubrücfen; einen fliegenbett 
©efang su erbalten ; in ber 9D?obulation jwar neu , lod) natürlich , un& 
im Metrum richtig ju fepn; 2id)t unb ©chatten bejtänbig ju unterbau 
ten; feine @rftnbungen in eine gemägigte (?dnge ein^ufdjranfen; in 5lnfe« 
&ung ber 5lbfd)nitte, unb ber SEBieber&olungen ber ©ebanfen, feinett 
5D?igbraud) ju begeben ; fowobl für t>it @timme alö Snftrumente beguem 
iu fc^en; in ber ©ingmufif nicf)t wiber ba$ ©plbenmaag, noeb weniger 
wiber ben ©inn ber 5SJorte iu fd)reiben; unb fowobl bonber @ingart^ 
aU t>on ben <Jigenfd)aften eineö feben 3njtrument6, eine binlanglid)e Qtt 
fenntmg ju erlangen. Sin @4nger ober Snftrumentijt aber mug ftd) an* 
äelege» fepn laffett, ber Stimme ober beö3nftrument^boll^mmenm4c|)ti4 



ib ^Einleitung. 

ju wetten ; bie 58erbjltni£e tcr $&ne f ennen ju lernen ; in |)alruttg feeS 
Seitmaa&eö unfe im Sftotenlefen rect)t feft ju »erben; feie Harmonie su 
erlernen, unb bornebmlid), aUe£ n>aö ju einem guten Vortrage erforbert 
»tri», nd)t in 3luö«bung ju (»ringen. 

18. §. 

Qöer ftd) in feer 9ftuftf berbor &u tbun ronttfc^et ; feer mu§ bie €rler* 
nung feerfelben ntd)t ju fpdt anfangen. 50er ftd) in fold)en Sauren feasu 
begiebt, wenn feie® emütböfrdfte md)t mebt im 3Bad)$tbume, ober wenn 
feer £alö ober feie gtnger nid)t mebr biegfam finfe ; unfe alfo feine rechte 
gettigfeit erlangen tonnet»/ web*r feie Xriller, unfe feie kleinen feinen 
Sanierungen ofeer ^Jropretäten, nod) feie ^aßagien runfe unfe feeutlid) 
ju machen : feer wirfe nid)t fonfeerlid) weit fommen. 

19- §» 
@in «UfuftfuS mug ftd) ferner nid)t mit aHjubieien anfeem fingen 
befdw'ftigen. $afl eine jefee 5BifF<?nfd>aft erfofecrt ibren eigenen «Kann. 
€ö ijt jwar bier feineöwegeS feie Nennung, alö ob eS eine Unmoglidjfeit 
fei), in me&r alö einer 2Biffenfd)aft äugleid), fcortreffltd) ju fetjn. €$ 
wirfe aber ein gleid)fam aufferorfeentlicljeö Xalent feasu erfofeert, feerglei* 
djen feie Sßatur nur feiten berborbringt. 'äßiele berfe&en eö bicrinne. ©= 
nige baben feie Regierte aUe$ $u erlernen, unfe fauen, t&rer berdnfeerli 
d)en ©emiUbSbefdjaffenbeit jufolge, ton einer @5ad)e auf feie anfeere; 
balfe auf t>itft$, balfe auf jeneö Snftrument; balfe auf feie @om»ofttion; 
balfe auf anfeere ©ingeauffer feer sjfluftl; unfe erlernen, wegen ibrer 58an 
felmutb, wefeer eins nod) feaS anfeere auö feem ©runbe. einige, feie 
fid) anfänglid) etwa einer feer &o>rn «JBi&enfdiaften wifemen, treiben feie 
«Kufif biele Sabre aß ein SKebenwerf. ©ie fMnennid)tfeiegebörtge3eif, 
fo feie sjftufif erfofeert, fearauf wenfeen; unfe &aben wefeer ©elegenbeit 
nod) «DTittcI gute «Jfteifter m galten , ober ttmt gutes ju boren. £>ef* 
terö lernen fte nid)tö mejjr alö ttwa Sftoten lefen ; unfe feurcb, einige @d)wie* 
rigfeiten, obne guten Vortrag unfe @efd)marf , ibren 3ubömn einen 
blauen ©unft bor feie Slugen ju malen : unfe fofcrn fie feae ©lücf baben, 
im fttnfee feer 53linfeen eindugige Äbnige ju werfeen, unfe einigen 93e»faü 
ju erbalten; geraden fie, aus Mangel feer (Srfenntuiß, leidjt auf feen 
falfdjen 5Babn ; alö ob fte wegen ibrer übrigen SBtgenfctiaften, bor anfeern 
Xonfünftlern , feie jwar nid)t auf boten ©diukn fhibiret, ober t>odf 
mebr ?^ufif alS (te erlernet baben , einen Sßorsuq berfeieneten. Einige 
treiben feie «JKuftf bloö aue Mangel beö Unterb^ltö , opne im germgftcit 



* 



s 



iCinUiturtff. 19 

(gefallen bran ju Jjaben. Rubere baben bie SWufif in ifjm Sugenb mebr 
turc^ eigene Uebung, alö burd) ridjtige ©runbfa'&e erlernet. 33et) er» 
wad)fenen Sagten fd)dmen fte ftd) beö Untcrrid)t3, ober glauben feiner 
5Inwetfung mebr benötiget $u fetjn. ©eSwegcn (äffen fte ftd) nid)t gerne 
fcetbeffern / fonbern wollen bielmebr unter bem Tanten ber ßiebbaber 2o& 
feerbienen. Säget t$ aber ba$ ©djicfi'al enblid) n;d)t, baß fte burd) ibre 
onbern 3Diffenfd)aftcn ju einer 53ef6rberung gelangen; fo ergreifen ft'eauö 
3tot& bie söJuftf ; mebrentbeite aber bleiben fie, wegen be£ SBerlufH ber 
3*it, bie fie auf anbere 3ötßenfd)aften baben wenben muffen ; auö Wlan* 
gel be$ Xalentg, weldjeö ju anbern 5Bißenfd)aften nid)t binreidjenb ge* 
wefen, unb nun bicllcidjf jurfDluftf nod) weniger julanglid) ift; ober auS 
Sßorurtbeü unb falfdjer Sinbilbung, wcld)e bon anbern feine ^erbefie* 
rüng ertragen fann, bon ber einen (Seite nur jjalbe ©elebrte ; ton ber 
anbern aber, faum balbe 5J?ufifbcrft(!nbige. ©enn wer sunt ©tubiren 
Beine ljinlänulid)Ctt ?ftaturgaben beftßt; ber bat beren bieUeidjt nod) tue* 
niger jur Sftuftf. &od) aber, bat ein foldjer, ber jugleid) bom ©tubi* 
ren SBcrf mad)et, ein $ureid)enbe$ Xalent jur5Rufif; unb wenbet be» 
biefer eben ben gleiß an, wie er bep jenem getjjan batte: fo bat er nid)t 
nur bor anbern Xonfünftlern einen 'Sortbeil borauä; fonbern er fan« 
aud) in ber SJttuftt überhaupt mebr 9?u&en lüften, aß anbere: weldjeä 
mit bielen 23ci)fpiclcn bargetban werben fann. ü)enn wer ba weis, wie 
biel Einfluß bie sjftatbematif, fammtbenen unter ibrem 23ejirfe fte&enben 
SBißenfdjaften , bte SÜBeltweiöbeit , bie £>id)tfunft, unb bie Stebefunft, 
in bie gflufif baben ; ber wirb gegeben muffen , bau bie Sfluftl nid)t nur 
einen großem Umfang bdbe, alö biele glauben: fonbern aud), baß ber 
bei) ben meiflen gftuftfoerftdnbigen berfpürte Mangel obenbcmelbeter SBif* 
feufdjaften, bie größte £>tnberniß an weitcrem Sortfommen, unb bie Ur« 
jad)e feo, warum bie sjftufif nod) nid)t ju einer grbßern SßoQfommcnbeir 
gebracht worben ift. 2Biefanne$ aber auberSfepn: ia biejenigen, fo 
bte Xbeorie beft&en, feiten in ber Ausübung ftatf finb: unb bie, fo ftd) 
in ber 3lu£übung berbortbun, feiten gtteifter in ber Xbeorie abgebe« 
fönnen? 3)1 e$ moglid) bie5)?uftf, bei) fo gefüllten <Sad)en ju einiger 
SBoltfommenbett ju bringen? @ö ift bemnad) notbig , jungen £euren, 
bie fid) auf bie ^uftf legen, ernftlid) anjuratben, baß fte ftd) bemuöen 
mochten, wenn tbn n aud) bie %eit nid)t erlaubet, fid) in aUen &tu* 
bien ju oben, beunod) in ben obengemelbeten 9Bißenfd)aften, unb bier* 
n4a)fl aud;, in einigen ber auölanbtfäen <2yrad)en, feine gremblinge 

S 2 ju 



ao lEtnlcttuiiff. 

ju BJeiBen. Unb wer fid) bie @ompofttion &u feinem SJugenmerfe tmft* 
let; bem wirb eine grÄnblidje Sinfidjt in bie ©djaufpielfunjl nid)t un* 
totnlid) fepir. 

ao. $, 
SDie @igenlieBe woBl &u otbnen unb im 3«ume ju Balten, foK baS 
fe|te fepn, welches id) einem, ber in Der SKufif weit ju fommen wandet, 
anratBe. 3ft eine unmäßige unb übel georbnete SigenlieBe uBerfcaupt 
feBr fd)4blid); inbem ftc leid)tlid) ben Sßerftanb berbunfeln, unb an ber 
waBren ©rfenntnif? Binberlid) f«m fann : fo ift fte e$ gewiß aud) Bep ber 
Sttufif; unb jwar biefeäum fo biel meBr, ie meBr fte ftd> Bepbiefer ein* 
jufd)leid)en pfleget. @ie ftnbet Ben ber 3)iiiftf meBr £RaBrun<j aU Bei) 
cnbern ^rofejjionen, Ben welchen man ftd) nid)t, wie Bei) biefer, mit ei* 
nem Blojäen SSraoo aBfpeifen, unb aufgeBlafen mad)en laßt. 3ßie t>iel 
Unorbnungen Bat fie nid)t fd)on in ber SJJufif angerichtet ? «D?an gefallt 
fid) anfangt meiftentBeilS felBft meBr, alö anbern. sjflan ift fdjon 
aufrieben, wenn man nur etwa jur 9tot& eine Stimme mitfpielen fann; 
9J?an lagt fid) burd) iai unjeitige unb Ä&erflüjjige £oBen berBlenben ; unb 
nimmt e$ woBl gar für einen berbienten 2oBn an. gftan will burd)au$ 
feinen 2BiberA>rud), feine Erinnerungen ober 'sBerBefferungen leiben. 
ßoUte jemanb fid) bergleid)en etwan auSSJotB, wenn ti gefdjeBen muf, 
»ber w$ guter Slttepnung unterfangen: foBaltman benjenigen, ber fi» 
terwegen ift, augenBiiflid) für einen geinb. «Man fd)nteid)elt f»d) oft» 
mal$, Bep einer feBr geringen €rfenntniß, bod)feBrbieleg$uwiffen, uni 
fud)et fid) woBl fiBer fold)e ju erBeBen , Bon benen man nod) lernen f onnte. 
Sa, waä nod) meBr ifl, man Berad)tet woBl gar biffel&en, auö <£ifer> 
fud)t, 9Reii> unb «SJWgunft. Sollte e<J aBer genau unterfudjet wer* 
ben, fo Befte&et fofcpcö bermepte «SJiffen, Ben vielen, nur auö einer 
Sftarftfdjretjeren t ndmlid) : \o& man etwan einige ßunfiworter aus 
t&eoretifd)en @d)riften w$ ®ebad)tni§ gefaxt Bat; ober baß man Bon 
ben mufifalifd)en flunfffhid'ett jwar ein wenig jureben, foldje aBer nid)t 
ju ma*en wti$. ^>ierburd) fann man ftd) nun jwar Ben UnwilTenbeit 
einiget 3lnfeBen erwerBen; Bep SWufiffcerjtfiitbigen aBer, fteBt man in 
©efa&r, lad)erlid) ju werben: weil man bencn ^anbroerfern gleichet, 
bie jwar Ui ^anbwerföjeug ju nennen, aBer fd)ied)t ju geBraud)en 
nifttn. 9Bif eö brnn t>crfd)icbcne 2Wenfd)cn gieBt, mld)t tton einer 
^unfl ober Sßifienfdjaft jwar Bieleö ju reben im @tanbe finb: inbec 
XBat aBer, biel weniger i« ber3lu^uBung jeigen fönnen, alö bkMd]t 

anbere/ 



{Einleitung. 21 

anbete, weldje weit weniger mit Sorte« babon prafen, $at msn ti 
tielleid)t enbltd) nod) fcurc^ eine gute 2Inweifung bafyn gcl>rad)t, t>a0 
man einigen 93epfafl Petbienet; fo rennet man ft'd) fogleid) unter t>tc 
Slnxa&l berSBirtuofen; unb glaubet fd)ou bie crfte «Stufe beö ^arnaffe* 
überfliegen ju &a6en, «Man fd)a'met fid) bapero eines fernem Unterridjtf ; 
ober pdlt benfelben für unnötig, 9flan »erlägt t)cn «Jfleitfer in ber beften 
3eit, ober in ber Sötöte be$ 38ad)ötpum$. SKan fud)et nid)t bat Ur* 
tf>etl erfahrner 2eute itd) ju «Ku&en ju madjen: fonbern man bleibt 
lieber in ber Unwiflcnpeit ftecfen, aU &ag man fid) ein wenig {jerablöfjen 
wollte, um nod) geferen anxunejjmen. Unb wenn man aud) allenfalls 
nod) \tmmb'it um liefen ober jenen Zweifel befraget: fo gefd)iept e$ 
bod) oft mejjr in ber 2lbftd)t gelotet ju werten, alt bit SSBaprpeit xu jjoV 
ren. 3Ber wollte enblid) alle baö Unpeil erjagen, weldjeö eine per» 
fejjrte Sigenliebe anrichten fann. Q$ fep mir genug , bargetpan xu &a* 
Un, ba$ ft'e, ob fi'e <»«<*) dleid) eine falfd)e Sufriebenjjeit würfet, ben* 
iwdj eine ber grojjten £inberniffe am fSadjätpum in ber 5#ufif fep. 

21. $. 
3um 95efd)lufe muß id) nod) einigen, bie fid; burdj ta$ Sßorur* 
tUil, alt ob ba$ Sölafen auf ber Slöte ber Sßruft ober ?unge fd)dblid) 
fep, xur9^«d)rid)tfagen: bafjfoldfoeö nid)t nur nid)t fd)dblid), fonbern 
fcielme&r xurrdglid) ur.b tort^cil&aft fep. ©ie 93rujl wirb baburd) mepr 
unb mejjr eräfnet unb fhfrfer gemacht . 3d) f&nnte, wenncönotpig 
Ware, mit €rempeln beweifen, ba$ einige junge £eute, bie einen fepr 
furxen SUpem Ratten, unb faum fd&ig waren ein paar Xacte in einem 
5(tjiem ju fpielen, e$ enblid) burd) bat 93lafen ber glote, in einigen 3ap« 
ren, bapin gebracht HUn , ba% fie mepr «lö xwanxig Xacte in einem 
Sltpem xu fpielen Permogenb worbtn. @ö ifr alfo barauö xu fdjliefjen, 
\>a§ las 95Iafen auf ber Slote ber £unge eben fo wenig fcfjabe, alöba$ 
beuten, Seiten, Sanxen unb Raufen. Sftan muji t$ nur ntd^t mi& 
brauchen; unb weber balbnad)ber SWa&lxeit blafen, nod) fogleid) aufa 
SSlafen/ wenn bie £unge nod) in einer ftarfen Bewegung ift, einen iaU 
ten Xrunf tpun. >Dag bie Xrompete eine ftdrf ere ßungc , unb nod) weit 
mepr £rafrebe$ 2tiUS erforbere, alö bie glote ; wirb niemanb in 3lferebe 
fepn. Xxm ungead)tet xeiget bie grfa&rung, la% ßeute, fo fid) mit ber 
Xrompete abgeben, me&rentpeiö ein fepr $oU§ 2l(ter erreichen. 3d) 
weiö mic^ felbfl, Pon meiner Sugenb an, xu erinnern, baj? ein junger 
5D?enf^, Pon fe^r fi)wad;er Setbe^efdjaffenlieit, ein Xrompeter werten; 

@ 3 unb 



fi 2 {Einleitung. 

ttnbaufbiefemSnjfrutttettte, nic^t nur ftd> fcj>r fTeigi^ ged^ct, fonberne* 
aud) jiemlid) weit ge&rad)t f>at. ©iefer tfl nid)t nur foö teo nod) am ge* 
fcen; fonbertt &cfünt>ct fid) aud) wo&l, unb 6ep guten Gräften. ®ag 
aber ixt SiuÄng ber gifte, ober Der Xrompete, fo wie bie borjjin er* 
warnten gei&eöu&ungen, einen gefunben @6rper erfobere , unb feinett/ 
betfc|)onbie©d)TOinbfud)t{)at, mitteilt, nod) i&m fonjt anjurat&en 
fen: wirb aud) nid)t geldugnet. 3d) &abe fd)onel>en angefttyret, ba§ 
ju einem ieben «Jfluftfuö a&er&aupt, er fpiele roelefyeö Snjlrument er 
roode, fein fd)wad)er ober fted)er, jonbern ein feoüfommen gefunber &it> 
per, unb ein munterer unb aufgewertet ©eifterforbwt »erbe: weilbeybe 
gemeinfdjaftjid; roirfen müiTen. 



*XSV 

4 




Sag 




©03 L ^OliptjfiW. 

I urjc £iftotie unt) asefc^teibung t>et gtöte 

twttfuu. 






AA Ä fsS ** »* 



j*«<J»*iMen fabeljjaften unb ungewtffen Crso&ru«öcn bom Ur* 
vl^S5*5^J fr mn 8 e & er S'otcit fo in t>ie quere bor ben «Iftunb gefaf* 
^^********> teit werten, will tcf> midj nid)t aufhalten. 9Beil wir 

«^r^-^^v fej|te öfltlJ u^ m gfi a( j)ricf)t babon fcaben; fo Um ti 
Mttl gleich biel fegst/ 06 kr ^firpgifdje $6nig tflpbaa, ober ein an» 
fcerer, biefel&en erfunben (jabe. £>b ein auögefjö&lter, oben abgebrodK? 
tier (Stamm etneö .|)olunberftraud)g, in welchen an ber (Seite eine ficine 
Defnung eingefaulet gewefen ; bitrauf juftber 3ug beö 2ßinbe$ getroffen; 
ober fonjt roaö anberö ju biefer ©rftnbung im erften Einlaß gegeben J>abe: 
fann td) gletdtfaUS nidjt entfd)eiben, 

2. §. 
©afi aber, in ben Stbenbfo'nbew, He ©eutfdjen He erfien gewefen/ 
wel^e ben @runb jur S^te traberftere nebft bielen anbern Slaötnflru* 
tnenteii/ wo nidjt bon neuem geleget, bod) jum wenigften wieber &erbor* 
gefudjet {jaben; ifl auger altem 3wctfel. Die Snglänber nennen biefeS 
Snftrument beöwegcn : the German Flute, (bie beutfdje glöte.) tDie 
^ranjofen benennen eö ebenfalls la Flure akmande. (f. Principes 
de la Flure Traverfiere, ou de la Flute alemande, parMr. Hotteterre 
le Romain.) 

3. §. WO* 



«Dttdjael ^rdtotiuö nennet tiefe $lote, in feinem Theatro Inftru- 
mentorum, wtltyü 1620, ju einer %t\t, wo noc& feine bonben i&o 
tatan beftntltcfyen ^foppen üblifj) war, in flBolfenbüttel gct>rucfet wor* 
ten: He (Dtterflote. JDaöjcnräc Sntfrument aber, welkes nocHeut 
ju "Sage ben t>en Solbaten jur Hummel gebrauchet Wirt, nennet et 
sunt Unterbiet»: tie @cf>wei$erpfeiffe. 

4. $. 

@$ ifl alfo tie pldte traberftere bor tiefem nidEjt fö/ wie i&o, &e# 
(Raffen gewefen. $Beit tie, ju tem (talben £one ©iö, unent&etrlidje klappe 
taran fetlete; fonnte man twauf nic&t au$ allen ionarten fpieten. 3dj 
^a5e fetbjt eine Pon tiefer 5lrt in|>anten, welche in ©eutfdjlant , bor 
ojjngefdjjr ftdjm Sauren betfertiget worden, uno welche eine Charte 
tiefer fte&t / alö tie gewöhnlichen. £>ie granjofen ftnt bie erften gewefett/ 
welche tiefeö Snftrument, burd) 93epfugun9 einer ßlappe brauchbarer 
flemac&t papen , als e$ bep ten ©eutfd)en bor tiefem nidjt war. 

5. §. 

J)ie eigentliche 3eit, wenn tiefe 93erbejferung gefdje&en, unt wer 
ier Ureter tabon fep, ift nicfyt wolil gewiß $u beftimmen: ungeachtet 
id) mir alle gftü&e gegeben fcabe, eö juPerläSig ju erfahren. SBetmutD* 
lief) i£ eö nod) fein 3apr(junbett 5er: unt opne gweifel ift tiefe Sßerbeffe* 
rung in Swnfreid) ju etientergeit unternommen worden, tamantie 
©djaUmei) in ten |)ol>oe, unt ten SSombarb in ben SSaffon berwan* 
telt bat. 

6. $. 

©er erftc/ ter fidj auf ter berbefierten $l6te traberftere, in Swnf» 
teid), pefonterö (jerbor ger&an, berühmt unt beliebt gemacht pat, ijtter, 
wegen gewiffer befonbern @d)icffale, merfwurbige pt?iltbert. hierauf 
fam: \<x 25aw, unt ^otteterre le Domain, ©iefen folgeten 
^uffarWn unb 2Mawt > brachten e$ aber in ber %u$ubm$ biel wei* 
ter alö ipre Sßorfabren. 

7. §. 

5öie nun tiefe i$t erjagten franjöfifdjen Sonfuntflet tie erften ge* 
wefen ftnt , fo tiefel Snflrument nad) feinen ©genfdjaften gut gefpielet 
Haben: fo fcaben eö bie©eutfd)en bim i{men, unt jwar in ter berbeffetten 
©etfalt, na'mlid) mit ter einen klappe/ feit ojjngeföjjr funfjig ober ftd)* 
jig Sabren t«/ w»«ter befommen. ©er befontere 93epfall, unt tie 

grofe 



unfc £efd)mbun# £>ec Slotc tra&erftew. 25 

4ro§« Steigung , fo bie SDeulfdjen altejeit gegen bie SSlaöinftrumenre ge* 
Jjeget jwben , bat Perurfadjet, fcag l>ie gtote trabcirftcrc nunmehr iit 
©eutfdjlanb eben fo allgemein worben, a\$ fte in granfreid) ift. 

8- §• 
93i3 fcieber Uttt bie glöte nod) immer nur eine Älappe. 9?ad)bem 
tc^ aber »ad) unt> nad) bie @igenfd)aften Mf^ Snftrumentö einten fer* 
ttete; feefant) id), tag immer nodj eilt f leiner fanget kr Steinigt" tit o.e. 
roifjer Xone Por&anben war: weldjem aber auf feine anbere 2lrt, att 
fcurd) Sufe&ung ber jwet)ten klappe/ a&gc^olfett werten fonnte. 3d) 
|>a^c alfo btefe jweptc klappe im Saljr 1726. binjugefuget. * Unb alfo 
ift f)icrau$ biejenige gißte traPerftere entftanben, beren 5lbbilbung matt 
tab. I. gig. 1. febenfann. 
* Die Urfncfye btefer jrocWen Älappe erffave id? roeitidufttger im 8. §. bti III. 
^auptjlüd'cö. 

9. $. 

3n ben alten Seiten, beftunt» bie glote traberfiere nur au£ einem 
«Stucfe, wie bie nod) beut iuXagefolid)e<Scfywei(jerpfeife / ober bie foge* 
nannte Querpfeife ber @olbaten: nur mar fte eine DctaPe tiefer al$ bie 
leijtere. 211$ aber in granfreid) bie eine klappe bitijugefüget würbe/ 
um bie glote , fo wie anbere^hfaumente , jur gftuftf btaud)barer ju ma* 
d)en: fo befam iiefe glöte jugleid), nid)t nur Pon äugen eine befjere ®e* 
ftalt; fonbem fte würbe aud)," um mehrerer 25equemlid)feit willen, in 
i>ret> «Stücfen getjjeilet, ndmlid): ein&opfftucf, worinnen ftd) baö?Wunb* 
loa) kftnbet; ein lOJitaljtücf mit fed)g Sodjcrn; unbbaSguggen, woran 
fcie klappe ju ft'nben ift. SDiefe brei) «Studien würben aud) julanglid) ge« 
roefen fei;n: wenn man aller Orten einerlei) «Stimmung Httt. 9Beil 
aber ber Sott, nad) weldjem man ftimmet, fo febr Per fd)ieben ift; ba£ 
md)t nur in einem jeben Sanbe, fonbem audli mebretrtbeiiä in einer feben 
^ropinxunb (gtabt, eine anbere «Stimmung, ober {jerrfdjenber Soir, 
eingefubretift; jugefd)weigen, baf? ber (SlaPicpmbal, an eben bemfelben 
Orte, burd)unad)tfame Stimmer, balbbod), balb tief geftimmet wirb: 
fo bat man, Por obttgefabr brepjitg Sa&ren, bie glote mit mebrern ÜflitteU 
jtürfen Perfeben. 5ftan bat ju bem @nbe bat lange ^ittetftücf , mit 
fed)$ 26d)ern, in jween Steile getbeilct; um bie glote bequemer bep |<d) 
tragen au fonnen: unb an ftatt eines, unb jwar be£ oberfien <Stücfe$ Pon 
^icfelt jween feilen, l;at man sroei) biö brei) Perfertiget, weld)e, weil im« 
14er eine$ furjer glö H$ anbere fcp mug, fid) bamalö ob^nflefa^r um 

SD (inen 



26 Dae L ö<uiptfiüc?. ftur# £t|*orie 

einen faWtn Ton Don einanber unferf<^tefccn ; benn bie ftfnge D^er ^urje 
fcer gl&te »erurfad)et , ta§ ber $on entwehr tiefer ober feiger wirb, 
konnte man bamit nod) nidjt ftimmen, »eil ofterö ba$ eine @tucf j« 
tief/ ba$ anbere hingegen ju &od) war; fomugte man baö $6d)fte Mittel« 
fh&d auö bem Äopfe ber glote um etwa$ aussieben. Slttein, ba bertln» 
fd)ieb biefersjflittelftücfen ju grojj war, unb man folgltd) t>tc gRtttelftutfen 
weiter ausgeben mufjte , alö bie@tructur ber Störe erlaubet, intern fic 
fcaburd) falfd) wirb: fo fcat man enblid) taö 5D?ittel gefunden/ nod) meb* 
tere «Bttttelftücfen bjnjuiufügen , beren \tlt$, bon bemanbern, in ber 
ßtimmung, nid)t me&r als um emßomma, ober ein Ifteuntbeil eines 
ganjen XoneS, unterfdjieben ift. <25ed)ö «Dfittelftucfen machen alfo etwas 
mebr, ab? einen groffcn balbenXün autf: weldjeö a\td) berQ3au berglöre, 
o&ne 9?ad)tbeil ber reinen «Stimmung erlaubet : unb fottte e$ bie 9totj> 
erfobern; fo könnten wo&l nod) ein paar sjftitteljtücfen mebr binjugefüflet 
werben. 

io. §. 
Snbem tfopfftnrfe ber $\btt, jwifdjen bem ©ecfel befjelben, unt 
kern 3flunblod)e, ift ein ^pfropf ben Sorf &u befi'nben, welchen man narf> 
83elieben jjin unb |>er fdjicben fann. tiefer pfropf tfl in ber glote un* 
entbebrlid) ; unb tfwt in berfelben eben bie SBirfung, welche iit «Stimme, 
ober baö unter bem ©rege aufredjt ftcbenbe ^olsgen, in ber Violine 
madjet. SDiefe berurfad)et entweber einen guten ober fd)led)ten Xon ; 
nadjbcm fte red)t über unrecht gefe&et wirb: unb jener, wenn er entwe* 
fcer ju tief feinein gebruefet, ober ju weit berauS gebogen wirb ; ift nid)t 
nur am guten 'Jone, fonbern aud; an ber reinen «Stimmung überhaupt/ 
fcinberlid). 

ii i 
SBenn bie Störe, burd) bie Sttittelftfirfen, berfür&et ober bertangert 
wirb; fo würbe fte, wenn ber pfropf atlejett an einem Orte fteben biet» 
Un ft>Utt, bie reine ^tinmunü ber Dctaben berlieren. §S mu|j bt$> 
wegen biefer ^>fri>pf , ja einem jeben furjern ^5tucfe, weiter bon bem 
5J?unblod>e jururf gejrgcn; hingegen ju jebem langern «Stütfe, neber ju 
bem 3)lunblod)c pineiu gebrücf et werben. Um btefeö t>efro bequemer be* 
wetffttlligen su fdnneu, ift nöt&ig, bap man an bem «Pfropfe eine an 
ipm unb bem ©edel ber flitc jugleid) befeftigte ©djraube babc: alö wel* 
d;e fo wopi iu bem SiuSjwpea alä |)»neiubruden beeclben btenet. 

12» f 



unt> 23efcf)retbung *>et Slote ttavttfim. 27 

12. §. 

SSW matt wifien ob bec pfropf an feinem redjtenDrte jtecfe; f« 
probire man baS tiefe ©. gegen t>aö mittelfte unt> podjffr ®. <Sinb tiefe 
jwo DctaPen gegen einander rein ; fo bat e$ feine 9vid)tigfeit. 3(1 aber 
taö podjfte 2). ju Joc^, unb baö tiefe folglich ju tief; fo jiejje man bei» 
pfropf um fo Piel juraef , biö fie rein werten. 3ft hingegen bas &öd)fte 
2). xu tief, unb ba$ tiefe su &oc^ ; fu bruef e man ben pfropf um fo Pie( 
tiefet pinein, M bepbe DctaPen rein (Timmen» 

13. §• 

9Som Studie Jen ber «Sttittelfhicfen ijt xu merfen, tag man barinne 
nid)t ju weit geben barf: fonft wirb baö eingetriebene @, unb ber Xrillet 
foroobl auf bemfelben, aß auf bem @i$, ju part ©eSwegen ift nitpig, 
bag bie «Dfittelftücfen, wie fdjon oben gefaget worben, nidjt mebr alö um 
ein ftomma Pon einanber untergeben fepn burfen : ober man müfjte ittt 
inroenbigen leeren SXaum, mit einem SKinge, ber fo bief alö ber 3<*Pfen 
wäre, ausfüllen. £>a$ Sluöjiefjen ber @tficfen barf nirgenbS anberS aW 
nur allein ambiefen @nbe, weldjeö in bat Äopfftucf gebt , gefdjeben. 
Senn wenn e$ am bannen <5nbe, ober jwifdjen bem unterften (Jnbe unD 
bem Süggen geliebt; fo wirb wegen ber 2od)er , welche burd) bie weitere 
Entfernung Pon einanber, bie folgenben Xöne erpöpen, bie ganje glote 
Perfiimmet. 

14. §. 

SSor nid)t gar langer gett, ift eine £r|tnbung jum Sßorfdjein ge* 
fommen , Permoge welker man ba$ Saggen ber glöte au$ jwep @tücf en 
gemacht bat, welche man, wie eine 9?abelbüd>fe, um einen palben 30U 
auSeinanber sieben, unbwieber iufammen Rieben, folglich ba$ guggen 
langer ober Eurjer madjen fann, £>aö Sluöjiepen gefdjiept unter ben £6* 
d)ern worauf bie JClappen liegen. ®ie Slbftdjt foll fepn, bag ba$ guggen 
}u einem jeben Eürjern SttitteljHcfe, etwaö färjer werben folle; unb i>it 
%lott alfo, Permitteljt ber fed)ö5)?itteljrü(fen, um einen gansenSon pöber 
ober tiefer gemacht werben tonne. S)iefe Srfinbung , wenn fte @tid) btel* 
te, würbe ibren SEBertp paben. SDa aber burd) t>it SBerfüraung M güg* 
genö , nur ba$ 5> pöpet wirb ; bie folgenben Xone , als : $Dtf, <£, %, © y 
ti. f. w. aber, mebrentbeil$ in ibrer Stimmung bleiben, unb fid) md)t mit 
bem 2>. jualeid), im gepörigen ^Berpalte erpoben: fo folget barauä, iai 
bie giote «war um einen ganjenXon pöber, aber aud), nur ba$ erfie@tücf 
aufgenommen, burd) unb burd) falfd) wirb. SDiefe (Srfinbung ijl alfo 

% 2 aus 



auö liefen , unb benen im borigen §. angeführten ©rünben, als BJdjfl 
fdjablid) unb nad)tl)eilig, ju bewerfen. @ie ttenet ju weitet nid)t$, 
dlö baf? manauöiSparfamJeit, mit einer übelgefttmmeten^lote, jur 9cot& 
baejenige berrid)ten fonnte, wojufonft $wo berfd)iebene gl&ten, ndtnlid) 
eine jjope unb tiefe, nbtjjig waren. 9ßer fiel) aber tiefer dtfutbung befeie* 
nen wollte, ber würbe in ®efab* flehen; fid) baö ©ebir feljr ju berber* 
ben: unb ber Urheber berrdtb fid), bajj er weber ben IBer&alt ber <£öne 
berjtejjt, nod) ein gut muftfalifd) ©ebor §at. 

U. §. 

2(n bem $opfjrücfe Iäffet fid) eine bergleid)en Sßerfürjung unb 9?et* 
Idngerung beffer, al$ an bemgüjjgen, anbringen. «0?an tjK'ile näm!.dba$ 
^opffruef in sween Xbeile, unb mad)e an bem unterften Xt;eilc einea et» 
wa§ Jdngcrn Qavfm, alö ber am SWiftelfintfe ffh £)iefen (reife man in 
ben oberfren Xbeil beSÄopfeS; fo wirb man bcn:Ropf, ofene s J}ad.)tjjeiJ 
ber Stimmung , fürjer unb länger mad)en, unb ben burd) bie bereit ge* 
melbete €rftnbung bergebenö gefud)ten SBortbetl bequem erreichen fönnen. 
Sd) babe bjerbon felfcjt bie ^3robe gem«d)t, unb fte bewährt gefunben. 

16. §. 

Soor Dbngefdbr breiig 3al>ren baben einige ber ftlbtt, in ber ^.itfe, 
ttod) einen Xon mebr, ndmlid) ba$ @, benfügen wotteu. «Sie machten 
belegen U$ gufigen um fo biel langer, aU jn einem ganjen Xone erfo# 
bert wirb , unb fe|ten, um tat @iö ju baben, nod) eine klappe binju. 
SBeil aber fold)e£ fowobj ber reinen ©timmung, als aud) bem Xone bet 
glorefelbft nadjt&eilig sufewt gefd)ienen; fo ift biefe bermepnte SSerbefle* 
rung wieber erlofd)en/ unb nid)t allgemein worben. 

Sluffer ber gewi|jnlid)en glote traberfiere bat man nod) untetfdjie* 
Jene anbete, wiewojjl nid)t fo gewöhnliche, entweber größere ober flei# 
nere 5lrten bon Sldtcn. <£ö giebt tiefe Ouarrftoten; ftl&ten b'amour; 
Keine Quartalen , u. f. w. £>ie erfrern ftnb um eine Quarte ; bie 
jwenten um eine freute Xer&e tiefer; bie britten aber um eine Cjuarte fco* 
5er, alö bie gewöhnliche giere traberfiere. Unter tiefen ftnb bie glotett 
b'amour nod) he befien. SUle aber fommen fte aur 3«t ber orbentlidjett 
g!6re traberftere, an SXeinigfeit unb @d)&»beit, nidjt beo. 83er int 
Äbrigen auf einer bon btefen auf|erorbentlid)en 9frten ftd) üben wU, bet 
fann, wenn er ftd) nur einen anbern @d)lüßel ber Sloten einbilbet, fte 
im übriaen alle fo m toe geroo^nlidpe glote traberftete ^anb^aben. 

18. §. 



18. $. 

£Me SWater ie woraus t>te flöten Verfertiget werten , ijt jjarreS $ot$ 
t>on unterfcfyiebener %tt, altf: Q3ucf)ö&aum, €6en{jolj, &ömg$bi% 
Signum fanctuirt/ ©ranatilk/ 11. f. w, ©er S8ud)öbaum ifi ba$ allge* 
meinfte unb bauer(jafte|fe £olj ju gloten. Saö (Sben&olj aber giebt tett 
fcfyonflen unb getieften £on. 3öer ben Xon ber glote frcifdjenb, raup, 
unb unangene&m machen will; ber fantt fte, wie einige berfucfyet fcaben, 
mit 2D?efjing auffüttern. 

19. $. 
Söeil ft'cf) in ber glöte/ wemtfte geblafenwirb/ geucfjtigfeiten an« 
fe^en, welche i(jr fd)<fblid) ft'nb; fo muß fte ofterö, mit einem an ein 
©tocfgen feftgemacfjfen üappen, forgfdltig gertiniget werben. Unbba* 
mit ficf> t>it geudjtigfeiten ntd>t in bat £pl$ einjieben tonnen: mu§ man 
fte mitteile» mit Sttanbeloel einfrieren. 



£)<$ 11. #auptftM- 

Singer. 

)m micj) lierben beutlicfj erffa'ren ju Mimen, wirb notjjtg fe»n, baf 
id> bie Singer buref) 3iffcrn anbeute: bamit man bei) ber, in bet 
I. ^a&eltc abgejeidmet beftnblidjen gl&te; ebne 3Beitl4uftigfeit 
erfeben fön««/ bon welchen gingern \6) rebe. 3d) bejeidjne alfe ben Sei' 
fieftnger ber linfen |>anb mit 1 ; \>\t jween felgenben mit 2. 3 ; ber f leine 
ginger biefer |>anb wirb md)t gebrauchet. £>en 3eigefmger ber rechten #an& 
lemerfe id) mit 4; \>it jween folgenben mit 5. 6. £)te Siffern 7. unb 8. 
finb bem Weinen ginger ber redeten Jpanb gewibmet. 9Öenn er mit 7. be* 
nennet ift, berü&ret er bte fleine, unb wenn er mit 8. bejeidmet ifir tk 
frumme klappe. 9luf eben biefe 2öeife werben inötunfrige, ben ber 
gincjerwbnung, (Application) unb allen übrigen Odilen / Me 

© 3 3ina.ee. 




ging«: Andeutet werten : nur ift ju merfen, tag feie mit i. &t$ 6. &e* 
jeidjneten Singet &»* Sic&er ter p(6te jutecfen; bic mit 7. unt 8. bemerk 
ttn aber, tie fllappen nietertrücfen, unt folglid; tie Zofytt aufmalen. 

2. §. 

Wenn tie %\btt ungejwungen gehalten unt gefpielet werten foll; f» 
muffen/ wenn man tiefelbe jufammen fdjraubet, W ß&djer ter benten 
«Mittelftüd' en, mit tem 2odje, welches turd) tie frumme klappe beteef et 
»irt, in geraber £inie frejien: tamit man mit Dem fleinen ginger ter 
regten |>ant, bepbe klappen bea.uem erreichen fonne. JDaö ^opfftücf 
ntujj, auö ter geraten ginie, um fo biel nad) temSDlunbe einwärts ge« 
tretet werten, als otngefäfcr ter ©urdjfc^nitt te$ üftuntlocbö austrägt. 

3. §• 

«Den Daumen ter linfen £ant feßeman, temmit2.be$eid)netenSin< 
ger, faft gerate gegen über; unt jwar tie @pt|e bom Daumen einwärts 
gebogen. £>ie %lfct lege man jroifdjen ten SBallen unt taö jwepte ©lieb 
beö 1. ^ingerö/ fo, tag wenn man ten erften Singer frumm auf tie %lo> 
te leget, terfelbe ta$ oberfre 2od) bequtm bebeefen fonne. 2luf tiefe SBei* 
fe wirt man tie %lbtc, wenn man fte an ten 9)?unb fefcet, nid)t allein mit 
tem 1. Ringer unt tem linfen ©aumen, welcher taö ©egengewid)t auö* 
«tad)t, o&ne £ülfe ber antern Singer , oter ter rechten ijanb, bequem 
an ten 9J?unt trücfen, unt feft galten; fontern aud) mit einem feten 
Ringer ter linfen £ant, ofcne guttun ter rechten, Triller fdjlagen fännen. 

4- §• 

3Baö tie rechte £ant anlanget, fo Tete man ten ©aumen terfelben, 
frumm unt aufwärts gebogen, mit ter ©pt&e unter ten 4- Singer, 
©ie übrigen ginger aber, fo wobl tiefer , alö ter linfen .pant, fe$e man 
frumm eingebogen auf tie Södjer; tod)nid)tmitben©pü>en: fonftwür* 
te man tie £6d)<r nidjt fo jumadjen f innen, bafj feine tfuft beraub gien* 
ge. Da$ Ärummbeugen ter Singet aber tienet tarju , ta§ man baburdj 
mebr Gräfte tat, tie Sriüer gefdjwint unt egal ju fdjlagen. 

5. §. 

35en &opf muß man beftäntig gerate, tod) ungezwungen, in tie 
£o|)e galten: tamit ter 5Bint im Steigen nid)t ber&intert werte. 2)ie 
5lrme mufj man ein wenig aufwärts in tie £6(je halten , tod) ten linfen 
meftr al$ ten rechten; unt fte ja nid)t an ten ßeib trücfen: tamit man 
nid)t geitot&iget werte, ten £opf nad) ter red)ten@eite ju, fdjief &u bat 
ten; aW wcldjtö md)t allein eine üble «Stellung te* SeibeS berurfadjet, 

fon» 



fonbern aud) im SSfofen felbft |>inberlid) ift: intern bic £eple baburd) &u« 
jammen gebrücfet wirb/ «11b bag Slt&emjwlen, nid)t, nne cö fou*, mit- 
einer £eid)tigfeit gefd)ejjen fann. 

6. §. 

©ie glote muß man attejeit fcft an ben Sflunb brücfen; ntdjt aber 
mit ber |>anb balb ein= balb auswärts bre&en: als wpfcurd) ber $pn ent* 
weber tiefer , Pber jw&er wirb, 

7. §• 

Die ginger m *$ m<J " gerabe über ben 26djern Ratten'; unb ft'e nie* 
mal$, weber enger jufammen jiejjen, nod) weiter auSeinanber bebnen: 
um feine unnötigen unb weitlduftigen Bewegungen bamit ju machen, 
©eöwegen mufj man ben rechten SDaumen attejeit an einerlei) Drtfefcen; 
nid)t, iit glote bamit ju (»alten, al$ woju nur ber linfebeftimmetift: 
fonbern bamit aud) tit übrigen gtnger baburd) u)ren fefrcn ^3Ia§ behalten, 
unb befio leichter auf lit £öd)tt treffen tonnen. 3Die man benn überhaupt 
bie Serben ein wenig anfpannen mujj, um bie dritter egal unb brillant 
)u fd)lagen. 

s. $. 

6$ ifr aud) notbjg auf bie ginger febr fleißig Störung ju geben; 
bamit man fid) nic(jt gewogne, biefelben im wa&renben (Spielen pod) auf. 
jubeben , ober einen p&öer als ben anbern su trieben : weil ti wibrigen* 
fattö unmoglid) ift, ixt ^aßagien fepr gefdjwinb, runb, unb beutlid) Ppr* 
aufragen; weldjeö bod) eineö ber pornepmfien @tü<fe im Spielen ift, 
SDodj müden bie gingen aud) nid)t alljunape über iit £od)er, fonbern 
ium wenigeren um bie «Breite eines Keinen gingerö in bie £6be gehalten 
werben: bamit iit |><lligfeit unb SXeinigfeit be$ tont* nid)t Perjnnbert 
werbe. 

9. $. 
?D?an \)utt (!d) , mit ber red)ten £anb, bep Haltung ber %l6te, ber 
linfen ju -£>tilfe ju fommen; nod) mebr, ben fleinen ginger, um bie. 
glote feftju galten, auf einer pon ben klappen liegen &u laffen, wenn 
fte gefdjloden foj>" fofl. ©iefen gepler pabe iö) bei) febr pielen, iit Pon 
biefem 3nftrumenre SBerf mcd)en, wabrgcnpmmen. <£i ift aber biefeö 
eine fd)iblid)e ©ewobnbcit. ©enn, wenn man in gefdjroinben^agagien, 
W eine .banb um bie «nbere werbfelSweife arbeitet, bei) bem ein* unb 
jwctjgtftrtdjenrrt <£, unb beo bem ein* unb jwetjgeftridjenen g, (fiepe 
iic gingerorbnung ber gtore) be» Keinen ginger auf ber Älappe liegen 

m, 



sa £ta9lll.ö«upt|!utf. Von t>er SinQwttbmnQ 

Idflt, unb fit folglich offen fiepalt; fo werten fciefc $dne I>a&urc5 um ein 
Somma, ober ein '•Keunt&eil eincö Xonc$ ju i^od): welct)e$ aber bem ®e< 
lote fein Vergnügen mad)t. gu t)em swengejtridjenen gtf, ©, 21/ 
58/ $>r föabetbaS Eröffnen berßlappenicfcts. 




©a$ III. £atipijluc£ 

S3on i>er gmäerorfcmutä ot>et Stypticatiott/ imfe 

i. §. 

^eit ict) be» bem folgenben £auptftücfe, weldjes Dom 5lnfa$e fjan» 
belt, an etwigen Orten fd)on eine Äentnig ber S'ttgero^nuna 
borauSfefcen mug ; ofcne welche man bie allba gegebenen Svegeln 
ntcfjt würbe au$ü&en fonnen: fo befinbe icf> für nötfcig, bier jubörberfr i>it 
fjingerorbnung/ unb jroar biejenige , ber \d) mid) felbjt bebiene, unb bie 
i$ Ali W öefle fittbe, mitjutbeilen. 

2. §. 

©U «Kamen ber Iwuptto'ne * finb, wie Mannt; C, B, £, & 
0, 31; ö* ** 2)' e f e w^en burd) alle Dctaben wieberbolet. %mtn 
unter i&nen ndmlicf; 3 gegen @, uni (5 gegen #, finb balbe, bie ufert* 
gen aber ganjeXöne. '©te auf ber Slote borfommenbe tiefere Dctabe, 
tft biefemge, in welker man, um fie bon ber bobem ju unterfd)eiben, 
benber Benennung, über bie 58ud)(taben einen ©trid) jufe^en, unbfte: 
bie ctnctejrricJ)enen, ju benennen pfleget. 3n ber folgenben Dctabe 
fe$et man jroeen Striae über bie S8ud)jraben , unb benennet fte : bie 
jtücrgejiy »ebenen. 3n ber barauf folgenben Dctabe feget man brep 
@trid)e über bie 33ud)ftaben, unb giebt ibnen ben tarnen: brepeje* 
^rid)enc. ©iefe 9lrt bie Xöne ju benennen Ut bon ber icutfdjm X<t> 
bulatur, bie bor üllterS bepbem Qlabiere üblid) war, ijjren Urfprung 
genommen. £)iefe lieben Xone werben auf einem ©pfrent bon fünf hinten, 
wctd)eä bepber $löte mit bem © €rf;lüffelaufber jwe»ten£tniebejeid)net 

wirb, 



uub t>ct* Conlettcc bei 4 Slott. 33 

wirb, burd) bie Sftoten borgejrettet; fo bafj t>te Slott tintö XoneS tmmet 
ein« £ime , unb bie 3?ote kö darauf folgenten $oneö kn SXaum tarne* 
kn kfllgr. Sohltet) fte&t t»aö eingefrridjene 25 alö kr tteffle gewo&n* 
lidje $on ber Jlotc , auf tem 9{aume unter kr unterflen ginie. £ier» 
auf folgen t>tc ankrn wedjfelSweife auf krSinie unt> km Raunte, m 
ju tem jwengefrridjenen ©. 3u kn tarukr liegenkn'Sonett, pfleget 
man, wenn fic borfommen, immec eine £inie me&r ju jiekn, unt folg* 
lid) aud) einen SXaum mel;r ju madjen, unl) alfo &ig $u kr augerjreit 
$ok iu krfaken. jtek Xab. 1. gig. 1. 

* 3^ " fnnc f' e beätüfgen fyaupttbne, weil fte juovfT nblid) gcroefen flnb, unb weÄ 
fie fid> auf ticin <Bi>|Tem »on 5 iinien, auf tt>cld?es man bie 9?oten fefit, e()e & 
noef) bm-cf) bic Sßei-fefsuugejeictien twänbci't roirb, als folcfje bavffcffen. 

** 3'cf) *»«&* mich, burd) biefeö ganje Sud), be» Söenennung ber Zone, ber gro« 
fjen bcutfd)cn '}(nfanasbud)flaben bebienen, unb rco eö nötfjig iff, bfe Dctat>« 
morinne fte ftc^en mit ©orten anjeigen. (£s gefd)iefit ff)ei(s ber 25«quem(id)feit 
bes 5Drucf«8 roegeu ; tf>ei(3 um an einigen Orten feine s 23em>irrung nnjutidjteiu 

3- $. 

gwifdjcn kn ganjen Xonen tiefet fiekn |>auptt6ne, liegen nod) 
fünf ankre Xöne, wclck kn 9\aum jiuifdjen tiefen £atiptt6nen in jwo, 
obgleid) an einigen Orten ungerak Riffen tkilen; unb belegen, im 
S8erf;alt gegen kn tarunter ober barükr liegenten ^»auptton, grofje 
okr f leine palk Xöne * auSmackn. &tn wegen tiefer Ungleid)kir 
werten fie auf sweperlet) $rt benennet, auf jaienerien 2lrt im ©cfyreiktt 
angebeutet, unt auf jwenerlen 2(rt, nad) ter reinen Stimmung, angege* 
kn. (Sie erhalten im SDeutfdjen ike Benennung turd) jroo, ten |>aupt* 
tonen angekngete @o!kn : ee oter is; unt werten jwar auf ter Sinie 
oter km 9\aume kt> Jjpaupttoneä; bodjakr, entroeber mit einem <£te 
niebrigung^ ober @rl>6!)ungäjeid)en angeteutet. @tck emer tiefer 26= 
ne einen foalkn Xon unter km |>aupttone; fo knget man tem 23ud)fta* 
kn beS i>aupttonc$ bie <gnl6e: es an; uub fe&et kr 9?cte ein tun* 
t>c& b *oor, weldjeö man ba$ ^rntcbngunge5Pt'd)cn ktitelt. Sie, 
feg krurfad;ct, tag man aUejeitkn (jalkn Xon unter tem ^aupttonc 
greifen mug. 93cp ber Benennung mit ter @nlk: cö leiten taö 2( 
unb (2 eine ^u^nafcme, aiö weldjen nur taö bio§e angeknget wirt; 
unb ber ^atk Xv» unter km ö , kift gemeimglid) nur 5<3. 3l;re 5?e? 
ncunuugcnfinbaifofolgcnbe: ^ce, Jfe, 0eo, %$, X>, ©erlln* 

^ terfd;teb 



3 4 2>«0 1 ! !• öauptfhWf. Pon fcer 5»« gevotbnung, 

terfdjieb biefer ^olbe» Xoncbreitet fid) aßbenn, wennfie unter bie ijaupfr 
töne Permifdjet werbtn, notbwenbig aud) auf bie benben in bernatürli-- 
c^cn @cöla befindlichen balbenXone auö; folglich entfielt barauö nod) 
baö Ceö , unb ^ce ' f« £a&. I. Sig. 2. @oll man aber btnbalben Xon 
über bem -fjaupttone nehmen; fo fc^ct man ber SKote be$ |>aupttone3, 
ein doppelte© ftreuj, ober ©idfiö bor: weldjeS man \><x% iCrf><5= 
^uncf6$eicf>en nennet : unb be» ber Söenennung biefer Sine, wirb bem 
93ud)ftaben be$ #aupttonö bie ©ijlbe: t© angepenget; folglich beiffen 
fte: (£10, 3Diö/ ^»0/ ©iö/ 2lt0. |)ierju gefeHen fid) nod) au£ obU 
gen Urfacben lai £i& unb ^10. f. Xab. I. gig. 3- 33or bem giö unb 
@iö beftnbet ftdj guweilen etn tjro^ed einfache© j&rcu$, f. Xab. 1. 
ftig. 3. bie Pierte unb neunte 9?ote. £>iefe£ er&obet bm f)auptton um 
jroeen f leine balbc Xone: unb weil berfelbe alöbenn fd)ort um einen balben 
Xon erboset ifh fo bebienet man fid) iieftti entfachen ^reujcS/ um nidjt 
Sßerwirrung anjurid)ten, unb jwen boppelte Äreuje por eine STlötc ju 
fefcen, ©er erfte berwanbelt fid) fowoU auf bem @laPiere al$ auf ber 
glöte inö ©/ unb ber jwente ins £). golglid) fönnte ber erfte © ft$, 
unb ber swente SD eis genennet werben: »eil meines 5Biffen3 nod) feine 
Benennung babon befannt ifh 2Benn aber ein $auptton um jween f leine 
Jalbe Xone erniedriget werben foU/ wie be» bem 55 unb @g juweilen 
Porfommen fann: bmW man nod) fein eigenes 3eid)en fefrgefc&ef. 
€inige @omponiften bebienen fid; be» biefer ©efegenbeit attftatt jwener 
runben b, eines etwaö gr66ern runben b. 3>iefe Xone werben auf ber 
glöte wie ber unter bem erniebrigten balben Xone beftnblidje JbaupttDii 
gegriffen/ als 58 wie 5t, unb £ö wie 35. ©afern lie Xonart erfoberr, 
bafj einer ober ber anbere ^auptton/ beftanbig erniebriget obeterbobet 
werbe: fo werben jur 58equemlid)feit bcö @d)reiben$, ba$b, unb ba$ 
ifreus, 9l«id) ju 5lnfang be$<©tmfeg, im erften ©»ftern, bor bie £i. 
nien ober SWume gefegt, weldje ju erhoben ober ju erniebrigen finb. 
©oll einer Pon biefen erniebrigten ober erbobeten jpauprtönen / wieber in 
feine Porige ©teile gefegt werben, fo bebienet man ftd) eineß gewiffen 
Seid)enö, weld)e$ man t>aö b qtiat>rat, fc>ae ecftCfte b, ba&VOie* 
Sermfung65Ctcf>en / ober aud) f weil eö einen Perfekten fyauptton 
wieber an feinen Ort fe^et, baö Ä>tet)erl)er(JcUunCf05etd>cn, nennet, 
unb weld;e^ alfo geftaltet ifi: f. X. XXI g. 3. ben swenten Xact. 

* <£t ifi roafjr, bie Benennung ber großen unb ffeinen fialben Vonc, fd)cint «int-- 
gen ©iberfpruef; in fid) ju entgolten. Denn jtveen tyeik eine» ©niijen, meld)« 



unb i>ev Honkitev bcv Slotc, S5 

ficf) nicf>t öofffommen gfcicfj finb , unb beq benett bie Leitung niefit getrabe auf» 
gef)t, fonnen im genaueren Sßerffanbe nicfyt Hälften genennet Werben. 3njrct= 
fcfcen ift boef) biefe Benennung feit fangen 3 c ' te11 etngefüfjrer: unb icfj glaube, 
bafj icf; o&ne biefefbe nicf)t fo (eicfjt roürbe »erlauben nwben. %d) 6offe affo, 
fcafj man biefe fleinen toermennfen Unbingcr fo lange roerbe mit burcf)fcfj(eicf)en 
lafjen, bi«s eine genauere unb beffimmtere ^Benennung roirb affgemein tvorben feint 

4. §. 

5Bie nun alte Hefe £öne auf ber $lfct gegriffen werten muffen/ fcte« 
fed fanit man auö ber erften Tabelle, unb berfelben i. 2. 3, gigur erfeljen. 
SSep §ig. 1. finb bie #aupt* ober biatonifd)ett £one; bei) gig. 2. bie 26* 
ite fo burd; baö runbe b ; unb bep $ig. 3. bieSone fo burd) iit Äreuje 
«ngebeutet werben, unb welche mau d)romatifd)e unb enbarmonifdje neu» 
«et, anjutreffen, £)ie Biffern fo fid) unter ben flöten beftnben, jeigen, 
wie fdm im irrigen Jjauptftücfe gemelbet worben, bie ^nger an, wel* 
d)e bep febem Soiie bie erfobertidjen £6d)er bebeefen muffen. 2Bo, an» 
flatt ber Siffern, auerftrid)e flehen, bleiben bie £ 6cr)er offen, ©er mit 
7. unb 8. bemerfte flcine ginget eröffnet bie i&m juge&örigen klappen, b« 
wo bie Siffer ftej>t; wo aber ein @trid> beftnblid) ift, U$t er fie unbe* 
rübrf. 5öcnn auf bai jroepgcftridjene |h3 H$ @i$ folget, f. 2ab. I. 
§ig. 3. barf man nur btn fünften Ringer aufgeben; fo wirb baö @iö boK» 
fommen rein. £>iefe$ |)ig fann man aud) bei) anbern ©rtegenfjeiten niit 
iem 2. 3. 4. 5. unb 7. Singer nejjmcn, unb bat erfte £od) (jalb bebeefen. 
SDod) ijt ba£ erfte beffet aU ba$ ledere. «JKan barf (id) alfo nur bep bet 
in biefer £abeu*e abgejeidjneten 3löte, bie Siffem, weldje bep jebem £0* 
d)e (frjjen, bemerfen; fo wirb man gleidj fe&en tonnen, welche ginget/ 
fcep feber 9Me , muffen gebrauchet werben. 

©oflte bas brengeffriebene 5 bei; 3'3< *. nic^t roiffig anfpredjen, fann man bas 
fünfte ioef? fjalb bebeefen. 

Vai brengefrricf)enc orbentficfje €iö ben 5''3« 3« mit bem 2. 3. 4. unb 7. 5mg« 
iff ein roeni'g ju fjod}. QJebecfet man aber bas erffe iocf> f^tfb ober nimmt bas 
gebadjte (Eis mit ben 2. 3. 4. 6. unb 7. ginger; fo i|l eö rein : boef) ftnbct biefer 
©riff nur beo (angfamer Seroegung ffatt. ©as aufierorbentfidje brei?geffrtc6> 
ne£ii3, ben meinem äffe i5cf>er offen bleiben, ift hingegen ju tief: roeSroegen 
man hie 3'&te auSroärtS treten muf . 

5. f 

?0?an wirb ^terau^ arfo erfe^en, baö bie burd) baö b angebeutetett 
Xöne um ein Äomma Jo^ec finb, afö wenn ftc mit im Äreuje gefdjrieben 

€ 2 werben. 



36 Bas III. ^auptjlüdr. Von fcctr SinQttctbnwq, 

werben. Solglid) muffen bie jwifdjen SD unb £, unb bie sroifd^en © 
unb 51 liegenden £onarten, wenn fie bie fteinc Xcrje bet) ft'd) fcaben ; unt> 
W swifcfyen e unb ® licscnt>e , wenn fie bie grofje ben fid) 5«t, alö wel* 
dje juweilen mit itm b, juweilen mit bem $reuje gefdjrieben werben, auf 
unterfd)iebene SJrt gegriffen werben/ fo bafj £>eö um ein £omma &o&et 
iji alö Giö; ®i um ein Äomma bojjet alö Stö; unb 3lö um ein £omma 

jwber alö ©iö. 

6. §. 

einige Xone fonnen üuf mejjt alö eine 3irt gegriffen werben. 
3. <5. Saö brcpgeflrict)enc Q unb S fann man auf breperlep 9irt ne&# 
men, f. <£a&, I. gig. 1; btö jwepgeftricfjene 93 auf jweperle» 2lrt, 
f. gig. 2 ; baö ein» unb jwengtfrricjjene $iö, unb baö brepgeftri^ene @iö 
auf derlei) 5Irt, f. <&&. I gtg. 3. Sie erftere 3lrt bleibt allejeit bte 
gewöhnliche unb gemeinfte : ber jroenten unb brirten 2trt hingegen bette* 
net man fid) au&erorbentlid-jer SEBeife, um gewiffe ^)affagien leid)ter unb 
bequemer fielen ju tonnen. 3. @. ^Sollte man in ben ^affagiett 
f. Sab. IL (a) fid) beö orbentlid)en 93 bebienen ; fo würbe foldjeö, wegen 
beö babei) borfommenben 9lö unb @, einegroge@d)Wierigfeitberurfadjen. 
tftimmt man aber baö 93 auf bie auj$erorbentlid)e SBeife ; fo fann man 
biefelbe <$3affagie , in ber größten ®efd)winbigf eit, rein unb beutlid) ber» 
ausbringen. 3u ben fpringenben SRoten <S @ unb 25 @ beo (b) i(r 
bie iwepte 3lrt bom Q, leidjter, alö bie erfie unbbritte. 33cp (c) pingegen 
ijt bie brttte 5lrt bom @ letzter, alö bie erfte unb jwepte. €ö giebt glo» 
ten, welche biefeö <5 nod) auf eine anbere 91rt, ndmlid) mit bem britteit 
ginger unb ber Älappe angeben fonnen. ©iefeö ift febr bequem, wenn 
man etliche, ftufenweiö auf* ober abfreigenbe Sftoten, in ber ©efdjwin/ 
bigfeit ju fpielen bat , ben benen baö 93 6 unb 35 in ber £»&e borfora« 
men, Sie ^Jaffagie bep (d) würbe in ber ®efd)»inbigfeit mit bem or* 
bentlid)en @iö nid)t fbnnen perauögebrad)t werben. Stimmt man aber 
bie jwepte 5lrt, fo ift fie ganj leid)t. 93ep (e) fann man taS 55 auf 
bie jwepte , unb ben ( f ) auf bie britte 9(rt nebmen. 93ep (g) fann man 
bcr> ben erjten bren Figuren baö 93 mit bem 1. unb 3. Singer; bct> ber 
bierten gigur aber/ mit bem 1. 3. 4. unb 6. Ringer nebmen; unb ben 
SDinb jum 93 ein wenig mafjigen: weil eö fünft ju t>od) ift. tyflan ber* 
fudje baö föegentbeil; fo wirb manftitben, bagbiefe 2irt bon ^affagiett 
mit ber ge»c|>nlid)en gingerorbnung nidjt berauöjubringen finb. 

7. §• ®i<(* 



unt> bct (Cönfa'tei* t>ei* 5töte. 37 

7. §. 
©iefe wenigen Stempel Fonnen su weiterer Unterfudjung 3(nlag 
fleben. SDJan muf? nur allejeit auf bie 53ermifd)ung ber 9?oten 5ld)t ba* 
kn, unt) alSbenn biejenige 3lrt ber gingerorbnung erwäblcn , roeld)erce< 
gen Bewegung ber |>änbe bie rocnigften finget erfobert. j. €• Sollte 
man in ber ^agagie ben (a) ba$ 58 auf t>ie orbentltdje 5lrt nehmen; fo 
würben bom @ ju 93 fcdjö , unb t>om 215 ju 95 Pier Ringer in ^Bewegung 
gebraut. Stimmt man aber buS 25 auf bie jwcpte 9lrt, fo ffemmt foraobl 
bep bem erften aW le&ten nur ein ginger in «Bewegung: folglich §at man 
baburd) ben ber ©efdjwinbigfeit einen großen Sßortbcil. 9J?au unterfu» 
d)e bie übrigen ^ajjagien, ben(b) (c) (d) (e) (f) (g) fo wirb man 
biefelbe 33equemtid)feit ftnben. 3>a3 swet>te ober augerotbentlid)e gi£ 
wirb mehr in langfamen unb cantabeln / alö gefd)winbcn ©ängen gebrau* 
d)et. «9?an trift e$ oorne&mlid) an, wenn folcfje Slottn, f. Xab. IL 
(h) ober (i) fie mögen fteigenb ober fallenb femi, auf einanber folgen. 
SDenn ba$ orbentlidje %i$ ift auf ber^lbte, foroobl gegen baS@i$, al$ 
iaü € mit bem ^reuje, ju tief. ©iebt aber bie glbte biefeö §i£ obne 
klappe ntd)t an, fo mu§ man W groge klappe baju aufmadjen, unb 
ben 'SSJinb madigen, tfflit biefem augerorbentlidjen %i$ mug man , wenn 
man e$ einmal bat biren lagen, fo lange fortfahren , aU ein<Stücfin 
ber Xonart € bur, @iSmoE, gtämolt, ®iö moll, £bur, unbgiS 
fcur bleibt. ?Wan barf an bergleidjen ©teilen nid)t, balb la$ orbentlidje, 
balb b<x$ aufjerorbentIid)e gi$ nehmen. 5lenbert ftd) aber bie Xonart, 
fo ia§ baö ©iö inö © oerwanbelt wirb, fo mug man l>aö orbentlid)e giö 
wieber nehmen, unb eö $um erftenmale etwaö 66ber al$ fonft angeben, 
$\$ H$ ®e&or begeben wieber gewohnt wirb. 

8. §. 

©ie Urfadje welche mid) veranlaget fiat, ber §f6te noef) eine #fap* 
pe, weldje borütn nid)t gewefen iffc , binjujufugen , rühret bon bem Un* 
terfd)iebe ber großen unb fleinen falben 'tbne ber. SÖenn eine «Kote auf 
eben berfelben ftnie, ober auf eben bemfelben 3wifd)enraume burd) ein 
$reuj erbtet, f. Xab. II. (k), ober burd) ein b erniebriget wiro, f. (1)» 
fo beftebt ber Unterfd)ieb jwtfd)en biefer unb bem |>aupttone, auö einem 
fleinen jjalben tone. 5ß3cnn hingegen eine 3Me aufberfiuie, bie an» 
bereaber eine S5tufe bober ftebt, unb burd) ein b erniebriget wirb, f.(m): 
ober wenn eine 9Me auf ber $inie ftebt, unb burd) ein ^teu& er^bet 
wirb; bie anbete aber auf fcem gwifdjenraume, eine (Stufe b&fjer. ift, 

€ 3 «HD 



38 Das III. *3auptfiu& Don t>er SinQtxovbtmnQt 

unb natürlich bleibt, f. (n) : fo betragt ber tlittcrfcf;tet) jwifdjen biefert 
bepben ütoten , einen großen falben Xon. SDer grofk {ntlbc Xon bat 
fünf Äommata, ber fleine aber jjat beren bier. ^olgttd» muß <2ö um ein 
ßomma p5f>er fepn alö S5iö. Jg)4tte man nur eine floppe auf ber %lbtt, 
fo müßten bepbe baß @$ unb baß £>tf , wie auf bem @labiere , ba man 
fte auf einem 'Safte greift , fdjwebenb geftimmet werben : fo tag weber 
baß €6 su bem 93, alß öutnte t>on unten; nod) baß X)ißm bem$, 
aU grojje Xerje bon oben, rein ftimmen würben. Um nun biefen lln* 
terfd)ieb ju bewerfen, unb bie $öne in i(>rer SSerpdltnig rein ju greifen, 
war nbrpig , ber §;bte nod) eine klappe ptnjujufügen. £)iefem ju golge 
werben bie falben Xbne, fo baß b gegen bie |>aupttbne machet , anberS 
gegriffen, alß bie, welche burd) baß Äreus angebeutet werben. 3-®- 
&aß eingefrrid)ene 95 wirb anberS gegriffen alß %iß ; baß jwepgefrrtdjene 
(2 anberS, al$ £>\ß; baß swepgefrrtd)ene £)e$ (bep welchem bie %lbte 
auswärts gebrepet wirb) anberS alß @i$; baß $tß anbetß alß <£; baß 
jwepcjeftrid)ene ®tß anbetß, al$ giö; baß jwepgeftridjene %ß (mit ber 
t leinen klappe) anberö, alöbaficlbc @iö( mit ber großen klappe); baß 
brepgeftrid)ene @e3 anbcrS, alß baß sroepgcftridjene £, u. f. w. kß ift 
jwar wapr, biefer Unterfd)ieb fann auf bem üHabiere, wo man allebtefe 
X&ne, bie pier unterfd)ieben finb, auf etnemXafte greift, unbfid) nur 
burd) bie <5d)webung berfelben pelfen mufj, ntd)t gemadjt werben. £>em 
ungeachtet aber, ba er bocl) in ber v 7catur ber <£&nc gegrünbet ift; ba 
ipn langer unb 93ogeninftrumentiften, opne ?0?üpe beobachten f&rinen: 
fb ift tß bittig, benfelben aud) auf ber $!6te anzubringen; weld)eö ebne 
bte iwepte klappe nid)t gefdjebcn fann. SEBer baß mufifalifdje ©ebor 
red)t inö ^t\m bringen will, bem ift eine (grfenntiiifj babon n&tjjig. 
SBielleid)t wirb mit ber 3«t <*"d) to 9cu$en babon nod) größer. 

9- $• 
Ungeachtet id) ben ®ebraud) biefer jwo klappen fdjon bor etlichen 
unb jwanjig Sapren befatmr gemacht fcabc; fo ift er bod) biöber nod) 
nid)t allgemein worben. Sßietleicrjt baben ntcfjt alle ben yiüfrn babon 
eingefepen: bielleid)t paben fte ftd) eine grofje ©djwierigfeit im spielen 
babcp borgeftellet. 9Beil aber bie trumme klappe ju md)tß alß benett 
Xab. II. (q ) beftnblid)en bier 9?oten, wenn ndmltd) ein Äreus babor fte^t, 
gebrauchet mtrb; bie fletne piitgegen, ju allen übrigen, natürlichen, er# 
popeten ober erniebriflten Xonen, tu welchen nur fonft eine klappe n&» 

tpifl 



unfc bet Honleitct betSlote. 39 

t&ig ift, bienet: fo wirb man fc^enF6««ctt, ba$ tiefe einge&ifoete<5d)wie' 
rigfeit nidjt Piel auf ftd) J>at. 

10. §. 

©afj bie frumme klappe oben auf, in geraber ßintc mitten £6* 
djetn ; tie Heine klappe a&er gletd) baneben , gegen ben fleuien Ringer 
gefeeet werben muffe ; wirb man au$ ber, in ber erften Tabelle abgejeid)» 
neten Störe, erfe^en ffcnnen. «Spielet aber jemanb ImH, fo muß bie 
krümme Don ber großen Etappe auf bie anbere Seite gc6euget, unb bie 
fleine klappe aud) bafiin gefcljet werben: unb jmarfo, ba$ man 6ct>bc 
Wappen mit bem fleinen ginger bequem erreichen f&rtrtc; tß fei? auf ber 
einen ober ber anbern (Seite. 2)e6rcegen mu§ ber Jj)afen t>on ber frum» 
men Äfoppe ntrf)t ju lang feim, fonbern nurfo, baf? jwar bie frumme 
klappe faft bie breite eineö fleinen ^ingerö langer fci> , aiS bie flcine; 
nicf)t aber bor berfelbenPorjtefce: bamitman bie fleine nieberbrücfen f6nne, 
ö|me iit frumme ju berühren. «Jftadjet man aber iit frumme klappe mit 
jroeen .jöafen, wie bie (5 Etappe an bem J)oboe; unb fefjct auf ber an» 
bern Seite audj eine fleine klappe: fo fann eine fold)e §löte, Pub 
einem jeben, er fpiele redjtö oberlinfö, gebrauchet werben. 

11. §. 

Um Ik J?6cf)er bei) ben jwo klappen rein ju ftimmen, mujj man ju 
ber f (einen / bieder je ©, unb bie £minte 33 Perfudjen: f. Xtö- II. (o) 
unb ju ber frummen la$ .£> unb grä, ju welken biefeö T>\$ bie grofje 
^erje maefot, f. (p) 

12. §. 

SBeil bie gingerorbnung auf ber gl&te rraPerft'ere Piel 3{e&nlid)feit 
mit ber auf bem £oboe Ijat: fo glauben biete , baf? ein jeber, ber im 
^>oboe fpielet, bie %lbtt traPerft'ere Pon ftd) felbft erlernen fi>itne : unb 
bajjer fümmen fo Piele unrid)tige Drbnungen ber Ringer, unb ungefdjifte 
5lrten be$ Slnfa&eö. ©iefe benben Snfirumente aber, ftnb, wie jeber 
leid)t abnehmen fann, ifiren ©genfdjaften nad) gar fe&r Pon einanbec 
unferfdjieben : man mufj ftd; alfo burd) t>a$ angeführte Sßorurtjjeil , nidjt 
perfü&ren lafien. 



©a* 




4<? 3D<*e IV. öauptjtutf. 

©tö IV. ^>auptftücC. 

SSott bcm Slnfaee, 

(Embouchure.) 

i. §. 

|ie ©tructur ber gl&te Ijat eine 5le&nlicr)feit mit t>cr guftr&lJre ; un& 
bie 35ilbung beö <£one$ in ber fSl&te, ift ber SSilbung beö Xoneö 
in ber menfd)lid)en 2uftro|Jre ä^nlic^. Sie 9ftenfd)enftimme 
wirb burcf) taö Herausflogen ber guft auö ber £unge/ unb burd) bie «8e* 
wegung beö $opfeö ber guftrb^rc geroitfet. >Die Perfd)iebene «Stellung 
ber XfoeilebeS^unbeS/ alöbeg ©aumen, beögapfens, ber fangen/ 
ber gct&ne , ber £ippen, insleid)cn aucf? ber 9?afe, machet, bog berXo» 
auf betriebene 2lrt/ entweber gut ober fd)led)t, Derborgcbradjt wirb. 
3Benn man bie Deffnung ber 2uftr6l)re, oermittelft ber im gejj&rigen 
sjftusfeln erweitert/ unb alfo bie fünf Knorpel, aus welken ber^opf 
ber £uftt6&re befielt, unterwärts siebt; wobei) gebadjter Siopf jugleidj 
etwaö furjer wirb: wenn man ferner babci) bieguft etwas langfam a\x$ 
fcer ßunge berauö ftbgt: fo enffte6t barauö ein tiefer «So»; welker beflo 
tiefer i(t, ie me&r ftd) bie Deffnung ber gufrrobre erweitern lägt. SSBenn 
man hingegen bie Deffnung ber guftrö&re burd) Hülfe anberer bterju be* 
frimmter^uöfcutsufammenjicbt, unb bie oben gebauten fünf Knorpel 
be$ Sopfeö berfelben ftd) fofglicl) in bie $b$t geben , woburd) bie £ufr&bre 
etwaö enger unb langer wirb ; wenn man jugleid) bie Suft mit mehrerer 
©efdjwinbigfeit oxA ber fange berauö treibt: fo entfte6t barauö ein bo&er 
<£on: unb je enger biefe Oeffnung wirb/ ferner ift ber Xon. SBenn 
man bie gunge an ben ®aumen brutfet ; ober wenn man bie 3äbne ein* 
beifkt/ &<*& fcer ^ Ullt) nt d;t genug geöffnet ift : fo wirb baburd) ber Xott 
toerbinbert/ unb nennen bajjer bie Hauptfehler bes (Singend, nam.id) bie 
fogenannte ©urget* unb SJlafenftimme ibren Urfprung. 

5luf ber %\btt wirb ber Ion burd) bie Bewegung ber Sippen , ttadj* 
bem man biefelben / ben ber Her*uöftofmiig fces SSinbeö in \>a$ SWunblod) 

ber 



Von fcem SfnfaQe. 41 

ber %bte, mefc ober weniger jufammen sieht, gebift>et. Der*Ühm& 
un& feine X&eile aber f&nnen ebenfalls feen 'Jon auf bielerlep 3irt Perrfn* 
fcern. WIM bat fid) alfa babet) ebenfalls t»on alten ^icc möglichen 3e&* 
lern, weldje weiter unten angejeiget »Derben follcn, «u {tüten; iamit 
man nid)t au$ bie obengemelbetc» gebier einiger ^enfdjejiftimmeit 
ttad)a&me, 

3. $• 
Ueber&aupr ift auf ber gt&te ber Ion (fonus) ber aflergefaHigfre, 
welker mebr einem ßontralt alö Sopran ; über weldjer beneu X6nen 7 
bie man bei) bem 3)JcHfd>cn bie SSruftfrimme nennet, dfmlid) ift. Sßlatx 
mufj fid), fo t>ie( a(3 m5glid) ift/ bemtiben, benSon berjentgen gloten* 
fptelerju erreichen , welche einen gelten, fdjueibenben, btefen, runben, 
ttta'nnlidjen, bod)babep angenebmenXon, au$ ber %\bu ju jiejjen wifjen. 

4- §■ 
Zieles f6mmt ba5ei) auf baö Snftrument felbft an; ob foldjeS and) 
wegen be$ XoneS bie gehörige 5le&iUid)feit mit ber gttenfdjenftimmc in fid) 
fcat. ge&lct e$ hieran; fo ift fein gö?cnfcr> Pcrmfcgenb, burd) bie ®efd)if* 
lidjfeit ber Sippen , ben Xon ju Perbeffern t fo wenig ein guter «Sänger 
feine fron 9?atur ^d)kd)tc (Stimme fd)on machen fann. einige gtöteit 
geben einen ftarfen unb biefen; anbere einen fd)wad)en unb bünnen Xott 
Pott ftd). Die 0tärfe unb .fjelligfeit bet> XoncS rübret bon ber 23efd)af* 
fenbeit be$ |>ol$e$, wenn e$ nimlid) bid)t ober compact, Part unbfdjwec 
ift. ©er bief e unb ma'nnlid)e Xon rübret Pon ber inwenbigen SBeite ber 
glote , unb Pen ber propertionirlid)en Dicfe beö £oljeö ber. Der bünne 
fd)wad)eXottentfpringtbonbcm©egentbcUe ; wennna e mud)böö^>Dfj poroJ 
unb Ietd)t,ber inwenbige 33au ber $(6te enge, unb bie gi&te fdjwad) PonJjoise 
ift. Die Steinigfeit ber Octaben rübret nur allein Pon bem inwenbigett 
93aue ber; weld)er \<tod) and) jur <Sd;6n&eit unb 2lnnebmlid)reit bei 
XoneS Piel bei)tra'gt. 2Ben» bie glote ju febr Perjünget jugebt j fo wer* 
ben bie jjp&en X6ne gegen tk tiefen ju ^od). 3fr aber bie mroenbige 
SBeite $u wenig Per junget: fo werben bie boben Xone gegen bie tiefen ju 
tief. £)a$ Wlnnbiod) mug ebenfalls gut gefdjnitten fepn. Die reine 
©timmung Pon einem Sone jum anbern, f&mmt auf einen feilen unb 
fiebern Slnfafc, unb auf ein gut mufifaiifd) ©eb6r an ; aud) ba$ man bie 
S3crbältnij3 ber $6ne wo&{ Perfrepe. 2Ber ber» biefer Srfeuntmjj bie gtbte 
aud) juglcid) gut fpiclct, ber ift im ©tanbe, eine gute unb reingeftimmte 
Störe tu madjen. 5S5eil aber biefeö ben meijten 3lotenmad)ern fe&let: f» 

i i|l 



4* 3Dae IV. *5aupt|ru#. 

Ül t$ nidjt nur was rareö , einet guten $lbte babfiaft &u werten ; fonbern 
<»ud) bcibutd), 6ep bfterm Spielen, tin flutet ©eljbr ju erlangen. @$ 
ift bemnad) ein grojjer 93ottbeil für einen glbtenfpieler, wenn berfelbe bie 
einfielt fclbft glbten ju berfertigen, ober wenigfrenS abjufrimmen, beftfcf. 
€ine neue glbte fdjwinbet burd» boä Sölafen jufammen, unb beranbert 
fid) mebttnt&eilö an ijirem inwenbigen 93aue; fofglid) muß fte wieber nad)# 
getötet werten , um bie SXetnigfeit ber Dcraben ju erhalten. 5Dlan Ijat 
bor alten Seiten eine irrige sjftemtung gejjabt, wenn man geglaubet, t>a§ 
nur ein fd)ledjter, nid)t aber ein guter Spieler ein Snfttument berberben, 
ober burd) t>aS SBlafen falfd) mad)en fbnne: ba bod) H$ £olj fome&l beo 
bem einen, als be» bem anbern fid) beränbert; man mag ftarf ober 
fd)wad) , bie Jbne rein ober falfd) fpielen. Ueberbaupt bat eine augge* 
fpielte glore, in fofernfie an fid) gut, unb rein abgefrimmet ift, afie* 
jeit einen Sßorjug bor einer neuen. $at nun Jemanb eine glote bon allen 
&ier erjatyren guten €igenfd)aften ; fe ift er giiif Jid): benn (in mttö unJ> 
rein gejtimmteö 3njtrument ift t)alb gefpielet. 

5. §. 
Defterfl aber liegt eö bem ungeachtet mebr am Spieler als am Sn» 
flrumente. SBenn biele ^Jerfonen, einer nad) bem anbern, auf eben 
bemfelben 3«fttumente fpielen; fo wirb man ftnben , bajj ein ieber einen 
befonbern Jon, fo jidj bvn anbern unterfcfyeibet, berborbringt, SDtefcö 
aber rfi&tet alöbenn nid)t bon bem Sttftrumente , fonbern bon bem ber e$ 
fpielet, ^er. «Dfancfjer beft$t bie ®abt fowfyl bie Stimme als wi) lit 
(gpradje anberer SWenfdjen nad)sumad)en. «SJenn man eö aber genau 
unterfudjet , fo ftnbet man bennoer) ; baß e$ nid)t bie «grimme fclbfr, 
fonbern nur eine 9tad)a&mung ift. £ierauS folget, la§ foroo&l eine be* 
jbnbere Stimme , alö aud) ein befonberev Jon auf SttiTrumenren , in ei* 
nem jeben 3ttenfd)en bon 9Jatur liegen nru(je, weldje er nid)t vjänjlid) ber* 
anbern fann. 3er) wiß nid)t in Stbrebe fenn, bafj man butd) bielen %lti$, 
unb genaues Slufmrrfen, ben 'Jon anbern, un& bie 3le&nlid)feit mit bem 
Xone eineö anbern in etwas erlangen fönne; jumal wenn eö gleict) bom 
anfange gefdjtefjt; £>od) wetf id) auö eigener @rfa&rung, bag wenn 
aud) wo ^Jerfonen btele 3ajjre mit einanber fpielen, bemioci) beS einen 
fein 2on bott bem anbern immer ttma# urttctfdjieben bleibt. ©old)e^ 
K%et fid) nid)t nur bep ber ^(öte allem; nid)t nur ber) allen Snftrumen« 
ten beten Jon burd) ben Slnfafc unb ben ^Sogenftttd) t)eroorg?brad)t wirb : 

fonbern 



fonbetn aud) fo gar ber Glabicpmbal unb bie Saute ftnb Mtttt md)t aus« 
flefd;lojfen. 

6. $. 
@3 wirb ein feber erfahren, fcag matt ben Slnfafc auf ber %lote mdjt 
atkseit ü&cmn, unb gleid) gut bat; fo»t>crn ba$ ber Xon immer einmal 
bellet unb angenehmer ijr, all? t>aö anberemal. 53iSweilen anbert ftd> 
Der Xon in wabrenbem «Spielctt, wenn bit @d>drfe beö SXanbeä Pon bem 
sjftunblod)e / auf ber Sippe, einen tiefern (Einbruch gemadjet Jjat; W* 
weilen anbert er ftd) nidjt. lötcfcö rühret alfo fron ber 53efd)affen&eit ber 
Sippen ^er. SDte SBitterung, flcnjtjTc @peifen unb@etranfe, eittein= 
nerlidje |)iee , unb anbete ,3uf<fUe mebr, fonnen febr leid)t bie Sippen 
auf eine %tit lang Herberten; ba$ ftc entweber ju &«rt, ober ju wetdj, 
ober aud) aufgefdjwollen ftnb. 33ep biefen Umftdnben ift weiter nid)tg alö 
bie ©ebulb, unb Sßermeibung berer £>tnge, fo gerinne fd)4blid) fepn 
tonnen, anjurat&en. 

7- §. 
«Jttan fantt alfo fcierauS abnebmen, bafi tgttint leidjte @ad)e fep, 
bom 5tnfa^e gc.ytfje unb beftimmte Regeln tu geben, gftandjer befömmt 
folgen burd) eine natürliche gcibigfeit ganj leicht; mancher mit bieler 
2)?iibe; mancper faft gat nidjt. 2iuf iit natürliche 53efd)affenbeit unb 
baS @ewa<i)ö ber Sippen unb Sa'bne fommt bietbep Piel an. SBenn bi( 
Sippen febr bicf , bie Sdfme aber furj unb ungleid) ftnb; jo Perurfadjet 
foldjcö Diel @d)wiet igfett. £>em uttgeadjtet wtU td) mid) pemüpenbaoon 
fo Piel $u fagen , alö moglid) ift. 

s. §. 
SBenn man bie fititt an ben gflunb feßet, fo jie|e man erft bie 95a 
cfen ein, bamit bie Sippen glatt wetben. hierauf f e & e mn *it Ober* 
lippe über ba$ sjftunblod), an ben SXanb befjelben. Sie Unterlippe bru= 
cfe man an bie obere; unb jiebe bie untere aläbenn Pon oben an bem 
Sttunblodje berunter , bi$ man fublet, bafj ber unterfie SKanb beS Üttunb« 
lod>eö fafi mitten auf bem Stützen ber Unterlippe fid) befi'nbet ; unb bai 
£odj, nad)bem bie Slote Porber Pon ber Oberlippe etwa$ abgewenbet 
worben, bon bet Unterlippe bal6 bebecf et wirb, £>ie ßuft mufj, im SMa* 
feit, balb in baö ?WunblDd), unb (>alb aber bafelbe weggeben; bamit bie 
@d)ärfe beö «IHunblodjeg UtfeVx jerfd)neibe: benn eben fcietburd) wirb 
ber ^lang Perurfad)ct. 3Benn aber la$ 2od) ju weit offen bleibt; fo 
wirb UvXw iwar ftarf, aht babep unangenebm unb5öljent; bebedet 

3 z matt 



44 £><*ö IV - ÖÄUptjlucf. 

man t$ hingegen mit bet Unterlippe m biet, unb &a'tt ben ßopf baBel) 
«id^t i» bie i)6pe; fo Wirt» t>cr <£on ju fd)road)/ unb nicr)t kU genug. 
S5a$ aßjufefte 3ufammenbrucf en i>er £ ippen unb 3<ikte machet ben X"» 
Üfdjenb; burd) t>aö ükrfWftge 2iu$bepnen b<ö 50?u«&eö tinb ber&e&le 
wirb er bumpffo 

9. $. 

25a$ &inn unb bie Sippen mmlen fid) tm 93Iafett Bcflifnbt^/ n«d) 
bem Sßer&alte ber freigenben unb fallenden 9?oten/ bor* ober räcfwärts 
bewegen. S8on bem swepgeftrid)enen 35 an, biö anbaS eingeftricrjenc 
55, mfifen bte Sippen nadjunb nad)jurmf an bte 3^ nc gejogen, unb 
ber ^tp^en Deffnung etwas langer unt> weiter gemacht werben : bamit 
man in ber liefe einen bicfen unb fdweibenben Xon krauö bringen fotinc. 
9Son bem jwepgefhie^enen 35 btö in la$ brct)geftrid)ene 35/ mufj bat 
JRinn , unb knbe Sippen, nad) unb nad), borwartö toon bcn gafmen ah 
gefdjokn werben; boct) fo, ba)j btc Unterlippe gegen ber Dkm ein wenig: 
borfte&e , unb bie Deffnung ber Sippen etwas fdjmalcr unb enger werbe. 
5D?an brücfe iie Sippen akr «id>t ju feft auf einanber; bamit baS 3i|'d)en 
ber £uft ntd)t geboret werbe» 

10. f. 

3öer fek bicfe Sippen pat, ber fyut wpftf, wenn erben 9(nfa£ 
um ein flein wenig mepr auf ber finfen @eite fudjet; wd)t aber ganj 
mitten auf ben Sippen: benn ber SÖJinb kfommt alSbenn mejjr ©cf;drfe, 
wenn er jur finfen beö SÄunblodjeä in ben SBiiifd gekaut wirb ; wie 
foJdjeö bie Srfaprunakffer, all man eö kfdweikn fanu, jeiget. 

11. §. 

3dj wiH eine 9ftd)ffcr)nur geben, wiebiel man kp einer jeben Octabe, 
laß $inn unb bie Sippen surücf ju jiekB/ ober twrroartS jufdjiekn 
W- 9ttan betrachte ba$ akiejeidwete Sftunblod) (Emboucbure) 
f. $a&. II. $ig. 2. roeldjeS jugfetd) bie gehörige ©i6ge, fu eS auf ber glöre 
jjakii mufj, barfreUet. 3n bemfelknwirb man frier Clueriinien erblt* 
den, Sie jweijte Sinie fron unten jeiget bie glitte, unb wie weit ba$ 
gflunbfod) , ju bem jwetwffridKiten 35/ mit ber Sippe kktfet werben 
mii$e. 35k unterfte Sinie weifet/ wie weit man bcpbe Sippen auf bem 
«KunModje jurfief jiekn muffe/ wenn man la$ eingeftrid)ene 35 angeben 
»itt. 35ie t>titte Sinie jeiget/ wie weit man bie Sippen au bem breiige* 
fhidjenen 35 twrwdrtä ju fdnekn bak, Unb bie Pierte Sinie, wo ber 
3wifd)enraum nur N«> fabiel betraft / lehret, wie weit man bie Sippen 

ju 



Von £>cm ^rtfatje. 45 

jfu beut t>tet)gejlridjenett @ nod) weitet PorwartS Rieben muffe , «lg tS 
fonfr junt bret)geftrid)enen 05 notbig ifr. 55ie Deffnung beö g^untHo^c« 
bleibt alöbenn ni<^t ^r6get, als (Her ber Staunt jwifc^ett berbierten gtnic 
unb bem Mittel autfweifet. SBeil bie Bewegung ber Sippen burd) eine 
DctaPe feine grofjere 2Beite einnimmt/ alt tct 9faum $wifd)enben {jier be* 
ftnblid)en Linien ausmalet: fo tft aud) tttd)t möstic^, bie ba$wifd)enPor* 
fommenben fed)S X6ne , mit eigenen glitten $u bejeidmen. man mufj 
jbld)e Pielmebr burd) bie Söeurt&eilungöfraft, unb taö @e|>&r &u treffen 
fcemujjet fepn. 

12. §. 

3Benn man nun anfangen will ftd) t>en Slnfalj jn machen , unb oben* 
öebad)terma§en bie Sßte fo au feie Sippen gcfc&et pat, bafj baS «Diunb« 
lod) biö an bie jwepte £inie, ba$ ifl balb, bebecfet ift: fo blafeman auf 
fold)e 2lrt, obne bie ginget auf bie S&djer ju fe&en, fo lange in bemfel* 
ben 9lnfa&e, feto bie Unterlippe fo ju fagen mute wirb; unb bet untetjle 
SXanb ttt 3ftunblod)eö einen ©nbrucf auf berfelben gemad)et $at. £>ie< 
fen ginbrucf Pott ber ©cfya'rfe ttt kantet Perdnbereman webet feitwdtttf, 
nod) in geraber Sinie: bamit man bat ©efü&l befommt, benfeiten Drt 
aleid) wieber ju ftnben; um ben <$on, obne Piel Sflülje, balb angeben su 
f&nnen. 2lttf biefe 2lrt wirb ftd) bat swepgeftrid)ene 55 l)6ren lagen. 
SOIan fpiele herauf, in ber erften DctaPe, bie Xöne nad) einanber un. 
terwartö, biö in tat eingeftrid)ene £); unb jiepe bie Sippen nebft bem 
8inn, bep jjebem Xone, nad) oben angezeigtem ©erhalt, juräd*, f>\$ 
an bie unterfte £inie. 8ßbenn fefjre man tt um, unb fpiele biefelben 
$öne wieber nad)einanber aufw4rtö/ tit an tat Porige jwengejltid)ene 
SD; unb fdnebe bie Sippen nebft bemann eben fo borwärts, wie matt 
foldje Porter jutücf gebogen fcatte. ?Dlit biefer Hebung unterhalte man 
fid) fo lange, iit man biefe Xone alle, nadjeinanber , fidjer (ieraitf 
(ringen fantt. 

13. S. 
SSon ta an fpiele matt tit folgenben flogen Xone, bi$ in tat brctjge* 
ftrid)<ne 55; unb fd)iebe taUn tat Äinn unb biefippen porw4r«, Pon 
ben 3ajjnen ab, W an biebritte 2inie; in eben bem 'söerpalt, wie in 
bet tiefen DctaPe, tot an bie jwepte £inie, gefd)e(jen. geintr fd)tebe 
man tat Äinn uub bie Sippen Pott bet btitten Sinte nod) weiter Porw<{rtS, 
biö an bie Pierte Sinie: fo werben bie brepgeftrid)enen Xöne, l\$ an 
tat ©, gan$ get»4d)lid) jur 2infprad)e ge>rad)t werben fontten» £>od> 

g 3 fan» 



4 6 Das IV. öauptjlutf. 

fann biefe* leitete nid)t e&er »erlanget »»erben, als big man bie erfreu 
jwo Dctafait/ fdjon mit einer Seic&tigfeit, fcerauö su bringen f4&ig ifr. 

14. §. 

93e» benen im borigen § gemelbeten Xonen barf bei 2Binb feinet 
wege$ bcrftarEct ober berboppelt werben : wie Wt. X>aucanfon, in feinem 
med>anifd)en glotenfpielec, irrig lehret; inbem er borgiebt, bajj man 
bie Dctaben, auf ber §lote traberftere, nid)t anberö als auf foldje 
2lrt, (»eräug bringen tonne. @ie mujjen bielme&r burd) iai gufammen* 
treffen ber Suft in bem 5Runblod)e ber §l6te, weldjeö auö bem93orw<irt&< 
fdjieben beö ßtnnS unb ber Sippen entftept, gewirf et werben: unb ijr 
jenes alfo eine ganj falfdje unb fd)4blid)e «Ö?epnung. 55al @egentt)eil 
errettet and) batau# , weil man in ber 6&be mit bem ?ltbem länger aus» 
galten fann, alSin ber "tiefe; unb alfo unmoglid)me&r?E8mbbrauf ge&en 
fann. 3d)ge&e$u, baßbie$rtbe$£errnX>aucanfon, be» einerglote, fo 
burd) eine ^afcfyine gefpielet wirb, nötfcig fei) : weil jjier bie &ewegun» 
gen ber Sippen etngefdjrdnfet ji'nb. 3d) weis aber aud) aus ber @tfa&* 
rung, bati bei) folgen medjanifdjen ^totenfpielent, bie SXegel, ba§ bie 
tiefen 26ne frarf, unb bie boben hingegen fd)wad) gefpielet werben mujjen, 
md)t beobachtet wirb. (Sollten nun bie Dctaben burd) bie ©tdrfe unb 
gjerboppelung bcS SföinbeS (»erauSge&radjt werben; fo würbe folgen, ba$ 
bie fcobenXäite ftdrfer all bie tiefen angeblafen werben mußten: weldjcS 
«5er wiber tk €tgenfd)«ft ber $Iote ift, unb bie boben Xdne überaus 
raul> unb unangenehm machet, ffim mufj fid) alfo baburd) auf feinen 
Srrwes berfii&ren lagen. 

15. $. 

€S ifi wabr; es giebt biele §(6tenfpieler, fo wiber biefe SXegeln fyan* 
bebt. SDiefeS fliegt auS bem fd)led)ten 9lnfa&e, ben fie fcaben: bafjfie 
tt<imlid) baS 5ftunblod) nid)t bis an tit Jpdlfte mit ber Sippe bebeefen ; 
fbnbtrn bafjelbe ju weit offen lagen: woburd) ft'e bei 'SßortbeilS beraubet 
werben, in ben tiefen X&nen bie Sippen jurücf ju sieben, unb in ben 
fcoben £&nen biefelben genugfam borwartS ju fd)ieben. 5Ö5cil alfo baS 
sjftunblod) ju weit offen ift? fo muffen fie bie jwben x&ne, au« 9tot(j, 
burd) ftarfereS SMafen (jerauS jwingen. @ie wigen aud) nid)ts bon ber 
nötigen Sßewegung beö ^innö, unb ber Sippen; fonbern laffen biefelben 
befra'nbig unbeweglid) fteben: UUd) U$ Skeinfpielen ber giote bon bie* 
fer Bewegung grofjen tytiW abbangt. £mrd> mehrere über wenigere 
Oeffnuna tt$ fOJunblodjeö, fann man bie glöte, einen ^ßiert^eil» einen 

falben, 



t)on fccm %nfa%e. 47 

jjalBen, ober mä) wopl cinett ganjen £on tiefer unb pö&er fpieten: un& 
in kr glöte mu§ ber innerliche 23au fo befdjaffen feijn, bag t)ie Octa* 
ben etwas übtt fify fd)weben; bamit man, wenn man fettige nad) ben» 
©epore reinfpielen will, berbunben fen, bie tiefen Xäne jWrf er, biefjö* 
pern aber fdjwddjer anjuplafen; um bie über ft'cf> fdjwebenben Octaben, 
)u i&rer bonfommenen SXeinigfeit ju bringen : welches aber auf feine an* 
bere 2lrt, alöburd) Die Bewegung beö Äinnö unb ber Sippen gefd)ejjen 
fann. SBirb W ?D?unblod) mit ber Unterlippe fo biel bebecfet, als &u 
ben fcopen itonen nötfcig ijt: fo fann man bie tiefen weber jtarf nod) rem 
fpielen. Siejit man aber bie Sippe fo weit jurucf , alö eö bie titfm Xone 
erforbern ; unb fpielet opne 95ewegung beö $innö unb ber Sippen in ben 
po(jen Sfcnen : fo fallt man in ben 06 en fdjon angezeigten geiler, ndm* 
lid) ben Xon pfufdjenb, bumpftg, unbäberpaupt für biefeö Snftrument 
ju ftarf , unb ju unangenehm ju machen. 

16. §. 
5Beil litft Stegein Don ben wenigjlen glotenfpielern gehörig 6eokdj* 
ttt werben; fo finb biele ber sjftepnung, eö liege am Snftrumente felbft: 
weldjeö bodj nid)t ijt. g$ ijt »war wapr, ba§ bie glote, in einigen 
d)romatifd)en Tonarten, gewiffe UnooUfommenpeiten an ftcfc fiat. $Se* 
ffet ber Spieler a&er einen guten Slnfafc, ein gutes muftfalifd)e$ ©ejjor, 
«ine richtige $ingerorbnung, unb eine |>inl<fnglid)e Srfenntnifj be$ S8er» 
palts ber £öne: fo fann biefem Kepler leidjt a&gepolfen werben. 

17» $• 

<5S ijt oben gefaget worben, bajj tit Dctaben auf ber gifte nidjt 
fcurd) bie ©tdrfeunb'Serboppelwig beSSEBinbeS; fonbern burd) baSSßor* 
wdrtefcf)ie&en beS $inn$ unb ber £ ippen perborgebrad)t werben muffen, 
©ie glote pat aurf) gerinne mit ber 5Renfd)euftimme einige 3iepnlid)feit. 
SDie (Stimme beftept auö awenerlen SHrten, auö ber 23ruffftimme, un& 
auö bem hälfet, ober gtfltel. iDurd) iit leßtere Qfrt, ben welcher ber 
Äopf ber Suftrojjre nod) me&r jufammen gebrücfet wirb, fann man, 
Dirne fid) ©ewalt anjut&un, in ber |)&pe einige £6ne mepr, alö mit ber 
Q3ruft|ftmme möglid) ijt, herausbringen. £ie Stalianer, unb einige 
anbcre Stationen bereinigen biefeS galfet mit ber 58ruj*ftimme, unb bebie» 
iten fid) bcjjcit, bep bem @ingeit/ mit großem ?ßort^eüe; §Sepben§ram 
jßfen a&er i(l e^ nid)t übliü): weswegen fid) biefer i^r ©tngen, in ben 
po'ocn Xonrn, ofterö in ein unangenepmeö ©djrepen berwanbelt: unb 
eben bie Söirfung tput , alö wen» man auf ber giote baö «DJunblod) 

ntdjt 



45 £>ae IV. £miptßutf. 

ntd)t aettudfam bebecfet, unb bie bo&en 26ne burd; fhirfereä JBlafen &et< 
«uSjwingen will. SDie 93rufrftimme ift bie natürliche; beren man fTd) 
attc^ im SXeten tebienet. * ©a$ hälfet aber ift gefunftelt, unb wirb nur 
im ©tngen gebrauchet. @ö nimmt allba feinen Anfang, wo bie 93ruft* 
fhmme ibr <£nbe bat: Dbwo&l bet Ä'opf ber ßuftrobre, aud) beo ber 
SSrufrftimme, wenn man in bie £ojje gebt/ bei) iebem@rabe etwas enger 
unb langer wirb; fo wirb er boä) bep bem Salfet, um ein merflicljetf mebr 
jufammengesogen, unb babep fo in bie £obe gebalten. £>ie 2uft wirb, 
jwar nid)t fMrfer, boü) etwa$ gefcfywinbet au$ ber ßunge berauögetrie* 
ben. ©er £on aber wirb etwas weniges fdjwacfyer als bep ber natürli» 
d)tn ©timrae. 

* Um biefem (örunbe fjafceu erfahrne Qiemponiften ju ein« 9{ege( feffgefe gef , ba$ 
man nid)to()ne 9Rot^, ober anbere befonbere Umftänbe, in 'Xrieti, noch, weniger 
aber im SRedtatiö , bem ©änger aufer ber ^rujTftimme SSBorte auSjufpredjeu 
gebe : befonberö wenn bie ©elbfHauter u ober i barinne »orfomme;t. 'Senn bie 
©teüung bes Wunbes, bep 2iusfpred)tmg biefer benben ©elbjllauter, fann bei) 
ben meiften ©ängern , mit ber ©teffung ber iuftrobA-e bei) bem ©ebraucfje beö 
gaffets, jtd) ntd)t anberS, alö mit getpijjer Utibequem(id)feit, vergleichen. 

18. §. 
9Bii nun ben ben galfettenen bie Deffnung ber Suftro^re enge wirb: 
fo wirb auf ber Store burd) ba$ SBorwartSfdjieben ber kippen unb bcS 
Stimt, bat Sttunblod) enger: fo bau baburd), wenn man einen tiefen 
"Jon »orber angegeben bat, bie bobe £>ctabe aUibenn, obne mit ber 3un* 
ge anjultogen, anfpridjt Wian fönnte bie tiefe Dctabe btt fybtt mit 
&et SSruffltimme ; bie bobe aber mit bem hälfet bergletdjen. Ueberbaupt 
£frmmt alfo bie glote aud) bierinne m jt ber gftenfdjenftimme überein, bafs, 
(o wie bei) biefer, bie Deffnung ber guftrobre, wenn man bie Sine auf» 
ober unterwarf fingt, nad) ^roportton ber Snterballe eutweber jufaim 
men gebrücfet, ober auSetnanber gebebnet werben mufj: alfo aud) beq 
jener, bet) fieigenben $6nen, burd) bat 3ßorw<frtöfd)ieben unb 3ufam* 
menbrücfen ber ßippen unb bes jftnnS, bie OeffnungbeS ^unblodjeS 
«iger; bep faßenben "Jonen aber, burd) ba$ ^urücf » unb ?lu$einanberjie» 
ben ber gippen , weiter gemalt wirb. Denn obne biefe ^Bewegung wer* 
ben bie bobenXöne su ftarf, bietiefen ju fd)wad), unbbieDcraben unrein. 

19- §♦ 
SSM man eine Uebung mad)en , um bie Dctaben auf ber %\ote rein 
ange5eti ju lernen: fo fe^e man bie Slöte an ben SSflunb, baß ba$ 

«munb* 



Von bem HwfaQc. 49 

sjflunblodj Don ber ?tppe Mi an i>ie jwepte ßinte ^ebccfet wirb; unb jie&e 
bernad) bie Sippen unb baö 5Unn biö an bie untccfle f inie jurücf , unl) 
(löge fcaö eingetriebene 5) an. «Dttn blafe mit eincrtet) ^tdrfe; un& 
inbem man ben 1. ginget ju bem sroeogeftrid)enen D aufmachen Witt, 
fd)iebe man bie Sippen unb iaö $inn gugleid) borrodrtö biö an bie jwepte 
Sinie: fo wirb man ftnben, bajj baö jwepgeftridjene 55 bon fid) felbjt an* 
fpridjt. ©iefeö wieberbole man fo oft, biö man füllen lernet, wie weit 
man bie Sippen unb ba$ ^inn borwartä fdjieben müfk. 93e» ber 2). 
Dctabe I4|jt e$ fid) am leidjteften ausüben : weit bie Oeffitung beö erften 
fingere ti in etwtö erleichtert. 5D?an berfudje eö baber um einen Xot» 
pöber, ndmlict) bon bem eingefiridjenen <£ jum awecgelrridKnen. Jjtec 
müfjen bie £ ippen nebft bem ßinn etwas weniger alö bi$ an bie unterftc 
£inie gejogcri, unb ju ber Dctabe etwa$über W jwepte Sinie borwartä 
flefc^oben werben. Sftad) biefem Sßerbalte, ber im n. §. gelebret wor* 
ben, berfabre man mit allen Xönen, fo nod) eine Dctabe über ftd) pa* 
ben. ©a$ Krempel Qtib. II. gig. 3. fann gerbet) jum dufter bleuen, 
unb burcp W Sßerfe&ung in allen Xonarten gebrauchet werben» 

20, §. 

Sag brepgeftridjene @ ifl eigentlicr) ber böepfte braudjbare Xoiv 
welchen i**^u ju allen 3^« angeben fann. 33ep ben übrigen nodj bö* 
bem fö.nmt e$ auf einen befonberö guten 5lnfafj an. Sföer bünne unb 
fcfymaple kippen bat, bem wirb tk #6[>e befto leichter. Wlit tiefen Sip« 
pen bingegen, bat man in ber Xiefe einen '-Bortpetl. SSBeiö man aber 
nur , bie gebörige SBeite ber gortfepiebung ber Sippen auf bem SDfunb* 
lDct)e , welche bie gegebenen Siegeln mit ben Sinien jeigen , fieser ju ftn* 
ben; io wirb eö nicfyt mebr fd;wer fallen, alle Xöne, fowobl in ber .Jpöbe 
alöSiefe, anjugeben. 

21, §. 

<£i berftebt ftdj alfo bon fiep felbft, bat bie Sippen, bepSönen, bit 
ftufenwetfe auf,- ober abfreigeu, ftd) nur nad) unb naep bewegen; bep 
fpringenben SKoten aber, ftd), naepbem eS bie Sprünge mit ftd) bringen, 
me&r ober weniger bewegen müfkn: bamit fte feberjeit, ben jebem Xone 
aufbem3Kunt[od)e beftimmten Ort, fld)er treffen mögen. 95efonber$ 
merfeman, bafj bie Z&ne in ber tiefen öetabe allezeit ftarf er , ald t»iem 
ber boben gefpielet werben müjjen, ©iefeö ift bep fpringenben ^)af agien 
abfonberlidj wobl m beobachten. 

@ 22. §, Um 



5© £>«e IV. £aupt|ititf. 

22. §. 

Um bie Dctaoen anjugeben , ift alfo feint 'äSerfrdrfung be* «Sinter 
not&ig. 3Bill man aber einen Son, eö fe» in ber ^)65c ober Xicfe, ft<lr= 
fer ober fd)wdd)er angeben ; fo merf e man, bafj bie 9Ser ftdrf ung be$ 3Bin* 
be$, unb ba$ gurücfjiepen ber kippen, Don bem Orte, ben fle bep jebem 
Xone auf bem 9)?unblodE)e einjunepmen baben, ben $on (wer; bie «0?4f* 
ffgung be$ Sßinbcö, unb baö ^Sorfcf)ie&cn ber Rippen bingegen, ben Zon 
tiefer mad)e. SB.iH man bemnad) eine lange Stote fd)wad) angeben, unb 
fle barauf in ber <St<frfe beö Zoneö mdtfen (äffen: fo muß man anfangt 
bie kippen um fo biel jurtief sieben , ober bie §iotc aufwärts breben, bajj 
fcer£on, mit benanbernSnfbumenten, tn einerlep Stimmung bleibt. 
3n wäbrenbem ftarfer 93lafen, fd)iebe man bie fippen borwdrtS, ober 
bre&e bie Slote einwärts: wibrigenfalte würbe ber £on anfänglich ju tief, 
unb julefct xu pod) werben. SBilt man aber eben benfelben Son wieber 
Sdjwad) enbigen: fo muß man avd) bie Rippen, in gehörigem Sßerbalt« 
wiebet jurücf jiepen ; ober bie glöte auöwartö brepen. 

JDie Slote bat ben 9laturfepler, baß einige mit £retijen bejeidjnete 
Zont , niefct ganj rein, fonbern baß etlidje babon ein wenig ju tief/ etli* 
d)e ein wenig tu fad) ftnb. £>enn bep 5Jb|rimmung ber giote bat man 
tarauf ju feb«t, iai bauptfädjlid) bie natürlichen Jone nad) ibrer Sßer« 
JxJltniß rein geftimmet werben. *0?an muß alfo , fo biel a\ö moglid) ift, 
fud)en, butd) Jjulfe beö 2lnfa$e$, unb nad) bem@epiSre, biemangefe 
haften rein ju fpiclen. €ö ift jwar fdjon im Porigen #auptftücfe etwaö 
babon et wäfjnet werben! baniit man aber wiße, auf weld)e man am mei* 
ften 5ld)tung ju geben babe ; fo will id) fold)e bier nambaft machen. 

3>aS ein* unb jwepgefmdje @ mit bem ßreuje; baö ein» unb jwep* 
gefjrid)ene außerorbentlid)e %\$ ; ingleidjen Hü äwepgejtrid)cne @iö unb 
51$, ftnb ju pod). deswegen muß man ben 2Bm& magigen, unliit 
glote einwa'rtö breben. 

©aö ein* unb jwepgefrridjene orbentlid)e Sil, ift ju tief; muß alfo 
burd) bat Sluöwa'rtäbreben, ober W SSerfhfrfung be$ SBinbeS erbebet 
werben. 

©a$ jwepgeftridjene 55 unb @ mit bem €rmebrigung$je«djen ft'nbju 
tief. |)ierbcp muß man iit ftlote um ein merflidjeS aufwärts brebm. 

3u bem tiefen % weldjetf ber fd)wäd)fre Zott auf ber glote, unb auf 
Im meiften glotcn wegen eineö unbermeiblidjen Mangels ibrer imterlidjen 

©truetut 



Von t>em Unfaty. 51 

©tructur su Dorf) tft, mug matt bie Store einwärts breben, unb bie 
Oberlippe ein »wenig borwartö fdjieben. 

SÖcttn man in einem ©tücfe wed)fet$weife fadjte unb flatf fpietet; 
fo mu$ man ju bem erftern t>tc %lkt fo biel auönwrtö, unb ju bem te&. 
tern umfo biel einwarft brefcen, alöbaö @d;n)act)Waren erniebriget, un& 
baö «Starfblafen erbobet. 

24. §. 

SBetm man nun tiefe Erinnerungen alle woty in %d)t nimmt; fo 
wirb man niemals weber su t»ocf> nod) ju tief fpielen; fonbern bie glote 
wirb alle&eit rein femt ; welches aber aufjer bem nid)t gefdjeben fann. 
Unb fo fern man ft'ct) bte großen £er$en, fo ttmä über fid) fcfyueben müf» 
fen, im ©e&ire red;t befannt machet ; fo fann man febr leicht binter biefe 
23ort&eile fommen. 

25. §. 

gflit Bewegung ber 53ruft fann man bem £one in ber Store aud) 
biel Reifen. <Sie mu& aber nid)t mit einer $eftigfeit, ndmlid) Sit* 
ternb; fonbern mit ©eta&enbeit gefdjeben. ZUtt manbaS ©egenrbeil, 
fo würbe ber £on su raufdjenb werben. (Sine proportionirlid)e Deffnung 
ber gabneunbbeösJJhinbeS, unb$lu£bebnungber$eble, berurfad)en einen 
tiefen, runben, unb männlichen £on. ®aö |)in»unb wiebersie&en bet 
Sippen mad)et ben Zon sugteid) fd)webenb unb annebmlid). 5)?an büte 
ftd), in ber swepten Dctabe, bie Oberlippe ber untern bor jufdjieben, 

26. §. 

€nblid) tft nod) ju merfen , baß , wenn man bie ftlote madigen, 
unb etwaö fdjwadjer fpielen will, wie tä im Slbagio erfobert wirb/ matt 
l>a$ 5)?unblod) ein wettig mebr, alß oben gelebret worben, mit ber £ippe 
bebeefen müie. 3Beit «ber bie §lote bierburdj etwaö tiefer wirb: fo ifl 
eben notbig ba& man, an bem in bem .Kopfftücf e beft'nblid)en Kröpfe, eine 
©cfyraube t)abe ; bermittetjt welcher matt benfelben, um bie Store fo biel 
SU erbö&en , a\$ tat fd)wdd)er ©pieten, unb W mebrere 93ebecfung be$ 
Sodjeg aultragt, auö feiner orbentlidjen Sage , um einen guten Pfleger» 
rücfen breit, tiefer in bie Störe bineinbritcfenfönne: f.benio. n f 12. §„ 
beö I. f>auptfrücf$. |>ierburd) wirb bie giöte um fo biet berfürset, unb 
folglich, bober: unb man fann auf foletje 5lrt, mit ben übrigen Snftru* 
tnenten , aUejeit in einerlei; Stimmung bleiben. 



@ z 



2>a$ 




52 Das V. ömiptfiucF. X)on t»cn Hotcn, fcem Cacte, 

£)<$ v. £auptflföcfc 

SSott t>ett 3?otett/ tyrer ©eftims, fcem ^acte, 

frw Raufen, unt> t>cn übrigen mufifaltfcöm 
3eic&m, 

i. $. 

^te bie «Koten auf fünf nabe u&ercinanber gefegete ^orijontaninien 
gefduMeben werben; unb roa$ bor biefeiben , jum ©ebraudje be? 
glote, für ein ©cfylüffel angewenbet wirb, |>abc id; im III .f>aupt* 
ftücfe, unb be§en 2. §. angejeiget. 3* erinnere l)tcr nod) beplduftg, 
t>ai eö überhaupt neunerlei mujifalt|cJ)e <3d)lufiel gebe, S)iefc 
werben in brep ©tagen ctttflct^eilct, in ben <& @>d)liif]el; ben C 
©c^lüffcl j unb ben ^ @»d>luflel. £>ie erfte ©aße bon biefen «ta» 
djet, bajjbteßinie, worauf einer frebr, allejeit b&ä eingejtrid)ene © ijU 
©er (2 ©d)lüffel machet bie £inie, worauf er jte&t, allejeit jum tm$t* 
ftricfyenen 6: unb ber 3 @d)lüfTet bie feintge aKejeit jum ungeftridjenett g. 
SJ3ct> ber gfote |wt man eigentlich nur lit Stoße ber @ ©djlüffel ju fetmen 
itötpig, <£ö fmb jwetjerlet) Slrten be$ © «SdjIüiTetö, nimltd) ber fran* 
joftfdje, unb ber oben angesetzte itaudtttfdje @d)(ü|TeI, ©er festere wirö 
<twt) ber gewojjnldje S8iolinfd)Iüflel geneunet. ©er etftere fte&t auf bec 
unterften ftnie; unb gilt bei? ber gfote me&rent&eiß wir in feinem ?anbe. 

». #. 

SBer ftdj bie biererfep 5trten beö (5 ©djlüfifclS, unb bie brej>erle9 
51rten be$ fj ©cfylwTcfc, afö welche t|>eil$ ju ben «Koten ber @ingfhmtnen, 
t^eib ju anberer Snfrrume ntt j&ren, gebraudjet werben , bie aber, beS 
JEranSponirenS wegen , einem glotenfpielet ju wi&en md)t ganj unbien* 
Jid) fmb, r%r befanntmadjen wiß; ber fann fold)e mit leidjter Sttübc 
entroeber au$ mnnbltc&cr llnterweifung, ober au$anbern33üd)ern, bie 
bon ben 3lnf«ng$grünben ber 2ftufif jjanbelu, erlernen. 

3. f. 

«Die ©cfralt unb ben ©ebtaud) ber SQcrfe&ungSjeidjen , bermittelfl 
weldj« man, fo balb fie ju Stofange be$ ©pflemS bon fünf Linien gefegt 

»erben, 



fcen paufen / unt> bm übrigen muftF&ltfcben Seichen. 53 

werten, bie Xonatten unterfcf)eiben fann, ^abe \<f) gleicfrfaßS im IE £au»tfh 
3. $. anzeiget. 

4. §. 

©ie Conart i|? wie befannt jwepcrlcp, bie &arte, unb bie roeidjc, 
welche man inögemein 3Dur, unbtTloll benennet. £Roct> genauer tonnte 
man ft'e, wie im Sateinifchen, bie größere unb kleinere Xonart betiteln. 
JDie Xonart Xmr ^at t>te große, unb Die Tonart 5J?olt, tiipfleiwe Xerje 
in ijjrem Slccorb, 

5. f 

Setier ©urton ift bem eine fleinc Serie unter i&m Itegenben tOJott» 
tont, in 2tnfepung ber Xöne, bie in feiner Xonleiter borfommen, unb 
folglich aud) kr S8erfe$ung6jeic()en, gleicfj. 3- & @ t)ur t> em ^ *"oU; 
gburbemSmolI; u.f.ro. 51Ranfinbett>ie?3orjeicf)nungen tiefer Xonarten 
Xab.ll.gig. 4. £>ie ©runbtone btefer garten unb weichen Xonarten, roeldje 
einanber gleich fmb, ftt&en immer übereinander. £>te oberfte '•Kote ift bie 
©runbnote Dom £>urtone, unb bie unterfte bie ©runbnote bom 5floUtone. 

6. $. 

Sebe fcarte Xonart fcat bie große ©ecunbe, bie große Xerje, bieor* 
bentlidje Quarte, bie reine 0uinte, W große @erte, unb bie große @e> 
ptitne, oon bem ©runbtone an über ftd) geregnet, in ifrrer Xonleiter. 
3«be weiche Xonart Ht bie große @ecunbe, t>it Heine Xerje, bieor* 
fcentlid)e Quarte, bie reine öuinte, ik f leine «Serie, unb bie r" leine 
©eptime, bon bem ©runbtone an über ftcr) gerechnet, in ibrer Xonleiter. 
SSet) bem @ bur unb 5t motl liegen alle iit^e Xöne, in ber biatonifeften 
@cala: bep ben übrigen Xoitarten aber nid)t. £>e6n>egen müßen , beo 
jeber Xonart, entroeber fo biel ^reuje oUt fo Diel b borgejeid)net werben, 
aU nötijig ift, bie gebauten Xonleitern ju bilben. Sßom @ bur" unb 
2t moll, biö inö ©eö bur unb €3 moll, »erben Ue immer eine Duartc 
über itn borigen liegenben Xonarten, welche, fo wie iit eine Öuarte untet 
jeber liegenbe Xottart, entraeber fktrt, ober mii) ftnb, in ibrer SSorjeid)* 
nung, aßejeit mit eitlem b bermejjret: unb bom @ bur unb 2t mott «n, 
li$ in$ %i$ bur unb X);3 moll, befommen bie eine Ctuinte über ben bort» 
gen liegenbe Xonartcii , immer ein $w«| me^r, aÜ bie borigen. 3)?att 
fe&e i{>re 9lbbtlbung. Xab. II. gig. 4. 

7. $. 

Sin bortgci 3circn, ba man bie Xonleitetn ber Xonorten auö lautet 
btatomfcf)tn Xonen Mummen i'e&ete, unb folglich be» mannen mitten 

© 3 Xonarte» 



54 £>aa V. £<mptfiucfc\ X)ot\t>cnXTottt\, SemZactt, 

Xonarten, hie @crte groß; ben anbern wieber bte Secunbe flein feöH 
mußte , wie sunt (Jrempel bet) bep ber iDorifcben unb ber ^rpgifdjen 
Tonart: 2>, unb @moll; fca man ferner titefe Xonarten um einen ober 
mebrere Xone tranöponitete, unb t^re Xonleitern bepbejnelt : fo folgere 
barauö , baß bisweilen ein $reu$ , bisweilen ein b weniger borge&eicbnet 
»urbe, al$ \%* üblid) ift; unb baß weiter feine, alö bie 3onifo)e unb 
Sleolifcbe Xonart/ @ bur unb 5t moll, fo wo&l fdc ftcb, alö wenn ft'c 
tranSponiret würben, mit unfern kutigen Tonleitern überein famen. 
«Sollte man, wie einige @omponiften bor nid>t gar langer £eit nodj ge< 
tf>an&akn, biefer Sirt ber alten Sßorjeicbnungen , ben ben naef) neuer 
5lrt eingetiebteten «Bfobulationen naebabmen; fo würbe man ftcb im 
0cbreiben biel unnötige Sttük machen: weil man bie b, unb Äreuje 
nad)kro , ben einer leben 9tote , wo e$ not&ig wäre , inöbefonbere bor» 
fefeen müßte. 

8. $. 
SBenn man bie (Bettung fcer Hotcn, bie Xab. II. 3ig. 6. borge* 
fteßet ju fekn ift , ftcb leiebt etnbrütfen will ; fo freite man ftd) iit runbe 
weiße Note obne ©trief), fo im gemeinen geraben Xacte einen ganjen 
£act gilt, alö ein ©anjeS bor, f. §ig. 6. (a). (Sine weiße yiotemit 
einem ©triebe, beten swo auf einen $act geben, frelTe man ftct> ali bie 
£dlfte biefeö ©anjen bor, f. (b). @ine fcbroar&e olme Üuerftrtd) , bie 
man ein "Siertkil nennet , unb beren bier auf einen Xact geben, allein 
SStert&eil biefeö ©ansen, f. (c), Q3en ben übrigen, alt: 2lcf)tt6eilen, 
f. (d), ©edjsc&ntkilen, f. (e), 3wei) unb brepßtgtkilen , f. (f), sei« 
get ber^came febon, Un wiebielften Xkil betf ©anjen fte ausmache«; 
unb baß , fo wie fie fcier aufeinanber folgen , immer eine bie ^dlfte ber 
Dorkrge^enben betragt, unb alfo, ber ©cltung nad), noch einmal fo 
Hein .ift. fülan pfleget fie nach ben Ciuerfiricben , mit benen fie berfepen 
flnb, aud) ein* jroen* unb brengefcbwdnjte 'Ototen &u nennen. @in jeber 
Querftrid) bermeket bie 'Jlnjabl ber Floren in einem Xacte, noch um 
einmal fo biet, nnb machet folglich, bie geit ibeer SSDdbrung noch um ein* 
mal fo gefebwinb. 9tod) gefdjwinbere Sfloten fmb bemnad) bie bier * unb 
fünfgefcbwän&ten; biefe fommen aber niemals in großer 2lnsabl bor. 
5öenn ber gefd;tt)4nsten 'ftoten mebrere auf einanber folge;: , fo werben 
folcfye jujwoen, bteren, ober achten jufarameu geffridjen : tvelct)eö man 
alebenn giguren nennet, f. Sab. 11. $g. 6. (d) (e) (f). 

9.$- SBenn 



fcett prüfen / unb fcw übrigen mujtfaUfd)en 3etd>en. 55 

9. $. 

Somit ein punet hinter einer Note fiept, fo gilt berfelbenodj M& 
fb Diel als bie ttorpergepenbe, ober eten fo t>te( al$ bie folgenbe Sftote. 
f.Xab.II-Sig. 7. 

10, $. 

JDiepaufcrt/ fo anstatt ber ^oteit öorFotttmcit, bebeufen b&$ matt 
fo lange jliu"fd;roeigen müfje, a\ß e$ bie ©eltung eiltet jeben, nacr; iprem 
geitmaage, erfobert. £>ie ©eltung aber ifl fo wie folget • (Sin tiefer 
@trid) , ber ben SXaum jwifdKn brep Sinien beruhet, gilt biet "Sactc, 
wie bie 9ioten barunter jeigen, f. Sab. II. §ig. 9. (a). @n tiefet 
©trid) jwifdjen jwo Linien gilt jroeene Sacre, f. (b). @in biefer @trid) 
unter einer 2inie gilt einen ganjen Zart, f. (c). "Der, fo ü6er ber £ittie 
fiept, gilt einen palben Sact, f. (d). Die öligen Raufen, f. (e) 
gelten fo biel als bie barunter flepenben 9toten, ndmlid): S3iertpeile, 
$(d)ttpeile, ©ecfaepntpeile, unb 3wen unb brepgigtpeile. hinter biefc 
lefjtern Slrten ber Raufen pfleget man juroeilen <puncte su fc^ett, weldje 
fo wie bet) ben 9?oten, ebenfalls fraß fo biel alö bie oorjjergepenben tya\t= 
fett gelten, f. (f ). & gefd)iept aber biefeö nur meiflentpeilS auö 93 w 
fluemud)feit , um nid>t swo Raufen nad) einanber ju fe^ett. @ine @ene* 
ralpaufe ober S^matt, ober Siu&ejeidjen ifl, wenn über einer ^Jaufe 
ein palber @irf el , mit einem ^Juncte baruntet fiept. |)ier palten alle 
Stimmen nad) belieben flitl; opne ftdj an bie Siegel beö £acte$ ju bin* 
ben. f. (g). «Kau befepe pierbei) beö XVII. £aupt|l. 7. 5fbfd)n. 43. $. 

11 $. 
JDie richtige SIbmeffUng unb €intp«lung rangfamer unb gefdjwtnber 
«Koten, peijjt ber Cact: (la mefure) fo wie hingegen H$ %titmaa$ 
(le mouvement ) bie ©efe&e ber langfamen unb gefcfywinben ^Bewegung 
beö £acte$ auömad)et. 

12. §. 

SDer Sact überhaupt ifl sweoeriet) : tjerafcer unb ungeraber, 
©er gerabe lagt fid) wieber in gleidje £peile jertpeilen ; bei) bem unge* 
raben aber ifl bie <£petfung ungleid). !£)en ungeraben pfleget man in& 
gemein Crtpcltact ju nennen. 5Benn (in tact ju <£nbeifl ; pfleget 
man, im ©d)reiben, jreifdjen bie SKofen einen X)crttcalfrrtd) ju fe* 
$en: alfo machen fo t»iel 9?oten, als ftd) jwtfdjen jweenen biefer ©triebe 
Seftnbett/ uaefy bem, ju 5Uifange eines ©tucfeS, hinter ben SJerfe* 

(UR0& 



56 Daa V. öauptjKttf. PonfcenHoten, fcemfcacte, 

Sungöjeickn, gefegten $actjeid)en/ «inen Sact au$/ bon welckr «Hrt 
er aud) ftp. f, $«&. II. S«8. 6 - 

13. $• 
£>er gerate Sactift wieber jwenerlen : $terbiertkittact, unb 3wen* 
biettkiltact. ©er ^öiertnettjjeUtact, welken man aud) ben gemeinen ge» 
rafcen,okr fd)led)ten Sact su benennen pfleget/Wirb ju anfange eineö @tii* 
cfeö mit einem gro jjen C angekittet : !t)er 3 wpbiertkiltact hingegen mit f , 
^epkm'Sierbiertkiltacteiftwo&l&umerfen/ U$, wenn burd)ba$C 
ein ©trief) ge&t/ wie Sab. II. $ig. 10. ju fekn if^y- foidjer ©trief) k* 
kute , bafj alsknu bie «Roten , fo ju fagen / eine ankre ©eltung bef om* 
nten, unt> nod) einmal fo gefdjwinb gefriedet werten müfien, al$ fonfr, 
wenn U$ C feinen Surdjftricf) fjat. ffian nennet kefe Saerart: alla* 
breue, ober alla Capella. 2öeil aberkp kr i&tgemelkten £aetart, 
fcon bielen/ auö Unwifjen&eit/ Se^er kgangen werben : fo ifl einem je* 
kn anjuratk«/ tiefen Unterfdjieb ft'd) wobl befannt ju machen. SDenn 
tiefe £actart ift im galanten ©t»l i^iger ^eit üblid;er, att fte in borigen 
Seiten gewefen ifr, 

14. §. 

©er Sripeltact ift ton krfdjiekner 3lrt , wie fcier bie ükreinankr 
gefe&eten 3iffern »eigen , aU: h 35rcr/eintki(; 2. ©renjwent&eü*; 
ISrepbiertkil; 2 ©edjöbiertkil ; J Srenae&ttpeil; $ @ed)gad)ttkifj 
$9teunad)ttkil; V 3»5lfad;tkiltact. u.f. w. 

15. §. 

€$ giebt eine 5lrt ton Figuren, wo ket) gleite «flöten sufammenge* 
jlricfjen werben , unb folgltd) bem Sripcltacte abnlid) fek" ; fic fommett 
«kr fowobl in geraber alö ungerakrSacrart bor. Wan nennet biefe %i* 
juren: Crtölen. |)ier madjen ket) eingefdjwdnjte 9?uten ein^8ter=> 
tkil/ f. Jab. II. B«g> 7.(1); kepswe»gefd)wdnjteein5id)ttkilr f-(m); 
ket) kepgefd)wdttxre ein ©edjjebnt&eil/ f. (n); wie bie baruber beftnk 
üdjett Sfoten au^weife». 9D?an pfleget aud) wojjl, jum Ueberftufj, bie 
giffer 3 baruber su fe^en ; wie bep (1) ju fekn ift. 

16. §. 

£>a \d) numttejjr bie (Seltung ber 9?oten unb Raufen, ingleidjeK 
bie berfd)ieknen Sacrarten gewiefen 5abe; fo wirb nod) ndt|ig fet)n, su 
jeigen, wie jebe 9tote unb <$aufe in ben Xaet geborig eingetkilet werben 
muffe, unb wie manbiefeS auf eine leid)te 5lrt erlernen fonne. 2)ie mei» 
ften fek» Wfyt M* eim * Icic^tcö an, unb glauben/ ba$ man e$ burd) 

Uebung 



fcenpaufen, unfc ben tätigen muffiaUfdten Setdjett. 57 

Hebung nad; unb nad) erUrne. SHJeil eS aber bieten , bie fid) i>od> lange 
gett bamit abgegeben baben, nod) baran feblet, fo folget barautf, ba£ 
eS nid)t eitted ber leidjtejren £>inge in ber fjftufif fcw muffe, es (jdngt 
ton tiefet Srfenntnig btel ab, um ein ©rucf woblflingenb borjutragen : 
unb »er fie nid)t beo 3e«ten burd; rid)tige©runfcfci($e erlanget, ber bleibt 
in einer beftänbigen Ungew;f3beit; ftnbet aud) öfters ben ßleinigfciten, 
fo i&m nid)t täglid) borfommen, einen Slnftojj. @S ift nidjt «u Idugnen, 
fcafj ein munblidjer Unterricht, wenn er grnnblid) if?, hierbei? befiere ©ien< 
fte tbue, alö eine fd)riftlid)e 5lnroeifung. 5Beil eS aber aud) bielen, bie 
anbere untermeifen fallen, in biefem ^uncte an ber regten £e&rart feb* 
len fonnte: fo will id) bier eine ÜWetbobe jeigen. 

»7- §- 

«Sttan gewönne fid) etfllid), mit ber ©yifjebeS §ußeS gleiche Sd)Ia% 
a,e ju madjen, wo&u man ben <}3ulSfd)lag an ber .£>anb jur 9tid)tfd)nuc 
ne&men fann. SUSbenn tbeile man ben gemeinen geraben, ober'äßier* 
fciertbeiltact, nad; Sinleitung beS ^ulSfdjlageS , mit bem gufje in 2id)t* 
tbeile ein. 93et> bem crften (Sd)lage ftofe man bie weiße 9lote obne 
©tridj, f. Xab. iL §ig, 6. (a) mit ber Suttge an, unb unterbalte ben 
Xou fo lange, bis man in ©ebanfen, nad) b?m@d)lage beSgufjeS, 
i. 2. 3. 4.5. 6. 7. 8. geja&let \>at: fo wirb biefer Sact feine gebörige geit be* 
fommen. gftan fabre fort in biefer 9ltt mit bem gufje ju fernlagen, unb 
jablebe» ber erffen weißen 9?ote mit einem (gtridje, f. (b) 1. 2. 3. 4; bep 
ier jroenten ebenfalls : 1.2.3.4: fo wirb eS mitbiefen sweenen balben Xa* 
cten aud) feine SKid)tigfeit baben. S5en ben Sßiertbeilen, f. (c), fonu 
men jweenc (Schlage auf jebe '•ftote. 23ei)bcn5ld)ttbeilett, f.(d), fommt 
<xuf jebe 9?ote ein @d)lag. 93eo ben @ed)jebntbei{en , f. (e), fommen 
jwo SKoten auf einen <Sd)lag.* unb wenn man baS aufbeben beS ^u^eS 
fbwobl als baS Weberfd)lagen beffelben säblet; fo tbeilet foldjeS bie ©ed> 
gebntbeile billigem. 23e» ben gwcn unb bregjjigtbeilen, f, (f), fommen 
it»o 9?uten sunt 9?ieberfd)lage, unb wo jum aufbeben. 

18. $. 

Siefe (Sint&eilung in ac^t ©d)läge , fann in allen langfamen @tib 
(fen, nadjbem es baS Beitmaagerfobert, jur SKegel genommen werben. 
3n gefd)winben ©tiefen aber , fann man itn gemeinen geraben Xact in 
bier Sbeife, aüm benn baS 9ticberfd)lagen unb2lufbe6en beS gugeS *&d)t* 
tbeile ausmachen; ben Xripeltact aber, in bre^ Xbeile eintbeilen. 

^ x 9. §• 3w 



* 



58 Da* V. *>auptj?ütf. X)on fcm XJoten, t>em Catte, 

19. $. 

3m Slflabreoetacte 6efommen bie jjalben Sactefo fciel geit, aß im 
gemeinen geraten Xacte bie 'Siertpeile fcaben ; unb t>ie ^ßicrt^etle fo Piel, 
alö im gemeinen "Sacte tte Sldjttpeile einnehmen .• folglid; werben nur bie 
galten Xacte mit bemSufk marfirer. 

20. §. 

£ie weiße Store mit bem^unete, f. Z<A\ II. $ig. 7. (a) , befommt 
fedjö @d)l<fge mtt bem guße; unb bie barauf folgenbe fct>roarjc Stote, 
jweene @d)läge. £)ie fd)warje<ftote mit bem ^Juncte, f. (b), befommt 
b«9@d)I(fg,e; unb bie folgenbe nur einen @d)lag. 

21. §. 

33ep im 9id)ttjjeilcn , @ed)jepntpeilen, unb Swep unb brepfjigtlJeU 
len, mit ^uneten, f, (c) (d)(e), gept man, wegen ber Sebpaftigfeir, 
fo tieft yiotm auöbrütfen muften, ion ber allgemeinen Svegel ab. <£ö 
iitpierbepinfonberpcitjumerEen: baß bie "ftotenarf) bem ^unete, bep(c) 
urib (d) eben fo furj gefielet werbe» muij, aXä bie bei) (e); eö ftp im 
Jangfamen ober gcfd)itnnben 3 c 'tmaaf?e. hieraus folget/ fca§biefe9to 
ttn mit tyüttctm bep (c) faft bie 3eir t>on einem ganjen Sßiertpeile; unb 
bie bep (d) bie Seit oon einem 2ld)ttpeile bekommen: weil man bie geit 
ber furjen Note nadjtem ^Juncte eigentlid) nid;t redjt genau befrimmen 
fatm. ©tefeö beutlid)er ju begreifen, fpiele man bie unterfren STtoten 
kp (f) mit (e) laitgfam, tod) (in jebeö (Srempel nad) feinem geporigen 
Seitmaafje, namlid) ta$ bep (d) nod) einmal fo gefd)wtnb, alö feneS 
bep (c); unb baö bep (e) nod) einmal fo gefdjwinb, alö ta$ bep (d): 
unb jrclle ftcf> in ©ebanfen bie oberften ffioten mit^uneten bor. SKadjper: 
fe&re man fold)e£ um; foiele tit oberfren SRoten; mit palte eine jebe 
«ftote mit bem ?|3uncte fo lange, biö bie 3«»t öon ben unteren bieten mit 
ben ^mieten Verflogen t(r. ©ie Wattn mit tm tyunCUn mad)e man eben 
fo fürs, alö bie barunter beftnblid)e biergefd)>üanjte SRote e$ erfobert. 
Sluf biefe 2(rt wirb man fefjen, baß tit oberfren dlotm mit ben tyuneten 
bei) (f ), bie Seit won brep ©ecfoebntpeilen , unb einem gwep unb brep* 
fjigtpeilemit einem ^3uncte befommen : unb bafj tit bep (g) bie 3eit bon 
einem (Sedjsepnt&eile unb einem punetirten 3wet> unb brcpfjigtpcilc ; bie 
bep ( h) aber, weil bep ben Unteriren 9?oten jweene futtere flehen, unb 
bie frlgenben SRotcn nod) einmal gefd)tvdnjet finb, nur bie Seit oon 
einem 3wep unb brepßigt&eile, nebjtanbertpalbem^uncte, erpalten. 

22. §. 2>iefe 



t>en pauftn , unb t>en übrigen muftF attfcfxn Setzen, 59 

22. §. 

©iefe SXegel ift ebenfalls j« &eo&äd>tcrt, wenn in ber einen Stimme 
Ztiolen finl), gegen n>clrf>c he aubere «Stimme punetirte 9?oten 50t, 
f. (i). 9^an mu§ bemnad) bie furje 9iote md) bem ^)uncte nid)t mit 
ber dritten 9?(>te bon i)cr <$riole, fonfcecn crfl uad) betreiben anfragen. 
SÖibrigenfoUö mürbe fold)eö bem @ed)$ad)ttbeil = ober 3iu6lfacfttt^ctf* 
tacte dpnlid) ftingen , f. (k). 93epbe Slrtett aber muffen bod) fejjr t>er* 
fdjieben fepn: tnbem eine eingefd)wanjte Xriofe/ ein Sßierfbcif; eine 
jwcpgefdjwffnjte, ein 3ld)tt&ei(; unb eine brepgefdjwanjtc, ein @ed)* 
je(jntbeil auömad)en : wie bie barüber ftejjenben einjelnen Noten, bep (I) 
(m) unb (n) auSweifen: Dahingegen, im@cd)öad)ttbeil> unbSwöff* 
acfytt&eiltacte, brep eingefdjwdnjte «Koten ein ^icrtbeil unb ein 2id)tt6eil 
mad)en, f. (k). SBollte man nun, biefe, unter Xri ölen befi'nblidjen, 
punetirten 91oten alle nod) i&rer orbentlidjen ©eltung fpielen: fo würbe 
ber 9(uöbrucf babon nid)t brillant unb priidjtig, fonbern fepr laBm unb 
einfältig fepn, 

23. §. 

Sttit ben «Noten bep gig. 8 , wo ber $htnct hinter ber jwepten Note 
ftefct, j>at eö wegen beringe bei ^Juncteö, unb ber ^ürje bereden 
9Me, eine ©leidjpeit, mit ben oben gemelbeten punetirten fJtoteir. 
<5ie fkljeu nur umgetepref. Sie «flöten SO unb @ bep (a) muffen eben 
fo f urj fepn , al$ bie bep ( c ) , eö fep im langfamen ober gefdjwinben geit* 
maafje. «Jflit ben jwd gefdjwinben Sftoten bep (b) unb (d) »erfuhrt 
man aufgleise 9Betfc; unb befommen fcier $wo 9toten nid)t mebr Seit, 
altf bort eine. 93ep (e) unb (f ) werben bie 9?oten nad) ben ^unetett 
eben fo gefdjroinb unb präeipitaut gefpielet, alö bie bor ben «puneten, 
bep (b) unb (d). 3e fürjer man bie erften «flöten bep (a) (b) (c) (d) 
machet: ie lebhafter unb fred)er ift ber 2(uSbrucf. 3e la'nger man pinge* 
gen bep (e) unb (f) bie «punete bjlt: ie fdjmeidjelnber unb anne&mlidjer, 
Hingen biefe 2lrten bon *floten. 

24. §. 

«Bon ben Raufen ifl bereite gefaget worben, bajf man ba wo fie fre* 
jjen fo lange friüfdjweige, alö bie 3«it i&rer ©eltung erfobert. «8on ext 
item ober mepr Sacten, wirb nid)t not&ig fepn, eine €rflarung ju ma* 
djen, weil man ftd) nur nad) bem $actfd)lage ridjten barf. f. jgig. 9. 
(a) (b) (c). £at man aber einen palben Xact m paufiren; fo sdple 
man/ uad)bem<Sd)laa,ebe$3uf3e$, wie bep einer weißen Note: 1.2,3.4, 

£ a «nb 



6o £«e V. *5«uptfH»d!. X?on fcm Hotett, fcem (Eacte, *c. 

unb ftof e mit bem fünften ^djfoge t>ie folgenbe ftote an / f. (h). 93ei) 
einem Sßiettfceilc jä&le man: i. 2, unb ftoge bie folgende SKote mit bem 
dritten €5d)lage an, f. (i). 93e» eintm Slcbttbeile fageman: i, unb 
flöge bie 5?ote mit bem jwcpten @d)fage an, f. (k). S3en einem @ed)* 
icjmt&eile fage man aud) : i , unb flöge bie 9?ote mit bem 5lufjjeben teö 
§uge$an,f. (1). 33ep einem 3wer> unb bret)gigtl)eile fage man ebenfalls: i. 
5Beil aber $ier jwo Sorten im ??ieberfd)lage, unb jwo im 2luf|eben beö 
gugeö fommeji ; fo mug bie 9iote nad) ber ^Jaufe nod) im 9cieberfd)lage 
angefrogeu werben, f. (m). 

25. §. 
£at man fidj nun im (ankamen B^maage auf biefe3frtgenugfam 
gefifcet; fo foiele man biefc (Srcmocl immer ein wenig gcfdjwinber, bi$ 
man einige %$\a,ttit erlanget jjat, ein me|irercs> ju untftnebmcn, @nb* 
lid) wirb bte Sint&eilung ber 9Men einem fo geläufig werben , bag man 
t>e$ <3d)lagen$ be$ SacteS mit bem §uge/ ganj unb gar wirb entbehren 
fonnen. 

26. §. 

€ine genaue unb gewiffe SBeftinimung ber betfdjiebencn SIrten beS 
Seitmaages, ftnbrt manimXVIl. ^auptftücfe/ unbbefienVU.2lbfd)nitte 
Dom 45« bis 59- §♦ 

27. §• 

©er tt>tet>erl>Oluttg65etcl)en gie6te$unterfd)iebene Gattungen. 
SBcnn jweene gerabe ©triebe, ojme ^Junct, neben einanber ftefcen, 
f. gig. 5. (b); fo bebeuten fit, bag «war ba£ ©fücf auö jweenen Xbeilett 
Ixjtejje, unb ber erfteXJjeilbeffclben wieberfcolet werben mtige; bod) nietjt 
eber, als bis la$ ©tücf bom Slnfange biö jum @»ibe gefyietct worben. 
SUSbenn wirb ber erfte Xbeilnocb einmal bis an bie jweene ©tridje, ober, 
weldieS einerle» ift, bis an bie borj>ergeJ>enbe9cote, über welcher ein Hit 
kr (Strfel mit bem ^unete fre&t, f. (a), wieberbolet. 58c» fetd>en 
©tücfett fd/reibt man, ju €nbe beö jwepten $$eil$: 3Da (Capo. 
5ßenn Ritter einem ©triebe bier ^Junete ftefcen, f, (c), fo febeuren fte, 
bag bte folgcnbcn Acoren, bon i>a an, bis an einen anbern ©trieb ber bie 
^Mutete bot ftd) |>at, ju wieber(jolen ftnb. «SJcan pfleget aud) wo&l, über 
fofd:e ju wteber&ofenbe9?oten, baöSßt'rtcben: bis, jufd)rciben. Sßeim 
wben jweenen ©trieben auf einer jeben ©eite jweene ^knete ftefren, f. ( d )> 
fo bebeuren fit, bag *aö <S:tücf auö jweenen Sbeilcn beftck; unb bag ein 
jeber 2^'il iwei;mal wieber|>olet werben mü|[e f 5S3enn aber jule^t cm 

ober 



»l>ct? jweenefcalbe Cirfel mit ^Juncten flehen, f. (e); fo Bebeuten fit 

bafj baö (Srütf allba fd)Iiefje. S5a$ Seiten <iufbem@/ f. (f), beiflet 
berCufioe; unb jeigetbenörtan, auf welkem bte erfie 9?ote ber fol> 
$enben fünf £ inien ftebt. 

Sag VI. £atipt|lM- 

SSom @rf>rau$e t>et 3111^, U\) Sem Sölafeit 

auf tw glote. 
1. §. 

i ie 3««öe ift eigentlich taö fStfttd, mlutd) tie Sone auf I>cr §l6tt 
J lebhaft Vorgetragen werbe« fönnen. <gie ift jur muftfalifcbett 
5 5Ju$furad)e bod)fr nötfcig ; unb berridjtet eben baö, wa$ ber 95o= 
öctiftrtd) 6er> ber SStoline tbut. @S unterfei) eibet ftd) baburd) ein gloten* 
fr-ieler bon bem anbern: fo t>a^, wenn ibrer etliche ein@tikf wecfofelfc 
weife fpielen, man baffere, wegen beS unterfdtfebenen Vortrages, ofterö 
faum mebr Fennen fann. £)iefe$ rtibret nun mebrentbeilö tont regten 
ober unrechten ©c6raud;e ber gunge ber. €3 ift wabr, U$ aud) an beit 
gingern viel gelegen ifr. @ie finb nidjt nur nötbig, um iie ^obe ober 
Xiffe \eU$ Soneö j« befrimmen, unb Ue SnterbaKe bon einanber $« \m= 
terfdjeiben; fotibew auef), um jeber 9?ote ibre geborige Seit su geben. 
@ie fönnen aber bod) ber 2 ebbaftigfett be$ Vortrages nid)t fo bebü(ftier) 
fetm, at$ eS tie gunge ifh Senn lieft mug ben 2lu$brucf ber 2titen= 
fetjaften , in allen ©tücfen, er mag prächtig ober traurig/ luftig ober 
annefcmlid), ober wie er jonfl wolle, feptt, beleben. 

2. §. 
Um nun fermittefft ber 3«nge, unbbeS turd) biefelbe ausgeflogenen 
SSinbeö, ben Xon in ber Jlote reetjt jur 2infpract)c ju bringen, muß 
man , nad) 95efdjajfcnbeit ber su fpielenbcn Noten , in wa'brenbem 35la* 
fen gie;d}fam gewiiTe <St>iben augfpredjen, 1)iefe ©olben ftnb fron brepefc 
lep 5lrt. £)ieewe tjt: «ober fcij bieanbere: tm j unb biebritte: £>tf>11. 

£ 3 £>ie 




62 Dee VL öauptjlücfc*. I. Zbfönitt 

SDic legtet« 3(rt pfleget man tue 3Doppd$unge ju nennen, fu wie ^itt^ 
gegen t>ie erfrcre 2lrt: t>tc einfache äuncre genennet wirb. Sßon jeber 
3ttt/ fowo&l wie fte ju erlernen, aU ju gebrauchen ifr, fott in einem be* 
fembern Slbfdjnitte ge&anbelt werten. Unb weit ber ©ebraud) ber 3unge 
auf betn Jpoboe unb bem SBaffon, mit bem auf ber $lote biel gemein $at\ 
fowiltid), jum'iftulsettberer, welche bie genannten Snftrumente fpielen, 
in einem 2fn(wnge jeigen, wie fte bie Junge batet) ju gebrauchen, unb wa$ 
I« fonft noef) befonberä &u bewerfen laben. 

©tf vi. ^auptjtucfö 

SSoro ©ebtauc^e ber 3unge mit ber ©t)lbe: 

ti ober bü 
i. §. 

fH&etl einige 9Men (jart, anbere hingegen weiefy angeflogen werben 
^muffen: foiftju merfen, bafj bep furjen, gleiten, lebhaften, 
unb gefc&roinben ötoten, baö tt getrautet wirb. SSep langfamen, aud) 
»o&l luftigen, bod) babepannepmlidjen unb unterhaltenen <JJ?eIobien bin* 
gegen, mujj man ba$ fci brausen. 3m 5lbagio brauset man aüejeit 
ba$£>t> aufgenommen" bei) puncrirten9!oten, ju welchen büö tt notlng 
ift. Diejenigen ft> ber Dberfdd)ftfd)en «Dfimbart gewobnt finb , (jaben 
ftd) feierten befonbert in %d)t ju nehmen, um ba£ t unb S> nidjt mit ein« 
anber ju bermengen. 

«Sflan nennet ba$ ti einen Sungenftojj. Um biefen ju machen/ mug 
man bie 3unge, an bepben Seiten feft an ben @aumen brurfen, unb bie 
Cpi&e berfelben frumm, unb in iit «£>o&e, boin na&e bep ben gälwen 
anlegen: bamit ber 9Öinb aufgehalten ober gefpannet werbe. 2Benn 
min ber Xon angegeben werben foU; fo siept man nur bie ©pi&c ber 
3unge Dorn bom ©aumen weg ; ber Wintere "fcbeil ber Sunge aber bleibt 

am 



t>om G5ebi*aucf)e fcet äunge mit fcer ©plbe tt ober fct. 63 

am ©aumen : unb burd) tiefet SBegjiejjen gefd)ie&t ber ®tog bem auf* 
gehaltenen SBinbe; nid)t aber burd; baö ©togen ber 3unge felbfi, wie 
btele irrig glauben. 

3. §. 

€inige Haben t>te 2lrt, bag fte t>te 3utr^c jwifcfjen t>tc Sippen fc^cn, 
unb ben @tog burd) la$ 3urucfiieben berfelben machen. £>iefe£ balte 
td) fiir falfd). t)enn baburd) wirb, befoaberg in ber Xiefe, ber biefe, 
runbe, unb mannlidje ^oit t-erbinbert.- bic gunge mug aud) eine allju* 
weit'-iuftige Bewegung, bor* oba rucfroart$, machen; weldjeöanber 
©efdjwtnbigfeit binberlid) i(r. 

4. f 

Um einem jcben Xone, bon ber $icfe Bio in bie |>obe feinen gebori* 
gen^luöbrutf su geben, mug man mitbem 3ungenftoge, ebenfo, wit 
mit ben Sippen unb bem Äinne berfajjren, ndmlid) ; wenn man bon bem tief* 
flcn "Sone an, bie Xöne nad) ber 9\eu)e 616 an bie bofcen fpielet; mug 
man, bei) bem tiefften, bie 3unge um einen guten daumenbreit boit 
ben Sahnen rücfwarts, frumm an Un ©aumen fe$en; ben «Jflunb weit 
auöeinanber be&nen ; unbbe» einem jeben &o(jern "Jone , mtt ber 3unge 
immer ein wenig mebr borwartö an ben ©aumen flogen; aud) ben §?unt) 
immer enger jujammenbrücfeu. ©iefeö fe£e man fort, biö in baöj>od)fre 
£> , attwo bie 3unge ganj najje an W ßajjne fommt. Sßon bem bödmen 
Qf aber an, mug man mit ber ^mat nid)t mejjr frumm, fonbevn gerabe, 
jwifdjen ben 3<t(men an bie £ ippen flogen. siflan berfudje ba$ ©egentbeif, 
unb jiebe bie 3unge ben bem jwd)(ren Xone weit jurücf; ober flöge mit 
berfewen be» bem tiefflen Xone jwifd)ett bie3a'(me: fo wirb man ft'nben, 
bagbie $fyt pfufd)enb Hingt, aud)nid>tgut anfpridjt; bit Xicfc bin* 
gegen fdjwad) unb bunne wirb. 

5. §. 

9BiU man W 9?oten febr t urj madjen ; fo mug man la$ tt gebrau* 
cf)en , ia bie <5pi(se ber 3unge gleid) wteber an ben ©aumen jurücf fprin* 
gen mug ; um ben Sföinb auf£ neue ju fpannen. SDran fann bieftö am 
beflen merfen, wenn man, ofme ju blafen, etliche ti ti ti ti gefd;win& 
hinter einanber au$fprid)t. 

6. §. 

23e» langfamen unb unterhaltenen (nourijTanten) Wattn, barfber 
@to§ nidjt bart fepn : wcöroeaen man alöbetm ba$ fct anstatt beS tt 
brauchet. |)ierbep ift ju merfen, bag, fo wie bei; bem tt bie @pi£e 

bet 



6 4 . £>ca VI. ^aupttfutfs. L3bfcfomtt. 

ber 3 Utt ^ e öleid) »»ictet an ben (Daumen fpringt; btcfcP&e hingegen , Ben 
bem *>i , mitte» im Stfuttfc frep Weite« muß : fcamit fcer 2Dirtt> nid;t »er* 
Entert werte, bm Xou ju unterpalten. 

3Senn bie 5ld)ttjjeile im Sltlegto Sprunge auömadjen, fo baben 
fle ti. folgen aber andere Noten bavanf, weldje jlufenweife auf« ober 
nieberwartö gejjen; jte mögen <tu$ 3ld)tt6eilen, 33iertJ>eilen, o&er weigert 
«Roten beffce^eti : fo wirb hat t>t gebraucht, f. Xab. HL fig. i. ©fc» 
(Jen ©ttidje über ben l&iertfceilen: fD bleibt btö ti. f. Xab. III. $tg. 2. 
ginbet fid) ei» 33orfd)lag bep einet Sftote, fo wirb berfelbe mit eoen ber 
Slrt 3unge geflogen/ wie bie oorj>erge|jenben ^oten; ftc mögen jjart ober 
weid) fepn. f. Xab. HL Sig. 3. unb 4. 

8. §. 

(?$ ijl eine allgemeine SXegtl, bafj swifdjen bem <8orfd)lage, unb 
ber Sftote bie bot ijjm bergest, ein Heiner Unterfd)ieb fepn müije; abfoiu 
berlid) wenn bepbe 9>Men auf einerlei Xone fielen: bamtt man ben^or* 
fcplag beutlid) (wen fonne* £Me Sunge muf? alfo nad) Slnflo^ung ber 
twrbergejjenben 9Me, gleid) wieber an ben ©aumenfpringen; woburd) 
ber SDinb aufgebalten, bie 9?ote Jurjer, unb alfo ber '■Borfdjlag beutli* 
djer wirb. 

9. $. 

93ep gefdjwinben «paffagien t(jut bie einfache 3u)W *<me Pte 2Biw 
Jung, weil bie bieten baburd) alle einanber gleid) werben; mld)t boef), 
bem guten ©efdmiacfegemdfj, etwas ungleid) fepn müfjen. f. XI. £auptfr. 
11. §. ?D?an fann ftd) alfo babep ber jwo anbetn Wirten beö 3ungenge= 
braud)$ bebienen, namlieö be$ tiri ju punctirteit ^oten , unb ju ^affa* 
gien twn nnfjjiger ®efd)winbitfeiti beö Snfcli aber su fejjr gefdjwinben 
^Jalfagien. 

10. §. 

9?id)t alle Sftoten bürfen mit ber 3unge geflogen werben: fonbetn 
wenn ein SSogen über jwo ober mejjr 3?oten ftebt ; fo muß man biefetbett 
fd)leifen. @ö ifl bemnad) su merfen, bafj uur bie 9?ore, bep welcher bet 
93ogen anfangt, gefto&en werben mug: bie übrigen aber, bieftd) unter 
bem 93ogen befinben, werben an bicfelbe gefdjtetfet; wobep alSbennbie 
gunge nid>ti ju tbun bar. & wirb aud), orbentlid)er Sßeife, bep 
fd)leifenben ü^oten nid)t ti fonbern t>i gebraud)et, f. Xab. III. §ig. 5. 
@te^t aber ein ©trid; über ber bor bem SBogen ^erge&enbe» i»Jote; 



XH>m <35ebr<*ucfce bn 3un#e mtt t>er QyVot ti ofcetr fct. 6s 

fb frefommt fowobj biefelfee, alö aud) Die folgenben : tt, f. gig. 6. SSJernt 
ber 93ogen &n) t)ec j weiten 9Me anfingt/ unl) bie im 9?ieberfd)lage an 
bie int SMitf&ekn gefcljieifet wirb; fo fpteleman biefelfcen rote bei) gig. 7. 
ju fe&en ift. ©efcfjiebt t)ief«ö a&ec im gefcjjwinben Seitmaaße; fo nimmt 
man ti anftatt fct. 

11. §. 

3Benn ttber SXlotcn tie auf einerlei) Xone flehen/ ein Sogen ßeftob* 
lieb «tf/ f. 3>3- 8; fe müßen felbige tutet; ba$ £aud)en , mit 23ewegunfl 
ber 93rufr, auögebrücf et werben, ©re&en aber über folgen Noten au* 
gleich <puncte, f. Sig. 9 ; fo muiTen biefe Siotenofel fcfja'rfer auSgebrtiefet/ 
wnb fo ju fagen mit ber 93ruft geftojjen werben. 

12. §. 

€3 tfl nid)t wo&l moglid), weber ben Unterfdjteb jwifd)en ti unbfct, 
ton welkem tod) ber Sluöbrucf ber Seibenfdjaften jiemlid)en Sbeilö ab* 
jtfngt; nod) bie oiekrlet) 5Irten be$ gungenftofkg, mitSöotten&öu'igju 
bejtimmen. 2Snjwifd)en witb boef) bie eigene Ueberlegung einen jebett 
«bezeugen, bafj, fo wie jwifdjen fdjwarj unb weiß ftd) nod) berfd)iebene 
3wifd)enfarben bejtnben; alfo aud) jwifd)en jjart unb weidj, me&talS 
ein ©rab ber 5Waijiguttg (tatt ftnben muffe, golglid) fann man aud) mit 
ber 3unge ba$ ti uttb fct auf bieletlep 3Irten ausbrücfen. (So fommtnut 
börauf an, bafj man fudje bie 3unge gefd)ift genug ju madjen, um bie 
SRotett, nad) tf;rer 93cfd)affenbeit, bafo harter, balb weicher flogen j« 
tonnen: weldjeö fowof;! burd) bat gefcfywinbere ober langfamere 2Degjies 
jjen ber Sumje fcom ©aumen ; al$ burd) bat frarfere ober fcf)w4c&e« SBfo* 
Jen be$ SKJinbeS gewirfet wirb. 

13. $. 

51« einem großen Orte, wo et fdjaUet, unb bie gufcorer weit ent« 
fernet fmb, mufj man bie Floren, mit ber £unge, überhaupt me&r unl> 
fdjdrfer marfiren, alö an einem fieinen Orte; befonberS wennerlidje 
Stören auf einerlei) "Jone borfommett : fon(t flingen btefelben *M wenn |Tc 
nur mit ber föwtft ge&aucfyet würben. 



3 SDeS 



66 £)es VI. öauptfiücfc*. II. 3bfcf>m'tfc 



©e* VI. £auptjfMS 

II. Slbfcfcnitt 

S5om©ebrau($ebet 3tm$e mit fcem Sfatdjett: 

titl 

i. §. 

Jy^iefe 5lrt 5at ki) ^agagictt bon mdfsiger ©efrfjwinbigfeit iken guten 
{§j& 5ftufeen: kfonkrö weil k»ki) ke gefcfmnnkftcniftotenaUeieitetwaö 
ungleicf) gefpielet werten muffen» f. XL .fjauytft. n. §. 

2. §. 
38te ke <Splk ti mit kr Bunge auSjukücfen fen, kikicf) Units 
im borigen 2lbfd)nitte gejeiset. 95eo kr 3irt wobon ^ter ge&anklt wirb, 
fommt nod) i>a$ ri taju. sfilan mug fud)cn t>en 25ucf)ftaktt r recfjt 
fdjarf augjufpred)en. ©iefeg t&ut im ©ebore eben ke SBirfung, alö 
wenn man kn kr einfachen Sunse kit2 fci kaufet: o& e$ gleidj kmie* 
nigett kr feföft fpielet, nic&t fo borfommt. 

3- §• 
93e» 9?oten mit g>uncten ifl tiefet ttrt unentkfjrlicf; ; knn ti kn% 
tfet t>te punctirten 9?oten biel fd}drftr unt> lebhafter an^, «W feine ankre 
Sirt M 3ungena,ekaud)e$ bemtogenb ijt. 

4. §. 

93et> tiefem 2Börtd)en ttrt faßt kr Slccent auf ke le^te ©ptte, ks$ 
ti itf fürs, tmb k>$ vi laug, £>ae ri mu& alfo atlejeit 51t kr Vloti im 
9?iekrfd)lage gckaudjet werkn: fcaS ti akt ju kr 3?otc im Slufkkn. 
Sxxti ri fommt alfo in bier @ed)aejmti>eilen attejeit &u krertfen uno kit. 
ten ; bat tt akr ju kr jwepten unb feierten ^ote. 

5. $. 

55a man akr niemals mit ri anfangen fann; fo muß man ke ertfen 
jwo 9?oten mit ti flogen. Q3et) ten ükigen bon tiefer 9Irt 9?oten fa^rt 
man mit ritt fort/ 6iö eine 'Seränkrug, entwekr in 9?otcn, okrburd) 
Raufen gefdjiebt. Solgenk Krempel werkn seigen, wie kefe 5(rt9?oten 

mit 



Dom <35ebtCMd)c ber Sumje mit bem V06vtd)m tivi, 67 

mit ber 3unge ausgebrochen werbe» muffen, f. £a&. III. gijj. 10. 11. 
unb 12. 'SJenn anfrart ber erjtcn S^ote eine g>aufe frebt, wie (et) bem 
testen biefer Stempel au erfeben ift, fo feget man baß tivi fort. 25a 
aber bier beo bem j weiten SSiert&eile bie «puncre aufboren, unb bie jwo 
breogefdjwa'njren 9?oten: €/ 3> iffl 2tuf{jeben fommen: fo bat eine 
jcbe ti. £>a$ folgenbe ® im 9Jteberfd)tage bat vi; unb weif felbigeö feu 
wen ^Junct neben ft'cf) f;at, unb alfo mit bem folgenben g gleid)ifr; fo 
befommt bai foigenbe mit bem g>uncte ti auftatt vi. 

6. $. 

3m Sripeltacre lat eö gleiche SBewanbniß, f. £ab. HL gig. 13. 
unb 14. 3Benn im i , l , ff , f , ober V Xacte, in einer gtgur bon 
brep 9toten, bie erfte einen «punet hinter fid) bat, wie foldjeä in ©iquen 
borfömmt: fo Wmbit jwo crjlcn SJ?otcn tt/ unb bie le&te vi, f. Xab.III. 
gig, 15. 16. 17. unb 18. 

7. §. 

S5et) Sftoten obne «punet Fann, anfrart beöti, baö bi gebrauchet 
werben, ©enn in ^affagien erlaubet bie ©efcfywinbigfeit nidjt bag ti 
auSjufpredjen: tß würbe ferner bem ©ejjore unangenefcm fallen: unb 
enblid) würben aud) bie 5? oren adjuungleid) werben. £>ocf> behalt bie erfte 
allejeit ti , unb bie übrigen btri. Solgen auf @ed)jebnt&eile foringenbe 
2(d)tt&eiie; fo brauche man ti: unb bep benen bie fiufenweife geben, bi ; 
f. gig. 19, unb 20, 

8. $. 

fffiürbe erfobert bajj bie <pafiagien gefdjwinber gefpielet werben 
müßten, alö manbaö bin auSfpredjen fann : fo muß man entweberbte 
britte unb tierte, ober bie erfte unb jwet)te fd)Ieifen , f. gig. 2 1. unb 22, 
£>ie leitete 5lrt, wo bie erfte unb bierte 9?ore ti, biebritre aber vi bat, 
ift am meifren angreifen : weil man biefelbe bep begebenen 5lrten ber 
g>affagien, fowobl in fpringenben aß gebenben Stfoten brauchen fann. 
S)urd) baß ©d)letfen ber jwenten 9?ote erholet ftdj aud) bit Sunge ; unJ> 
fann, o^ne fid) ju etmüben, befto Idnger auöbauern : ba fie bingegenbep 
ber 2trt, wo man tat biri beftanbig fortfißet, balb mnbe, unb an ber 
©efdjwinbigfeit oerbinbert wirb. 2)?anfejje&ierbonbie33epfmeleXa&. Ui 
gig. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 

9- #. 

25ie le&te 5lrt ben ^ig. 29. ift im Xripeltacte jur ©efdjwinbigfeit 
bie bequemte ; bod) muß man fid) überbauet mü) öen frringenben SJoten 

3 2 ridjtei?» 



68 I*0VI.£auptjfütfe. m. 3bfd>mtt. 

tieften. 3Senn auf eine SRote jwo gefd)winbete feigen ; fo fontteit fcte 
jwo erften fct, unb t>te britte vi jjaben. @6en fo Oerjwlt e$ ftc^ mit J>rcr> 
gleiten 2ld)tt!JeÜen, cbec Xriolcw. f. $a&, HL gig. 30. 31, 32» 33, 
unb 34« 



©tf VI. &uiptfföc» 

III. Sfbfcfrtitt. 

S3om ©ebrauc&e i>er 3unge mit fcemSortcfyeiu 

Jib'd, otw ^r fogenarmfw £>oppel$unöc, 
1. §. 

Cj^ie ©oppcfisunge wirb nur ju ben aflenw'cfiwtiibejr en g3affagte« ge&rau* 
t$|ö djet. @o Ietcf?t fie fo roo&l mthiblid) ge*ciget, a!5 burd) t»ag ©efror 
fcegriffen werben famt: fo fdjwer fallt et, fie fdjrifrlid) ju lehren. £>atf 
SBorfc^eit WMl, we(cf;eö mau ba&et) autfviidjt, faßte aus $nw ©pftett 
^cfte&cH. 3u ber jroetjten ift a&er fei» ©ei&ftlauten alfo fann fie webet 
bibcl nod) i>üi, fonber« nur bib'tt geneunet werben; woBc» man beit 
©elfcfHaufer, ber in ber swepter; ©#e freien follfe, fccr&eifkn Siefeö 
t>11 afcer fann mit ber ©ptee ber 3unge wd)t auögefprod;en werben, wie 
ia$ fct. 

3Sie bd^ fct gewad)« werben mbffe, [kröe idj irtterfren&ffäjrtttre bie* 
ftf |>auptfrt'<f $ gejeiget. 3d) bejt^e mid> alfo Wt batauf. SSM matt 
nun baS btb'U auSfprecfjen; fo fuge man erfttid) fci: «11b mbcw bie 
^pi^c ber $unge bow an ben ©aumen fptimt, fo liefye mon gcfdjroiitb 
fcie 5Ritte ber gütige, auf Betten «Seite«/ ein wenig Uom ©aumeti !iic* 
terma'rtö at>: bamit ber 2B»ub, auf ^nb^n Reifen, bie Äuere jwifcOen 
fall S'i&nen fcerauö gc&e. 1)iefe$ SJegji.'tJen wirb alfo ben <3tejj ber 
gwepten @»)(6e Ml gefreit; weld)ema» akr, tfjm batf Porjjergefienbe bt, 
ttiemaW afleüt auSaufpredje« twmag. 3ttan fpw&e herauf bkftt bft'll 

etltdje 



Dom (gebrauche btt 5tw#e mit fcem XOovttytn t>tt>'ll. 6p 

etltd)emal gefefywinb hinter tinaritez an$; fo wirb man kfler Jjoren , wie 
«öflingenfoll, aföid) eg fd;riftlid) auöbrücfen fann. 

3- $• 
3m ©eferaudje tffc la# fcifc>'ll ia$ ©egentfceil front tt'rt. £>enn fo 
wie ber 5lccent &ei) ttri auf ber jwenten (gpl&c liegt; fo fallt berfelk &en 
fctfc'll auf bie erfte, unb fommt aßejeit auf fcie 3?ote im 9?ieberfd)lage, 
»Jet auf ti( fogenannfe qutc Xlote. 

4. $. 

5Bitt man biefeö ttfc'll aulüben fernen; fo ift no'tjjtg, U% man an« 
t'anglid) etliche fftoten auf einerlei) Xone fpiele; o&ne «Bewegung ber Sin» 
ger ; unb jwar in ber ?D?itte ber Xottletrer ; benn iitft 5lrt ber 3unge roiß 
fcepm anfange, bem Xone/ ober bem 5lnfa|e etwa$!)inberlid)fei)n. gol* 
fienber ^oren fann man fiel) 9lnfangOebicnen: unb wirb ba$ fctb'Uin 
wä&renbem 93lafen foauSgefprocfjcn, wie e£ ftd) unter itn 3?oten fcefinbef, 
f. Xafc. IV. pig. i. £>iefe$ Krempel üt>e man fo lange/ biß man eS, 
tmrd) alle Sone, beutlid) machen fann. hierauf fe|e man nod) ein paar 
3?oten ju, f. Xafc. IV. gig, 2. ttnb wenn man biefe red^t in Uefcuns 
gebracht |>at; fo ne&me man einige froren frufenweife, f. gig, 3. 4, 5. 
unb 6. 

5. $. 

^»ierfen mufj man fe^r wo&l %6)t fyaltn, bafj bie 3unge nid)t ge# 
fcfjwinbcr geije ati bie gtnger: mld)eß anfangs mejjrent&eifö ju gcfdje&en 
pfleget. 5)?an mufj bielmeljr fudjen, bie erjte 9?otemtt t>i aßejeit ein 
wenig anjufialten, bie jmepte mit Ml hingegen, ttnat fürjer ju machen. 
SDenn burd) txiß gcfdjwinbe Söegiiejjm ber Sunge, befommt b«$ £>'U et 
Ben fdjärfem ©tojj. 

6. $. 

3c& Joffe tag ju Erlernung biefer 3unge D&ige^epfpiele&inreidjent» 
fet>n werben. £)ie folgenben follen seigen, wie man firj berfetöen tep al* 
JerjwHb ^iffagien 5 ebienen fenne. 

7. $. 

SBenn bie ^affagien in einerlei) Geltung ber 3?oten, nnbo&ne gtofse 
Sprunge foitbauem: fo fccDsftr bie itjfcSfote im 0?ieberfd)lage aßejeit fct, 
unb bie jwepte v> U, u. f. w, wie gig, 7, auSweifet, 

Ctejt auftatt ber erftet 3?ote erns faufe; fo müffm bie jwo erftern 

S 3 tarauf 



7 o Des VI. ^auptfiutfe III. Wd>mtt 

batauf fotgenben 3?oten mit tt angeflogen werten. SDie Avisen aber neb= 
tuen wieber fc>t an, f. §ig. 8. 

9. §. 

@te&en bie jwo erjtern Sftoten auf einem Orte ; fo werben bie breb 
etfletn mit tt geflogen, ©tnb e$ aber bit jwo (entern; fo wirb bie brttte 
mit fci/ unb bie bierte mit ti geflogen, f. gtg. 9. unb 10. 

10. §, 

«Sttacljet bie lefjte 3We einen ©prung in bie £66e; fo fann biefclbe 
and) mit tt geflogen werben, f. $ig. 1 1. 

11. §, 

SBenn bie erfle ber gefd y winben 9?oten an eine borbergebenbe lange 
gebunben i)l/ ober wenn an beren Stelle ein $Junct flebt, fo mug man 
biefelbe mit bet 93ruft baudjen, unb anflatt tu, t>t fagen, f. ^ig. 12. 
unb 1 3, 9ftan fann aber aud) bie bepben Sftoten nad; bem ^unete mittt 

anflogen, f. $3.14. 

12. §. 

3n ben fotgenben Rempeln will \d) fudjen, bonbenen ^affagien, 
wo eine Sßerdnberung bet 3ungen erfobert wirb , bie nötjjigflen an&ufub* 
ren. SBeil aber unmoglid) ifl äße borfattenben ^afiagien gerbet ju fe&en ; 
fo muH id) bat übrige bem eigenen fftactyftnnen eineö \<btn überiaffen. 

13. §. 

3luö ben krempeln bon ber 1 5. biö iur 2 4. §igur ber I V. Xabetle, unb 
auf ber V. %ab. bon ber i.bil ju ber 1 1. gigur, fann man feben, ba$ 
entweber bie weiten ©prünge in bie £6be, ober Xiefe, ober bie Raufen, 
ober wenn &wo 9?oten auf einem Xone (leben, roo bie Sßieber&olung be8 
tt nötbig ifl, bie Urfadje jur 33eränberung ber 3unge abgeben, 

14. $. 

S5eo brep gleiten 9?oten, fie mögen entweber alt Xriolen, ober im 
©ed)öad)ttberttacte , unb benen ibm abttltdjen Xactarten borfommen, 
ifl ju beobachten, bag bie jwo erflern 9?oten attejeit tub'll, unb bie 
britte bt bekommt: bie Sntcrba'J: mögen aud) fcpn wie fie motten; 
f. Xab. V. §ig. 12. unb 13. SD?ad)et aber bie jroct)te 9?ote einen febr 
grogen ©prung in bit $iefc; fo mug man ber erflen: t>i, unb btn 
jtwo te&tern: fctb'U geben, f. §tg. 14. <Stebt anflatt ber erflen 
Sfjute eine g>aufe; fo giebt man ben jwo folgenben 9Men: fctö'U/ 
f. Sig. u. 

15. §. 'Die 



Vom ©ebraucfce fcer Mutige mit £>em XÜQtttym fctfc'U, 71 

15. §. 

S5ie erfte 9?ote einer feben ^ijjur, eö mag Mefe aus brep , oberbier, 
ober fed)ö 9Men Befielen , mujj matt aKejeit ein flein wenig anjjalten : 
um bie gunge mit ben gingern in gleicher ^Bewegung &u erhalten; bamit 
lebe 9?ete it)r gehöriges 3«tmöag befomme. 

16. §. 

£>ie gefdjwinben 5?oten/ beren feiere, ober mehrere auf einerlen 
Xone oorfommen, bienenjur 'probe, ob man bie ©oppeljungerec^t au$* 
Ük, baß ift, ob bie jwepteStOte ebenfo fdjarf, aß bie erfte, gebogen 
»erbe, ge&let eö noct) hieran; fo fann man aud) bie roHenben ^affagien 
nid)t brillant unb lebpaft genug vortragen. 

©tf Vi. £auptftMS 

&\\W gfnmerfungm $um ©ebrmic&e t>e$ 

1. §. 

^gjeit ber £üboe unb ter?öafTon, wenn man bie SinQevotbmmg 
S^ unb bm 1lnfy% aufnimmt, in einigen Etüden mit ber glotetra* 
fcerftere einerlei @tgtnfcf)aft im Spielen pa&en: f Ernten bie, welche 
eiiteö biefer bepben Suftrumente banb&aben, fTd> ntcftt nur biefe Slnwei. 
fung bon bem ©ebraua)e ber jweperlcp 2(rten beö 3ungenfro&eö mit tt 
unbtmj fonbern aud) überpaupt bie gan&e üebre bon berate, fowett 
fie nicljt bit gingerorbnung , unb bei« 2lnfatj betriff, ju^u^en magern 

2. §. 
man bemerfe nur, bet) bem Sungentfoße mit tt, baß man, weil 
ba# Stobr swifcOen bie Sippen genommen wirb, anftatt bie (Spitze ber 
3unge, wie be» ber gii5teaefcf)iei)t, frumm su machen, unb oben an bett 
©aumen ju bt ücf en , bk 3mtge bielmebr gerabe aufreden muffe. 2D?it 
ber @pit)e berfelben mad;et man bieDcffnung beö SXopreS ju, um bcit 

SÖinb 



72 2>ea VI, ^auptfiütfe 2lnt>atig. £trri<je ^iimettfuncjjen sc. 

3Binb ju fpannen, ober «ufju&alten. £>a$ 3urä<f$icJ>en ber 3iwge aber 
terurfadjet ebenfatt* ben <Sto&, fo wie beo ber %iott. 

3- $• 

SDer SBajfonift jjat t>otr bem £oboiflen nod) tiefen «Öört^eil, bag et 
öttd) bie ©oppelsunge mit tufc'U, fo wie ber gtotenifr, gebrauchen fann. 
sftur iftju merfett/ t>ag auf bem33a(Ton/ bie entferneten Sprünge Pon 
ber Xiefe in bie ^o^e, nid)t, wie auf ber %lott, gefd)leifet werben f ennen: 
biejenigen aufgenommen , weiche H$ ungefrridjene @ nidjt uberfd)reiten. 
(g$ muffen vielmehr bie Xone, in welche man atö ber unterften Dctabe 
fpringt, alle geflogen werben. 3« ber jweptett Dctabe/ mfmlid) ton 
bem ungefrrid)enen © an, fann man wo&l nod) einige fpringenbe Sftoten 
fd)leifen; boc^ muffen fettige aud) nid)t baö ungeftridjene 51 überfd)reiten: 
wofern e$ anberä nidjt burd) ein befonberS gutes SXo&r, unb fej>r feften 
3lnfa(j bewerffteUiget werben fann. 

4- b 

$©a$ ben Xon auf biefeubeßbenSnfttumenrett anktrift: fofommt 

itötr) bieleö auf ein gut SXo&ran; o& fD[4>cö bon gutem unb reifem £olje 
gemadjet ift; ob e$ {(in gehöriges ©ewßlbe bat; ob e$ weber ju breit nod) 
SU fd)ma|)l/ weber ju lang nod) m fürs ift; ob c* weber ju biefe nod) m 
bdnne gefd)abet werben. 3ft U$ SKopr vorn ju breit unb ju lang; fo 
werben iit popen Xöne gegen bte unterften ju tief: ift tß aber ju fd)mapl 
unb ju furj; fo werben biefelben ju fyod). 2Benn nun gleid) biefeö aUe$ 
wobl beobachtet worben ift ; fo liegt bem ungead;tet nod) ba$ meifte an 
ben Sippen , unb an ber 51vt wie baS Svoljr jwifd)en biefelben genommen 
wirb, sjflan muß iit Sippen weber ju Diel, nod) ju wenig jwifd)«, bie 
3äpne einbeiiTett. 3ft iaö erftere; fo wirb berXonbumpftg: gefd)ie6t 
«ber itö le&tere; fo wirb berfelbe ju fdjmetternb unb pralienb. 

5. §. 
Einige, befonberö bie sSaffoniften, paben bie 2lrt, bafjfte baSSXobc 
etwaö fd)ief jwifdjcnbie Sippen nehmen; um iit bo&en Xone bejlo leid> 
ter ju baten, ©tefeö Perurfadjet aber nid)t «Hein einen fd)led)ten unb 
Pfufd)enben ^on ; fonbern eö mad)et aud) , bafj man ba$ unangenehme 
pfeifen be« SBinbeö, welcher an ber ©eite beäSKobreS perauegept/ öf* 
terd bon weitem froren fann. So ift alfo Piel beffer/ ba§ man baö 9\obr 
ganj platt jwifdjen bie Sippen nebme : um einen fd)webenben unb ange* 
nehmen Xon aus bem Snftrumcnte ju jiepen. 

6. §. S3e» 



6. $. 

S8e9 Wartung btefctr kpkn Snfrrumente, muß man kbacfct fenn, 
mit km £etk eine natiSrlid)e unb gute Stellung ju mad)en. ©ie 21rme 
Jialte matt km geik a&, unb ftrecfe fte t>orw<frtö: bamit man t>en ßopf 
nid)t unterwärts knsen bürfe; alö woburd) bie^eple jufammen gebrÄ* 
cfet, unb fcaSSltkmklen gckmmet wirb. 3n einem Drdjefter muß fcet 
£o6oift fein Snjtrument, fo Diel moglid), in bie ^)ot>e falten, ©enn 
wofern er baffelk unter ba^ulpet fterfet; fo krlieret ftd) t>i« ©t4rfc 
k$ Xoneö. 




£ai vii. £auptftM. 

SBom 9(t()cm()o(eit , bei) SluSübuttä t>er gtöte. 

[en 5ltkm ju rechter geit ju nehmen, tfl kn SSfoSinftrumenten, 
fo wie kt)tn Singen, eine fejjr notj)ige @ad;e. ©urd) beffen 
«!)?i$kaud) , welken man t>ocj) kn Dielen wahrnimmt/ werben 
9J?elobien/ welcfje an einankr fangen fallen , öfters jerrikn; biedom« 
pofttion wirb berfhtmmelt; unb ber 3ul)6rer eines XkUS kn feinem 'äßer* 
gnüg.m krauset. €S ift eben fo fd)ltntm, wenn man etliche Wattn, tit 
jufammen geboren, jertrennet; aU wenn man im ?efen, epe krfginn 
auö ifl , ober gar jwifdjen einem Qöorte t-on jwo ober bret> Kolben, 
2itl;em klen wollte, ©aö Untere gefd)ie!)t jwar im £efen nid)t; la$ er« 
ftere akr im 23lafen fek oft. 

i. 4. 
£)a akr audj nid)t allemal mDgltd)ift/ alles was jufammen gejw* 
ret ; in einem 9itfjem ju fielen: weil entwekr bie Gompofttion nid)t im> 
mer mit gehöriger 33ejjutfamfeit tiaiu eingerichtet ifl; ober weil ber , mU 
d>er fte ausführet, nid)t ga'&igfeit genug kft&t, ben 9Jtkm ju fparen: 
fo will id) pier einige (Jremyel anfuhren/ auö weldjen man wirb a&nejjmen 
f onnen , kt) m& für Biotin am fuglidjften 3ltkm fonne genommen wer* 
kn, hieraus jiek man \\d) in ber g-olge allgemeine Regeln. 

Ä 3. §. £>ic 



74 T>aa VII. öauptjifttf . 

3- §. 

Sie gefdjwinbeffen 9?oten ton einerlei) ©eltung/ ttt einem Stücfe, 
muffen etwaä ungleid) gefpielct werben ; wie foldjeg im XI. £au|>tftü<f t, 
unb beffen n. §. weitläufiger abgefcanbelt wirb/ weld)e$man bierben 
nac^Iefen »olle. £ierau$ flieget bie SKegel/ t>a@ man ben 3ltbem swu 
fcr)e;t einer langen unb f urjen Sftote nehmen muffe. 9?iema(ö barf tß nad) 
einer furjen, öiefwerttger nact) &er Icfjten f^ote im Xacte gefdf>c^en: benn 
man mag biefelbe aud) fo fürs flofjen aU man will; fo wirb fie iod) burd) 
fraö 2lt&em&olen lang, £terbon werben iit Xriclen aufgenommen, 
wenn fie jtufenweife auf* ober nieberwdrts geben, unb febr gefd)wtnb gefpie* 
let werben muffen. 23en biefen erfobert e$ öfters bie Iftot&wenbigceit, 
nad) ber leeren ffiote im Xacre 5ltbem ju nehmen, ginbet fid) aber «ur 
ein (Sprung bon einer Xerje/ u. b. g. fo fann e» swifd)en bem Sprunge 
gefd)e(jen. 

4- §• 

3Benn ein <Stucf mit einer SMe im ütufßebeit beS SacreS anfangt; 
bie SlnfangSnote mag nun bie le^te 3?üte im Sacte fetm , über eö mag 
bor berfelben nod) eine^aufe im S(Jieberfd)lage fteben : ober wenn eine @a* 
benj gemacr)etworben/ unb fid) ein neuer ©ebanfe anfangt: fomufsman 
bet) SßJteber&olung be$ ^auptfa^eö, ober bepm anfange beS neuen ©e» 
banfen, borber 2ttbem (jolen; bamtt bit <£nbigung be$ borigen/ unb ber 
3lnfangbeSfolgenben, bon einanber gefonbert werben, 

5. $. 

&at man eine 9Me bon einem ober me&rXactenaugjubalten; fo 
fann man bor ber baltenben 9?ote 5ltl;em fcolen, wenn aud) gleid) eine 
furje 9iote borfjer gebr. 3Beim an biefelbe lange Wote nod) ein 2Jd)ftbeiJ 
gebunben ift, unb auf biefeg jwep @ed)je(>ntbei(e / unb wieber eine gebun* 
'Tvne Stfote folgen/ f. Xab. V. gig. iö; fo fann manauö bem erften SHdjfc 
tbeile jwen ©edjje&ntbeile/ bod) auf eben bemfelben Xone/ machen/ 
f. Xab. V. ftig. 17; unb jwifd)en benfelben ben 5lt|>em nehmen. ?luf 
gleidje Strt fann matt bei; allen gebunbenen Späten, (Ligaturen)/ fte mö* 
gen IBiertbeile / 9ld)ftbeile, ober <Sed>jebtitf)cile fenn, fo oft eö mStbia, 
tft/ berfabren. gofget aber auf biefe 33mbung naef) ber balben 9}ott, 
weiter feine anbere mer)r/ f. §ig. is; fo fann man nad) ber, an bie 
lange gebunbenen 9Me/ Sitjjem Holen, o&ne (it in iwo 9?oten su jer# 
t&eilen. 

6. §. Um 



6. §. 

Um fange ^Magien ju fpielen, i|r not(jig, baf? man einen gute« 
3$orrat& bon 5ltüem langfam in fid) ste^e. «Jftan mufj ju bem (Snbe ben 
$altf unb bie Sßrufl weitauföepnen; t>ie 9ld)feln in bic£>öpe jiepen; beit 
Sltpcm in ber ^3ruft, fi) biel aU möglid) ift, aufsupalten fud)en; unt> 
ipn alebenn ganj fpatfam in bie glöte blafen. %inltt man fid) aber bennod) 
genotpiget, $wifd)en gefcpwinben 9?oten Slt&em ju Wen: fo mufj man t>tc 
Sftote, »ad) weld)et e$ gefd)epen fott , fepr furj machen ; ben Pipern in 
ber ©efdjwinbigfeit nur biö an bie ©urgel jie&en ; unb bie folgenben jwo 
über brep 9Wen etwaö übereilen : bamit ber Xact nid)t aufgehalten werbe, 
unb aud) feine iftote berlobren ge|je. ©laubet man aber im 93orau$, 
nid)t im ©taube ju fepn, bie ^3aff«9tc in einem Sltjjem au£$ufpielen; fo 
tjjut man wopl, wenn man eö nid)tau$ a'ujjerfte anfommen l<fgt, fon= 
bern bep Seiten mit 'SBortpeil Sltpem Jjoler. £)enn ie öfter man in ber 
©efdjwinbigfeit SUbem nimmt; ie unbequemer wirb berfelbe, unb ie we* 
nigerpilft er. 

7- §. 

5Iuö folgenben krempeln; bon ber 19. giguran, btö augnbebec 
V. Xabelle, wirb man beutlid) fepen fonnen, bep wa$ für 9?oten man 
am füglid)ften 3lt(jem bolen fonne, & finb aUejeit biejenigen, über mU 
djcn ein ©tridj jre&t. Dod) berfkbt ftd) bon felbfl , bafi man ntdjt alle* 
seit, fi) oft dergleichen SRoten borfommen/ fonbern nuralebenn, wenn 
e§ bie Stfotfj erfobert, Ultbem ^olen muffe. 

8. $. 

Ob biefeö »un gleid) bep bem erftett , &wepten, britten, unb leiten 
SSiertpeile eineö jeben Sacteö gcfd)e[;en fann; fo ift t$ bod) allejeit beffet 
bep bem erften SStertpeile, unb &war nad) befien erften Sftott; <5ö wdre 
benn, bajjbie erften biet 9?oten ftufenwetfegtengen, bie folgenben aberfprdn« 
gen. £>enn bep weiten Snterballen fdjicf et ftd) ba$ 3Jtbempolen am bejlen. 

9- §. 
5ftan madje ftd) bie Tempel bon ber 16. $igur ber V. Xabelle an, 
W ju (Snbe berfelben, red)t bef annt ; fo wirb man barauS ben 3ltpem am 
rechten Orte nehmen lernen ; unb baburd), (td) bep allen borfommenben 
^)a(fagien Reifen $u fonnen, mit ber 3«* f^is werben. 

10. §. 
5ßenn eöber 9\aum erlaubete, berbienete biefe Materie bomSItpem* 
^olfit w0f out uod; mebrern@rempcln erläutert ju werben; weil fo roo&l 

^ 2 ©4na« 



76 Pas VII. öauptjiütf. X>om %t\>tmbc>leiu 

©4nger att SBlaginftrumcntiflcn gerinne fo jjauftge &Wt begeben. Sil* 
lein wer wollte aHe %äUe kftimmen, wo man öfters mit einem Sltpent 
nid)t fo lange autfjjalten fann, alö es wo&l fepnfollte. SDiellrfadjenbabon 
finb fo berfdueben, bag e$nid)t allemal möglich ifrjufa-gen, obber<2ompo* 
tiift, ober ber Stuöfu^rer / ober ber Drt wo man fingt ober fpielet, ober 
fcie gurc^t, welche eine 93eflemmungber?Brujtberurfad)et, §5a)ulbbatan 
femi, &<*£ man nid)t allemal ben Sltpem ju rechter 3eit nehmen fann, 
©o biel ifl geroig, bag man, roenn man bot fiel) allein fingt ober fpielet, 
jum wenigflen roo nid)t jroepmal, bodjnod) einmal fobiel in einem 5ltjjem 
&etau$ bringen fann, alä roenn man in ©egenwart bieler 3u(jörer fin* 
gen ober fpielen mug. 3m lefctern gälte ifl e$ nun nötpig, Dag man ftd) 
öller möglichen j^unftgriffe ju beb Jenen roiffe, weld;e nur immer bie Sin» 
fid)t in bie $lu$füprung$f unfl pier barreid)et . SOtan bemübe ftd) alfo, boll* 
fommen einfepe» unb begreifen ju lernen, roaö einen muftfalifcfyen @inti 
au$mäd)e, unb folglid) jufammen Nngen müfie. «B?an pute ftd) eben fo 
forgfdltig, ba$ wai jufammen geboret, ju jettrennen; atömanfichitt 
%d)t nepmen mug, \>a$ roaö mepr als einen @inn in ftd) begreife , unb 
folglid) bon einanber abjufonbern ifl, fettenwetf jufammen ju pengen: 
fcenn hierauf fdmmt ein groger Xjjeil beö roapren 3lu6brucfö in ber 9luö* 
füSpnwg, an. SDiefenigen ©dnget unb SBlaSinflrumenriftM, weldje 
ttid)t fapig finb ben @inn beö @omponiflen einjufepen, (berer giebteS 
ober eine gtoge^ttenge,) flnb immer ber ©efa&rauögefe&et, &ier Segler 
ju begepeu , unb ipre @d)rodd)e ju berratjjen. Ueberpaupt aber Ijaben bie 
@eptenin|itumentiflen, in biefem @tücfe, einen grogenBortpeil bor jenen 
borauö ; wofern fte fid) nur nad) ber oben erfoberten gtnftdjt beflreben, 
unb fid) burd) bie fd)led)ten 93e»fpiele bererienigen, bie alles, ojjne Viru 
terfd;ieb, auf eine lepernbe 9lrt jufammen pengen/ nid;t berfüpren 
lajfen wollen. 



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£aS VIII. ^HttflrtjftWt 

S5on t>ett gsotfc^ldäett/ imt> tat ba$u jcWrigm 

f Ictorn twfenf Kc&en SWanferm. 
i. $. 

[ie 2ßorfd)Idge (3ta(. appoggiature, granj. ports de voix) futb 
im «Spielen fo wo&l ein Sierrarb/ «löeine not&wenbige <&ad)t. 
Djjne biefelben würbe eine sjftelobie öfters fejjr mager unb ein* 
f<flfifl Hingen. ©oll eine Sttelobie galant au$feben; fo fommen immer 
me&r Gonfenanjen alö ©iffonanjen barinne bor. SBenn ber erflern biele 
nadj einander gefefcet werben / unb nad) einigen gefdjwinben 3?oten eine 
tonfontrenbe lange folget: fo fann baö ©e&or baburd) letd;t ermubet wer* 
ben. ©te SifTonanjen miSfjen eö alfo bann unb wann gleidtfam wieber 
aufmuntern. £ier&u nun fdnnen bie Sßorfdjldge biel bcotragen; weil fte, 
wenn (te bor ber Xerje ober Serte bom ©runbtone an geregnet, frejjen, 
ftd) in ©iffonanjen , aU Quarten unb (Septimen berwanbeln; burd) bie 
fblgenbe 9lote aber, i&re gehörige Sluflofung bekommen. 

2. f. 
(Sie werben burd) ganj fleine S^otc^ett angebeutet, «m fte mit be« 
urbentlic^en Sftoten nid)t ju berwirren; unb bekommen i&re ®eltung bott 
ben %i:,Un bor benen fte fielen, (fliegt eben nid)t bielbran/ ob (te mejjr 
als einmal ober gar nid)t gefdjrodnjet (tnb. ©od) werben fte mejjren* 
tjjeilö nur einmal gefd)W<fnjet. -Die jwetjmal gefdjwdnjeten pfleget matt 
»ur bor foldjen Stfoten ju gebrauten, benen an i&rem 3eitmaa(je md)t$ 
Abgebrochen werben barf. 3. £. 93ep xwo ober mejjr langen 9?otett/ fte 
mögen iöiertjmle ober fcalbe Xacte fepn / wenn fte auf einerlei) Xone bor* 
fommen/ f. Sab. VI. gig. 25. werben biefe f leinen jweomal gefdjwa'njeten 9?o* 
ttn, (te mögen bon »inten ober bon oben june&menfemi/ ganj furjau$gcbru* 
tf et/ unb anftatt ber |>auptnoteit im 9?ieberfd)lage angefroren/ u. b. m. 

3- S. 

©ie SSorfrfjldfle |tnb eine 5Mbaltung ber borigen 9?ote. *Ü?an fantt 
fte alfO/ nad; SScpnben ber «Stelle wo bie borige Stfote (lebt/ fowobl ^>on 

® 3 9Un f 



78 £>«ß VIII. 6<*uptjftitf. t>önfc>enr>orfc()ldtjen, 

oben, alö öott unten nehmen; f. Sab. VI. ^ig, i. unb 2, sgjenn bie 
borjjerge&enbe fftote um eine ober jtvo «Stufen poper ftept, «lö t>ic folgen* 
be, bor welcher |tcf) ber 'öotfcfjlaa, bejinbet: fo wirb ber 93orfcf)lag bon 
oben genommen , f. Sab. VI. $ig. 3. <2>tept aber bie bor&ergepenbe 9lote 
tiefer als bie folgenbe: fo mujj auc&bet SSorfdjtag bon unten genommen 
werben/ f. Sig. 4; unb wirb me&rentjjeilö jur 9?one, weldje jtcfjinbie 
Xerje; ober jur Quattt, welche fid) in bie £}uinte über |td> auflofer. 

4. $. 

«Jttan mujj bie Sßorfdjlage mit bergunge weidj anflogen; unb wenn 
eS bie Seit erlaubet, an ber (Starte beSXoneö waepfen laden ; bie folgenbe 
«Note aber etwas fd)w<Jd)« bran fd)leifen. £>iefe 9lrt ber 5luSjierungen 
wirb ber 2U>5ug genennet, unb fcat bon ben Stalidnern i&ren Urfprung. 

5» §. 

@$ giebt jroeperlep 5lrten ber Sßorfc&lage, ©nige werben aU <m> 
fdjlagenbe 9?oten, ober tm 9?ieberfd)lage ; onbere als burd)ge0enbe9ioten, 
ober im Sluf&e&en beS XacteS angeflogen. ffian fonnte bie erfreu: an* 
fd)lagent>c, bie anbern «ber: &urcf?cjel>en$>e X>OPfcl)lage be> 
nennen. 

6. $. 

©ie burefygeljenben Sßorfdjtdge finben ftcfj, wenn einige ftoten 
bon einerlei ©eltuug buret) itemenfprunge unter ftd) gepen, f. Xab. IV. 
$ig. 5. <E5ie werben im (Spielen auSgebrücfet wie bep gig. 6, ju fepen 
tjt. Sie ^Juncte werben lange gehalten, unb bie SHoteu wo ber 93ogen 
«nfdngt, namlicb bie xwepte ', bierte unb fedjjrc, werben angeflogen. SSlan 
mu6 ii(\c Sfrt nidjt mit benen SRoren berwecfyfeln, wo fyntet ber jwepten 
«in <Punct ftept, unb welche faft ebenbiefeIbe$ttelDbieauSbrücfen,f.'gig. 7. 
3n biefer Stflur fommen bie jwepte, bierte, unb bie folgenben furjen 9co* 
ten, als Snffbnanjen gegen ben Sßafj, in ben 9tieberfd)lag ; fte werben im 
Spielen aud) fred) unb lebpaft vorgetragen : ia hingegen ixt 'äßorfdjläge, 
wobort pier bie fXebe ift, einen fdmieicrjelnben 3JuSbrucf bedangen, 
Sollte man nun bie fleinen 9?oten bep §ig. 5. lang machen, unb in ber 
£eit ber folgenben .£)auptnote anzogen: fo würbe baburd) ber ©efang 
ganj beränbert werben, unb fo fingen, wie bep §ig. s. ju erfeben ift. 
JDtefeS würbe aber ber franjoftfcfyen Spielart, a«S welker biefe'äSorfcplagc 
perftammen, nnb folglid) bem <5>inne iprer Srftnber, welcher in biefem 
@rucfe einen fall allgemeinen 23epfatt crpalten Ht, juwiber fepn. Def« 
terö ftnt>en ftd^ auet) xroeene ?ßorfci;lage bor einer ^ote, ba ber erfre burc^ 

eine 



unfc ben f leinen wefentlicfrm Xttanitten. 79 

eine fleine, ber anbete aber burcl) eine mit jum ZMt gerechnete Store 
auögebrücf et wirb; bergleicfjen bep ben @infcfjnirten borfommen, f.gig. 9. 
5)ie kleine Store wirb alfo ebenfalls furj angeflogen, unb in bie 3eit *er 
vorigen ftöte im Siuf&eben gerechnet. 5J?an fpielet t>tc ftoten &ep $ig. 9. 
fo, wie bep 3ig. 10. ju erfepen ift 

7- $. 
Slnf^Iagenfce, ober in ben Weberfdjlag treffenbe SBorfcfylJge, ftnbet 
man bor einer langen Store im tftiebetfdjlage, ttc auf eine furje im 5lw> 
&eben folget, f. STab. VI. gig. n. £ier wirb ber 'Sßorfdjlag {>alb fo lange 
gehalten, alt tot barauf folgende £auptnote, unb Witt» gefpielet, wie be>» 
gig. 1 2. ja erfepen ift 

8. f. 

©te&t ein <J)unct bei) ber burd) im S8or[djIag auöjujierenben Store, 
fo feilet fie fid) in brep S&eile. £>abon befömmt ber S8o*fd)lag jweene 
Sjjeile, bie Store felbft aber nur einen Sjjeil, na'mlid) fo biel alt ber <jjunct 
austragt ®ie Ü^oten bep gtg. 1 3. werben folglid) gefpielet, wie bep $ig. 
14. ju erfejjen ift £>iefe, unb bie im borigen §. gegebene SKegeln, (Üno 
allgemein; tk üJtoten mögen fepn bon welker 9lrt fte wollen; unb bie 
SSorfdjla'ge mögen fcober ober tiefer jrejjen, alö ik barauf folgenbe» 
9toten. 

9. §. 

SBenn im @ed)$aefjttlJeiU über €5ed)$biert|jeiltacre, wo Noten auf 
einem Zont an einanber gebunben finb/ unb iit erfte einen «punet hinter 
f?d) jjat, wie im ©iquen borfommt: fo werben bie 'äSorfdjlrfge fo lange 
gehalten, als bie erfte 9tote mit bem ^unete gilt, f. gig. u. unb 17. 
«Sie werben gefpielet wie bei) §ig. 16. unb 18. ju erfepen ift; unb gejjen 
alfo bon ber borigen SXegel ah 9J?an Ht in 5lnfebung biefer 93orfd)lage, 
biefe Sacfarteu md)t al$ ungeraben, fonbern &W geraben £act «njufepen. 

10. §. 

9Benn über 9toten, fo gegen bie Orunbftimme Siffbnanjen machen, 
e$ mag bie übermdfMgeöuarte, ober bie falfcfje Quinte, ober bie «Septime, 
über bie (geeunbe fepn, Triller fte&en, f. gig. 19. 20. 2 1. 22 ; fo mufj ber 
SSorfdjlag bor bem Stiller ganj furj fepn, um nid)t bie ©iffbnanjen in 
(Sonfonansen m berwanbefn. 3- ®- mn ^ elfe & e 9 Sifl« «• ben 33or* 
fd)lag 31. palb fo lange, aU ba$ barauf folgenbe ©i$ mit bem SrilUr: fo 
würbe man anftati ber ©eptime % $u @i$, bie <2>ejrte 5 ju 31, unb folg* 
lid; feine ©iffonanj me^r poren; welcljeö man aber, um nic^t iit ©d)on« 

peit 



8o Dae VUL ÖÄoptjiu^t Von fem tyttfcfrldefeii/ 

^eit unb 2lnnebmlid)t"eit ber Harmonie su bewerben, fo biel a\i moglid) 
ifl, bermeifeen mujj. 

ix. §. 

Sottet nadj einer Sftote eine $>aufe, fo befommtfeerSSorfdjtag, wenn 
e$ anberö feie Sfatbwenbigfeit be$ 5lt&em&olenS nid)t berbtnfeert, feie 3eit 
Don ber 3^otc; feie ftott aber feie Jett bon feer ^aufe. jOie ferep Slrten 
«Roten bet) gig. 23., werten alfo gefpielet, wie be? Sig. 24. in feer golgc 
ju fe&en ijK 

12. §. 

(5$ ifl nidjt genug , feie ^orfcfyldge in ibrer 3irt unb (Sintbeilung 
fpielen su fönnen, roenn fte borgejeidjnet finfe. «üfan muß aud) fei-- 
feige an ibren Ort ju fc^cn wifFen, wenn fie nic^t gefdjrieben finfe. Um 
foicfyeö ju erlernen, ne&me man feiefeg jur SXegel: SBenn nad) einer, obec 
etlichen furjen 9?oten, iiu3?iefeerfd)lage, ober aufbeben feeS £acte$, tint 
lange Sftote folget, unb in confonirenber Harmonie liegen bleibt; fo muß 
bor ber langen, umben gefaßten @efangbeft<fnbig ju Unterbalten, ein Sßor* 
fcfjtag gemadjet werben. £>ie öor&erge&enfee fHoU wirb itiW/ »& (t tum 
oben ober unten genommen werben muffe. 

13. §. 

3d) will ein ffein Krempel geben, welcJjeöfeie meiftenSlrten feer^Sor* 
fdjlage in ftd) bdlt, f. $ig. 26. 5Bilt man ftcf> bon ber 9?otbaienfeig£eit, 
unb ber guten SBitfung ber 33orfd)l4ge dberjeuaen ; fo fpiele man feiefeä 
Krempel erftlid) mit ben feafeep beftnfelid)en Sßorfcfylägen ; feernad) obne 
biefelben. 9ttan wirb ben tlnterfdneb be$ ©efcjnnacfeS fe&r feeutlid) 
wabrnebmen. 3ugleid) wirb man auö biefem ©rempel erfeben, feaß bie 
S8orfd)l<fge meijtent&eilö bor folgen Sftoten fteben, welche gefd)Winfeere9Jo< 
ten entwefeer bor, ober nadjfid) baben: unb fea§ aud), bep bem größten 
Sbeile ber Xrißer, Sßorfd)lage erfobert werben. 

M. $- 
3tu$ ben Sßotfdjlifgen fliegen nod) einige anbere fleine5lu$sieruttgeit/ 
feiefe finfe: ber I;albe Cnlla*, f. £ab. VI. $tg. 27. uub 28; feae 
Pinc<$, (ber «Sftotbant) f. Sig. 29- «nfe 30; unb fea$ Double ober feer 
3Doppelfd)fog> f- Stä. 3i. welche in ber franjoftfdjcn «Spielart, um ein 
©tuet brillant ju fpielen, üblid) finfe. SDiebalbenSrtller jlub bon jweper* 
leo %tt, f. §ig. 27. unb 28. unb fönnen anftatt fecS ft'mpeln 5l&jug$ ben 
Sßorfd)lägen bon oben ange&enget werben. £>ie Pincez finfe gleichfalls 

iroeperleij 



unt> ben tkinm voefentlicbm Xflanievtn. 81 

ftwwrlen ; pe timtn, fo wie t>i« Doublez, ben S3orfd)l4gen bon unten <m« 
gebengct werben. 

15» §. 
©ie batterrrens , f. gtg. 32. unb 33. Urnen bep fprttt<jenfcctt 3?ofen, 
t»o feine SSorfdjldge ftatt fiuben, aiige&radjt werben; um bie Stfoten leb* 
&aft unb fd)immernb (brillant) ju machen, ©aö erfre mufj auf ber glöte 
burdj einen @d?lag mit bem ginger, unb einen (Stoß ber Bunge jugleid), 
gcfdje&en; unb f ann fowojn" bep gefdjwinben alö langfamen ffiotm ange* 
bradjt werben, £>aS anbere Riefet ftd) befier su etm$ langfamen, als 
iugefdjwinbeu 9?oten: bod) muffen t>k brepgefdjwa'njten 3?oten in ber 
graten ®efd)winbigfeit gemacht werben,* weswegen man ben ginget 
nid)t 6od; aufgeben barf, 

16. §. 
©iefe Sanierungen ober Sanieren, weicht idj im 14. unb 15. $. 
Jefdjrieben Jjabe, btenen, nad) SBefdftaffenpeit eineö @tücfe$ jur Qlufmun* 
terung unb grölid)feit: bie (Ampeln a3orfd)l<fge bingegert, jur @rweid)una 
unb Sraurigfeit. «Seit nun bie 5J?u|tf bie ßeibcitfdjaften balb erregen, 
balb roieber fl tuen folt; fo erhellet barautf ber ffiü^m unb bie 9?ot{m>enbig< 
feit biefer Sanieren/ bep einem natürlichen fimpeln ©efange. 

17» §• 
5B;H man nun btefe im 14. unb 15. §. befdjrtebcnen SOTanieren, bet> 
lern (Stempel ^af>. VJ. $ig. 26. mit ben puren 'Borfdjlögen untermifdjen, 
tmb nad) ifmen anbringen : fo fann e$ bei) benennten, worüber bie Sßucr)« 
ftaben fte&ett, nad) folgenber Anleitung gefd)efjen. ©ie Lanier bei) gig. 
27. tan bei) ben 9?oten unter (c) (<J) (f) (i) unb (n) angebra d)t wer* 
ben. ©ie bep Jig. 28. fd)itfet ftd) unter bie 9?ote(k). Diebepgig.29. 
madje man bei) ben Sftoteu unter (g) unb (m ). ©te bep gig. 30. (äffe 
manbep(e); ixt bei) gig. 31. aber, bei) (b) boren, ©iebepgig. 32. 
fann man ben 9Men unter (a) unb (1); unb bie bep 8<<?. 33- ber 9Me 
unter (h ) jugefcllen. (SS oerjre&t fid) bon felbft, baf? bie Sanieren an 
jebem Orte in ben £on berfeeet werben muiTen, weld)en bie$orfd)läge ju 
erfennen geben, 

18. §. 

95ep biefer 2Sermifcr)ung ber fimpeln 'jßorfcpldge mit ben Keine» 

Sanieren, übet; fcanjufifdjen $>ropretäten, wirb man ftnben, bafi ber @e* 

fang burd) bie (entern l>icl lebhafter unb fd)immernber wirb, alt opne bie* 

felben, 9ttan mu£ nur biefe 53etmifd;ung mit einet bernünftigen 95eur* 

£ Teilung 



8a Baa Vin. öauptfiud?. Von t>ert #<ttfd)l4geri, 

tbeilung unternehmen, £enn bierbon bdngt ein anfebnlic&er Sbeit be$ 
guten Sßortrageö ab. 

19. §. 
Einige begeben, fo wie mit fceti mUHfyttifyn Musterungen, alfo 
aud) mit ben ^ier befdjriebenen Sßorfdjlagen , unb übrigen wefentlid)cn 
Sanieren/- biel s0?i6braud>. «Sie laffen, fo ju fagen/ faft feine 9tote, 
wo eö nur irgenb bie Seit, Dber ibrc gittgcc geftatten , ojme 3ufa& boren, 
©ie machen t>en ©efang entweber burd) überl;äufte Sßorfdjldge unt) 516* 
jüge ju matt; ober burd) einen Ueberffui; bon ganjen unt» balben trillern, 
5J?orbanten, ©oppeIfd)I<fgen, battemens, u.b. gl. ju bunt. Sie bringen 
biefelben öftere ben 9foten an, wöbet) bod) ein nur bafb gefunbeS muftfafu 
fd)e$ @e|jcr begreift, ba% ft'e ftd) nid)t binfdjiif en. Jjpat etwan ein be* 
rübmrer ©dnger, in einem £anbe, eine mebr alß gemeine ?lnnebmlid)i:eit 
bet) Anbringung ber 33orfd)l<ige : ©leid) fangt bie ^dlfte t>er (Sanger fei* 
ner Station an ju beulen; unb aud) ben lebbafteften ©rüden, burd) ibt 
abgefdrniacfteS ©erlagen, U$ Seuer ju benehmen: unb 5ierburcr) gtau* 
ben fie ben Sßerbtenften feueö berubmtett ©dngerö nabe ju fommen , m 
nid)t gar, fie su übertreffen. <£$ ift roabr, bie oben befdjriebenen gierra* 
t^en fmb jum guten Vortrage 5od)fVnBtbig. Steffen ungead)tet mufj 
man bod) fvatfam mit ibnen umgeben ; wenn man beg ©uten nid)t ju btel 
tbun witf. £)ie rarefte unt» fdjmatf baftefte ©yeife madjet unS <§tü f wenn 
wir ibrer ju biet geniegen muffen. (üben fo gebt e§ mit ben Siuöjierwits 
gen inber "Uftuftf:; wenn man mit benfelben ju bcrfcfjwenberifd) umgebt, 
unb ba$@ebor ju überfd)ütten fudjet. gm präd)tiger, erbabener unb 
lebbaftcr ©efang, fann bttrdj übel angebrachte SSorfc&ta'ge niebrtg unb 
einfaltig; ein trauriger unb 5<irtlid)er ©efang btngegen, burd) überbaufte 
dritter unb anbere {leine Gameten ju Jufrig unb m fted) gemad)et, unb 
bie bernünftige ©enfart be$ (Jornponiften befummelt werben, hieraus 
nun iftju erfeben,bafj bie Musterungen fowobl ein Stücf, wo eö not&ig 
ift, berbeffern, als> aud), wenn fie jur Unjeit fommen, berfdjlimmern fon* 
nen. diejenigen, wetdje ftd) ben guten ©efdjmacf jwar wünfdjen, ibn 
aber nid)t bereit, falten am leid)tefren in biefeö SSerfcben, 2tuö ffian* 
gel ber jdrttidjen Smpftnbung, wiffen ft'e mit bem ftmpetn ©efange nid)t 
umjugeben. Heber ber ebten Qinfalt wirb ibnen, fo ju fagen, bte %eit w 
lang. 9Ber nun bergleidjen gebier nidjt begeben wiß; ber gewöbne ftd) 
ben Reiten, weber ju Itmpel, nod) m bunt, ju fingen ober ju fpiclen; 
fonbent iaö ^tmvlc mit bem 33rißanten immer ju bermtfdjen. 9ftit ben 

fleinen 




«*u?» i <$> > ^J*- 83 

Heilten SluSiterungen gebe er um, wie man mit bem ©emurje &ep im 
(Speifen ju tjmn pfleget; unb nebme ben, an jeber ©teile jjerrfd)enben 
Wert, su feiner SXidjtfdntur.' fo wirb er weber ju biel nod) ju wenig tjmn, 
unb niemals eine £eibenfd)aft in t>tc anbete berwanbeltt. 

©03 IX. QmttiNL 

Söott fc>en Stillem, 

i. $. 

[ie <£ritler gefcen bem «Spielen einen großen ©lanj ; unb finb/ fo 
wie bie 23orfd)l<fge, unentbehrlich. Sßenn ein Snjrrumentifr, 
ober ©änger, alle ®efd)iflid)f cit befäjje, welche ber gute ®e* 
fd)tnacf inber 5lu$fiu)rung erfobert; er fonnte aber feinen guten Triller 
jd)lagen : fo würbe feine ganse Äunft unbollf ommett fetm. £>em einen l ömmt 
gerinne bie Statur juftatten: ber anbere mufj ben Sriller burd) Dielen 
gleifü erlernen. ?0?and)em gelingt er mit allen Ringern: mandjemnurmit 
etlichen : unb manchem bleibt ber Sriller 3eitlebenS ein «Stein be$ 2in jtofktf; 
weld)eö bermutjjlid) mejjr bon ber 33efd)affen&eit ber Heroen, alS bon bem 
3BtUen be$ sD?enfd)en abbängt, 9ftan rann aber burd) ^leifj bieleS bara» 
erfe&en unb berbefjern: wenn man nur nid)t watttt, ob ber Xritler bon ftd) 
felbft fommen wolle ; fonbern Ux> Reiten, wenn bie Ringer nod) im 3Bad)ö* 
t&ume finb, bie gehörige 5ftü!Je anwenbet, unb benfelben jur Sßollfommen* 
peit iu bringen fudjet. 

9<iid)t alle Xritter burfett in einerlei) ©efdjwinbigfeit gefdjlagen wer* 
ben : fonbern man mujj ftd) i)terinttc fo wopl nad; bem £>rte wo man fpie* 
let, aU nad) ber &ad)e felbft,bie man auSjufüjjren bat, richten, (Spielet 
man an einem großen £>tte, wo eS fepr fd)allet ; fo wirb ein etwas lang* 
famer Xriller bejjere SSBirfung tjjun, alß ein gefd)wiiiber. Senn burd) t>m 
2Bieberfcfyall gerate bie allsugefdjwinbe Bewegung ber "Jone in eine 'söer* 
wirrung, unb folglid) wirb ber gefd)winbe Triller unbeutlid). ©pulet 

2 2 man 



84 3D<xe IX. ^auptjKttf, 

ntan Hingegen in einem fleinen ober tape jirten Simmer, wo bie 3upßrer 
Ka&e babep flehen : fo wirb ein gefd) winber Xriller Keffer fet)«, als ein lang« 
famer. «Jflan muß ferner sutinterfd)cü»cn wifien, wa$ für ©tücfe man 
jpielct; bamit man nid)t, roie Diele tpun, eine <Qad)t mit ber anbern ber« 
menge. 3n traurigen ©tiicfm muß ber Sriller langfamer; in luftigen 
aber gefdjwinber gefd)lagen werben. 

3. «. 

5l?ait muß aber bie Sangfamfcit ünb ®cfrf)»inbigf eit gerinne nidjt 
auf$ dußerfte treiben, ©er ganj langfame £rirtet ijt nur ber> ben gran* 
jofen im fingen üMid) ; er tauget aber eben fo wenig/ als ber ganj ge« 
fdjwinbe jitternbe, «eichen bic granjofen chevrotö (meefernb) nennen. 
%Jlan barf ftd> nid)t berföprctt lagen/ wenn and) einige ber größten uub 
berüpmtefren ©dnger ben Triller abfüttberlid) auf bie ledere 21 rt fdjlugen. 
fjflancfye palten biefen merfernben Untier/ au$ ttnwiffenbcir, wopl gar für 
ein befonbereö $$erbienjU fte wiffen aber md)t, ba$ ein maßig gefcfywinber 
unb gleidjfdjlagenber Bettler bitl fd;werer ju erlernen ift,alö ber ganj ge* 
fdjroinbe jitternbe; weldjer folglich bielme&r für einen gebjer gepalten 
werben muß. 

4. §• 

©er Cerjcntnllcr/ U man anffatt betf nmft &ht ber ^auptnote - 
liegenben £i>ne$, bie 1<nt anfdjla'gt, ob er n<ppl ber Alfters übiid) war) 
öud) beut juXagc nod) btp einigen italia'nifdjvn'Stolintften unb|)oboifrett 
Sflobe ift,, barf bennod), weber im ©tngen, uod) auf Siijtrumenten, (es 
müßte beim bte <2>ctfpfeife fepn) gebraud)ct werben, ©eittt ein jebetr 
Srttter barf nidjt mepr al$ ben SXaum bon einem ganjen ober galten $onc 
einnebmen; nad)bem tS ndmlrd) bie Xonart/ unb bie Vlvtt bonweldjer bei: 
Srilfer feine« Urfprung nimmt, erfoberf. 

5. §. 
@oCbet£riflerredjtfd)6rtfet>n; fo muß er egal, ober in einer gfeicfcn, 

«nb babep mdgige«®efd)i»inbigfeit/ gefdjlagen werben. 2luf Sr.frrumen* 
ren müßen belegen t>it ginger bep feinem «Sdjlage bfytv, aU bep bernan* 
lern, aufgehoben werben. 

6. §. 

£>ie redjte @efd)winbigfett eines orbenflicfjen guten $riHer$ genan 

ju beftimmen, bdrfte wopt etwas fdjwer falten, fcodj glaube id), baß e$ 

weber ju langfam nod) ju gefdjwinb ferjn würbe, wenn man einen langen 

Srifief/ ber jum®d;luße vorbereitet, fo fäjfwge, baß ber ginfler in ber Seit 

eine? 



Von fcen (CriHctn. 85 

eineö ^JulSfcfylagcS nicfyt Diel me&r a\ä viet Bewegungen, m ^ fafolid) 
$d)t Jolä)t 9?oten mad)tt, wie Sab. VII. |$ig. i. ju erfejjen ftnb. 3« 
gefd)winben unb luftigen Briefen hingegen, fonnen Die f urgen XrtUcr etwas 
gcfcfywinbergefcfylagen werben. 5ftanfann frier ben Singer, in ber 3eit eines 
§Jul$fd)Iageö, nod) ein* ober aufs jjodjfte jwei>mal me&r auf&eben. ©od) 
ftnt>ct biefe leitete 5lrt nur bep furjen Iftoten, unb wenn beren etliche auf 
einander folgen, jtatt, 

2Begen bei- ©efcfyroinbigfeit ber %ti(ia überhaupt, tonnte jum Ueberfuifje nod) 6f 
merfet roteben, bafj man ficf) beSroegen nad> b« Jjöbe unb liefe berufene 511 rid)= 
ten ^a6e. 3ch, roiff bt'e »ier Dcföüen bes (E(a»ici)inbalg juvjKidjrfdjnur nehmen; 
unb glaube, baff roeim man ben 'Jriffer in ber eiugeflridjenen Octatte m ber oben= 
befdjriebenen ©efdjroinbigfeic fdjidgr; man benfolbeninber jroengefrricbenen Octa« 
W um erroaS gefcfyroinber, in ber ungefrrtd)enen aber, um fo »iel (angfamer ; unb 
in ber tieften Dctave nod) etwas langfamer, als in ber ungeflricfyenen, febjagen 
fönnce. %d) fdjiüfje fu'eraus nod; roeiter, baß ben ber 9ftenfd)enftimme, ber<£o= 
pran ben 'Jriffer gefdjroinber alt ber 7((t; unb ber Xenov unb Q3af? benfeßen, in 
gehörigem 93ei'f)alte, [angfamer als ber ©opran unb ?llf, febfagen f&nnfen. S)ie 
"Jrifler auf ber 93io(me, '•-Sratfdje, bem 93io(oncell unb bem @ontra»io(on fönnren 
mit beu Prüfern ber »ier ©ingjtimmen übereinfommen. 7(uf ber 5'öte unb bem 
Jjoboe fönnte ber driftet fo gefd)roinb gefcblagen roerben, als «)n ber Sopran 
fcbldgt; unb ber filier auf bem öoflon fönntt mit bem arider beö Tenors 
einerlei; ©efefrroinbigfeif fjaben. %d) frefte einem jeben fren, bitfe Nennung eut= 
roeber anjunefjmen ober ju uerroerfen. <3of(ten bergleicfyen ©ubtilitdten »011 ben 
rcenigften für (tmaä nu$lid)es gehalten roerben : fo rofrb mir genug feon, roenn 
aud} nur einige wenige, rceldje einen feinen ©efdjmacf, eine reife Q3eurtf)ei(ung^ 
fraft, imb öie( (Erfahrung (»ben, mir gerinn nidjf ganj unb gar entgegen feon 
»erben, 

7. §• 

Seber "Stillet nimmt bon bem, bor feiner Wottt entweber Don oben 
ober bon unten ju nel;mei^eu,unt> im bongen Jäcuptfrüde etftätetenSßor* 
fdjlage, feinen Stnfang. ©ie (Snbigung jebeg SciUerS teilest auö sroo 
Keinen 9?oten, fo nad) ber ftote bei XriUerö folgen, unb bemfelben in 
gleicher ©efd)n: inbigfett ange&enget werben, f. £a&. VII. grg. 2. @ie 
roerben ber nacf)fd)lact genennet, tiefer 9?ad)frfelag wirb bisweilen 
burd) eigene s ^oten auegei-rücfet, f, gig. 3. §inbet fid) aber nur bte (im* 
ple 3?ote allein, f. $jg, 4 5 fo berjre^t ftd) fowo^l ber ißor, aW 9?ad)fd)lag 
barunter : weil $ue tiefe ber dritter nicfjt öollfommen unb trillant genug 
fenu tokit, 

2 3 M- 



86 £tas IX. öauptftM. 

8. §. 

SDer'äßorfdjlag bestrittet ift juweiten eben fo gefcfjwinb, alSbie übrt* 
gen flöten, worauf ber Stiller beftebt: ^. E. wenn ein neuer ©ebanfe/ 
nad) einer ^aufe r mit einem dritter anfangt. SDiefer 93orfd)lag mag 
aberlang ot»er furjfeptt/ fo Wirt» er t>odj atlejeit mit t>er 3«nge angeflogen: 
ber trilter nebft feinem 9?ac^fc^lase aber/ werben an benfelben gefdjleifef. 

9- §. 

25a t)ie borbaltenben 3fj ö t ett/ P i>er 23orfd)la'ge beS XriUerS/ bon 
jwet)ertei) 2lrt ft'nb , unb fowo&l auö ganjen al$ balben tonen befteben 
fonnen: beg ber glote aber, i>a§ aufbeben be$ gingerg, bem©ebore 
nad)/ mebrentbeilö einen ganjen ton ausmachet: fo wirb erfobert/ baf* 
man bet) benen au$ balben Xönen beftebenben Xrillew/ ben 3ltbem fyare, 
unb ben Ringer gar nid)t bod) aufbebe, bod) aber gefdjwinb fd)lage; 
bamit man mit bem ©ebore nur einen balben Xon bemerfe. Wan muji 
alfo bie borbaltenbe 9?ote feft im@eba'd)tnt^e bebalten/ unb fte mit bollern 
SBinbe angeben. @o balb man aber mit bem ginger fcfjlagett will ; mufj 
man ben ?Ü3tnb ma'fstgen, unb mit bem Singer faum Dorn £olse fommen. 

10. §. 

3d) will bic bornebmften 9?oten mit ibren SBotfd)lägen bon balben 
tonen, ju mebterer Erläuterung/ unb bamtt man fold)e befro letzter 
faffenfonnc/ bicr beifügen : Ser 23orfcr)lag $ bor (§., f. gig. 5. würbe 
ftd) burd) alljubobeö aufbeben bcö 5. gingerS in %iß berwanbeln. 3)a£ 
SDiö würbe fiel) in £, f. gig. 6; bas <3 in ©iö/ f. gig, 7 > ba$ 95 in $, 
f. gig. 8; laß 213 in 21/ f. gig. 9; la$ 2U»-£)/ f. gig. 10, berwan* 
beln : e$ fei) in ber JH)6be ober tiefe. 2luf biefe 2lrt wdren biefe auö bal= 
ben tonen beftebenben triller alle falfdj. SSM man aber ber boröer gege= 
benen üXegel folgen : fo fönnen alle rein gcfd)lagen werben. £>b biefe 2ln* 
tnerfung gleid) bielei» giötenfpielern unbefannt m feon fd)eint; fü^altt 
id) fte bod) für fe(jr notbwenbig. Dbne biefe SXeinigfeit im «Spielen fann 
laß ©e&ör nid)t bollfommcn befriebiget werben. €3 ift bem Sßerbalte 
ber Xone juwiber : unb bie Store ift burd) biefen gebier ibrer %aßfatt, 
fo gar bet)bielen$)iuftfbecftänbigen, weld)ebie(£igenfd)aftenunb@d)roie* 
rigfeiten litftß Snftrumentö nid)t cinfeben, in ben sDtiöcrebit gefallen/ 
aU ob man fte nid)t retner fpielen Eonne / als bon ben meiften biSber ge* 
fd)cben ift. Qtntn, welchen an reiner Sluöübung biefeS Snjlrumentö ge* 
legen ift/ jumSMenfte/ babeidj biefe$ biet anwerfen wollen. SDie eigene 
Hebung wirb einen \elm nod; au mehrerer &Umtni$ führen timnm. 

11. <j. 



Von t>m (ErtTJeM. 87 

11. §. 
sjftit was für einem ginger, jebet Stiller, butd) bie ganje Sontei* 
tcr, auf ber ^lote gefdjlageu werten muffe; fann man Xab. VII. gig. 22. 
23. unb 24. erfeDen. SDie 3'ff«n fo unter t>cn 9?oten flehen/ jeigen btn 
gmcjcc an, welket beo jebem Xone fragen muß. 3d) fe&e gerben bor* 
aug, ba§ man , efie man feie Jrilter lernen will, fdjon wiffett muffe, mit 
welchen gingern ieber 'Jon, nad) Einleitung ber I. Xabelte, ju greifen ifr. 

25ci) bem pfiffet' auf bem jrocijgefh-idjcnen 15 muß mau mit bem i. Singet ein rce« 
nig iuft machen ; fo wirb ber dritter fydln unb brillanter. 

12. §. 

Einige Jritler laffen ftd) nid)t, burd) 3iffern allein, beuttid) genug 
erfldren. 3d) will alfo bier tnö6efont>ere seigen, auf was ftit 2lrt Jebetba* 
fron gefd)lagen werten muffe. 

93eo bem Xriller auf bem jwepgefiric^enen C, f. gig. > *, ftojjeman 
erfind) ben Sßorfd)lag, £> an; man laffebie Ringer 2. 3. 5. 6. liegen, unb 
fdjlage mit 4. ben Triller. 3um 9?ad)fd)lage pebe man alle Ringer m= 
gleidj auf; unb laffe, in eben ber ©efdjwinbtgtat beöXrillerS, Uemo 
fleinen S^oten $, @, nad) einanber boren. @te&t bor bem fleinen 
9?Std)en ein b, f. %{$. 12; fo mm} man bct> bem Sßorfd)lage bieglote 
auswart^, unter bem Stiller aber einwärts brefren, unb ben 2lt()em ma% 
fügen: bamit nid)t auö bem halben Jone ein ganjer werte. %\xm *5l&ä)> 
fd)lage 23, (2, (jebe man bie red)te ^anb, unb tax 2. ginger auf; 
3. laffe man liegen, unb mad)e j . ju unb auf; nadjbem madje man 2. &u : 
fo Jjöret man jule&t ba$ (C altein. 

93e» bem breogeftndjenen C -'Xriller, f. gig. 13, madje man ba$ 
erfte 2od) jjalb, 2. unb 3. aber ganj ju; 7. bleibt offen; mit 4. nnb 5. 
fd)lage man sugleid); 6. mad)tbett 3?ad)fd)lag. Sttanfann biefen Xriller 
nod) auf eine anbere 2lrt fernlagen, ndmiid): man madjc, nad) bem 
S8orfd)lage 35 , 4.5.6. ju, unb fdjlage mit 4.unbj. jugleid); i.mad;et 
ben 9?ad)fd)lag. 

53cn bem brengeftridjen 3D ojjne SSorfdjIag, f. gig. 14, madjeman 
1. Ijal&, 2. unb 3. aber ganjju; bie fleine Älappe bleibt offen; mit 3. 
fd)lage man, unb laffe e3 julc^t liegen; 4. unb 5. jugleid) madjen ben 
9?ad)fd)l«g. 35iefer Jriller, unbberaufbembrei;geftridKneni£, F&nnen 
nur im StfotljfaÜe gebrauchet werten : wcilftebenbe, auf berglote, nidjt 
au$ ganzen, fonbern nur falben Jonen, befielen rennen. 

23en bem jwepgeftrtdjenen 3Des, f. gig. i5r ne&me man erft &, 

utib 



88 Xtas IX. ^aupttfütf. X>on ten Crtllem. 

ttnt> laffe 1>U rechte £anb liefen; i. mad)e man Salb ju, «nb fd)fage mit 
2. unb 3. jugleid); xule&t bebe man alle Singet jugleid) auf, unb mad)e 
mit i.ben ?ftad)fd)lag. 

«Jftit bem 5n>epgeflctcf>cncn <£te*Xriller, f. gig. 16, öerfa^tt matt 
eben fo: auffev t»a^ anflatt ber f leinen klappe bie grogc genommen wirb. 
<Diefe jweene Xriller fommen überhaupt wenig bor; weil fit febr bart 
Hingen; befonberö ber erfte. Sßenn mau aber , unter roä^renbem ^riltcrv 
ben Keinen ginger ein wenig in bie £obe jiebt; t>ai bie klappe etwa* n<f» 
6er auf baß 2od) fihnmt: fo fpridjt t»er Xriller leid)t an. 

«Set) t>em eingeftriepenen 6*0/ f. gig. 17/ lege man nad) bem 23or* 
fdjlage 2. 3. 4. 5. 6. $u, unb feftfage mit 4; «meßt bebe man alte tiefe 
ginger wieder auf, unbmadjemit i.ben9Jad)fd)lag. Unter bem Triller mug 
man ben Wem mäßigen, bamit nid)t anflatt @iö, bat © geltet werte. 

«8ep bem eiugeftridjenen #0/ f. 8'3. > 8/ wirb wegen fee* borfdjlagenben 
@iS ber dritter mit bem 3. ginger gefcplagen; in ber Dctabe bober ebenfalls. 

föepgig. 19, aber, wirb, weil bor ber folgenden ?ftote@ ein #reujfrel)t, 
*a$ jwepgejrricpene $t0 mit 1 .2. 3. - 5. 6. 8. gegriffen, unb mit 3. gefd)lagen. 
3n ber Dctabe tiefer madjet man e$ eben fo, bie klappe aufgenommen. 
®oä) ijl foldjeö nur im 3lbagio xu gebrauten: unb mufj alsbcnn bie 
gräte bei) bem giß , fowo&l einwärts gebrebet , alö ber Sltfjem gemdfciget 
werben. 3m Slltcgro wirb biefer Xtttter gefdjlagen, wie bep gig. 18. 

SBenn ber Xriller fowobl auf bem ein * aU awcpjjeftricpenen i£ feinen 
Urfptung bont giö bat ; fo wirb er nid)t mit j. fonbern mit 4. gcfdjfagen. 
Sßeil aber biefer Xriöer, fowie bct-gi^Xritlerbep g-tg. 18. faftin bie Scrje 
(je&t: fo muß man febrgefd)winbfd;lageii,unb bie ginger nid)tbod) aufbeben. 

93en bem $wci)ge|trid)cncn Cte, f. gig. 20, ftofje man ben«8or» 
fd)lag an; 4.5. 6. lade man liegen, uub fcplage mit 2. unb 3. sugleid). 
9?ad)bem bebe man alle ginger auf, unb madje mit 1. ben 3tfad)fd)lag» 

93ep bem iwepgeftticpenen &i&, f. gig. 21 , greife man ben 93or* 
fd)lag@i$ mit 2. 3.4.-7; jumXritlermad)emannod)5.unb6.au; unb 
fd)lage entweber mit 5, ober mit 4. unb 5.5ugleid), weld)e$gleid)biel ifr. 
i.madjet ben 3*ad)fd)lag; wobei) aber bie übrigen ginger alle liegen bleiben. 

13. f 

sßenn nad) bem dritter ein @d?lui (<£aben$) folget, eö fep in ber 
glitte, ober am €nbe be$ @tücfe$: fo ftnbet nad) bem 3?ad)fd)fage be$ 
Xritterä, bor ber ©djlufjnote , fein Sßorfdjlagmcbrfratt; abfonberlid), 
wenn bie «Rote be$ SriUerö um eine «Stufe bober , aß bie ^d)lufjnote, 

frebf. 



ffrpt. 3. €. Wem fällige im Xritler über bem jwengefrridjenert SD, 
um im @ ju fliegen; unb machte bot tiefet ©d)iu|5itore ben Vßou 
fd)lag SD: fo würbe foldjeö nid)t nur emfa'ltig Hingen; fonbem man würbe 
ftd) aurf) jjierinne bemmuftralifd)en tybbet gleid) (Wien: weil biefer $e[>fer, 
bon feinem/ ber feinen ®efd;macf inö Seine getraut &at/ begangen wirb. 

®a£ x. Jpauptftud 

$5a$ empfanget, bei) feiltet befontwttUe&tms, 

$u beobachten !)at, 

1. $. 

(T8§^d) 5a5e bereits gefaxt/ unb wieber&ole eS 6ier nod) einmal/ tag 
i!f£< ein Anfänger, ber bie ^lotc traberftere grutiMicf) 311 erlernen ge* 
V2l5) benfet/ neben biefer meiner 5lnweifung/ nod) bed mÜHblid)eit 
llnrerridjtö eined guten sStteifrcrS nötfng §<fit. Sie fd)rifrlid)e 2inwets 
fung jeiget n>of)l einen richtigen Sföeg/ rote man eine @ad)e erlernen foll; 
fte berbeffert aber bie gefrier nid)t, welche bei) ber 3Judubung/ abfonber* 
ltcf> im anfange, fjduftg begangen werben. SDer Anfänger felbft wirb 
bereu ni*t allejett gewa&r : unb wenn fte md)t bon bem ^elfter befrdnbig 
mtgemerf et werben ; fo werben fte bei; bem gernenben jur ® cwobn freit/ unb 
enblid) sur anbern 9?atur. @g foftet alsbemi In ber golge mefrr 9)?ttbe 
unb gleiß/ ftd) beg 53ofcn wieber ju eittfcf)lagen, atd bad ®ute an&u* 
nehmen. 583etö aber ein £efrrbegiericjer ftd) bei) feiner Befonbcrn Hebung 
nid)t &u jjelfen; bat er bad/ fo ibn fein gfteifler gclcbret, entweber nidjt 
red) t begriffen, ober gar wieber bergeffen; waren etwan, sunt tlnglucfe, 
gar bie ®runbf% feined 50?eijrerö ntd)t richtig: fo fann er ftd) bttrd) gc* 
geurodrtige tjlnwctfung aud feinem Srtbume reiflen, unb auf bem red)tett 
SBege bleiben. 3» *>em ftnb in einer icbenSBtffenfdjaft, bie nid)Unit 
mit bem "sSerfranbe allein gefaffet werben mufj / fonbern ju ber aud) bie 
aufferlicjjeu ©inne, unb bie ©lieber, ia$ irrige beitragen muffen / einige 
fogenannte £anbgriffe frodjft notbig. 

2. §. 

3dj will erfflid) bad norbwenbigfte bon bent/ wad idj größten Sbeild itt 
ten borigen ßaur-tfiuden weitlduftig erf Idret §aU, frier in ber .fturje mititt' 

W Wen: 



po üDrtö X. gauptfrätf. VOa& ein anfanget 

fcolen : bamit man fold)e$ mit befto gregerct 93eauemlid)feit bepfammen 
fitnben, öfter «beriefen, unbalfobefro teicf>ter inö ©eb4ct)tnt§ faffen Fonne. 

3. §. 

€in anfinget muß be$ linfen ©aurnen eingeben? fenn , um bie 
giöte bamit fefr ju galten. £)ie giere muß er feft an ben 5J?unb bniefen. 
@r muß fid) biten, baß er ben fleincn Ringer, fowobl benm tiefen al3 
bepm mittelfren <£ unb g , auf ber klappe ntdjt liegen tafle. £r gewogne 
ftd) nid)t/ au£ S^icr^laBtgfeit , einen ober im anbern ginger ber redjteit 
$a«b, ben benen Xonen, weld)e bie linfealtein greift/ aufbeu£od)emlie* 
gen $u laflen. 

Sie ginget muß er weber uttgleid) , nod) gar ju fcod) aufgeben. 
Ob man eS bierinne red)t mad)e, fann man am beften bemerfen, wenn 
man bei) 2lugubung ber ^aflagten, wo beobe j?)anbe wed)felöweife ju tbun 
paben , fid) bor ben Spiegel (teilet, ©od) burfen bie ginger aud) nid)t 
gar ju nape über bie ?öd)er gehalten werben: fotift »erben bie Xone nid)t 
nur ju tief unb unrein; ^nittn ibr $fang wirb aucl) pfufdjenb. 

©te glote, muß nid)t balb ein^ balb auSwdrtö gebre&et werben: 
fonft wirb ber Xon entroeber tiefer, ober po&cr, alö er fenn füll. 

Seu 5topf barf man in waljrcnbem «Spielen nid)t oorwa'rtä herunter 
Jengen ; aU woburd) baö «Iftunbfod) gar ju fefcr bebeefet, unb ber SÖiub 
im ©teigen berpinbert wirb. 

®ie SIrme muffen ein wenig bom MU ab , unb in bie ^>65e gepal* 
ten werben. 

<£in Anfänger muß ftd) tüten, baß er mitbem Äppfe, 2ttit, ober 
Slrmen feine unnötigen unb dngftlidjen ©c&erben mad)e: al$ welkes, 
ob t$ gleid) jur #auptfad)e nid)t geboret, bennod) be» ttn 3ubörern einen 
€rYl &erurfad)en fann. 

£)ie Xone muß er, nad) ber gingerorbnung, fo wobj rein greifen, 
aU aw.l) rein anblafen. 

%uft>it Bewegung beö&innö unb ber Sippen, bep fteigenben unb 
fallenben 9ioten, muß er roo&l 2ld)t baben. 

@r muji bie glote in ben poben Xonen, nad) gehörigem SSerbalte 
fd>wad), unb in bcir tiefen, befonberöbenfpringenben^aJTagien, flarf 
anblafen. 

3n Slnfeöuitg ber ©rärfe beö Xoneö, mu^ er fid) iiberpaupt in Sfdjt 
nebmen, baß er niemals ein (Stücf in ber auflegen ®tarfe ober @d)W<f* 
d;e fpiele: bamit er allejeit ben 93ortpetl bepalte, wenn tf erfobert wirb, 

ben 



bcy feiner befonbent tlebunef $u beobachten \)&t. 91 

bep bem gorte nod) ein gortifjimo, unb ^et> bem ^3iano nod) ein gjianif* 
fimo ausbrücf en $u fonnen. SDiefcö fami burd) iitcrjfs onbers als buref) 
bie SSerffärfung ober 9)?d§igung bes SBinbcs gefd;ejjen. Smmer in ciner- 
lep garbe jii fpielen, würbe enblid) einen <2fel berurfadjen. 

£>ie 53ewegiutg ber Söi'uft ober £ unge muß er iiicfot foul gewonnen; 
fönbern ben StBinb, burd) eine abwecfyfelube 'söerfrdrfung unb SWafigung, 
immer in gebbaftigfeit $u unterhalten fud)en: jumal im 9fUcgru, 

53?it bem Sitjjcmbolen muji er niemals bis aufs äufferfle warten; 
noef) weniger jur unrechten 3-it ?lt^em nebmen. Sßibrigenfalls würbe 
er jeben ®efang, ber an einanber bangen foll, jertrenneu, unb unber* 
fhfnbfid) rnadjen. 

Wit bem guße mufj er atlejeit it\\ "Sact marfiren, ndmlid) in lang* 
famen ©tücf en bic üldjtt&eile / unb tn gefcfywinben bie Sßiertbcile. 

SDiegungc mufj immer mit ben Ringern übercinfommen, unb janidjt 
faul ober fd)ldfrig gewönnet werben. Denn bierbon bangt bie Cebjjaf* 
tigfeit unb Seutticbfeit bes Vortrages ab, ©esivegeu mujj bie gütige 
mit tt am meiften geübet werben. 

3« ben ^aflagien mug er nid)t nur auf bie «flöten, fonbern aud) 
mfonberbeit auf bie baju gehörigen Ringer benfen; bamit er nidjt bie 
ginger in ber 3*it aufbebe, wenn er bie £6d)erbebecfen fotl. SBenn man 
nod) nid)t genug im 9Menlefen unb im Xacre geübet ift, faßt man leicht 
in biefen gebier, 

<£r mufj niemals ein ©tücf gefd)winber fpielen, aU er im Sranbe 
iftfold)es in einerlep Xempo ausjufübren ; fonbern bie «Roten bculdd; 
ausbrücf en , unb was bie gittger nidjt gleid) mad)en f onnen , öfters 
roieberboien* 

4. §. 

3Iuf alle bie ^tcr angeführten ©ingemug aud) ber «Jfleifrer, wif), 
renber 2ection, insbefonbere fleigig 5id)tung geben; bamit er bem <&d)0-. 
laren nid)ts überfebe, unb biefer (td) nidjt bcrgleidjen gebier angewöhne, 
deswegen ntufj ftdj bereifter, bem @d)olarcn, im «Spielen, jurred> 
ten ^»anb fcfjen, um alles befro lcid;ter bemerfen ju fonnen. 

5. $. 

gür einen Stnfdnger ijt not&ig, m er jur Ucbung itäWnfaW, 
bergunge, unb ber ginger, erftlid) gan$ fleine unb leidjre <£5tüerv er* 
wäblc: bamit bas @ebdd>tnh3 nid)t mebr befeueret werbe, als bie 3tm* 
ge, unb iit ginger. ©oldje (gtücfe fonnen aus leisten Souen, als: 

9K 2 Qitw, 



92 Dae X. ^auptttucf. XOtö ein anfanget 

© t>ur/ © bur, 51 mcll , g bur, £ mot(, 35 bur, unb <£ moll gcfc&et 
fcpti. £at er aber 51nfd&, 3 un 3 { u "& Singet ju einiger 8<i!Jigfeit ge* 
bracht; fo fann er alebenn unternehmen au£ fdjwerern Xonenju fpielen: 
3. @. auö lern 2t bur, <£ bur, £ bur, 6iö moll, S8 bur, 
@ moü\ e moll, £>iö bur, § moll, 93 moll, unb 21ö bur. £)iefe 
Xöne werben jwar einem 5lnfimg«r etroaö fd)wet &u femt fd)einen ; er 
Witt» eS aber bod) nid)t fo febr emofinben, weil ihm noch, aUeS fdjroet 
borfommt; alö wenn er erft nad) Iaita r *3«it- wenn er fd)on eine ger* 
tigfeit im ©pielen erlanget bat, auö gebacken Xonen ju fpielen unter= 
ttejjmen wollte: inbem er fid) alSbenn einer neuen ©cfywierigfeit, bie 
ijm bielleid)t auf lange 3ettbabon abgalten bürfte, unterwerfen mujj. 

6. $. 

Um bie einfache Sunge mit tt m egalen otogen m gewonnen , ftnb 
foldje (Stücfeam leid)teften , bie in einerlei) 5lrt bün fpringenben Sßotett 
befteben, ei mögen 5ld)trbeile ober ©ed)jcbutl;eile , im geraben, ober 
im <Sed)$ad)ttbcil = ober 3>wlfad)ttpeiltacte / wie in ©ique» bor* 
fommt, fenn. 

7. §. 

SurSunge mit tixi fdjicfen ftdj hingegen bie puttctirten9?efen ^efper/- 
«IS bie bon gleid)er ©eltung : wie bie Krempel bep bem II. 3tbfd)nitte be$ 
VI. ^auprfrucfä bejeigen. SSflan mujj alfo bergleidjeu ©tfief e, fowobl int 
geraben all ungeraben ^acte^aud) ©iquen, unb Qanarieen, jur Uebung 
bornebmen. 

8. §. 

SBenn ein Slnfinger nun, fowo&l in ben $(nger», «13 aud> im 9to 
fenlefcit xu einiger gertigfeit gelanget ift; fo fann er bietauf bie ©oppef* 
junge mit fctfc'U befromebr treiben: um foldje, nad) ben fd)on gegebe* 
iten Regeln, burd) einige fdjwerere unb längere ^affagien, ju mehrerer 
$BoKh>mmenbeit ju bringen. ^)ierju muß er (id) anfange leichte tyafite 
ßien, fo mebr ftufenweife al$ fpringeub gefegt finb, au$ ©olo unb ©oji* 
certen au$fud)en, unb felbige erft langfam, bernad) aber immer etwas ge* 
fd)wiuber fpielen; um bie gunge unb Singer mit einanber ju bereinigen- 

9- §. 

Um aber ju ber&ntett, &ajj bie Swtge, ißrer natürlichen Steigung 
nad), nid)t bor ben Ringern borauS gebe, muß bie Sßöte, worju bep ber 
©oppeljunge ba& fct Hmmt, allejeit ein wenig angehalten, utib marfiret 
werben, f. VI. #au»tftucf, III. 5tbfd)nitt, 5. unb 15. $. 5Äa» marfire 

alfo, 



bty feinet befonfcern Uebung ju beobachten l>at. 93 

fllfö/ im gemeinen geraben Xacre: bie erfte bon bier <Sed)jebntbeiIen; 
tepXriolen: bie erfte ftote bon brepen; kp 3wep unb brepßigtbeilen: 
btc erfte bon achten; im SlUaorefe: bie erfte fott biet 3Jd)ttbeilen ; im 
Sripeltacte, bie 9Men mögen 3lcf)ttbeile ober <3cd)sebutbeile fepn: bie 
erfle im 9?ieberfd)lage. £>iefe£ ift niept nur bat 'Mittel bie 3unge in 
Drbnung ju erhalten: fonbern eö bienet aud) baju, bog manftd) nicfjt 
angewöhne ju eilen; welcpeö im ©pielen ein großer gebier ift: unb wo* 
burd) öfters berurfaepet wirb, baß bie £auprnoten be$ ©efangeä, niept 
wie fte füllen, in bie gebortge Seit ber baju gefegten ©runbnote treffen.' 
mld)e$, wie leicht $u eraepten, eine feör ü6le Sßtrfung fbun muß. 

10. $. 

SDamit bie 3unge unb bie Singer ju rechter Sertigfeit gelangen mo* 
gen, muß ein Anfänger, eine geraume 3eit,nicptö anberS alt folcjje (Stücfe 
fpielen, bie in lauter fdjweren, fpringenben unb rollenben ^Jaffagien &efre* 
j>en ; fowobl auö SEJM* aU auö ©urtonen. £)ie Xriller muß er bütfy 
aHe Sine taglicp tt&etv um fte jebem giuger gefaufüg ju maepen. SSBofertt 
er biefe bepben @tücfe unterlaßt, wirb er niemals in ben «Stanb fommen, 
ein 5lbagio reinlid) unb nett ju fpielen. SDenn ju ben fleinen Sanieren 
wirb eine größere ©efepwinbigfeit erfobert, alt ju ben ^Jaffagien jelbfr. 

11. §. 

& ift feinem Anfänger ju ratzen, ftd) bor ber geit mit galanten 
@tücf en, ober gar mit bem Sibagio einjulaffen. 1>ie wentgften £iebbaber 
ber «Jfluftf ernennen biefeö ; fonbern bte meifien baben eine93egierbe ba an* 
jufangen, wo anbere aufboren, namlid) mit @oncerten unb ©olo, worin« 
tat 9(bagio mit fielen Sanieren , welche fte bod) nod) nicfjt begreifen/ 
«uögejierct wirb, ©ie galten wobl benj«nigen 5J?eifter, welker {nerinne 
frepgebiger ift alö ein anberer, für ben beften. @ie geben aber bierburefj 
eber hinter ftep, all for fid); unb muffen oftttß, wenn fte ftd) fcfjon fiele 
Sabre gemartert fyaUti, wieber f on f orn, ndmlid; bie erften ©rünbe ju 
erlernen/ anfangen. Ratten fie anfänglid) bie gehörige ®ebulb, welche 
ju biefer'äBifTenfdiaft erfobert wirb; io würben fte in ein paar Sauren wei< 
tcr fommen/ alt fünft in fielen. 

12. §. 

(So ift belegen aud) tibel getban, wenn ein Anfänger, ebe er ftd) 
nod) eine ©idjerbeit im Xacte ttnb int SJMenlcfcn juwege gebrad)t bat, 
jtd) offentlid) will boren laffen. ü^nn burct> bte %\ixd)t, weiche aus ber 

5)? 3 Ungewiß« 



94 T>a& X. ^auptffudr. Was ein 2Infangeü 

IXnscwii^cit entfielt, wirb er fiel) biete gefrier angewö&nen, rooPon er (Idj 
nid)t fo leid)t wieber befrepen fann. 

13. §• 

Stadlern ftd) nun ein anfanget eine geraume Beif, auf bie oben be* 
fd)riebene 2lrt, mit ber 3unge,ben Ringern, unb im Xacte geubet bat; fo 
ne&me er fold)c (§5tücfe bor, t>te me&r ftngenb fint) als t>ie obengebad)fen, 
unb w ftd) fowojjlSßorfdjldge als Xrttler anbringen (äffen: bamit er einen 
©efaiifl cantabel unb nouriffant, baö tft mit unterhaltener gjielobie, fpie* 
[en lerne. £ier$u fint» bie franspftfd)en, ober t>ie in tiefem ©efd)macfe 
gefe&eten (gtitefe t»tet Pott&cil&aftcr, a\$ bie italia , nifd)en. ©eiin bie 
©tücfe im fransöftfd)en @efd)macfe finb meiftentfretlö d)araf teriftrer, aud) 
mit ^urfdjlägen unb Xriüern fo gefegt, bafä faft nid)tS me&r, att m$ 
ber Qomponift gefd)tieben bat, angebracht werben fann. SSep ber 5ftufif 
nad) ttaliantfd)em @efd;macfe aber, wirb PieleS ber SBittfubr unb §&$$<> 
fett beffen ber fpielet, uberlaffen. 3n biefem 25etrad)te iff aud) biefraujö* 
jtfdje SJlufif, wie fte in ibrem ftmpelu ©cfaiigc mit Sanieren gcfdjriebctt 
ifr, wenn man nur bit g>affagicit aufnimmt, fflaPifd)er unb fernerer auö< 
jufüjjren, aU nad) ifjiger Schreibart bie italiänifd)e. Sebod) ba jur^uß* 
füfrrung ber franjDfifdjen, weber bie 2BifTenfd)aft bcö ©eneralbaffcö, nod) 
eine (5infid)t in bie <2ompofttton erfobert wtrb ; ba im ©egent&eil biefelbe 
jur italtanifd;?» &Mf* »^»3 iftr unb jwar wegen gewifier ©ange, weldje 
in ber Icljrern mit ?slcig febr ftmpel unb troefen gefe§rt werben, um bem 
«Muster bie grepbeit ju laffen, fte nad) feinet <£tnftd)t unb ©efallen mebr 
als einmal Peränbernsufonncn, um bie jiütfrer immer burd) neue @r* 
ftnbungen $u überrafdjen: fo ifl and) tiefer Urfad;en wegen, einem 5lnfäit= 
ger nid)t &u ratpeii, ftd) Por ber 3?tt, epe er nod) eintge 95egrtffe Pon ber 
Harmonie erlanget pat, mit ^oio nad) bem italtdnifdjen ©efdjmacfe cm* 
jutaffen; wofern er ftd) nid)t felbft an feinem 58ad)6t{>ume frinberlid) fcpu 
will. 

13- §• 

<5r nepme alfo, nad) ber im Porigen §. gegebene 2lnwcifung, wobj 
aufgearbeitete, unb Pon grunblidjen SNeiftern Perfertigte Duetten unb 
Xrio, woriune ßugen Porfomnmt, jur Uebung Por, unb fraitefid) einege* 
räume 3eit batep auf. <£S wirb ibm jum ^otenlefen , ju Haltung beö 
SacteS, unb sunt <paufiren febr bienlid) fcpn. Sßorjüglid) will id) €e* 
Icmanns, imfran$6fifd)cn ©efAmacfe gefegte Xrio, beren er Pielefdjon 
»or brcplig unb meiern Sabren Pcrferttget fat, wofern mm ibrer, weil 



bey feiner befördern Hebung $u beobachten fyat 95 

fie nidjt in Tupfer gcffocfjcn ftnb, babbaft werben Fann, ju biefer Uebun«, 
borfd)lagen. & fdjetnt swar bte fogenannte gearbeitete «H? uftf, unb be« 
fonberS bic gugen, tfcigcr Seit/ fomojjl be» ben meifren Sonfunjrlern, als 
Siebtem, gleidjfant alö eine <pebantereß in bic 2ld)t crfldrct ju fepn : 
lrieUeid)t weil nur wenige ben 2Öertp unb ben 9tufcen berfelben einfe^en. 
@in ?ebrbegieriger aber muß fiel) burd) «Borurtbeile nid)t babon abfdjre.- 
tfen loffen; er fann Pielmebr berfidjert fepn, baß ibnt biefe Söemu&ung ju 
feinem größten SSortbcile gereid)cn werbe. SDenn fein bernünftiger tylw 
fifus wirb laugnen, ba^ bie gute fogenanntc gearbeitete «Jftuftf eines bon 
ben ^auptmitteln fet>, welrijeö fowobl jur <£infid)t in bie Harmonie, att 
jur ^BifTenfcfjaft/ einen natürlichen unb an fid) guten ©?fang gut borsu- 
tragen, unb nod) ferner ju madjen, ben 'üBeg balme. Üttan lernet aud) 
fcierburd) bepm erfftn 5tnblicfe treffen, ober wie man fagef, bom blatte 
(ä livre ouvert) fpielen: woju etn anberer, burd) bloße einfache melobiofe 
©ttitfe, fo baß @ebdd)tniß feiept faffen fann, nidjt fo balb gelangen, fott* 
bern lange Seit ein @flabe be$ 9tu$wcnbiglernenö berbleiben wirb. €in 
glotenift bat aumal weniger ©elegenbeit bom blatte fpielen ju lernen, 
ütt ein anberer 3nfrrununtift: benn bie Slote wirb, wie befannt, mebr 
»um @olo, unb ju coucertirenben, als 511 SKtpienftimmen gebrauchet. @l 
ift ibm alfo ju rathen , wofern er bie ©elegenbeit barju baben fann, aud) 
bep öffentlichen Sittuftfen bie 9\ipienfhmmen mit ju fpielen. 

15. §• 

93ei) Ausübung ber ©uetten, ^rio, u. b. gl. wirb einem 3lnfänger 
fefcr nü$lid) fepn, wenn er wcd)felöweife balb bie erfte, balb bie jwepte 
(Stimme fpielet. £)urd) bie jwepte Stimme lernet er n»d)t nur, wegen 
ber 3mitationen, bem Vortrage feinet ÜJJeifterö am beften nacpjuabmen; 
fonbern er gewönnet fid) aud) nid)t an baß 5lu$wenbiglerneit, weldjeö am 
üMenlcfen binberitd) ift. €r muß bat ®ebor beftdnöig auf bie fo mit ibm 
fpielen, befonberö auf bie ©runbftimme richten : woburd) er bie jiparmo* 
nie, ben Xact, unb baß SXeinfpielen ber Xone befto leid)ter wirb erlernen 
fonnen. 'SBofern er aber biefeSberabfdumet/ bleibt fein ©ptclen allejeit 
mangelbaft. 

16. §. 

(So wirb einem 2lrtfa'nger ein großer 'Sortbeil juwad)fen, wenn er 
fid) in ben ^Jaffagien bie 2lr(en ber ^rantfpofitionen, in welchen ein Xact 
mit bem anbew eine Qlcbitlidrtcit bat, wobl befannt machet, ©enn pier* 
burcp fann man öfters eine gortfe&ung berfelben, bon etlid)en<£acten, bor» 

aus 



96 £ae X. 3aupt|iuct\ Was ein ZnfanQtt 

«u8 »tffen, opne febe Wott kfonbetö ausufern: weldjeö &ep einer grogen 
©efdjwinbigfett nid)t aKejeit mogltc^ ijt. 

17. §. 
pat ftd) nun ein Anfänger eine geraume £eit mit ^afiagien, uni 
^arbeiteten ©tuefen geubet; bie Sunge unb feie ginger geläufig, unb ba$, 
waö id) biöper gelepret fabt, ftcf> fo befannt gemalt, t>a§ eö i&m gleid)fam 
jur anbern 9?atur geworben: fo tan er aßbenn einige im italiänijdjen 
©efdjmarfe gefegte @olo unb @oncerten bornebmen; iod) fold)e, in 
lenen ba$ Slbagio mdjt gar ju langfam gebt, unb bie Stltegro mit furjen 
unb leisten ^affagien gefegt fmb. <5r fud)e ben ftmpelu ®efang im 
Slbagio, mit s ;ßorfd)l4gen, Xrillern, unb freuten Sanieren , fo wie in 
ben bepben bDrtgen.£>auptftürfen gelejjret morben, au^ujteren; unb fabre 
bamit fo lange fort, bit tym ber ®ebta\t<i) babon geläufig wirb, unb er 
im ©tanbe ift einen fimpeln ©efang, obne Dielen willfubrlidjen 3ufa§, 
proper unb gefällig ju fpielen. Steint ijjm aber biefe 5lrt ber 2iu^ie= 
rung, bep mandjem Slbagio, baS etwan fe&r platt unb troef en gefegt ift, 
nid)t sula'uglid) ju fenn; fo will id) i{jm auf ba$ XIII. unb XIV. £aupt* 
(tue?, fon t>m willfubrlidjen 'Serdnberungen, unb bon ber 5lrt ba$ Slbagio 
ju fpielen, berwiefen fcaben, worauf er ftd) meprern 9\atj>$ wirb erholen 
tonnen. 

18. §. 

giertet) wirb er ju befto größerer 33olIfommenbett gelangen, 
mnn er nebft ber Slote, wo nid)t bie <Se§runft, bod) jum wenigften bie 
3Biffenfd)aft beö ®eneralbafk$ erlernet. £at er (Gelegenheit bie @tng* 
fünft entroeber bor, ober wenigftenS gletd) mit ber giöte ju erlernen: fo 
will id) tbm biefeS befonberS anratöen. dt wirb babutd) befro leichter 
«inen guten Vortrag im ©pief en erlangen ; unb bep bernitnftiger %u$* 
3ierung eines 5lbagio, wirb t&m bie <£infid;t in bit ©ingfuntf befonberS 
grofkn Sßortbeil geben. Sr wirb alfo md)t ein purer gi&tenfpielcr allein 
bleiben ; fonbern baburd) fid) aud) ben 2Deg ba&nen, mit ber %tit ein üftu* 
ftfu$, in eigentlichem SSerftanbe, ju werben. 

19. §. 

{Damit aBer ein Anfänger aud) bon bem Untevfdjiebe beö ©efd)ma-' 
cfeS in ber 5ftuftf einen allgemeinen Söegriff erlangen möge, ift nid)t ge» 
nug, bafj er nur @töcfe, ft> für bie %lött gefcfjet finb, in Ue&ung bringe: 
rr mu§ ft'd) bielme^r aud? berfd)iebener Stationen unb ^3robmjen ihre 
^arafteriftrten ©tuefe befannt madjen; unb jebeö babon in feiner 5irt 

fpielen 



bcy feinet befonbcm Hebung $u beobachten I?at. 97 

(Vielen lernen. SDicfeö wirb ibm mit ber ^ett mebr 'äßortbcil fd)affen, al$ 
er gleid) im Wange einiufe&en bermogenb ift. Sie 'äserfcfytebenbeit ber 
cfyaraf'teriftrten @tucf c ftubet fid) bep ber franjoftfd)en unb beutfd)en sjjfu-- 
ftf.ntejjr/ als ben ber ttalid»ifd;en, unb einigen anbcrn. £)ie italidnifd)e 
«J3?ufif ift weniger alö alle anbere, bie franjoftfd)e aber faft gar ju biet ein« 
gefdjrdnfet: worauf btelleid)t (lieget/ baf? in ber franjofifdjeii gjtufif ba$ 
9?eue mit bent 9i(ten öfters eine 3lebnlid)feit ju baben fd)einet. ©od) ift 
bie franjofifd)e 5irt im Spielen nid)t ju berad)ten : fonbern einem 2ln* 
fanget bielmebr anjuratben / ibre ^ropretdt unb £>cutlid)feit, mit ber 
italianifd)en S)unfclbeit im @ptelen / weldje mebteutbeilS burd) ben 
SBogenfrrid), unb ben überfliegen Sufafj bon Sanieren, nwrinne bie ita* 
lianifdjen Snftrumentiften ju biel, bie gransofen überbaupt aber ju wenig 
tbun, berurfadjet wirb, ju bermifd)en. <§tin ©efdjmacf wirb baburd) 
allgemeiner werben. SDer allgemeine gute @efd)macf aber ift nid)t betj 
einer einjelnen Nation, wie jwar jebe f?d) bcfielben fd)tneid)elt, anju* 
treffen: man mufj ibn bielmebr burd) bie 9Sermifd)ung, unb burd) eine 
bernünftige 3Babl guter ©ebanfen, unb guter 5lrren ju fpielen, bou ber* 
febiebeuen Rationen sufammen tragen/ unb bilben. Sebe SRattort bat in 
ibrer muftfaiifctjen ©enfart fowobl etwaö angenebmeS, unb gefälliges, atf 
aud) etwaö wiberwartigeS. 2Ber nun t>ai *8efte ju wa'bleit weif? ; ben 
wirb baS ©emeine/ fiebrige unb @d)led)te nid)t irre mad)en. 3m 
XVIII. £auptftücfe werbe id) bierbon weitläufiger banbeln. 

20. §. 
(Sin 2lnfa c ttger mug beSwegen aud) fudjen, fo biel gute Sttufifen, 
welche einen allgemeinen $Bet)fall finita, anderen/ als er nur immer 
faim. |)ierburd) wirb er fid) ben 2Beg jum guten ©efeftmaefe in ber 
2Mif, febr erleichtern. <£t mu£ fudjen nid)t allein bon einem jeben gu* 
ten Snftrumentijten, fonbern aud) Don guten ©dngern ju pwfttiren. 
€r mufj fid) beSwegen erftlid) bie Xone wobl ins ®ebdd)tniü faffen; unt> 
wenn er j. £. iemanben auf ber glöte fpielen beeret , muß er foglcid) bett 
|>auptton, worauö gefpielet wirb, bemerken; um bie folgenben befto 
letd)ter beurteilen ju fönnen. Um w wijTen ob er benXon erratben fyato, 
!ann er juweilen auf bie finget beS (Spielenben feben. <£ö wirb ibmbiefeS 
@rratben ieber Xone nod) leid)ter werben, wenn er fid) juweilen, bon fei« 
nem sBcctjter, ganj f leine unb f urje «pafiagien borfpielen lägt; um fold)e, 
obne auf beffelbcn Ringer su feben, nad)sumad)en: unb biermit mug er $ 
lange fortfabren, bis er im ©tanbe ift alles was er boret gleich nad)ju* 

9* fpielen. 



98 £)ae X. *Sauptfiüc£. VDae ein Anfänger 

fpielen. 9Jufbtefe?lrt wirb er alfobaö ©ute fo er bon einem unbbem 
«nbern boret/ nad)ajjmen, unb ftd) ju 9tu|e machen fönnett. 9}od) leid)« 
terwirbipm biefeö werben, wenn erjugleid) bon bem@labtere unb ber 
«Biotine etwas berftept : weil bod) feiten eine Sföuftf opne bie gebauten 
Snftrumente aufgefüpret wirb. 

21. $. 
Sßon guten mufifalifdjen @tücfen fammle fid) ein Anfänger fo biel, 
«W er nur immer (jaben fann, unb ne&me fte ju feiner tdgltdjcn Uebung 
bor: fo wirb fid) aucf> babutd) fein ©efdjmacf/ nad) unb nad), auf eine 
gute 2ltt bilben ; unb er wirb baö Q36fe bom ©Uten unterfdjeiben lernen. 
2Bie jjebeö €3tücf, wenn eg gut fepn ft>U, befdjaffen fepn muffe, babon wirb 
man im XVIII. .£>auptfrücfe biefet 2lnweifung bie notpigften 9?ad)rid)ten 
ftnben. Sin Sinfdnger tput wobl, roenn er lauter ©tücfe ju feiner Uebung 
erwi&let/ bie bem Sjnftrumenre genta»}/ unb bon folgen «Dfeifteru berferti. 
get worben ftub, beren '-öerbienfre man on mebr alö einem Orte rennet, 
dir barf fid) iticpt bran fe(>ren, ob ein @iücf ganj neu, ober fd)on etwas 
alt ift. @ö fep ijjm getiug, wenn eS nur gut ift. £>cnn nid)t atlcö waö 
neu ift/ tfr beöwegen aud) jugleid) fd)6n. @r püte fid) bornepmlid) für 
fcen ©tücfen ber felbft gewad)fenen (Jornoomfrcn, wdd)e bie ©c$funft 
weber burd) münMid)e/ nod) burd) fdjriftlidje Slnweifung erlernet baten: 
benn barinne fann weber ein Sufammen&aitg bet gelobte, nod) rirf)fige 
Harmonie anjutreffen fepn. £>ie meiften laufen auf einen 5Jftfd)mafd) 
boit entlepnten unb jufammen getieften ©ebanfen binauS. 93iele bott 
biefen felbft gewad)fenen (äomponiftett rnadjen nur bie Dberftimme felbft, 
bie übrigen laffen fie ftd) bon anbern baju fegen. @$ ift bemnad) leid)t 
ju erad)ten/ bafj weber eine orbentlidje SSerbtnbung ber ©ebanfen/ nod) 
eine orbentlidje sjftobulation beobad)tet worben fep : unb bafi folglid) bie 
übrigen Stimmen/ an bielen Orten, fcaben hinein gejwungen »erben müf« 
fen. Slud) ben 0tücfen ber neuange&enben Somyoniften ijt in biefem 
9>uncfe nid)t alUubiel ju trauen. Jftat aber einer t>it @epfunft orbent* 
lid)/ unb jwar bon einem fold)en, ber bie ^dpigfeit pat anbere ju un« 
terwetfen, erlernet, unb berftept bierfhmmig reinju fe&cn, fo fann man 
|U feinen arbeiten ein belferet Vertrauen faffen. 

22. §, 

@in Anfänger mufj fid) befonberö befleißen, bafj er aßeg wtö er 
foielet, ti mögen gefdjwinbc ^aßagien im <HU gro, ober gjjaniereu im 
2lbag,u>, ober nod) anbere Sftoten fepn, beutlid), unb runb fpielcn lerne. 

^)ier* 



bey feinet befont>em Hebung ju beobachten bat. 99 

hierunter Witt) Perfranben: tag man oic^t ü6er bie fflottn weg frolpere; 
unb erwan anftatt eines Singertf, beren jweette ober brep sugleid) aufgebe, 
ober nieberlege; unb alfo etliche 9?oten berfdjlucfe: fonbern ba@ jebeftote 
burd) baö ganje Stücf, nad) ibrer wajjren@eltung, uitb nad) bem redjtett 
3eitmaaße gefpielet werbe. £urj, er muß ftd) bemühen einen guten S3or* 
trag/ wobon in ben folgenben |)auptfrutf en weitläufiger gebanbelt werbe« 
wirb, ju erlangen, ©iefer gute Vortrag i(t ba$ SRötjjigfte, aber aud) 
batf ©dwerefre im «Spielen, gefilet ei hieran, fo bleibt t>a$ Spielen, e$ 
mag aud) fo fünfilid) unb berwunberntfwürbig feinen, alö cö immer will, 
bod) aücjeit mangelhaft ; unb ber ©pieler erlanget niemals bcn Q3epfall 
ber j?enncr. Deswegen muß ein 3inf<Jnger fein Spielen mit einer be* 
fhkbigen^ufmerffamfettberfnüpfen, unb 2id)t paben, ob er aud) jcbe 
iftote fo bire, wieerflemitbenSlugenftept, unb wie i(>re ©eltung unb 
Sluebrurf erfobert. !Daö Singen ber ©eele, ober bie innerliche @mpftn= 
bung, giebt bierbep einen großen 93ortJ)eil. @in Anfänger muß bemnacf) 
fudjen, nad) unb nad) biefe Smpftnbung bep ftd) ju erwecfen. £>enn fo* 
fern er bon bem wa$ er fpielet nid)t felbfr geratet wirb ; fo bat er nid)t 
afiein bon feiner SBemüjwng feinen 9cu^en ju puffen ; fonbern er wirb aud) 
nicmalö iemanb anbern burd) fein Spielen bewegen : weldjeö t>od) eigent* 
lid) ber SntAWccf fcpn foH. Sftun fann jwar biefetf bon feinem anfanget 
in einer SMfommcn&eit gefobert werben; weil berfelbe nod) ju Piel auf 
bie Ringer, lic 3unge, unb im 2lnfa| ju benfen (>at: aud) mejjr geit aW 
ein paar Sabre taju geilen. JDem ungeachtet muß iod^ ein Slnfdnger 
ftd) bei) Seiten betrüben baran ju gebenfen; um in feine ^a.'tfinnigfeit su 
Perfallen. @r muß ftd) bet) feinen Uebungen immer PorfieUen, er pabe 
foldje Stierer bor ftd), bie fetn ©lud befbrbern fonnen. 

23. $. 
£>ie 3eit, wie lange ein Anfänger tagltd) ju fpiefen not&ig &at, ijl 
eigentltd) ntd)t ju beftimmen. <£iner begreift eine ®ad)t leidjter , a(3 
ein anberer, @S muß jtd) alfo pierinne ein jeber nad) feiner ^äbjgfeit, 
unb nad) feinem Naturelle rtd)ten. SDod) ift ju glauben, baß man aud) 
gerinne entroeber ju Piel, ober ju wenig tjmn fönne. 9Boßte einer, um 
balb ju feinem 3«fcfe ju gelangen, ben ganjen Xag fpielen : fo fonnte ei 
nid)t nur feiner ©efunbbtit nadjtbeilig fepn ; fonbern er würbe aud), bor 
ber 3cit, fowobl bie Serben alö bie ©tune abnufcen. ^ 'SSÖollte er e$ aber 
bep einer ©tunbc be$ Xagetf bewenben laffen: fo möd)te ber'D'cu^ett fe^r 
fpat erfolgen. 3d) palte bafür, U^ eö weber xu biel, nod) ju wenig fep, wenn 

DI 2 ein 



ioo Das XI. öauptffütf. t>om guten ttowaeje 

«in Anfänger &wb ©tunben 'Vormittags, unt) eben fo biele ü^ac^mttt«^^, 
ju feiner UebungauSfefcete: aber aud) unter tt>a^ccttt>cc Uebtmg, immer 
ein wenig auSrubete. 2Ber eS aber enblid) bajun gebracht bat, bafj er alle 
borfommenbe gjaffagiett, obne «Iftübe, reinlich unb beutltd) berauö bringen 
fann : für ben ijt ju feinen befonbern Hebungen eine ©tunbe beö Xage$ 
juldnglid); um ben Slnfafc, bie ^unge, unb bie Singer in gehöriger Drb= 
nung ju erbalten, ©enn burd) baö überflü&ige «Spielen, jumal wenn 
man ftyon gewige 3abre erreichet |>at, enthaftet man ben ßeib; man nu* 
Set fcie (Sinne ab; unb belieferet bie?ufl unt» 93egierbe eine <&ad)t mit 
rechtem «ifer auöjufubren. £>urd) baö allzulange anbaltenbe <Sd)tagen 
fcer Triller, werben bie Serben ber Ringer fteif : fo wie ein Keffer fd)ar* 
ticbtwirb/wennmane^immerfortfd^eift/Obncjuweilenbamitiufcbne^en, 
Söer ftd) nun in allem biefem ju mdfjtgen weis, ber geniefet benSSortbeif, 
bie glöte einige Sabre Uinger, aU fünft, ju fmelen. 

©<$ XL £aupt|Wcf. 

SSom suten SSorttage im @ittgen imi> Spielen 

überhaupt. 

i. $. 

[er muftfalifdje Vortrag Fann mit bem Vortrage eines SXebnergber* 
gltdjen werben. €'in SXebner unb ein 5ftufifu$ baben fowobl in 
2Jnfebung ber Aufarbeitung ber borjutragenben @ad)en, al$ beö 
SBorrrageS felbft, einerlei; 2llfid>t jum ©runbe, ndmlid) : fid) ber ^erjen 
jn bemeiirern, bie £eibenfd)afteu ju erregen ober ju füllen, unb Die 3ubo* 
rer balb in biefen, balb in jenen äfftet au berfe&en. @s ifr bor bci>be ein 
93ortbeil, wenn einer bon ben ^pt^idjten betf anbern einige Smrotf* 
nifj bat. 

2. §. 
Sttan miö, naß ben einet Siebe ein guter SSortrag für 5öirfung 
«uf bie @emtitb«r ber 3uborer t^ut; man weis aud), wie biel ein fdjled)* 

ter 




im @wgcn unfc ©ptelm ubetfxuipt. iox 

ter Söortrag ter fcfronjten SHebc auf bem Rapiere fd^abet ; matt weis nid)t 
weniger/ tag eine SKebe, wenn fi'c bon berfd)ietenen ^Jtrfonen, mit eben 
tenfelben hörten gehalten werten folttc, tod) immer ton tem einen beffer 
ober fd)limmer anju&oren fer>n würbe/ aU bon tem antern. %flit tem 
SBortrage in ter Wlufit (>at e$ gleite SSewanttnig: fo tag, wenn et« 
©tücf entweder bon einem ober tem antern gefungen, oter gefpielet Wirt/ 
<$ immer eine berfcfyietene SEBirf ung berborbringt. 

3- f. 

Sßon einem fKetner Wirt, was ten Sßortrag anbelanget/ erfoterf, 
bag er eine laute, flare unt reine (Stimme/ unt eine beutlidje unt bDtt= 
fommen reine 2lu6fprad)c \>aie: tag er nid)t einige 33ud)ftaben mit ein« 
anter berwecfyfele, ober gar berfdjlucfe: tag er ftd) auf eine angenehme 
Sftannigfaltigfeit in ter ©timme unt ©pradje befleißige : tag er tie ©in* 
formigfeit in ter SXebe bermeibe; bielmejjr ten Xün in ©r>lben unbSÖJor* 
tern balt laut balb Icifc , balb gefd)Wint balb langfam frören lafje: tag er 
folglid) bct> einigen Wörtern tie einen 9?ad)brucf erfobern tie ©timme 
erbebe/ ben antern hingegen wieber mdgige; tag er jeben Effect mit einer 
Perfd)ictenen / tem Effecte gemägen (Stimme auöbrücfe; unt tag er 
fid) Äberfiaupt ttad) tem Orte/ wo er retet, nad) ten Supern, tie er 
bor ftd) bat, unt ttad) tem Snnfralte ter £keten tie er Vortragt/ ridjte, 
unt folglid)/ j. €. unter einer Xraucrrete / einer üobrebe, einer fd)ers= 
Jjaften IXebe/ u. t. gl. ten geborigen Unterfdjieb ju machen wiffe; tag er 
enblid) eine aufierlidje gute Stellung annebme, 

4- $• 

3d) wiß mid) bemühen ju jeigen/ tagalleö tiefes aud) bep tem guten 
mufifalifdjen Vortrage erfobert werbe; wenn iä) borfrer bon ter 9?otjj» 
wentigfeit tiefet guten Sßortrageö, unbbon ten gefrlern fo tabet) began» 
gen werten/ nodjetwaö werte gefaget baben. 

5. *. 

£>ie gute SBirfung einer «Sttuftf b<mgt fajt eben fo btel bon ten 2(u& 
fufrrern, alö bon tem ©ontponiften felbjt ab, ©ie befte @ompofttiött 
fann turd) einen fd)led)ten Vortrag berfiümmelt/ eine mittelmäßige <2om» 
pofition aber turd) einen guten Vortrag berbeffert/ mit erbobett werten. 
5)?an boret öfters ein ©trief fingen oter fpielen/ ta tie @ompofttton nid)t 
ju berad)ten ift, tie 3luejicrungen be$ 2ltagio ten SXegelnter Harmonie 
nid)t juwtter fint, tie ^affagien im aüegro aud) gefcfywinb genug gema* 
d)tt werten; eö gefallt aber tem ungeachtet ben wenigen. 2Benn es 

5? 3 abes 



102 2>ae XI. ^auptjiütf. Vom guten ttottcage 

ober ein anberer auf eben bemfel&en ^nftrumente/ mit eben benfelben 
«Manieren/ mit nid)t größerer gertigfett fpielete , würbe el bictteic^t bon 
bem einen Keffer aß bon bem anbern gefallen. Sftifyä als iit Sirt beS 
SSortrageö fann alfo hieran Urfadje fepn. 

6. $. 

einige glauben/ wenn fie ein Slbagio mit bieten Sanieren auSju* 
{topfen, unb biefelben fo ju ber&ieben wiffcn, baß oftmals unter jebn 
Sftoten&ium eine mit ber ©runbfrimme barmoniret/ aud) bonbem.5aupt* 
gefange wenig ju bernebmen ijl; fo fet> biefeS gele&rt. SlUein fie irren ftd) 
febr, unb geben baburd) ju tttmntn, ba$ fie bie wabre ßmpftubung bei 
guten © tfdjmacf eö nidjt baben. @ie benf en eben fo wenig auf bie Regeln 
ber @e&funjt / welche erfobern , ba% jebe £>iffonanj nidß nur gut borbe* 
reitet werben/ fonbern aud) ibre gebärige Sluflofung bekommen, unb alfo 
baburd) erjl ibre &nne&mlid)reit erbalten muffe ; ba fie aufferbem ein übet* 
lautenber ^tang fenn unb bleiben würbe. @ie wiffen enUid) nifyt, H$ 
«f eine größere $un|t fet), mit wenigem btel/ als mit bielem wenig ja 
fagen. ©efittt nun ein bergleidjen Slbagio nid)t, fo liegt abermals t>it 
©$ulb am Vortrage. 

7. $. 

©ie Vernunft le&ret, ba$ wenn man burd) bie bloße Siebe bon \e> 
manben etwas verlanget, man ftd) foldjer ^luSbrütfe bebienen muffe, t>ie 
ber anbere berftebt. Ran i(r bie sjftujlt nidjts anbcrS als eine füntflidje 
©prad)e/ wobutd) man ferne muftfatifcfyen©ebanEenbem3'Jb<>rerbefannt 
madjen foB. SBollte man alfo biefeS auf eine bunfete ober bijarre 2lrt, 
t>h bem Subörer unbegreißid) wa c re r unb feine (Smpftnbung nwd)te, auS* 
rid)ten: roaS bülfe alsbenn bie SSemübung/ bie man ftd) feit langer 3eit 
gemattet b^tte/ um für gelebrt angeben ju werben? SBoltte man ber* 
langen/ bau bie Suborer lauter Kenner unb *Diufifgelebrte fepn fottten/ 
fo würbe bie 5ln$afjt ber 3 tborer nid)t febr groß fepn: man müßte fie benn 
unter Un £ottfünfrIern bon fymftffwn, wtewobl nur einsein auffud)tn. 
£>aS fd)(immfle würbe babet) fepn/ baß man bonbiefen benwenigfren<8or« 
tbeit ju boffen b&te. Denn fie fonnen allenfalls nidjtS anberS tbuit/ als 
burd) ibren 93epfall bie @efd)iflid)feit beS 5luSfübrerS ben ßiebbabern ju 
erfennen geben. 3öte fdjwerlid) unb feiten aber gefdjiebt biefeS I weil Ut 
meinen mit Effecten unb abfonberlid) mit<£iferfud)t fo eingenommen ftnb, 
baß fie nid)t allemal baS ©ute bon ibreS gleidjen einfeben/ nod)eS anberu 
aern befannt madjen mögen. SßSüßten aber auefy alle ßieböaber fo üiel 

all 



im fingen unb ©pt'den überhaupt. 103 

*W ein SWuftfuö wiffen foB; fo (tele ber SSortbeil gleichfalls weg : weil fie 
alsbenn wenig ober gar feine <$onfünfrler bon ^rofefpton mebr nutbig {»dt* 
ten. 3Bie notbig i(t alfo nid)t baß ein ÜJJufifuö jebeö @tücf beutlid) unb 
mit folgern 2lu$brutf borjurragen fud)e, t>a^ eö fewobl ben ©elcbrten 
ölö Ungefe&rten in ber 5)?ufif oerfrdnblid) »erben , unb ibnen folglid) ge* 
fallen fonne. 

8. $. 
©er gute Vortag ift nid;t «Hein benen, bie ftd) nur mir £aupf* 
ober concertirenben (Stimmen boren laden, fonbern aud) benenfenigen, bie 
nur SXipieniften abgeben, unb fid) begnügen jene ju begleiten, unent* 
bebrlid); unb jeber bat in feiner 2lrt, auffer ben allgemeinen, nod) be= 
fonbere Regeln ju beobachten notbig. 23iele glauben, wenn fie bteüeicf>t 
im ©tanbe finb, ein frubirteg «Sola ju fpielen, ober eine il;nen borgelegtc 
SXipienftimme, obne Hauptfehler bom blatte weg $u treffen, man ft'nne 
bon ibnen weiter nid)tö mebr verlangen. Slllcin id) glaube bafj ein ©olo 
Willfübrlid) ju fpielen letzter fep , aß eine 3?ipicnfhmme auf-jufübreu, 
wo man weniger grenbeit bat, unb fid) mit Stelen bereinigen mug , um 
baö ©tücf nad) bem €5mne beS öomponiften auSjubrücfen. f>at nun 
einer feine richtigen ©runbfd&e im Vortrage; fo wirb er aud) ber ®ad)t 
niemals eine©nüge leiften tonnen. @ö wäre beewegen n6tbig, baf> ein 
jeber gefd)ifter «Drufitmciffcr, befonberS ein Sßioliuifr, babinfdpe, baf4 
er feine @d)olaren nid)t eber jum ©olofpielen anfübrete, bis fie fd)on 
gute SXipienifren waren, ©ie bierju geborige 2Biffenfd)aft bahnet obne 
bem ben 3Beg sunt ©ofofpielen : unb würbe mand) abgefpielteS ©olo im 
3ub&rern beutlid)er unb annebmlidjer in bie ©inne fallen, wenn ber 2luö* 
fübrer bcffel6en t$ fo gemadjet Uttt, wie man in ber «Dcalerfunft ju tf;un 
rfli-get, ba man erfrlid) bie rid)tige geidjnung beö ©ema'lbeS madjen ler-- 
ncii muß, cbe man an bie 5luö$ierurtgen gebenfet. Mein bie roenigfren 
5lnfcwgir f 6nnen bie Seit erwarten. Um balb unter bie Slnjabl ber 23ir= 
tuofen gerechnet ju werben, fangen fteeöofterS berfebrt, nämlid) beom 
©ololpielcn an ; unb martern ftd) mit bieten auögcfünftelten gierratben 
unb ©d)wieri.gfeifen, benen fie bod)nid)t gewadjfen finb; unb baburdj 
fie bod) bielirebr ben Vortrag berwirrt, afö beutlid) mad)cn lernen. 
DeftcrS finb aud) wobl bie sjfteifter felbfi @d)Ulb bran; wenn (Je jeigen 
wollen, baf» fie im @tanbe finb, ben ©djolaren in furjer 3eit eiirige ®olo 
beibringen : rodcM ibnen aber, im $aÜ biefe alö SRipieniflen füllen g> 
brauset werben, md;t atlejeit biel (Sb« madjet. 5>n guten Vortrag 

im 



«04 £>«a XI. öaupfiütf- Vom guten Vomagt 

ben bie ?Kipieniften inSbefonbere ju beobachten baben, jtnbet mau im 
XVII. |>auptftücfe biefer ^nweifug weitlauftig trfldret. 

9. $. 
©er Vortrag ijt faft ben feinem Sftenfdjenwie bei) bem anbern, fon* 
bew bei) ben meiften untergeben. 9ftd)t atlejeit t>ic Hnterwcifung in 
ber gijjuftf / fonbern bielmebr aud) jugleid) bie ©emütb$befd)affenbeit et* 
nes jet>ctt/ woburd)ftd; immer einer bon bem andern unterfdjctbct, finb bie 
Urfadjenbabon. Scfyfe&ebengall, eö hätten ibrer biete be» einem «Jfteifter, 
ju gleicher 3eit> unb burd) einerlei; ©runbfa&e bie ?D?uftf erlernet; fie 
fpieleten aud) in ttn erften bren ober bier Sabren in einerlei) 2lrr. Wan 
wirb bennod) nad)jj<r erfahren, ba% wenn fie etliche Safere ifewn *0?eifrer 
nic^t mebr gefeoret baben, ein feber einen befonbern Vortrag, feinem ei» 
genen Naturelle gemdg, annebmen werbe; fo fern fte nid)t pure (Jopenen 
ibteS sjjteijterö bleiben wollen, giner wirb immer auf eine belfere 2Jrt be$ 
Sßortrageö berfallen alö ber anbere. 

IO. §. 

5Bir wollen nunmebr bie bornebmften ©genfdjaften beö guten 'äSor* 
trageö nberbaupt unterfud)en. ©in guter Vortrag mufj jum etften : 
rem unt> fceutltd) feyn. 3ftan mu£ md)t nur jebe 9tote boren laffen, 
fonbern aud) Jebe Sftote in ibrer reinen Sntonation angeben; bamit fie 
bem Suborer alle berftdnMid) werben. steine einjige barf man ausladen, 
gjjan mug fud)cn ben £lang fo fd)6n alö moglid) berauSjubringen. 93or 
bem ftalfdjgreifen muß man fid) mit befonberm gleiße büten. 3ßa$ bier* 
ju ber 5lnfafc unb ber gimgenftoß auf ber glote beitragen fann, ift oben 
gele&ret worben. «Jttan muf. ftd) büten , bte 9?oten ju fd)leifen, weldje 
geflogen werben füllen ; unb bie xu frogen , weldje man fd)leifen foll. @3 
barf nidjt fdjeinen alö wenn bie SMen jufammen fieberen. Sen 3uu* 
genjtoj; auf 33la$inftrumenrert , unb ben 23ogenftrid) auf SSogeninftru* 
menten, mug man lebe rjcit, ber2lbftd)t, unb ber bermitteljt ber Bogen 
unb @trid)e gcfd)ebenen Slnmcifung beS Somponifren gemdg, braud)en: 
benn bierburd) befommen bie Sftoten ibre Mbaftigfeit. ©ie untcrfdjci* 
ben gd)baburd) bon ber 5lrtber (gaefpfeife, weldje obne Sungcnfrofj ge= 
fpielet wirb. T)it ginger, fie mögen fid) aud) fo orbentlid) unb munter 
bewegen, aK fie immer wollen, fonnenbie muftfalifd)e 2lu6fprad)e für 
fid) allein nid)t auebrücfen, wo nid)t bieguitge ober ber Bogen, burd; 
geborige, unb $u ber borjuttagenben @ad)c gefdjtftc Bewegungen, baä 
ibrige, unb&war baö meifjebarju beitragen, ©ebanfenweldje au einanber 

bangen 



im ©tngen unfc Spielen überhaupt. 105 

Jjaugen fußen/ muß matt ntdjt jertbeilen: fo rote man hingegen btefemgett 
jertbeilen muß, n>o ficf> ein muftfaltfd;er ©tnn enbiget, uirä ein neuer 
©ebanfe, o&ne «ütnftynttt ober $)aufe anfangt ; aumal wenn bie @nbt« 
gungönote bom borjjergejjenben, «nl» bte2infang$note \>om folgenben ®t* 
Hnttn/ auf einerlep 2one flehen. 

11. §. 

@in guter Vortrag muß ferner: tunb un£> »oUlMnbtg feyn. 
Sebe Sftotemuß in i[>rer wa&ren ©eltung, unb in i&rcm rechten Seitmaaße 
auögebrücf et werben. SöürDe btefeS alttjctt red)t beobachtet, fo müßten 
aud) bie 9?oten fo f fingen rote jte ber @omponi|r gebadjt hat: roeil biefer 
nid)tö obne Regeln fefcen barf. 9?id)t alle ^uöfu&rer festen fid) hieran. 
<Ste geben öftere, au$ Utiroiffenjjeit, ober aus einem berborbenen ®e* 
fdjmarfe, ber folgenben 9?ote etwa* bon ber £ett, fo ber bor&erge&enbett 
geboret, ©te auöge&altenen uttb fdjmetdjelnben 9?oten muffen mit tin* 
,xnber berbunben; bie luftigen unb bttyfenben aber abgefegt, unb bott 
ei.ianber getreunet werben. £)ie Stiller unb bie ffeinen panieren muffen 
alle rein unb leb&aft geenbiget werben. 

12. §. 

3cf; muß bierbe$> eine notjjwenbige Stnmerfung machen, weldje bie 
3eit, wie lange jebe 9?ote gebalten werben muß, betrifft. gflanmuf 
unter ben *5«uptnotcn , welche man aud) : anftylagcnSe, ober/ 
tiadj^ct ber^talidtter, gute 9coten ju nennen pfleget / unb unter ben 
fcurd)gel?ent>en, weldje ben einigen Sluölänbern ffyUmme beigen/ 
einen Uutetfdjieb im Vortrage ju mad)en wiffen. ©te £au»tnoten müf* 
fen aliejett, wo e§ ftd> t|jun laßt, mebr er&oben werben alö bie burdjge* 
jjenbett. JDiefer Siegel juftolge muffen biegefdjwinbejren fftoten, in einem 
jebeu ©tuef e bon madigem Ccmpo ; ober aud) im 2tfcagto / unge* 
adjtet fie bem ©cfidjte nad) einerlei) ©eltung baben, bennod>etn roenifl 
ungleich gefvielet werben ; fo bafj man iit anfdjfogenben fHotm einer {eben 
^tgur, namlid) bie er jte, britte, fünfte, unb ftebente/ etwa$ langer 
an&alt, al$ bie burd)ge&enben, namlid), tit mtytt, bierte, fedjfle, 
unt>ai)tt: bod) muß biefeö Slnbalten nid)t fobtel ausmachen, alSwemt 
^Juncte babe» ftt'tnben. Unter biefen gefdjwinbejren 9?oten berftebe iä): 
bie Sßiertbeile im ©renjwest&eiltacte; bie Sldjttbeile im ©repbiertbetU 
unb bie <§5ed)jebntbetle i m £)tenad)ttbetltacte; bie Sldfrrtbeile im Slltabre* 
be ; tit @ed)jebntbeile ober gmep unbbrei)ßigtbeile tm3we»biertbeil= ober 
im gemeinen aeraben Xacte: bod) nur fo lange al$ feine Figuren bon nod> 

O $efd)win* 



icö 3D<*6 XI. öauptfrücf. Vom guten Vottvagt 

fiefdjwinbertt ober nod) einmal fo f ur Jen Sftoten , in teber $actatt mit utu 
termifdjet ftnb; benn atsbenn müßten tiefe lefctern auf bie oben befdjrie* 
bene5lrt borgetragen werben. 3- @- SBotlte man Xab. IX. gig. i. bie 
ad)t @ed)jei>ntbeile unter ben 23ud)ftaben (k) (m) (n)langfam inet* 
nerlep ©eltung fpielen; fo würben fte nid)t fo gefällig flingen, als wen» 
man bon bieren bte erfte unb britte etwaö länger , unb frdrfer im £one> 
alt bie jweote unt» bierte, boren lagt. S5d« biefer SHcgcI aber werben aut* 
genommen: erftlid) bie gefdjwinben ^affagien tn einem fe&r gefcfywmben 
3eitmaaße , ben benen bie 3 cit m d)t erlaubet fie ungleich borjutragen, 
unb »o man alfo bte gange unb @tdrf e nur be» ber ccflcn bon bieren an« 
bringen muß. gerner »erben aufgenommen: alle gefcfywmben g>affagien 
welche bie ©ingfrimme m madjen bat , wenn fie aribett nicfjt gefcfyleifet 
werben fotlen : benn weil jebe Sftote bon biefer ?lrt ber ©ingpaffagien, burd) 
einen gelinben @toß ber £uft auö ber 2^ruft, beutlid) gemacht unb mar* 
f iret werben muß ; fo ftnbet bie Utigleidjbeit babeo feint Statt. SBeiter 
werben aufgenommen: bie 9?oten über welchen @trid)e ober ^unete fie? 
ben, ober bonweldjen erlidje nodjeinanber auf einem üone borfommen; 
ferner wenn üoer me&r al$ jwo Sftoten, na'mlid) über bieren, fedtfen, ober 
achten ein 35ogen jtebt ; unb enblid) bie 5ld)tt jjeile in ©tauen. 5tfle biefc 
Sioten muffen egal, tat ift eine fo lang alt bie anbere, borgetragen werben. 

13. §. 

£)er Vortrag muß aud) : letd>t unfc fltcßenfc» feyn. 5Ödrett 
*ud) bie augjufü&tenben Sftoten nod) fo fd)wer : fo Darf manbod)bem«UuS. 
fübrer biefe «Sdjwierigfeit ntd)t anfefoen. Met rau&e, gejwungene 33e* 
fen im Singen unb Spielen muß mit großer «Sorgfalt bermteben werben. 
SSor allen ©rimaffen muß man ftd) &üten, unb ftd) fobtelaltf möglid) ift 
in einer beftanbigeu ©elaffenbeit ju erbalten fudjen. 

14. $. 

€in guter Sßortrag muß ttidjt weniger: mannigfaltig fepn. 
gidjt unb <5d)arten muß babey beftitnbtg unterhalten werben. 28er bie 
Söne immer in einerlei ©tdrfc ober @d)wdd)e borbringr, unb, me man 
jaget, immer in einerlei) Sarbe fpielet; wer benXon nidjt m testet 3«t 
»u erbeben ober ju mäßigen weitf t ber wirb niemanben befonberö rühren, 
<&t muß alfo eine ftetige 2(bwed)fclung bet gorte unb ^iano baben bcob* 
ad)tet werben. 2Bte btef'eö ben jeber S^üte inö SBerf gerichtet werben 
muffe, will td>, weil es eine ©ad)ebon großer 9?ot^wenbigfcit ift, ju 
(Snbe be$ XIV. ^auptftucf ö , burd) Krempel jeigen. 

15. §. X>« 



tm fingen unfc Spielen überhaupt. io? 

15. §. 

£er gureSSortrag muß enbud) : «uefcrudrcntv unbjcben>or* 
fommenben £e»t>enfcJ)aft gemd$ feyn. 3m ■QiUeöro , unt> aUen 
fcajjut gehörigen muntern (Stüaen muß ßebpaftigfeit; imSlbagio, unt> 
benen ipm gleicpcnben ©tücfen aber, 3artlid)feit, unb ein angene&metf 
Sieben ober Xragen kr Stimme berrfdjen. ©er 5lu£fübrer eineä <Stü* 
rf es muß f(cf> felbft in bie $aupt* unb 9?ebe nleibenfcpaften , bie er au& 
brücfen fuß, ju berfeßen fudjen. Unb weil in ben meiften ©tücf en immer 
eine 2eibenfd)aft mit beranbem abwedjfelt; fo muß and) ber SKugfübrer 
leben ©ebanfen ju beurteilen wiffen, ma$ für eine £eibenfd)aft er in f?d) 
enthalte, unb feinen Vortrag immer berfelben glcid)fi5rmigmad)en. 2Juf 
liefe Strt nur wirb er ben 2lbfid)ten beööomponiften, unb benSßorfreUun* 
öen fo fid) biefer bep Verfertigung beö @tücfeö gemacht &at, eine ®nüge 
leifren. @8 giebt felbft t-etfdjiebene ©rabe ber Sebjjaftigfeit ober ber 
Xraurigfeif. 3. @. 20o ein wütenber Effect Derrfdjet, ba muß ber 9Sor= 
trag weit me&r §ener j>aben, aU bei) feperjenben Stücfen, ob ergleid) 
bep bepben lebjjaft fepn muß : unb fo aud) bei) bem ©egentjjeile. sjftan 
muß fid) aud) mit bem 3ufa$e ber SluSjierungcn, mit benen man ben Por» 
getriebenen ©efang, ober eine ftmple «SMobie, ju bereichern/ unb nod) 
mepr ju ergeben fudjet, barnad) riepten. SDiefe Sanierungen, fit mögen 
notpwenbig ober wiütukrlid) fepn / muffen niemals bem in ber ^auptme* 
lobie (jerrfd)enben Effecte wiberfpredjcn; unb folglid; muß bat Unterbau 
rene unb©ejogene, mit bem Xdnbelnben, ©efdlligen, i)alblu|rigett unb 
£ebpaftcn, t>a$ %ved)e mit bem (gdwieidjelnben, u. f. w. nid)t Perwirret 
werben. £>ie Sßorfcpldge mad)en bie «BTelobie an einanber pangenb, unb 
Perme&ren bie Harmonie ; bie Xriüer unb übrigen fleincn 31u3jierungcu, 
alö: jjalbe Xriter, Vorbauten, ©oppelfcpläge unb battemens, mum 
fern auf. £)aS abwcd)felnbe ^Mano unb gorte aber, ergebt tbeilg einige 
fftoten, tpeifö erreget eö gdrtlicpfeir. @cf)meid)elnbe ©a'nge im 2lbagii> 
bürfen im (Spielen mit bem Sungenftoße unb 93ogenftrid)e nid)t ju &art; 
unb hingegen im 51Uegro, luftige unb erhabene ©ebanfen, nicbtfd)lep* 
penb, fcpleifenb, ober ju n>cid> angeftoßen werben. 

16. §. 

3er) will einige 3?enn$eid)en angeben, aus benen jufammen genom» 
men, man, wonid)t atlejeit, bod) meiftenrpeilä wirb abnehmen f ernten, 
was für ein 3!ffect perrfepe , unb wie folglid) ber Vortrag befd)affen fepn, 
ob er fdjimidjelnb , traurig, j4rtlid), luftig, fred), ernftpaft, v.f.w. 

O 2 fepn 



108 3Dae XI. öauptjiöcf. Vom guten X>cttt^e 

femt muffe. «Dean fann biefcö crfennen i) au$ ben Sonartcn, ob foldje 
J>art ober weid) finb. 25ic fcarte Xonart wirb gemeinigud) ju 51ult>iü* 
cf ung be S £u|tigen , %tedjtn, ernfrbaffen, unb grbabenen: bie rceidje 
aberjur^u$brücfungbe$^d)meid)elnben, traurigen, unb 3artlid)en 
gebraudjet; f. ben 6. §. be$ XIV. £auptftiicf$. Ibod) leitet btefe 9ve* 
geli|jre3lu$na(jmen: unb man muf? belegen bie folgenbett j^entijeidje« 
mit ju ^>ülfc nehmen, ^ait fann 2) bie £eibenfd)afr erfennen : aus ben 
fcorf ommenben Snterballcn , ob fold)e na&e ober entfernet liegen/ unb o& 
bie SHoten gefdjleifet ober geflogen werben fotfen. ©urd) bte gefdjleifetett 
unb nape an einanber liegenben Sntcrballe wirb baö ©d)meid)elnbe, 
Xraurige, unb 3drtlid)e; burd) bie fürs geftoPenen, ober in entferneteit 
Sprüngen bejlepenben Potenz iiioIeid)en burd) fofdje Stuten la bie 
^>unete allejeit hinter ber jwenten 9i0ten fte^cn , aber, wirb baS Suftige 
«nb Sredje auSgebrucfet. ^unctirte unb an&altenbe 9?otcu bruefen ba$ 
€rnftbafte unb '■pat&etifdK; bie Untermifdjung lanqer9ioten, alö balbec 
unb ganjer Xacte , unter bie gcfd)n>mben, aber, ba$ <prad)tige unb @r* 
Jwbene au$. 3) ßann man bie £cibenfd>aften abnehmen ; aus ben Dtffo* 
nanjen. üDiefe tbun nidjt alle einerle», fonbern immer eine bor ber an» 
bern berfd)iebene SÖJirfungen- 3d) pabe biefeö im VI. 2ibfd)nitte beö 
XVII. J^aupiftücfS roeitlauftig erfläret, unb mit einem Krempel e rläu* 
tert. SBetl aber biefe grEenntiiifj nid)t ben Stccompagitiffen alkin, fon* 
bern aud) einem j[eben 3lu6füprer &u miffen unentbebrltd) ifr, fowiilid) 
mid> bier auf ben 13. unb folgenbe bis jum «7.§. beö gebad)ten9lbfd)nitte$ 
bejiepen. SMe 4) 5fajeige beg berrfcfyenben £auptaffectS ijt enblid) baö $u 
anfange eines jeben ©ttiefeö beftnblidje SBort, aK: 5Illegro, 3lllegro 
non tanto, — affai, — bimolto, — moberato, ^Jrefto, 2lllegrettcv 
Sinbante, Qtnbantino, 2lriofo, @antabile, ©piritofo, 3lffettuofo, 
©rabe, 3lbagio, Slbagio affai, 2ento, Sßefto, u. a. m. Stile biefe 
SSorter, mnn fte mit gutem 95ebad)te borgefe^et finb, erfobern jebe$ 
einen befonbern Vortrag in ber 2luöfw)rung: jugefdjroeigen , bafs, wie 
id) fdjon gefaaet pabe, febeS ©tuef t-Dit Dbenbemelbeten6f>arafteren, un» 
terfduebene ?Sermifd)ungen bon patbetifd;en, fd)meid)dnt>tn, Uifftgen, 
l>rdd)tigen, ober fdjerjbaften ©ebanfen in ftd) babfn fann, unb manftefj 
alfo, fojufagen, bep jebem Xacte in einen anbern Effect fe|cn mug, um 
fid) balb traurig, balb faltig, ba(b ernji^aft, u. f. w. freuen ju fonnen : 
weld)e S3;rftellung ben ber 3fluftf fe&r nöt^ig ift. 5ß?cr biefe ^unft red)t 
ergrnnben fann, bern wirb eö nid;t leicht m bern SSenfalle ber 3aj)6ret 

feiert 



im® tigert unfc Spielen überhaupt. 109 

feplen, unb fei» Sßortrag wirb alfo aUcjcit rut>rcn<> fetm. SD?an wolle 
«ber nid)t glauben ; bajj tiefe feine Unterfrf)cit>ung in furjer Seit fonne er* 
lernet werben. Sßon jungen beuten/ welche gemeiniglich ^icrju ju flucO* 
tig uttb ungebulbia, finb , fann man fie faft gar ttid)t berlangen. <Sie 
fommt aber mit bem 2ö«d)£tf;ume ber £mpftnbung unb ber SSeurtbeu 
lunglfraft. 

17. $. 

ftß mufj fid) ein {eber bterben auc^ nadj feiner angebobrnen ©emüt^ j 
Jefc&afftnbeit rieften, unb bicfelbe gebirig ju regieren roiffen. Sin flucti* 
ger unb beiger dtfenfd), ber (wuytfadjlid) jum ^3räd)tigen, @r»ftbafteit, 
unb ju ubereilenber ©efdjroinbigfeir aufgcleget ift, mufj 6epm Qlbagio fu» 
djen, fein geuer fo tiel al$ möglief) ift ju madigen. <£in trauriger unb 
niebergefdjlagener sötenfd) hingegen tfjut wobl, wenn er, um ein Megrö 
lebhaft ju fpielen, etwai bon jenes feinem uberflufsigen geuer anjune&men 
fud>et. Unb wenn ein aufgeräumter ober fanguinifdjer ?0?enf(f)/ eine ber= 
nunftige 'iBermifdjung ber ©emütbSbefdjaffenbeiten ber bepben bongen 
bei) fid) ju mad)en mi$ r unb ftd? nid)t burd) bie ibm angebobrne ©elbft= 
liebe unb @emdd)lid)feit, ben Äopf ein wenig anjujfrengen, bcr&inbern 
lägt: fo wirb er eö im guten Vortrage, unb in ber 5D?ufif überbaupt,am 
weiteren bringen. S3ct> wem fid) aber bon ber ©eburtb an eine fo glücf* 
lidx Sflifdjung beö ©ebltiteS beftnbet, bie bon ben £igcnfd)aften ber bret) 
porigen, bon jcber ttwa$ an fid) bat, ber bat alle nur ju wunfd)enben 18or* 
t&eile jur siKuftf : benn baß <£igcnt&umlid)e i(t aUejett befiel:, unb bonlatt* 
gerer Sauer, aU ia$ @ntle|)nte, 

18. §• 

3d) babe oben gefaget, bafj man burd) ben 3ufa^ ber Sanieren tit 
«Jftelobie bereichern/ unb mebr erbeben muffe. 9ftan büte fid) aber, bajj 
man ben ®efang baburd) nid)t überfd)utte, ober unterbruef e. SDaS allju 
bunte Spielen fann eben fowobl aU baö allju einfa'ltige, bem ©eböre enb* 
lid) einen Sfel erweden. 9#an muß belegen nid)tnurmit ben rotdtu&r* 
lidjen Qlu^jierungen, fonbern aud) mit ben wefentlid)en «Dfaniercn, nid)t 
ju berfd)wenberifd), fonbern fparfam umgeben. Slbfonberlid) ift biefeö in 
febr gefdjwinben 9>affagien, wobie^eit obnebem nid)tbiel3ufa$ erlaubet, 
ju beobachten: bamit biefelben nid)t unbeutlid) unb wiberwdrtig werben, 
©nige Sänger, benen ber Triller nid)t fd>wer ju madjen wirb, follte er 
aud) »id)t allemal ber befft fenn, $äbw biefen gebier bei alljubdtiftgejt 
Xrißernä ftarf an fid), 

D 3 19» $• <2t« 



i io T>a& XL öauptftütf. Vom guten Vortrage ?c. 

19. §. 

©in icbet 3nftrumenti|t mu|j fid) öemü^ett/ ba$ Santable fo Dorju-- 
tragen/ wie e$ ein guter @4nger Portrait. Scr «Sänget; Hingegen muj» 
im gebpaften, baö geuer guter Snftrumentiften, fo Piel bie ©ingftimme 
beffen fapig ift, ju erteilen fudjen. 

20. §. 

SDiefeö finb alfo bie allgemeinen Regeln beö guten Vortrages im 
Singen unt> Spielen über&aupt 3d; will nun biefel&en auf bie gtaupU 
arten ber Stürf e befonberö anwenben. .£>ierau6 werben bie folgenden 
fcrep i>auptjtucfe, Dom Megro, oon ben wiüfüprlidjen 9Sera"nberungen, 
unb Pont Slbagto, betfe&en. 5lud) Daö XVII. .fjauptftäcf oon ben <})fltd); 
ten Der 5lceompagnijlen, wirb großen Xpeilö pierper geporen. 3d) will 
alles mit Stempeln erläutern/ unb biefelben, fo Piel alö möglich fepn wirb/ 
erfrören. 

21. §. 

<£)er fd)Ied)te Sßortrag ift baö Ocgcntöeil oon bent, was sunt guten 
Vortrage erfobert wirb. 3d) will feine Pornepmftenßennjeid)en,bamit 
man fte befto leid)ter mit einanber überfein, unb folgtidj be(to forgfdlti 
ger bermeiben fonite, pier in ber 5vürje sufammen faffen. £)er Vortrag 
alfo ift fd)led)t: wenn bie 3ntonation unrein tjr, unb ber £on übertrieben 
wirb ; wenn man bic Sftoten unbeutlid), bunf el, unberfränbüd), nid)t arti* 
eultret, fonbern matt, faul/ fcfyleppenb, fd)l4frig, grob, unb troefen bor» 
tragt; wenn man alle 9Men opne Unterfd)ieb fd)leifet ober ftofjt; wenn 
baö 3eitmaa£ nid;t beobad)tet wirb, unb bie 9?oten ipre wafjre ©eltung 
nid)t befommen ; wenn bie Sanieren im 5Ibagio ju fepr berjogen werben, 
unb nid)t mit ber Harmonie übeieintreffen ; wenn man bie SDianieren 
fd)led)t enbiget, ober ii&ereilet; bie ©iiTonanjen aber weber gepörig borbe* 
reitet, nocfyauflofet; wenn man bie ^jaffagien nid)t runb unb beutlid), 
fbnbern fdjwer, ang(tÜd),fd)kppcnb,ober ubereilenb unb fteipernb mad)et, 
unb mit atterpanb ©rimajten begleitet; wenn man alitß faltjutnig, in 
einerlet) Sarbe, opm 5lbwed)felung beö <piano unb gurte fingt ober fptelet; 
wenn man ben auäjubrücf enben fribenfdjaften juwiber panbelt; unbüber^ 
paupt wenn man atleö ofme (Jmpjtnbung, opne Effect, unb opne felbft ge* 
rüpret ju werben, borträgt; fo ba$ eö ba$ Qlnfepen pat, alö wenn man in 
(Jornmiffion für einen anbern fingen ober fptclen mu&te : woburd) aba 
ber 3ufcorer eper in eine Scljtafrigfcit berfe&ct, al$ auf eine angenepme 

5lrt 



? 




/ 



*2U#* < 4 > *%U& Hl 

2trt unterhalten unt kluftiget wirt; mithin fro^ fepn muß/ wenn ta$ 
(Stücf ju @ute ift. 

£>aS XII. £auptjtM. 

SSoit bct 3M ba£ SWefjto ju fpiflctt. 

i. §. 

[aS^Bort: 2HlegcO/ fcatim ®egenfa&e mit tem 2ffcacjto ben 
Benennung mufttalifdjer ©tucfe, einen weitlduftigen Begriff: 
unt> werten in tiefer Beteutung bielerlep Sitten »on gefd)winte« 
©rucfen, alö: 5ltlegto,9(lIegro afiat,5lllegroti irtDlto, 5lt(egro non preflo, 
Slllegro ma non tanto, 2lllegro moterato, SBwace, 2lUegretto, ^refto, 
^>reftiflTimo, u.t.gl. t»er(tattt>en. 9Btr nejjmen eS jjiet in tiefet weitlduf 1 
tigert Beteutung, unt t-erfh&en tarunter aUe5Itten Pon lebhaften unt ge* 
ftyrointen ©tücPen. 3Bir fe&ren unö liier im übrigen nidjt an tie Ufon* 
tere Beteutung, wenn e$ eine eigene 3lrt ter hurtigen Bewegung cfya-- 
rafteriftrer. 

2. $. 

SBeil aber tie oben erjagten SSer^morter, Pon bieten @omponiftett/ 
öfters me&r au$ ©ewo&n&eit, aU tie ©ad>e felbjt red[>t «u djarafterifiren, 
unt tem ?lu$fut)rer baS Seitmaajj teutlid) ju machen, fcingefe&ct werten : 
fo fonnen gälle Porfommen, ta man ftd) nicftt allemal an tiefelben binten 
tarf ; fonbern Pielmeljr ten ®inn teö @omponifhn auö tem Sn&alte ju 
erraten fucfyen muß. 

3. S. 

©er .jfjauptdjaraftet teö SlUegro ift sjftunterfeit unt £eb(jaftigfeit: 
fo wie im ©egentpeil ter Pom Qltagio in 3drtlid)feit unt "Sraurigfeit 
&eftepf. 

4. $. 

Die gefdjwinben ^affagien muffen Por aUtn Dingen im Slllegro 
runt, proper, lebhaft, articulirer, unt teutlid gefpiclet werten. Die 
Seb&aftigfett Ui SwngenjtoM/ unt tie Bewegungen Pon Bruft unt £ip< 

pen, 



ii» D«eXII.g<uiptfiutf. 

pen, auf «SlaSinlftumenren ; auf Söogeninflcumentctt aber ber@tridj bei 
<8ogen$, trafen bierju biel be». Stuf ber glote muß man mit ber Sunge 
balb bart, balb weid) flogen; nadjbem e$bie arten ber 9?otm erfobern: 
unb ber ©toß ber 3unge muß ieberjeit mit ben ftingew augleid) geben ; 
bamit nid)t biet unb ba in <J)affagien etliche SKoten auSgelaffen werben. 
SWan muß belegen bie Ringer alle egal, unb ja nid)t $u &ocf> aufgeben. 

5. $. 
SOian muß ftdj bemuben febe 3?ote nad) ibrer geborigen ©eltung ju 
(Vielen ; unb jid) forgfiiltig böten, weber ju eilen nod> ju jbgeflt. gffa« 
muß, iu bem €nbe, bepjebem IBiertbeile auf baö geitmaaß gebenfcn; 
unb nid)t glauben, e$ fcp fd)on genug, wenn man nur benm anfange unb 
ber Snbigung beä XacteS mit ben übrigen (Stimmen jutreffe. 2>aö lieber* 
eilen ber <jpafiagien fann entfteben, wenn man, befonberS be» fteigenben 
«Koten, bie Singer ju gefdjwinb aufbebt. Um biefeö ju frermeiben, muß 
man bie erjle SRote ber gefdjwinben giguren, ein wenig marfiren, unb an* 
balten; f. X. £auptjt. 9. §: um fo oielmebr, ba immer bie £auptnoten 
ein wenig länger, alS bie burdjgebenben, geboret werben nuiften. ®lan 
fann ju bem <£nt* aud) bie£auptnoten, worinne bie ©runbmelobie liegt, 
bann unb wann mit Bewegung ber «ruft marfiren. SBegen ber Wottn 
fo unegal gefpielet werben muffen, begebe \<f) mid) auf ben 12. §. be$ oo« 

rigen |)auptjh1cr$, 

6. §. 

©er Sebler beö @ilenö entftebt audj me&tentbeilö barauS, baß man 
auf ben Sungenftoß nid)t 2ld)tung giebt. einige fteben in ben ©ebanfen, 
baß ber @toß ju eben ber Seit gefdje&e, wenn fte bie Bunge an ben ©au* 
men feeen. ®ie beben alfo bie ginger mit ber «Bewegung ber Bunge auf; 
weldjeö aber falfd) tfr: weil baburd) bie ^mger ber Sunge jubor fommen. 
€$muß bemnad) bit Bewegung ber Ringer, mit bem Sutudjieben ber 
3unge, welches ben £on giebt/ gefd;e&en. 

7. §• 

sjj?an muß fTd) befonberä borfeben, tangfame unb fi'ngenbe9Wen,fb 
jwifdjen ^Jaffagien emgeflodjtcn finb, nidjt ju übereilen. 

8. §. 

gftan muß baö Sillcgro nid)t gefdjwinber fpielen woüen,alö man bie 
Magien, in einerlei) ©efd)winbt<tfeit, ju madjen im ®tanbe ijl: bamit 
man nid* genotbiget fen, einige ^Magien, fo etwan febwerer alö anbere 
finb, fangfamer $u fpielen, weldjeö eine unangene&me Anbetung be$ Seit« 

maaße* 



Xtott t>cr 21 rt fc>ae Weg ro $u fpt'elein 1 1 3 

waaßes oerurfad)et. 5)?a)t muß belegen ba$ Xempo nadj fem fämw 
#en ^afTa^iert faflen. 

9. §» 

SSBcnn in einem SJflegto nebjt ben ^Jaffagien, fo auö ©edjjeBife 
feilen ober 3we» mit» breößigt&eilett befielen, aud) Sri ölen, welche einmal 
weniger gefdjwan&et ftnb als bte^afTagien,mituntermifd)ct ftnt: fo mujj 
man, in $lnfe&ung ber ®efd)winbigfeit, fid) nid)t nad) ben £riolen, fon* 
bern nad) ben ^affagien felbft richten > fonft fommt man im Seitmaaßeju 
fnrj: weit fccbjebn gieid;e 9?oren, in einem ^acte, mc^c geit crfo&ern/ 
al$ t?ier Sriolen. golglid) müjTen bie ledern gemtfßiget werben. 

10. §. 

23ep ben Xriolen muß man fid) wobl in 2(djt nebmen, t>ag man (je 
red)t runb unt> egal madje; nid)t aber l»ie jwo erfren 9?oten babon über« 
eile: bamit l»iefe nidjt f fingen, alö wenn fie noct) einmal me&r gefcr)wa'njet 
waren ; benn auf foldjc Slrt würben fie fciueXriolen mebr Weiten. SWan 
Eann beöwegen bie erfie 9?ore einet Sriole, weil fte bie |)auptttDte im 2lc* 
corbe ift, ein wenig anhalten : bamit baö Beitmaaß baburd) nidjt über« 
trieben, unb ber Sßortrag folglid) mangelhaft werbe. 

11. §. 

Söen aller SebbaftigEeit, fo jum 2lllegro erfobert wirb , muß matt 
ft'd) beffen ungead)tet niemals auö feiner ©elafienbeit bringen fafien. 
2)enn alleö wa$ übereilet gefpielet wirb, berurfaefret bei; ben 3uborern eber 
eine Slcngfrlidjfeit ati Sufriebenbeit. Wlan muß nur allejeit ben Effect, 
weld;en man augjubrütf en bat, nicf)t aber U$ ©efdjwinbfpielen ju feinem 
£aupt&wecfe machen. Wan fotrntt eine mufifalifd)c Wafd)ine burd; 
Kunft jubereiten, U$ fie gewiffe <5tütfe mit fo befonbem ©efdjwinbigfeit 
unb Stidjtigfeit fpielete, welche fein 3ftenfd), weber mit ben gingern, nod) 
mit ber 3unge nad)&umadjen fa'big wäre. >Dtcfeö würbe aud) wobl 23er* 
wunberung erweefen; rubren aber würbe e$ niemals unb wenn man ber* 
gleichen ein paarmal geboret bat, unb \>k 33efd)affenbeit ber <&ati)t wei£ ; 
fo feiret aud) bie Sßerwunberung auf. SBcr nun ben Sßorjug ber 5Kü> 
rung bor ber 5)?afd)ine bebaupren will, ber muß jwar jebeö <§5tücf in fei* 
nem geborigen %tutt fpielcn : übermaßig übertreiben aber muß er e$ nie» 
malS; fonjt würbe ba$ <Stüd alle feir.e 5lnnebmlid)feit berlieren. 

12. §. 

$3en ben furjen Raufen, weld)e an^att ber |>auptnoten im lieber* 
fd^lage borfornmeii, muß man \i<fy wobl tu 9ld)t nehmen, to$ man bie ^0* 



im £>ae Xli. ^auptfrücf. 

tcn nad) ipnen nidjt bor tetr ßeit anfange. 3. £. 3$enn bort bier @edj' 
jepntpeilen fca§ erfte ju paufiren ift; fo mu£ man tiod) jjalb fo lange, al$ 
bie g>aufe bem ©cfidjre nad) gilt/ warten: weilbte folgenbe Stote furjer 
fepn muß/ alö bie erfre. @&en fo betraft e$ fid) mit ben %mt) unb 
brepfMgtpeilen. 

13. $. 

£en 2ftfeem mug man immer ju rechter geit nehmen; aud) benfel« 
ten forgfaltig fparen lernen: bamit man einen an einander pangenben @e* 
fang burd) unjeitigeS 5ltljemj)olen nidjt jettrennc. 

14. $. 

£>ie dritter mälTen 5er> luftigen ©cbanfen munter unb gefd)Winb ge* 
fdjlagm werten. Unb main in ben ^affagien einige 5Joten ftufenweife 
unterrodrrS gct)cn, unb eö bie gett erlaubet/ fo fann man bann unb wann, 
fcep ber erfreu, ober britten 9?ote, paibe XriÜcr anbringen : geben aber bte 
5ftofen aufwärts ; fo tan man ftd) ber b;ittemens bebie nen. 93epbe 3ir j 
ten erteilen ben^nTagicn nod) mepr febpaftigf eit unb®d)immer. ®od) 
mug man fie nid>r mi$braud)en/ wenn man nidjt einen Sfel berurfadjen 
roill; f. baö VW. Jjpauptft. j 9. §. 

15. §. 

SBie bie 9?oren, roeldje bor SSorfdjlaVn pergeBen/ t>on tenfefben ah 
gefonbert werben muffen, ijr im VI. £auptft. 1. 5lbfd)nitt, 6. §. gelepret 
werben. 

16. §. 

S3?n ^la(Tagien ba bie £auptnoten unterwärts unb bie burd)gepen* 
ben aufwärts geben/ müiTen bie erftern ttwa$ angehalten unb marüref, 
aud) ftdrfer a!S bie ledern angegeben werben, weil bie ?0?elobie in ben er< 
ftrrn liegt. SDie le&tern pingegen tonnen an bie erftern fachte angefdjlei* 
fet werben. 

17. §. 

3e tiefer bie Sprunge in *}Ja|Tagien ftnb; je fra'rfer muffen bie tiefen 
Woten vorgetragen werben : tpeiis weil ftc jum 5tccorbe geporige ^>aupt< 
Boten fiub ; tfjctlS weil iit tiefen Sone auf ber glote nid)t fo fdjneibenft 
unb burd)bringenb finb, aU iit (jopw, 

18. §. 

Cange dlotm muffen burd) baS SBatbfm unb Slbnepmen ber @tärfe 
beS £oue$ auf tine erhabene 2lrr unterpalten; iit barauf folgenben ge= 

fd;winben 



Don ber Htt 008 2fllegto $u fpielm. 1 1 5 

fdjwinben Iftottn aber, burd) einen muntern Vortrag bon fenen wieber mt= 
tttfäitben werben. 

19. $. 

SBenn auf gefdjwinbe 9?oten unbermutfiet eine lange folget, bie jbeo 
©efang untertritt; fo mufj biefelbe mit befonberm 'ftacfybrucfe marfiret 
«erben. S8ep ben folgenben Stören tan man bie @tarfe beö £one$ wie* 
ber etwas mäßigen. 

20. §. 

folgen aber auf gefdjwinbe Noten etlidje langfame fmgenbe : fo muf$ 
man fogleid) ba$ $euer magigen, unb bie langfamen 9?oten mit bem barju 
erfoberlid)en Effecte bortragen; bamit t$ nid)t fd)eine, a(ö ob einem iie 
3eit bruber lang würbe. 

11. f. 

©djleifenbe Noten muffen fo gefpielet werben wit jte angebeutet 
jtnb : weil ofterö barunter ein befonbercr 5lu$brutf gefud)et wirb. iptn* 
gegen muffen aud) bie, fo ben 3ungenftof3 Verlangen, nid)t gefdjleifet 
werben. 

22. §. 

SBenn in einem Slfiegro affai bie swepgefdjwdn&ten ftoten bie ge* 
fd)winbeflen ftnb: fo muffen mebrentijeiis bie 2ld)ttbetle mtt ber 3unge 
fürs geftofkn, bie Sßtertbeile hingegen fingenb unb unterhalten gefpielet 
werben. * 3n einem StUegretto aber, wo brepgefd)wdnjte Xriolen bor« 
fommen: muffen bie @ed)jepntpeile fürs geflogen, bie 3ld)tt&eile aber fm= 
genb gefpielet werben. 

* 2Benn öon furjen Sftoten a(ö 'Mc^tfljeikn ober ©edj^nfftftten bie Dieb« i(T, bojj 
fte geftojjen roerben foffen : fo »erftef)t ftd) auf ber §[6tc aüemat b«r fjarte Bungen« 
ftofj mit ti babei?. S3ei) langfamen fingenben 97oten aber roirb bor 3 H11 9 e "flofi 
mit bi öecflanben : roeicfyes ich, ein für aftemal erinnert (jaben roitf. 

23- §• 
SÖenn ber £auptfa|, (X&ema) in einem 2llfegro öfters wieber bor* 
fommt, fo mufj foldjer burd) ben Vortrag bon ben 9?ebengebanfen immer 
wo&l unterfd)ieben werben. Sr mag prächtig ober fdjmeidjelnb, luftig 
ober fred) fepn ; fo fann er toif burd) bte 2eb&aftigfeit ober ?Ü?dstgung 
ber Bewegungen ber 3unge, ber 93rufr, unb ber Rippen, wie aud) burd) 
baS^iano unb gorte bem ©ebire immer auf berfd)tebene %r empfinblid) 
gemad>et werben. 93ep$ß$iebcr polungen tput überhaupt bte 5ibwed)felung 
mtt bem ^3iano unb gorte gute ©ienjre. 

*P 2 24.§.©ie 



n6 3D«6 XII. öauptfh'itf, 

24. §. 

©ie 2eibcnfd)aften wcdjfeln im SiUegro eben föwa&l alö im 2lbagio 
ofterö ab. ©er 3(uefubrer trnij? fid) alfo in citte jebe ju bergen, unt) fte 
geborig auSjubrücf en fucf)cn. <£ö ift bemnad) notbig, bag man unterfucrje, 
eb in bem ju fpielenben ^tucfe (auter luftige ©ebanfen borfommcn, ober 
eb aud) anbete ©ebanfcn bim berfd)iebener 2lrt bamit berfnüpfet ftnb. 3(1 
fcas crftere, fo mui? ba$ @iüd in einer beftdnbigen ?ebbaftigfeit untermal* 
ren werten. 3ft aber bati leptere, fo gilt t>ie obige Siegel. £>a$ £ufti0c 
wirb mit furxen 9?oten, ft'e nn'gen, nad)bcm eö bie Sactart erfobert/ aus 
2ld)ftbeilen, ober @ed)jebnrbeilen, DberimSlUabrebetacteauSSßiertbeilett 
fctfteben, welche fowobl fpringenb, alö ftufenwetfe ftd) bewegen, borgeftcüct, 
unb burd) bie&bbaftigfeit be$3ungeuftüjjetfauögebrücfef. ©a$ptacf>* 
ttge. wirb fowobl mit langen Sftoten, worunter bie anbern Stimmen eine 
gefcfywinbe Bewegung madjen, aU mit punctirten 9toten borgefteUet, 
S5ie punctirten 0?oten müfTen bon bem 5tuöfübrer fd)arf geffoßen, unb mit 
Se&bafrtgf'cit borgctragen werben. SMe ^uncte werben lange gepalten, 
unb fcie barauf folgcnben 9?oten febr fürs gcmad)et, f. V. «fjauptftt'uf. 21. 
unb 22. §. 95tp i(n ^Juncten rennen aud) bann unb wann Triller ange- 
fcrad)t werben. ©aö Sveck)t wirb mit 9?oten, wo binter ber jwentett 
ober brittcn ein <$Junct fiept, unb folglid) bie erften prdcipitiret werben; 
borgefteUet. gerben mu£ man fid) böten/ \>a$ man ftd) nid)t aUjufebr 
übereile: bamit t§ md)t einer gemeinen Xanjmufif dbnlid) flinge. 3n 
ber @oncettftimme f ann man eö abfonberlid), burd) einen befdjeibenen Soor* 
trag etwaö mdfjigen, unb angenebm rnadjcu. £>a$ @d)metd)elnfce/ 
wirb burd) fd)leifenbe 9?oten, w<ld)e ftufenweife auf ober nieber geben; in* 
.gleichen burd) fpnfopirete 9toten, ben benen man bie erfte ^dlfte ^d)wa^ 
angeben, bie anberc aber bur$ Bewegung ber S3ruft unb ber tippen ber* 
ftarfen fann, auögebrucfet. 

25. $. 

£>ie £)auptgebanfen muffen bon ben untermtfd)ten wo&l unretfdjie* 
ben werben, unb finb eigentlich bie borne&mfte 9Ud)tfd)nur be$ 2lu$bru* 
rfeö. @inb alfo mebr luftige, aU prad)tige ober fd)meid)elnbe ©ebanfett 
in einem 31llcgro; fo mufj aud) baffelbe bauptfdd)lid) munter unb ge> 
fdjwinb gefpielet werben. 3ft aber bie ^3rad)t ber @bataftet ber £aupfc 
flebanfen, io mufjbaö ©tücf nberbaupt ernjtbafter auSgefubret werben. 
3|t bie (gd)metd)elep ber £auptaffect, fo mufi mebr ©elaffenpeit 
berrfd)en. 

26. $. 2>«: 



Don fcer Hvt fcae WeQto 3U fpkltn. 1 17 

26. §. 

£>er ft'mple ©efang muß im SlUegro, eBen fo wo&f alt im 9tf>a3fo/ 
burd) SBorfd)ldge, unb burd; bie anbern f leinen wefentliegen Sanieren, aus* 
flejieret unb gefälliger gemad)t werben: nad)bem eS JebeSmal bie Vor* 
f ommenbe 2tit>mföaft erßetfdjet. £>aö ^Jrddjtige leibet wenig 3ufa$ : 
wa$ fid) aber Ja nod) etwa baju fdjicfet, muß ergaben Vorgetragen wer* 
ben. ©aS @d)meid)elnbe erfobert Sßorfdjldge, fdjleifenbe 9?oten, unb 
einen jartttc^cn SiuSbrucf. SMS gütige hingegen Verlanget nett geenbigte 
Xriller, sjftorbanten , unb einen fd)erjbaften Vortrag, 

27. §. 

Sßon willfü6rlid)en ?8erdnberungen leibet baSSlltegro nid)t Viel; weil 
eS me&rent&eilS mit einem folgen ©efange, unb folgen ^Jaffagien ge? 
fe&et wirb / worinne nid)t Viel ju Verbeffern ift. SSBitl man aber bennod) 
was Verdnbern, fo muß eS nid)t eber als bep ber SEBieberbolung gefdjeben; 
weld)eS in einem @o!o, wo baS Slllegro auS jwoüXeprifenbeftept, am 
fuglidjtfen angebt. @d)one ftngeiibe ©ebanfen aber, beren man nid)t 
leid>tüberbrüßig werben fann, ingleidjen brillante ^aifagien, weld)ean 
ftd) felbjt eine binreicf>enbe gefaltige Sfftelobie 6aben , barf man nid)t Ver* 
anbern: fonbern nur fold)e ®ebanfen, bie eben feinen großen ginbrucf 
machen, £)enn ber 3u&wer wirb nid)t fo rooblburd) bie ©efd)iflid)feit 
beS 2luSfii&rerS, als vielmehr burd) t>a$ ©d)one, weldjeS er mit ®e* 
fd)iflid)feit Vorjutragen weis, gerübret. kommen aber burd; baS 23er* 
(eben beS (Jornponiften, alljUÖftereSÖicber&elungen vor, weld)eleid)tSBer» 
bruß erwecfen fönnen: fo ift in biefem gälte ber 5luSfübrer befuget, fefc 
d)eS burd) feine ®efd)iflid)feit j*u Verbeffern. 3d; fage verbeffern, aber 
ja ntd>t verftümmeln. sjflandK glauben, wenn fie nur immer Verdnbern, 
fo fep ber <&ad)t fd)on geholfen; ob fie gleid) baburd) öftere me&r verba* 
fcen, alS gut madjen, 



^ 3 



£a3 




n8 T>a& xm. gauptßuct. Von ton tttnKfycltc&en 

©a3 xm. #aupttfücf- 

S3ott t>en n>iUf ü^rltc^ert aserdttbetungett übet t>ie 

ftmpel» 3ntcrt?aKc. 

i. 5. 

»er Unterfdjiefc jwifdjen einer nad) bem italidnifdjen , unb einet 
nad) bem franjofifcljen ©efdjmacfe gefegten Gelobte, ifr, fo weit 
tiefet Unterfdjieb ftd> auf Sie Sanierungen beö ©efangeS erflre* 
tfet, im X. £auptftücfe beplauftg gejetget worben. «Jftan wirbbarauS 
erfe&en, baö bie «Dcelobie, Ponbenen, fo nad) bem italiäntfd)en ®efd)ma» 
efe componiren, ntd)t wie Don ben franjoftfdjen ^omponiften gefd)ie{jf, 
mit allen Sanieren bergeftalt au$gefüf>ret ift, ia$ nid)t nod) etwaö fönne 
barju flefefjet, unb Perbeffert werben : unb ba£ eS folglid) auffer i>enen 
im VIII. unt) IX. |>auptftücfe gele&reten wefentud)en Sanieren, nod) an* 
bere Sanierungen gieft, wetd)e Pon ber ®efd)tfltd)feit unb bem frepen 
SBiUen beö SluSfüprerS abpäugen. 

2. §. 

Saft niemanb ber, jumal außerhalb §ranfreid)$, bie sjftitftf ju er* 
lernen ftd) befleißiget, begnüget ftd) mit 9Iu6füjjruug ber wefentlidjen 3fta= 
nieren aUein; fonbern ber grojste £ljeil empftnbet bep ftd) eine 93egietbe, 
bie ipn Sßeranberungen über wttlüü&rlidje s 3luS$terungen ju machen an» 
treibt, £)iefe Söcgterbe ift nun jroar an ftd) felbft nid)t ju fabeln : bod) 
fann fte, opne bie @ompoftrion ober wenigfrenS ben ®eneralbafj su Per* 
fte&en , nid)t erfüllet werben. 'SBeil e$ aber ben meiften an ber baju gc* 
porigen ülnweifung fehlet: fo gc&t folglid) tsit &ad)tftfo tengfam ju; unb 
eö fommen baburd) »tele unrichtige unb ungefd)ifte ®ebanfen sum Sßor# 
fd)eine: fo bafj e$ ßfterö beffer fepn würbe, bie «Jflelobie fo, wie fte ber 
eomponift gefegt pat, jufpielen, alö fte mejjrentjjeilö burd) bergleid)eit 
fd)lecfot« «ßeranberungen ju Perberben. 

3. §• ©ie» 



X>txanUtu\\Qtt\ übet bie ftmpeln 3ntewftUc. 1 19 

3. f. 
SMefem 3fti$frraud)< nun in etwa« a&suljelfen, will id)benen, fo ei 
Ott ber bierju nötigen grfenntniß nod) mangelt, eine Anleitung geben, 
wie man bet) btn meinen unb allgemeinen 3nterl>aKen über fimple flöten, 
Auf Meiertet) 2lrt, ojme wiber bie £armomeber ®runbjtimme ju fyan-- 
beln, 93eranberungeu mad;en fonne. 

4. $. 

3u bem €nbe jjabe id) bie meinen Sitten ber Snrerballe , ttcBft bem 
barsu gehörigen 93affe, in eine Tabelle gebracht; f. Sab. VIII ; auc^ bie 
Harmonie baju, über bem S3a|Tebejiffert: ba man benn, nad) ben babet) 
beftnbUdjen Turnern ober giguren, in ber Solgc ber XaitUc, bit barauS 
narürttd) flteeenbenSßeranberuttgeti, gan& beutlid) wirb erfe&en, unbfol« 
d)e nadjgefcenb*, in alle Tonarten, barauS man ju fpielen §at, leid;t* 
lid; berfefcen fonnen. 

5. $. 

©od) begefctt idj nidjt, burd) biefe wenigen (Srempef, alle SSerin* 
berungen, fo über bie Snteroaüeju ftnben moajid) iji, ctfd)6pfet su ^as 
ben : fonbem \i) gebe fold)e£ nur bor eine Anleitung für bit tlnwiffenben 
au$. SGBer fo weit ifi, bau er felbige geborig anjubringen weis, bem 
wirb alöbenn nid)t fd)Wer fallen / mebrere bergletdjett $u erjtnben. 

6. $. 

SBeil aberbiefe Krempel, um SEßeitla'ufrtgfeit su bermeiben, nur 
me&ren tpeitö in bie Sßurtöne gefeßet, nid)t$ befro weniger aber ebenfalls 
in ben Sttüfltonen ju gebraud)en finb: fo ijt not^ig, ba$ man biejenige 
£onart, wotinne mobuliret wirb, jtd) wobl bef annt ntad)e ; umftd)bie 
ttotbigen b, ober jfreuje, welche nad) 93efd)affenbcit ber Tonart, bor» 
flefefcet ferjn müßten, gleid) einbilben ju fonnen : bamit man bet) ben SSer. 
fe(jungen, nidjt ganje Xöne bor balbe, unb&al&e bor ganje nebme, unb 
folglid) wiber bie SßerN'ltniffe ber Xonarten »erftoße. Wim muß aud) auf 
ben SSaiß wo&l Qlcfytung geben ; ob über ber ©runbnote bie große ober 
fleine Xerje fratt ftnbe : unb wenn berfelbe bie @erte gegen bie Ober» 
frimme put, ob felbige groß ober Flein fe»; weldjeS in^ab. XIII, &ep 
gig. 13, unbin^ab. XIV, bep^ig. 14, mit me&rern ju erfe^en ij/. 

Die Grrempef, fo 6er? jeber gigur unter einen 93oge n e inge fdjranfet (Tut? , eifobern 
einerlei) 33eränberungen ; roeil fe(dje eben benfelben %}>a$ ,511m (i>ninbe fia&en. 
ausgenommen, roentt ber S3a(? burd) ein -Sreuj erf>6§et wirb; beim alsbenn 
mufj bie £>berflimme berg(eid)en t^uti. 



»ao Das xm. £aupt|M& Von t>m \X>iWtubtlid>en 

9Han mufj Äcfjfung ge6en, 06 bie Q3<wegmigen ber Jftoten, im (Einf fange fre^n 
bleiben ; ober ob bie 3nteröaf(« «ine ©ecunbe, tei-je, Quart«, Quinte, (Serte, 
©eptime, übet ober unter ficf; machen; n>ekf)eö bei;bem crfleti lacte eines jeben 
@rempeteju erfefwi ifi; &ajj affo bie Snteroatt«, bie Infamen jh ben SJeränbe« 
rungen geben. 

7. §. 

Ueoerljaupt mufj man tep ben , 33crdnt>erutiöcn atle&eit barauf fe&en> 
baß bie ^auc-tnoten, worüber man bie Sßeranberungen machet/ nid)t 
berbunfelt werben. SBenn Sßeranberungen ü&er SSierrjjeilnoten ange* 
Bracht werben : fo mujj auef) nte^cent&eiiö bie erfte 9?ote ber jugefe&ten 
eben fo feigen wie bie ftmple: unb fo »erfahrt man &ep allen Slrten, fie 
mögen me&r ober weniger gelten, alt ein 23iert(jeil. %lan fann &u<f) 
wobt eine anbre 9Jote, aus ber Harmonie beS 53afje$ erwägen/ wenn nur 
bie £auytnote gleid) wieber barauf geboret wirb. 

8. $. 

Suftige unb freche 3Ser<fnberungen, muffen in feine traurige unb 
wobefte «Btclobie eingemenget werben: ober man müjsre fwdjen, fordT;e 
burd) ben Vortrag angene&m ju machen i welches aläbenn nid;t $u ber* 
werfen Ift 

9. §. 
£ne Sßeränberungen muffen nur allezeit etff unternommen werbe«; 
wenn ber ftmple ®efang fd;on gehöret worben ift: fonft fann ber 3ubJrcr 
ntd)t wiffen, ob e$ Söeranberungen fepn. 5lud) mufj man feine woljlge* 
fc|te «Sftelobie, welche alleg jureidjenbe ®efätttge fcr)ott in ficf; §at, bera'u* 
bern: e$ fei) benn bajj man glaubete, ftc noch, ju berbefiew. Sßenn man 
waö berdnbern wiU, fo mufj e$ auf eine foldje 5lrt gefdje&en, bafjber 
gufafc im (gingenben nod) gefälliger / unb in ben ^affagien nod) brittan* 
ter fer>, al$ er an fid> felbft getrieben fte^t. Jpierju aber geboret mdyt 
wenig ©inftdjt unb <£rfal>rung. Dfjne bie <Se&funft su berfteben, fann 
man niefct einmal baju gelangen. 9Bem t$ nun hieran fehlet, ber tjjut 
immer befier, wenn er bie Srftnbung beS @omponiften feinen eigenen 
Einfallen borjiebr. Sttit bielcn auf einanberfolgenben gefc&winben 9?oten 
ift tä nid)t aUejeit ausgerichtet. @ie fdnnen wo&l 93errounberung ber* 
urfacfjen, aber nid)t fo leicht, wie bie ftmpeln, baö #erj rubren: weis 
6)i$ bod) ber wabte gntjwecf , unbbaSfcfywerefteinbersjftuftfifr. ©leid)* 
wo&l ift gerinne ein groger SJfträkaud) eingefd)lid)en. £5e$wegen ratbe 
ify, ftd) in ben S3eranberungen nid)t jufebr ju bertiefen: fonbern biet 
roe&r ftcf) ju befleißigen / einen fimpeln ©efang, nobel, reinlid) unb nett 

iu 



Vetanbemngm übet £>ie (tmpelit Jntt walle. 



121 



su fpielen. |>attgt man bor ber Seit, ebe matt nod) einigen ©efdpacf 
in l»cr üRuflf erlanget bat, berSßer<fnberungöfucf)t alljufe&rnad), fo gewo> 
net man feie @eele baburd) fo fedr an bie bielen bunten DJoten, baß fie enb* 
lid) feinen ftmpeln ®efang mebr leiten fann. <£$ gebt t>crfei&en in tiefem 
galle wie ber 3unge. %8cnn man tiefe einmal an ftarf gewürjte <Spei* 
fen gewönnet bat, fo fd^merf et ibr feine fonjt gefunbe einfache ©peifeme&r* 
SEBenn aber ber noble ftmple©efangbenienig<n, fo ibn bortragt, felbft nid)t 
rühret; fo fann er aud) bei) ben 3uborern wenig ©nbruef machen. 

10. §. 

Ungeachtet idj nun glaube, bat, Vit meijten ber in ben bierjugebort* 
gen Tabellen gegebenen Krempel beutlid) genug ftnb, ju beweifen, wie biek 
faltig bie Snterbatte fonnen beränbert werben : fo foll bod) nod) «um Ue« 
berflujfe, ein jebeS€rempel nad) feiner 2lrt, in ber £urje, um t$ ben Sebt* 
begierigen nüfjlid)ct unb begreiflicher $u machen, befonberS erftäret werben. 

ii. §, 

Wim ne&me alfo bie Krempel ber Sßeranberungen, nebfl bem barju 
$eborigen Q3ajTe, aus ben Tabellen, nad) if;rer Orbnung sur J[?anb; um 
gleid) naefoufebett, wie fokfte fowobl au berjtcben, als ju gebrauchen ftnb. 
93ei> einem jeben 5lbfd)nitte, weifen bie Muntern auf bic (trempcl ber (im* 
peln ®dnge, auSbem anfange ber Tabelle, fo aus Sßicrtbcilnoten, unb 
worüber berdnbert wirb, begeben. Sie doppelt über einanber gefegten 
9Men o&ite ©trid), jcigen ben 5lccorb einer jcben ju bera'nbentbcn Vlott; 
wa$ felbige bor Snterballe, fowobl unter als über ftd) bat, unb woraus t>ii 
93erdnberungen ibren Urfprung nebmen. Sic SRoten mit einem <5trid)e 
in bie $b$t, fo ftd) in ber Witte ber 5lccorbe finben, ftnb bie f)auptnoten 
beS fimpeln ©efaugeö. Sie übrigen 9?oten, worüber bie 23ud)ftaben fte* 
Jen, finb eigentlid) bie 23er<inberungen, über bie23iertbei(noten juSlnfan* 
ge eines jebett «SrempelS, wie folgenbermagen ju erfeben ifi, 

?)?an metfe bierben , bafj minn id) , in 23efcr/reibung ber ^aupfnofen beS Tlccorbf«, 
bic %ntn\>alk, roefdjc berfelbe in ficb (jaf , anführe; icfy fo(cf;e nicht iiacb ben* 
©cncraibiiffe »on bor ©nmönote aus, rechne; fonbern t-onber in ber Öberjtimme' 
ju öeränbernbcn TSlote, entmeber Aber obrr unter fid), ab(ä6(c. 

£)icjenigen,me[cr;e öon ber Harmonie unb bem ©cneraibaffe gar nichts t?erfref)cn,unb nur 
nacb bem ®eb&reperdnberu muffen, als benen (jauptfaebüd) ju ©efaiien id? tn'et: et*. 
mag roeirtäuftig bin, formen fid) bie ^i'tetöalie auf ber XVI. ?ab. bei} gig. 27. 
28. befannt machen , bamit fie foldje jum »enigfren nad) bem ©eficf;te finita 
fonnen. Sie foimen folcf)o aus ber 2)iftan„( ber 3^ofen, bie enttpeter auf ber 
iinie, obev bem ßroifrfjcnraume freien , unb tvi< roeit bie ©prünge ge^en, 

& erfe^cn. 



i22 Poe XIII. *5<uiptjiü<f. V>dn t>cn wtUfü^rlid)cn 

erfef;:n. 93on einem Sroifcbeiiraume auf ben anbern, tfi eine 'ierje ; t>om SXau 
me auf bie jroepte iinie eine Quarte; bis auf ben britten 9\aum eine Quinte: 
»om >Xaume bis auf bie biitte iinie eine Serte ; biß auf beu »ierteu 9uuim eine 
©Coline; tiom iXaume bis auf bie oicite Jim'e eine Dctaoe. Um ftcf> biefe (grein-- 
pel recf)t einjubrücfen, t^ut man n»f)(, rceun man biefelben einen 'ton (jöfjer ober 
tiefer rransiponiret: ba benn bie Sftoten, fo hier auf bem ÜXaumc (leben, aiSbenn 
«uf bie iinien, uub umgefebrt bie auf ben iinien, auf benSKaum fommen. ^iec 
bureb fanu man ficf> bie ^uterbaflr einer jebeu Htt kidjt befannt machen. 'Öocb 
ift a((ejeit beffec biefelben oermitteffr (Eclcnmug beö ©eneratbaffes fenneu &u 
kvncn. 

12. §. 

Xafc. IX. 5»£. ». S« £inf lang leibet, wie jjier jufe&en ifr, feine an* 
bern SSerdnberungerr, alö tue/ weld>e im Siccoibe liegen; wnn ndmlid) 
ber 93afj ouf t>er ©runbnote freien bleibt, über ftufenroeifc unterwärts 
gc|jt. ^at aber tcriSaß melobiöfe 9Meit/ welche entroeber fprirtgcnb ober 
jrufenroeife burd) 3Id)ttj)eile übet ©ecft&ejmt&eile, über ober unterwdrtS 
flehen ; fo faun bon biefenSßerdnberungen ferne anbete gebraudjet werben, 
<il$(a)(h)(s)(t)(u)um mc *)t übellautenbe Klange ju beturfadjen. 

13. §. 

5«£f- 2. SSon liefen bre» %>ten, weld>e au£ bem ©runbtone Q 
burd) bie ©ecunbe ® in bie Xerje <£ aufmdttö ge&en, &at bie erfh, in ijj* 
rem $ccorbe, bie Xerje unb Cluinte übet/ unb bie £luarte unb @erte rnt* 
ter fid), (weld>eö le&te nur eine SSJieberfwlung ber £er$e unb Quinte ifr.) 
llnb weil ber Slccotb auö bret)en£6nen,nämlid) aus ber Scrje unb Cminte 
übet ben ©runbtone bcfte&t; fo gefd)ie&t bie SBieber&olung burd; bie Do 
tabe, entweber tiefer ober öo^cr : weld)e$ id) ein bor allemal erinnert {wben 
wiü. SDie jroente 9tote ©, \>at W Xerje unb 0uinte, (meiere Quinte 
bie ©runbnote itß Söaffeö i#,) unter/ iit Ciuatte unb ©erre aber, über 
ftdj. £>ie britte fflotz €, (als bie Xerje übet bem «Saffe) Nt ijerje unb 
©erte fowe&l übet/ clö unter f/id); unb werben auf biefe 2lrt, bie Berän* 
berungen gemacht, wie (n) bie oberften, unb (z) bte unterfteit Snterbatte 
beö Skcorttf, jeigen. 

14. $. 

5i«f. 3. 95en beefen brenen unter fld) gebenben Sfoten, bat eö nifyt 
gleiche Sewanbtni^; weil felbige in ber Cluinte über bem 23affe anfangen, 
unb ftufenweife in bie Xerje ge^en ; ba benn bie erfle Note © iit Xerje 
unb Quinte, (welche Quinte bie ©runbnote im 53aiTeift/) unter, bie 
Quarte unb ©erte ata über fid> fyau ©ie jwepte ««ote e Ht bie Xerje, 

Reine 



VevänbctunQcn übev fci'e fimpdn JntnvaUe. 1 2 3 

fleinc &uinte, unt> «Septime (welche lt%tt bie ©runbnote be$ 53afieS tfr,) 
unter, t»ie übermäßige Ctuattt, unb «Serie aber, über fid), ü)ie britte 
Wott Jp (alö Serje über bem 93afiV/) &<»t t>ie Xerje unt> «Serte fowoft 
über, als unter fid). (v) f. Xab. X. jeiget tie oberften, unb (w) bie un« 
terfren SnterbaUe be$ SkcorbS an. 

15 §. 
<£a1>. X. 5»((. 4- Ob gteid) btefe bier 9?oten, t)ctt brepen, bep gig. t. 
ä&nud) hü fepn fdjeinen: fo maepet bod) ber barunter beftnbiid)e23a& eine« 
Unterfd)ieb ; weil tiefe in ber Serje, jene aber im ©runbtone anfangen; 
aUwo ba$ 3nterball bep ber erfien Note, fcie Quarte unter f<d), f. in gtg. 
2. (e) , biefeS aber bep jeber SHote, bie Xerje fowofjl unter aß über fid) 
J>at, f. (a) (b); weswegen bep bepben niept einerlei? 'äSeränberungen ftatt 
ft'nben. £>te erftc 9?ore S &at alfo ju ijjrem 9lccorbe, fowoljl bie Xerje 
unb «Serte unter, alö über fid). ü)ie jroepte Sftote § &at bie £erje unt> 
Heine Quinte unter, bie übermäßige Quarte unb «Serie über fid). ©ie 
britte 9?ote © pat bie $:erje unb öuinte unter, bie Quarte unb «Serie 
über fid). ©ie bierte Iftote 51 W bie Xerje über, bie "Serje, Quinte unb 
«Scrte unter fid) : weil ba$ Snterball bon 51 inä fy unterwarf eine «Sep* 
time auSmacpet, wobon bep %\%. 1 3, ein me(jrere$ berichtet werben foU. 

16. §. 

5iff. 5- 5Diefc fünf unterwärts gepenben Noten , jjaben eben fa 
wenig @leid)ljcit mit ben brepen bep gig. 3 , alö bie borigen bep §ig, 4. 
mit beneu bep gig. 2. Qbfdjonbie erfte 21, über ber 53aßnote 3, t>k 
Xerje ijr; fo mufj bod) felbige aU eine «Serie bom ©runbtone @ angefe* 
Jjen werben ; weil biefei- ®ang in ber Xonart S , unb nid)t im g mobu* 
liret: ia fonft anftatt ber burepgefcenben 9tote £, jwifd)cn 51 unb@, 
müßte 93 genommen werben, ©ie erfte «Kote 5t, fcat ju iprem SIccorbe 
fowobj bie Xerje unb Serie unter , alö über fid). ©ie jwcpte 9?ote ®, 
Dat bie $erje unb Quinte unter, bie Quarte unb «Serie über fid). £>ie 
britte fflott 3, &at bie Xerje unb f leine Ciuinte unter, bie übermaßige 
Quarte unb @erte über ftep. 2)ie bierte ^iote @, j>at bie 'Jerje unb 
(gerte imoU unter, atö über pd). 55ie fünfte ?ßote JD, ^at bie 'Jerje 
unb Quinte unter, bie Ciuarte unb «Berte über fid); unb ifi bep (1 ) ber 
ju feber 9?otc gehörige 5lccorb feurd; @ed)jepntbeüe auSgebrücfet ju 
finben. 

O 2 17. $, Sa*. 



124 Dae XIII. 3auptfrücr\ Don ben wtUfttyvltd&en 

17« & 

<Z<ti. XI. ^tg. 6. ©itfe fcccy Sftotcn, muffen mit bencn bongig. 4. 
ebenfalls nicfyt t>crwed)felt waten. Ob f* fd;on brt)be ibren SUufang tu 
ber Xerje nehmen , unt> frufeuwetfe aufwärts gefrcii : fo ijt boet) ber Un- 
terfd)ieb, ta^ jene in ibrem natürlichen Jone mobuliren, biefeabetburd) 
baS §i$, als bie übermäßige £marte, in bic itonart @ ausweichen. Unb 
weil ber 93aie , inbem t>ie Qberftimme aus t>er Xerje in tue Quarte geljt/ 
auf bemfelten Xone ftel;en bleibt ; fo fann anftatt bei- Quarte fowobl bie 
ßerte als Becunbe über bem 93affe, eS fen in ber Xiefe ober|)o&e, ge* 
«ommen werben : weil felbige ju ber Harmonie über bem 23affe geboren, 
f. (h) ( 11). £>ie erfte 9?ote im 33affe, famt fowo&l ben puren 5lccorb, 
als Quinte unb ©erte in ter Harmonie , o{jne Sftadjrbeil ber ^ßera'nbe* 
rungen, über ftd) baben: unb bat aisbennbie erfte 5?ote § bie <£erje, 
Quinte unb Berte unter, unb bieder je, auartc unb «Berte Ü6erftcf). Sic 
iwepte Dfate giö, batfowopl bie $erje unb Berte unter, als über ftcr). 
©ie britte üftote @ , \>at bie Quarte unb «Berte unter, bte Xerje unb 
Guinte aber über ftd). Die jwo 9?oten ® unb 21, welche in bem 5l«or* 
be ber erften ütote <£ fteef en , mad;en im ©eneralbaffe Ciuinte unb Berte, 
«nb folglich cine£)iffonanj, fo man auf einem blafenbenSnfrrumente nid)t 
anberS als mit gebrochenen SRoten auSbrücfen fann, f. (m) (q); ba 
bei) (m) bie iwyte Nott @bie Quinte, bie bierte ^ote 31 bie Berte; 
bep (q) bmgegen bie britte 9?ote bie Berte, unb bie blerte bie duinte 
über bem 23affe ift. 

. 18. $. 

SÖeil bie übermäßige Quarte, (bom 33affe ju rechnen) gemeiniglich 
bie Sccunbe nebft ber ©erte jur ® efelffdjaft bat : fo tonnen bergleid)en ^er» 
«nberungen wie über biefemgiS ju fmben, be») allen borfallenben dbnlidjeit 
@ef?gem;eiten r wenn man nur aufben93afjfte(jt, ob felbiger met)r ober 
weniger als eine^iertbeilnotejumadven bat, angebracht werben. |>ier* 
md) mu(j man ftd) beim mit ben SBerdnbetungen richten; ba§ biefelben 
entweber gcfdjwinber ober langfamer gefpielet, ober wo f?d)ö t&un ldf?t, 
bie ^oten ouef) woJ>l wieberjwlet werben: wonu bie bep (c; (f) (g) (1) 
( t) (u ) ( v ) iie^t gigur fld) fdn'cfen. 

19. $. 

Um biefe bre» ftoren , <tl$; Becunbe, £iuarre unb Serie bon ber 
Harmonie, ieid)t ju f ennen , tft als eine @rleid)terung bor bie Anfänger 
iu merfen, btö felbicje entweber auf, ober jwifd;en ben Linien fteben, 

weil 



Vetänbcvirngcn übet* tue ftmpeln y t \tcvvaUc. 125 

weil eö Xcrjenfprünge ft'nb. 5Ba$ nun in ber |)Dpe auf ber Sitrie fteljt, 
6aö fornrnt orbentüdjer SÖeife, in tcr Dctabc tiefer, $wifd)cn J>ie Linien; 
wefdjeö matt/ bep tett unter einander gcfiptett 3i0ten, beutltd) feljen fann. 
SDiefe Sftoten maepen an unb bor fid), uptte beu Q3afs baju, einen reinen 
5lccorb, mit bem Q3affe aber eine SiiTonanj; weil fold)er um einen Xott 
tiefer alö ber 2lccorb frept. ©e^wegen muß bcrfclbe unter, bie Dber- 
ftimme aber über ftd) refofoiret werten. 

20. §. 
SiQ. 7- Wm tiefen jwo »Roten , pat t>ic erftc @ fowojjl bie Scrje 
unb ©ejrte unter , ali über fiep. £>te jwcpte 9?ote © pat bie Serse 
unb Ciuinte unter, bie &uarte unb (gkrteMer ftd); unt) famtbie 25er« 
auberung ber erften mit gebrod)eiten 9Mcu auSgebrücfet werben, wit bep 
(c) (e) $u fepen ift. 93leibt bie Harmonie ju bem (£ länger, aß bieBeit 
einer Sßiert&eilnote beträgt , ftejjen; fo fonnen bie Sßeränbcruttgcn , nad) 
^Belieben, entweber langfamer gemaept, ober aud) wieberpolct werben. 
Sft baö erftcre notpig, fo barf man ftd) nur Porfretlen, alö wenn bie 9?o* 
ten einmal weniger gefd)wättjet waren. 93ep ber SSiebetpolung fonnen 
bie bep (a)(b)(c)(e)(0 (g)(h)(i)(k)(l)(U)(m)(n)(o) 

(u) bienen. 

21. §. 
Sab. XII. $ig. 8. Dbglcid) bie (Sprünge in biefen unter einen 
93ogen eingefepranfeten krempeln, au£ breperlep PcrfcptebenenSntercal? 
len, alö Quinte, Septime, unb DctaPebejrepen: f paben bod) felbtge 
alle einerlei) 95ajJnoten Jum ©runbe, folgltd) aud) einerlei) $lccorbe; 
wie bie jwepmal übereinanber gefegten Woten jeigett: aufgenommen ber 
Sprung in bie ©eptime, alö weld)e bep @nbigung ber Lanier, box ber 
SXefolutiou in bie Serje, befonberö mufj geboret werben, um fold)e Pott 
bem DctaPenfprunge ju unterfdjeiben. 2Ju(Ter biefen fonnen ixt picr be* 
finblid)en 'äßeränberungen, fp wol;l Ü6er bem einen, als über bem anbertt 
Snterballe gebrauchet werben. Um ber Orbnung willen pabe id) einem 
Jeben Krempel fed)S <Seränberungenpcpgefugct; ba benn über ben (Sprung 
inbte&uinte, bie bep(a)(b) (c) (d)(e)(f); über ben in bie<Se* 
ptime, bie bep (g) (h)(i)(k)(l)(ll) ; unb über ben in bie DctaPe, 
biebep (m)(n) (o) (p)(q) (r)geporen. «Sollte ben biefen brepett 
©rempeln, anftattber erften Sftote®, eine $aufe tfepen, fobepdltbod) 
bie jwepte 9Mc Ppn jebem, alö ©, % ©, eben benfelben Slccprb: unb 
fann man alöbenn iU 55cranberungen über bte 9?otc, an beren fratt bie 

Q 3 9>aufe 



i26 £«8 XIII. ö«upt|Iuc?. Von fort willPüfn-Iicben 

^Jaufe (lebt, wegtofien, unb bie ü&cc l»a^ jwepte Sßicrtbeil gehörigen/ 
nad) 93efd)affeti&eit kcr Snterballe; wie nid)t weniger folgcnte, namlid) 
bie bep(s) (t) (u)(v) (w)(x) über © tnS<2/ fcieko (y)(z)(aa) 
(bb)(cc)(dd) über 8 in$<£, unb biebep (ee) (ff) (gg) (hh) (ii) 
(kk) über © inö <£ gebrauten. 

22, §. 

^ig. 9. Sic jwo erftenSMeu, baben einerlei ^tecorfe , weilber 
Q3ai3 tarunter auf einem 'tone (leben bleibt , urtb t>ie Bewegung t>cr 
Oberfrimme aus bem ©runbtone in bie Xerje aufrodrtö gebt. Sic erjre 
9?ote babon bat bie Quarte unb @erte unter/ unb bie Xerje unb Quinte 
überfiel, Sie jwepte9?ote @, alöXcrje über bem 33affe/ batfowobl 
bie Xerje unb <Serte unter aß über ftcj), unb ift wegen ber SSeranberun» 
aen mit Sig- 7- aUidjer Slrt. 

23. §• 

Xab. XIII, 5»ff- 10. Siefe jwo etjren 9coten, liegen in ber 'ton* 
art ^ ; j>aben aud) eincrlep SSajj : unb weil bie erfte bie Quinte übet 
Dem SSaffe ift; fo bat felbige t»te Xerje unb Quinte unter/ unb bit Quar- 
te unb ©erte über fid). Sie jwepte bat bte Duarte unb @erte unter/ 
bie Xerje unb Quinte über fidj. £)te britte alö Xerje bom @ W fo roobl 
bie Xerje unb ©ertc unter/ als über jid). 

24. §. 

^tg. 11. 93cp biefen brepen Sftotctt bat e$ nid)t gleite 93ewanbt* 
nig: weil ba$ erjre SnterfcaU eine Quinte auf=/ unb b<\$ anbere eine 
Xerje unterwärts madjet. Unb weil fold)eg aus bem ©runbtone fließet, 
fo fonnen bepbe 3?oren nid)t einerlei) 93a£ l)aben; fonbern biejwepte 9Me 
©/ weld)e einen Xcrjenfvrung in« <5 wieber jurücf mad)et , mufj, übet 
bcmSöafTc/ orbentiid)er 5öeife bie ©erte, unb bicfolgenbe 9cote <£bie 
Xerje fepn. 5luö ben ilccorben ift ju febeu, ia$ U$ <5 W Quarte unft 
(gerte unter / unb bie Xerje unb Quinte über fid); baö ®, bie Quarte 
unb ©erte unter, bie Xerje unb Quinte über fi'dj; b«^ @fo woblbie 
Xerje unb Serie unter/ all über fid) bat. Siefe jwo legten SRoten, 
© <£ finb mit benen im britten (Srempel bep §ig, 8 , wenn anfiatt ber er* 
ften 9?ote eine ^iufe »orfommt/ oon gleid)er <£igenfd)aft, unb leiben 
aud) einerlep "sBcrdnberungcn. 

25. §. 

^ig. 12. Sßon biefen jwo üMen/ welche einen ©ertenfprung un. 
ttrwärtS ma^en, ift bie erfle bie Quinte übet bem SSajfe; folglid) bat 

bicfelbc 



VetänbemnQcn übet fcie fimpeln jfntertwUe. 1 27 

biefelbe in ifjrem 5Jccorbe, bie ^erjc unb Ouinre unter, bie Cuarteunb 
©erte aber über ftd). Sie jwepte, alö Xerje über bem23afie, fcatfo 
wobl bie <£cqe unb @erte unter atö über ftd). 3So bep biefen 3nterbal= 
Jen bie erfte SRore ftcpt, eöfeoaufbem 3>bifd)enraume ober kr Cime, fo 
fommen bie baju gehörigen .pauptnotHt auf eben folgen Drt, f. (b). 
SBitl man bkftü Snterball mit meprern Sftoten ausfüllen, fo ft'nb bie 9io* 
tm auf beu Linien, namlid) § £> burd)gepenbc, f. (c). (Soll bie 2luö* 
füllung burd) »wo Arielen gcfd)ci)cn / fo fönnen bie jwo 5lrten bep(i) 
(n) junt 33cpfpiclc bienen. 

26. §, 

5'ff • > 3 . 3u D ' e ^ n Sloten 21 £, welche in bie ©eptime unterwartö 
(pringen, ^at t>etr 93afj orbeutlid)er Sßeife bie Xerjc, weldje meprentpeilö 
mit O.uinte unb ©erte, wie in ber VIII. Xabelle ju fepen, bejiffertwtrb, 
JDie jroo 9?oten madjen Xcrjen gegen bie ©runbnoren; bieerfte fyit in 
iprem 3Jccorbe bie Xerje über, bie 'Jerje, O.uinte, ©epte unb Octabe 
unter ftd); bie jmcytc ^at bie Xtw unb ^evte fo worüber, elö unter 
fid). |)ierben i^t ju erinnern, ia<$ ofterö tit 93a£note burd) ein Äreuj 
erpopet wirb : womad) bie Oberftimmc fi'dj netten muß, um nid)t g mit 
gi$ ju bermifcfyen : wcld)c$ fenji einen wibrigen Älang berurfadjen würbe. 
5ftan nepme bie jwo SSeranberungen bei) (m ) (n) ba bie eine §, bie an* 
bere %i$ in ftd) pat, beSwegen jum dufter. Slöenn bei) biefem 3nter= 
balle iu fftoten entweber auf bem 3roifd)enraumc , ober auf ber f inte jre= 
Jen, fo fommen bie, fo sunt Slccorbe gep&ren, (wie bepgig. 12.) auf 
eben frieden Drt, wie bie erfte, (a) (c), gu SluSfüßung biefeö 31t* 
terballö geporen fed)ö, ftufcnweifci!ad)eimtnbergepcnbe, 0?oten, f. (k); 
roeldjeS aud) mit jwo Xriolen gefd)epen fann, f. (11); ingleid)enmitad)t 
Sftoten fo wopl jiufenweife, f. (f) (g), alt aud) mit Scrjctifprüngen, 
f.(i). 

27. i 

Xab. XIV , 5«tf- *4- £>iefeö (Stempel, ift wegen ber ^nterbaOc, 
mit $ig. n. einerlei)": nur ba§ feneö im >Dur, unb biefeg im tSloÜ mo- 
buliret. Unb weil ju ben elften swep SnterbaUen einerfep Sßajj ift; fo 
fbnnen felbige aud) einerlei) '•Beranberungenpaben. 53ep bem brüten bon 
biefen bteoen 3nterbaUen , allwo ber 93aß burd} ein $reu j erpopet, f. ( t ) , 
unb bie Dbaftimme folglid) auö ber großen jur f leinen @erte wirb, mu& 
in berfclben fo wo!;l H$ © in @i^ al^ H$ %$ in Sy brrwanbelt werben, 
f. (u). Um nun ü&erpaupt biefeö Snterball, weld}eö bor ben <£infd)nit* 

ten 



iss 2)«9 XIII. öauptjiütf. x)on fcen wtllf ul?rlicf>eri 

ten fe^r öfters borfommt, ftd) red)t befannt ju machen, neunte man t»«5 
gegenwärtige unb uorfjerge&enbe (Stempel jum dufter. SGBenn ndmlid) 
folcr)e &wo Sbten, fo einen Xerjenfprung unterwärts machen, auf ben £i* 
nien flehen ; fo f ommen bie £auptnoten ber Sanieren ebenfalls auf bie 
£inien: fte&en fte auf bem 3wifd)enraume, fo f ommen t>ie £auptnoten 
aud) auf benfelben. gar erften ftote Ijat ber 93ajj orbentlidjer SBeife ik 
@erte jur Harmonie. 3ft eS bie groge «Serte, unb ber 23afj gejjt einen 
ganjen £on überwärts : fo &at bie Dberfhmme bie f leine Xerje über ftd;, 
unb fann aud) um eine Lanier jumadjen, norf; eine Xerje {w(jer geben, 
welche bon ber erften Sftote an , eine Quinte auSmadjt. 3)tefe Quinte 
ift bie Xer&e über bem 33affe: unb wenn bie Xerje flein ifr, muj; bie 
Quinte aud) flein feirn , f. ( m ). 3ft aber in ber Harmonie \>ie fleine 
©ertc fcorbanben, unb ber 93afj, welcher in biefem Krempel burd) ein 
Äreuj erhöbet worben, gebt nur burd) einen balben 3:on überwärts ; fo 
mufj biefe erwähnte fletne Cluinte ebenfalls erpopet, unb in bie bollfom* 
mene Quinte berwanbelt werben , f. (n). £wfe berfd)iebcuett Wirten 
t ommen nur in «öMtcnen bor. Söei> beit ©urtonen geboret ju ber<HuS= 
jierung ber Worein ber Dberftime attejeitbiegrofje Xerje unb reine Quinte. 

28. §. 

5t(J. 15. 23*9 ton Sigaturcn, ober 33inbungen, wober93a6 
t>urd) bie Septime binbet, unb entweber in tk @crte ober Serjc, wel* 
d)eS in Qlnfebungber Dberfttmme einerlei) ijt, jtd) auflufet, fannnad)ber 
gebunbenen Sftote, bie erfteSöewegung gemeinigltd) einen Quartenfprung, 
weld)eS bie Serje über bem 93affe ift/ in bie #6pe mad)en; foldjeS aud) 
roopl jweimial fo fortftfcen : baS brittcmal afier, mug anftatt ber Quarte 
bie @erte genommen werben, f. (a). flftan fann aud), anftatt ber 
Quarte, bie Septime, ober Quinte ton unten neunten, f. (e)(k); 
unb je öfter man mit biefen Suterballen, bon oben ober unten, mfy 
felSroeife berfdbrt, \t angenebmer ift eS bem ©eb&re, «Jftan rann aud) 
ber; biefen ftmpeln Snterbatkn ber Lanier , ben jroifdjen benfelben lie» 
genben SXaum, nad) «Belieben, mit 9iotcn ausfüllen. £)tc übrigen 93er* 
änberungen, fonneu wiltfübrlid) angebradit werben, 

29. §. 

$1$, 16. SMefer ®ang, weld)er mit Quinte unb ©erte abroed}« 
feit, würbe bem ©epire, obne etwas jujufeeen, in bie gange terbrüß* 
lid) fallen. >DeSwegctt fonnen btefc 'Serdnberungen bon ( a ) bis (e) jum 
dufter bienen. SOfan wirb gerbet) jugleid)fepen, ba|j bie Sßeränberungen 

in 



VevänbwunQen übel' bie (impcln JntcföaUe. 129 

in t>er Seist nid)t aflejeit bon einerlei) %tt fepn muffen; weldjeö fympt* 
fäc^lid) &eo SBieberJjolung Der ©ebanfen ju beobachten ift: bamitmatt 
sum jwentemnale, cntweDet etroaö suft^c , ober abnehme. Sßcnn j, <£. 
bie jweene Xacte bei) ( f) ju wieberboleu waren/ tmt> man fofd;e jum jroeo* 
tcnmalc eben fofpielete, wie fie gefdjrieben finb; fo würbe ber Saurer 
baburd) mdjt fo befriedet werben, att wenn man, anftatt fccö fimr-efa 
©efangeö, eine bon ben folgenben "Beranbetungen , unter (g) (h) (i) 
(k) erwäblete. ©enn wenn \>a$ Xbema, ober ber-f)auptfa(j, burd)bie 
Xranöpofttiott beriängert wirb ; fo muffen bie 'Serdnberungen nicfyt in 
einerlei) 3lrt ^oten fortgefe^et werben: fonbem mau mufj babon balb 
abgeben, unb in ber golge etwas ju machen fud)cn, wcfdjeöbem 2Sort= 
gen nidjt dbnttd) ift. £)enn \>a$ Dbr wirb mit bem, wa$e$fd)on int 
Voraus bermut&et bat, md)t gerne befriebiget, fonbern wi(l immerfort 
betrogen fepn. 

30. $. 

<l<ih XV, 5»cj- 17. ®enn im £angfamen etliche gefd)Wa'n$fe9?oteit 
ftufenweife auf* ober unterwarf geben, felbige aber bc>) gewiffen (gelegen* 
Reiten nid)t cantabel genug ju fenn fdjeinen, fo fann mau nad) ber erfreu 
unb britten9?ote, eine l leine sufV&en, um ben ©cfang befto angeitcbmer 
ju machen, f. (a) (c); unbmüjTen fold)e mit bem Stifte auögebrücfet 
werben, wie be» (b) (d) ju feben ift ; (e) (f) fmb 23erdnberungen über 
biefen ©ang. 5J?it ben unter ftd) gebenben 3?oten, Ht c$ gleiche «Sc- 
roanbtnifj , unb muffen bie bei) ( g ) ( i ) wie bei) ( h ) ( k ) gefielet werben. 
( 1) (11) (m) finb ^eranberungen über biefe faßenben Noten. 

31. §• 

Sig. iS. S8efrefjen bcrgleid)en 9?oten au$ faflenben, f. (a), ober 
|reigenbe*n Xerjenfprüngen, f. (i); fo fann man nad) einer jebeu 9?ote, 
eine fleine, weldje man auf franjofifd) portde voix nennet, jufeßm, 
f. (b) unb (k). Sßom (c) bif (h) fiub anbere Sanieren über t>it fallen« 
ben; unb bon {\) biö ( p) über bie fteigenben^erjenfprünge. £)iefe?lrt 
3?oten mc-gen mebr ober weniger gcfdjwdnjet fet;n; wenn ft'e nur cantabei 
finb, fo fann man bod) allejeit fold)er SScra'nberungen ftd) baniber bebie* 
nen. SOJeine 21bfTd)t ift nur wegen ber 3ntetballe wcfdje in cantabefn 
Stücfen am meijten borjufommen pflegen. 2Bemi bergleidjen biefe auf 
einanber folgen, unb man feßet nidjt etwa^ ju, fo wirb ber 3ufwrer leid)t 
ermübet. ©ie jwo Pfoten ben (q) finb mit ben jwo fegten @ed)5ebu* 
feilen bei) (a) einerlen: folgudjfonuen auch, bie 2>eranberungen, foüber 

K iit 



1 30 Da© XIII. 3<uiptjKtc£. X>on bcn voi\tttö>v\i<i)tt\ 

iie Seit be$ jwepten 2ld)ttf;eilS bon ( a ) big ( h ) gelten, barüber gemadjt 
werten, £>te $roo2f?oten bet) (r) baben mit benen ton CO &$ (p) glei= 
d)e SSeroanbtnijj. 

32. §. 

$tg. 19. ®enn im Hangfamen etliche Xriolen ftufenweife auf; 
ober unterwärts geben; ia bie dritte 0Jotebon ber einen, unb bieerfte 
9We Don ber folgenben Xriole , entroeber auf eben bemfelben Xone, ober 
bie erfte kr folgenden <$riole , um einen <£on boper alö t>ie borpergepen* 
bejtept; fo fann man bor bie erfte aHejeit einen $orfd)lagmad)en, f.(a). 
©e{»en aber beten Diele nadjeinanber unterwarf; fo fann übet ber erfien 
«Ueieit ein Halber Triller obne 9iad)fd)lag , (t>a ber ginger nur jwepmal 
nicberfd)ldgt) gemacht, unb bie j»o folgenben 9?oten baran gefdjleifet 
»erben, f. (b). SÖitf man bie Sriolen in gefd)»inbere Woten berroan* 
bcln ; fo ftelle man ftd> bie bet) (c) bor, alö roenn eö, anjratt 3»et)bier* 
tpeiltacteS, @ed)$ad)ttbeiltact Ȋre , unb fe&e su einem jeben 5ld)tti)eile 
nod) eine fJMe ju , wie bie (Sed)&ebntbeile bep v d ) jeigen. 3tlfo fann man 
bep bcrfd)iebenen 2trten ber Sriolen, nad}bem eöbie Snterballe leiben, 
berfabren. 

33. §■ 

Q3cp 9?oten, bie nid)t beftäubig nad) einanber ftufenweife unter 
ober über fid) gepen , fonbern »0 beren jwo auf einerlei) Xone ftd) beftn* 
beit, unb W erfte babon im aufbeben beS Xacteö fte|jt, fann man bor 
bie jwepte, im 3?ieberfd)lage, entweber einen <8orfd)Iag, f. (e) (g), 
ober über biefelbe einen Xriller machen , unb bie folgenbe Sftote anfdjleifen, 
f. (f) (h). ©enn aber beren etliche ftufenweife unterwärts geben; fann 
bor einer jeben ein 'Sorfdjlag, f. (i), ober über bat im 9fteberfd)lageeiit 
Srilter, f. (k), gemacht wetben. 

34- $• 
^ig. 20. Sßenn toi 3nterbaU in bie 0uarte über ftd) im Sfuf&e* 
fcen beö XacteS anfängt, unb im Sangfamen, ba berSöag paufiret, bor* 
femmt; fo tonnen iit SJeränberungen bep (a) (b) (c) (d) (e) barüber 
gemacht »erben, ginbet iit Beine Xerje in ber Xonart fratt; fo fann 
man ftd) ber palben Xone bebienen, f. (f) (g). SÖenn j»o SRoten, im 
ßangfauien, ftufenioeife nad) einanber pinauf ober Herunter ge6en, jte 
mögen eine tyaufc, ober eine 9Me bon mehrerer Oeltung bor ftd) Ho- 
ben; aud)magbiebritte9?ote, mit ober o&ne *punct , unter* ober auf* 
wärtö gepen ; fo fann man attejeit eine Rein« 9?ote jwifdjen bepbe fe&en, 

»eldje 



* 



X>(tani>etunQcn über fcie jsmpeln CfntctmVle. 1 3 1 

weidje fiep bem £eruntergcljen, f. (h), eine ©rufe p6>r, b«9Um$in* 
«uffteigeu aber, f. CO» W ©tufen poper fommf, 

35. §. 

*n$. 21. 93cp ben €infdjnitten, im ßangfamen, wo ber ©e» 
fang burd) eine *paufe Unterröcken wirb, unb welche auä einet, f. (3), 
ooer jwo 9?oten, f. (b), welche ledern einen Xerjenfprung unterwa'rt* 
machen/ (eS mag Die große ober fleine'Serje, im Slufjjeben ober lieber* 
fd)lagenbeöXacte$fepn), befte&en, ift $u merfen, baß bte einzelne 9?o= 
te, f. (a), nebftbem95orfd)lage einen XriUerberlangef. 93ei)bcmXeF; 
scnfprunge, f. (b), berfa'jnt man aufgleise "SJeife: boch rang man beit 
XriHer opne fRad)fd)lag machen, unb fann, an beffen ftatf/ bie bajwifd)eit 
febknbe 9?ote "dem Xrilier angefcfyleifet werben. Dufen Xerjenfprung 
muß man faft allejeit fo betrachten, alö wenn bie Keine Sftote bajroifd)eit 
frünbe: wiebemt aud) tie i&igen @omponifien es meprcntpeiis (0 ju fe« 
|en pflegen: weilbiefer «Sprung an fid; felbft, imfangfamen, nidjtftn» 
cjenb genug ijl. 

36. §. 

<Ste|jt über ber ^Jaufe ein S3ogen mit bem ^uncte, weldjeSeine 
^crmate/ paufa generalis, ober ab libitum genennet wirb, aud) 
fo wo&lim 5ll(egto alö5lbagio borfornrnt: fo faini ber Triller, nad) Söelie* 
ben, etwaö lange gefcblagen werben; bod) not&wenbig op^e 9?ad)fdjlag, 
weil eö tie folgenben 5ftoten nid)t erlauben : inbem folcfye in einer gelaffe» 
nen unb fd)meid)elnben 2lrt, geenbiget werben muffen, f. (c). SDaaber 
foldjeS in ber Ausübung fdjwerer ift, al$ eö bem 3iuge nad) fdjeint / aud) 
nid)t ein jeber bie gehörige <Jinftd)t bat, wie e$ eigentlich, nad) ber bon 
btelen Seiten per eingeführten 9vegel foll gcfptelet werben; fo ft'nbe id) bor 
not&ig, fold)cö erftlid) mit 9Wen auöjubrücfen , f. (d), unb bernad) 
burd) einige 5lnmerfungen ju erklären. Diefefinbfolgenbe: SOJan neunte 
bie jwep Keinen (Secfoe&nt^eife, ^ ot pe r weißen 9?ote worüber ber Xrif* 
ler ftebt , in gleicher ®efd)winbigfeit beg <£riUer$; lafle ben Xon, unter 
wd&renbem Triller, nad) unb nad) ju * unb abnebmen; unb ftefle ftd) bie 
Seit beö ^riüerö bon bier langfamen 5ld)ttpeilen bor. 9öenn nun foldje 
oerpojfen, fo laffe man ben Ringer , mit welchem gefd)lagen wirb, unter 
<8erlierung t»cö XoneS liegen, aber aud) nid)tla'nger, alöe$bie3eitber 
brepmal gcfdjwanjten 9tote erfobert, weldjeö alsbennbie swepte bon ien 
folgenben bier 3>oen unb breDtJigrbeilen ntadjet. 95ep bem 'äßorfdjlage bor 
ber britten Vlote, gebe man einen f leinen £>rucf obe: Jpaud) mit ber 

iX 2 ©ruft, 



1 32 3Dae XIII. ^auptfrutf. Von ben wt'UF ütyvlidpn 

JSrujt, unb cntigc bie übrigen jwo 9?oten mit einem berlierenben ^tano. 
3u ben übrigen ginfd)nittcn , bei) (e) (f) (g) (h) welche fünft me&ren- 
tbeilg nur 'Soffcpldge ober Triller berlangen , f önnen a\xd) t>ic folgenbcn 
€rem»el unter gig. 22. 23. 24, fo über bie Snteroalle in bie Xerje, 
jQuarte unb Ouinte unter ftd) gerietet finb , im £ angfamen/ aU *58eratt= 
berungen angewenbet werben. 

37. $ 

5tft. 22. Dbgleid) biefc jwd ftmpeln 9?oten © @ au$ S3iertpeileit 
Befielen; fo fann man bod) bie felgenben SSerdnberungen aud) über ben 
<5infd)ntttbep(e)au6$tg. 21. welcher aus 5ld)ttbeilen beftebt, gebrau* 
d)en. 9Kan muß ftd) nur rorfteüen , al» ob bie ^oten ber <8erdnbe* 
rungen nod) einmal me&r gefd)wdn$t waren. Heber ben (Sinfdmitt 
bei) (f ) au$ bemfelben ©rcmpel, wo baö Suteröall nur einen Jon unter 
f»d)gebt, ftnben gletd)fallö biefe 'söerdnöerungen ftart, aufgenommen bie 
bep (a) (b) (f) (o); unb wirb alSbenn nur bie ftmplc 9?ote @ in £> 
berwanbelt. "2öiU man ftd) aud) allenfalls ber jwo ^öeränberungen be» 
(f) (o) bebienen, fo muß man anfratt ber legten StfoteSD baö barübet 
fafinblidje g nehmen. 

38. $. 

2ab. XVI, Si#. 23. ©iefe SSerdnberungen , f onnen über bem 
(Jinfdjnitte ben (g) gig. 21. auf gleiche 5lrt angebrad)t werben: weil 
ber 23aj; meprentpeilö in ber £armome ber erfjten 3?ote § jte&ett bleibt, 

39- §• 
^t'g. 24. ©iefe Sßerdnberungen über ben Cluintenfprung/ fann 
man über bem Sinfdmitte bep (h ) gig. 21. machen, ^inben ftd) biejwo 
erften Sftoten au$ biefen brepen Rempeln, alö: ©@, %Q, &<ä, \n 
einer Gelobte nadjeiitanber: fo fann man au$ einem jeben Krempel f»ld)e 
Sßcränberungen barüber auffud)en, bie oon einerlep Slrtftnb, unb mit 
benfclben abwed)feln. 2>a nun bie jroepte Sfote @in biefen brepen <S:rem« 
peln feine 38erdnberungen pat : fo fann man aßbenn, wenn e$ narbig ift, 
bie 3toten ber über bem porigen tone gemachten Sßeränberung, (ioi) tit 
erfte 9?ote babon aufgenommen ,) wieberjjolen. 3. €. sjftan wollte iit 
Sßerdnberungcn bep (e) au$ gig. 22. anbringen, ba bie erften 9?oten 
@® ©beißen; fo madjt man au$ ber SSicrtbeilnote Sein 3ld)tt6eil, unb 
wtebcr&ole bie jwep <Sed)jebnt&eile & <£. 93ep (e) auö §ig. 23/ ma* 
dje man eö eben fo; unb bep (d) aus gig. 24 , wieberbole man W brep 
lefcten ©ed)iebntpeiU nad) ber ü?pte Q, ( weldjes 6 ebenfalls jum @ed)< 

iepnt{)eilc 



X>er4nt>eruntfm übet' fcte fimpeln 3otert>aUe. 1 3 3 

lefyttüeile wirb /) fo bebjlt biefer beränbetteOefang einen 3uf<wtmen5ott^ 
Stuf foldje 2lrt, famt man fic^ alle biefe Söerdnberungen ju 9?uge madjen, 
wenn man nur bie Sitten fcer ?>?otc:t , fo fid) auf einanber Riefen / Uob* 
achtet; auö jebem (Srempel/ baSjenige erwäftlet, waö man su ber Stelle/ 
bie man äußeren will/ baö füglicfyfte 511 fenn glaubet; unb alfo, wie bie 
95ienen/ t>on berfd)iebenen SMumen ben £>onig jufammen tragt. 

40. $. 
5«ff. 25- ©eljr langfame ©ed^efjntfjeile mit ^Juncten/ fännett 
fcem ©ebore leid)t berbrüßlid) fallen; befunberä wenn foldje au$ lauter 
(Jonfonanjen befreien , al$au$: Serje/ Ouinte, ©trte, Dctabe, mU 
6)e bie £eibenfd)aften jwar in SKujje fegen, burd) W Sdnge aber einen 
€!el berurfadjen ; fo ferne nid)tbann unb wann einige 55t(Tonanjcit/ alö: 
©ecunbe/ Quarte/ ©eptime, 9?one, au$ wekfyen bie Sßorfd)!dge i&reit 
llrfprung pabett/ unb bie auweilen mit falben trillern ober «Jflorbanten 
ju enbigen (Tnb, mit untermifdjet werben. Sluö biefem (Jrempel ift ju 
fe&en/ auf ma3 51rt iit punetirten Viottn , weldje fünft mebr jur g>rad)t 
unb Qürnftpaftigfeit/ al$ jum Gantabeln fid) fd)iden / fonnen angenef;m 
gefpielet werben. Wian muß na'mlid) bie Note, pinter welcher ein <punct 
tfept, unb welche folglid) am la'ngften geboret wirb, an ber ©tdrf ewadj* 
Jen (afien; unter bem ^Juncte aber ben Sltbent madigen. £)te 9?ote nad) 
bem ^junete muß aUcjeit febr furj fenn. ©te&t ein ISorfdjlag babor; 
fb muß man mit bemfelben berfaljren/ wie i&tbonber langen Sftote gefaget 
würben: weil er anftatt ber 9Wc, wobor er ftebt/ gebalten wirb. £)ie 
«Kote felbjt befommt alSbenn bie %cit Pon bem <puncte; unb muß alfo 
fd)wdd)er feon alö ber ^orfdjlag, f. (a). fton ben bren fletnen SJoteti 
iep (b) weldje ein 5florbant finb/ muß iit erfte mit bem «punete fo lange 
gebalten werben/ alö es bie ßeit ber barauf folgenben großen SRott erfo* 
lert. £)te übrigen wo fletnen, nebft ber großen 5ftote/ fommenal& 
ienn in bie %titfo$ ^uucteS, unb gefd)iebt folcbeS in ber ©efdjwinbig* 
feit, burd) jroenmaltgeS 9luf* unb 3umad>en beö ßingerS, @S mußaud), 
unter biefer Bewegung / ber 3it&em gema'ßtget werben. 1)te bier fletnen 
Potenz f. (c), mad)en einen ©oppelfcfylag, unb fömmt bie le&tebabon 
tn bie 3ett beö ^Juncteö, muß aud) anjtatt beffen gebalten werben. X5ic 
Mäßigung beö Sltbemö muß ebenfalls unter ben fletnen Sftoten gefdjeben. 
«B?it \>en übrigen bon ( i) biä (II) bat eögleidK ^ewaubtniß; auöge* 
nommen, baß bie f leinen 3?oten ben (c) unb (f) i>al^e Xrißer machen. 

SX 3 SDw 



1 34 £<*8 xm. öauptjiütf. Don ben wiUtiitytlid)en 

T)\t ftoten be» (m) (n) fomtwen oftctö &ep ßabenjen bor, allwofcie 
©oppelfdjläge ft$ febr wp&I bjnfchicfen. 

41. §. 
5ig.a6. ©iefejwo «einengten, f.(a)(b)(c) (d) (e) (f) 
(g) fu auö Xetjenfprüngen befielen, nennet man ben 3lnfd)lag, unb be* 
bienen fich beffen, Bep weitlifufrigen Sprüngen, bte langer, um ben 
bojjen Xon ftcfyer ju faffen. Solcher fann bep ben jreigenbenSnterbatlen, 
alöinbie@ecunbe, Xer&e, Quarte, Quinte, @crre, (Septime, un& 
Dctabe, Per langen 9?oten, fo wo&l im aufbeben a(ö 9?ieberfd)lagen, 
wo man fonft feine Sanieren machen will, angebracht werben. <5r muß 
aber fe&r gefdjwinb, iebod) fdjwad), mit ber %>te berbunben werben. 
Die 9Me felbft muß etwaö jiiirfer alö bie swo fleinen fepn. ©er in bie 
©ecunbe, Quarte unb Septime, f. (a) (c) (f), ijt gefdttiger ole t>ec 
bep ben übrigen ^itterballen; unbt&ut e$ atfo belfere 2Birfung, wenn bie 
erfte f leine gegen bie folgenbe |>auptnore, nid)t einen ganjen, fonbern 
falben Jon au$mad)t, f. (c)(f). Ob nunwobl bieferSlnfdn'ag, im 
Singen unb Spielen, einen jartltdjen, feufjenben, unb gefälligen 5lf* 
fect auöbrücfet: fo ratbe id) bodj nid)t, baß man mit bemfelben afljuPer. 
fcfywenberifd) umgebe; fonbern baß man i&n Pielmebr feiten anbringe: 
weil baö, waö bem ©eböre fc^r gefällig ijr, bem ©ebäcprniffe befro zW 
befannt wirb; ber Ueberflujj in einer <Sac&e aber, wiefd)6n fie aud) im* 
mer fepn mag, in bie Sdnge einen <£fel berurfadjen fann. 

42. §. 
$ig. 27. SÖenn lange 'ftoten in «Sprüngen fteben, unb man 
fonft feine Sßeranberung machen will; fo fonnen biefelben burd) bie, jwi* 
fd^n biefen (Sprüngen- liegenben , £aupt * unb burd)gefcenben 5ftoten, 
auffüllet werben. £>ie fleinen gefd)wänjten Sftoten beuten bep (a) bie 
burd)ge|>enben, unb bie SBiert&eile W jum 3lccorbe geborigen £>aupu 
notenan; wie benn bie erftern in bie Seit ber borbtrgefjenbcn geboren, auet) 
felbigen fürs angefd;leifet werben muffen. S3ep (b ) biö ( g ) finb fo wobt 
bie burd)gebenben , als bie|>auptnoten, in t&rer ©eltung, wie fo!d)e in 
ben <£act eingctbeilet werben muffen , auSgebtürfet. SDie swep Snter« 
baue: $cr&e, unb Quarte, fcaben feine £auptnoten auö bem 2lceorb< 
jwifd)en firf), fonbern nur burdjgebenbe- 

43. $• Si$ 



PerdnSerurtftcn übet bit ftmpcln JntcwaUe. 1 3* 

43. f 

*ji0. 28. 95e«) bctt unter ftd) faßenben Sitterbalten, Hat eg mit 
l>ett burdjgcbenben unb £auptnoten bte Q3ercant)tntg / bag bte f leinen 
ober feut<^öc^ent>cn 9?6td)en inbieSeitbetfolgenbengejjöten, unbaud) 
«n biefelben gefdjleifet werten muffen. Die aber jroifd)en ben Quarten* 
fprungen, geboren fo roojjlbep ben freigenben aU fallenbett/ in t>tc 3ett 
ber bor&ergejjenben. SDie borbaltenben fieinen 5?oten geben bet> biefer 
2lrt bon Suterballen/ roo fein 3lufentbalt nod) arider ftatt ftnbet , bon 
ben im VIII. Jjauptftücf e enthaltenen SÜegeln ab : unb n>ie jene bie £alfte 
ber folgenben 9Me selten; fo muffen biefe hingegen fe&r furj gemadjet 
»erben. 

44. $• 

Sllte biefe Don ben 9Ser<inberungen gegebenen SXegeln nun, finbjwat 
5auptf(fd)lid> nur auf t>a$ W>aa,io gerietet, weil man in bemfelben bie 
nteifte 3«t unb ©elegenbeit ju beränbern bat. 2)e(fen ungead)tet wirb 
man bod) aud) biele babon im 2IUegro brausen tonnen, ©ie im Slßegro 
Äberlaffe id) etneö jeben feinem eigenen 9?ad)benfen. 5Bie aber einige bon 
fcen obbefd)tiebenen 58eranberungen in einem Slbagio anjuwenben finb; 
fold)e$ jeige \Hf im £auptfh5cfe bom 2lbagio, in einem befonberS barju 
Verfertigten Krempel. 3Baö für eine 3Jrt beö QSortrageö, abfonberlid) 
in 9infe&ung ber SSerfldrfung ober <3d)W<fd)ung beö $one$, bei) 9lu&= 
fubr ung aller biefer, bep jeber $igur gezeigter Sßeranberungen/ ©tatt babe : 
wirb man am €nbe be$ £auptftHtf$ \nm Slbagio, bom 25. btfjum 43. §. 
bepfammen ftnben tonnen. 



£>as 




H6 ®a& XIV. ^auptjiütf. 

4 iHHHa^HÄ UH 44 4 

£a3 XIV. £iuiptjtM. 

«Bon t»et 2lrt itö W>Wo ju fpielett, 

i. §. 

[aö 5lbagto machet gemeiniglid) ben 6fo§eit ftcB^a^ctt bct ?0?uftf feas 
wenigfre SSergnugen, unb ftnb fo wobl bte meijten Sicfc^aber, al$ 
audj oft gar t>ic 3iu$fubrcr ber ?9!ufif felbfr, wofern e$ ibnen an 
ber gehörigen €mpftnbung unbSinftdjt fehlet, fro&, wenn U$ 5ibagio 
in einem ©tücf c ju Qinbe ift. <5in wahrer «Eftufituö aber fann ftd) im 
3lbagio febt berbor tbun , unb Rennern feine S8iffenfd)aft jeigen. SBeil 
et aber nichts bcftorocrtiger ein <3tein beö 5lnftof eg bleibt, fo werben f luge 
Sonfunftler obne mein $lnratben fid) nad)ibren 3u&6rern unt> 2iebbabem 
bequemen ; um bierburdj fo friel leiderer/ nid)t nur bie ibren 3Bi)Tenfd>af.* 
ten jufommenbc 3ld)tung ju erwerben , fonberu aud) i&re ^erfon beliebt 
ju machen. 

2. §. 

gflan fann itö Slbagio, in 9lnfebung ber 5lrt baffclbe ju fpielen, 
unb wie eö notbig ijt, mit Sanieren auöjujieren , auf swenerleo 2lrt te* 
rrad>ten; cntwebcr im fcaujDfifd)en , ober tm italiauifdjcn ©efdjmacfe. 
Sie erjte 2lrt erfobeit einen netten unb an einanber bangcnben SBortraa. 
be$ ©efangeö, unb eine 9lu$jierung bcfielben mit ben wefentlid>en gjfa* 
nieren, al3 Sßorfd)ldgen , ganjen unb falben £riltern, Vorbauten, 
S5oppelfd)lägen, battcmens, flattemens, u. b. gl.; fonjt aber feine mit* 
(luftigen «jpaffagien, ober großen 3ufal? witlfübrlidjer Sanierungen» 
«©er baß Krempel Xab. VI. gig. 26. langfam fpielet, Der bat baran ein 
dufter biefer 2trt su fpielen. S?ie $we»te, ndmlid) W itölidnifd)c 2Irt 
befielt barinne, baß man in einem Slbagio, fo wobl biefe f leinen fran* 
jofifd)en 9lu$&ierungen, als aud) weitläufige, bod) mit ber Harmonie 
überemfrmmcnbe gefundene Raineren anzubringen fudjet. 3>aö €;em< 
pel Xab XVII. XVIII. XIX. wo biefe wiütübrlid)en Stuöjierungen alte mit 

Wotm 



V>on bct 21rt fcae 2ftatjiö 31! fohlen. 1 3 7 

Stuten auögebtöcf'etftnb, unt woöon wie weiter unten wcitla'ufrtger Han- 
teln werten, fantt herbei) jum SWuftcr bienen. Sßill man t»c» fttnpedt 
©efangbaoonpur mit bem3ufa(jeber wei"cittlid)en, fdjon öftere genenneteit 
§JJ?aniereit fpielen, fo bat man nod) ein 93et)fpiel ber franjöfrfcf;eu «Spiele 
«rt- «Dton wirt» aber jugleidj gewabr werten , tag fte ben einem fo gefe» 
$eten 2lbagio nicljt binreidjcnb ifr. 

3. §• 
£>ie fra»t}6ftfd)e 9lrt baö SJtagio auöjujieren, fann man burdj gute 
5(nweifung, obne tie Harmonie juberfreben, erlernen* £ur iraliäni= 
fdjen hingegen wirb bie 3Biffenfd)aft berßarmonie unumga*nglid) erfobert: 
©ber man mußte, wie bie meiften langer nad) ber 9J?obe, beftänbig ei« 
nen 9fteifrer jur £)aitb jjaben, t>o« bem man bie 33eranberungen über ein 
jebeö Slbagio erlernere; woburd) man aber niemals felbft ein sjfleifrer 
werben, fonbern %titUbtn$ ein «Sdjolar berbleiben würbe. <5f;cman ftdj 
«ber mit ber lefetem 5Irt einigt; muß man bieerfte fd)on wiffen. S5enn 
wer W Keinen Planieren weber am rechten Orte au&ubrtngen, nod) gut 
fcorjutragen weis; ber wirb aud) mit ben großen 5lu6sierungen wenig aus* 
tickten. 2luä einer fold)en Sßermifdjung aber t>on f'leinen unb großen 
9tug$ierungen, entfielt beim enblictyber Vernünftige unb gute ©efdmtacf 
im ©ingen unb fielen, welcher jebermann gefällt, unb allgemein ifr. 

4- $. 
35afj bie frattjoftfdjen Gomponiften bie Sanierungen me&rentbciltf 
mit bin fd>reiben ; unb ber Slusfü&rcr alfo auf nidjts weiter ju benfen 
babe, alö (i'e gut borjutragen, ift fdjon gefaget worben. 3m italiäm* 
fcfyen ©efdjmarfe würben , in Vorigen %eiun , gar feine StuSjierungett 
bar&u gefefjet; fonbern alle» ber SMfübr bc$ 5luöfübrer$ überladen: ia 
benn ein 2ibagio obngefdbr alfo auöfab, wi( ber f?mple ©efang 6ep bettt 
(Stempel Xab. XVII. XVIII. XJX. ©eit einigen Reiten aber, baben to, 
welche fid) nad; ber italtdittfdjen 5lrt richten, aud) angefangen, tic notb* 
wenbigflen Sanieren ausbeuten. SBermutblid) belegen, weil man 
gefmiben bat, ba% ba$ 5lbagio t»on mandjem unerfabrnen 9luSfübrer febt 
berflümmelt werben; unb bie @omponijtcn baburd) wenig Sbre erlanget 
baben. 2Bie benn nid;t ju läugnen ifr, baß in ber italiättifdjen 9)?uflf 
faft titn fo biel auf ten SluSfübrer , alö auf tett Qomponifren ; in tec 
franjofifdjen aber, auf ten @omponiften weit mebr als auf ben SluSfübrei: 
anfomme, wenn t«rö 6tücf feine öollfommene 583irfung t^un foll. 

© 5. §. Um 



138 !Daa XiV. *5aupt|1ücf. 

5. *. 

Um nun ein 3lbagio gut ju fpielen, muß man jicf), fo Diel als mag* 
lid) ift , in einen gelaffenen unb fafl traurigen 3Jjfcct fe&en, bamit man 
basjenige, fo man ju fyielen bat, in ebenfold)er©emütb$t>erfaffung \>ot; 
trage, in weldjereö 6er @mr>pom|t gefegt (jat. <S.in wa&retf Stbagio 
mufj einer fdmteidjelnben Q3tttfd>rtft äfmlid) fct>n. Senn fo wenig alg einer, 
berbon jemanben, welchem er eine befonbere <£f)rfurd)t fd)ulbig ift, mit 
frechen unb unoerfd)ämren ©eberben etwaö erbitten wellte f su feinem 
groeefe fommen würbe: eben fo wenig wirb man bier mit einer freien 
unb bijarren 5lrt &u fpielen ben Bootet einnehmen, erweise«, unb 
järtlid) machen. 2>nn wa$ nidjt »om #erjen tommt, gefct aud) uidjt 
letdjtlid) wieber sunt |)erjen. 

6. $. 

SDie 5lrten ber langfamen ©tücfe finb untcrfcrjieben. Einige finb 
fejjr Iangfam unb traurig; anbere aber etwaö Jebbafrer, unb belegen 
nie{jr gefällig unb angenehm, £>u benber. Wirten trägt bic Xonart, inwel= 
d)er fte gefegt finb, febr otel ber). ?i moll, 6 moll, £)i$ bur, unb 
% moll, brücfcn ben traurigen 9l(fect fciel mebr auö, alö anberc 9)?dII* 
tone: weswegen jid) benn aud) bic ©omvonifteu mebrentbeitö , su tiefet 
2lfcfid)t, gebadeter Xmavten ju bebienen pflegen, hingegen werben bie 
übrigen !D?oü% unb ©urtene, ju ben gefälligen, ftngenben, unbariofen 
©türfen gebrauchet. 

5ßegen ber, gereiften *£onarfen, fte mögen ®ur ober S9M fenn, befonber« eigenen 
SBtrfungen, ift man nid>t einig. Die Eilten roaren bei- 2Jcennung, bafj eine 
jebe Tonart i'^rc befenbere @:igenfd)aff, unb ifiren befonbern ?(u6brutf ber Effecten 
fcätte. '5Beil bie "icnleitcrn if)rer Tonarten nid)t äffe einanber g(eicf) roaren, ba 
nämlich, jum (£rempe( bie ©orifdje unb ^phrrgifdje , als jroo $enarten mit ber 
fletnen tec]t, fid) bergefMt untcrfdiieben , £a$ jene bie große ©ecunbe unb große 
©erte, biefe aber bie fleine Öecunbe unb Heine ©ejrfe in ifjrem Q3ejirfe fjatte; 
weil fo(glid) fafi jebe "ionavt iljre befonbern ?(rten ju cabenjiren jjatte : fo roar 
biefe SSKennung (jintängd'cb, gegrünbet. 3 n i3cn neuern geiten aber, ba bie Ton- 
leitern aüer großen, unb bie Tonleitern aller fleinen 'Jonarten einanber afjnlid) 
finb, ift bie 3 rn 9 e / °b * 8 f'fb, M'* ben (£igenfd;aften ber 'ionarten nod; fo »er-- 
jjalte. ©inige pfltdjten ber SKennung ber 2((ten noef) bei) : anbere hingegen öer= 
rcerfen biefelbe; unb rooflen behaupten, baß jebe ieibenfd)aft in eintr Tonart fo 
gut als in ber anbern ausgebrücfet roerben fönnte, wenn nur ber (Eomponift bie 
Sä^igfeit baju befä^e. (Jß ifi roafir, mau^atSvempel ta»on aufjuroeifen; man 
f)at groben, ba^ mancher eine ieitenfrfjaft , in einer Tonart, bie eben nid)t bie 
beguemft« baju fd)eint, fefir gut ausgebrücfet t)at. Tültin roerroeiö, ob baffelbe 

©tücf 



Von bct 2trt t>a& ZtxxQio $u fpiclen. 13? 

<3tücf fliegt eine nocf) &o)U"ve ^JBtrfmig rljun rourbe, roenn (3 in ein«- anbmi unbju 
ber &ad)e bequemem "Souaitgefefjetiüäre? 3" bem fonnen au|jerorbcndicbe Jade 
feine allgemeinen Siegeln abgeben. (£ö roürbe ju roetr(aufrigfei;n, roenn icfybief« 
Srage hjer auö bem ©runbe ju ewfdjeiben fucfyen rooftte. %d) roifl aber eine 
^Drobe ttorfdjlagen, roeldje ficf; foroüf)! auf bie (Erfahrung, als auf bie eigene Sm» 
pfmDung grimbet. 9)?an transponire j. (£. ein roo^geratf^enee im 5 mofl gefe^ete* 
©tuet' ins ®, H, (£, unb £> nwll; ober ein anberee im (£ but gefefjefeß @tücf 
ins S, ©, 3>iS, D, u;ib (E bur. tfpun nun biefe jroet? ©cücfe in einer jeben 
Xonart einerlei? ÜBirfung : fü ^aben bie SRarb. feiger ber #lren Unrecfa. ginbef 
man aber, ba(j biefelben ©tücfe in einer jeben tonarf aud; ciue»erfd;iebene5Bir= 
fung ()crttürbringen ; fo fudje manfidj biefe (Erfahrung tiieimefyv juSftuljen ju ma- 
chen, als fie ju beffreiten. %d) roilf injroifdjen meiner (Erfahrung, roefcfje midj 
twr uutevfd)icbeneu ®irfungeu unlerfd^lefcener Tonarten »er|ld}crt, fo lauge 
trauen, bie id) fces ®egentf>ei(S roerbe überführet werben founen. 

3m@pielenmugman fict) folglid) ebenfalls nad)bem &errfdjenben21f* 
fecte rtcfyten , bamit man nid>t ein fe^t trauriges Slbagio ju gefdpwinb, 
unb hingegen ein cantabeleS ju (angfam fpiele. 21Ifo müiTen biefe 5(rteit 
feonlangfamen@rütfen:Cantabtlc, 2lttofo, ^ffettuofo, 2Jnfc«n* 
tC/ 2lnt>antino, £ai*go, £argl?etto, u. f. w. bort einem pat&erU 
fcr)en Slbagio, fe&r untergeben werben. SBaS jebeS ©tücf bor ein Sem* 
po Dbcr Settmaafj erfobere, muj man aus feinem Sufammenbange wo&l 
fceurtbcüen. £)ie Xonart/ unb bie s }.lrt beSXactcS, ob foldjer gerabe 
ober ungerabc ift, geben b^ierju einiget £id)t. ©cm obengefagten $uS0l= 
ge muffen langfame ©d|e aus bem @ iudÜ, 21 moü, @ moll, ®tS bur 
unb § moü, trauriger, unb folglich langfamcr gefpielet werben, als bie 
auö anbern £)ur*unb SKoßtonen. ßin langfameS «Stürf im 3wem>ier= 
tbeil = ober ©ectjSacfyt&eiltacte, fpielet mau ttwaß gefdjwinber, unb emeö 
im Mabrebe* ober Srcnjroeptbeiltacte , langfamer, als im fd;led)ten 
ober £5repbiertbeiltaete. 

8. $. 

Sft baS 5lbagio fe|>r traurig gefegt, woben gemeiniglicf) bie 28orfe: 
2ft>«gto t>t molto ober Äento affai fte&cn , fo mu§ foicfjeö im @pie? 
len / me&r mit fd)(cifenbcn 3?oten / alö mit meitla'uftigen Sprüngen ebec 
XriUcrn auögejieret werben; inbem iit Ie|tern me{>r gur gr6ltc()feit auf= 
muntern, ati jur Xraurigf eit bewegen. £)ocf) muß man bie Triller nidjt 
ganj unb gar bermeiben, bamit ber gu^orer nicr;t eingefd;(dfert werbe; 
fonbern man mug immer eine gefd)ifte 2tbwec^felung treffen, umbie^rau» 
tigfeit balb etwaö mebr ju erregen, balb wieber in etwas jubdmpfen. 



mo 3Das XIV. ^auptflütf. 

9. §. 
£tet$u fantt audj ba$ abwedjfelnbe «pianounb Sorte fejjt SSieleö ben* 
tragen, alö weldjeö nebft bem, bon f leinen unb großen Sanieren ber* 
tntfc^>ten / öefd>ift abwed)felnben 3ufa$e, fcier, fcaö burd) ben©pielet 
auöjubrucfenbe muftfaltfct>e £td;t unb &d)atten/ unb oon bcr au§erfreit 
«Jlot&wenbigfeit tft. Scboc^ muß fotcf>cö mit Dielet SSeutt&eilung gebrau* 
d)et werten/ bamitman nid)t mit alljugroßer £eftigfeit »on bem eine« 
>«m anbern ge&e, fonbern unbermerft ju unb abne&me, 

10. $. 

£at man eine lange Note entweder bon einem fyaWen ober ganjett 
tattt ju galten, welefyeö bie Staliäner mefladi voce nennen; fo mu& 
man biefelbe bor$ erfte mir ber gunge weid) anzogen , unb foft nur &au« 
djen; aßbenn ganj piano anfangen/ bie ©tavfe be$ SoneS bis in t)ie 
«D?itte ber 9Me road)fen foflen; unb Don t>a eben wieder fo abnehmen/ bi$ 
an t>a$ €nbe ber Stote: aud) neben bem n<fd)fren offenen 2oä)e mit im 
ginger eine 93ebung madjen. £)amit aber t>er Jon in wdfcrenbem 3u? 
unb 2tbne|jmen nid>t (»ober ober tiefer roetbe, Oeld)er $efjler <*uö ber @i* 
Stnfdjaft ber ftfote eiufprittgrn tonnte;) fo muß man (>ier bie im 22. $. 
be$ IV. ,|jauptjrucf$ gegebene Siegel in Uebung bringen: fD wirb berXott 
mit ben begleitenbcn Stiftrumenten in befhmbig gleidjer ©timmung er? 
galten/ manblafe ftarf ober fd)wad). 

11. §. 

SDie auf eine lange ffi ofe folgenben fi'ngenben iftoten , fonnen etwas 
erhabener gefpielet werten. £)cdi muß eine jebe 9?ote, fte feg ein SSier* 
t&eif, ober 2fd)ttj)et[, ober@ed)5e!)nt(jeil, t&r g>iano unb ftorte in ffd) 
jjaben, nad)bem e$ bte %t\t leibet. gtnben fld) aber einige nad) einanber 
fle&cnbe Iftoten, wo e$ W geit nid)t erlaubet, eine jebe befonberö, in ber 
Söerftatfung beö XoneS, *vad)fenb m mad;en ; fo fann man bodj, unter 
waprenben fold)en 9Men , mit bem Xone ju unb abnehmen ; fo t>a$ t\lu 
dje ftarFer , etliche wieber etwatf f<f)wäd.)tt flingen. Unb ikft Bewegung 
ber ©tarfebeS Soneö, muß mit ber SBtufr, rnfmlid) burd) ba$£aud)ejt 
«efd)e{»en. 

12. $. 

gerner ift j« beobachten, baß ber ©efang beftanbig unterhalten wer* 
It, unb man nid)t nur Unjeit 2ltfjem ^ole. 95efonbet^ muß man 6e»ben 
torFommenben Raufen/ ben Xon nid)t fogleid) berlaffen/ fonbern bie lefrte 
Sßote lieb« etwaöl4nger galten , aW eö baö3titmaaf berfelbeu erfobert; 



Von Set Zvt bas Tfragio ju fpickn. 1 4 1 

€3 wkt benn, bafj bcr SSaj? unrerbeffen einige cantabele 9h>fen Witt, 
weldje t»em ©ejwre t»a^ erlebten, waö eö burdjbaö «Sdjroeigen ber Ober* 
ftimme Derlo&re. 3?ic^tö bcflorocntgec t&ut egguteSßirfung, wenn bie 
DberfKmme ben legten £on, burd) ein berlierenbeö <}Mano berstest, un& 
enbiget; unb alöbenn bie folgenben mit er&abener Straft wieber anfangt, 
unb nad) oben ermahntet 2lrt fortfeget, bi$ wieber ein neuer (Sinjdjnitt 
ober ©nbigung be$ ©ebanfenS »orfallt. 

13. $. 

3m 5lbagio muffen aKe S^oteti , fo ju frtöctt, carefftret unb gefdjmei* 
djelt, aber niemals mit ber Sunge&art angeftoßen werben: <££ feobenn, 
ba§ ber @omponift einige Stfoten wollte furj geflogen (jaben, bamitber 
Su&drer, weldjer tw&er eingefdjlafert ju fepn fdjeint, wieber ermuntert 
werbe» 

14. §. 

SBenn ba$ Slbagiofeljr platt, uub mefcrljarmomog, aismelobioö 
Sefe&t ift, unb man (>ier unb ba in ber «Jftelobie einige Sfaten jufegenwitt: 
fo muß foldjeö niemals im Ueberfluffe gefdje&en : bamit bie Jbauptnoten 
nid)t Perbunfelt, unb ber ftmple ©efang unfenntbar werbe, ffian muß 
Uielmebr t>tn $auptfag gleid) Slnfangö fo fpielen, wie er gefdmeben ift. 
$6mmt er dfterö wieber öor : fo rann man jum erftenmale ein paar 9?o* 
ten, jum jweptenmale nocf) mehrere, entweber burd) eine nadjeinanber 
laufenbe, ober burd) eine , burd) bie Harmonie gebrochene ^affagie, ju« 
fe$en. 3um brittenmale muß man fyittbon wieber abgeben, unb faft 
nidjtö jufeeen: um bcn Su&orer in beftanbiger 5lufmetffamteit iu tx* 
Halten. 

15. §. 

5(uf biefe 5lrt fann man aud) mit bem übrigen ©efange »erfa&ren; 
la$ man fd)fä7rige, na&e an einanber liegenbe £6ne, mit erhabene«, 
burd) bie Harmonie gebrochenen, weiter t»on einanber liegenben Xönen, 
abit>ed)fefe. Unb fo ein ©ebanfe in eben bemfelben Jone ju wieber&olen 
wäre; unb man fogleid) feine «Beränberung barüber ftnben tonnte: fanu 
man t>k(<n Mangel fowo&l burd) iaö "piano, al$ burd) gefd)leifte 9te 
ten, er fegen. 

16. §. 

mt brn Sanieren muß man fid) im geitmaaße nid)t übereilen; 
ionbeni biefelben mit oielem gleiße unb ©elaffenjjeit enbigen: weil burd; 
bie Übereilung bie fünften @ebanfen unoollfommen werben. £>e$we* 

© 3 fleti 



i4ä 3D<*8 XIV. öauptffudf. 

gen tft fejjr notbjg, auf bie Bewegung ber begleirenben (Stimmen roo|jC 
Sichtung su gelten, unb fiel) bon benfelben lieber fortreiten iu laffeu, all 
friß man ijmen su&or fomme. 

*7- §. 

Sin 0rat>e, ba ber ©efang au$ punetirten $lottn befte&t, muß 
etwaö ergaben unb leb&aft gefpielet, aud) bisweilen, mit, burd)bie|)ar» 
monie gebrochenen, <paftagien, auSgejieret werben. 55ieS^i>tenmitbett 
flkneten, mujj man bis an ben ^punet immer bewarfen ; unb bie darauf 
falgenben, wenn t>a$ Snterball md)t alljugrog ift, an t>ie borpergepenbe 
lange 9iote, fürs unb ffymd) anfd)leifen: bei) fepr weiten Sprüngen 
aber, mujj eine jebe 9?ote befonberö angeflogen werben, ©epe» bergleU 
djen 92oten ftufenweife auf« ober unterwärts ; fo rann man bor bie lan« 
gcn9Men, welche meprentpeilS Sonfonanjen ftnb, unb bem ©ejwre in 
bie Sänge mißfallen bürften, Söorfd)läge machen. 

18. §. 

@tn 2t&acjto fpmtofo wirb me&rentpeitö im Sripettacte , mit 
punetirten ftoten, aud) öfters mit bielen <£infd)tiitten gefefcet; weld)e$ 
im Spielen nod)mebr gebpaftigfeit, al$ bom vorigen gefaget worben, 
trfobert. ©eöwegen muffen bie ütoten mepr geflogen ali gejd)leifet, audj 
weniger Sanieren angebracht werben : unb rinnen alfo, bie burd) palbe 
XriÜer geenbigren 'Sßorfdjtäge , piersu befonberö angewenbet werben. 
Sollten aber, auger biefer $lrt, einige cantable ©ebanfen, fo toit eö ber 
inS feine gebrachte ©efdjmacf in ber ©e&f unft erfobert , mit unt ergemi* 
fd)et femt; fo mug man ftd) aläbenn im (Spielen aud) barnad) richten/ 
unb ba$ Srnftpafre mit bem <Sd)meid)elnben abwedjfeln. 

19. $. 

sDajj biefe unb bie übrigen 2lrten bon langfamen ©lüden, alör 
Sanrabile, Slriofo, iUnbante, 2lnbantino, Slfferruofo, &trgo, £ar= 
gfoetto, u. f. w. bon einem traurigen unb patpetifdjen Slbagio, im <Spie* 
Jen fe&r ju unterfdjeiben ftnb, tjr, weil tß fd)on oben gefaget worben, 
pier nid)t notfeig ju wieberpolen. 

20. $. 

(Sinb in einem <£antabtle ober 2lrtofo im £)rei)ad)tpeilracte, 
biefe (gedjäepntpetfe, fo ftufenweife auf« ober UPttzmttö einaiiber folgen, 
beftnblid) ; unb ber 95a§ gept in befrdnbiger 33meguiig, bon einem Sone 
sunt anbern fort; fo fann man nidjt, wie bei. einem platten ©efange, 
biel jufeßen: fonbern man mujj fold)e %xt Utott&t auf ein; ftmple unb 

fc^mei= 



X>ön bct Ztt ba& 2l£>atjid $u fptelen. 143 

fd)meid)elnbe 2lrt, mit abwedtfelnbem ^tano unb go^tc tJDrjuttaaen fu* 
cf;en. ginben ftcf) fpringenbe 5Id)tt&eile mit barunter, woburd} ber ®e> 
fang trocfen, «nbnid)t unterhalten wirb: fo fonnen bie £erjenfprunge 
mit Sßorfcfyldgen ober Xriolen auögefüßet werben. SMeibt aber ber 35afj 
bisweilen, mit einerlei) «flöten , Xactroeife, auf einerlei) Sone unb £ar* 
monie: fo befömmt bie Dberjrimme ik greijbeit, mehrere Sanieren ju 
mad^en ; bod) muffen foldje niemals bon ber 2lrt, in welcher man su fpie* 
len f>at, abweisen. 

21. §. 

Sin llnbante ober Äatgbetto im 5Drcr>r>tcrtr)citfactc , in wel* 
djjem ber @efang auä fpringenben Sßtertbeilen befte^t/ uubbonbemSSaffe, 
mit 5ld)ttbeilen , beten mefrrentbcilS fc4>ö auf einerlei) Xone ober £armo: 
nie bleiben, begleitet wirb, fann man etwas evnjtbafter, unb mit mej)< 
rem Sanieren fpielen <tlß ein 2lnofo. ®tfyt aber ber 33ag ftufenweifebjn 
unb (>er; fo mui man H) fd)Dti me&rmit ben SDIanieren in Sterbt nehmen: 
um md)t fcerbot&ene Quinten unb Detaben gegen W ©runbfrimme ju 
machen. 

22. §. 

@in alla S»r'dU«n« im gwolfacfjttljeilracte, mit punetirten 9?o* 
ren unrermifdjet, tnujj febr ftmpel unb faft i-Jjne Triller, aud) nid)tgar 
ju langjam gemietet werben. ©ö laffen fid) bierben wenig Sanieren, auö* 
genommen einige fd)leifenbe @ed)jebntt>eile unb 9Sorfd)lage anbringen: 
weil eö eine 5?ad)abmung eineö ftcihanifdjen ^irtentanjeö ijr. ©iefeSXe» 
gel fann aud; ben ben franjoftfdjen Büfetten unb 93ergerieen ftatt ftnben. 

23- §• 
@oUte biefe Söefdjreibung nidjt einem jeben genug femt, um barauä 
begreifen sufonnm, aufwa0 3lrt einSlbagio mit Sanieren fönne auä* 
gejieret werben : fo fann bau in ber XVII , XVI11 , unb XIX XabeUe be« 
tfr.Mid)e Krempel biefe SSefdweibung nod) me&r erläutern, 3d> \iabe aus 
im XaUUn, t>on IX. bis XVI. biejemgen SSera'nberungen fcerauS ge» 
nemmert, W fid) su bem frier beftnbddjen fimpeln Oefange am befreit fd)i» 
(feten ; unb barauö eine an einanber Tangente aus>gesicrte üftelobie berfer* 
iigct. 9)?an fann t>avan ein $3enfpiel nehmen, wie biefe einseinen 93er* 
4nberungen sufammen gefegt werben fonnen. ©er fimple ©efang fre^t 
auf ber erjren, unb ber mit ben 93ira'nberungen auf ber jwenten 3eilc. 
®-e 3iffern fo unten jte&en, jdgen bie Turnern ober giguren ber <£rem> 
pel auö ben bor&erge{jenben Sabitlen; unb bie barflfar befinbli(t)en 93ud)* 

ftabeit/ 



144 «DaaXlv. öauptfiüif. 

ftaben, fcen Ort bet SßeranDerungen, an. Unter biefcn fittl) etliche tücf>t 
auf e^m Denfelben Xontn, wie fte in im- Tabellen fteben, fonDetn entwe* 
fcer &t>ber oDef nieDriger gefe§et: um xu weifen, Dag wie oben bereit* 
gemeldet Worten, Die SßerdnDerungen / fo wobl in gfloDulationen mit 
3>ex großen/ al$ mit Der f leinen Xerje berfe^et werten Üonnen. 

24. §. 

SDiefe 5lrt ju betiinDern wiU id) nun jwar feinem puren Anfänger, 
Der nod) nietjt einmal Den ftmpeln ©efang rect>t ju fielen weiö, jumu* 
tben: fonDern id) gebefoldje nur ien fdjon ©eübten, welchen eö aber, 
an Der wahren 5lnfübtung gefeblet bat, jum 9?ad)forfd)en ; um jicf) J>icr* 
Durd) immer mebr unD mebr boulommener ju machen. 3d) »erlange 
aud) nid)t, bajj man alte 5lbagio wie iiefö einrichten , unD fo mit ?0?a= 
nteren überbaufen folle : fonDern e$ ifl Dergleichen nur Da, wo eö ber platte 
©efang, wie bier, erfoDert, anjubringen. 3d) bleibe im übrigen bep bet 
«Jftetmung, wie iä)fd)on borbergemelbetbabe.* [e ftmpler unD properer 
ein Slbagio mit Effecte gefpielet wirb ; jeme&r nimmt eö Den gu&orcr ein : 
unD je weniger werten Deö @omponiftcn feine guten ©eDanfen, fo er mit 
gleiß unD 3?ad)fmnen erfunDen, bertunfelt oDer bewirtet. £>enn e$ 
ifl etwas rares, fo gleid) im Spielen etwas befierä, alö ein anDerer, Der 
btelleidjt lange Darauf geDacfyt bat, ju erftnDen. 

25. §. 

3d) mug nun aud) nod) seigen , wie jeDe 9?ote in Diefem Krempel, 
alifonDetlid) in Slnfe&ung Deö a&wed)felnDen Sorte unD ^tano, gut borju* 
tragen fep. 3d) gebe fjierturd) Die im 14. §. DeöXI. |>auptftücf3 ber= 
fprodjene Erläuterung Der XYlannigfaitigfeit DeS guten Vertrages : unD 
weil id) glaube, ia§ ei Den £iebbabern biefeS guten Vortrages nid)t ju« 
wtDer fepn Wirt; fo will id) alle Die Sßeranberungen, Die id) über Die fim« 
Veln Snterballe gegeben babe, aufbiefe 3Utburd)gel;en, unD wa# Durd) 
SBorte auSjuDrticfen moglid) ift, Dabei) bemetlen : ia$ übrige aber Der 
SBeurtbeilungStraft, unD Der eigenen Empftnbung eines aufmerffamett 
tyuSfübrerö überladen. Sie Stffern weifen auf Die Xabellen, unD auf Die 
£>aupterempel ober Figuren bet) jeDem Sntcrbatle: Die ftudjfttöen übet 
auf DieDarinn beftnDlid)en ®dngc, wobon Die Stebe fei)n wirt. 3«t 2ßor* 
auS erinnere id) nod), baj?, fo lauge nid)tö bom Slllegto gemelDet wirt, 
aüejeit Daö langfame 3«tmaa& Dabe» berftanben werte. Sie abgefür&e» 
ten 9Borre $mi folgender ©eftalt su berfteben : wa. voadyfcnb/ ober 
mit xunepmenD« <St4trc Des XoneS; abi). abnel?mm5>/ oDer mit 

abneb^ 



X>c>n frei? Zvt t>ae ZSagio $u fpteleit» 145 

a&nepmenber @t&febe$£oneg; jfa. ffartfj jM. (HrFer; fcfrwa. 
fcbwact) 33ei) ben SIBorren: frarf unb fcf>roac(), mu(j man ftd) in bei: 
2luSÄbung mit bem Sungcnflogc ober SSogcnflridbc batnad) richten, um 
jebe9?ote entweber mejjr, ober weniger ju marfiren. «Jflan mujj aucj> 
eben tiefe SOßorte nidjtjicbcrjeitim dußerftcn ©rabe nejjmen: fonbernman 
muß fettet; wie in ber Malerei) bctfn^rc» ; allwo man um £id)t unb 
©djatten auSjubrücfett/ ftd) ber fogenanntett mezze tinteober 3t>ifd>en* 
färben bcbienet, woburct) baö fünfte mit bem Siebten unbermerft bereu 
«iget wirb. 3m ©ingen unb (Spielen muf man alfo glcid}ergeftalr ftd) 
betf berlicrenben tyiano, unb ber njadjfenben «Sfarfe betf $one$/ altf ber 
Swifdjenfarben bebienen; weil biefe sjftannigfaltigf tit, sunt guten Soor* 
trage in ber sjfluftf, unentbehrlich ift. Sftun jur @ad)e. 

26. $. 

Sab. IX. 5%. 1. 95«P (a) bie bren gefdjnxfnjren Wattn fd)w*. 
töe 'aSiert^eiltiDten @, @, (5, roa. Söet> (b) baö @mit bem^Juncte 
t»a. bie folgenben furjen «Koten unb t>a§ erfte @, fd)w. ba$ folgenbc 
fta. baö 23iertr)eil wa. 93et) (c) in berfel&en 3irt. 93ep (e) bie 
«f>auptnoten wa. bie Keinen fd)nja. 93et) (h) ber Triller fta. bec 
9?ad;fd)lag fd)wa» 93ep(l)G, na. % @, abn. @, fta. ©, fct)wa. 
£, fta. (5, fd)n>«. 35cp(U)@, €, wa. 5, fd)wa. ©, €, (5, »er. 
Sie fleinen 9?otett fd)wa. 23et) (o) @, wa. unter bem faufe abn. 
@, @, @, fta. 93ei) (p) bie erfte fr*, bie folgenben brep fd)wa. @, fta. 
Sv @/ ©/ fd)wa. (£, wa. Söen (r) bie erfte fta. bie jwepte unb britre 
fdjwa. unb fo bie übrigen Xriolen. 

27. $• 

2ab. IX. Sig. 2. S8en ( b ) foniten biefe 5lrt 9Men fo auö brenen 
befielen, aHejeitjum Stuftet bienen, bafj fte auf eine fdmieid)elnbe 2lrt 
borgetragen werben muffen , mfmlicf) : bie erfte wa. ber ^unet abn. 
tit jwo folgenben gefcpwinb unb fd)W. angefdjleifet. 33ep (c) bie erlfr 
unbbrittewa. bie jwepte unb biertc fd)wa. unb bie bei) (d) in berfelbeit 
2Irt. 93ei) (f) bie mit bem ^Juucte wa. bie bier gefd)winben fcr)wa, 
«8e» (g)ö/ wa. bie bier gefdiroinben fd)wa. (£, fta. unb fo bie übrtgen. 
35er) (1) bie erfte fta. bie Sriole fd)wa. unb egal. 35ei)(ll) bie^rio* 
len fta. bie ®ed)5efjntl)eile fd)wa. Set) (m) bie erfte fta. bie fünf 
folgenben fdjw. 95et) (o) bie erfte fta. 2), @, ©, abn. @, fd)wa. unb 
fo bie übrigen. Söei) (p) bie erfte fta. bie gefd)minben fet^wa. £3cn(q) 
e, m. €/ fd)w. unb fe&r fwrj, ber 5ßorfd;lag wa. 2), fd)wa. S/fta. 

^ €/ fd;w«. 



14« 2>«e XIV. ^auptjfütf. 

€, fdjwa. Sie 2(rt 9Wen bei) (r) fonnen aKeseit sunt «B?ufTetr bienen, 
tufmlid): bieerlten jwo fdjwa. unbprdciyirirct; bie9?otemitbem«puncte 
wa. Sie bep (s) fonnen in t>cr 9lrt fo wopl im @cfd)Winben alö fcangfa* 
tuen jumsjttuftcr bienen, mfmlid) bie erften fe&r fürs unb etwaö fta. tie 
mit bem gurtete abn, unb ange&alten. Sie bep (v) geboren mejjr jum 
©efdjwinben alö gangfamen , unt» muß alebenn bie erfte toon toteren mar* 
Jiret werten. Sie bep ( y ) auf gleiche 9Irr, 

28- §. 

Sab. IX. $tg. 3. 93ep (b) S, m. ber $unct nebft ©, <£, abn. 
S, wa. bec (&£riUer abn. @/n>a. £, abn. 93er, (d) s, wa. <£,§i$,@, 
fd)wa. 91, fta. @, fd>wa. 93ep (f) S, fta. @, £, fd;wa. unb fo Diefol« 
genben. 23ep (g) ber Srifler fta. ber gjunet nebft ben jwo 9coten abn. 
Sab. X, gig, 3. 93ep (1) S, fta. £, unb S nad) ber <£aufe fd)wa. 
unbfobie folgenben. «8ep (n)©, fta. fy, fdjwa. 6, S, wa, bie fol* 
genben eben fo. 93ep (o) bie erfte fta. bie jroepte fd;wa. unb fo tu fol« 
genben. Söep (p) S, fta. ©, gig, @, fd)wa. ©, wa. unb fo bie folgen* 
ben. 5öep (q) bie erfte bou einer jeben Xriole fta. bie jroepte unb britte 
fcfiwa. 53ep (0 SD, fta. iie toier gefdjminben fdjwa. unb fo bie fol* 
genben. 

29. $. 

Sab. X. 5tg. 4- 33ct) (e) @, fta. g, fd>wa. unb wa. ©, 91/ auf 
gleiche 2lrt. @, f$w& 93ep (f) €, fd)wa. unb bis an ben <punct wa. 
55/ ®/ fd)wa, unb wa. 21, (2, fd>wa. Siefe bepben Krempel finb eine9Irt 
toom (Ecropo inbato, welche ju me|jrerem 9tad)benfen 9lnlag geben 
fonnen. 3m erften wirb anftatt ber Xerje, bie Quarte gegen bie ©runb* 
ftimme borau^enommen, unb im jwepten, bie Sftone anftatt ber Serje 
juräcf gehalten , unb in biefelbe aufgelofet; f. Sab. VIII. gig. 4. S3et> 
(m) bie erfte fta. bie toter folgenben abn. unb fo bie übrigen. 93ep (n) 
bie erfte btö an ben g>unct wa. bie brep folgenben fdjwa. unb fo bie 
äbrigetn 

30. §. 

Xab. X. $ig. 5. fWit biefen bepben Krempel« bep (a ) (b) f>at et 
gleid)c93en)anbtnißwie mit bembep gig. 4.(e) (f ) ; jene finbfteigenb,unb 
biefe faßenb. S3ep(a) wirb anftatr ber Xerje, bie @ccunbe toorauöge* 
nontmen, unb burd) bie ©runbftimme in W Serje aufgelbfet; unb ben 
(b) iie auarte anftatt berXerje jurüif gehalten, unb in biefelbe aufgelo* 
fet; f. Xrt. VIII. gig. 5. ®er Vertrag ift mit ienem ebenfaßö einer lep. 

S5ep 



X)on t>er Zvt fcae ^Ibagto ju fptelcn. i4r 

33ep (e) t»ie erfte fta. Me brep fofgenbeu fd)wa, unb fo bie übrigen, 
95ei) (1) t>ie erfte unb bierte fta. t>te swepte unt> t>rittc fcf)ma. Spielet 
man biefelbcn 9?oten gcfd)n>mt> r fo mufj bie britte, weil fle am tieften 
grüntet fallt/ ftirfer marüret werten/ als bie anbern. 23ep (n)bie 
t>ie erfte fta. bie jwepte unb britte fc^roa. bie bierte fta. 3'« @efd)wm* 
beit/ mujj bie erfte tin wenig angehalten / unb bie bierte fepr Eurj gefroren 
werben; Q3ep (p)bie erfte fta. bie jwepte fd)wa. bie Heine >)?ote fdjröa : 
unb bie übrigen wie bie erften awo. Q3ep (q) bie erftc Xriole fta. bie 
jwepte fdjwa. unb fo bie übrigen. 

3i- §• 
%ab. XI. 5rttt. 6. 23ep(a) <£, wa. §t$, fd)roa. unb für j angefdjteifer. 
ber giö, Stiller fta. ®, fdjwa. 93ep (b) @, fta. @, fd)roa. ber gi*. 
Xttller (ra. @, fdjwa. 93ct> (d) unb (e) tit bier ©edj&e&nt&ette egal an 
einanber gejogen; ber gtS? Stiller fdjwa. @, fta'. Q3ep (h) ber Sril* 
ler fta. SD, @, #, fdjwa. Sf, 3is>, fta. SDer SSorfdjlag mit einem pinc<£ 
in$ @ geenbtgct. SScr> (i ) bie mit bem ^Juncte wa. bie furjen fdjwa. 
.93ep cH) @, fta. bas fiope €/ ©, fdjwa. gejogen, giöfta. ©, fdjwa. 
95«9 (q) €/ fta. @, 51, fdjwa. ®, %\i, fta. % 55, fd)wa. gi«, ®, ftärrer. 

32. §. 

Sab. XI. Sifr 7. 93e» (a) @, wa. ©, €, fdjwa. 93en (b) <£, 
fra. ©, 3, ©/ fdjwa. g, fta.. 93ep (c) €, fta. ®, @, fd)wa. €/ fta. 
33a) (d) €/ fdjwa. §i3 fta. unb wa« ®, @, gan$ fdjwa. 23ep (n) bec 
Salier fta. SD, @, fdjwa. ®, fta. <S, fdjwa. 95ep ( p ) iit erften brep fta. 
bie übrigen fdjwa. 33ep (q) auf eben bieSirt. 93ep(t) €, wa. bie 
übrigen fdjwadj. 

33. §• 

Ztä. XII. #tr. 8. 23ep (c) ®, 3, @, 5t, (la. £, % Jp, @, fdjwa. 
©, fta. unb fürs ; SD, fta. £, g, wa. 93ep ( d ) bie brep gefdjwanjten fta. 
la$ 2ldjttbetl fdjwa. unb fo bie übrigen. 33ep (1) ®, marnret, ©, g, 
(g, fdjwa. unb fo bie übrigen. S8ep(m)®,®,wa.g, fdjwa. 35en(o) 
©z Jfta. bon SD/ W« ©, fd)wa. g, fta. 35ey (r) ©, 91, £/ fta. (5, ©, 
€, g, abn. ®, 5i, £, ö, wa. SD; ^/ ®> ?/ fd)wa. unb geigen. «Bei) fs) 
55, fta.-®, fd)wa. unb fürs, % wa. @, abn. 33en (t) SD, <£, SD, wa. 
€/ |t<t. 8/ fd)wa. fftad) ben Sanieren bet) (v) (w) (x) (y) (.z) (aa) 
faitu man ben 180tfd)lag, bann unb wann, um einen (jalben Son burc^ 
ein Äreuj eroöben, wie bep (v) su fepen. 35ep (gg) @, wa.bee &%t\U 
ler fdjwa. 6, g/ abnepmenb. 

X 2 34- $• 



148 £>ä6 XIV. öauptfKitf. 

34- $. 
Z<&. XII. 5tg. 9. 95et) (a) (b) (c) (d)fomtettWeXerjenfprÄttfle 
untetwdrtö mit Eleinen 'DtotenauSgtfüKerwerben; bie .fjauptnoteit a&et 
wa. 95cp (e) 6, wa. <£, abn. ®, wa. ©, afcn. t>cr (S^rillet tva. unb 
afcit. 93ep (g) (m) bie ^auptnofrn fta. W burdjge{jettben fdjwadj. 

35 §. 
«aB. XIII. 5t'g- 10. 53er; (b j 'd) Tonnen bie gerjenforünge mit 
f (einen 9?oten auögefullet werten. 93et) i^e) bie erften fünf S^oten fta. bic 
fcret) legten fd)wa. 23ep ( f ) (2, 21, fdjroa. ®, 8/ fta. % g, wa. 95?t) (g) 
6/ fta. 53/ <£/ 8/ ®/ % 23/ <»&n. (5, fta. 21, @, 5, fdjwa. S»«p ( h ) t>er 
@.$riUer mit bem 9?ad)fdjlage fta. g, fdjwa. 31, fta. g, fdjwa. 33ep (i) 
tie erfte unb btitte wa. t)ie jwcpte unb bierte fdjroa. uab fo bie übrigen. 

36. §. 
Xab\ XIII. ^ig. 1 1 . 93e» ( a) eine Jebe 9?ote wa. 33et> ( c ) @, 
wa. SD, €, g, ©, afen. ©, fta. SD, g, f^w«. 23er, ( h ) @, 55, s, g, 
fiejogen, ®, @, ©, furj unb egal, SD, fdjwa, ®, g, fd)wa. töep (k) 
@, |>, (2, fta. ®, ©/ wa, ©/ 21, ©, 3, fdjwa. aud) f utj unb egal a,e» 
flogen. 

37- 5- 
Safe. XIII. S& *»• Söet) (a) ©, na. % fejjr fdjwa, 93er; (b) 
@, fta. €/ (2, fdjwa. »ep (c) ©, fta. g, €, ©, <5, fd>wa. 93ep (f) 
©, fta. 3, €/ fdjwa. g, €, fta. ©,,6, fdjwa. ©, ftatf. 

38. $. 
£ab\ XIII. 5tg. 13. 23ep ( a ) 21, fta. g, SD, fdjwa. unb gejogen ; 
93e» C b ) 21, fdjwa. 55, wa. 6, fdjwa. 23t» ( ( g) t>terc fta. unb Die« 
fdjwa. ofe e$ bie etften ober legten ftnb, gilt gleidj fciel. 93eo (1) bie et» 
ftenfünfe fdjwa.. @,ftatf, 

39« §• 

«ab. XIV. #g. 14. 93n> (d ) 23, wa. % 93, <$, 33, a&n. ©,<£,fta. 
SJct) (g) bie erfteu ffinfe fta. bie festen bteö fcpwa. 93ep (!) ig, fta. 
58, ©, fd)wa. €, fta. 33ep (11)«, wa. g, €, fta. 35, fdjwa. SD, fdjwa. 
»et) (n) @, g, fdjwa. giö, ©, fta. «8, @, €, ©, fdjwa. 93ep (o) <£, 
©, 33/ 5(, gejoaen unb fta. 93, ©, fdjwa. fötv (s) (£, ©, fta. 33, 21, 
©, fd>wa. g, <£, 53/ waebfenb. 

40. $. 

33ie tierigen gjrempel, unb waö idj biet Vergangen pa6e, finbent* 
webet fd;on in bem ^>auptftücfc t>pn ben wiUEü^lidjen ^etanbctungett 

ejflrttet 



Von t>et Ztt fcoa 2toagto ju fpUUn. 149 

crfla'ret Worte«, ober Eommen nod) in bem folgenden (Jrempel from Stta« 
gio bot; mld)t$ in txn Tabellen XVJI. XVIII. unb XIX. kjtnblid) ift. 
3ttan fudje alfo in 2a&. XVII. 5ep ber jwepten %<\U, worauf bie Sßerän. 
berungen ftefjen, bie 93ud)ftaben über t>en 9?oten, unb feie Stffcrn unter 
fcenfelben, welrtjc anjeigen, aus welcher Bigur bie Sßera'nberungen ge« 
nommen ftnb, auf, 

<£ab, XVII. SDie erflc Ü^orc ®, w<t. Q3e» (c) (26), bie jwo 
Heine« Biotin fd)m. @, fta. unb wa. 35(9 (U ) C 9 ) <£ mit bem dritter 
fta. unb ato, SD, G, fdjnw. 35ep (d ) ( 28 ) SD, fto. (?, fdjwa. $, fta. 21, 
@ mit bem Xrißer, fdjwa. S35ct> (0(8) ®, fd)wa. £, ©, fta. S3ep 
(f) (26) bie swo fleinen 9?oten fdjwa. % % um. 35eo (aa) (8) 51, @, 
fdjwa. g, <£, SD, fta. 35et) (e)(26)bie&wo flcincn SRoten fcf>n>a. 95et> 
(b) (28) €, fta. SD, fdjwa. Q, fta. unb a6n. <£, wa. S3e» (a) (3) 5), 
wa. g, @, fd;roa. SD, wa. @, mit bem Triller unb 9?ad)fd)Iage, fd)wa. 
ber Sßorfdjlag @, fta. #, fdjroa. 23e» ( f ) ( 7 ) €, fta. @, fd>wa. ®, fta. 
@, fd)n>a. 93ep (k) (3 ) SD, fta. @, roa. SD, @, fdjwa. 2J, wa. @, fd)roa. 
bie f leine 9?ote @, wa. $, mtt bem XtiUct abn. 9Set) (v) (8) SD, wa. 
@, £, @, SD, fdjwa. 93eo (c) (6) €, wa. giö, ®, fd)wa. 95eo (g) (6) 
gi«, fta. SD, e, fc&wa. %iS, fta. ®, 51, fd)»a. 95e» (b) (23 ) ® mit bem 
Xrtüer fta. gtf, @, fd)wa. SD, fta, SBep (f) ( 8 ) ©, fta. e, 2), €, fdjwa, 
3, fta. S8ct> ( v ) ( 6 ) g, fta. €, fdjma. @, 91, C, abn. €, fta. g«, fdjwa. 
SD, 51, $«, abn. gtf, fta. ©, fd>wa. «8«9 (d) (20) ©, £, 51, wa. ®, 
S(, ^), a5n. @, roa. 33er> (11) (25)bicDier deinen flöten fd)wa. 93et) 
(m) (25)51 unb #, fta. unb ^att geflogen, bie bierf leinen 9?oten fd)ma. 
€, fta. \itö (jart geflogen, ^>, fdjroa. 51, mit bem Stiller, wa. ©, fdjwa. 
93eo (g) (20) @, wa. bie bier flcinen 9?oten ahu 93et? (g) (20) 
51, £ • |), @, m, m. S8ep (b) ( 2) SD, fd)wa. unb wa. €/ 1, fd)wa, 
S3e» (k) (2) €, fta. ®, g, fd)wa. S, ft«. % ©, fd)wa. g, mit bem 
Srißer fta. @, fdjwa. % na. @, fta. Söen (b) (23) ber SriKet fta. 
unb abn. @, %, fdjroa. 93ep (1 ) ( 1 4 ) @, fta. 55, ©, @, fdjma. SD, ttia. 
ber (5id Triller abn. 5Scp (x ) (8) €, w«. SD, «Sil, £, (Sil, 51, at«. 
g, 51, wa. 95ei) (c ) ( 1 3 ) 5t, fta. ©, % <J, föm. 2>, fta. 6, fdjroa. 
ber ^Sorfdjlag (3, wa. .£> mit bem Triller abn. Q3ep ( p ) ( 1 8 ) SD, Furj 
unb fta. SD, <J, %, fdnva. ber €*Xrißer fta. SD, Q,fä)m. «Seo (c) (5) 
S, fta. £>, wa, g, fc^'wa. «2, fta. e, wa. @/ fd)\wd)+ 

Z 3 4*» S. Sab. 



150 3Das XIV. $aupt$ü&. Don t>er Zvt fcae 2K>a$to ?c. 

42. $. 

Xab. XVIII. Q3ep ( e) ( 2 2 ) Der e-Xriller fta. ©, €, W»a. 25, (Tu. 
93ep (z) (8) 25, wa. @, 25, £, abn. Die Sorfdjldge fd)roa. (5, 21, roa. 
93ep ( e ) ( 1 4 ) 5, 25, 3/ ®, fd>wa. 25, @, £, 3t, fta. 51 mit km dritter 
fta. ©ü, fd)wa. 93ep (a) (8) €,. ®i$, |>, »a. @, 25, fcpwa. Der @* 
drillet fta. £/ fd)wa. 9t, fta. unD abn. 95et> (k) (8) €, fta. @i*, £, 
©i$, fd)wa. 25, ®i$, £, 2t, @i«, fta. 3, €, 25, fdjwa. Der dritter fta» 
£, fdjwa. 31, fta. 93ep (ff) (8) 21, wa. @, 3, g, föm. Der <Sor* 
fdjtag 5, im. %, fd)wa. €, 25, <£, @, fta. 33ep ( p) ( 1 4) Die fed)$ 3?o* 
ten fd)wa> unD fdjmeicpetnD; Der ©irritier fta. 33cr> (1) ( 19) % $, 
€, <5, 25, Sans fd)wa. S3ep ( u ) ( 3 ) Die jwo Xrtolen nebft Dein £=Xril< 
lerfta.2t, abn. 93ep (e) (n) Diebier Xrioten nebft Dem dritter, unD 
Die fotgenDen 5W0 Sßoten ganj fd)W. unD o&ne grofje Sßeroegung Der iBruft. 
93ep (q) (8) Die ad)t Sedjsebttt&eite, nebft Dem £*Xrilter, btö ins @, fta. 
Dod) eine jeDe 9iote wa. ®, wa. Die bier fteinen 9Men fd>roa. 93ep 
(c) ( j) 2t, fta. £. <5, fd)»a. ©, fta. £, 6, fd)wa. 23ep (d ) (5) §, 
wa. 2t, ®, % fd)wa. <£, €, wa. 23ep (c) (25 ) 25, wa. Die toter flet. 
nen SRoten abn. <£, $, fta. Die fteinen iftoten fcproa. ©, fta. 58ep ( m ) 
( 1 3 ) 2t, fta. $, & <£, fd)wa. 23ep ( n ) ( 1 3 ) 25, 3«/ 2t, fta. @. fd)wa. 
«8ep (d) (21) rote in Dem XIII. ^auc-rftücfe, ',36. §. bep^ig. 21. (d) 
außfültüd) ift erfldret worDen, welches man, um bier feine unnotpige 
SBieDertJolung $u madjen, attDa nad)lefen fann. 23ep (c) ( 20) ®,roa. 
Die übrigen abn. 5Bep (l) (9 j (5, fta. 15, (§, fd)w«. @, $, ®, fta. ®> 
% ©, fd)wa. €, 25, e, fta. Söep (o) ( 24) m © mit Dem dritter fta. 
SBep(0 (27) ©, wa. Die übrigen abnepmenD. 

43- §• 

Xab. XIX. ©ie Arielen ber (s) ( i ) unD (ec) (8 ) fd)wa, 25, fta. 3, 
fd)wa. Der dritter unD (5, fta. 2t, wa. 23ep (c) ( 15) 21, £, (5, 55, fta. 
©, fdjwa. u:tD wa. <3, ^), e, €, @, % fd)wa. unD roa. jg>, 25, §, fta. @, 
f^wa. unD wa. ©, S, 6, föwa. »ep (kk) ( 8) 25, unD Die fotgenDen 
gefdjwinDen ^oten fta. g, unD Die fotgenDen gefdjromDen 9?oten fd)wa. % 
ft«. <5, fd)wa. 93ep ( h ) ( 4 ) Der £>£rtttec nebft 21, ©, fta. Söep ( m ) 
(25) t?om Q, nebft Den fclgenDen ütoten unD Dem XriUer fci$ ©, fta. 
Daö folgenDe @, fd)wa. |), wa. S, 35, fdjroa. 58cp (o) (14) ©, £, 
©, ®, fta. 25, % fdjwa. Der <&Xriller, §, ®, fta. e, unD bep (m) (23 ) 
S nebft bepDcn Xriolen fdjwa. S3cp (11 ) ( 8 ) Die ad)t S^oten biö in De» 
e*XriUer fta. 95«p (b ) ( 20 ) ©, 31, 0, g, ©, wa, £, 6, fdjwa. unD »U 



Ben (d) (16) @, £>, @, wa. £, (5, 51, abn, ©, w«. 33e» (c)(i6)£, 
@, SD, jla. 58cp (e) (26) 2), §, @, fcfjroa. unb roa. S5ep (a) (16) 
@, §, €, fdjroa. S,S,wa. 21,®, §, jla. SBep(hh) (8) @, jla. 2), »a. 3, 
fd)toa. kr <j*Xriller nebfl £>,€, fta. 93ep (m) (5) l>ic ad)t SfJotcrt fc^wa. 
ffien (n) (22) % €, fc&wa. 6, ©, £, ©, jla. ©, unb btc folgenden @ed)* 
je&nt^ctlc ne6fl ben '2ßorfd)lagert &et> (a) (18) fdjroa. unl» fc^mcidjclnt». 
5öe» (o) (5) bie bier Sriolen jla. unb gejogen. Unb fo faj)rt man fort 
m an W @abenj, unb enbiget t>ic le§tc S?ote, burd) ein verlierende^ 
9Jiano. 

©a$ XV. £aupttfM- 



SSH c 




1. §. 

\ä) berflefje unter bem SBorre @aben$ fcier nid)t t>tc @d)(üf[e ober 
3H>fä|e tn ber SMobie ; nod) weniger ben Xrittcr, tt>e(d)en einige 
[QJ9D granjofen cadence nennen. 3d) Janbele jjier bon berjenigen 
tt)itlfü^rlid)en SJuöjierung, welche bon einer coneerrirenben trimme, 
fcepm ©d)luffe beö @tücf$, über ber borle&rcn 3?ore ber ©runbftimme, 
namlid) über ber Duinte ber Sonarr worauf ba$ ©tucP gejjr, nadjbem 
frepen €5iune unb (gefallen be$ 5lu£fü(jrer3 , gemacht wirb. 

2. §. 
€3 ijl bielfeid)t nod) fein fcal&eS 3a&r$unbert 5er, t>a0 biefe @aben* 
jen bei) ben Staliättern aufgenommen, nad)(jer aber ton ben ©eutfdjen, 
unb bon aubern , welche ftd) tefliflen fcaben im ifafidnifdjen ©cfd)macFe 
SU fingen unb ju fpielen, nad)gemad)et rcorben ftnb. JDie granjofen fca* 
6en ftd) ijjrcr nod) immer enthalten. £>ie @abenjen muffen ju ber £eif, 
ta üi'illp 53elfd)lanb berlaffcn Dar, bermur&lid) nod) ntd^t ?0?obe gerne* 
fepn : benn wer weis ob er tiefen 3ierratf; fotifl ntc^t aud)bep ben^ranjo* 
fen eingcfüfjret jjätte. & ifl bielmefjr ?u glauben, bafj bie @abenjen erjl 
nad; ber 3t\t, \>a Coi'cllt feine in Tupfer geflogenen 12 Solo bor bie 

Sßioline 



U2 £>as XV. öauptjlucf. 

«Öiolinc feerauögegeben feat , in ben SSraud) gefommen ftnb. * Sie (U 
Werfte Sfttdjridjt feie man bom Urfprunge t>er @abenjen se&e» tonnte, tfl 
tiefe , bajj man einige Safere bor bem €nbe t>cö porigen SaferfeunbertS, 
unb bie erflen jefen Safere be$ i&igen, ben <Sd)lufj einer concertirenben 
@timme, burd) eine f leine ^Jaffagie , über bem fortgefeenbcn 23affe, unb 
burd) einen baran gefeengeten guten Triller gemadjt bat: bajj aber ofenge* 
gefdfer jwifdjen 1710. unb 1716. bie ifjo ublid)en dabenjen, Ebenen 
ftd) ber 95afj auffealten muß, «Olobe geworben ftnb. £>ie Fermaten, ober 
jb genannten Sluffealtungen ab Zibitm in ber SDWte tintf ©tücf $ aber, 
mögen wofel etwas 4ltern Urforungeö fe*m. 

* 23a(b nad? ber erflen 'Aufgabe erfd)ienen biefe ©onafen , unter be6 Urhebers Fla- 
men , »on neuem in Äupfer , unb ben ben jroölf 'Jibaqto ber erflen fedjs ©ona= 
ten befanben ftd) bie Sßetänberungen baben geflogen. & war aber feine einige 
gaben} ab libitum bav&eij. Äurje ßet't barauf feiere ber ehemals in Defferref-- 
d)ifd)en ©ienften geftanbene, berühmte 93io(inifr, Vlicola tTTattci nod) anbere 
SHanieren m eben biefen jrooif ^bagio. £>iefer §at $roar etroas mefjr getjjan afs 
Corellt felbft, inbem er biefelben mit einer ^rt öon fur^er Äusserung befcfefof= 
fem <£ie ftnb aber noch, feine (Eabenjen ab iibitum mie man i£iger 3 e 't machet, 
fonbem fte gefien nacf) ber "Strenge beS Xacteö, ohne 'Muffpalten bcg 55afleö fort. 
2)enbe (Sremplare habe tcf; fcfeon feit brenfjig unb mefjr ^afpn in Rauben. 

3. 6. 

Dfe bie Gabenjen, mitiferer@eburtfe, jugletdj audj SKegeln, worinn 
ffe eigentlid) bejtefeen fotlen , mitgebracht feafeen; ober ob fie nur, bonei* 
nigeu gefdfeiften geuten, wiUfufjrlid) unb ofene Regeln erfunben Sorben 
ftob , ift mir unbefannt. ©od) glaube \d) bat lefjtcre. ©enn fd;on bor 
etlichen unb jwanjig Saferen eiferten bie @omponitfen in Stafien , wiber 
ben sjfträbraud), ber in tiefem ^uncte, in Opern, fo feduftg bon btn 
mittelmäßigen @4ngern begangen würbe, ©ie @nmpomften befd)lo)Ten 
belegen , um ben ungefd)iften ©a'ngern bie ©elegenfeeit jum Qabtn» 
jiren ju feenefemen, bie metften bieten mit 93afjmaf$igen ©dngen, im 
Unifon. 

4. §. 

©er g^iöbraud) ber Gabettjcn beftefet nidjt allein bavinne, wenn fie* 
wie gemeiniglid) gefd)iefet, an ftd) felbftnid)t biel taugen: fonbem aud) 
wenn fte bei) ber Snftrumentalmufif , bei) folefeen ©rficfen angebrad)twer* 
ben , wofein fid) gar feine fd)itfen ; j. €. bet) luftigen unb gefd)winbett 
etücfen bie im j, $, i, ¥/ Mb. f S«cte gefegt ftnb. ©iejtnben 

nur 



Von £>en <Tat>en$eit. isi 

mt in patbetifcfyen unb langfamen, ot>er in emft&aften gefcbwinben <&ti* 
cfen jlatt. 

5. $. 
Sie Wft'djt &« @aben& ifr feine anbete, al$ bie £\iUm nod) ein* 
mal &en bem (jnbe unbctmut&et ju u&errafd>en, unb nod) einen &efon&em 
©inbrutf in intern ©emtitte jutuef ju la(fen, S)e$wegen würbe, tee. 
(er Stbüdjt gemag , in einem ©tücf e eine einige Sateitj genug fcpn. (£$ 
ijt folglid) wo&l al$ ein StttSbraud) anjufejjen, wenn ein (Sa'nger im 
erjteu Steile ber 3lrie jwo, unb int jwet)ten X&eile aud) nod) eine @aben$ 
mad)et: tenu auf biefe Slrtfommen, wegen bcö ®a @apo, fünf ßaten* 
jen in eine $rie. Sin folget tleberflufj fann nid)t nur ten Surret leidjt 
ermuben; jumal wenn bie (2atenjeu, wie fe&r oft gefd)iefjt, einantec 
immer d(mlid) fejjen: fontern et giebt aud) einem an <£tftnbung md)t gar 
ju reichen (ganger ©elegeitteit, ftd) befto eter ju crfd)opfert. 3)?ad)et 
aber ber Sänger nur benm Jjbauptfdjiuge eine Satenjj fo bleibt er im 
SSortkile, unt) ter Bebtet bei) Appetite. 

6. §. 

©» ift jwat nidjt $u laugnen, ba|5 bie @aten$en, wenn ftc foge* 
tatjjeu, wie eö bie ©ad)e etfobett, unb am rechten Drte angebracht 
werben, ju einer 3ierbe bienen. %)lan wirb akr aud) einräumen, baji 
fie, m ftc feiten bon rechter 5trt finb , gleidjfam, unb jumalbemn ©in* 
gen, nur ju einem not&wenbigen Ucbet gebieten finb. 5Öenn feine ge* 
macfcet werben, fo Uit man e$ für einen grogeu Mangel. 5Mand)er aber 
wür'^e fein ©tuet mit mejjr @&re befdjliefjen , wenn er gar feine @abem 
mad)cre. Snbeffcn will ober muj? ein feter, ber ftd) mitsingen ober ©o* 
lofpielcn abgiebt, Sabenjcu madjen. «Beil aber nid)t aUen tie SSortbcile 
unb bie red)te 2irt berfelben befannt finb : fo fällt biefe 9ftote tem großen 
Xteilc iiir £a(r. 

7. f. 

SXegettt bon Sabenjeu finb , wie idy föon gefaget liabe, nod) niemals 
gegeben Worten. & würbe aud) fd)wer fallen, © ebanfen, bie wtllf üfjrlid) 
finb, bie feine förmliche «9?elobie au3mad)cn folten, ju weldjen feine 
©runbftimme ftatt ftttbet, bereit Umfang, in «Hnfe&ung ter Tonarten 
wc!d)e man berühren barf, febr Hein ift, unb bie uberbaupt nur als ein 
Dbngefdbt f lingen füllen , tn Regeln ein$ufd)ließen. %>od) giebt t$ einige 
aus ber ©eefuiitf fltrjknte «Bortbeile, bereu man fid> bebieneu fann, 
wenn man nidjt, wie Stele t^un, he Sabenjen nur nad; bemöe^ore, 

^ wie 



f54 2><*s XV. öouptfiücf. 

wie bie Sßogel i^ctt ©efang lernen, ojjne xu wiffen worinn ffe &efte&en, 
unb wopin fie ficr) fd)itfen, auöwenbig lernen/ unb bisweilen in einem 
traurigen @tücf e etwan eine luftige , ober in einem luftigen wieber eine 
traurige Gaben« poren toffen will. 

8. §. 

£>ie @abenjen muffen aus bem $auptaffecte be$ ©tuefeö fliegen, 
unb eine furxe SIBieberpolung ober Sfadjapmung ber gef4üigfren Glaufeln, 
bie in bem ©tücfc enthalten finb, in ftd) faffett. Suwcilen trifft fid)S, 
bafj man wegen 3ttfttevi\xn$ ber ©ebanfen md)t fogletdj etwas neue« xu 
erfmben weil £ier ift nun fein bejfer Mittel, alf> bajj man ftd)/ aus 
bemSSor&erge&enbeh, eine bon ben gefa'ßtgften @(aufeln erwa&Ie, unb bie 
(gabenj barauS bilbe. £ierburd) wnn man md)t nur xu allen Reiten ben 
Sttangel ber (Srftnbung erfc^en; fonbern man wirb and) jeberjett ber pfm 
fd)enben geibenfdjaft beS @tticfeS eine @nüge t&un. SDiefeö wiU id> 
einem jeben, als einen nidjt gar $u befannten 'Sßorrpeil, empfoplen 
Haben. 

9- §. 

£>ie Gabenxen finb entweber ein * ober jroenfftmmta. ©ic einfttm« 
mtgen bornepmlid) jtnb, wie oben fdwngcfagetworben, willtuprlid). ©ie 
muffen furj unb neu femt, unb ben Suborer ü&errafdjen, rote ein bon 
mot. ftolglicfc muffen fie fo flingen , alö wenn fie in bem 9lugenbltcf e, ba 
man fie mad)et, erft gebogen warben. «Jftan gebe bemnad) nid)t xu ber» 
fdjwenberifd) , fonbern als ein guter Sffiirrpbamit um; fcefonberS wenn 
man öfters einerlei) Suporer bor ftd) bat. 

IO. $. 

SEBeil ber Umfang fe&r flein , unb ieitfjt ju etfdjopfen ift: fo fallt e$ 
fdjwer iU 2lebnlid)feit ju bermeiben. Wlan barf belegen in einer @a* 
benx nid)t xu bielerlep ©ebanfen anbringen. 

ii. §. 

SÖeber bie giguren, noer) bie fimpeln SnterbaKe, womit man lic 
Gaben» anfangt unb enbtgct, Surfen in ber SranSpofttion me&r alö jwe»* 
mal wieber&olet werben; fonft werben fte xum €fe(. 3<f) will (Herüber 
jwo Gabenxen, in einerlei) 2lrt, xum dufter geben; f. Sab. XX. $ig. i. 
uni §ig. 2. 3n ber erfteit ft »ben ftd; xwar xweperlep giguren.^ «Seil 
aber eine jebe ftigur biermal geboret wirb : fo empftnbet ba$ ©e&or einen 
SBerbrug barüber. 3n ber xwetjten hingegen werben bie giguren nur ein* 
mal wieberpolet, unb wieber burd) neue Biguren unrerbrod;en. @ie ifl 

belegen 



Don fcm Cafcensen. 155 

bewegen bet erjtern oorjujiejjen. ©eitit ie me&r man t>aö 05c burd^ 
neue @rftnbungen berriegat fann; ic angenebmer fallt e$ oemfelben. @ti 
muffen folglid) t>ic giguren immer in »erfdjiebener 5lrt mit einanber ah 
wed)feln. 2Sn bcr erfter.i @abenj ftnbef fid) über i)em ttodj ber ^c&rcr/ 
baß fte t»om anfange bt$ sunt <£n'oe immer a\x§ einerlep Sactart, unb Sin* 
t&eilung ber 9?oten 6efte&t, weldjeö gleidjfalld wiberbie <£tgenfd)aft bet 
(Eabettjen lauft. SBiU matt aus ber »weiten Qabenj fimple SnteroaUe 
machen; fo barf man nur oon jcbet- gigur bie crflc Sftote nejjmen, 
f. gig. 3. ba fid) benn biefe $um Slbagio, jene aber jum Sillegro fdjicf et. 

12, $. 
£>a man in ber £ran$pofttion bie Stuten ober @laufeln nidjt ju 
oft wieberbolen barf: fo barf man folgte; nod) weitiger auf einerlei) Xone 
t&un. Sflan mufj beo ben @aben$en übcr&aupt ftd) baten f bie Xone wo. 
mit fiel) bie ßlaufeln anfangen, aWweldje fid) bem ®e&öre mebr alö bie 
anbern einbrücfen, nicfyt ju oft biren ju laffen: befonberS am (gnbt, wo 
man ftd; in ber ©erte ober Quarte 00m ©runbtone an geregnet , im* 
mer ein wenig aufhalten pfleget, ©enn biefeS würbe bem Obre eben fo 
wiberw(frtig borfommen , alö wenn man in einer SXebe berfdjiebene $k* 
rioben naty eittanber immer mit bemfelben SS&otte anfangen ober eubigett 
wollte. 

13. *. 

Ob bie gaben jen gleid) willfübrlid) ftnb: fo muffen bod) bie 3ntcr= 
baue barintte ibre richtige 5lufl6fung bef ommen : bejonberS wenn man 
burd) Diffonanjen in frembe Xonarten au$weid)t; weldjeö burd) bie 
©prange in bie faifdje Duinte, ober in bit übermäßige Üuarte gefcbe&eit 
fann, f. 'lab. XX. gig. 4. 

14. §. 

3n ben Tonarten mu§ man nid)t gar ju weit auSfdjweifen, unb 
feine Xöne berühren , bie mit bem $aupttone gar feine '-Berwanbtfdjaft 
Iwbctt. (Sine furje Sabenj mufj gar nidjt auä i&rer Tonart weichen. 
Qnne etwaö längere fann am natürlidjften inbie&uarte; unb eine nod) 
längere in bie Quarte unb Quinte auöweid)en. 3n £)urt6nen gefd;iej>t 
bie 5luöweid)ung in bie Quarte burd) bie fitine Septime, f. gig. 5. bat 
©i$ unter bem s 23ud)ftaben (a); bie Ausweichung in bie Duinte gefd)iebt 
burd) bk übermäßige Duarte , f. baö $ unter bem 93ud)f*abett ( b) ; unb 
bie Svücffebr in ben ^auptton burd) bie orbentlidje üuarte , f. oaö 95 
unter bem S3ud;ftabeit (c). 31t «DMtbnen flefd)ie^t bie Sluöweidjung 

U 2 in 



f56 T><\& XV. Örtuptfiutf. 

in bie Quarte feermittelft ter otogen Set}«/ f. 313. 6. l>a$ $ unter fcem 
33ud)ftafcen (a); bie 2luSweid)ung in bie Quinte, unt> bie fKucffe&tüt 
Jen -fjauptton a&er , gefcfje^ert c6eti fo rote bct> ber gtef?ern Xonart, C@iS 
unb <2 unter ben *8ud)ftaüen (b) unb (c). 5iu$ber großem £onart 
!ann man wo{>l in bie fleinere gefjen; bod) mujj ei nur in bcr ßÄr&e, un& 
mit vieler 23ejmtfamfeit gefd)e(>en : bamit man mit guter %tt mietet in 
bie £auptnote fommen möge. 3» ben fleinern Xonarten fann man burd) 
Jjal&eXone, fhifenweife, auf ober nieberwärtö ge&en; bod) muffen bereu 
ü&er brep biö biere nid)t nad) cinauber folgen, fonft fonnen fle, wie aße 
rnibere fid) a'(>nlid)e @laufeln, jum <£fel werben, 

15. §. 
5Bie eine luftige @aben$ auö weitla'uftigen Sprüngen, luftigen 
@laufetn , untermifd)teu Sriolen unb Xriüern u. b. gl. ge&ilbet wirb, 
f. Xa6. XX. gig. 7; fo befte&t hingegen eine traurige faft aus lauter na&e 
an einanber licgenben, mit £>i|Tonanjen oermifd)ten3nteri>aüen, f. gtg. 8. 
5>ie erfte batwn fd>icfet fid) ju einem muntern, bie anbere hingegen ju 
einem feljr traurigen ©tuefe. 9ftan mufj ftd) giertet) wo&l in 2ld)t ne&» 
men ; bamit man nid)t in ungereimte 2D?engerepen unb 93erroed)felungen 
beö duftigen unb Xraurigen Verfalle. 

16. §. 

€ttte orbent(id)e Sactart wirb feiten fceokdjtet; Ja fTe barf nidjteut< 
mal kobad)tet werben, £)enn lie @abenjen follen nid)t au6 einer an 
einanber (jangenben «OMobte, fonbem bieunelJr m$ afrge5rodjenen ®e» 
lernten freien; wenn fte nur bem tw&ergefrenbeu ?(uSbtutfe ber Selben* 
fd)aften gemäg ftitb. 

17. §> 

!X5ie Qabenjenfur eine ©ingftimme ober ein$3lasinftrument muffen fo 
oefdiaffen femt, lai fte in einem 5it!Jem gcmad)ct werten Hnnen. <2in 
@ei)teiiinftrumcntift fann fte fo lang machen, alö u)m Mietet ; fofern et 
anberö reid) an grftnbung tft. ©od) erlanget er me&r Sßori&eit burd) 
eine Giftige Äurje, afö burd) eine t>erbrutj(id;e ga'nge. 

18. §. 

3d) gebe bie &ter 6eftnMicf>ert Krempel nid)t für vottfommene m\l 
«umgearbeitete gabeiijen <m$, fonbern nur für dufter, woburd) man 
einiger maafjen bie 3luöroeid)ungen ber Tonarten, bie Surücfrejjrungcn 
in ben £auvfton, bie 9ßermifd)ungen ber gtguren, unb ütterfcattpt He 
€igeni"d;aften ber ßabenjen greifen lerne- ?8ielUic(jt nwdjte mand)ec 

wun* 



XX>n t>m Cabmscn. 157 

wfinfdjen, bajj icfj eine Slnjabl bon wHmkittttn Gabensett beifüget 
jjdtte. Sitlein weil man nid)t bcrm&geub ifr, alle @abenjen fo ju fdjret*' 
ben, wie fie gefpielet werben muffen: fo würben aud) aUe Tempel t>ott 
ausgearbeiteten @abenjen nidjt binreidjeub fenn, einen bollffanbigen Q3e* 
griff babon ju geben. 5J?an muß alfo, bie 2lrt gute Qabenjen ju machen, 
pielen gefdjiften beuten abjubören fudjen. $at man nun jubor einige <£x* 
fennrniß bon ber Sabenjen Sigenfdjaften, fo wie tcf) fie bier mitjutpeilen 
mid)bemu>; fofannmanbaS, waö man bon andern fröret, Ufto beffer 
prüfen : um ba$ ®ute jum eigenen Sßortjjeüc anjuwenben, la$ Söcfe 
aber ju betmeiben. Defterö werben, aud) bon febr gefdjiftcn XontYinff* 
lern, in 5lnfejjung t)er @abenjen, @d)wad)(jeiten begangen; eutwebec 
auöübel aufgeräumter ©emutbSbefdjaffenbeit, ober auS alljubiefer 2eb* 
Jjaftigfeit, ober aus Äaltftnnigfeit unb 3?ad)lägigfeit, ober aus Xrocfen* 
Jjeitber ©rfinbunö/ ober au$@eringfd)a c &ungber Sufrorer, ober auö all* 
alljubieler $tin|te(e», ober nod) au$ anbern Urfacfyen, bie man niefot 
aUe beffimmen fann. sjftan mu& ftcf> bemnad) nid)t burd) ba$ 'Söorurtbeil 
berblenben Jaffen, alö ob ein guter sjflufthiö nidjt aud) bann~unb wann 
eine fd)led)te, ein mittelmäßiger bingegen eine gute Qabenj perborbringett 
fonnte. ©ie @abenjen erfobern , wegen ibrer gefdjwinben ^rftnbung, 
mefir gertigfeit beö 9ßi^eö , all ©eleferfamfeit, 3bre größte <Sd)6npeit 
fccfte&t barinn, baß fie aU ttwtö unerwartetes ben Suporer in eine neue 
unb rüprenbe Sßerwuuberung fe&en , unb bie gefügte Erregung ber Ms 
ttnföaftin gleid)fam aufs bod)(te treiben fotlen. «Jftan barf aber nid)t 
glauben , U% eine 5)?enge gefd;winber «paffagien foIdjeS allein ju beroerf* 
fftlligeti bermogenb fe». 2?ein, bie £eibenfd)aften fonnen biet efrer burd) 
ttlidje ftmple Snterballe, unb gefd)ift barunter bermifdjete ©iffenanieir, 
all burd; bieie bunte gigurnt erreget werben, 

19. §• 

Sie jwe^ftimmigen @abenjett finb uidjt fo wiKfübrlid) als ik ein« 
(timmigen, Sie Regeln ber ©eljfunft baben nod) einen großem ^irsfUig 
barein: folglich muffen biejenigeu, fo(id) mit (Sabenjen biefer Slrt ab* 
geben wollen , jum wenigften lit Vorbereitung unb 2luflöfung ber £>iffo* 
nanjen , unb bie ©efelje ber 9?ad)abmungen berftefren ; fonff fonnen fie 
ttnmcglidj wa$ gifd)cibe5 berborbringen. SSon ben ungern werben 
bie meiffen bon bcrgletc^en öabenjen borber ffubiret, unb auöwcnbig g^ 
lernet; beim c$ iff eine groge (geltenbeit jweene langer sufammen anju* 
treffen, bie etwaö pp« ber Harmonie ober ber ©e^funjl berftefren. 

U 3 ®i« 



i53 Das XV. öauptfiucf, 

SMe meifc.l «eben, au« einem forfgepffanjcten flßorurt&eile, welcfjeö Ht 
gaukelt jur Sßiuttet, uni> jur trn^rmnn bat , bor, ba§ bergleic&en 
SBemubung ber «Stimme nad>t^ctlig fet). Unter ben Snjtrumentifkn fa* 
bet man noef) e&er einige/ welchen e« an biefer Qjrfenntnijj ntc^t fegtet. 

§. 20. 
5Die jweDfttmmigen Sabensen fönnen etwaö länger gemalt »er« 
t>en , al« t>ic einftimmigen : weil feie barinne enthaltene Harmonie bem 
©eböre titelt fo leic&t berbriiglicty faöt; auef) al«benn t>a$ Sltbembolen er* 
lau&t ijl. 

21. §. 

©iejentgen weldje nid)t biel »du ber £armonie wifien, Behelfen fidj 
mebrentfjeil« nur mit Serien* unb <Serten=®dngen» 5lUein tiefe finft 
mefyt pinlanglid) ben guboret in Bewunderung $u feigen, 

22. §. 

@o leidjt aber bie gedoppelten' Gabensen ju erjinben, unb auf 
ba« Rapier ju fcfyreiben fint) ; fo fd>wer ftnt> fie hingegen obne Berabre* 
bung JU machen : weil feiner be« anbern ©ebanten im Sßorau« 
wifien !ann. £>at man aber bie "Sßortbcite, welche feie Smitationen unb 
ber ©ebraud) ber 1)ifibnan$en an bie £anb geben, nur in etwa«'inne; 
fo ifl tiefe @dm<ierigfeir leidjt ju nberwinben. £>ie <£rftnbung ber 6a. 
benjen au« bem «Stegreife ijl bier bauptfddjlidj mein 3I:igenmerf. 3d) 
wiUbe«wegen einige Krempel jum dufter beifügen, we r d)e man al« tu 
nen ©runbrifs ja betrauten §at , worinne man bie berfcfyiebenen 2lrten 
ber 3?a$a&mungen, wie auc&ber Vorbereitungen unb Sluftofungen ber 
SDiffonanjen, welche bierju bienen feilen , entworfen ftnbet. $Die 5(u«* 
jierungen aber, welche au$ ber €rftnbung«fraft fliegen, unb ntd)t in 
etliche wenige Krempel eingefcfyrdnf et werben f onnen , uberlaffe iä) eine« 
Jeben feiner eigenen Srftubung unb ©efd>macfe. 

23. $. 

Stufler ben in geraber Bewegung mit einanber fortgejjenben $erjeit 
unb giertengdngen, befreben bie jwepftimmigen Sabenjen überhaupt au« 
Smitationen , bafj eine Stimme bortrdgt, unb bieanbere nadja&mer. 
9ln biefen Smitationen baben bie Q3inbungen großen Xbeil. Sflan binbet 
nditilid) entweber bie €>ecun£>e au« ber Xme, unb lofet fie in bie Xerjc 
ober ®erte au f: ober man febret tiefe« um; fo bafj au« ber Serie t>U 
Septime gebuuben, unb in bie Sorte ober Xene aufgelöfet wirb. 
Ober man gebt au« ber Xerje in bie übermäßige (Duawe, unb um* 

öefebrf, 



Von fcett Cafcettsen. 159 

gefe&rt , <w§ kr Serte in fcie falftye (Duttite. Ober man fterjogert 
auf kr fallen jQuinte in kr Dberftimme bie 2(ufl6fung in bieXerae, 
woraus Die ort>entucf>e (Duarte entftept, bie ftcf> nac^t»cro in bieder* 
je ouflofer. ®enn nun jwo ^Jerfonen btefe «Bortkile innc baben, fo ton* 
nen fie o(me Söerabrebung, unbobne bie Regeln kr Se&funft ju uberfdjreU 
ten, t>on einer ©iijonans jur anbern geben. 

24. §. 

Söep einem Sertengange, wo man feine 25iffbnanjen berühren Witt, 
muf5 eine kr bepkn «Stimmen eine 9Me borauS nehmen , eö fep im 
Steigen, ober im fallen; bamit bie ankre ftd) barnad) ridjteh f&nne; 
f. Xab. XX. $ig. 9. oUwo bie unterjre Stimme bie Bewegung bat, unb 
ju erfennen giebr, bajj bie Dberftimme im erften^actefteigen, unb jjernacfj 
wieber unterwärts geben fotle. 93ep §ig. 10. mad>et bie Dberfttmme bie 
Bewegung / unb bie unterfte folget berfelktt. 3ßemt man in biefen bep< 
ben ©a'ngen bie oberfte Stimme in bie unterfte, unb bie unterfte in Die 
oberfte berwanklt; fo ftnbet man bie 3lrt beS XetjengangeS. 

25. §. 

35er mit kr Septime bermtfekte ©ertengang i|t bon aweperfen 
2Jrt/ ndmlid) fteigenb unb faflenb. 33er) bem fteigenben gebt bie Ober* 
frimme in ik Ocrabe, unb bie Unterflimme auö ber Serte in bie Septu 
me; f. Xab. XX. gig, n. 93ep km fallenben Septimengange binbet 
bie unterfte Stimme, unb iit oberire refolbiret: aud) fann bie unterfte 
binben unb auflöfen, wie im jwcpten Xacte bcö <£rempclS gig. 12. ju er* 
feben ifr. 2öenn man beo ben bepkn borigen krempeln bie erfte Stimme 
jur jwepten, unb bie jwepre jur erften machet; fo bat man ben £erjcn= 
gang, wo auö ber $erje bie Secunk gebunben, unb in bie ^erje ober 
Serte aufgelofet wirb. 

26. $. 

£>ie erfle Stimme, weldje gemeiniglid) kn Vortrag tbut, muß 
kr jwepten nidjt nur QJeJegenöeit JU antworten geben, unb aufbicfelbe 
warten ; fonbern fte muj? aud) ofterö , unter ber Antwort , ein fold)e$ 
Snterball, weld)e3 ju einer neuen 93inbung 3lnlafj giebt, ju wdblen roif* 
feit: bamit bie 93inbuugen uid)t alle auf einerlei? 5lrt binauS laufen. 3(n 
km Krempel bep gig, 13. begebt bie erfte 95mbung auö kr fieinen Se» 
eunkj bie folgenbe aus ber mangelhaften Septime: unb inkm bie 
jweptc Stimme bie ^igur kr erften nadmtadjet, bereitet ftd) bie erfte 
burd; tot $ jur folgenkn (Septime, «nb lofet biefe in bie Serte auf. 

£>ie 



x6o 3Dä9 XV. *5<*uptjlütf. 

©ie $n>e»re ©titmtte feinbet (Herauf »ermittelft bei $ fae (Septime nod) 
einmal; burd) baö £iö gegen t>aö ©, alö burd) bie falfdje Quinte, gefrt 
fte auf SSinbung ber Quarte £>r u, f. w. n»ol>«r^ &aö Ofrr ö«f frerfefrie* 
fcene SBeife betrogen wirb. 

27. $. 
£>ie @abenjen f ennen aud) nad) 5lrt eines @anon3 eingerichtet wer* 
beit, wie X<rä. XX. in) 8ig. 14. $u erfefren. %)itfe mad)et t>te 9iad;afr* 
muttg in ber Ciuarte tiefer. £>ie auf < 5:a&. XXI. gig. 1. imitiret burd) 
Quinte unb ©erte; t>?c tep ^iö. 2. burd) bie überfreigenbe , in WZmc 
ftd) auflofenbe ©ecunbe, ü)ie bep gig. 3. imitiret wedjfeßweiö burd) bie 
abermalige Quarte unt> falf^e Quinte, wie auä) burd) bie Quinte unb 
©erte. £)ie beo gig. 4. binbet au$ ber Xerje t>ic ©ecunbe, unb au$ 
ber @erte bie Septime, ©ie erftere lofet ftcfr in t)ie ©erte, unb bie 
jwente in bie £erse auf. <5$famt aber tiefer ©ang, wegen be$ Quar* 
tenfprungeS, in ber XranSpofition nid)t über awepmal angetrabt 
werben. 

28. §. 

3n ben frier angeführten ©rempeln nun, finb bie meijten ©ange 
enthalten, woburd) eine ©timmeberanbern, ofrne '•Berabrebung nad> 
afrmen fann. 9?ur ijt t»abet> nod) ju merfen, bafj e$ auf bie erfte @tim* 
me, welche prbentlid)erSföcife ben Eintrag machet/ frau»tfad)lid) anfom* 
me, bie ©änge fo ein Juristen, baß eö bie jwet)te, fo roofrl wegen ber 
SDeutlid)feit, aU aud) infonberfreit wegen ber Xiefe unb Jöofre ber Xone, 
itad)mad)en fenne. Sßerjrefrt aber ber erfre ni<i)U bon ben frier erfober* 
Hcfren Regeln/ fo fann aud) beö jweijten feine Söhjenfcfraft frier nid)t$ 
weiter frelfen. @r muß nur fudjen, fo gut alö möglich, bem erftett in 
yuren Xerjen unb ©exten nad)$ugefren, unb bie ©iffottansen ju rermet* 
>en: weil eä eine fefrr üble SßJirtung tfrut, SDiffonanjen ofrne Stuftofuttg 
1« frören. 

29. $. 

SBegen ber Stöcffefrr sunt ©cfrtujfe ber Gabenj ijt ju merfen, bafj 
bie Quarte bom QjnbigungStone, ober bie @eptime bon ber ©runbnote 
ber Sabenj, weldjeö einerlei) ift, bie Snbigung ber Sabenj anbeute. 
©ie fommt mefrrentfreilö in ber oberften Stimme »or ; wenn na'mlid) bte 
(Sabenj burd) bie Xerje im ginflange fd)lie§t. Sie jwei)te ©timme 
\>at fid) fobann friernarf) ju richten , unb muß unter biefer Ciuarte bte fal* 
d>e Quinte oonber o&ern Stimme frerunter geregnet, anju&ringen fudjen; 

um 



X>cm ben Cabcn$en. 161 

um burd) bie Shif^funa, in bieSerje fid) jum ©djruflTe ju bereifen; wie 
bei) ben o&en bcfdjvic&eneu krempeln bwbadjtit worben. S^3cr> t5*H- n. 

£ab. XX. im borle&ten Xacte fünbiget bie gebunbene 9?ote © in ber er- 
flcn, f. (a) unb §iö in ber jwcutcn «Stimme, f. (b), t>aö @ube an, 
93c9 $ig. 12. tbut eS 8 mit ber Septime @, f. (c) (d); bepgig. 13. 
unb 14. 2) mit ©W, f. (e) (f), (g) (li); Xab. XXI. 6ci> gtg, 1. 
& mit 51, C(i)(k); bey gtg. 2. ® mit QU, f.(l)(m); ht; 813.3. 
S mit I), f. (n) (o); unb &ep $ig, 4. 6 mit gtö, unb 23 m;t <ä> 
f. (p) (q) (r) (s): worauf allemal bic Xrifler folgen. SBeim aber bie 
"Sabenj burd) bie Sefte in bie Dctabe fdjlicgt: fo Jommt bic CV-jarte 
bcS |)aupttotte$ alsbenn in bie sroepte Stimme, unb bie ü&erina'gige 
auartebou ber unterften Stimme herauf gerechnet, aU bie umgefebrte 
falfcfye Quinte, in bie erfte Stimme. 

30. $. 

SSep ben Vortragen unb 9?ad)af;mmigen , inglcidjen beb ben IBor* 
bereituugen unb Sluflofungen ber SBinbungen, fann man bie giguren, 
ober 5(u^jierungen, nad) belieben berlangcrn ober berfürjen. Sö?öit be« 
tvadjtt Sab. XXI. gig. 5. unb 6. ia bic eine lang, unb bie anbereftirjift. 
83ct)be (Srempel finb auß bem frei; §tg, 2. genommen, ©aö oep $ig. 5. 
tft burd) bie Figuren bertäugert, unb baö bei) gig. 6. burd; Verladung 
fcetfelben berfürjet werben. Stuf foldje %tt fann man mit ben übrigen 
berfa^ren: f\) bau, burd) bie Sßcränberung unb SBcrmifdjung ber giguren, 
tbm biefeiben ©ange immer wieber fremb unb neu werben. 

31. §. 

gftait bat nid)t notbig, fid; bei) ben Xwppclcabenjen immer , wie 
Äwar bet) obigen krempeln gefdjebcn, an eine orbcntlidje Jactart jubin* 
ben; aufgenommen in benen %wttn, weiche ber eine borgciradjt |jat : 
beim biefe muffen in eben bcmfelbcn gcitmaafje, unb in eben ber 2(nja|l 
ber S^oten , bon bem anbern nad)gcmad)et werben. 3c weniger Oibnung 
mau im übrigen in ben Qabenjen beobad)tct, ic beffec iftcS: weil baburd) 
sugleid) ber Sdjein, ali ob biefeiben bovljcr au?gefonncn wa'ren, beriüie« 
ben wirb. 5Ded) wolle man hierunter nid)t berftc&cn, cS müßten bie 
ßabenjen überbaupt bfoö au£ einem unbeutlidjen ©ewirre ber Einfälle be» 
fte{jen, unb gar nid)tö melobifdjeS in fid) h.aien. £)iefeg würbeben j3u* 
Ijorcrn wenig Vergnügen erweefen. ^eiue gj?et;nuttg ift nur, wie oben 
fd)oubei) ©clegenbeit ber einfachen @abenjen ift beruhet werbe;?, bai? bie 
öabenjen nidjt au$ einer förmlicl; an eiuanber bangenben Sftelpbie, alt 

£ eia 



i6a -Das XV. 3auptfiuct. 

ein SHrtofo, fonbcrn auswar unterbrochenen/ bod) gefangen @Iaufeln 
befielen fußen ; weldje (Elaufcln fo wobl mit bem geraten alö ungeraten 
Xacte eine 5lebnltd)feit baten fonnen. 9?ur mujj man nid)t ju lange be$ 
cinerle»5lrt bleiben, fonbern befränbig auf eine angenebme 3lbwed)feluncj 
Ubatyt fepn. 

32. §. 

3?uit ift nod) übrig, t>te tyalbe (£at>en5, ben welcher t>ie Ober* 
jtimme burd) bie ®runbftimm* bermittelftber großen Septime gebunten, 
unb burd) bie @crte in bie Dctabe, * aufgelofet wirb, ju betrachten. 
JDiefe bal6e @abcnj pfleget in ber «Deute ober am @nbe eineö langfamen 
^tücfeö auö ber f leinern Xonart borjufommen, f. Zai. XXI. §ig. 7. 
©ie würbe im borigen Seiten befonberg im &ird)enftcle biö jum £fel ge* 
trieben, unb ift belegen faft au$ ber «Dcobe gefommen. ©od) fann ftc 
auefy nod) \n ifjigen Seiten eine gute 5Birfung tpun; wenn fie nur feiten 
unb an iprem rechten Orte angebracht wirb. 

* X)icfc Dcta&e ifi bie Cluinfe ber Tonart aui roeldjer baö ©ttief ge^t, unb cr^c* 
beet immer bie ävojje terje in ifjvem 2(ccocbe. 

33. $• 
©ie 5faöjierungen welche über eine foldje jjalbc Habens, wenn fie ein« 
fad) ift, angebracht werben tonnen, baben einen febr fleinen Umfang, 
©ie £auptnotcn muffen auö bem Slccorbe ber «Septime, bon ber ©runb» 
note an gerechnet, genommen werben, unb belieben auö ber <£er$e unb 
Quinte, welche über ber gebunbenen Septime in ber Dbcrftimme eine 
Quarte unb Scyte au&nadjen. «D?an fann biefe 9?ot«t fo wobl bon un* 
ten alö bon oben nebmen; f. Zal. XXI. gig. 8. 9iur fommteö barauf 
an, ob man bie 3lu£aicrung lang ober furj madjen will. Soll fie furj 
fcpn, fo fann man jtur bie Quarte aufwärts berübren, (f. bie 9?ote@> 
unter bem 23ud)fiaben (c) biefer §igur,) unb ton ta jum <Sd)luffe 
geben. Sott fie etwaö Idnger fenn , fo fann man bie Ouarte unb @erte 
nad) cinanber berühren, f. unter bem 33ud)ftaben (a) unb (b). 2öiU 
man fie aber nod) mepr berldngern, fo fann man bis in W (Septime per* 
unter fteigen, wie beo biefer 8. S'fluc, welcfje bie £auptnoten jciget, 
ju erfebeu ift. SDie £attptnoten aber fonnen burd) Figuren bon SÜoten, 
auf betriebene 3lrt berembert unb bermebret werben. 

34. 5. 2)op* 



Von ben Cat>cn$en. iq 

3 4- i 
©oppeft fömmt biefe Jaföc Qat>m j oftmals im Srio bor. 3&rc 3ier* 
ratzen befte^cn auS eben beu Snterbullen, rote bcp ber einfache». sftur 
ift nu mcrfen, l»ag t>ieje»iicjc Stimme, gegen weiche bie ©runbftimme 
bie ©eptime bindet/ ben Eintrag ju madjeu bat: bie anbete hingegen mu# 
auf kc Xerje fo lange warten, bis t>ie erfie t^re gtgur geenbiget jjat> 
uiib auf ber ©erte benXrtüer fdjldgt. 2JlSbettn fatm bie jnjcote (Stimme/ 
biefelbe gigur, mld)t bie crflc öatte boren laffen, in t»cr Quinte tiefet 
nadwiadjen; rote taö «Srcmpel bei; #ig. 9, auf ber XXI Nabelte jeiget. 
SQenn aber tie Septime in btr jwetjten ©timme Hegt; fo muß aud) bte 
jroentc «Stimme beu Vortrag tbun, unb bieerfte, in ber Ouarte Hfytt 
tbr nad)af)men. «Dfan fcfce in bem Krempel ben gig. 9. bte jweote Stirn* 
me eine DctaPe&o&er, unb mad>e fte sur er jten ©timme ; fo wirb man 
bafcon ein dufter jjaben. 

35. §. 
18on ber Fermate ober ber 21ufbalrung at> libitum; weldje jufoei* 
len in @ingfad/en, bepm anfange einer 9lric, in ber Singftimme, fe&r 
feiten aber bei) einer concertirenben Snfrrumentalftimme, itwan im 2(ba« 
gio eine£ (SoncertS, borfornrnt, ift aud) nod) etwas au bemerfett. Sie be* 
jtebt mebrerttfmlS auS jwoen , einen Cluintenfprung unter ftd) mad)en* 
ben Potenz über bereu erfterer ein SBogen mit bem ^unefe ftc()t/ f. Xab. 
XXI. §ig. 10; unb roirb belegen gefcfjet, bamit ber@inger, welcher 
ein ÄwepfrjlbigeS, mit einem bequemen langen Selbfrlauter »erfefccneS 
SÖJort/ als vado, parto, u. f. w. baruntcr auSjufpred;cuf;at, @ele< 
genbeit baben möge , eine SluSsierung babco anjubringen. sbiefe 94US* 
jierung mug nur aus foldjcn ^auptnoten befte&en, weldje im SIccorbe 
ber ©tunbftimme ftatt ftnbcrt, unberlaubetfeine 5iuSmeid)ung in anbere 
Tonarten. ©aS Krempel 'Sab. XXI. gig. 1 1. fann jum dufter bicuen. 
<£in Sänger fann ftd) borftelleii, als roenn eS in bem fetner Stimme eige* 
nen Sd)lüficl gefdjrieben rodre. ©ie erfte 9?ote unter bem Q5ogen mit 
einem ^unete, !ann alS eine Haltung, (mefla di voce) fo lauge alS es 
ber Sit bem erlaubet , mit 3u * unb 5lbne(jmen beS XoneS gehalten werten ; 
tod) fo, baß man nod) fo melSltbem übrigbehalte, alS norbig ift, bic 
folgenbe 2IuSjicrung tu bemfelben 5ftfcem ju enbigen. 2M man bie §i» 
guren, woraus biefer ganje 3 ierratb beftebt, jergltebern ; fo fann foldjer 
in berfd)tebene X&etlc getbeilct, unb immer um eine gtgur berfürjet 
werben; wie bie barüber beftnbltd)en 93ud)ftaben jeigen. 3, @, wi.xn 

3t 2 f atm 



164 3Drts XV. .^auptftud 2 . X>on ben <Tat>cn$e»i. 

fattn entweber tue giguren unter ben SBucOftaBcn (b) (c), ober bic un* 
ter (a) (b) (c) (d), ober Sie unter (a) (b) (c) (d) (e), ober bie 
unter (a) (b) (c) (d) (e) (f) weglaffen, o£ne baß e£ aufboret eine 
2lu£jierung ju bleiben, ^öic nun pier bie Suterballc burd) ben IHccorb 
in bie ^äp: jteigen; fofann man aud/burd) benfetbeu 5lccorb in t>ie Xie* 
fegepen; wenn man nur bie gigureti fo einrichtet/ bag man jum wenig» 
ften, bei) (gnbigung be$ SicrratpS, bie 3Infang3note wieber berit&rc; 
unb nidjt oon unten , fonbem \ion oben in bic le&te gigur mit bem Xril* 
Ier, fotie: weil biefer Xritlcr über berXerje, nidjt Pon unten, fonberu 
Don oben feinen Itrfprung paben mug. 5?adj biefem Triller muj? fein 
3f?ad)fd)lag gemad;t werben : unb wenn folcbjg aud) Pon ben größten 
@a'ngew begangen würbe, fo ijr unb bleibt e$ bennod) ein gepler. @4 
mu§ bielmepr bieftr <25d)luf3 fo gefunden ober gefielet werben , wit (ner 
in 9?oten auSgebtücf et tft. 3m .£>auptfrücfe Pon ben willfuprlid)cn Sßer« 
a'nberungen, im 36.$./ ift ftierPott weitla'uftigcr gepanbelt worben. 

36. $. 
©er ©crjlufjtritter ber (Jabenjen , in @tücfen, lit au$ ber f (einem 
$enart gefeit, wirb juweilen, bod) meprentpeitö nur bepm fingen, 
anfratt auf ber Quinte / auf ber inerte gefd)lagen. SÜlan Perfaljrt ba* 
mit wie im XIII. .fjauptftücfe, 36. §. Zah XV gig.ai. (d) pon bem 
@infd)nitre in bie Serje ifr gelefjret worben. Ob nun wojjl biefe 2Irt bic 
©atens su befd)lie§en, wenn fie ju rechter 3«it, unb mit guter 2lrt an* 
gebrad)t wirb , eben feine üble 5Birfungt|)ut; fo ift bod) nicf)t $u ratben, 
bamit tiUjuPerfdjwenberifdjumjugepcn: wieeö einige langer &u maerjett 
Pflegen, wenn fie fafrattejett im jwcpten X5ctfe ber 2(rie, wenn folget in 
ber fleinern Xonart fd)liefjt, ben ©djlufjtrillet auf bie obenbefdjrie&ene 
5(rt mad>en. 5lm @nbe eines ©tücfö flingt einbergleidjeu Xriller etwa« 
einfältig; unb fo gebraud)lid) ber im 36. §.beö XIII. £auptjr. betriebene, 
in ber glitte be$ ^tücfö i&o nod) ifr, fo fe&r i(r biefer bepm @nbe beffelbett 
hingegen, fajl auö ber «Ufobe gefommen, unb Perr<ft& folglict) \>a$ %U 
tertjnim. Die £aupturfad)e aber warum man ijjn nur ben fejjr felteneit 
gdtten brauchen mufj, ift, weil biersu bie @erte unb&uartetmSlccom» 
pagnement erfobert würbe. ?93cilnunorbentlicf)er5ö3eifcborbem©d)luffc 
eines @tücPö bie große Xerje unb reine&uinte angefdjlagcn werben muß; 
weldjer 3lecorb aber mit bem Triller auf ber ®erte feinen 23erbalt j>at: 
fo würbe biefeö am <£ube beö @tücfe* einen Uebelflang jurürf lafle«/ 
unb folglid; bem ©ebjre me^r ^ßerbrug alt ?3erönügeu erweefen. 

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^äS Kaä jWs 2*®Ä SWssS 2*e$; K«*5 2*^ K«*S 

Sag XVI. £auptffötf. 

SBaS ein gitternd jubfoSa*ten tat, wenn er in 

öffentlichen Sftufifen (pickt. 

i. $. 

^§^ft ein £ej)rbegietiger nun tiefer Slnweifung, unter ber 9(ufnd)t ei« 
^IjR nee; 3Uten ^efJtmeifterS , ' n a ^ cn ©^efen gefettet/ unt> liatbaö 
\2lJD barinn enthaltene wof)l begriffen/ unb rcd)t in Hebung gebracht: 
fo wirb er im <£>tanbt fepn, fiel) oen öffentlichen TOTuftfeit mit^Ijren (>oren 
ju laffen. 34) »iß ntidb bemü&en, ijjmben tiefer (Gelegenheit, wen» er 
feine erlangte £Biffenf<f>aft wieberan ben Asiatin bringen will, nod) mit 
einigen pierju nötigen SKegeln, Erinnerungen, unb gutem Statte, an 
bie £anb ju gejjen. 

2. §. 

2ßor allen Singen mufj er auf eine reine (Stimmung feines Snfrru* 
mentl bebaut fenn. Sft ein Glabicnmbal ben bem 5lccompagnement ju* 
gegen, wie mefjrent&eilS einer jugegen ifr, fo muß er bie gißte barnad) 
einftimmen. ©ie meiften nehmen swar la$ jroengeftridjene © gerinn 
jum 9tid)ter, unb $um ©runbtone: allein id) tat&e, ia% er , wenn an= 
ber$ bie gißte in ftd) fefbft fo rein geftimmet ift, atf fte fepn foll, bielme&s 
ba$ 5Wepgcftrid}enc g baju erwal;le. 

3. S. 

sföujj er an einem Falten Orte fpielen , fo rann et bie gißte mit bem 
eiabicnmbal gieid)lattteub ftimmen. 33en fef>r warmem 5öctter aber, 
muß er ein wenig tiefer ftimmen: weil bie 9?atur ber Söla&nfrrumente, 
ber befenteten t&rer, in biefem ©tücPe ganj entgegen ift. ©ie erften wer- 
ben burd) bie 'Jßdrme, folglid) aud) burd)3 93(afen, 5&&er ; bie anbertt 
hingegen nxrbeu tiefer, ©urd) \>k kälte gefd)ic&t ba$ ©egentjjeil. 

#3 4. § 3u 



1 66 3Das XVI. öauptff üc£. XO<x& ein 5l<>tentjT subeob. &at, 

4. §. 

3u einem @tücfe auS bem (So Dt>ec 21S fantt et bie ^lott ein wenig 
tiefet/ als su allen andern Xonen Timmen: weil feie Xfat mit feem b um 
ein &omma &ö&er ftnb, als feie mit t>cm Ärcuse. 

5. §. 

Sin einem otogen Orte, eö fen in einem Dpernljaufe, in einem 
^aale, ober wo jwep , bre», ober mebr erifnete 3tmmer nad) einanbet 
folgen, muß er bic Store niemals bon Weitem, ju ber oon i&m entfer= 
neten gDTuftf einftimmen ; fonbern altejeit in bei: 9?äbe. £>enn ber^lang 
ber Xone erniebriget ftd> in ber Seme, ie weiter, ie me&r. SEBenn er 
in ber gerne recfyt rein ju ftimmen glaubete ; fo würbe er bennod;, in ber 
Stäjje, mw tot anbern ju tief fenn. 

6. $. 

S5ep falter SSSitterung mufj er bie glote in gleicher 'JBarme iU etfcafc 
ten fucfyen: fonffc wirb er balb tief, balb fad) ftimmen. 

7. §• 

©ottten, &ufaltiger SBeife, bie Violinen bobet ge|rimmet femt , als 
ber@labict)mbal; welrfjeS leid)t gefd)eben fantt, wenn ibre Quinten nid)f, 
wie be» bem <2laotere in Obad)t genommen werben mu&, unter fid), fon* 
feem btelmcbr über ftd) fd)webenb geftimmet werben: fo feajj feafeurd) bei) 
bier Lepren, bie in Quinten geftimmet werben, ein merf ltd)er Unterfdjttfe 
ftd) duffett: fo muß ftd) ber^lötenift, weil bie übrigen 3nftrumentemebr, 
alSber glügel geboret werben, auS 9?orb, mit ber §l6te nad) ben 23io* 
litten richten. @S t&ut biefeS aber frcplid), wenn matt wed)felSweife, 
balb bom Slabiere, balb bon ien SStoltnen begleitet wirb, eine üble 2Btr= 
futtg: unb wäre ju wünfdjen, ia$ ein feber fein Sntfrument, fo wo&l in 
fifft felbjt rein (rimmen , als and) mit bem Slabiepmbal gteidjlaurenb ma* 
dien möd)te; um baS Vergnügen ber 3u&örer nid)t &u berringern. (SS 
berfte&t ftd) aber, obne mein erinnern , bajj biefer gebier uid)t leid)t bon 
bernunftigen unb erfa&rnen XonfünfJIern, wcld>e W ^ftufif fo lieben wie 
ft'e füllen , 6egangen wirb ; fonfeern bteime&r nur bon fold)en , weldje ibre 
£unjt alö ein |>anbwerf , unb als ein Sflug, mit SBifeerwttteu treiben. 

8. §. 

3(t feaö Slccompagnement fel>r ja&lreidj: fo fann ber §lotcntjt feie 
Slbte jum Megro ein wenig tiefer ftimmen, fte etwas me&r auswärts fere* 
ben, unb fotglid) ftärfer blafen; bamit er bon bem Slecompagnement, 
wenn eö ettuan unbefdjetben feyn follte, nid;t unterbrücfet werbe. 

S3eo 



wenn cv in öffentlichen tTCuftf en fptelet. 167 

5Be» bem Sibagio bütgegen mujj et fo ftimmen, bajj et bequem, ojme Ut 
giote butcr) gar ju ftarfeö SSlafcn ju übertreiben, fielen fonnc. $itt* 
bei) ift notbig ba$ er ben pfropf, auö feinem gewobnlidjen Orte, um tu 
nen guten Ütteifemufen breit, tiefer in t>ie giote binein brtkfe, f. IV. 
•^auprjr. 26. §. SSep bem barauf folgenben $lllegro aber, mujj er nid)t 
bergeffen, ben pfropf bis an im borigen Ort wieber jururf ju sieben. 

Sluf bie begleitenben Snftrumente muß er befta'nbig froren, ob er mit 
benfelben immer in einerlei ©timmung fep; bamiterweberfrufrod) nodj&u 
tief fpiele. £>enn obne biefe SXeinigfeit berSntonation bleibt ber allerbcftt 
unb beutlid)fte Vortrag mangclbaft. 

10. §. 

SDie giote muß er fo balten, ba$ ber SBinb ungebinbert in bie gerne 
geben Eonne. @r muß ftd) in 5ld)t nebmen , baß er niebt etwan benen, 
welche febr nabe xu feiner Stechten fteben, in bie Kleiber blafe: woburd) 
fcer "ton fdjwacr) unb bumpfüg wirb. 

11. §. 

£>at tin angebenber giötenfpteler fid) ben feiner bigfrerigen fcefonberrt 
Uebung angew&bnet, ben £act mit bem gu£e ju marfiren; fo mujj et 
fid) beffen, bep öffentlichen Sftuftten, fo biel at$ moglid>ift; entbalten. 
3(1 er aber nod) nidjt im ©tanbe, obne biefe SSenbulfe, fid) im <£acte ju 
erbaften; fotbjteet t$ beimlicr): um weber feine ©d)wdcbebefannt, nod) 
feine QIccompagniften berbrüjjlid) ju mad)en. (Sollte aber bennod) bie 
9?otö bigweilen \>a$ Sacrfchlagen erfobern; wenn etman einer ober ber 
anbere im $acte eilete, ober jogerte; woburd) ber Goncertift gebinbert 
wirb, bie ^Jaffagicn runb, beutlid), unb in ibrer geborigen ©efdjroinbtg» 
feit ju fpielcn: fo fudje er lieber burd) etwaö ftärfereS 23lafen , unb be* 
fonbereö üftarfiren ber 9ftten, wcld)e in ben 9?ieberfd)lag beö Sacteöttef* 
fen, biefen gebier ju bemänteln ; a(ö mit bem gufje su fotogen : weldjeS 
nid)t ein lebet »ertragen fann. 

12. §. 

©otlte bisweilen etn burd) biele ^Jerfonen begleitetet (Joncert ent* 
weber gefdjwinber, ober langfamer, ali eifern» foll, angefangen werben; 
unb bab?r> burd) gelinge Verorderung be$ SeitmaaßeS, wenn man fje 
alfobalb »erlangen wellte , eine Unorbnung unb Verwirrung su be= 
fürchten fenn t u> tbut ein <£oncertifr , wofern nur bot Unterfcfeieb 
nid)t gar ju groß ijr, wojjl, wenn er ba$ Ütitorneß fo enbigeu läßt/ wie 

e$ 



168 SDaa XVI. ^auptffüct. *Paeetn5lotemj?3ubec>b. t)at, 

e$ angefangen worben. S3cn ber barauf folgenben ©ofopaffagic aber, 
fann er burd) einen beutlid)en unb redjtmatfireten Anfang berfelbeu, i>aö 
ced;te Sempoju erf ernten geben. 

13. $. 

3ft ber ftlotenift, ter fid) offenflid) will boren laffen, furd)tfam, un& 
nod) nid)t gewohnt, in ©egenwart bielcr 3)?enfd)en sufpielen; fo muß 
er feine 3lufmerrYamf eit / tn wd&renbem «Spielen, nur atteitt auf bie 
Stfoten, bie er bor fid) W1 JU richten fud)en; niemals aber bie 3lugeu 
auf bie Stnwefenbcn wenben : benn bierburd) werben bie (bebanfen 5er» 
ftreuet , unb bte ©elaffenbeit gebt berlobren. @r unternehme ntd)t foldje 
fdjroere <Sad)cn, bie ibm ben feiner befonbern Uebung nod) niemals ge« 
Jungen finb; er (falte fid) bielmebr an foldje, bie er ohne ^«Inftog wegfpie* 
Jen fann. £)ie $ur d)t berurfad)et eine ^Ballung beö ©eblütbeä , woburd) 
ik £unge in ungleiche 23ewegung gebracht wirb, unb bie $nn$t unb 
Ringer ebenfalls in eine $\%t geratleit. hieraus entfielt uotbweubiger 
SBcifc ein im Spielen febr binberlidjeS Sittern ber ©lieber: unb ber §{ö«= 
tenfpieler wirb alfo nid)t im @tanbe feyn / weber lange ^affagien in tu 
nem Sltbem , nod) befonbere ©djwierigfeiten , fo wie ben einer geladenen 
©emüt&ät-erfaffung, (jcrauSsubringen. |)ier$u fommt aud) nod) roo^t, 
baß er bei) fold)en Umftanben, abfonberlid) bei) warment SlBetrcr , am 
SNunbe fdjwtyit ; uni bte filott folglid) iridjt am gehörigen Orte ftft X\u 
gen bleibt, fonberu unterwärts glttfdjct: woburd) ba$ T0?unt>fod> berfclbcn 
ju biel bebeef et, unb ber Xott, wo er nid)t gar außen bleibt, iod) jum we= 
nigfren ju fd)wad) wirb. £)iefcm ledern Uebel balbabjtibetfen; wtfdje 
ber glotenift ben $Jiunb unbbie $löte rein <x^r greife nad)bem in bie £aarc, 
ober Berufe, unb reibe ben am ginger flebenben feinen g>uber anben 
«JJIunb. .f)icrburd) werben bie <3d)weißlod)cr berftopfet; unb erfaun 
obne große £>inberniß weiter fpielcn. 

14. §. 

9tuö tiefen ttrfadjen ift einem \tUn, ber bor einer großen Berfamm* 
fung fpielen muß, ju ratben, baß er nid)t ejjcr ein fd)wereS ©tW ju 
fpiclen unternehme, al» bis er füllet, baß er \\d) in einer Pollfommeneu 
©elaffen&ett befinbe. 5>ie Suborer f onnen nid)t wiflen wie ibm ju 3)?utbe 
ift; unb beurteilen ibjt alfu, jumal wenn c£ ba$ erftemal ift baß er bor 
ihnen fpielet, nur nad) bem waß fte (torett, nietjt aber nad)bem wa§ er 
bor fid) auSjufu&wn fa&is »^ ^^ gereidjet überhaupt aUejeit ju großerm 

Bor* 



wenn et in öffentlichen fcttuftf en fpielet. 1 69 

%ottytik, mim man ein teidjteS ©tiitcf reinlich, unt» o&negeljfer, aW 
wenn man baö allerfdjwerfte ©ttitf mangelhaft fpielet. 

15. §. 

5Benn ttnferm glotcnijlen k» ber öffentlichen Sfagfßjjnm«, feine* 
©tticftf einige ^)aflagten ntd)t füllten gelungen fei;n; fo fpiele er fel&ige fa 
lange bot ftd) ju $aufe, fo wojUlangfam al$ gefdjwinb , burd), l>i$ et 
fie mit ekn berfelkn gertigfeit, alöbieukigen, jjerauö kingen fann: 
bamit bie 2lccompagniften inSfünftige fid) nidjt genotfaget finben, ijjnt 
l>ier unt) ba nad)jugekn; btnn biefeä würbe ben gu&oreru weber 23ergnik 
gen bringen, nod) bemgiotenifren Ske machen. 

16. §, 

£>at einer, burd) Piele Uckmg eine grofje gertigfeit erlanget, fi> 
mufc er berfelkn bod) nid)t miSkaudjen. ©ejjrgefdjwinb, unb jugfeid) 
audj beutlid) fpielen, ift jrcar ein kfoubereg 33erbienft; eö fonnen akr 
gle»djwcf)l öftere, wie bie (Srfa&rung leket, große Segler baraugent« 
fiepen, ffian wirb bergleid)en iitfonberkit kt) jungen £ euren, bie weber. 
bie redete reife 33curtkil»ngöfraft, nod) bie wafire Smpftnbung jjakn, 
»Die jibeö <3tucf nad) feinem eigentlichen gatmaage u „^ @ e fd)macfe ju 
fpielen feo, gewahr. @oId)e junge £eute fpielen me&rentkilö alleöwatf 
itmenootffmmt, e$ fei)9>eefto, ober SMegro, ober SUIegtetto, in einer« 
le» ©efdjwinbigEeit. ©ie glaukn wo&l gar {id) baburd) Por anbern k* 
fünberö kroor ju rkin; ba fie lod), burd) bie ükrtriekne ©efdjwinbig* 
feit, nid)t nur bis @d)6njte ber @ompofition, idj menne baö untermi* 
fdjete Sanraoile , perfrümmcln unb Pernidjten ; fönbernaudj, kpUekr* 
eilung beö 3 c > tm<I<J fc eö > f'4) angewöhnen, bieteten falfd) unb unbeutlidj> 
Porjutragcn. 5Ber fid) nun {jierinne nid)t ko geiten ju Perkffern fu» 
rfjet, ber bteikt in biefem ge&ler, weld)«n bat fjeuerber Sugenb Perm* 
fad)tt, wouid)t immer, boej) $um wenigften U$ weit in bie ma'mtlidjeu 
Sake, fteefen. 

17. §. 

SSep ber SÖa&l ber ®tu\f e wemitfid) ein glotenijt, unb jeber (Jonce* 
rift will froren lagen, mufj er ftd) nidjt nur nad) fid) felpjr, nad) feine» 
^ra'ften unb feiner 3al;igfeit, fonbern and) nad) bem Orte wo er fpielet, 
nad) bem Slccompagncmettt weldjeS ifrw kgleitet , tud) bem Umfronbett 
worin« er fptelet, unb nad; ben 3ufr wem bor benen er ftd) will froren laffe«/ 
rieten. 

7) 18. S. 21« 



i7o £ae XVI. öauptjiütf. VOa&einStättnift$\\bcc>b. fr*t, 

18. §. 

5ln einem großen Orte , roo e$ fhiel fallet/ unb wo taö Qlecompa» 
gnement fc^r sat>Ircicf) tft, madjet eine große @efd)»3inbigfeit mebr s JBer* 
wirrung aU Vergnügen. Sr muß alfo bep foldjen ©elcgcnbetten (Jon* 
certe errcablen, welche prächtig gefeeet, unt» mit t»ic(em ilnifott bermi* 
fdjet ftnb ; @oneerte, ben benen ftd)bie jjaraöftifdjen @a|e nur immer 
gu gansen ofcer ju halben Saeten <inbern. ©er an großen Orten allejeit 
entjre&enbe 2Biefcerfd)aU betlieret ftd) nid)t fo gefd>»inb ; fonoetn berroi* 
cfelt bie Xone, wenn fte gar ju gefdjnmtbe mit einander atwcdjfeln, tcr* 
ge(talt unter einanber, fcafj fomobl Harmonie als SKeJobie unbetjtdnbud) 
wirb. 

19. §. 

3tt einem f leinen Simmer, w wenig Snftrumentc $ur ^Begleitung 
fcaftnb, fann man hingegen Qoncerfe neunten, bie eine galante unb lu* 
flige sjftelobie yaben , unb herinnen bie Harmonie fid) gefdjrointer dnbert 
alö ju fcalben unb ganjen Xacten. ©iefe laden fid) gefdjroinber fielen, 

alö jene. 

20. §. 

«XÖer fid) ojfentlid) will boren tafien, ber mußbie3uborer, unb ab* 
fonberlid) biejenigen barunter / an benen tbm am meijren gelegen iff, mobl 
in 93etrad)tung sieben. €r muß überlegen, ob fte £cmrer ober feine 
Neuner finb. Sßor Rennern fann er ttwaS mebr ausgearbeitete** fpie!en, 
»orinne er ©elegenfceit bat, feine ®efd;iflid)feit fcroobl im SUlejjro alfj 
Slbag'O ju seigen. SSor puren £iebbabem , bie nid)tf> bött ter gfluft'f: ber« 
iteben, tbut er bingegen befier, wenn er foldje ©tücfe borbringt, in ml* 
$<n Kr ©efang brillant unb geföEig ift. SDaö Stoagio fann er alsbenn 
aud) etwas gefdwinber alö fonjt fplelen; um biefer 2lrt ton £ tebjjabern 
nid;t lange SBeile su mad)en. 

21. §. 

gftit @tücfen bie in einer febr feieren Tonart gefefjet ftnb , muß 
man fid) nid)t bor iebermann, fonbern nur bor folgen Suborern boren 
Iaffen , bie ba$ Snftrument berfre&en , unb bie <3d)Wierigf eit ber Tonart 
auf bemfclben etnjufeben bermögenb fj'nb. «Ö?an fann nid)t in einer jeben 
Xonart U$ «Brillante unb ©cfdllige , fo wie eö bie meiften Siebbaber ber* 
langen , reinlid) beraub bringen. 

32. §. Um 



wenn er in öffentlichen fcTCuftfen fpt'clct. 171 

22. $. 

Um fidj ben ben guljorem gefällig $u machen/ giebt cö einen großen 
$5ortbeil, wenn mau Sie ©emütbSucigungen berfelbcn fennef. @in d)o* 
lerifd)er gD? *ttfcf> fann mit #rdd)tigen unb ernftbafteu ©rücfen, ein jur 
Xraurigfeit geneigter mit rieffinrngen, d>romatifd)en nnt> autf SfloUtmien 
gefegten otücfen, ein luftiger, aufgeweef tec SOletifd) aber, mit luftigen 
unb fcfjet'jjjafteii ©rüden, befriebiget werben. Q3cübad)tetnmt ein Wlu» 
fifuä biefeS nid)t, wofeme er fann; ober tbut er wobl gar baS ©egen. 
tfjetl: fo wirb er bep feinem gubörer t>on biefer 5lrt feinen Sntjwecf bolU 
fommen erreichen. 

23. §. 

©iefe Svegel ber £lug|jeit wirb gemeiniglich bon benen, bie man 
wirf lief) bor gelehrte unb gefd)ifre Xonfünftler erfennen muß, am aller* 
wenigften beobachtet. Slitftatt ba^ ftc ftet) ju erft, burd) gefällige unb 
bcgreiftidje <Stücfe, ben tbren Suborern einfd)meid)eln füllten; fdjrecfcn 
ite biefelben biclmebr, auö @icjenfttin, gleid) SlnfangS, mit ibrer ®elebr= 
famfeit, fo nur für bie Renner gc&oret, ab: womit fte bod) öfters nichts 
mebr, alö ben Manien eines gelehrten gebauten babon tragen. SBollfen 
fte fid) aber auf eine billige 5lrt bequemen : fo würbe ibneu mebr ©ered)* 
tigfeit/ att inSgemein gefdjiebt, wieberfafjren. 

24. §. 

Söegen ber Sinterungen im tilbagio, muß ftd) ber §l6tenifr, auger 
bem was oben gefaget würben, audjnad)bcn @tücfcn, ob fofdje jweö* 
brep t ober mebr jrimmig gefc|et ftnb, richten. 23ei) einem Xrio laden ftd) 
wenig Sanieren anbringen, ©er jwepten (Stimme muß iit ©elegenbeit 
nid)t benommen werben / baö 3brige gleichfalls ju machen. £)ie SDJanie* 
ren muffen bon foldjer 2lrt fepn , baß ftc ftd) fowobl jur @ad)e idiit fd)u 
den, als aud) bon bem 5lusfübrer ber anbern «Stimme fönnen nadjgema* 
ä)zt werben» Wnn muß (Te nur bei) foldjen ©äiigcu anbringen, bie au£ 
2iuf)abmuisgen begeben, eS fei) in ber Quinte bober, tuber Quarte tie* 
fer, ober auf tben bemfelbeu "Sone. fabelt ht)U Stimmen, in Serteu 
ober £erjen, einerlei) ?D^eIo^ie gegen einanber: fo barf nid)t$ jugefeßet 
werben; es fcp benn, bat? man borjjer mit einanber abgerebet f;dtte, ei. 
nerlei) Sßerdnberungen ju mad)en. 9)?it bem gMano unb gorte muß ftd) 
immer einer nad) bem anbern richten; bamit ba$ 2lb* unb 3unebmcn betf 
«SoneS ju gleid)er 3 c 't gefdKbe. £at aber einer bon bepben bann unb 
wann eine 9ttittel|nmme, fo baß bie Sftoten bauptfädjltd; gefegt finb um 

?J 3 bie 



172 £ae XVI. öaupttfütf. VOa& ein £l&tentfi ju bcob. \)&t, 

bie |>armonie auffüllen : fo muß biefer fdjwddjer foielen aW bec anbere, 
n»cl<5« *u fcer Seit t»ic ^>atiptmetot)ic ^at: bamitbie @<inge, weldjefei* 
ne Flucht (jaben, nid)t jur Unjeit fceröor ragen. Jbaben beobe @tim» 
men entroeber 9?ad)a{mmngen gegen einander, ober fonjt einen afjnlidjen 
©efang, e$ fetj in Xerjeu ober Herten; fo fonnen bepbe in «inerten ©tar* 
U fpielei.. 

25. $. 

5J?ad;et einer im $rio eine Lanier , fo muß fit ber anbere, wenn 
er, wieeSfepnfoflte, ©ejegeufieit l;at ftenad)jumad)en, auf gleite 5lrt 
tortragen. Sfi er aber im @ranbe nod)etwa$©efd)ifte$ me|)r$usufe<jen, 
fot&ue ere$ am ©nbeber Kanter; bamttman febe, tag er btefelbefo 
wobj jtmpel ttadjmadjen, aß aud; fccränberu tonne; benn egijMeicfyter 
etwas bor* aW nadjjumacfyen. 

z6. §. 

©in ange&enber @oncertift unternehme nid)t, mitjemanben, bent 
er nid)t gewad)fen tft, ein Xrio ju foiekn, wo er nid)t öerftd)ert ift , bafj 
ber andere fid) fmablaiTen, unb i&m bequemen roeibe; fonft fommt er ge« 
wijj p Furj. S)a$ Xrio ift eigenllid) ber fjkobierjietn / an weldjem maa 
bie ©farfe unb €inft'd)t jwoer ^Jerfonen am beflen beurt&eilen fann. gilt 
Xrio, wenn eö anber* gute Sßirfung tjwn foll, erfobert aud), bafjeS 
t>on jwo 9>>.'rfone>i , weld;e einerlep Vortrag jjaben, au6..?efti{jret werbe» 
unb wenn biefeö gcfd)iebt , fo falte id) e$ für eine ber fdjonften unb bott» 
Fommenfren 91rten ton Sttufif. Sin ;Quatuor ifl biefew gleid), unb an 
Harmonie nod) reicher; wenn eö anberö, wie e3 wo&I folltc/ mit&iec 
Stimmen obligat, *><t$ ift, &a@ feine ©timme ßfytie ©djaben be0 ©an* 
jen wegbleiben fann, gefegt ift. $ier ift nod) weniger Sren&evt etwas 
ton wilKu&rlidjtn üKanteren jujufe^ett, aWim Xrio, £>ie befte 28ir* 
Eung bat man ju gewarten, wenn man ben ©efang reinlid) unb unter* 
galten fotelet. 

»7. $• 
3n einem @oncert ^at man, jumaf im Slbagio, tft 5fnfc^ung bet 
SDlanieren, me&r §ret)beit, aß im Xrio: bod) muß man bcftdnbig auf 
bie begleitenben Stimmen 3ld)tung geben, ob fie mclobiicfte Bewegungen, 
ober nur Möge Harmonie ^aben. 3(t ba$ erfle; fo muö man ben ©efang 
fi'mpel fpielen. 3ft aber Hü anbere; fo fann maubon ^iuejierungcu ma« 
d)en waö man Witt; mm man nur nidjt wiber bie iXcgän ber |>armo* 
nie, be^ ©efdjmacfeö, unb ber S8;r»unft ^anbelt. 5)ia»nft borfteü« 

lern 



ttttnn er in öffentlichen Xftufäen fyielet 173 

im me|jr gcftc^crt, wenn matt im Slbagio, in ber SKotte ber @oncert« 
ftimme, bie ©runbftimme mit unter Die o£»ctc fd)reibt: fcenn man fann 
bie übrigen (Stimmen t»eflo (eistet barauö errate». 

28. §. 

SBenn ber ^lötcntfl ein wof>lgefe$te$ SXitorneß, in einem ^trtofo, 
weldjeS mit Dampfern, ober fonft piano gefpielet werben foH, unt> bellen 
9Kelobie im Solo ju anfange Mieter borfommt, mit ber glote mitfpie» 
Jen wollte: fo warte fold)ee( eben bie SBirfung tbun, alt wenn ein (ganger 
bat SHitorneU einer 2Jrie mitfdnge; ober als wenn einer in einem Srio, 
anstatt ber Raufen/ beS anbem feine (Stimme mitfpielete. SBenn man 
aber ba$ Svitornetlben Violinen allein überlagt; fo wirb t>a$ barauf foU 
genbe ©0I0 ber gl&te biel beffern Sinbruef machen/ als fonft gegeben 
würbe. 

29. §. 

3n einem ©0I0 bat man eigentlid) bie meifte Srep&eit, feine eigenen 
CinfdUe, wenn fie gut ftnb, (toten ju laffen: weil man eö ta nur mit ei* 
«er ©egenftimme ju t&un bat. £ier fönnen fo biele SJuöjierungen, al$ 
ber ©efang unb W Harmonie leibet, angebracht werben. 

30. $. 

£at ein Slotenifr mit einer (gingftimme ju concertiren ; fo muß et 
fudjen , ftd) mit berfelben, im Xone unb in ber 5lrt be$ Vortrages, fo biet 
alä moglid) i(l, ju bereinigen. <£rbarf nid;t6 berdnbew, alö nur ba, 
wo ijjnt burd) 9?ad)a|jmungen ©elegenbeit baju gegeben wirb. £)ie9D?a* 
nieren muffen t-on foldjer 2lrt fenn, laß fie bie ©timme nadjmadjen 
fann : weswegen er bk weitlduftigen Sprünge bermeiben muß. £at 
aber bie «Stimme einen fimpeln ® efang, unb bieglote befonbere 23ewe* 
gungen baruber : fo fann er fo biel jufe$en, alö er für gut beft'nbet. $3au* 
flrct bit ©timme, fo fann er mit nod) mehrerer gren&eitfpielcn. 3ft bie 
©timmc fdjwadj, unb man mujiciret in einem gimmer: fo muß bec 
glötenift mebr föwad) aU frarf fpielen. 3luf bem X&eater hingegen fann 
er etif a$ ftdrfer blafcn : weil ba bat $Mano mit ber gißte nid)t btcl 5ßir* 
fung t&ut. Qod) muß er ben (Sänger nid)t mit gar su bieten SSeraube* 
ruugen überlaufen: bamit berfelbe, weil er auSwenbig fingen muß, nidjt 
in Unorbnmig gebracht werbe. 

31. $. 
<£$ tft biet bertbeilbaffer für einen Xonfunfrler, mm\ er immer et* 
waö bon feiner 20iffeiifd;aft jum £interbalte be&dltj um feine S^rer 

5) 3 m$r 



174 DaöXVI.^auptjlud?. VDae ein ^lote»tfI ju beob. ^Ät, ?c. 

mebr alö einmal ü&errafc&eit ju fönnen: al$ wenn et gleich t>aö erftemal 
feine ganje $öifjenfd)aft auöfdjfittet; unb man t|>n alft» ein für allemal ge* 
boret bat, 

32. $. 

Sföenn et bon femanbett erfudjetwirb, ftet) ^orett ju toficir, fo tbue 
er eS balb, unb obne biele ©rimaffen ober berfteUete SSefdjeibenbeit. 
Jpat er aber fein ©tief geenbiget; fo bringe er fief) nid)t auf me&r, ju fuie= 
lett/ al$ bon ibm berlanget wirb: bamit man i&n nid>t wieber fo biel bit- 
ten muffe aufjuboren, all man i(m bitten raupte anjufangen: wie man 
inögemein ben 'Sßirtuofen nadtfaget. 

33. §. 

Obwohl ber 23e»fall ber3uborerju einer Slufmunterungbienenfann: 
fo mu§ man, beflfen ungeachtet, burd) iai Überfluß ige £obcn, weldjeä 
bei) ber 2WttfIf $um 9)}i3braud)e roorben, bielleid)t weil eö einige »banta» 
ftifd)e 3gnoranten unter ben toelfdjen ©andern, bei) aller ijjrer Unwijfen* 
beit, faft ali eme^flid)t, bte man t&rem bloßen tarnen fcfyulbig fepn fott, 
Verlangen, ft'd) nid)t berfübren lafien* SDlan mufi foldjeö bielmebr, su* 
mal wenn man el bon guten greunben erbalt , eber für eine @d>mcid)e« 
Jet>, al$ für eine 'SJa&rbeit annebmen. SDic redjte SBabr&cit Faun man 
eberburd) vernünftige §einbe, alöburdjfdjmeidjlerifdjegreunbe, erfaß* 
ren. ftinbet man aber einen berjtanbtgen, treuen, unb bonber@d)nuij 
d)cle») entferneten ßreunb, weld)er glcid) burdjgefct; U$ waöju loben 
ift, lobet, unb btö roaö ju fabeln ift, fabelt: fo bat man folgen billig 
als einen großen ©d)a& anjufel;en, feinen 3tu6fyrüd)en su trauen, unb 
nad) benfelben entweber ein£erj ju faffen, ober auf 33efferung bebad)t ju 
feon. ©oUten jid) bingegen jurocilen einige ftnben, weld)e nur tabeln, nie= 
malö aber loben ; welche, bielleid)t aus berborgenen 2lbftd)ten, alles watf 
ein anberer, ben fte für geringer balten alö ftdjfelbft, borbringt, juber* 
werfen fudjen : fo mu§ matt fid) baburd) eben aud) nidjt ganj unb gar nie* 
berfd)lagen laffen. ffian fudje bielmebr feiner ©acfje immer gewifier ju 
werben ; man etforfd)e mit gieifj in wie weit fie 9\ed)t baben ; matt befrage 
anbere SSerfrdnbigere barum. Binbet man etwaö baö beffer femt f/onnte, fo 
berbeffere man eö forgfdltig; unb bertrage im übrigen eine übertriebene 
Xabelfud)t, mit einer grofjmütbtgen ©elaffenbcit. 



®a$ 




©a* xvii. £aupttfü& 

gSortben Siebten km, twlcfce accompafitiirm, 

ober t>te einer concertirenfcen ©timme jugefedeten 

©egleitun^ * ober Sflipienfiimmen 

ausführen. 

^er bic alte SKuftf gegctt bie neue, unb ten Untetfdjieb, ber fid) 
nur feit einem balben Sajjrjjunberte {»er, t>oit jejm su jebn Sab* 
ren, barinne gepuffert bat, betrachtet; ber wirb fmben / bog 
bie Qomponiften, in (grfinbung ber, ju lebhafter 5lusbrudung ber £eu 
benfd)aften, erfoberlidjen ©ebanfen, feit berfdjiebenen Sauren, mebralö 
jemals nad)fud)en, unbfteinö Seine ju bringen, ftcf> bemühen, ©iefeö 
9?ad)fud)en in ber ©c(jfunft aber, würbe Don wenig SRufcen fcmt/ fo fer« 
ne eö ntcf)t aud) ju gleicher 3«it / in üinfebung, ber 5luöfm)rung (execu- 
tion) gcfd)dbe, 

2. $. 
din feber ©ebartfe fann auf berfd)iebene 3Irt, fd)led)t, mittel* 
maßig/ uitb gut Vorgetragen werben. <5iit guter unb beutlidjcr, unb 
jeber ©aofye gen aßer Vortrag fann einer mittelmäßigen Sotttpoption auf? 
fielfen; ein uttbeutlidjet unb fdjledjtcr hingegen, fann bie befte <2ompo(u 
tion berberben, 

3. «. 
£>a nun bie (Erfahrung jeiget, baß e$, burd) ber Somponiften 93e* 
muben neue ©ebanfen ja erfmben , bajnn gefommen ijr, baßben 9\tpien= 
ftimmen i&iger £eit weit mefjr jugemutbet wirb, alö twrbiefem; unb baß 
in gegenwärtigen Reiten irandje SXipienftimme fdjwerer ju fpielen ijr, alö 
bor alters bieUeidjt ein ^5oIo war : fo fofg t notbwenbig {jicraug, baß aud) 
bie Sluefujjrer ber 9\ipien|timmen , fo ferne bie @omponijren i&rcn £nt- 

jwref 



1 76 T>a& XVII. öauptfiü tf . p$ tt t>m Pflichten be m, ic. 

jrocct erreichen fotlen, geaenwdrttö &tel ein mebrereS ju wifTen notbig &«« 
5e» / al$ bor Slltcrö nic§t erfuhrt würbe. 

4. $. 

2Setrad)tet man aber ttcu Suftanb ber meiften gKuftfctt , fo wobl an 
£ofen, alö in SXepublifen unb (Stabteu, fo ftnbct ftcf> im Slccompagne* 
ment, borne&mlid) wegen ber großen Itnglttc^^ett im «Spielen, eine fö 
große Unboßfommen^eit, bie fid) feiner einfciiben tarnt, er babe fte bemt 
felbft erfahren: woraus nid)t$ anber? ju fdjläfjen ift, als baji manche 
fetjone @ompofttion berjrtimmelt werben muffe; unb bajj bie 5lwSfübrung 
belegen einer SÖerbejTerung nott)wenbig bebürfe. 

5. «. 

gu biefer $8erbefferung fannburc^ nid)t$ anberö, als entweberburefc 
einen munbltdjen ober fd)riftlid)en Unterricht, ber ©runb gelegt werben. 
SDa nun ba$ erftere fetten gefd)iebt: weil t§ bep ben meiften SttufTfen an 
einem guten Slnfubrer, ber bie gehörige <gtnftcf>t bat, fehlet; bat le&tere 
aber, meineö 2Bi|Ten$ , nod) niemals gefdjeben ifh fo bube id) mid) ju 
bem <£nbe entfd)IojTen, piermit einen Anfang unb Sßerfucr) ju machen, 
benen, fo eine aufrichtige 95egierbe baben, i&ren ^fud)ten imSlccompa* 
gnement eine ©nuge $u leiften, mit meiner wenigen, bodj aus langer 
(Irfa&rung unb Uebung erlängten einfielt, iu Dienen; unbbaS, waöbty 
bem 2lccompagnement am meiften beobachtet werben mufj , fo biel als 
möglich ift, ju erklären. 

6. §. 

©amit ein jeber ba$, was i&n ins befonbere angebt, ofcne oielcS 
9ttad)fud)en gleid) ftnben fönnc, will id) biefeS $auptfhtcf in bezföitbtnt 
2lbfd)nitte einteilen; unb cvftlid) bie <§igenfd)aften eines 3lnfubrcrS ber 
sjftuftf betreiben ; alsbcnn bie ^ffidjten, fo bem 5luSfü&rcr einer jeben 
bonben begleitenben (Stimmen ins befonbere obliegen, bemerfen; juleet 
aber, einige notbwenbige 5lumerfungeu, welche alle Begleiter jugleid) 
angeben, beifügen. ® ie £ebte uom 23ogettfrrid)e, unb waö bem anbif ngtg 
ift, banbele id) sroar bei) ben ^flicfyten ber Sßioliuiften allein ab: weil 
aber bocl) babep SßieleS mit borrommt, weldjeS fid) and) bie 33ratfd)iften 
unb 93a&infttumenttften ju 9?ufee machen fonnen ; unb id) foIdjeS , um 
nid)t ob«« 9Wp weitläufttg ju werben , bep ben Slbfdmitten <fo biefen 3n* 
flrumcutcit gewibmet ftnb, ntd;t nochmals fyabe wieberbolen woßen .* fo 
werben alle übrigen 23ogeninftrumentijteu wobttbun, wenn fieaudjbie« 
feit ?lbfd)nitt btird;s«lefen belieben wollen. $Saö aber ben @trid;eineö 

jeben 



*%U> <$■> -*U& »77 

itim ber Mittel • unb »afsinfrrumente nur allein M$$t, fmU \$ fo 
bem, einem jeglichen gewibmeten Sl&fc&mtte, bemerfet. 



. ~ ,«*v <*s **» «*S <*> „«"S. ."*>. .«*>. /*>» /A». A .A, ,*, A ^L ,A 

©tf xvii. ^ouptjlftcK 

i. gbfcftnftf. 

Der gftifif. 
i» §. 

<|^ ift md)t moglidj, bag ein 5lnfftbrer, fo gut et auefj fenn mag , tte 
^§j gute 5lu6nabme ber gO^uftE allein bewerffreltigenfonne: wo nicljteitt 
^eber, ber ibm sugeorbneten, bas> Peinige aud) geborig beitragen will. 
3d> jrabe aber, an »crfcOiebenen Orten, bei) grojjen Drcfyefiern, wabr* 
genommen, baf?, wenn eben biefelben <$krfonen , balb bort einem, 6alt> 
fcon einem andern finb angefubret worben , bie 5Birfung bod) , unter be$ 
einen 2lnfu5rutig immer beficr, al$ unter be$ andern feiner, erfolget i(r. 
Sd) fcfytiigc alfo bterauS, t»al man tiefe ungleiche SBirfung, nid)t l>en 
SXipientften , fonbern Jjen ülnfiibrern jufc^reibenmöfTe: unt taf folglich 
cinOrofieSaufben 5lnfubrer anfomme. 

2, $. 
£>a nun bem alfo ifh fo wäre ju wtmfdjen, baß, um bie «Kufif i< 
tnebr unb mebr in eine allgemeine 9lufnabme ju bringen, an einem jcbe« 
Orte/ wo eine sjftuftf aufgerichtet ift/ jum wenigfren nur ein gefd)ifter 
unb etfabrner auftrug fid) bcfdnbe, ber nic^t allein bie €inftd)t eines 
beutlid)en Vortrags bitte, fonbern auefj, nebjr ber Harmonie, etwas 
twn ber ©efcfunfl »erftunbe, um bie 2lrt womit ein febetf @rucf auöge* 
fnbret werben muj?, tedjt treffen ju fonnen : bamitbieGompofttion nidjt 
«uf fo mancherlei; 2öeife vcrftÄmmelt unb oerberbet würbe, Sttan follte 

3 M 



178 Dee XVD. 3auptf!ücfc>. 1. 2tt>fcf>tutr. 

ftd> um einen gj?ann feemfi^cn , ber fo wo&l bie ©abe, «16 bie 2lufrid)tig« 
feit/ anbern t>ic i&nen nötbigen SSBiffenfcpaften bepjubringen/ befaie. 
g$ würben ftoann, in furjcr Seit/ fo wof)l belfere @olofpielet, als 2fti* 
pteniften, &um < $orfd)einfommen. S5enn eäifr nid)t ju Idugnen, ba§ jum 
©abstimme, ober ber SßerbefferungeineöDrdjefterö, eben nidjtbödjtf not jj* 
wenbigfep/ on einem jeben Orte , ober bep einer jeben gftufif/ einen bc# 
fonberS guten @omponijren ju paben. <£g feölet nicpt an febr bieten guten 
ntuftfalifcljen ©tiefen : wenn man folepenur Vernünftig unt> wobl ju w$* 
Ien weis. Söfömmtoiclmebr, unb jnjat ^auptfdcf)Itd>/ auf einen, mit 
obengemelbetengigenfcpaften getreten, guten 5lnfübrer an. Mein/ fo 
werten/ leiber, ofterö nur foldje ju 5lnfüprern erwablct, bie entweder 
fcurd) ba$ 18orred)t ber Sapre in einem Dreier hinauf rücfen: ober 
e$ wirb etwan einer cingefefjoben/ ber ba$ ©lücf bat, fiel) mit einem 
tueUeidjt auöwenoig gelernten ©olo ober Qoncert einjufd)meid;eln: opne 
weiter ju unterfuepen / über aud) bie geborige ^iflenfepaft, anberean» 
jufü&ren , beftfje. Zweiten wirb bie SBabl gar jufdßigcr SBeife getrof* 
fem Unb biefeS ift um fo biel weniger ju berwunbem, wenn bie SBapI/ 
toit nid)t feiten gefdjiebt, folgen beuten aufgetragen wirb/ bie wenig 
ober gar nieptg »on ber Sfluftf öerfte&en. 3ft nun einer bon biefen §ejj» 
Um bep ber 3Ba&l Vorgefallen, fo fann man fiel) bep einem berglcicpen 
Drdjefter/ e&er einen Verfall/ aU eine Sßerbefferung berfpred;en. Unb 
wenn man ftcf> öfters bep ber "jSa&l be$ 3lnfü&rerö/ auf ben boefj fo biel 
anfömmt/ fo übel botftept ; fo ift baraug abjuite&men / wie bie Sßa&l bet 
anbern «Diirglieber cineö Crd;cftcrö befdjaffen fepn fonne. Wan würbe 
fcemnad) wobl tjwn, wenn man ftd) befonberö einen 3flann jum 5lnfü5ret 
ju wählen bemühte/ ber einige 3a|re/ in großen tmb berühmten Drd)e* 
ftcrit mitgefpiekt, unb ftd)barinne/ im guten Vortrage unb anbern no» 
tbtgen SEÖiffenf4>aften, geübet jjdtte. @S ijt gewiß, rag ftd) in großen 
£)rd)efterii/ öftere geutebeftnben/ welche mepr £inftd)t in bie Slu^fübrung 
Jjaben/ als 5ep mandjem Drdjejter ber Slnfübrer: unb ift wirflid)@cp> 
be, bajj foldje ?cute nid)t eineö belfern ®lücfS t&eiljjafrtg werben feilen ; 
woburd) fte mebr ®ute$ triften Hnnttn, alö wenn ft'e beftdnbig, pintet 
fcer-öanb, alö Süpienijten, ft'&en bleiben muffen. 

3. §• 
Ob ein 2lnfüftret biefeö ober jeneö Snjlrument fpiele / f onntc «Ken» 
faK$ ^leid) biel fcpn. 3Bcil aber bie Bioline jum 3lccompagncnient ganj 
«nentbefcrlidj/ auc^ burd)bringenber ift/ als fein anbetet ton baten 3n* 

ftrumenteu/ 



Vch fcnt £iQcnfä)a(tm cime llnfüfyma fcw tTTufif. 1 79 

jrrumenten, bieammcifren jut Begleitung gcbraudjet werben: foifteS 
fccfTer, wenn er t>ie Violine fpielet. £>od) ift eS eben feine fcringenb* 
9iotpwenbigfcit, ki er bie 34{»igfeit bcfiijen müde, tefonberc ©d)wie* 
rigfeiten auf feinem Snfrrumente jjerbor $u blinken: bcnnbiefeS fonute 
man allenfalls benen überladen, fo ftd) nur burd) baö gefa'llige©pielen ju 
unterfdjeiben fudjen; bereit man aud) genug ftnbct. §8efü)t aber eilt 
2lnfubrer aud; t>iefeö Sßerbienft, fo ift er bejto mehrerer <äpre werlfj. 

4- §• 
25er &od)|te ©rab, ber bon einem 2lnfü[jrer erfoberlicfjen SJBtflcn^ 
fd)aft, ift: ba§ er eine bollfommene (§infid)t pabe, alle Wirten ber @ompo* 
jTtion nad) iprcm@efd)macfe, Effecte, 3lbftd)t unb red)tem geitmaafe 
ju fpielen. <£S muß berfelbe alfo faft mepr @rfaprung bom llnterfd)iebe 
ber ©tiefe ^aben , als ein (2omponift felbft. Senn biefer befümmert fify 
öfters um nichts anberS, als waS erfelbft gefegt bat. 3)?and)er weis 
aud) wobl juweilen feine eigenen ©ad)en nidjt allemal im gehörigen geit* 
maa&e aufjufübren: entweber auS alljugrofier tfaltftnnigfeit, ober aus 
überjjaufter #i$e, ober auS Mangel ber €rfaf;rung. Sinem flugen 21n» 
füprer aber ift eS leid)t biefen geiler ju berbefiern; befonberS wenn er in 
einem woplgejogeiun Drd)eftcr, unb unter einem guten $lnfüprer, woee 
bielerlcp 5lrten bon Slftufif mitgcfpielet pat, ifterjogen worbeit. £>ättt 
er aber biefe ©efegenpeit nid)t gehabt, fo mug er $um wenigfren an vtt* 
fcf)iet>cncn Orten, woer gutc^ufifeupörenfönnen, gewefenfemt, unb 
babon Sftußeit gesogen jjaben; unb fo ferne eS ibm ein €rnfr ift, feinem 
5lmte wopl borjuftepen , fann er aud) burd) Unterrebungen mit erfapt* 
nen beuten, biet profttiren: weil bie il;m not&ige 9Biffenfd)aft, fiier* 
burd) mefjr , als burd; baS Q3emüben gro£e ©djwierigfeiten ju fpiclen/ 
erlernet wirb. 

5. §• 
@r mug m bem €nbe ferner : btä 3«tm«af in ber großen 33011« 
fommenf;eit su balten wiffen. <Jr mu6 bie ©eftung ber üftoten, inSbe* 
fonbere aud) ber furjen Raufen, foauS ©ed)}e{jnt(Kilett , unb 3roep unb 
brepjjigt&eilen bejrefjen, auf baS genauere in 2ld)t $u nehmen berfte&en; 
«m weber ju eilen, nod) su jogern. £>enn wenn er fcierinne einen geb,* 
ler mad)ct, fo berfüjjret er bie übrtgen alle , unb berurfad)et eine SSerwtr* 
runj bep ber sjflujif. $lad) ben furjen Raufen würbe eS weniger fd)aben, 
wenn er fpater anfange , unb bie folgenben furjen Otoen ttwa€ übereile* 
tt, als wenn er fie borauS nopme. 93ebor er ein Stticf anfangt, muS 

3 2 et 



i8o Dee XVII. ^rtupttfütfe. L 21bfd)mtt. 

er baffelbe wor)l unterfudjen, in wa$ bor einem Seitmaage e3 gefutelet 

werte« fofl, SBen« eö ei» gffdjwinbeS unb ibjn unkfatintei ©tücf ifr; 

t&ut er bejjer, wenn er ju langfam, atö wenn er ju gefdjwinbc anfangt: 

inbem man leichter/ unb o&ne groge Slenberung aus bem £angfamen inö 

©efcpwinbe, al$ aus bem ©efdjroinben tnö ßangfame ge&en fann. ®dc^ 

]jat er bieferwegen bauptfddtfic!) barauf ju fe&en, ob bie SXipienifiett me&r 

ium Silen alö »um 3«"frern unt> ^acf>fc^tcppcn geneigt fmb. £aS crflcrc 

gefefjie&t leidjtlid; bep Jungen , unb tafi !e|tere bep alten acuten. SDeö* 

wegen muß er fudjen, tiefe iu$ geuer ju bringen, Jene aber tarinne iu 

mdgigen. SBeiö er aber U$ rechte Xcmpo gleid) *u faffen , fo ift ee feefto 

tefler , unb fallt biefe «Borforge alSbenn weg. ©atmt aber aud) bie an« 

bern, befonberä bep gefdjwinbcn 9?oten, mit i&m jugteid) anfangen fblt. 

nen; mug er ftc geroobnen, bat; fte tm erften $:aet beö ©lücfö ins @e* 

J5id)fnt# faffen , ben 33ogcn najje bep ben ©cpten galten , unb auf feine« 

93oa.enfrrid) 5ld)tung geben. SFB brt'genfalfc würbe er bep ber erfreu 9?otc 

warten muffen, biö bte anbern nadjfamen, unb aifo bie Sftote baburd) 

Verlängern: weldjeö aber bep gefcfjrotnben flöten eine üble SSBirfung t&uf. 

€rfelbfr mug nidjt ejjer anfangen, big er fiebt,bagbie übrigen SKufici alle 

in 93ercitfd)aft finb ; befonberö wenn jebe ©timme nur einmal Ufifct ift: 

tamit ber Anfang, wefdjer ben 3uborer überrafepen , unb ju einer 3luf. 

merffamfeit antreiben foll, niept mangelhaft fep.. ®aö 2luöbleiben ber 

©ruubftimmen würbe bietbep ben meiften @d)aben berurfadjen. 

6. §. 

25aö ®eftd)t tiub ©e&ormug er öfters fo rooWanf ben2lugfü&rcr bec 
^auvtftimme, alö auf bie «Begleiter ridjten: imgalleSttot&igwa're/bem 
einen ttad)jugeben, unb bie anbern in ber Drbnung ju erhalten. 9luS 
be$ eoncerliften feinem Vortrage mug er füllen , ob er btö naß er fpie* 
let gefeproinber ober langfamer pabenwolle: bamit er, o{me fonberbare 
«Bewegungen , bie anbern babin lenfen fonne. <Dem @oncertifren abet 
mug er \>it §rep&eit laffen, fein Sempe fo iu faffen, wie er eö für gut 
befinbet. 

7. J. 

€in guter 9(nfür)ref muß weiter : bei) bem Drdjefter einen guten 
tmb gleid)en Sßortrag einjufü&ren, unb ju erhalten fud)en. ©o wie er 
felber einen guten Vortrag rjaben mug, fomugeraud) fuefyen benfelben 
bep feinen Mitarbeitern allgemein, un^ im (einigen alfejeit gleicf; j« ma. 
djen. 3u bem €nbe muß er eine ümiunftige unb billige ©uborbinatto« 

einju> 



X>4t\ fcen £itjmfd)afttn tm& Tlnfufytete Z>et tTTufiC. m 

rinsufü^ren wifien. £a&eit feine Sßerbienfte ipm £odjad)tung, ««t> feilt 
freunblidjeö QSeseigen unb leutfeliget Umgang ipm €iet»c erwogen , fo 
wirb fold)e$ nid;t fdjwer fenn. 

8. $. 

SuY ricfjtige unt> gleite ©inftimmung ber Snfhumenr« muß er 
fcefonbere <£orge trögen. 3e allgemeiner ber Mangel beö richtigen 3iu 
fammenftimmenö ijr; ie me&r @d)aben richtet er an. SDcr Sonbeö Dr* 
djefterö mag pod) ober tief freien / fo wirb er bocfj nid)t oermögenb fepn, 
t>te Sßerpinberung, fo eine ungleiche Stimmung an t>er guten Sluönapme 
machet, m erfc&en. SDer Slnfüprer muß alfo, wenn er eine richtige @tim* 
mung erhalten miß/ feinSnjtrument, ben Sluffü&rung einer SWufif, ju* 
erft nad) bem etatnere rein ftimmen; unb barauf, nad; bemfelben, einen 
jet»en Snflrumentifren inSbefottbere einfrimmen laf[en. Samit aber bie 
Snftrumente, fo ferne bie fOJufif nidjt fogleid) angebt, nid)t wieber vn* 
frimmet werben ; muß er nid)t gejratten , bag ein jeber bie Sreopeit (jabe, 
tiacf) eigenem ©efaltcn ju prdlubtren unb su ppantaftren : welcfycö opnebem 
fepr unangenehm ju pören ifl, unb Perurfadjet, ba% öftere ein jeber feilt 
Snjrrument nod) nadjjiimmet/ unb enblid; tun ber allgemeine» ©tim» 
mung abweiset. 

9. $. 

Sollten unter bem ütipienijren ftct) einige bcftnbett, bereit «Bortra^ 
ton anbtxn nod) untergeben wäre: muß er foldje inSbefonbere jur Ue* 
bung fcornebmeit, um ipncn bie red)te 2lrt beizubringen: bamit nid)t ei» 
ner j. (J. einen XriUer pinfefce , wo anbere ftmpel fpielen ; ober fflottn 
fdjleife, weldx »on anbem gefroßen werben ; ober nad) einem 23orfd)lage 
einen Vorbauten madje, bei« bie anbern weglaffcn: weil bod) bie größte 
©djonpeit ber 2lu$r%ung barinne bejrept, U$ äße in einerlei) §fr$ 
fpielen, 

10. $. 

€r muß ba&in fefien, baß alle feine ©efdbtten, mit ipm, wdjUm 
t$ jebe @ad)e erfobert/ allejeit in gleidjer &tdrfe ober &d)w<id)t fpie= 
len; befonberö aber bep bem 2Bed)fel be$ ^iano unb Sorte, unbipret 
t>erfd)icbenen Stufen / foldjc&vp benen 9?ofen, wo fie gefdjrieben tfepen, 
aße jugleid) auebrrefen. €r felbft muß ftd) nad) ber concerttrenbett 
Stimme, ob foldje jiarE ober fdjivad; ift, rid)teit. Unb weil er anbern 
juin dufter unb junt -HiTfufjrer bkmtt feil, fo wirb eö ipm rü^mlid) fenn, 
wenn er jeberiett gleite 2lufmertfamfeit bejeiget, unb eine jebe @ompoft# 

3 3 twi»/ 



i8* 2Dae XVII. ^auptjtütf. IL 3bfd)nitt 

ttott, ftefepbonwemftewotle/ obne^artbeplidjf eit, mit etctt bcmfelBett 
grnft unb gifer au^füfjret, alö wenn eö feine eigene wäre, ©er SSerfaf« 
fer be$ ©tficfö fep gegenwärtig ober abwefenb, billig ober unbillig ; fo 
wirb er, wenn er eö aud), tticlleic^t auö fatfd>en 5l&ftd)tcn, öffentlich nid)t 
funb mad)en will, ipm bodj wenigftenä beimlid), für feine £Reblid)f et r, 
unb für bie gute Sluffübrung feiner Arbeit/ £>anf fagen muffen: weil fo 
wopl iit Xugenben/ aU bie £after, ipre 23eft$er belohnen. 

ii. $. 
Um feine ^nftrumentijhn nod) me&r im guten Vortrage feft ju fe* 
pen, unb gute Slccompagnifren mit juerjiepen/ tbut ein ^nfübrer wopl, 
wenn er/ aufjer nod) bieten anbern Sirten bon «Jttuftf , aud) öfters Duber= 
türeti/ cfyarafteriftrte @tücfe, unb <£<fn$e, weldje marfiret, fcebenb, 
«nb entweber mit einem furjett unb leisten , ober mit einem fdjweren 
unb fdjarfen SSogenftricpegefpielet werben muffen , jur Uebung bornimmt. 
<£r wirb bie tyccompagniften baburd) gewönnen/ ein jebeö<Stücf nad) fei* 
ner (Jigenfdjaft, prdd)ttg, feurig, lebpaft, fd)atf, beutlid), unb egal 
ju fpielen. £>ie grfa&rung beweifet/ baf? bietenigen, weldje unter gu* 
ten sD?uftranten>93anben erjogenfinb, unbbiele3dt jum Xame gefpielet 
fcaben/ beffere 2Kipieniften abgeben, alß bie, weld)e ftd) nur allein in ber 
galanten «Spielart , unb in einerlep 5lrt bon sjftuftt geübet babett. £>emt 
wie/ jumgrempel/ ein fetner <pinfelftrid) / bep einer tbeatraltfdjen «D?a* 
lerep/ bie man nur bep 2id)te / unb \>on weitem fe&ett mttfj/ nidjtfogute 
3Birfung tfcut/ alö bep einem Gabinetftücfe: alfo t&ut aud)/ in einem 
japlreidjen Drd)efter, bepbem5lccompagnement, baöallju galante @pte» 
Jen/ unb ein langer/ fd)lcppcnber, ober fdgenber 93ogen, nid)t fogut/ 
alö bep einem ©olo / ober in einer t leinen Jtammermuftf. 

12. §. 

©er ®lanj eines Drdjefterö wirb aber aud) befonbcrS berme&ret/ 
wennfid) gute @olofpieler, auf berfd)iebenen Suftrumcnten, in bemfel* 
ben beftnben. £in5lnfüt)rer muf* ftd) alfo bemüben : gute @o(ofptelerju* 
jujiepen. 3u bem Snbe mu§ erbenen/ foim <Stanbe ftnb, ftd) allein 
poren ju laffen, ofttrö ©degenbeit geben, ftd) ntd)t nur inöbefotibere, 
fonbern aud) bep öffentlichen gftufifen , berbor ju tbun. £>od) mufj er 
ftd) jugletd) bemapen/ su berbinbern, bafj ntd)t einer ober ber anbete, 
rote abfoKbtrlidj bep jungen £euten fepr leiept gegeben fann/ baburd) ju 
einer falfdjen ginbilbung berleitet werbe/ alö ob er fepon berjenige große 
SJtufif u$ wette , ber er erft mit ber 3eit nod; »erben foll. "Sollten audj 

i« 



X>cn ben sEtgenfcfräftcrt eirtes 2fofüf>me bet XtXufit, 183 

ja einige einen fo unvernünftigen Stolj be» ftd)faffen: fo würbe bod) 
ein Slnfü&rer Abel tjjun , wenn er um jener willen , anbere wollte leiten 
laffen, welche tiefe @elegen&eit j\d> öffentlich &u jeigen aU eine 3Bo&l« 
tjjat, sui&rem Söeften, erf ernten, unb tum fftu&en anjuwenben bemü* 
Jet ftnb. 

13. §. 
£Hblidj mug aud) ein 2lnfü&rer: bie Snftrumetttiften, bet) einer 
Üttuftf, gut einsutjjeilett, ju (teilen, unb anjuorbnen wiffen. 3luf bie, 
nad) gehöriger Sßerbaltntfj eingerichtete, gute 58efe|ung unb Stellung 
ber 3nftrumente , f ommt biet an. 3m Orcljefterplu&e eines Dpern&aufcS, 
fann ber erfte Slabicpmbal in bie Wim, unb j war mit bem breiten 
€ube gegen baö parterre, unb mit ber Spt&e gegen baö £beater gefegt 
werben : bamit ber Spieler beffel&en bie Sänger im @eftd)te !>abe. 3« 
feiner SHec^ten fann ber Sßiotoncell, jur ftnfen ber @ontrai>iolon feinen 
tyla%HUn, Sieben bem erften eiabicwmbal, jurSKedjten, fann ber 3ln= 
füfcrer, ein wenig borwa'rtö, unb erbtet jtßen. £)ie SSioliniften unb 
93ratfcJ)iften fonnen bon i&m an einen engen tdngltd)ten £reijj forrmren; 
fo bau bie legten mit bem fXücfen an baß X&eafer, unb btö an bie Spi$e 
beö @labic»mbalö fommen : bamit ft'e ben 5lnf#rer alle fe&en unb boren 
fonnen. 3(1 aber baß Ordjefter fo geraum, bajj bier ^erfonen, in ber 
Sßreite, neben einanber ^lafc §aUn: fo fonnen bie 2lu6füjjrcr ber jwen« 
ren SSioline, ju jweenen unb sweenen &inter einanber, in ber?D(itte, 
jwifd)en ben 5luSfül)rern ber erften Violine, unb ben, mit bemSvücfenam 
Xbeater fi&enben 93ratfd)iften, ft&en: benn ie nä&er bie Sttftrumente 
bepfammen finb , ie beffere Sßirfung tjjut es\ 2lufberfelben Seite, am 
<£nbe, wo bie 33ioliniftenauffj6ren, fann nod) ein Sßioloncell, unb etn groger 
©tofon tylafy ft'nben. 2luf ber linfen Seite bei erften ©abicombalö ftetle 
man ben jweuten , bie 2 <fnge am Xbeater fyn , unb mit ber Spifje gegen 
bin erften jugefe&ret: bod) fo, bajj bie 33affon$ nod) bajjinter 9>la& ftn* 
ben fonnen; woferne man ftenid)t, ju be$ jwenren @abici)mbal£ rechter 
Seite, binter bie flöten, bringen will. Q3ep biefem jwetjten ©abictjnu 
bat, formen ttod) ein paar Sßtoloncelle i&re ©teile baben. Slufbiefer 
linfen Seite beS Ord}c{rer$ , formen bie geleert unb 5Balb&orner, mit 
bem Slücfeu nad) ben %ufyhtm gefe&ret, wie auf ber redeten Seite bie 
erften Violinen, in einer SXeiJje ff^eii : bie glo'fen aber, mx)e be» bem er* 
ften Glaoicombal, in bie Quere poftiret werben, fo b<tfj ft'e laß ®eftd)t 
gegen ben Slabicpmbal/ unb ba$ untere Snbe ber glote gegen baS g>ar« 

terre 



184 £>e$ XVIL £<*uptfh'ttfs. I. Hbfönitt 

ttttt wettben. Qod) werten an einigen Orten , wo jwifdjen tem -örcfje* 
jler unb ben 3üf>fottn nod) tin leeret <pla& beftnblid) ift, t>ic gläten mit 
bemSWrfen gegen ba$ parterre, unb bie i>oboenin he Jduere, jwifdjen 
fte, unb ben jwepten Slabicpmbat gefe§et. ©ie J^oboen t&un abfonber* 
Jid) bep tem Xutti, jum SiuSfuUen, eine trefflid)e 2Birfung, unb i&t 
©d)all berbienet alfo billig einen frepen 2lu6gang ju baben; weisen bit 
flöten, aßbenn, wenn niemanb nabe hinter ibnen jtebt, wofern ibre 
«ausübtet ftd) nur ein Hein wenig auf bit ©eite wenbcn ; aud) er&alten: 
unb t>iefeö um fo btel mef>r, weit fte Jen 3uborern alöbenn mJßer finb. 
<Die $beorbe ftnbet hinter bem swepten Slabicpmbal, unb ben tfrm ju* 
georbneten Sßiolonceßiflen , bequemen ^Jla|. 

14. $. 

Sßet) einer &ablreicpen sjftujtf , bie entweder in einem ©aale, ober 
fonft an einem großen Orte, wo fein S&eater j^ aufsefu^rct wirb, fann 
bit @pi$e be$ Glabicpmbafö gegen bit 3u&orer gerichtet werben. Santit 
feiner ber sjftuftcirenben ben 3u&0terit be« Svücf cn &uf e&re : fo f onnen bie er* 
fleti Sßioliniften, na&e am Qtlabicpmbal , in einer SXei&e nad) einanbec 
bin ftc&en ; unb jwar ber 2inftS(jrer, bep bem @fabieriften, welcher bit 6ep* 
ben mit ibm fpieleuben SBafjtnftrumente ju bepben Letten neben ftd) bat, 
jur redeten |>anb. ©ie jroepte Violine fann {unter bie erfte ; unb Eintet 
biefe, bit 23ratfd)e fommen. Sieben bie 93ratfd)e, jurSXedjtett, fircHc 
man in eben ber SKeibc bie ^>oboen ; unb binter biefe Sveibe bit S&albb'fc-. 
ner, unb bie übrigen «Söffe. Sie gloten, wenn fte etwas su concetti* 
ten baben, fdncfen ftd) am beften bep bie ©pi&e bt$ <2labicpmbalg, bor 
he erfle Violine ; ober auf bie linf e ©eite be$ SlügelS. £)enn wegen ber 
©d)wdd)e i&reS Jones, würben fte/ wenn fte weiter jurücf jKtnben, ntdjt 
geboret werben. (Sben benfelben ^Ma& fönnen aud) bie Sänger ne&men : 
loeil fte fonft, wenn fie ftd) &inter ben ©labiertfren frelktt , unb au$ ber 
«Partitur fingen, nid)t nur ben SStoloncelliften unb @ontrabtoloniften 
binbern; fonbern aud) , wenn fte ftd) etwan wegen blöben ®eftd)tö bucfett 
muffen , baS Stt&em&olen berbinbern , unb bie Stimme uttterbrucf en. 

15. §. 

Söep einer Weinen Äammetmuftf fann ber @Iabicpmbal an bit 
SBanb gefegt werben, bie feinem Spieler jur linfcn £anb ift; bod)fo 
weitbanberfeJben abgerücfet, ba§ alle accompagnirenbenSnfrrumenttflen, 
bie SSaffe aufgenommen, jwifd)en ibm unb ber Sßanb ^la§ %abtn. 
©inb nur biet Violinen borbanben ; fo fonnen biefelben in einer t&t$t, 

an 



X>on fcen letcfenfc^affert einte Tlnfübvete fccr tltuftF. iss 

an bent @fobic»m&af Hin, urtb l>ie SSratfd^e (jinrer beitfelben (ledert. @inb 
aber ber Colinen fcd>ö ol»cr ad)t; fo würbe eS ftcffcr fe»n, wenn bie jwepte 
Violine hinter bie tritt, unb bie 93ratfd)e hinter bie-jwepte Sßtolinese* 
jrellet würbe: bamit biesjflittelftimmen ntc^t bor bet |>auptftimme Verbot 
tagen: weil folcpeS eine üble SSBtrfung t(wr. ©ie Qoncertiften fonnen, 
in biefen gellen, i&rett <33la| bor bemglugelauffol<$e5lrt: nehmen, ba£ 
(te bie ^Begleiter feitwartö int ©eftc&te laben» 

i6. §. 

SSßet eine SDtujif gut aufführen Witt, muß brauf fe&en, baß et ein 
l'ebeö Snftrument, na$ feinem <8erl><lltniß, gebor ig befefce; unb niefrt bon 
fcer einen 9Crt ju biel, bon ber anbew ju wenig neunte. Schwill einher« 
j>4ltnifj borfdjlagen, welches, wie ict> bafür {»aire, jureidjenb, unb am 
beflen getroffen fepn wirb, ©en (llavicymbal berfte&e ify bep aßen 2ttup# 
ttn, jlefepn Heine ober große, mitbabep. 

3« wer Violinen nejjme man: eine %>v<xtfd)e, einen X>iO* 
lonccü, unb einen <lonttaviolon f bon mittelmäßiger ®ro>. 

3u fedf>© Violinen : eben baficlbe/ unb nodj einen 23affon. 

3» aefct Dtolinen gefrören: sn?o 23mtfct)en, sweene t>td.- 
(oncelle/ noct) ein Contratuolon , ber aber etwas gt&fjerifl als ben 
elfte; ycoeene öoboen/ ^woSioten, mt> $weene 25afibne. 

3u sefcnPtoltnen: eben bafielfre; nur nod> ein Ptoloncell 
mefer. 

SuswolfPiolincngefeßeman: bvey&vttfdyen, vietVio* 
loncclle, ycoeene (Eontrat>iolone, t>vey 23affon0 , tuer »5o> 
boen, vier flöten j unb wenn eS in einem Ordner ift, nocfcetneit 
Flügel mel>t, unb eine (El?eorbe. 

J>ie tX)alt>t?örner ftnb, nad)33ef^affenbeitber©tücfe, unb@uf« 
befutben beS Somponiften, fo wo&l $u einer Reinen M großen Wlufit 
trätbig. 

17. 5. 

Wad) biefer <£intpeilung , wirb t$ ttic^t fdjwer fallen, au# bie 

öüerjablreid)fte ?D?ufrf in ein get&riges Sßerbdltniß ju bringen: wenn matt 

uurbie^erme^rung bon bieren ju achten, bon achten tu jwöifen, u, f. w, 

in 9($t uebmen will. ©iefe $torfid)t i(t um fo biel n&tbiger ; ba ber gute 

31« Crfola 



» 



186 De» XVlI.3auptffütf6. IZbfönitt. Von fcen £t'g. je. 

Crfolg einer ?D?uftf , nidjt weniger »on einer in gehörigem SÖcrjjalte fre* 
^enbett SBefe&ung ber Sn^trumentc , alö bon ber guten 5l6fpielung felbjt, 
abUntf. 5J?and)e Sflufif würbe eine freiere SBirfung tbun, wenn es 
nid)t an ber gut eingeteilten SSefe&ung feplete. Denn wie famt eine 
3J?ufif gut Bingen, wo bie -^auptflimmen bon ben ©runbftimmett, ober 
wojjl gar ton t»en gftttteljftnimen übertäubet unb unterbrücfet werben ; b« 
bodj bie erftern bor aßen anbern fcerborragen , unb bie SRittelftimmen am 
aUerwenigften geboret werben fottten. 

18. §. 
3fl nun ein Slnfü&rcr mit allen feiger angeführten ©aben auege* 
jieret; (>at erbte notjjige ©efdjiflidjfeit/ bep einem Drdjefter alle bie gu* 
ten €tgenfrt)aften , fo ben bemfelben erfobert werben , nid>t nur bebürfen* 
ben %dü$ einjufübren , fonbern aud) ju erhalten : fo gereichet es bem 
0rd)efter »war jur (Jjjre; bem 2tnfü6rer felbftaber, ju einem ganj be* 
fonbern SKupme. ©enn weil, wie oben fd)on gefaget worben, ein Dr* 
cjjefter, unter bes einen Slnfü&rung, 6e(fere Sßirfung jjerborbringt, als 
unter bes anbern feiner: fo folget &ierau6, bafj nid)t alle Xonfünjllet 
jum 2infü(jren gefd)ift finb. Unb weil berfdjicbene, weldje, wenn fte gut 
gefäfcret werben/ fepr braf (tnb, bod) &um Slnfüpren felbjt nid)t bie ge* 
ringjre §a&tgfetr fcaben: fo fann man baraus bie SXedjnung madjen, wie 
Diel an einem Saline, ber alle ju bem Slmte eines guten mufifalifd)eit 
Slnfüfcrers erfoberlidxn @igenfd)afren befi&t, gelegen fep; unb was für 
große Sßorjüge ein fold;er in ber sjftuftf berbiene. 



©08 



£e§ XVII. £auptjiücf§ 

II. 2lbfct>mtf. 

9Son bett 3lipien*33iolim(im mS&efon&erc* 



[o wojjl aHe Söogentnftrumente über&aupt, alöaud) inöBefont)cre &ie 
Violinen, muffen mit foldjcn (Seiten bejogenfepn, weld)eeine, ber 
©röfje beö Snftrumentö gemäße «Stfafebaben: bamit bie ©enten webet 
ju jtraff , uod) su fdjfapp angefpamtet werben. ?[Qenn fold)e ju tiefe ftnb, 
»tri» ber Xon bumpfid)t; flnb fie aber ju bunne, fo wirb ber £on ju jung 
unb ju fcfjroad). (Deswegen mu& man fid) gerinne nad) bem eingefügten 
$one, ob foldjer tief , oberbodjift, richten, 

2. §. 

2öaö bei) richtiger Stimmung ber Violine ju $tolad)ttn ifr, wirb, 
weil eö alle 33ogeninjtrumente jufammen angebt/ im legten Sibfdjnitte 
mit nbge&anbelt. 

3. §. 

35eo ber 93toline unb ben ibr 4&nlid)en Snjtrumenten / fömmt e$ 
cigentlid), wegen beö Sßortrageö, am meiften auf im S5ogenfrrid) an, 
©urd) benferten wirb ber Xon au$ bem Snjrrumente entweber beffer ober 
fd;led)tet |jerau3gefcrad)t; burd) benfelben bekommen bie 3?oten tyr Seben ; 
burd) benfeUjen wirb bau $iano unb gorte auögebrütfet; burd) benfelben 
werben bie Effecten erreget; burd) benfelben wirb baS traurige bon bem 
Süffigen; baö <£wftt»afte bon bem ©djerj&aften; baö (Erhabene bon bem 
©d)meid)clnben ; unb baö sjflobefle bon bem gredjen unterfd)ieben : mit 
einem 3Borte, er ift ba$ Mittel , woburd), wie bep ber giote mit ber 
95ruft, 3«nge unb Sippen, bie muftfalifdje 3iu$fprad)e gefd)te&t, unb 
woburd) ein ©ebanfe auf mandjcrlet) 5lrt fann bera'nbert werben. <£i 
berftept ftd> jwar bon fid) felbfr, bafj bie Ringer bat 3!>tigeaud; bajubep* 

91 a 2 tragen 



i88 T)e& XVII. ^auptfrucfo ii. Hbfönitt 

tragen muffen ; la£ man ein gut Snftrument, unb reine ©enten fcaben mäfte. 
Slttein weil bei) allen tiefen £>ingen, wenn man nod)fo rein unb gut greift, 
wenn baö Snjtrument nod) fo wojjl flingenb, unb feie Renten nodjfo rein 
finb, i>od) ber Sßortrag febr mangelhaft fenn fann, fo folget barauS na* 
turlid), tag auf ben @tricf), in 2lnfepung beö SSortrageö, taö meijle ao* 
fommen muffe. 

4. $. 

3d) will biefeS burd) ein 93epfpiel erläutern. SDcan fpiele bie ^Jaffage 
Sab. XXII. §ig. i, in einem geladenen £empo, mit lauter langen bi$ 
ju @nbe beö 23ogen$ gesogenen ©trieben. 3^ an mäßige tjernad) bte San* 
ge be$ ©trieft, unb fpiele eben lieferen 9?oten, einmal um baS anbre 
immer mit furjern (Strichen. 9?ad)bero gebe man einmal bep einem \u 
ben ©triebe einen S5rucf mit bem otogen, bafc anbremal fpiele man e$ 
abgeflogen (ftaccato), unb mit tem SJogen abgefefcet. Ungeachtet nun 
eine febe 9?ote ibren befonbern ©triel) bekommen $at ; fo wirb bod) ber 
33ortrag ein föeimal anber£ feijn. Sfftm t>erfud;e (i gleichfalls burd) 
fcerfd)iebene 3lrtcit beö ©d)lcifen$; unb fpiele biefe ad)tü?oten alle mit 
einem ©triefte; ober aU wenn sugleid) $>uncte, nebft einem 95ogen, 
fiber ben 9Men tfünben; ober jwo^oten mit einem ©fridje; ober eine 
geftogen, unb brep gcfd)leifet; ober bie erfteu brep gefdjleifet unb bie 
feierte gebogen; ober bie erfte unb Vierte geftoßeu, unb bie jiuetjte unb 
britfe gcfd;leifet; ober bie erfie abgefegt/ unb bie folgenben alle ju jtooen 
unb twtn mit einem ©tridje gefc^leifet; fo wirb ber Vortrag ebenfo ber» 
fdjiebcn, wie im Moorigen fei)n. 

5. §. 

©iefeS Krempel fannfienugfenn, jubeweifen, wt'efdjablic^ber^i^ 
braud) beö 33ogen$ fepn, unb wie »erfdjiebene SBirfungen hingegen fein 
rechter ®ebraud; berborbringen fonne. 0ierauö folget, baß tS bep einer 
SXipicnftimme nid)t in ber «BiHfüjjr be$ Sßioliniften, ober irgenb eines 
önbern SSogenitiftrumentiften frebc, bie üftoten nad) feinem ©efaüen m 
fdjleifen ober abzuflößen; fonbern bafj er berbunben fep, biefelben mitbem 
JBogen fo ju fpielen , wie fie ber @omponijr, an benen Orten, biebonber 
gemeinen 2lrt abgeben, angejeiget §at 

SJionmerfe fjfer beiläufig, bfljj, roenn viele $iguren in einerlei ?(rt nacb eiflember 
folgen, tmb nur die erfie batien mit s Sogen bejeiebnef ifl, man aud) bie übrigen, 
fo lange feine anbere litt SRofen »orf&mmt, eben fo fpieten muffe. "?fuf qfet'cr)e 
?(rt verhält ficfys mit ben SRoten, w»orübev ©trieb« fielen. ®enn nur etroa $mo, 

bren, 



X>on ben &tpien »Ptolimßen in&btfonUve. 1 89 

bret) ober tofer üloten bamit 6ejeid)net jtnb : fo merben boct) bie übrigen Jftofen 
bie barauf folgen, unb »ort fefbiger 'Hrt unb ©eltuni jinb, ebenfalte ftaccato 
gefpiekt. Öfpne biefeS roücbc nirf)t allein bt'e »erlangte 2Birfung nid)t t)et»orge^ 
bracht roerben ; fonbern aucf> bie ©leicfyljeit beS 93ortrage8 niemals ju einer Sßo((= 
fcmmenr)eit fommen. 

6. $. 

(S$ (liegt a&et hieraus nod) weitet; fcag bie gute 5lu$n<i&me be$ 
Slccompagnementö, me&r auf Die Sßiolinijren, a(ö auf bie ü&rigen3it* 
frrumentiften anfomme: weil jerte feie sjJMobtein i&m ©ewalt alleine pa* 
je». SBBenit fte fcfylafrig ober nad)laf?ig fpielen, fonnen W andern bem 
Vortrage be3 5lccompagnement$ gar wenig aufhelfen, 2>eäwegen füll 
aud) Der 93ogenjhid) , alö ba$ bornepmfte Ur> bem Vortrage, in biefem 
Slbfdjnitte jufammen afegepanbelt werben / unb in ben anbern, wirb man 
ftcf; auf biefen bejiejjett. 

7. $• 

2JUe Cejjren oom Söogenjtridje abjupanbem, würbe nidjt biefeö ör» 
te$ fer)tt : weil icfypier fcfyon einen £efer, ber bie Violine, unb folg(id)aud) 
ben @tricf) berllept, borauöfe&e. 3d> will alfo nur geroifle &roeifelpafte, 
unb folcfye Steifen unterfucfjen, woben etwaö befonberö jubemerfen ifr, 
weld)c$ ber <5omponi|r nicfjt aßejeit anbeuten fann. 9lu$ iU{tn wirb 
man auf tu meinen anbern a'&nlic^en ^ade fernliegen fonnen. darauf 
will icl) {eigen, wa$ für eine 5irt bon «Striche be» jeber Slrt bon (Stücfen 
perrfdjen fuß. Unb enblicf) will id) baö/ roaö weiter noer) babep ju beob* 
flc&ten ifr , mit beibringen. 

8. §. 

£>ie £aupteigenfd)aft eines gut geführten 23ogenfrri8)ö ift bemnad): 
bafj bie Sftoten/ fo in ben hinauf* ober £erunter|rrid) geboren, fo biet 
<jlö moglid) itf, aud) alfo gefpielet werben. 

2Benn etliche ütforen auf einerle» $one borfommen, unb mit fonfo* 
pirten Sporen bermifdjet ftnb, mufj eine febe ipren befonbern ©trid) pa* 
ben, ober ber SSogen mug nad) ber fpnfopirten Store abgefe&et werben, 
f. Xab. XXII. §tg. 2. füllte man bie2ld;ttpeile frier opneSBieber&oluna 
ober opne 2lbfe&en be$ SöogenS fpielen: fo würben folcr)e nid)t allein fe&r 
fd)läfrig Hingen ; fonbent e** würbe aud) ein ganj anbrer @inn barauö 
entite^ett. Tsk w$ Uld)t? ober ^ecfwlmtljeilen 6eflef)enben gefd)winben 
9Joten biefer 2lrt, mülfen gleichfalls ui^t mit einem £)rucfe beS «Sogen« 

51 a 3 r mar? 



ipo £>ee XVU. 3aupt|lutfe. II. abfcfrnitt. 

ittarftrct werben , fonbcr» burd) beffelben SBieber^oIuna i^rcf eb&afttgfeit 
befommen. 

SNefe 2t^tt^ile.- f. Xab. XXII. gig, 3. muffen alle mit bem 33ogen 
marfiret unb fürs gefpielet »erben; unb wenn <Borfd)lage auf bergleid)en 
9?oten folgt n, mufj bie $tott bor btm 33orfd)Iage ebenfalls mit bem 5So* 
gen abgefetzt werben: um bit j»o «ftoten, fo auf eben bem<£one fteben, 
beutlid) unb unterfdjieben biren ju laflfcn. 

®enn im gefd)»inben 3«itmaaf e auf ein <?8iertt)eil im 9?ieberfd)Ia» 
gen etliche 5ld)tt(jeile ober <®ed)set;ntt)erte folgen, ti fen auf einerlei 
X»ne, ober im (Springen; fotput es gute SÖJirfung, wenn bat Sßier» 
tbeil im #erunterftrid)e marfiret/ unb ber 93ogert abgefegt wirb : bamit 
bat folgenbe 5ld)tt&eil ebenfalls im £erunterftrid)e gefpielet »erben fonne, 
f. Xab. XXII. 319. 4. bep £, 6, unb ©, ®. 

SBBenn j»o Üloten auf eben bemfelben $one borfommen, unb fein 
«Sogen barüber fre&t, f. Xab. XXII. gig. 5. fo muffen foldje nid)t jufam* 
men gebunben , fonoern burd) bin :Q3ogeujrrid) untergeben »erben. 

95er) biefcr 5lrt ftoten: f. %a\>. XXII. ^tg. 6. mufj bie lefcte im Xacte 
mit bem 93ogen ein »enig abgefegt »erben , um foldje bon ber im £>?ie* 
berfdjlage abjufonbern. £)ie snoepte 9?ote im Xacte, fo an bk erfle ge* 
fdjletfet »irb, famt man ttwa$ fd)»<fd)er aU bit übrigen auSbrucfen. 

3h luftigen unb gefd)»mben <Stucf en , mu§ baß lettre $ld)tt()eil bon 
einem jeben balbcn Xacte, mit bcm93ugen marfiret »erben; f. Xab, XXII. 
gig. 7. baö erfte @, baö j»epte @, unb baö 3. 

953enn eine furje 9iote an eine lange gebunben ifi, f. Xab. XXII. 
gtg. 8. fomufj bie lange 9?ote, unb nidjt bie f urje , burd) einen ©rucf 
mit kern SSogen marfiret »erben. 

SBenn auf ein 5ld)ttt)eil jwct> ©ecr)jcr)ntl)eile folgen , fo mufj baS 
2ld)ttljeil mit bem 23ogen marfiret, unb abgefegt »erben, al$ »enn ein 
©trid) baruber jlünbe; f. Xab. XXII. $ig. 9. 

93ep $ig. 10. werben, im 5lttegro, bie j»ente unb britte 9?ote im 
hinauf (Irtd)e, iebod) bei) bem ^Juncte mit einem @int)altcn ober Wfafyt 
gemacht ; bie folgenben j»ep © aber befommen bepbe ben herunter. 

find). 

Sep^-u. »irb ber £erunter|rrid) be» bem j»epten <S »ieber* 
Dolet , unb fo aud) &et) bem 0, nad) bem <£ im feierten Sßiertbeile. &m 
ber(]lcid)en gcftf)ici>t , »enn nad) einer »eigen 9?ote <&ed)ser)ntt)eile folgen. 
23cfic(>t aber baß erfte unb britte Sßiertbeil au* bier eed;iepntbcilen: fo 

muß 



Von fcen 3Kipien*X>iolini\ttn inebefonfcere» 191 

ntug olSbenn, nacktem jweptenunb dritten SSiertpeile, berSSogen ah 
ejefefcet , unb roieber&olet wetten. 

93ep Sßiertbeilen , ot>et Hc&tt&eilen, fo mit Raufen' bon eben ber 
©eftung bermifcfcet finb, ba bte Raufen öoran flehen , unb in ben lieber* 
fc^lag fommen, f. Xab. XXII. gig. 12. mufj tebe f^ote mit bem hinauf» 
jtrid)e gefptelet werben. 

3m gefcf)winben 3eitmaaße , fpielet man bep ber 5(rt '■Koten : 
f. £ab. XXII. gig. 13, bieerjleim $erunterftrid)e, bie folgenben brep 
aber im £inaufftrid)e. 3m langfamen Xempo pingegen , ift bic 5Sir« 
fung biel reijenber, wenn alle biet 9?oten in einem (Striche, iebodjmit 
einer fieinen 2lbfe$ung beö SSogenö nad) ber erfren Nott, borgetragen 
werben. T>ie folgenbt n biet 3?oten werben auf gleiche SttJeife im £inauf« 
ftridje genommen. S3ep ber erfren 3lrt, im©efd)winbeti, wirb ein ©trief) 
Aber W erfre, unb ein 93ogen Aber bie brep folgenben; bep ber jwepten 
2lrt ; im fangfamen, aber/ noef) ein 33ogen mepr über bier 9Men gefe* 
%tt, wie biefeö Krempel auSweifef. 

9. §. 
£>ie 9Men bep gig. 14. Sab. XXII. werben ®tricf) bor ©trief) a,t* 
fpielet, unb nid)t mit SSJieberbolung beS Jj?erunterftrid)ö; ei muß aber 
baS © im erfren Xacre eben einen folcfren ©ruef im £inauffrrid)e befom* 
men, wie baß erfte @ im £er untertriebe; unb fo aucr; im jwepten £acte 
baß @. 

5Iuf greife 2lrt werben ben^ig. 15. Xab. XXII. bie9Men ebenfalls 
©trief; bor@trid) gefpielet; jebod) mit bem Unterfdjiebe, bajj bie bierte 
9?ote ben 2)rucfbefomme, wie bie erfte. 

©ie Acoren, lab. XXII. gig. 16. fonnen auf&weperlepSlrf, gteief) 
flut borgetragen werben : wenn namlid) ber Sßiolinift im jjinauffrridje fo 
geübet ift, nU im f>erunterftncf)e. Sntweber fann man jebe 9?ote bie= 
ftß Srempeß mit einem eigenen <25trid)e berfeben; ober man macfje baß 
erfte 51 unb <? im £tnaufftrid)e, febodj Unit Noten wobt unb furj mar* 
firet: fo wirb jtvar bie '•JBtrftmg glcid) gutfepn; bie leßtere 2lrt borju* 
tragen aber, ift bep bieleit anbern unb neuern SSorfdKen fe&r nü>[irf\ 

©er 93eweiö ^terfort ift gleid) im folgenben «Srempel Xat. XXII. 
Sig. 17. ju ftnben. .f)ier muß, ber ^olge wegen, baß € unb © im er* 
ften, unb baß & unb Jf> im jwepten Sacte, im jP)maufftrid)e gefpielet 
werben: wenn anberö bic 2tuönabmc gut fepn foß, 

Sbeti 



C: 



i92 T>c& XVII. 3<uiptjiücfc>. n. Zbfdynitt 

Sben biefe 58efd)affenbeit W e$ mit Denen «RotenSab. XXII. §ig. 15. 
wenn ndmlid) baö Xempo fc^r gefdjwinb ijt; l»efont>erö wenn fcie g^ote« 
aufeinander liegen, wie bet) t>en sweenen legten Xacten. <g$ ermübet 
t>j«fe 9lrt öud) bep weitem nid;t fo, aß wenn 9toe t>otr S^orc geftrid)eit 

wirb. , , 

SDiefe 5lrt Potent f. £ab.XXII. §ig. 19. fonnen auf jwetjerlep 2lrt 
<tuggefü&ret werben. Einmal <3trid) bor ©trid) , o&ne SBtebcr^oimt<| 
t>e$23ogenS; wennnämud)ba$$empofebrgefd)winbift, unb feine <JJaf* 
fagien bon ©edjjebntbeilen mit untermifd)et finb. ginget ft'd) aber tiefe 
9ßermifd)ung; fo muß nad) berbritten3?ote, im erfren Jactr&eile , Der 
SSogen abgefe&et unb wieberbolet werben. Unb weil in biefer Sactarr, 
bie Begleitung mebrentbeiß fo befdjaffen ijl, wk in einem <3iciliano, 
ttamlict) binfenb, ober aüa Sm&i *>a nad) einem jebeit föiertbeile ei« 
Sldjttbeil folget/ weldjeö im gefdjwinben Settmaage etwa« bebenb geffte* 
Iet werben muß; fofepman bemnbet, biefen «Roten baö rechte @cwid)t 
ju geben ; unb bäte ftd) , bajj man bem "Siertbeile nidjt etwaö abbreche, 
unb fold)eö bem folgenben 5ld)ttüei(e julege: benn baburd) würben tie 
«ßiertbeile unb 9ld)ttbeile einanber fajt gleid), unbber^ed^adjttbeilfact, 
in ben gweptoiertbeiltact berwanbelt werben. iRod) mebr bäte man ftd) 
baö ISiertbeil ju lang, unb ba$ 2ld)ttbeil ju furj ju mad)en: fonjt würbe 
e$ fdjeinen aß rodren eö punctirte SRoten in einer geraben Sactarf. Um 
aber tepbeS iu bermeiben, barf man fid) nur be») bem 23iertbeile jwe»> 
$ld)tt&cile, Don ber ©efd)winbigfeit be$ folgenben Sidjttbeiß, in ©ebanfen 
»orjießen ; (b wirb man biefe gebier nid)t begeben. 

10. §. 

Sie oben' erfoberte gleid>e ©tdrf e unb Hebung be$ #inaufffridß f» 
wobt aß beö £erunterftridß, ift, bei) ber ifjigen mufifalifdjen ©djreib* 
art , b6d)ftn6t£ig. £>enn wer bergleidjen uß feinere gebrad)te ©ebanfen, 
fj batinne borfommen , fielen will, unb ben obigen 9Sortbeilnid)tbat; 
bei wirb anftatt eine* gefälligen unb leisten Vortrages, nid;tö aß eine 
wtbrige £foe boren lajfen. 

11. §. 
Umaberben95ogenftrid>egaI, unbfid) feiner im£inauf=unb.£>erun* 

teqieben gleid) mdd)tig ju madjen , nefrme man eine ©tque, ober (Sana* 
rie, im ©ed)$ad)ttbeiltacte, worinne lauter ctngefdjrodnjete «Roten be- 
finbltd) ftnb, unb bintcrbererfrcnboitbrcpenein ^unet (kbt, &ur Uebmtg 
vor 9flan gebe jeber SRotc ibren befonbern ©ttid) ; fo ba$ bie erfte unb 

britte 



Dön fcen Ut'pt'en , X>iolini jlert insbef öntore. 1 9 5 

britte 9Me einer febctt gigur, oljite Söieberbolung beö «öogcnö/. bal& 
tn itn Jperunter * 6alt> in ben .f)ittaufftricf) fomtne: bie Stfore nad) bem 
^Juncte aber, fpiele man allejeit fe&r furj unb fd)arf. Ober man tibeein 
@ttuf bon oben getastet: Xacrart, in wdcf)jm ber erftc Sacttbeil aus 
Bier 9Meu , na'mlid), jwep @ed)je&nt()eilen anftatt bcö mittelfren 5ld)t* 
t(jeil$, ber jwepte aber aui brep SRoten befte&e; bamit in einem {eben 
Xacte, eine ungerabe 3aj>l bon Sftoten borfonime. 

3?ad)!)er berfudje man eben baffelbe ©tüd 1 , ojjne^uncte, bod)ojme 
SBieberbolung beö Bogenö, wie Xriolen, ober wie gefd)winbe 2ld)tt{>eil< 
im <Sed)3ad)tt(Jeiltacte. 

tylan nejjme ferner ein Krempel im fd)led)ten Xacte bor; ba enfwe* 
ber auf ein febeä Sßiertpeil bier @ed)jel)nt&eile, ober auf ein jebe$ 
2id)ttl)eil jwep @ed)$epntbeile folgen; bie 9?oten aud) balb fpringenb, 
balb ftufenweife ge&en. «Jftit biefer Uebung fapre man fo lange fort, bis 
man wahrnimmt/ bajjbie giguren, weld)e |td) mit bem .ptnaufftrid)e an-- 
fangen, dtn fo flingen, ali bie mit bem £erunterftrtd)e. 5J?anwirb 
burd) eine folcfye Uebung einen großen iftufjen berfpüren, unb bcn 2lrm$u 
allem was bDrfommen fann , gefdjicPt mad)en. ®enn obwoljl gewiffe 
9?oten, norpnxnbig im |)erunter(trid)e genommen werben müden; fofarnt 
bod> ein erfahrner Sßiolinift, ber ben 95ogen bellfommen in feiner ©eroalt 
5at, biefelben ebenfalls im £>inaufjrrid)e gut auöbrücfen. ©od) aber 
mu$ aud) md)t ein jeber, au§ biefer grepjjeir b^ 23ogenö, einen §D?i& 
braud) mt!d)en: roeil bei) gewiffen ®elegenljeiten, wenn na'mlid) eine 
9?ote bor ber aubern eine befonbere @d)drfe crfobert, bennod) ber #er= 
unterftrid) bor bem |)inaufttrid)c einen *?8orjug bepalt, 

12. §. 

3m 5lbagio, muffen bie fd)leifenben SHoten , nid)t mit bem 23ogen 
gerücfct, ober tocfiret werben; eSwdrebemt/ ba£ jugleid) Q)mtctc un= 
rer bem Q5ogen über ben 9?oten jltinben; f. Xab. XXII. gig. 20. @3 
müiTen aud) feine fogenannten pincemens babcp angebracht werben/ am 
roenigfien wenn fie nid)t angebeutet ftnb : bamit ber Effect, bcn bie fd)leu 
fenben 9?oten auSbrücfen follen, auf feine 2ßeifcberfjinbert werbe. <Ste« 
(Jen aber an ftatt ber ^Juncte, <Strid)e; wie bei) ben jroo lc$reu 9?oten in 
bkfem <5rempel &u erfepen ifr; fo muffen lic 9Wen in einem SBoiienftridje 
fdjarf gefrofkn werben. SDeun, wie jwtfd)en ben <^rrid)en unb g>unctcn, 
wenn aud) fein 93ogen bantber ftebt, ein Unterfd)ieb ju madjen ift: ba$ 
ndralid) bie 2^oten mit ben @trid;en abgefegt; W mit ben ^Juncten aber, 

Söb nur 



194 De© XVIL gauptjiädfe. II. 2lbfcf)mtt. 

nur mit einem furjen 35oöcnfiticI;e, unb unterbauen gefpielet werten 
muffen : fo wirb aud) ein gleicher Unterfc^iet» erfobert, wenn Sogen 
trübet (leben, £>ie «Striae aber f ommen mebr im Stllegro als im Slba» 
gio bor. 

3Benn tiefe 3lrt bon @ed)sebnt$eilen: f. £ab. XXII. §ig. st. im 
Jangfamen Seitmaage, fd;on Vorgetragen werten fotten; fo mujj aßejeit 
baö erfle bon jwepen, fo wo&l im 3«itmaafje, alö in ber <«5tärfe, fdjwerer 
fepn alö batf folgenbe : unb bier mufj ba$ £ im britten Xactgliebe bey 
nal?e fo gefpielet werben, alö wenn hinter bem £ ein <punct flünbe, 

13. $. 

SÖenn im Slbagio über punetirten Potenz Söogen fte&en, f. Sab. 
XXII. $ig. 22; fo mu§ bieSftote nad) bem ^unetenidjtgeftDfjen, fon* 
beru burd) ein bevlierenbeö g>tano, an bte erfte gefd)leifet werten. 

äßenn binter ber jwepten 9?ote ein ^Junct (lebt, mufj bie erfle, 
im Sütegro, fit mag swep. ,pber brepgefdjwdnjet fenn, fe&r furj, unbmit 
bem Söogen flarf gefpielet ; bte mit bem <punte aber gem48iget , unb mit 
bem 93ogen bis jur folgenben unterbalten werten. 3m Slbagio mufj bie 
erfle ebenfalls fo furj , wie im Stttegro, bod) ebne foldje @tdrfe gefpielet 
werten \ f. Xab. XXII. ^ig. 23. SEBennbiefe 9?oten ibre rechte SBirfung 
tbun fußen; fo mufj allejeit ju swoen nnb jwoenber SBogen wieber&olet 
werten; fo lab immer wo, nidjt aber bier auf einen ©trid) fommen. 

Sflitber, Xab. XXII.gig.24. beftnblid)cn5lrt9?oten, bateögleidje 
93eroanbtnif<. 9tur mufj man ftd)babei), nidjt eitteö langen, bafligen, 
unb fd)(ippenben, fonbern eines gelaffenen, unb furjen 93ogenflrid)g be* 
bienen: ©onft würbe ber 3luebrucf jufred) unb wiberw<frtig Hingen. 

3n langfumen <2tü<fen, muffen bie mit gvjitcten berfebenen 3Id)t* 
tbeile unb @ed)jebntl;eile mit einem fd>weren @trid)e nnb unterbalteti 
ober itouriffant gefpielet werten. £>en 93ogen mufj man nid>t abfegen, 
aU wenn auflaft ber ^Juncte Raufen flünben. £>ie *puncte muffen biö ju 
bem (fugerflen <5»ibe ibrer ©eltung gebalten werben: bamit eö nid)tfd)ei* 
ne, als ob einem bie geitbarüber lang werbe; unb baS Slbagio ftd) nid)t 
in ein 2lnbante berwanbele. 3Benn @trid)e brüber (leben , fo bebeuten 
fokftc, bafj bie 9?oren marfiret werten muffen. £)ie nad) bem g>unete 
fommcnbeit toppelt gefdjwdnjten 9?oten, muffen fo wobl im langfamen 
als gefd)tvinben gf'tmaage, aflejett febr furj unb fdjarf gefpielet werben: 
weil bie punetirten 9?oten, überhaupt ttwaü ^3rdd)tigeö unb ^rbabeneö 
auöbrücfen; baber eine febe ^ote, fofern feine 23ogen barüber flcben, 

ibren 



Von &cn Ripsen» Dtoltniffrn inebcfortöcre. 195 

i^rcn befonbern JBogenftrid) erfoberf, weil fon|tnid)t möglich ift, btcFurje 
9?ote liüd) tcm «puncte, burd) einen SKutf beö33ogeng fo fd)arf au$su» 
brücfen: aU e$ t>urd> einen neuen $tnaufftricfj gcfcfyeben fams. 

14. $. 

SBenn im langfamen S'itmaaße fleine jjalbe 'Jone unter ben ©cfanjj 
bermtfd>et ft'nb, f. Sab. XXII. %\q. 25. fo ttiüiTeu biejenigen, foburdj 
ein Äreus ober 2BieberberftetlungS;3etd)en er&6l;ct ftnb, etwa3 ftärfer 
als bie übrigen geboret »erben; n>c(djcö burd) ftarfereö 2Uifbrütfenbe3 
23ogen$, bep ©cpteninftrumenten, bep bem ©ingen unb ben Q^taötn* 
ftrumenten ober/ burd) ^Bcrfldtrfuncj beS 3Binbe$ bewcrfftctltgct werben 
fann. 2Benn jwo Stfoten borfommen, beren le&te um einen balbe«. 
Xon erhöbet ober erniebriget wirb, bie aber einen 33ogen über fid) ^abetf/ 
f. Sab. XXII. gig. 26. fo tbut e$ beffete SBirfung, wenn bie jwcpfe Note 
mit bem folgenden Ringer genomimn, unb juglcid) ber 33ogcnftrid) ju 
berfelben berftarfet wirb, al$ wenn man fie burd) baö |>uiauf * ober £er* 
unterfd)ieben be$ gingerö angeben wollte. Senn imüan.ofamen mu§ es 
flingen, als wenn e$ nur eine 9?ote wäre. lieber jjaupt merfe man, bafj 
aud) ben einem gefd)rctnbcn SMmatöt , wenn etltd)e flöten ju löier* 
tbctlen ober falben £acten burd) ba8 @rbo()ung$>seid)en erhöbet, ober 
burd) iai b erniebriget werben, befonberö wenn berglcicfyen etltdje ftufett« 
miit nad) einanber, entweber auf* ober abwdrtö folgen, f. Sab. XXII. 
$ig. 27. man bicfelben unterhalten , unb mit mehrerer «Starte unb ^raft 
«1$ anbere fpielen muffe. 

15. $. 

Sttit gleicher §5tdrfe unb Unterhaltung beS SoneS muffen aud) bie# 
jenigen langen 9?oten gefpielct »erben , weldjc unter gcfdjwinbe unb leb* 
bafte gemifd)et ftnb. 3. <£. f. Xab. XXII. ftig. 28. 

16. §. 

SBenn nad) einer langen 9?ote, unb furjen <paufe, orcpgefdjwa'njre 
flöten folgen , f. Xab. XXII. gig. 29. fo muffen bie le&tern allejeit fefcr ge* 
fdjroinb gcfpielet werben; eS fei) im 2lbagio ober 3l(legro. Seewegen 
mujj man mit ben gcfdjwiuben Sftoten, bis jum dufjerften (£nbc bcS £t\u 
maafjeg warten, um baö ®leid)geroid)t beö Xacte$ nid)t ju berrücfen. 

SBenn im langfamen 2lflabrebe, ober aud) im gemeinen gerabe« 
Xacte, eine @ed)jel;ntbeilpaufe im <ftieberfd)lage fte^t, worauf punctirte 
Ü?oten, f. XXII. gig. 30.31., folgen; mug bie ^Jaufc angefeben werben/ 
alö wenn entweber noc() ein «puret, ober nod) eine balb fo biel geltenbc 

93b 2 ^Jaufe 



i9« Bee XVII. öauptjlütfe. IL 3bi$nttt. 

fJJaufe ba&inter flünt>e unb bit barauf folgenbe 3^ote, nod) einmal mein: 
ßefd)w4njet wäre. 

17- §. 
5Öenn ein langfameS unb trauriges StÄcf mit einer 9?oteim 5tuf* 
beben tteö SacteS anfangt, fte fep ein2ld)tt|)eil im gemeinen geraten, ober 
ein SSicrtbetl im Sltlabrebetacte, f. Xäb. XXII. $tg. 32. 33; fo mug 
biefelbe fftote nid)t $u &aftig unb frarf , fonbern mit einer geladenen unb 
langfamen Bewegung beö 93ogen3, aud) mit junebmenber €5tdrfc be$ 
XoneS, angegeben werben : um ben Slffect ber Sraurigfeit gehörig aus* 
jubrÄtfen. 3J?au mug fiel) aber ben einer folcfoen 9?ote nid)t langer auf* 
galten als ti baß geitmaae erfobert, bamit bie übrigen Snftrumentifren 
baburdj baö rechte 2empo gleich, faffen tonnen. 3m weitem Sortgange 
beö ©tücfs, fann man mit bergleidjen langfamen 9?oten eben fo ber* 
fahren. 

18. §. 
©ie gebrochenen 5lccorbe, wo brep über bier ©enten mit einem 93o< 
genfiridjc auf einmal berühret werben, ftnbbon jroeoerleo 5lrt; f. tah 
XXII. §ig. 34. 35. 95ep ber einen, wenn eine ^Jaufe folget, mug ber 
SSugen abgefegt werben: bei) ber anbern aber, wenn feine 9>aufe folget, 
bleibt ber SSogen auf ber oberften @epte liegen. 93e» bepben Slrten, 
muffen bie unterften, fo woöl im langfamen als gefd)Wtnben£empo, nid)t 
angehalten , fonbern gefd>winb nad) eiuanber berühret werben : bamit eö 
nidjt fringe, aU wenn es, burd) einen Slccurb gebrochene, Xriolen w& 
ren. Unb weil biefe Slccorbe gebrauchet werben, baß ©eborunbermutbet 
burd) eine |>eftigfeit m überrafdfren ; ^ muffen btejenigen , auf welche 
Raufen folgen, ganj fürs, unb mit ber gr&jjeffrn ©tärfe beSSBogenS, 
ndmlicr) mit feinem unterften Xbeile gefpiclet werben ; unb fo biel alä 
beren nad) emanber folgen, jcber mit bem £)erunteifmd)e, 

19- § 
Sßon ber berfdjiebenen 2(rt ber $$orfd)lctge, unb tbrem 3eitmaage, 
ift swar bereite im VIII. |>auptftüif e gebanbelt worben. ©Seil aber uidjt 
ein jeber Sßiolinift bie 2trt beS 3ungenftogeS berftebt, um ben 23ogenfrrid) 
barnad) eiuauridjten : fo iß notbig, bier biefer wegen eine Srtlarung ben* ' 
jufügen, unb überbaupt eineSXcgel ffltt ju fcfjen, ndmlid): Sine jebe 
borgefcfjte fleine 9iote, |?e fei) lang ober für §, crfpbert ibren befonbern 
23ogenfrrid); unb mug niemals an bit t>orctel;enbc £auptnote gefd)lei« 
fet werben; weil fte anftott ber folgenfcen £auptnote angeflogen 

wird 



Von fcen 1Mpim*X)iQUnifien inebcfcnbcte. tgy 

n>irt>- £)ie Uebcrjcugung bavon ifl auö ber ©ingmuftf ju nehmen. 
SOJan Wirt» finbcn, Dag ein ©dngcr, woferne er bet) folget ©elegenljeit 
SBortc auSjufpredien bat, bicjenigcn ©nfben, fo unter bie |>auptnorett 
geboren, nidjt unter beufelben/ fonbern unter K'n borbaltenben fleinen 
^ore» auöfpridjr. 

§. 20. 

£>ie langen l ?ßovföU$t, fo tjjre Seit mit ber folgenden OMen tuet; 
Ien, mu§ man im Slbagio, übne fte ju marfircn, mit bem 93ogen an ber 
@ta e rfe warfen laden, unb bie folgenbe Note fad)te brau fcfyleifen , fo 
bag Die S3orfd)ldgc etwaö jrarFcr, al£ bie Darauf folgenben 9?otett, Hingen. 
3m SlUegro bingegen fann man Die Sßorfd?l<fge ein wenig marfiren. JDie 
furjen £ßorfcf)lage/ ju midy:n Die, fo jwifdjen Den unterwarf flcjjenbctt 
Xerjenfprnngen freien, geredjnet werDcu, müiTcit gans furj unb weid), 
unD fo nu faa.cn nur wie im 23orbenge(jett berühret werben. 3- @- bkfc, f. Tab. 
XXII. ^ig. 36. 17. Dürfen nid;t angehalten werben, jumal im langfamen 
Scmpo: fonjr flingt e£, al$ wenn fte mit orbentlidjcn 9Mcn auögcbrk 
efet wa'ren, wie gig. 38. 39. ju erfeben ift. JDicfeö aber wüiie nid)t nur 
bem @inne De6 (Jomponiften, fonbern aud) ber fcanjöfifc^en 5lrt &u fpie* 
len, »on welker biefe 23orfd)lage bod) ipren Urfprung \>aoe\\, wwibet 
femt. Senn bie fleinen Wattn geboren nod) inbiegeitbertoorbergeben: 
ben Store, unb bürfen alfo nicfyt, wie bep bem jweptcn Krempel ftept, 
in bie Seit ber folgenben fommen. 

21. §. 

SBenn im langfamen Sempo ?wo Heine emgefcbwifnjre Nbtdjen bor* 
fommen, fyntet bereit erfterer ein 'punet jrebet, f. $ab. XXII. gig. 40; 
fo befommen fel&ige bie Seit t>on ber Darauf folgenben ^auptitote ; bie 
.£>auptnote fel&ft aber, nur Die geit bon bem <puncte. @ie mÄffen mit 
t>icl Effect gefpielet, unb auf bie 3lrt auögebrucf et werben/ wie bie9?oten 
bei) §ig. 4 1 . jeigen. 50?an mufj bie mit j weenen g)uncten berfebenc Note im 
.^erunterfrridje nehmen , unb ben Xon an ©tdrfe wacrjfen laden ; tie 
jwo folgenben, burd) ein berlierenbeS ^Jiano, an bie erftc fdjleifen; bie 
leöte f urje aber mit bem |)iuauffirid)e wieber erbeten. 

22. §. 

3Benn aber Dergleichen Sanieren mit orbei:tlicr)cn 9?otcn auggebrü* 
efet (tnb, f. Xa6. XXII. gig. 42. fo muffen felbige, in einem 9vitorneIl ( 
nad) ibrer geborigen ©eltung gefpielet werben : jumal wenn bie ©timme 
mebr alö einmal befe^et ift; »ber wenn eine anbre @timrae biefelbe §igur 

S3b 3 m 



i 9 8 De© XVII. ^auptjfucfc*. Il.3bf#mtt. 

in terjen oiet ©erten, mit t>er crften auf gleiche Sit* mit madjet. ©ie 
erftern ftoten, worüber ein SSogen ftcbt, müden im herunter* unb feie 
iroo le§tern , im .£>inauffrrid)e genommen werben. 

23. §. 

•Die wo ffeinen jwepgefdjwanjfen fJMcn, f. £a&. XXII. fttg. 43. 
weldjeme&r im franj6ftfc^cn alö italidnifd>en ©cfd>mocf e üblid) finb, müf* 
fen nidjt fo laitafam wie bie übe« befdjriebenen, fonbernpracipitantgrfpiclet 
werben , wie g-ig. 44, ju erfc&en ift. 

24. §. 

Sßon ben Xrillern ift im IX. .£>auptftü(f e überhaupt gc&anbelt wor» 
ben: weswegen id) mid) pier barauf bejiepe. .frier will id> nod) anmerfen, 
bag, wenn übet etlidje gefd)roinbe 9?oten drillet gefdjrieben ftnb, ber 
Soor-- unt> S)?ad)fd)lag, wegen Äürje ber 3 eit / n»d>t allejeit ftatt ftnbe: 
fonbern tafj öfters nur balbe Triller gefd)lagen werten. 3ft ter "Soor* 
unb Sftad)fd)lag nur bep ber erften SRotc angejeiget, f. Xab. XXII. gig. 
45. fo Perfk&t fid) , ba§ man bie folgenben Xrtller auf gleite Slrt fdjta« 
gen muffe. 

@tebt ein Xtißer über einer Xtiole, f. %ah XXII. $ig. 46. fo 
mad)en tie jwo legten Stfoten ben 5?ad)fd)Iag au*. 

5öenn etliche fluten/ auf ebenbem £one, aneinander gebunbett 
ftnb, unbüber ber erften ein XrtHer ftett; mufj ber dritter biösum€nbe, 
o&ne SfBicterpoluug t>eö 93ogenftrid)$ unterhalten werten: f. Xab. XXIL 

S»9- 47. 

®enn bot iwo gefijwinten 9Wen ein Sorfdjlag , unb hinter ber 
britten ein ^Junct fte^t, f. Xab. XXII. gig. 48. fo mu§ biefe gigur bi* 
anbie le&te 9?ote, in einem 33ogenftrid)e, fejjr gefdjwinb unb pr<fcipi* 
tant gefpielet werben. @tebt aber an (tatt beö puncto eine <paufe, fo 
wirb ber SSogen abgefegt. 

3Benn bor punetirten 9ioten IßDrfdjIdgefteben, f. Xab. XXII. gig. 
49. fo muffen weber Xtitter nod) SJJorbanten angebracht werben» ®te* 
ben aber über bergleicben flöten/ fte mögen fteigenb ober fallenb fep, 
XriUer, ober, anftatt ber <puncte, Raufen: fo berfte&tfid), bag man 
tie Triller ofcne 9?ad)fd)lag madje ; unb bei) ben «puneten ben SBogen 
abfege. 

SBJenn äße ^nftrumente mit bem SSaffe im Unifon geben, taö ift, 
alle eben tiefelben ftoten fpielen W ber S3ajj fpielet, eö mag eine ober 
meprereDctabenpo&erfepn, fotputein langfamerXriüer, wenn er ton aßen 

in 



X>cn t>en Ripsen 'Dtobrnfien inebefonfcere. 199 

in einerlei) @efd)winbigfeit gefd)lagen wirb, belfere Wittum t als ein 
ganj gefd)winber. £)enn tiefest gefdjwinbe Q3eweguitg, wenn fie mit 
bieten Snjtrumenten jugleid) gefd)ie()t, feerurfadjet me(jr Sßerwfrrung atö 
©eutlicrjfeit; befonberö an einem Orte wo cö fc^altef. Seewegen mu§ 
man alsbenn bie ginget/ in ein«: ntßfjtgen ®efd)rothtig?eit, egal , bod) 
ttwat {w&er als fonjt aufgeben. 

25. $. 

93iö &ie&er fcaben wie ben 23ogenfrrid), an jtcr) felbfr, unb wie ein« 
jelne 9?oten in benfelben eingetjjeilet, unb burd) ijm auögebrücfet werben 
muffen, betrachtet. ^?un ifl not&ig abjubanbeln, wa$ für Wirten beö 
S3ogenftrid)S, ein jebeö <3tucf, ein jebeS geitmaaij, unb eine jebc auö« 
jubrücfenbe ©emütjjSSewegung erfobere. £>enn btefe lehren ben Sßiolu 
niften, unb alle iit fid) mit 55ogeninjtrumenten befdjafrigen, ob ber 
©trid) lang ober fitrj, ferner ober leid)t, föatf ober gelaffen fenn folle. 

26. §. 

Ueber&aupt ifl anjumerfen, ia$ im Slccompagnemenf, infonber&eit 
Ben lebhaften «Srücfen, ei:t, nad) 5Jrt ber ftranjofen geführter, furjer 
unb articulirter SSogenftrid), biel belfere SBtrfung. t&ut, al£ ein italiäni» 
fd)er, langer unb fd)leppenbcr €5trid). 

5>a$ 2nicejro, Wcgvo aflai, 2Ulearo bt molto, Prcjlo, 
Diüace, erfobern, befonberöim Slccompagnement, wo man ben biefer 
9lrt bon@tucfen me&rta'nbelnb alö ernft&aft fpielenmufj, einen lebhaften, 
ganjleid)ten, toefirten, unb fe&r furjen SSogenjfrid): to<^ mujj eine 
gewiffe ?D?4ßigung beö tonet babeo in 2ld)t genommen werben. 

3jt Hß 3Megro mit ltnifon untermifdjet; fo mug eS mit einem 
fdjarfen 9Soqenftrid)e , unb jiemlid)er ©tarfe beSXoneö gefpielet werben. 

€in 2ülcgretto, ober ein Slllegro 1>a$ burd) folgenbe babe» fte* 
|>enbe SBorre, alö: non prefto, non tanro, non troppo, moberato, 
u. f. w. gemdgiget wirb, mufj ttwa$ ernft&after, unb mit einem jwar 
ttwa$ fd)weren, bod) muntern unb mit jiemltd)er Äraft »erfebenen 23o= 
genfrrid)e, auögeffibretwtrben. ©ie@ed)jebitt&eileim3Jllegrerto, fowie 
im Slllegro bie 2ld)ttbeile, erfobern infonber&ett einen ganj furjen 93ogcn* 
flrid): unb muf? berfclbe nid)t mit bem ganjen 3lrme, fonbernnur mit 
fcem ©elenfe ber £anb gemadjet, and) mebr tccfiretalö gejogen werben ; 
fo bafj fo wopl ber 2luf< als lieber jtrid), burd) einen ©rud> einerlen 
€n*igung befomme. 35ie gcfdjwinben ^affagien hingegen / muffen mit 
einem leisten 33ogen gefpielet wa-beu. 

€in 



200 De© XVII. öauptjKttfs. IL 3bfd)mtt 

gin TLtiofo, Cantabtle, @o<u>e, 3Dolce, pöcö anbaute, 
»irb gclaffcn , unb mit einem leiste» 33ogenftrid)e , porgetragen, 3(1 
aud) gleid) t»aö 5lriofo mit berfc^iet>eneH arten twn gefc{>tttini)en 9?otcn un* 
termifdjet; fo bedangt eö toc() ebenfalls einen leisten unb gelaffenen 
©trief) beö 23ogenö. 

€intTCaej?ofo, pompofb, ^ffmuofo, 3bagtofptritofo, 
wiU ernft&aft, unb mit einem etwas ferneren uni> fcfjarfen ©triebe ejefpie* 
let fepn. 

©nfangfameö unb trauriges @tucf, n)d(5e^ i>urd> bie 2ßorte : 2lfca« 
gtoaffat/ pefante, ilento, £ai*goaffat, tTIe|lo, angedeutet 
witb, erfobert bie größte SftdfHgung be£ Sonetf, unt>t>en langte»/ ge. 
laffenjten , unt> fctjnjcrcften S3ogenftrid}. 

Sin @of?enuto, welches baä ©egentbetl bon Um weiter unte» 
Dorf ommenben ©taccato tff, unb au$ etuem an einander bangenben ernft* 
(jaften barmoniofen ©efange befreit/ worinne btele punetirte, jujwoett 
unt» jwoen an einanber gefd)leifete -flöten mit angetroffen werten, pfleget 
man mebreutl;eilS mit Um 38orte : (Z5rape ia betiteln, TWwegen muß 
e$ mit einem langen unt> ferneren SSogeuftridje, febr unterhalten unb ernft* 
baff, gefpielct werten. 

3n aßen langfamen @tucfen mu& infonberbeit baö SJttornell, bor* 
ttebmlid) wenn punetirte Stfoten borfommen, ernftbaft gefpielet werben : 
bamttbie concertirenbe Stimme, wenn folcf)e benfelben ©efang ju wie* 
berbolen $at, ficf> bon bem Sutti unterfetjeiben fonne. <3tnb aber fc^met. 
cpelube ©ebanfen mit untermenget; fo muffen felbige auf eine angenebme 
2lrt borgetragen werben. 93ep allen , infonberbeit aber bep langfamen 
©tfiefen , muffen fid) bie Slugfiibrer berfelben immer in ben Effect be« 
©emponiften fefcen, unb foldjen auSjubrucfen fud)en. ^ierju fann nebft 
aubern , üben befd)riebencn, (Srfoberniffen, aud) baö 2(b > unb 3unebmett 
ber <§5tarfe beö $one$ biel beitragen; wofern eö tta^nlid>mit©elaffenbeit, 
unb nid)t burd) ein beftigeö unb unangene&meöSDrücfen gefrf)iebt. £ätte 
aber ein foldjeö ©tuef ba6 Unglitcf, bafj ber Somponifr bep beffelben 33er* 
fertigung, fclbft bon wenig ober bon gar feinem Effecte gerübret werben 
wäre: fo wirb freplid) , bep aller $Kube ber 3luöfü&rer, bod) fein befon* 
berer $lu$brutf ju erwarten fepn. 

■j8on ber 2lrtbe3 ©tridjö, ber bepber franjofffdjen Xanjmuftt ja 
brauchen ift, ftnbet man im 58. $. beö VII. Slbfdjmttö biefeö £aupt= 
ftm, ^ad>rid)t. 

27.$.$3emi 



Von fcen Rtpsm'Pioh'ntfien t'nebefon&erev 201 

27. i 

SBenn kp einem ©tücFe: fraccato ft«W; fo muffen Sie ftorm 
ofle furi gefpielet, unb mit km 23ogen abgefekt werben. £)a man 
ober, in gegenwärtigen 3eiten, feiten ein ©tütf bon einerlei) 9?oten itt 
feeen pfleget; fonkrn auf eine gute $ermifcf;ung krfelben ft'ebt: fower* 
kn über biejenigen fftoten, welche baö ftaccato erfokrn, ©tricfyelcfjejt 
gefdjriekn. 

«SWan mu§ ft'd) aber bep biefen fftoten nacr) km geitmaak, 06 ba$ 
®tücf fel)t langfam, ober fejjr gefdjwinb gefoielet wirb, richten, unb 
bie flöten im Slbagio mdjt eben fo furj, alt bie im 5Ulegro, abftokn: 
fonft würben iit im Slbagio attjutrorf en unb mager f lingen. SDie allgemein 
ne SKcgcI fo man babon gekn fann, ift tiefe : 5Benn über etlichen iftoten 
€5trid)eld)en ftejjen, muffen biefelkn balb fo lange f lingen, alSfteanunb 
bor fid) gelten. €5tek akr nur über einer Store, auf weldje etliche bott 
geringerer ©eltung folgen, ein (Stridjeldjen: fobekutet foldjeö, niept 
nur bajj bie 9lote l>alb fo fürs fepn fo(l; fonbern bafj ftc aud) jugleid), mit 
km £8ogen, burd) einen £>rucf marftret werben muß. 

"iilfo roevöen aus 2ßiert(>ei(eii , Hfyttfytie, unb auö Hdjttfyikn ©ecf)je(jnffja'(e. 
u. f. m. 

Oben ift gefaget wtbtn, bafl bei) ben 9?oten über welchen ©tridjek 
d)en flekn, ber SSogen bon kr^epte etwas abgefegt werben muffe. 
&itft$ berftek id) nur bon folgen ??oten, bei) benen e£ bie geit leibet. 
2Jlfo werben im SlUegro bie %ld)ttyt\lt, unb im 3(llegretto bie <5ed)selj.i* 
tkile/ wenn bereu biele auf einanber folgen, babon aufgenommen; 
benn biefe muffen jroar mit einem gans furjen 33ogenfrricpe gefpielet, bec 
33ogen aber niemals abgefegt, ober bon ber ^5epte entfernet werben. 
»Denn wenn man ik» allejcit fo weit aufkben wollte, ati jum fogenann* 
ten 2J6ft'(jen erfobert wirb; fo würbe niept 3eit genug übrig fepn, i§n 
wieber &u rechter 3e't brauf ju bringen ; unb biefe $rt SJoten würben 
flingen aß wenn ftc gejjacfet ober gepeitfdjet würben. 

3n einem 2lbagio fonnen bie 9?oten, fo unter ber concertirenben 
Stimme eine Bewegung machen, wenn aud) feine <g>trid)eldjcn brüber 
ftünkn, bennod) alö ein ^alb (raccato angefekn, unb folgfid; jwifd;en 
einer jeben 9Wc, ein flein @tiHfd)weigen beobachtet werben. 

SEBenn über ben 'Roten spuuete fte&en ; fo muffen fold)e mit einem 
furjen 95ogcn toefiret, ober geftofjen, aber niept abgefefet werben, 
©tek über kn^Junctennod) ein Sogen; fo muffen bie Nottn, fobiel 

@ c kren 



so» T)<xe XVII. ^auptjlüdf. IL Sfbftymtt. 

beten ftnb, in einem SSogenftriclje genommen, unb mit einem ©(liefe 
marfiret werten. 

28. $. 

9?id)t allein t»ie richtige (gintbeilung ber SBogenflridje ; nidjt aßei« 
ba$ ju fester Seit ju braucfyenbe ftarfe ober fd)wacf)e^ufbrfiefenbe$ $80* 
genö auf bie «Septen; fottbern auefy ber Ort an welchem t)ie ©et)ten ba* 
mitberübret »erben muffen, unb waö ein feber Xbeil tcö 33ogenö für 
Äraft jjafee, ift benenjenigen ju wiffen notbig, bieben 5Sogen re4>t fub* 
ren, unb bamit gute 3Öirfungen beröorbriugen wollen. @ö fommtbiel 
barauf an, od ber 33ogen nabe am «Stege, ober weit bon bemfelben gefufc* 
ret wirb; audj ob manbie ©eyten mit bem unterften Steile, mit ber 
glitte , ober mit ber «Spiee be$ 23oger.$ anftreicfyer. ©eine größte. 
Stdrfe liegt im mttcrjren Xbeile, ber ber rechten .panbbernacfjfteifr; 
bie mäßige «Statte liegt in ber sjflitte ; unb bie fd)wäd)fte bei) ber «Spu 
|e beS SSogenö. 5Birb nun berfelbe alUuna&e bepm «Stege gefübret, 
fo wirb ber Xon jwar fdjneibeub unb ftarf; aber auef) jugleid) bun* 
ne, pfeifenb , unb frafcenb: bcfonberS auf ber befponnenen «Septe, 
SDenn W «Septen ftnb ganj na&c am ©rejje &u ftarf gewännet: folg* 
lief) bat ber 9?ogen bie ©ewalt nicfyt, biefelben in einen, mitbem übrigen 
langen Sbetle ber ©et>te in geborigem Sßerbalte ftebenben , gleichen 
©efywung in bringen , um lit erfoberlicfje Witterung ber «Septe ju 
erregen. 

©a nun biefeö bet) ber Violine feine gute SBirfung tbut: fo ift leiert 
ju eradjten, la% eö bep ber 2Sratfd)e, bem SÖiolonccll, unb Sontra* 
bioion, noef) Diel fef)leel)ter fltngen muffe: befonberö weil auf biefen 3n-- 
ftrumenten bie «Septen um fo biel biefer unb länger ftnb, atö auf ber 93io* 
line. Um aber barmne bie recf)te Wlaa$e ju treffen, |>alte icf) bafür, baß, 
wenn ein guter Sßiolwift, um eilten biefen männlichen Xon jjcrauö ju 
bringen, ben «Bogen einen Ringer breit bom «Stege abwärts fübret ; ba& 
alSbenn ber 5Bratfrf)tft bie Entfernung bon jweenen , ber ^ßtoloncellifr 
bon t>tty, btö vier, unb ber @onrrabiolinifi bon fcd)& Singern treit 
nebmen muffe. sjftan merfe, U§ auf ben bannen «Sepien eincö jeben 
Snftrumentö, ber SSogen ttm$ naber am «Stege, auf ben biefen «Septen 
aber , etwaö weiter bon ifym abw&ttö gefübret werben fdmte. 

^itt man ben Xon in ber Stärfe warfen laffen, ^o fann man , in 
wäPrcnfcem ©treiben, im SSogen fefler aufbrMen, unb etwaö naber 
ium Stege fü&reu , wobuwfj ber Xon ftärf er unb id)imWnt>^ wirb. Set) 

im 



Dort fcett T&i\>im'X>iolini\im t'nöbefonfcere. 205 

fcem $iam> aber, rann ber 33ogen, auf einem iet)cn Snftrumenfe, ttoet) et« 
waö weiter/ alö eben gefaget werben, bom (Stege abwdrtö gefübret wer* 
ben: um bie ©epten mit ber SDfdfliguna teö SJogenö bejro leidjter tri 
©cfowung ju fingen. 

29. §. 
93e» einigen <St«cfen pfleget man Dampfer ober ^öfbt'nert auf bic 
SBtoline , Q3ratfd)e, unb t>en SßioJoncell ju fe^en j um fo wobl ben 5tffect 
ber £iebe, gärtlidjfeit , ©drnieidjelen , ^raurigfeit, aud) wobl, wenn 
ber Somponift ein @tücf barnad) einjuridjten weis, eine wütenbe ©e. 
mürbsbewegung, att bie SSerwcgenbeit, SXaferet; unb 23erameifelung, 
befto lebhafter auöjubrücfen: woju gewiffe Xonarten , atö: © molf, 
@ molt, § muU, @ö bur, £ moll, 91 bur, unb <£ bur, ein Zieles 
beitragen tonnen, Die (Sorbinen werben aus untcrfdjiebenen Materien/ 
als: |>Dls, 331et>, «Jttefft'ng, ©ted) unb <^tat3I gemacher. Die bort 
JP)ol5 unb sBWfing taugen gar ntdjtö; weit fte einen fdjnarreuben Konter* 
urfadjen, Sie bon <§5tabl ftnb eigentlid) bie beffen; wenn fte nur ibr ge* 
t)6rige$, ben Snjtrumenten gemäße^ @ewid)t baben. Die Dampfer juc 
Q3ratfd)e unb $um Sßiotoncefl muffen mit ber ©reiße biefer ^nftrumente 
in richtigem aSerbalte jrer)en, unb fo(glid) immer ju bem einen Snflru* 
ntente gr&ßer aU jum anbern fetin. 3d) erinnere t)ier bepldufig, ba(3 bie 
blafenben Snffruntentiften beffer tbun, wenn fte, anftatt^apiercö ober an* 
berer «Sachen/ ein ©tücf feud)ten @d)wamm in i\t Defnung ibrer 3n* 
ftrumente bineiu flecf en ; wenn fte biefelben bdmpfen wollen, 

30. §. 
58en ben Dämpfern ift ju merfen, büß man in langfamen (Stücfett 
mit ©orbinen, nid)t mit ber größten ©tdrfebeS SSogenS fpiclen, un& 
bie bloßen ©ojten, fo biel alö moglid) ifr, bermeiben muffe. 35en ge* 
fd)Ieiften 9?oten fann man ben 53ogen etwas fefte aufbrücfen. SfBcnn 
ober bie SDJelobie eine öftere SBieberbolung be$ 93ogenö erfobert; fo tf;ut 
einfutjer, unb burd) einen Drud belebter , leidjter ©tridv beffere SfBir* 
fung, a(ö ein langer, gesogener, ober fdjleppcnber ©trid;: fcod& mu0 
manftd; bierinne nad; ber &ad)t, bie man ju fpielen bat, richten. 

31. 5. 

Die ©teile beö 95ogenö bertreten juweilen bie ginger, burd) ba$ 

Steiffeu ober Kneipen ber ©et)ten, weldjeö \>a$ fogenannte Ptjjtcato 

i% Dtefeö mad>en bie meiften mebrentbeilö mit bem Daumen. 3d) will 

nid)t in Slbrebe ftt>n , bajj ein guter 33io(inift, foldjes ntc^t auf eine an* 

Gc 2 genebme 



204 Dce XVII. öauptjiutfa. u. Zbfdynitt. 

gene&me 2lrt ju machen , unb fo ju mdgiöftt wiffen feilte , bajj man ba« 
2luffcr)(agen ber @epte auf tsaß ®riffbret ittd)t bemerfe. 2BetJ aber nid)t 
ein jeber pierinne eben biefelbe ©efcfaflicp'cit bcfi&t; inbem man öfters 
wahrnimmt/ tag e$ bon mand)rn febr bavt Eltngt, unb bie batunter ge* 
fud)te 2Dirfung ntcfyt altejeit erfolget : fo befinbe id) für nöt&ig, meine 
gftepnung herüber ju entbccf cn. @s ift befannt , ba§ man auf ber Sau* 
te bie Dberftimme mit h-n testen oicr ginget«, unbben23a(j mitbem 
©aumen fpielet: nun ift ia$ 9>ijjicato auf ber Violine eine 9?ad>abmung 
ber gaute ober Des SttaubolinS; fofgtid) wirb aud) erfobert, foldjeöben* 
feiben, fo biel alö möghd) ift/ d&nlid) ju mad)en. 3d) befinbe alfo für 
beffer, wenn eö nidjt mit bem Säumen, fonbern mit ber @pi$e bce 1 ,3ei* 
gefingert gefdjicbt. «D?att faffe bie @cpte nid;t bon unten, fonbern feit« 
wdrtö, bamtt fie i&ren ©djwujtg eben fo, unb nid)t räcfwdtts auf baS 
Oriffbret nepme. #ierburd) wirb ber Xon btel natürlidjer unb btcf er, aW 
wenn man bie ©epte mit bem Daumen reiffet. £>cnn berfelbe nimmt, 
wegen feiner Sörcite, einen gwfjern Xpeil ber ©cpte ein , unb übertreibt 
burd) fäne Statte abfonberlid) bie bünnen (gelten : wie bie Srfabrung 
jeigen wirb, fofew man bepbe 2lrten gegen einanber berfud)en will. €3 
muß aud) weber ju na&e am Stege, nod) su na&e bep ben gingern ber (in* 
fen £anb; fonbern bei) bem Snbe beö ©riffbreteä gefd)eben. Seewegen 
fann man ben üDaumen feitwdrtö an baffelbe fe&en , um mit bem Ringer 
tine j:be Z pte Ufto Jeid)ter ju treffen. Sßep benen 3lccorben aber, 
wo brep igepten in ber ©efcfywinbigfeit nad) einanber, unb jwar tie tief« 
fte juerft, angegeben werben muffen, ift eö notbig, tat g)ijjtcato mit 
bem Daumen auöjuiben. 93ep einer Keinen «0?ufif in ber Kammer, bur* 
fen bie @cpten nidjt ju ftarf geriffen werben, wenn eö nid)t unangene&m 
flingen foH. 

32. $• 
23om ©ebraudje ber finget ber itnfen £arib ift m metten, la$ bie 
©tdrf e be$ Slufbrücfenö berfelben , jeberjeit, mit ber @rdrf e beö 53ogen* 
ftrid)ö, in rechtem Sßerbalte ftc&en muffe. 2d$t man ben Xon in einer 
Haltung (tenuta) an ber ©tdrfe wad)fcn: fo muf; aud) ber ginger, ju* 
nefemenb aufgebrücf et werben. Um aber ju bermuben, baj? ber Zm uid)t 
pöberwerbe; mugmanben Singer glcidjfam unbermerft jurürf jieben; 
ober biefer ©efapr burd) eine gute unb nid)t gefd)winbe SSebung abbelfen. 
©iefenigen, welche bie Ringer alljubod) aufbeben, pflegen jwar einen 
fdjarftti Jriller $u fd)lagen; fie finb aUx babep ber ©efabr au^gefe^et, 



X)on fcen fttpten* tholimtfcn t'nebefonfcerc. 205 

fcaß fte gar leicht falfdj, unb gemeiniglich ju 6od) greifen; befonber$ in 
t>en «ÜMtonen : wie benn aud) bep ißnen ba3 £aufwercf me&rentljeitö 
ungU'ii) unb nidjt runb flingt; weil fte bie Ringer, wegen Ungleidjpeit 
ibrer £änge, ungleid) abroccyfeln. £)er f leine ginger tft o&ncbem gemei* 
niglid) fd)wdd)er als bie anbern brep; beöwegen muß man fiidjen ein WliU 
tcl ju ftttben, bie @täcfe in beu brep langem Ringern ju madigen; bage* 
gen aber bem Fleinen Ringer burd) eine 3Jrt bon fcpnellem @d)lage ju£ul* 
fe ju fommen , um alfo ba$ gehörige Sßer&dltniß mit ben anbern ju trefs 
fen. Ueberbaupt füllten alle ftmge 'vßtDlmiflcrt ben fleinen ginget fleißig 
üben : unb jwar mepr alö eines p6d)|tn6tpigen Sßortpeitö wegen. 

33. §• 
3)a$ fogenaunte mezzo manico , ia bie £anb um tintn Ijalben, 
ganjen, ober meiere Xone weiter auf bem @ri(fbrere {jinauf gefc&et wirb, 
giebt einen großen SBorrpctl, niept nur um bie bloßen @epten, weldje 
«nberS Hingen, als wenn bie ginget barauf ftepen, 6ep gewiffen @ele* 
gefeiten ju bermeiben; fonbern aud) nod) in biclen anbern fallen; 
Jjauptfad)lid) im @aben$iren. 3. <£. 93cp betten Sab. XXII. gig. 50. 51 . 
«ngemerften $6nen, ftnb bie Xritler mit bem britten qüwv gemeiniglid) 
Keffer, alSmit bemflcinen, ju machen. 

Wlan berfuepe bie brep (rrempel, Xtö. XXII. gtg, 52. a) b) c) in 
ber gewopnlidjen ßage; unb riefe barauf bte-öanb einen Jon boper, fu 
baß man bep a), anftattbeS britten gingerö, ben jwepten; unbbep b) 
unb c ) anftatt beS jwepten ginget ben erften braudje: fo wirb man batb, 
wegen be$ ©leid)lautö, etnen großen Unierfdjieb \n ber Sluönabme be* 
werfen. 

34. §• 

SBenn bie concertirenbe ©timme nur bon Colinen begleitet wirb; 
fo muß jcber Sßiolinift wobl 5Id;tung geben, ob er eine pure sjftittelftim« 
me, ober eine, in gewifTen fleinen ©aßen, mit ber concertirenben ab* 
wedjfelnbe @timme, ober ein 93affetd)en, ju fpiclen (jabe. 93ep ber tfflih 
telftimme muß er bie ©tdrfe beS XoneS febr mäßigen. SEBenn er ettoaö 
öbwed)felnbe$ jjat , fann er ftärfer, \>a$ 93aiTetcpen aber nod) ftätfer fpte» 
Ien: abfonbcrltd), wenn er bon bem Goncertifren, ober aud) bon ben 3u« 
jjorern, weit entfernet i(t. Sya'otn bcpbe SSiolinen nur gfltttelftimmcn; 
fp muffe» fie <*ud) in eimrlep ©tdrfe fpielen. £at bie jwepte Violine im 

<5c 3 SKitocs- 



2o6 £5ea XVII. £<mptfltitfa. II. 2lbfc[)iutt. Von ton :c. 

Stitornell, gegen feie erfte eine dbnlid)e «DWofeie, eS fct> in bei Xcrje, 
@ej:te, ot»et Quarte; fo rann feie jwetjtc mit bei; erden in einerlei) ©tdrfe 
fpielen. 3ft e$ aber aud^ nur, n?ie im obigen galfe, eine ?0?itteIftimmc; 
fo mufj feie jroente Sßtoltne ebenfalls feeu $on etivaS mäßigen : weil feie 
£auptftimmen aßejcit me&r als feie ^fittelftimmen geboret werben 
muffen» 

35. §. 

■2Benn feie 33iolittifteit eine fd)iBad)c vOttcertirenfee (Stimme ju be* 
gleiten ^abcti/ fo mufj folcfyeS mit bieler Mäßigung gefeiten. @iemm> 
fen feie 5lrt feeS 3JccompagnementS wobl betrauten: ob feie Söeroegung 
feeffelben, auS gcfctyitmifeeu ofeer langfamen, ausgleiten ofeer fpringen* 
feen 9?oten feeftebe ; ob foldjeS tiefer, &&&«/ ofeer mit feer Soncertftimme 
in feerfelben ©cgenb gefc&et fet); ob eS jwen-. feret)* ofeer bierfrimmig fcp; 
üb feie ßoncertftimme einen fd)meid)elnfeen ©efang, ofeer ^affagien xu 
fpielen liabe; ob feie ^affagien auS roeitlduftigen (Sprüngen, ofeer aus rol* 
lenfeen 9Joten befielen ; unfe ob feiefc 9?oten in feer Xiefe ofeer .£)ö&e ftd) 
befinfeen. £)icfeS alles erfofeert eine grofje SBebutfamfeir. 3. (£. Sine 
glote ift in feer Xtefe nid)t. fo feurdjferingenfe, als in feer -öojje; befonfeerS 
in «BJolltonen; fte wirb aud), bou redjtSwegen, nid)t allejett in einerlei) 
©tarlc, fonfeem, nad)feem eS feie Sadje erfofeert, balfe fdjroad), balfemit» 
telmdgig, balfe ftarf gcfpielet. Sin gleiches fallt auch, bet) fd)tvacf)ett 
©ingftimmen , unfe anfeern nicfyt allsuftarfen ^nffrumenten bor. £iie 
sßioliniften muffen alfo bcfrdnfeig 5Jc^tung geben, feajj feie eoncertirenfee 
(Stimme niemals unterfertiget, fonfeern allejeit bor anfeern gehöret 
werbe. 



&e§ 



*?W*» <$> *5WS» 207 

3>tf XVII. £OMptfltöcfö 

III. SCbfcDntff. 

9Sott km 35vatf*ifteft utf&rfortöew. 

1. f 

CSiie 55ratfdje wirb itt ber ^Aufif me&rentbeilg für etwas ö^rtitcjeg ange* 
^§=6 feben. SDte Urfadje mag wobl tiefe fenn , weil biefelbe oftertf bon 
foldjen ^erfonen gefpielet wirb, bie entweber nod) 3l!ifängerin ber TO^ufiE 
ftnb; ober bie feine fonDerlid)en ©aben f;aben, ftd)aufber ^Öioline t>err 
bot iu t&un; ober a\xä) weil biefeg %nfttum(t\t feinem «Spieler aUjuroenig 
SSortbetl bringt: weswegen gefd)ifte £eute fid) tiicf)t gerne baju braudjeu 
laffett. JDem ungeachtet balte td) bafür , lab ein 93ratfd)ift eben fo ge* 
fduttfemt muffe, als ein $wet)ter Sßiolinifi: wofern baö ganje 3Jccompa* 
jjnement nid)t mangelhaft fepn foll. 

2 . 5- 

£r tmi$ mdjt aüei« einen eben fo guten Vortrag tm «Spieren b«< 
&en, alö ber SSiolinift ; fonbern er muf3 gleichfalls etwaö t>oit ber Harmo- 
nie berfre&en: bamitcr, wenn er, wie in Qoncerten üblid) ift, juweilett 
beö 23affttfen Stelle Vertreten , unb \>a$ 95affetd)cn fpielen muf? , mit 
SSebutfamfeit ju fpielen wiffe, unb ber (Joncertift nidjtmepr Sorge fac 
ipn, alt für feine eigene Stimme paben t>ürfe. 

3. §. 

<5r mujj in feiner Stimme beurtbeilcn tonnen, weldje fflottn fang* 
bar ober troefen, jtarf ober föwad), mit einem langen ober furjen 58o* 
gen, gcfpielet werben muffen: imgleidjen ob er nur jmo ober mebr <8io* 
linen, biel ober wenig 33<fffe gegen fid) babe : unb fo er bie ©runbfhmme 
gu fpielen bat, ob Die concertirenbeftarf ober fdimd) fpiele; Db ba$ Srucf 
traurig, luftig, prächtig, fdjmeidjelnb, mobeft ober fred; gefegt fen : 

inbem 



203 Des XVII. öaupttfücfc,. m. 3tbfcf>nitt. 

intern er, 6ep einem jeben Effecte, fid) mit bem 53afietd)en barnad) rid> 
ten , unt> ber Dberitimme bequemen muß. 

4. $. 

(St muß untetfd)eiben, ob er 9lrien, @oncerten, ober anbete 5lrten 
bon gj?ufif ju Begleiten fyabu 93eo Strien fommt er leid)t burd): weil er 
aHt>a mebrentbeilö nur eine pure 3ftittelftimme, ober ttwa ben 93aß mit 
ju fpielen ^at. 3n @onccrten aber giebt eö öfters ein mebrerS su tbun ; 
inbem biöweilen ber S3ratfd)e, anjlatt feet jwewren Violine, bie9?ad)* 
abmung, ober eine berDberftimmea&nlid)e2Ö [ ?eIobie gegeben wirb: jttge* 
fd)weigen tag bie SBratfdje aud) wojjl bisweilen ein ftngenbeö SXitorncK 
mit ben ^Biotinen im Unifon fpielen muß; weldjeö 5ep einem 5lbagio be« 
fonberggute'jHMtfungrbut. i)at nun fcer33ratfd)ift, bcpbergleidjen Um* 
jtanben , feinen beurlidjm unt> artgene&men Sßcrtrag ; fb wirb burd) ibn 
bie fdjonfte (Sompofition berborben: befonberS wenn tn einem folgen ©tu* 
tfe eine febe «Stimme nur einmal befe$et ijt. 

5. $. 

SBitt man nod) weiter geben; fo wirb bon einem guten 33ratfclji1reit 
etfobert, baß er aud) im<3tanbefe», felbft eine concertirenbe «Stimme, 
eben fo gut alö einSBiolinijt, su fpielen: jum Krempel, ein concertireitbeö 
Xrio, ober Quatuor. 5Ber weis, ob nid)t biefe fd)6ne 2lrt bon gflufiE 
i|o eben belegen nidjt mebr fo, wie ebebem, in ber 9M>e t(l: weil 
ndmlid) bie wenigjten S8ratfd)iften auf ibt 5BerE fo biel gleiß wenben> alö 
fie foulen, 'äsicle glauben, ia$, wenn fie nur etwas weniges bom 'ta'te 
unb ber Qjintbeilung ber fftoten berftänben, man bon ibnen alsbenn n\d,t$ 
mebrereS berlangen fonnte. ©od) biefeS Sßorurtbeil gereichet ju ibrent 
eigenen Sd)abcn. £>enn wenn fie ben gehörigen Steiß anwenben wollten, 
fonnten fie in einer grüßen Sftuft? leidjt ibr@lücf berbefliern, unb nad) 
unb nad) weiter binauf rüden : anflatt i>a$ fie mcbrentbeilS, bis <in ibt 
(Jnbe, ber 33ratfd)e nid)t foS werben. 3a man ^at SScofpiele, baß 2eu> 
te, bie ftd) in ber *Ü?uftf befonberS beroorgetban, in ibrer Sugenb bie 
Sßratfdjc gefpiclet baben. 2lud) nacfygebenbS, ba fie fd)on ?u etwas web* 
rerem tüdjtig waren , ^aben fie ftd) bielteidjt nid)t $tfd)äm't, biefeS 3« 
ftrument, wenn es bie 9?ot(j erfoberte, ju ergreifen, gut« wenigflen 
empfiitbet beseitige, fo aecompagniret, mebr Vergnügen bon ber Sflujtf, 
als ber, welcher bie Gcnccrtftimme fpielet: unb wer ein wabrer ?D?uf[fuS 
iji, ber nimmt 2fiit&etl an ber ganjen «D?uftf; vW f«'d) ju befumnem/ 
ob er bie erftc ober leite Partie fpiele. 

6. §. 53or 



i 



£>on kern äfratfcbiffen in&befonbete. ^9 

6. $. 

93or allen willru|>rlid)en Sufäßen ober Sanierungen in feinet ©ttm* 
me, muß ftd> ein guter 23ratfcf)ift Ritten, 

7. *. 

£>\t SAfyttUik in einem Ptücgro muß er mit einem ganj fur&eii fto-. 
öenftrid)e, t>ie SSiertbeile hingegen, mit einem ttwtö längern fpielen. 

8. §. 

$at er mit ben SSiolinifren einerlei) 2lrt %lottn, fie mögen gefdjfei* 
fet ober geftoßen fenn; fo muß er ftd) nad) ibrer 2lrt ju (Vielen richten, 
eö fei) cantabel ober lebbaft. ©iefesS wirb abfonberlid) norbig feun, wenn 
er ein Stttornelt mit ben Violinen im Unifon ju fpielen §at: benn ia 
muß er eben fo canta&cl unb gefällig fpielen, olö bie SSioliniften fcibjt: 
bamit man nicf>t gewahr werbe , t>a$ eö Pcrfd)iebette Snftrumente finb. 
£aben aber feine «Roten eine 9Jcbnlid)feit mit bem 33a(Te; fo muß er foU 
d)e eben fo ernftbaft al$ ber 23aß Vortragen. 

9> §. 
3n einem traurigen @tücfe, muß er feinen Söogenftrid) fet)r mäßw 
gcn ; unb benfelDen md)t mit .jpefttgfeit ober alljugroßet ®efd)wiubigfeit 
bewegen ; feinen garten unb unangenehmen ©ruef mit bem 2Jrme madjen ; 
nidjt &u ftarf auf bie <Set)ten brücfett ; utd)t m nabe am ©tege fpielen, 
fonbernben Sogen, befonberö aufbenbicfcn@epten, wobl sweene ginger 
breit batjon abwärts führen: f. ben IL 5lbfd)mtt, 28. §. SDte 5ld)ttbetle 
im gemeinen geraben, ober bie Sßiertbeiie im Slllabrebetacte, muß er, tn 
biefer 2lrt (augfamer ©täcfe, nid)t ju fürs unb troefen, fonbern aUc 
unterhalten, angenehm, gefällig, unb mit ©elaffenbeit fpielen. 

10, §. 

3n einem cantabeln Slbagio , {0 au£ Wdjrtbctlen unb @ed)}ebntbet* 
ten begebt, aud) mit fd) er $ haften ©cbanfen untermifd)et ift, muß ber 
93ratfd)tft alle furjen Stuten mit einem leidjren unb furjen Q3ogenfjrid)e, 
unb swar nid)t mit bem ganjen 'ülrme, fonbern nur mit ber |>anb , burd) 
bie Bewegung beö erften ®elenfe£, au^fübren, aud)babei) weniger @rär< 
fe alt fonft gebrauten. 

11. §. 

«Seil eine SSratfdje, wenn e3 ein gutes unb ftarfeö Snftrumcnt ift, 
gegen bier , aud) wobl fcä)$ Violinen julänglid) ift: fo muß ber 93ratfct)iiT, 
wofern nur etwa jwo ober brei; Violinen mit ibm fpielen , bie @tärfe be$ 
Xoneö mäßigen; bamit er nidjt ben übrigen überlegen werbe; befonberä 

£)& wenn 



2io Des XVII. £auptfiücfo m. 2tbfd>mtt. 

wenn nur ein 33ioloncell, unb fein @ontrabiolon fid) t>a6et) beftnbet. ©ie 
süftitteljtimme, weldje, an unb fror ftd>, km Su&orer t>aö wenigfte SBer* 
gnÄgen machet, barf niemals fb ftarf alö l)te £>auptfKmmen gefröret wer* 
len. £5e$wegen mujj ber 93ratfrf>tft beurteilen , ob bie 3?otcit , fo er 
iü fpielen ^at/ melobioS ober nur ^ormojiioö finb. £>ie erlern Fann 
er mit ben Colinen in gleicher ©tarfe; bie andern aber etwaö fd;w4d)es 
fpielen. 

12. §. 

£at ber 33ratfd)ift juweilen bie ©tunbfhmme, fo fann er ft'e ttwtö 
ft&vtuc aU iie übrigen sjflittelfHmmen bortragen. ©odjmufj er allezeit 
auf bie Goncertftimme boren ; bamit er folcf>c nid)t übertäube. Unb wenn 
biefclbe balb parier balb fdjwdcfyer fpielet, muß er fid) gleid)fall$ mit ber 
©tifrfe unb ®d)voM)t iatnad) rieten, nnbbaö %h unb Sunebmen be$ 
£one$ mit allen jugleid) beobachten. 

13. §. 

kommen Wadjabmungen gewiffer <§5ä&ebet £aupt ober ber®runb# 
ftimme bor; fo muffen fbld)e mit ber ©timme wetc&er ft'e nacfyabmen in 
gleicher ©tarf e gefpielet werben, ©n fogenannteö Sfcema ober £wuptfa& 
einer guge aber, imgleicfyen fonft jeber ©ebanfe in einem Goncert über 
anbern @tncfe, ber öfters wieberbolet wirb, mufj, burd; bie ©tarfe beS 
Soneö, mit 9cad)brucf erhoben unb marfiret werben. £>ier{jer geboren 
aud) bie langen SRoten, fte fepn Viertbeile , balbe, ober ganje Xacte, 
fo auf gefdjwinbe Stfoten folgen, unb einen $lufentbaft in ber MbaftigFeit 
madjen: befonberö bie, bor benen ein $reuj ober SBieberberftellungöjei* 
ckn fiebt. 

14. $. 

SBirb bon bem 23ratfdjiften berlanget, ein Xrio ober Üuatuor ju 
fpielen; fo mujj er wofrl beobachten , wa$ borgten bon Snftrumenten 
er gegen pd) bat: bamit er fid), wegen ber ©tdrfe uub &d)mäd)t feineö 
"XoMti, tatnad) rieten fonne. ©egen eine Violine fann er fafl in einer? 
Ie» ©tdrfe fpielen; gegen einen Violoncello unb 23affon, in gleicher 
@tdrfe ; gegen einen £oboe etwas fäwi djer : weil ber Xon gegen bie 
93rotfd)e bünne ijt. ©egen eine Slore aber, befonberö wenn (Je in ber 
Xiefe fpielet, muß er W größte ©djroadje gebrauten. 

15. §. Ueber* 



Ponfcem 2Mwfd>iffen in&btfonbwt. 



211 



15. §• 

Ueberijaupt fommt , bei) StuSübung. (et 9Sratfd)e, t>tel auf eine pro. 
portionirlid)e Starfe unb ©4>»(ld;e beS SoncS an. @3 würbe ferner 
fallen , wenn man alle vorfallende Umjtänbe befdjreiben follte. £>eöwe. 
gen wirb bon einem Söcatfc^iftcn eben \'o biel SSeurt&eilun^fraft erfobert, 
als bon einem ber t>ic ©runbftimme fpielet, 

16. §. 

SBenn ber SSratfdjijt, in @rman<jeluna, beö Violoncello, einSrio 
oter Solo begleitet; muß er, fo biel all möglich ijt, allejeit eineDctabe 
tiefer fielen, aW fonft/ wenn er mit bem 93afie im Unifon gc^t; un& 
nwjjl 3lc^t Jjaben, t>a§ er t»ie Dberftimme nid)t überfteiae: bamit bie 
Quinten in ber ©runbftimme nid)t in Quarten oerwanbelt werben, <5r 
wirb alfo woljl t&un, wenn er, frei) einem (Solo, immer ein 2luge auf 
bieDberftimme rietet/ umftd), wenn fte in ber Xiefe fpielet, aud)bar* 
itad) richten ju fonnen. 3. <5. &tfät, t>U Dberftimme Uttt baö ein* 
fle|trid)cne 31, unb ber 93afj fein (jtfcOffeö S5: wollte ber S3ratfd)ift baf» 
felbe auf ber fletneften ©e»te nehmen, fo würbe auö ber 0uinte, fo bie 
«Stimmen gegen «inanber madjen, bie Quarte werben, unb alfo nid)t 
biefelbe SBirfung tjjun. 

17- $. 

SBaö übrigens bom 53ogenj!rid)e, bom Stoßen unb Sdjfetfeif, 
bom Sluöbrucfe ber 9?oten, bom<Staccato, bomftarf unb fdjwad) Spie* 
Jen, bom Stimmen, u. f. w. im bongen , unb im legten 3l6fd)nitte bor* 
fommt, fann (t'd) ber 33ratfd)ift, ebenfowojjl, alö bie SKipien^Sßioltni;» 
ften $u D?ut?en machen: nidjt allein, weil ifcm fold>eö alles ju wiffen no. 
t&ia. ift ; fonbern aud;, weil id) bermutfce, baß er nid)t immer werbe 
55ratfd)ift verbleiten wollen. 



S)b 2 



<Dc§ 



212 3Dc6 XVII. 3auptf*ücFe. IV. Hbfifymtt. 

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4 4 4 4 4 4 4 4 

&e§ XVII. £aupttfM& 

IV. abftnitt. 

gSon km aSiolonceöiften inibtfrtfom. 

i. §. 

Äl&er auf bem Ißiolonceü' nidjt nur accompagntret, fonbern aud) <§3olo 
®^ fpielet, tjjut fefer wobl, wenn er jwep befonbere Snftrumente bat; 
etneS jum ©olo, baö anbere jum Sfipienfpielen , bep großen SSÄufifen. 
JDaö ledere muß grbjjer, ttnt> mit tiefem <§5epten belogen fepn, aW bat 
erftere. SSBollte man mit einem fleinen unb fdjwad) belogenen Snfrru* 
mente bepbeö Perrid)tcn; fo würbe ba^ 2lcccmpagnement in einer sapirei* 
d)en «Jflufif gar feine SBBirf ung tbun. ©er jimt SXiptenfpielen beftimmte 
93ogen, muf? aud) ftdrfer , unb mitfdjwarjen Jpaaren, att Pon weldjen 
bie ©epten fdjdrfcr , a(ö ton ben weisen angegriffen »erben, bejogen fepn. 

2. $. 
©er SSogenffrid) mu$ nid)t ju nape bepm ©rege, fonbern wobJbrep 
biö Pier ginger breit baPon abwärtö gefuprer werben, f. ben II. 3lbfd)nitt, 
28. $. Einige ftreidjen mitbem 33ogenfo, wie eöbep ber 93iola la ©am* 
ba übird) ift, namlid): anftattbe$.£)eruntetftrid)$, Pon ber tinfen m 
rechten £anb, bep ben£)auptnoten, mad)en fte ben |>maufftrid), Pon 
ber rechten jur linfen, unb fangen mit ber <Spifce be£ Söogenö an. 3(n= 
bere pingegen machen e$ nit bie Sßioliniften, unb fangen benfelben 
«Srrid; mit bem unterften X^eil beö 33ogen£ an. &iefe festere 3lrt i(l 
bep ben Stalianern üblid), unb t&ut nid)t nur bepm @ulofpielcn , fonbern 
and) PornebmJid; bep bem3Ica>mpagncment, beffereSStofungalö bieerfte: 
weil bie |>auptnoten mebr ©tärfe unb 3?ad)brurf erfobern, alö bie burd)* 
gejjenben: weld)e innert aber, mit ber ®pipe nid)t fo, att mit bem unter* 
ften £peifebeö 93ogenS, gegeben werben fonnen. Ueber(jaupt mujj ber 
SSiolpnceUift bemüpet fepn, einen biefen, runben, unb männud;en Xon 

auö 



Dort fcem Dt'oloncelltfiert tnebefonfcere. 2 1 3 

aus bem Snftrumentc ju bringe«: woju bie Särt, roic er ben SSogen fü(j* 
ret, unb ob er benfelben najje ober weit bom ©rege bdlt, ingleidjen audj, 
ob er benfelben ftarf ober fd>wad) auf bie <f£t\)ten brücfet, biel beitragt. 
5öoltte er bei) einer ftarfen $Kufir bie 3«tlid)feit fD weit treiben , unb 
ftd) fo wenig boren laffen, ba$ er, önftatt beö 33ogenö, t>te ©enten mit 
einem $leberwifd)e $u berubre« fd)icnc ; fo würbe er wenig 2o\> berbicnen. 
©ewiffe ficine SScrbre&ungen bcö £eibeS, bic bei) biefemSnftrumente nid)t 
dUcjeit bermieben werben tonnen, wirb man \§m jwffentlid) ju ©ute 

3. $. 
<£in <8ioIonceflift mu§ ftd) jjüte», ba% er nid)t/ wie ebebcm einige 
flrofje '•Bioloncelliften bie üble ©ewobnjjeit gehabt baben, ben 23aj3 mit 
Sanieren ju berbrdmen , unb jur unrechten Seit feine ®efd)iflid)feit ju 
jeigen furf)e. £)emt wofern einSßiolonceüift, wenn er bie ©efcfunft nid)t 
berftebt, im Söaffe willfübrlicfye Sanieren anbringen will; fot&ut er «od) 
mepr @d)abe«, aU ein Sßtoiinift benber SXipicnftimme: befonberS wenn 
er fold)e «Baffe bor ftd) f>at , über welchen bie £auotftimme in beftanbiger 
Bewegung ift, um ben ftmpeln ©efang mit 3uf%« auöjujiere«. <£ß ift 
nid)t mogltd) bafj einer beS anbem ©ebanfen allejeit erratben fonne; u«b 
wenn aud) benbe gleite @inftd)t Ratten. Ueberbem ift eö ungereimt, bett 
Söug/ weldjer bie 3ienutben ber anbern «Stimme unterfiü&cn unb bar. 
moniog machen foll , felbft ju einer 2lrt bon £>berfrimme ju mact)en, unb 
tjm fcineö ernftfiaften (bangeS ju berauben ; baburd) aber bie not&wenbi= 
gen Sierratljen ber Oberftimme ju berbinber«, ober ju berbunfel«. @s 
i|> jwar nid)t ju läugnen, bafj einige melobiofe unb concertirenbe SSdffe 
bei) einem <£olo , etwat bon 3ufa^c leiben; wen« nur ber 5lusfübrer bc$ 
93affeö genugfameSiiificrjtpat, unbweiö, an welchem Orte eg f»d) t^u« 
la'ßt: unb wenn ben foldjer ©elcgenbeit, erwäg bo« 3terratben auf eine 
gefd)ifte 5lrt hinjugcfüget wirb; fo wirb he &a<$)e befto boUfommcner. 
i)od) wenn ber Sioloncettift fid) auf feine 5BifTenfd)aft nid)t binldnghd) 
bertaffen f ann : fo ift ihm suratfjen, bag er lieberben 53agfo fpiele, wie 
ibn ber ©omponift gefegt bat ; alö \>a$ er aus Unwiffenbeit ftd) in bie ©e* 
fabr begebe, btele ungereimte unb übelflingenbe Stfoten iujufe&en. ©n 
gefd)ifter gufa| bon gietratben finbet nirgenbS al§ ben einem «Solu ftatt. 
£)od) muffen m ber 3eif, wenn bie |)auptftimme, bep fimpeln 0?oten, 
«otbwenbtg ttwaß jufe^eit muö , bie 9u>fcn beö 93aiTeä gans ohne allen 
willf%lid;en 3ierrat^ borgetragen werben. £at aber ber JBag ??ad)ab' 

£>b 3 mungen; 



2i4 £»es XVIL örttiptfiucfa. IV. ^bfc^mtt. 

mwtgett; fo famt ber SStoloncellifl eben biefelben Sanieren/ bieibmbor* 
gemacht worben fint) , nad)mad)ett. £>at t>ic .fjauptftimme Raufen, 
ober paltenbe 9Wen; fo fann et gleichfalls ben 58a|3 auf eine angenehme 
Slrt beränbern: wenn nur bie f)<iuptnotm im 93affe nicfyt berbunfelt wer* 
ben, unb bie Sßerdnbetungen fo befefjaffen finb , ia% jte feine anbete ?eu 
fcenfcfyaft auöbtücfen, als baö €5tucf erfobett. Seewegen muß bet SBio* 
lonceflift bejtdnbig fucfjeu, bem Vortrage beffen fo bie ßauptftimme fpte* 
Jet, fo wobl in bet <St<frfe unb &d)wäd)t beöXoneö, aU in Qluöbnu 
cfung bet Sftoten, nacfyjuafjmeu. 93e» einet bollftimmigen sjyjuftf aber, 
iflben ^Biolonccttiftcn gans unb gar ntc^t erlaubt, wtHfüörltd) etmß ju* 
jufegen: nicfjt allein, weit bie ©runbftimme eritft&aft unb beutlid) ge* 
fptetet werben muß; fonbetn aud), weil folcfyeS, wenn t$ tit übrigen 
SBäffe eben fo matten/ eine große Verwirrung unb Unbeutlicfyfeit ber* 
«rfadjen würbe. 

4. §. 

23et) einem traurigen Slbagio, muffen bie langfamen Wattn, na'm* 
litf) bie %d)tfytik im gemeinen gerabeu , wnb bie Sßiertbeile im 3Illabre» 
betacte, mit einem geladenen 93ogcnftricf)e gefpielet werben. SSttan muß 
fcabet) nid)t mit bemSöogen, in einet £aftigfeit unb Sil/ l>i$ an feine . 
S5pi§e faxten: bemt iitfcö würbe \>en Slffect bet XraurigEeit berbinber», 
unb bai @ebor beleibigen. 3m Megto muffen bie Sßiert&eile untetbal* 
ten, ober nouriffant, unb ik 5lrf)ttl;eile ganj fürs gefpielet werben. 3m 
Slttegretto fo im Sillabrebetacte gefegt ift, gebt eß eben fo. 3ft aber ba§ 
Stllegretto im gemeinen getaben Xacte gefeget, fo werben bie Slcfyttbeile 
Unterbalten, unb bie ©ed)5e&ntbeile furj gefpielet. £>ie Eutjen 9totett 
muffen nid)t mit bem gamen 2ltme / fonbetn nur mit ber J^anb aKeiir, 
«nb 3wat burd) lit Bewegung bcö erften @elen?ö berfelben gefpielet wer* 
ben : wobon im jwepten unb fed)(ten Stbfdjnitte ein mebrereö ju erfc* 
&en ijh 

5. §. 

Me^oten muffen in ber 2age, fo wie fie gefegt finb, gefpielet, unb 
nicfyt einige balb cineOctabe boljer, balb eine tiefer genommen werben; 
befonberS biejenigen, mit welchem bie übrigen Stimmen im Umfon mit 
geben. £>enn dergleichen] Slrten bon SSftobulationen begeben aus einer 
förmlichen 53aßmelobic: unb biefe fann unb barf auf feine 2Jtt berdnbert 
werben. Stürben bergletcfjen 3?oten auf Um SStoloncelt eine Octabe tte* 
fer gefpielet, al$ fie gefeget \~\\\t> ; fo würbe bie Entfernung gegen bie^ÖiolU 

nett 



XX>n fc>em X>iolortcelIifien tnepefont>ere, 215 

nett nictyt nur ju weit fepn, föntet:« lit flöten würben auef) jugleicf) W 
gehörige Sd)4rfe unb£ebpaftigfeit, fobarmnegefuef)etwirb, klieren. 
SUrtberc 23afj noten, bie nicf)t mit ben übrigen Stimmen im Umfon ge&en, 
leiben nod) eßeir; tag man bann unb wann, wenn fein @ontrabiolon ju* 
segelt tft, eine Dctabe tiefer fpiele: icd) muffen eö nid)t melobtöfe, foiu 
lern nur &<trmom6fe, bau ift, fotdje ©ängefepn, welche fftr <5<f> feine 
eigene sjftelobie machen, fonbern nur sunt ©runbe ber oberflen Sftelobieen 
bienen. SDie Sprünge, in bieder je, ;Quarte, Quinte, Serte, Se* 
ptime unb Dctabe, auf* ober unterwarf, muffen nid)t umgefepret wer* 
ben: weil biefe Sprünge öfters ju 93i(bung einer gewiffen «Sttelobie bie« 
nett, auef) fetten ojjne 3l6ficf)t bon bem <2ompouifieit gefegt werben; 
f. tab. XXII. gig. 53. Sine gleiche 93ewanbrnifj W t$, wenn ein ©ang 
ton einem galten ober ganjen Sacte öfters wieber&olet wirb ; boefi fo, 
bafj biefelben Sftoten einmal um \>a$ anbere, eine Octabe tiefer ober &6fcet 
gefefeet ft'nb; f. £ab. XXII. gig.54. &n foldjer 95af? muf? gefpielet wer* 
ben wit er gefdjrieben ift. ®enn wenn man biefe Sprünge umfejjren 
wollte/ würbe ein ganj anberer Sinn {jerauSfommen. 

6. $, 
SÖeil ber Sßioloncell, unter allen Waffen, ben fdjdrfften Ion &af, 
unb feine Stimme am beutlicfjflen auöbn'icfen famt ; fo pat fein Spieler 
aud) bor anbern ben Sßort&eil borauS, tag er, be^5lugbrücfungbeg£icf)tö 
unb Scfyattenö , ttn übrigen Stimmen Reifen, unb ber ganjen <Sadje eu 
nen 9?ad)brucf geben fann. 23on ipm Hängt am meijten ab / in einem 
©tt'icf e baö geitmaaf? bet) feiner SXidjtigfeit, unb W £ebpaftigf ett ju un> 
terpalten; iaö ^iano unb gorte jur gehörigen 3eit auöjubrücfen; bie 
begebenen Seibcnfdjaften, welche in einem Stücfe erreget werbe» follen, 
ju unterfdjeiben unb fennbar ju machen; unb atfobem ©oncertifteu fein 
Spielen ju erleichtern. @r mug alfo weber eilen ; nod) nad)fc{)leppen ; 
fonbem feine ©ebanfen mit befofnbiger Slufmerf famf cit , fo wopl auf bie 
tyaüftn, aU auf bie 9Men rieten: bamit man nid)t genotpiget werbe, 
tpn ju erinnern, wenn er nad) einer ^Jaufe wieber anfangen, ober wenn 
er fa)wad) ober ftarf fpielen füll, ©enn el ift bep einer gjfufif fepr unan= 
flenepm, wenn nad) einer ^Jaufe, feinem neuen Eintritte, nicf>t alte 
Stimmen jugleid) mit (Srnfr anfangen; ober wenn baö <3piano oberste 
nicl)t bet) ber 9?ote, wo t$ gefefcrieben tfr, beobachtet ,..;j- befonberS wenn 
eö an bem »äffe fehlet, welcher ber Sac&e ben graten 2lu$fd)lag ge> 
ben mufj. 

7. §. Wo* 



2i6 T>c& XVII. öauptfKitfa. IV. Zbfönitt. 

7. $. 

Slöofetn ber SSioloncellift bie ©cgfunfr, oi»cr jum roenigften etwaj 
tjon ber Harmonie betfteljt , fo ift eg ifmt ein geidjteS , bte berfd)ie= 
benett Sdbenf^aften, meiere in einem Stücfe bon t>em @omponiftenau$' 
gebrücfet fint) , mit bem <5oncettiften jugleid) ju cr&e&cn unb fennbar ju 
machen. SDiefeS wirb bon ber begleitenben Stimme eben fo wobl als bom 
goncertifhn gefobert, unb tffc eine borjüglidje Sdwnfceit beö 2lccompa^ 
gnementS. ©enn wenn nur einer feine Sttmme gut, ber anbete aber 
faltftnnig unb nadjldffig bortrdgt, fo wiberfptid)t ber eine, fo ju reben, 
bem, waö ber anbete befajjet : unb bie gujwrer jjaben, wo nid)t Söerbruß, 
bod) nur baö |>albe Vergnügen. JMerju fann ber SSioloncellift leid)t ge« 
langen, wenn e$t(mt nicf)t an ber (Smpffnbung fehlet, unb wenn er nid)t 
auf feine Stimme allein, fonbern auf baS ©anjebte gehörige 2lufmerr> 
famfeit richtet. €r muß fid) l)ierndd)ft biejenige 2lrt 9?oten begannt ma* 
d)en, weldje bor anbern marfiret unb erhoben werben muffen. £)iefe 
ftnb, erftltd) biejenigen, weldje ©iffonanien über fid) (jaben, atti ik 
(Secunbe , tk falfd)c Duinte , bie übermäßige ©erte , \>k Septime ; 
ober bieteten, wcld)e burd) ba$ £reuj ober ba$ SBieberjjetftcllung^i'i* 
djen au(3erorbentlid)er weife er flöget, ober burd) biefeö, unb \>a§ runbc b, 
erniebriget werben, äud) geboret foierfeer, mnn bte Dberftimme eine 
@aben$ mad>et, unb ber 53afj orbeutlid)er SBeife eine öuarte über fid), 
ober eine Quinte unter ftd) ju fpringett |>at, um mit ber Dberftimme tti 
bie Dctabe ju gefcen ; betfelbe aber burd) einen betrug ober fogenanntett 
inganno, nur eine Stufe fwber ober tiefer ge(jt: j. €. tit Dberftimme 
cabenjirteittge, unb ber SSaßbdfte anfhrtt ber Dctabe bom @, bieder? 
je bon unten , ali 21, 213 , ober bie falfd)e Quinte $$t3 , nadjbem eS bie 
Tonart erforbert, f. Xub. XXII. gig. 55. £ter t&ut e$ nun eine fe&r 
gute ©irftttig, wenn bie bier erwdlmien Stfotett : 31, 213, gie?, mit bem 
SSiolottccll marfiret, unt cm<x§ ftd rf er als bte bor jjerge!>enben fflottn ange« 
geben werben. SÖJcnn e3 aber in einem ©tücfe, befonberö in einem 2lba* 
gio, jur £auptcaben$ gejjt; fofantt bet Sßioloncellift mit ben bot&crgefjen* 
ben jwo, bret), ober bier Sftoten, auf gleiche SEBeife berfabrett, um bie 
Stufmerf famfeit ber gujjorer auf biefelbeju lenfen; f.Zab. XXII. gig. 56. 

8. §. 

5öep Ligaturen ober gebunbenen gtoten , f ann er bie xwet)te , wor* 
über mebrent^etlS bte Secunbe unb Hnarte gefegt wirb, burd) bieder* 
ftdrfuttgbeSXoneö wad)fen laifen, bod)barfer benSSogcn nid)tbabet)rucfen. 

9. $. SSBtnn 



Von Z*m X>iol<>nceUiften iwbtfonbete. 2 17 

9. $. 
«JBcttit tu einem ^Jrejto, weldjeö mit »ieler Sebjjafttgfeit gefrieret 
werten muß, betriebene 2ld)ttf>eile, ober fonfi furje 9ioten, auf einerlei 
Xone »orfommen, fo fann er t>ic crftc im Xacte burd) einen SDrucf mit 
fcem 93o3cn marf iren. 

10. §. 

«ipunctirte 9l»ten muß er allejeit ernftfcaftet unb fdjwerer mit beut 
93ogen fpietcn, alg ber 23iolini|t : biefolgenbenboppeltgefd)wänstenjmt* 
gegen, muffen ganj für« unb fdjarf borgetragen werben; eöfepimge.» 
fdjwinben ober langfamen Seitmaaße. 

11, §. 

%Bmn an einem 2ßioloncell33dnbc ftnb, wiebet) ber 9ßtoIaba®am= 
H üblid) ift : fo muß ber SöiotonccUtft, bep benett mtt b bejeidmeten Xd* 
nen, bie ©eDten, mit ben Singern, ein wenig über bie 33dnbe f;inau$, 
unb jwar ttwa$ ftärfer nieberbrücfen; um folcfye fo Diel (jöber ju greifen, 
als es i&r 2ßer(jalf, gegen bit mit^reujen belichteten Sine erfobert/ 
tt(imlid) um ein ßomma. 

12. §. 

SDaS «Solofpielen ifi auf biefem Snftrumenre eben nidjt eine fogar 
leidjte ®a<3)t. 5Öer jtd) gerinne berbortbun will, ber mußbon ber yia> 
tur mit fold)cn gingern berfejjen ferw , bie lang ftnb, unb fhtrfe Werften 
(jabcn, um mit au$ eittaitber greifen ju fonnen. SBennft'd) aberbiefe 
notfcwenbigen (Sigenfdjaften, nebft einer guten Sinweifung&ugletcfybepfanfc 
men finben ; fo fann, auf biefem Snftrumente, fe(jr biel @d)oneS fterbor* 
gebracht werben. 3cf; (jabe fclbft einige große «Jfleifter geboret, bie auf 
biefem Snftrumente bet) najje SBunber getban jjaben. 2Ber ben 93ioIon? 
cell aß ein Sieb&aber atäühit, bem fte&t e$ mit 9ved)te frei), baöjentge 
am meiften barauf su treiben, wa$ ibm ba$ meijk Vergnügen machet: 
wer aber fein Jjpauotwcrf babon ju machen gebenfet, bertbutwoBl, wenn 
er fid) bor aßen Singen erft bemühet ein guter 2Iccompagnifl ju werben : 
benn baburd) wirb er bei) ber Sttujtf nüßltdjer unb brauchbarer fän. 
SHMteeraber, e&e er noef) einen SXipienbaß red)t au$jufü6ren wußte, fo 
gletd) jum ©olofpiclen eilen, unb t>ielleid)t belegen fein Snflrument fo 
fd)wad) blieben, baß man ibnbepbem Slccompagnement nicfttBörenfonn* 
te; fo würbe ijjm \>it sjflu|7f wenig £)anf fdmlbig fepn. <£r würbe biel* 
mebr t>on einem unb bem anbern t'iebbaber ber SKuftf , ber ftd) (0 
wo&l im (Solofpieleu ati Siccontüagnireu berbor tbut, befdjamet werben. 

@e ©as 



2 i8 3De« XVII. öaupt jtttfö. V. 2H>fd>mtt. 

©a$ gute Slccompagnement ift fcaö bornebmfte, foboubiefemSnftrumen« 
te eigentlid) erfobert wirb. SBenn nid)t t>aö Slccompagniren unb ©olo« 
fptelen in gleichem ©rabe tic aSortycftlicf>Feit (leben; fo tbut ein guter Sic* 
compagnift bei) einem Drd)efrer mebr £)ienfte, als ein mittelmäßiger 
©olofpieler. ©ie $unjt wobl ju begleiten aber, l<fßt ftc| weber für ftd) 
allein, nod) aud) bloß in großen 5flufifen erlernen. 2Ber ftcf> barinne 
wd)t fejt fc^en wiU, muß biele gefdjifte Seute inöbefonbere aecompagnt» 
ren: unb wenn er fief) nid)t berbrußen (aßt, bisweilen Erinnerungen an» 
junebmen ; fo wirb fein barauö ju boffenber üSortbeil befto grfcßer fepn. 
£>enn eö wirb tod) fein sjfteijrer gebobren: fonbern eö muß immer einet 
bon bem anbern lernen. 



QaD 








£e§ XVII. £auptflMS 

gSon fcem Sonttatnolomifett in^efonfatt, 

i. $. 

jjit bem großen SSiolon gebt eö / wie mit ber SSratfdje. @r wirb 
Jy ebenfalls bonSSielen, nid)t in Sem SBertbe, unb bon ber «ftotb* 
wenbigfeit gehalten , welche er bod) , wenn er anberö gut gcfpiclet wirb, 
in einer großen SHlufit berbiener. <l$ fann feijn/ baß Ue meinen, welche 
ju biefem Snjtrumente gebrauc&ct werben / bieHcid)t nid)t baö ge&örige 
Talent baben, ficf> auf anbern Snfttwmcnten, bie fowobl 3«tigfeit al$ 
©efdmtacf erfobern, berbor ju tbuit. Snbeflen bleibt eö bod) eine auö* 
gemalte <&&6)t, baß ber Qontrabiotonifr, fotlte er audj ben feinen ©e* 
fd;macf beö «gpielenö nid)t fo gar narbig &abe», bennod) bie Harmonie 
berfteben, unb fein fd)led)ter «Öiufifuä fenn muß. £>enn er ifi nebfi bem 
SSioloueeUiften gleicfyfombaSföleidjgcwidjt, um baö Seitmaaß/ in einer 

Stoßen 




*)ott t>emCöntmv>tolömjlcittnebefönt)ere. 219 

großen 50Jufif , 6cfont>ecö in einem Drdjefter, wo einer ben anbew nidjt 
allejeit feben , wd) red)t boren tan», ju erhalten. 

2. §. 
£ierju Witt» eine kfonlie« SDcutltd^fctt im Spielen erfobert; wef* 
dje aber bie wenigften auf tiefem Snftrumente befugen. SßieleS fommt 
babet) auf ein gutes Snftrumentan; 5ßiele6 a&cr auet; auf ben ©pieler, 
3ft tx»ö 3nftrument alljugrof?, ober aßjuftarf bejogen; fo ftingt eö un* 
beutlid), unb ift bem ©eböre nid;t bernebmlid). Sßjeiö ber ©pieke mit 
&ema3ogenftrid)enid)tfo, wie es baö Snftrument erfobert/ umjugeben; 
fo Weibt berfelbe gebier. 

£>a$ Snflrumcnt an ftd), tbut belfere SBirfung, wenn e$ Don mit/ 
telmäfjiger ©rojSe, aud) nidjt mit fünf, fonbern nur mit biet «Seiten 
le$o$tnift. SDenn bie fünfte <25et)te müßte, wenn fte mit ben anbern 
in rechtem 'äßer&alte fielen füllte, fd)w4d)er als bie feierte femt; unb würbe 
folglid) einen biet bünnern$on, aU bie anbern, feon ftd) geben. @ol* 
d)eö würbe aber nid)t nur bet) biefem Snflrumente fdjäblidj fepn; fonbern 
aud) auf bem SßioIonceU unb bet Violine/ imgall man folcfye mit fünf 
©et)ten besiegen wollte. SDer fogenannte beutfdje Sßiolon bon fünf biö 
fed)$ (Septen , ift alfo mit SXedjt abgefdjaffet roorben. <5inb bet) einet 
9ttuftf sweene Qontrabiolone nbtbig; fo faitn ber jwepte etwtö großer, alö 
ber erfte fepn: unb waö bemfelben an ber £)eutlid)feit abgebt, erfe$etet 
alöbenn an ber ©rabitdt. 

4. §. 
(Sine große #inbetung an ber ©eutlidjfeit madjet t§, wenn auf 
bem ©riffbtete feine Söänbe ftnb. Einige balten jwar bittet für einen 
tleberflufj , unb wol)l gar für fd)dblid>. Slllein biefe falfdje Sßepituitg 
wirb burd) fobiele gefdufte Seute, weld)e mit SSanben atleö nur mögliche 
auf biefem Snftrumente rein unb beutlid) berautf bringen, ^attfam xou 
berleger, SDte unumganglid)e fftot&wenbigfeit, baf? auf biefem Snftru* 
ntente, wenn eö anberö beutlid) flingen foll, 95dnbe fepn muffen, ift ganj 
leid)t ju erroeifen. gflan roeiö, \>a§ eine furje unb bünnc @epte, wenn 
fieffraff gefpanuet ift, bie Vibration, ober ben «Schwung biel fd)netler 
unb enger madjet, als tint lange unb bide <3epte. SDrücfet man nun 
«ine lange unb bide <Septe, bie md)tfo fttaff als eine für je gefpannet 
werben Eann, auf ba$ ©riffbret; fo fd)ldgt tit <Septe, weil ifjre 3ittc* 
rung einen weitern Umfang einnimmt , unterwarf auf baö £015. 

<£e 2 SDiefeö 



2ao Des XVII. öauptjKitfö. V. 2lbfd)iutt. 

©iefeä hemmet nun ntd)t allein bie Vibration ; fonbern berurfadjet aud) 
nod) über biefeg, bajj bie @epte nad)fmget/ unb nod) einen SReöcnton^o* 
ren lägt, unb alfo ber Xon bumpftd) unb mtbeutlid) wirb. >Die «Septen 
liegen jwat/ bermoge be$ ©tegeS mit» ©attelS/ auf bem Sßiölon fdjon bi* 
|>er als auf bem Sßioloncell; bamitber £Kudfd)lag ber ©epten ba$ ©riff* 
bret nid)t berupren foll: allein biefeS ifr alöbcnn, wenn bie @epren mit 
ben Ringern niebergebrücfet werben, nod) nid)t JjinUfnglid). @tnb alter 
23dnbe auf bem ©riPrcte; fo wirb biefe ijinbcrmj} gepoben. SDic @ep* 
ten werben alöbenu, burd) bat Söanb, meljr in bicjbbpe gehalten f unb 
fönnen alfo ipre Sßibration ungefriubert machen, unb folgltd) ben natür* 
lierjen Xon, ber im 3nftrumcnrc liegt; bon fid) geben. ü)ie 93onbe geben 
aud) nod) biefen SSortpcil, bau man bieXone reimt alt ebne bicfelben 
greifen fann; unb bafj bie Sine, bep welchen man, um fte anjugeben, bie 
Singer auffegen mujj, mit ben Wogen ©epten im Klange mepr Slejmlid)* 
feit Malten. SBoUte man pierwiber einwenben, bat bie 93ifnbe wegen 
ber @ubfemitone, bie man alebenn nid)t unterfd)eiben fennte/ fcinber* 
lid) wa'ren i fo bienet jur Antwort, ba$ fofd)eö auf bem «Jontrabiolo» 
nid)t fofd)4blid)alöaufbem5ßioloncellift; weil man ben Unterfdneb/ fo 
fid) jwifdjen benen mit £reuj ober b be&eicpneten Sönen beftnbet, in ber 
Gujjerften Xiefe, nid)t fo, wie bep ben fcoJjen Xönen auf anbem Snftru* 
menten, bewerfet. 

5. §. 
©er 93ogenfrrid) mufj auf biefem Snftrumente o&ngefäljr gegen fed)S 
Sittger breit bom ©tege abwam, unb febt furj gefübret, unb wenn eS 
bie 3«t lei&et kon &er <§5epte abgefegt werben : bamit bie langen urtb bu 
den @epten ijjren gebfcrigen &d)tu\ma mad)en fönnen. €r muß aud) 
me&rentjjeilö mit bem unterfren Xbeile, biö in bie glitte beö 93ogen$/ 
unb mit einem üvuefe gemaepet, nid)t aber bin unb jjer gefiget werben: 
aufgenommen in ganj traurigen ©tiefen; allroo ber Söogen jwar fürs, 
bod) aber nid)t mit foldjer £aftigfeit gebrauchet wirb. £)ie €5pi§e be$ 
93ogenö tjnit überhaupt, auger bem «piano, wenig Sföirfung. SBenn 
eine 9?ote befonberä marfiret werben foll ; muj? foldjeö mit bem SSogen 
rücf wim , bon ber linf en jur rechten £>anb gefd)efjen : weil ber SSogen 
alöbenn, um einen 2f?ad)brucf ju geben, mejjr kraft b,at. ©od) will 
id) bie oben a.ebad)ttn furjen 23ogenftrid)e, weld)e maen ber Sxut* 
lid)feit bcö XoneS erfobert werben , nur bep 9Men weld)e ^3rad)t unb 
^eb^aftigfeit erfobern/ beritanben wiffett. 3d) ne^me aber fyimn <»u$: 

bie 



Von fcem Cotttr<tt>iolom'tfen itiobcfoiit>ere. 22 1 

bie langen 9?oten, als balbe unb ganje ^actc, welche efterä in gefcfywin* 
Jen ©tärfen mit untermifcOet werten ; eg mag ein |>auptfa§, ober foldje 
üftoten feott/ welche einen befonbern DZac^brucf »erlangen; ferner biege« 
fdjleiften Dtoten, bie entweber tintn fd)meid)elnben,|ober traurigen Effect 
auöbrütfen follen; unb welche ber (Eontrabiolonijr eben fo unterhalten unb 
flelafien / alö ber SßiolonceUift/ auöbrtkfen muß. 

6. $. 

©er Sßiolonijr muß ftd) einer guten unb Bequemen ?lppltcatur, ober 
Ueberfe&ung ber Singer befleißigen ; bamiterbaS, maß in bie fybfy gefe* 
fcet ift, fo, roie ber 33tolonceltift mitfpielen Um, umbie mclobiofen 93dfie 
nid;tju berflfimraeln ; befonberg ben tlnifou, aU welcher in eben ber U* 
ge, wie er gefegt ift, auf einem feben Snftrumente, unb folglich aud) 
auf bem (Jontrabiolon , gefpielet werben muß. Sttan befejje belegen bau 
©rempel bc» bem 5. §. im W>tf)t\\tte Pon bem33iolonceHijien, Xab. XXII. 
Sig- 53. unb 54- ©oßte ein bergleidjen S8aß etma pober gefe$tfet)n, 
als ber 23iolonifr mit feinem gnjtrumente fommen fonnte ; wiewohl er 
fcfywerlid) u$ übec ba$ eingefrridjene © geben wirb, weldjeö iod) einige 
Gräfe SSiolonijten rein unb beutlidj> angeben unb brauchen fonnen: fo muß 
ber Sßiolonift, in folgern galle, lieber ik ganse ©teile äber&aupt eine 
Dctabe tiefer fpielen , al$ t>it «Welobie auf eine ungefdjifte 2irt }er> 
trennen. 

7. §. 

SSenn in emem 93affe fold)e «pafiagien Poromen, lk ber $tofonif*, 
wegen großer ©efd)winbigfeit, beutlid) ju fpielen nid>t im@t«nbe wäre; 
fo fann er Pon einer jeben %mt, fit mag jwep= ober brepmal gefdjwa'njet 
fetm, bie erffe, britte, ober le§te fftote fpielen. @r muß fid) nur allejett 
nad) bcn$auptnoten, fy eine SSaßmelobie ausmachen, ju richten fudjen. 
golgenbe (Srempel geben barju Anleitung; f. Tab. XXHI.gig. 1,2, unb 3. 
siußerbergleidjen, in großer ©efd)winbigfeitnid)t einem %ebtn bequemen 
g>a(fagien aber, ift ber ^iolonift berbunben alteä mitjufpielen. 5ßollre 
er Pon Pier auf einerlei) $one Porrommenben tHdjrrjjeileu, wie einige ju» 
weilen tbun, jumal wenn fte ein ©tücf aecompagniren muffen, t»aö ftc 
nid)t felbft gefegt baben, immer ba$ erfte anklagen, unb brep Porbet) 
geben lafjen; fo weis id) nidjt wit er ber 9?ad)rebe einer gaul&eit ober 
Jiicfe entgeben tonnte. 

(Se 3 8. S. lieber* 



222 -Des XVII. öauptflütfö. V.3bfd>mtt Pon&emContr.K. 

8. §. 

Ueber&aupt mug &et Vortrag betf @onrrabiöfoniffen ernft&aftec 
fetm, als bet Abtigcn 53df|e ibrer. £)ie Keinen feinen 5lu3sierungen 
werten jwar bon ibm nidjt gefobert: dagegen aber muß et ft'cf) befWnbia, 
bemühen, Um, watbit anbernfpielen, einen Sftadjbrucf jmb ©ewidjt 
ju geben. @r mug baö 9>iano unb gurte j« rechter geit auöbriicfen; 
fcaö 3eitmaag genau beobad)ten; weber eilen, nod)$ögern; feine Stfoten 
fefi, fidjer, un& beutlid) Dortragen; fid) bor bem oralen beö 93ogen$ 
in 2ld)t nehmen, weld)e$ abfonbetüd) tt$ biefem Snjtrumente ein Jjöüli* 
d)er Uebeljtanb ifl» unb wenn er boret, baß balbernfrbaft, balbfd)ers* 
baft, balb fdjmeidjelnb, balb traurig/ balb luftig ober fredj f unb wie 
es auc(j fepn mag, gefptelet wirb, muß er aHexeit au$ baö Peinige mit 
bepiutragen bemubet fepn, nicf)t aber auö $altfinnigfeit, bieienigen 9Bir= 
Fungen, welche m<m im ®anjen berboraubringen fuerjet, berbinbern. 
StUejeit, abfonberlid) aber in @oncerten, mujj er richtig r-auft'ren, bamit 
er, wenn bie SXitornette eintreten, ju geboriger 3«it mit bem gorte mit 
SRac&btutf einfallen Eoune; unbnidjt, wie einige tbun , erft einige 9ta 
ten borbet) gefcen laffe, 35a$ Hörigen^ in biefem ganjen #auc<tftiicfe, 
fo wobt inöbefönbere alö überhaupt abgebanbelt wirb, babon fann er fid) 
«od) SBieleö , weites &ier ju wieberbolen ber 5Kftumnitf)t leibet, su 9?u* 
§en machen. 



£»:$ 



©tf xvii. #atiptjtm 

vi. gbftnftt. 

58o» fem jöaWftWett ittf&efontwe, 

i. §. 

ÄJStdjt alle, fcie t>cn ©«neralbag frerjte&en, ft'nb audj Mwegen jugletd) 
®ö) gute 5iccDmpagnifieii. €ine$ muf burd) Stegein ; t>a$ anbere an^ 
Srfajjrung, wtb enblid) auö eigener (Smpftnbung erlernet werben. 

2. §. 
3n bat er|le« mid) «injulaffen, tjl meine 3lbftdjt nid)t: weil t$ 
batitine an 2lnroeifung nid)t fehlet. SBegett beö lefctcrn äbtt , will id), 
weil t$ m meinem gwetfe geboret, mit €rlaubni(j ber £erren @labieri* 
fleit/ nur in 5er ßürje etwas weniges erinnern; t>aS übrige aber, einem 
jeben gefdjiften unt> erfahrnen ßlafrierfmeier, sunt weitern 5Kad)benfett 
an&etm Hellen. 

3- *. 

@S tfl, wie o^ert gefaget Worten, möglich, taf einer ber t»ie SPBiflTen« 
fdjaft beS ©eneralbajfeö aus bem ©runbe inne &at, bennod) ein fd)led)tet 
Skcempagnijl fetjn fönne. ©er ©eneralbajj erfobert, baß Die Stimmen, 
weldje ber (Spieler über t>en 33ajj, auö bem Stegreife, nnbnad)3lnleituna, 
ber Signaturen &injufc$et, nad; ben Regeln, unt) als wenn foldje auf 
bem Rapiere getrieben flunbeu, gcfpielet werten muffen, ©iekunfl 
ju begleiten , erfobert titcfjt nur tiefet , fonbern aud) nod) biel ein 
me{jrer& 

4. $. 

£Me allgemeine Siegel front ©eneralbaf* ifl, bafi man aßejeit frier» 
flimmig fpieie: wenn man aber redjt gut accompagniren will, t&ut eSoft 
beffere SSBirfung, wenn man |td> nidjt fo genau hieran bindet; wenn matt 
frielmeör einige Stimmen wegist, ober wo&l gar ben SBajj mit ber red)« 

ten 



224 £w XVII. öaupttfürfe. vi. Sfbfc&mtt. 

ten #anb, bv,td) eine Dctabe bo>r, berboppelt. £)enn fu wenig ein 
Gompomft ju alten SDlelobieen , ein bren= t»ter* übet fünfftimmigeö $lc* 
compagnement ber Snftrumente feeen fann nod) mufj; wofern biefelben 
nic^t unbcrftdnWtcf) , ober berbuuf elt werben füllen : eben fo wenig leibet 
aud) eine jebe «BWobie ein beftdnbigeö bollftimmigeö 3lceompagnementauf 
iem (Elabiere: weswegen ein Slccompagnift {id) mepr nadj ber &ad)t 
felbft, all nad) ben allgemeinen Regeln be$ <35eneralbajTe3 richten muf?. 

5. *. 

(£i» bollftimmigeS unb mit bieten Snjtrumenten begleitetes <Stucf, 
etfobert aud) ein bollftimmigeS unb frarfeS 5tccompagnement. Sfci mit 
wenig Snfrrumenten bef^teS Soncert, betlanget in biefem @türf e fd)on 
einige SWajiigu'ng; befonberS unter ben concertirenben (Stellen. g}?an 
muf; alsbenn 3ld)t paben, ob biefelben ©teilen nur mit bem Saffe allein, 
ober aud) mit ben anbern 3nftrumenten begleitet t werben; ob b\e concer* 
tirenbe (Stimme fd)wad) ober ftarf , in ber Siefe ober |)oiJe fpiele; ob fte 
aneinanber pangenbe unb futgenbe , ober fptingenbe 5?oten, ober ^affa* 
gien au$juf%en Ute; üb bie^affagien gelaffen ober feurig gefpielet wer* 
ben; ob biefelben confonirenb finb , ober ob fxe f um in eine frembe $on* 
artauS&uweidjen, biffoniren; obber93ag einelangfame ober gefd)winbe 
«Bewegung bar unter bat; ob bie gefdjwinben 9?oten beö Skfieö ftufen» 
weife oberfpringenb gefefcctfinb ; ober ob (ie ju bieten oberaebten auf einer* 
lep£one borfommen; ob Raufen, ober lange unb furjeSMen unter 
einanber bermifdjet finb, ob ba$ <5fü<f ein 2illegretto, Slllegro, ober 
$)refro ift, babon ba$ erfte, bep 3nfttumentalfad)en, ernftbaft, bat 
anbete kbfyaft, bat btitte aber fluchtig unb tanbelnb gefpielet werben mujj; 
ober ob e$ ein Slbagioaffat, ®rabe, 2flefto, (£antabile, 2(riofo, 2ln* 
fcante, gargbetto, (giciliano, ©piritofo, u. f. w. ift, bon benen ein Je* 
beö , fo wie in ber $auptjtimme , alfo aud) im Slccompagnement einen 
befonbern 'Sßortrag erfobert. 2Birb fole&et bon einem jeben ted)t beob* 
ad)tet: fo tbut aud) baö etücf bep ben Su&ütetn bie gefugte SßBirfung. 

6. §. 

33ep einem £tio mufj ber @labierift fidj nad) ben Snftrumenren, bit 
er ju begleiten bat, rid)ten; ob fcld)e \~d)md) ober ftarf finb; ob bei) 
fcem ©abiere ein Sßioloncell ift, ober nid)t; ob bie (Sompofttion galant 
ober gearbeitet ift; ob ber ßlabicpmbal ftarf ober fd)wad), auf* ober &u» 
gebecPet ift; unb Di bie Supörer na&e ober entfernet finb, «Denn ber 
©abicpmbal raufdjet unb flingt jwar ftatf in ber Wüte; in ber gerne 

aber 



Von fcem tlamtiften tnebcfonfcere. 225 

altt wirb er nid)t fo ftarf aW anbre Snftrumente gefröret. SBenn &er 
@Iatnerift einen SSiolonceß neben jtdj bat, unb fcOwac^e Snftrumente 
Begleitet, fann er mit ber regten £anb einige 50?ägigun3 gebrauten; 
5efonber$ bep einer galanten @ompofttion, unb nod) mebr wenn eine 
(Stimme pauftret, unbbieanbere allein fpielet: be» ftarfen Snftrumen* 
ten aber, unb wenn i&$ Stutf fefjr Oarmonioö unb gearbeitet ift, auc& 
wenn benbe «Stimmen jugleid) fpielen, fann er t>iel boUftimmiger greifen. 

7- §• r 

93e» einem Sülowirb eigentlich bie größte £)i$cretion ober 33cfcf)ct# 
benljeit erfobert: unb fommt allba, wenn ber Solofpieler feine Sad;e ge* 
(aflfen , ojme Sorge, unb mit einer Sufmben&cit fpielen foll, fej>r Prel 
<iuf ben Siccompagniften an; weil biefer bem ©olofpieler fo wobl einen 
SÜM!) macfjen , alö ifrm benfelben benehmen fann. SBenn ber 3kcompa* 
gnift im geitmaafk nid)t red)t fieser ift, unb ftd) entweber bep bem Xeat* 
po rubato, unb buref) baö Sßerjie&en ber Sanieren, welches eine Sd)6n* 
fyit im Spielen ift, jum Sägern, ober, wenn anftatt einer ^3aufe bie 
folgenbe 3?ote Porau^genommen wirb, sunt «Eilen herleiten lagt; fann 
er ben Solofpieler nid)t nur aus feinem @oncepte bringen ; fonbern er Per» 
fefcet ibn aüd) in ein SÜJiStrauen gegen i&n, ben 2Iccompagniften ; unb 
madjt u)n furdjfam, weiter etwas mit Verwegenheit unb grenbeit m un* 
ternebmeu. 3lufgleid)e 2lrtiftber5lccompagniftjutabeln, mnn er mit 
ber rechten ^)anb ju Piel «Bewegung machet; ober wenn er mit berfelbcn, 
<imunred)tenDrte, welobioö fpielet, ober fcarpeggiret, ober fonft <Sa* 
d)en, bie ber £auptftimme entgegen finb, mit einmenget', ober wenn er 
\>a$ ^iano unb gorte mit bem Solofpieler nid)t ju gleidjcr Seit auöbrö= 
efet; fonbern afleö ojjne 2lffect, unb in einerlep Stärfe fpielet. 

8. §. 

2Ba3 (jier bon ber Begleitung ber Snftrumentalftucfe gefaget wor* 
ben ift, fann gröfjtentjmiö aud; auf bie Begleitung ber Singftütfe ange* 
wenbet werben. 

9- $• 
SDaö ftarf unb fdjwad) Spielen fann jwar auf bemQlaPicpmbal ober 
giügel, befonberg wenn berfelbe nur ein Qfabier bat, nid)t fo ah unb ju» 
nebmenb auegtbrücfet werben , alö auf bem Snftrumente, weldjeS man 
Pianoforte nennet, attwo bie Septennid)t mit Gebern geriffen, fon* 
bern burdj £>ammer angefd)lagen werben: beffen ungeadjtet aber, fommt 
bod), bep bem Sl»gel/ V>tel auf bie 5irt beS Spielend an. «JKanfann 

Bf fiefr 



»26 Des XVII. £<uiptfJütfe. VI. 2tbfd>mtt 

fid) belegen auf bemfelben, bet) bem ^Mano, fo wobl burd) bie tfö<ijjigung 
beö 2lnfd)lageö, alg burd) bie Sßerminberung ber (Stimme« ; unb ^c»> 
bem gorte, burd) ftarfereö @d)lagen, unb burd) bie S3erme6rung bei: 
Stimmen in bepben £dnben, Reifen. 

IO. §. 

Söerfdjiebene Sftoten , fo einen fftadjbrucf erfobern, mugbet^ccom» 
pagnijt mit mebr gebbaftigfeit unb ©tärfe anjufdjlagen, unbbonanbern 
Sftoten, weld;ebiefeönid)t berlangen, su unterfd)eiben wijfen. £>ierbee 
öeboren bie langen 9?oten, fo unter gefcfywinbere bermifd)et |fnb; ferner 
bie Eroten mit welchen ein $auptfa& eintritt; unb benn bauptfiicfylid) bie 
SDiffonanjen. £>ie langen Noten, m weiften bie Dcrabe tiefer augleid) 
mit angefd)lagen werben fann, unterbrechen bie 2ebbaftigfcitber gflelobie. 
©a$ Xbema erfobert aßejeit eine ©röebung in ber Starfe beö $one$, 
um feinen Eintritt befrobeutnd)er ju machen: unb bie3)iffbnanaen bienett 
eigentlid) jum «Kittel, bie unterfd)iebenen geibenfdjaften abjuwed)feln. 

ii. i 

@:ö fommen jwar im 51ccompagnement öfters nodj anbere lange 
fHottti bDr y fo eigentlid) feinen befonbern Sluebrucf erfobern; fonbern nur 
1>ie 3J?eIobie begleite«/ ober in SRufce fefc en. 5ßon biefen ifi jjier bie SXebe 
nid)t. <£$ fommt &ier bielmebr auf biejenigen 9?oten an, weifte ein 
flefd)winbe unb befttgeSSewegung, fo wo&l burd) @onfonanje&al$ £>if* 
fonanjen, unterbrechen ; bod) aber in ber $olge gleid) wieber burd; anbere 
gefcfywinbere ücoten abgewedelt werben, gcrner geboren bieder tie sfto« 
ten, bermirteljt weldjerber 23ajj bie@aben$ ber |)au»tftimme unterbridjr, 
um einen fogenannten 33errug (inganno) ju begeben; weiter bie 9?oren 
fo jur ^auptcabenj borbereiten; ferner biejenigen Acoren, weld)e burd) 
ein Äreuj, ober SÖieberberfteUungSjeidjen , um einen f (einen halben 
Xon, erhöbet werben , unb bie gemeiniglid) bie f leine öuinte unb 
©erte über fid) baben; unb benn ferner bie, welche burd) la$ runbe 
berniebriget werben; wie bereits im borigen 9lbfd;nitte bem SSiolonccIli» 
jren gefagt worben ift. 3luS bem nun wa$ frier angefübret werben , Uns 
nen nod)' me&r anbere dergleichen Sßorfdlle entbeefet werben : wenn man 
nur etn jebeS @titcf in feinem 3ufammeiiba«ge, mt> mit redtfer %luf> 
merffamfeit, betrachtet; unb ba$ 2lbfe&ett ber Sftuftf , welche bie ßeiben« 
fd)aften be(14ubig erregen, unb wieber fttllen foU, nid)t auö bem ®tUftt* 
niffe fommen Idjjt. 

12. §. <£bett 



12. §. 
^6ctt bicfc <2c«gutta l>cr abrocc^felnben Setbenfc^aftett, tft aucf) bie 
Urfacfje, warum l>tc ©ifiwtanjen überhaupt ftarf er alö bic Sonfonansen 
angefcl)lagen werben muffen. £>ie @onfonanjen fe|en baö @emfit|> inline 
boltfommeneSXujje, unb 3ufrieben{jeit: bie SDifTonanjen fjingegen erwe* 
<f en im ©emütjje einen SÖerbruß. 2Bie nun ein niemals unterbrochenes 
Vergnügen, e£ fep bon welker 2lrt eö wolle, ttnfere <2mpftnbung$fra'fte 
bermaaßen fcr)wäcf)en unb erfdjopfen würbe, baßbaö Vergnügen enblicf) 
«uferen würbe ein Vergnügen ju fenn : alfo würben aucf) lauter @on* 
fonanjen, in einer lange auf einanber folgenben Sveijje, bem @ejjore enb* 
lief) einen @fel unb 'äSerbruß berurfacfyen , wenn fit nidjt bann unb wann 
mit Ubelf längen, bergleicf)en bie 35i|Tonansen finb, bermifcf)et würben. 
3emef)r nun eine Sijfonanj im «Spielen bon benanbcrn^otenunterfcljiej 
beit, unb empftnblicf) gemacht wirb ; ieme&r greift fte ba$ ®er)ör an. 3e 
t>erbrüglid)er aber bie Sacf>e ift, welche unfer Vergnügen fto^ret; ic 
Angenehmer fommt unö ba$ barauf folgenbe Vergnügen bor. 3e härter 
alfo ber SSer&alt ber Sitjonanscn tft ; ie gefälliger ift ijjre «Muflöfung. 
Djjne biefe 93ermifcf)ung beö SBo&lflangeö unb be$ Ubelflangeg, würbe in 
ber ?9?ufjf hin Mittel übrig femt, bie berfcf)iebeneu ^eibenfd[)aften m* 
genbliflief) ju erregen, unb augenbüflicf) wiebec &u füllen. 

13- $• 

fCBic aber ber 33erbruß n\d)t immer bon einerlet) |>eftigfeit femt 
famt; alfo fjaben and) bon ben ©iffonanjen, einige me^r, einige weniger 
Sßirf ung ; unb muß alfo babon immer eine ftärf er alö bie anbere ange» 
fdjlagen werben, ©ie 9?one, bie Stfone unb Quarte, bie S^onc unb 
•Septime, bie .Quinte nnb Quarte, ftnb bem ®e{>ore nid)t f\> empftnb* 
lief), a\$ bie Quinte mit ber großen @erte, bicfalfcf)e Quinte mit ber 
Keinen ©erte, bie falfcf)e Quinte mit ber großen ©erte, bie fleine <Septi= 
me mit ber fleinen ober großen iterje, bie große (Septime, bie mangel- 
hafte Septime, bie Septime mit ber ©ecunbe unb Quarte, bie über* 
maßige Serte, bie große ©ecunbemit ber Quarte, bte Reine Secunbe 
mit ber Quarte, bie große unb bie übermäßige ©ccunbe mit ber über» 
mäßigen Quarte , bie fleine £er$e mit ber übermäßigen Quarte, ©ie 
erftern erfobern alfo beSwegen bet) weitem nid>t ien 9?acf)brucf im 51c* 
compagnement, dU bie ledern. Unter biefen lefjtcrn aber , ift wieber 
noef) ein llnterfcfneb ju machen. 5Die fleine ©ecunbe mit ber Quarte, 
bie große unb bie übermäßige ©ecunbe mit ber übermäßigen Quarte , 

Sf 2 bie 



228 Des XVII. ^auptjtücfö. VI. 3bfd!)m'tt. 

bie fleine Serje mit ber übermäßigen Quarte, bie fa(fcf>e Ciuinte mit bcr 
grogen @ertc, bie übermd&ige ©er«, fcie mangelbafte ©cptime, ik 
©eprime mit t»cr ©ecuube unb D.uarte, ccfobcrn nod) mebr S^ac^brucf 
alö btc übrigen; unb muffen belegen t»o« bem 3iccompagniften, i?er* 
tnittelft eines ftarfern 5lnfd)lagö, nod) fr4ftiger borgetragen »werben. 

14- §• 
Um bie @ac^e nod) beutlidjer ju madjen, will id) über bie bor er* 
wdbnten 3)iffonan$en , unb über ben Untertrieb ibreS 5luSbrucfS, in 5ln* 
febung ber «JJidgigung unb 'Sßerftarf ung, ein Krempel beifügen, f. Xtö. 
XXIV, gig. i ; woraus man beutlid) wirb erfeben fönnen, bafü bat tyiano 
unb gorte, um bie Effecten gebörig auSjubrücf en , bet) ber 5luSffi'brung, 
eines ber nötbigfhn SMnge fei). «Jttan fpiele biefeS Krempel etliche mal, 
fp/ wie eS mit bem gMano, ^ianiffimo, sjflej&o forte, Sorte, unb Sorttffi* 
mo bejeicfjnet ift (*).* ^ernad) wieber&ole maneS in einerlei) ©tdrfe beS 
SoneS; unb gebe babep, fowobl aufbie.Sßerfd^ebenbeitber Stffcrn, als 
aud) auf bie eigene Smpfinbung wobl 2ld)tung. 3d> Wn »erftd)ert, wenn 
man fid) nur erft ein wenig, obneSßorurtbeil, anbiefe Slrtju aecompagni» 
ren gewönnet bat', wenn man tk berfd)iebenen SBirfungen ber ©iffonan» 
jen erfennen lernet; wenn man auf bie StBieberbolungen ber ©ebanfen, 
auf bie baltenben 9?oten , weld)e bie £ebbaftigfeit unterbrechen, auf bie 
SBetrugSgange, fo öfters 6ei) ben Gabenjen borfommen , unb auf bie Sfto* 
ten, wcldje ju einer fremben Tonart ftibren, unb tk burd)baS ßreus ober 
eefigte b erbebet, ober aber burd) baS runbe b erniebriget werben, genau 
2id)t bat; id) bin berftd)ert, fage id), ba§ man alSbenn baS ^iano, gftej* 
jo forte, Sorte, unbgortiffimo, obne baj? eS baju gefd)rieben ift, febr leid)t 
wirb erratben fönnen. 3d) tbeüe bem oben gefugten ju Solge, t>k 2>if* 
fonanjen, in 2lnfebung ibrer SHJirfuitgen, unbbeS barnad) einjurid)tenben 
2lnfd)lagS, um mebrerer £>eutlid)feit willen, in brei) ©äffen ein. $Die 
crfle beseid)w* id) mit mejso forte ; bie geoeyte mit forte ; unb Ik 
dritte mit fortifilmo. B«p «fa»» ® fl ffc me$50 forte fann matt 



redeten: 



Sie ©ecunbe mit ber Cluarre, 

SDie Quinte mit ber großen <Serte, 

£>ie groge ©erte mit ber Keinen Xerje, 

2>ie fleine ©eptime mit ber f leinen Xerje, 

Xk gro&e «Septime. 

3ur 



X>Qi\ fcert Cla&teritien snebefonfcre* 229 

Surften @lafie forte gepiren: 

SDte «Secunbe mit bcr übermäßigen Quarte, 

£)ie falfdje Quinte mit ber fleinen <Serte. 
SD«; btitten klaffe forttfitmo ja&le man &u r 

SDie ü&crmdgigc Sccunbe mit ber übermäßigen Quarte/ 

©ie f leine Xerjemitber übermäßigen &uarte, 

©ie falfd)e Quinte mit ber großen (Serte, 

©ie übermäßige ©erte, 

©ie mangelhafte ©eptime , 

©ie große «Septime mit ber @ecunbe unb Quarte. 
3d) Dafee $u biefem 25ei)fpiele einülbagioerwdjjlet; benn btefeS 3 eit ' 
maaß ift, ju genauer unb beutlidjer SluSbrücf ung" ber 3ßerfd)iebenpeitber 
©iffonanjen, \>a$ bequemfte. 3d) fefce balJei) oorauö, ba$ man bie confo= 
nirenben 9lccorbe be£ 5lbagio ju einem «Solo nid)t in ber äußerten @tdr* 
Ee, fonbern überhaupt mejjo piano aecompagniren muffe/ bamit man 
bert 2ßort&eil behalte, wo eö notpig ift, fdjwddjer unb jtdrfer fpiclcn su 
fonnen. 2Benn aber an einigen Drten piano ober pianiffimo babep ge* 
fe$etijt; fo muffen aUi tnn f bie barinue borfommenben ©iffonanjen./ 
mit einer proportionirtid)en <Sfarfe auSgebrücf et werben; bergeftalt, baß 
bepm pianiffimo bie ©iffonanjen au$ ber britten Qlaffe, nur bie<2>tdrfe 
feon ber erften ; unb bepm ^iano bie <5tdrEe t>on ber jwepten @Jafie be* 
fommen : bie übrigen aber nad) biefem Sßer&dlrniß aud) gemdßigct wer* 
ben: wibrtgenfelfö würbe ber 2lbfall, wenn fold)er mit einer aßju großen 
£eftigfeit gefdjd&e, bem ®epore mepr 23erbruß, atä SSergnügen erweefen. 
«D?an will burd) biefe 2lrt ju aecompagniren/ eine 3?ad)apmung bergen* 
frfjenftimme/ unb foldjer Snjtrumente/ welche bat 2Öad)fett unb'&erlie. 
ren beö Xoneö in ibrer ®ewalt liaben, anfallen. €ö muß aber freplid) 
aud)/ bei) biefer 2lrt mit bem @lat>icpmbal ju aecompagniren/ bie gute 
S3eurt(jeilung$fraft, unb eine feine Smpftnbung ber @eele, ein33iele$ wir« 
feit. 5Bem biefe bepben ©rücf e fehlen, ber wirbeö barinne nietjt weitbrin» 
gen: eö fei) bem»/ ia§ er ftcf) burd) ein ernftlid)e$ Semüpen/ unb burd) 
feiele Srfaprmtg baju fdpig machte: weil man burd) gleiß ftd) @rfennt* 
niß juwege bringen; burd) <£rfenntniß aber ber 9?atur ju £ülfe forameit 
fann. 

(*) ©0 bflS SBejjo forte f!e§f, muß man nid)t bte SJJofe ii&ec bem 3fi , fon. 
bern bie über bem $ »erflefjen : roeil es bec £K<uim nicht anöenJ ju fcpifibm cr-- 
laubct, f. Dtc Tfonwfung jum 19 §. beä folqmbcn Hb\d)\\im. 

§f 3 15. $.9*0* 



23° S>w XVII. 3<uiptjiutfa. VI. Zbfönitt. 

15. §. 

9?od) ift xu fcemerfen, t>a0 wenn meiere £)iffonamen bon bctfc^te* 
bener 3lrt auf einanben folgen/ unb ©iffonanjen in ©iffonanjen aufgelo» 
fct werten; man a«(^ t>cn 5iuöfcrucf i>urdE> ^ßcrftdcfung bcö <£one$, unt) 
«Bermt&rung ber (Stimmen/ immer mebr unb mebr warfen, unb juneb* 
menlaffen muffe. 3>af aber bie Quinte unb Quarte, bie Spotte unb 
©eptime,bie 3?oneunb Quarte, unb bie Septime, wenn fie mitberSerte 
unb Quarte abwedelt, ober wenn fte über einer burd)gef>enben Sftote 
frebt, feinen befonbem Slugbrucferfobern; wirb man nid)t allein auöbem 
bor&abenben Krempel, fonbern aud), unb jwar nod) bielmejjr, burd) bie 
eigene (Srfajjrung unb (ijmpfirtbttttg fartfam erfennen fönnen. £)enn iie 
©iffonamen jlnb, wie oben fdwn gefaget würben, nid)t alte ton gleicher 
@rj)eblid)feit: fonbern fte muffen wie ba$ ©als unb ®cwür$ an ben@pei« 
fen betrachtet werben; ia bie 3unge bon ber einen 2Irt immer mebrStöir« 
f ung empijnbet, al$ bon ber anbern. 

16. §, 

@oÜen aber bie SMffonanjen i&re geborige 5öirfungtljutt, bafjna'm* 
lid) bie barauf folgenben @onfonanjen befto angenehmer unb gefälliger 
flingen ; fo muffen f?e nidjt nur , mie bisher gelebret worben , eine bor 
ber anbern, nacfybemeS ibre 5lrt erfobert; fonbern aud) überhaupt ge* 
gen bie @onfonan$en ftä rf er angefdjlagen werben. Unb wie ein jeber con» 
fonirenber 5lccorb auf breuerfei) 5lrt genommen werben fann ; namlid), 
baß entweber bie Dctabe, ober iit Xerje, ober bie Duinte ober «Serte 
in ber Dberfrimme liegen, unb jebeömal eine anbere SÖirfung tljun: fo 
&at eS aud) gleiche SSewanbrnif? mit ben biffonirenben 5Jccorben. SDlau 
berfudje eö s. Qr. mit ber fleinen "Scrse, übermäßigen Quarte, unb Serte, 
mit Um ©runbtone augleid) angefd)lagen ; mi> nefcme einmal bie Serje, 
baö anberemal bie üuarre, ba$ brittemal bie @erte in bie Dberftimme; 
ober man Perfejjre bie (Septime, welche jwo Don ben Dberjtimmen gegen 
einauber machen, in t>it €5ecunbe; fo wirb man ftnben, t>a$ bie biffoni* 
renben Klange, wenn fie nabe be» einanber^ liegen, biel (järter fltttgen, 
a\$ wenn fie weit au$ einanber liegen. SS fommt bemnad) bierinne auf 
bte gute Söeurt&eilungSfraft beö Qfocompagnijten an ; $&$ er tit klänge 
fo ju berfe&en wiffe, wie eö iebeSmal ber <&ad)t 93efd)affen&eit erfobert. 

S(uf einem @labicnmbal mit einem Glabiere, fann bat> ^Jiano burd) 
einen gemäßigten $lnfd)lag, unb burd) bie ^Sermtnberung ber Stimmen ; 

ba$ 



XX>n t>emCl<wtertffen inebefön&cre. 231 

bÄ83Ä<MO forte turc^ «Bccboppctuna ber £>craben imSBaffe; bad gorte 
fcurd) eben biefeö, unb wenn man nod) in ber linfen ^anfe einige jum 
Sttcorbe gehörige Confonan3en mitnimmt; U$ gortifitmo aber, burd) 
gefdjwinbe 58red)ungen ber «Uccorbc Pon unten fcerauf , burd) eben biefe 
SSerboppelung ber Detaben, unl) t>er Qonfonanjen, in ber linfen £anb, 
unb burd) einen heftigem unt) fhfrfeM 2lnfd)lag , fcerbor getraut werben. 
5fuf einem @labicpmbal mit jwepen @labteren , pat man üfecr biefe* nod) 
ben "Sott^eil/ jum gManifltmo ftd) beö oberflen @labier$ Mienen ju fcn« 
nen. 2fuf einem <pianoforte «ber, Eannjalleö erfoberlidje am aUerbc 
quemjlen bewerfflelliget werben: benn biefeö 3nflrument &at bor allem, 
wa$ man @labier nenner, bie sum guten Slccontpagnement nötigen <£igen* 
fdjaften am meinen in ftd): unb f 6mmt babep bloS auf bcn «Spieler unb 
feine SSeurtJjeilung an. 2luf einem guten @labid)orb &at e$ jwar e&en 
biefelbe S3efd)affenbeit im «Spielen, nid)t aber in 2lnfepung ber SBirfung; 
weil bat gortiffimo mangelt, 

18. §. 

3Bie auf einem feben Snfrrumente ber Zun auf berfdjtebene 5(rt(jer« 
por gebracht werben fann; fo Perpdlt e$ fid) aud) gleidjcrgeftalt mit bent 
©abicpmbal: ungeachtet man glauben folltc, ba$ e$ bet) biefem 3n|tru* 
mcnte nid)t aufben «Spieler, fonbem nur auf baö Snftrumcnt allein an* 
fdme. £>ennod) giebt eö bie <£rfaprung, bau wenn bas Snftrument balb 
ton bemeinen, balb bon ben anbern gefpielet wirb, ber Xon bon bcm 
einem befier alö bon bem anbern jjerauS gebracht wirb, ©te Urfad)e ba* 
bon muß folglid) aufben 9(nfd)lag, ben ein jeber berfd)ieben fcat, an» 
fommen: obberfelbc, bc» einem jeben ginger mit gleid)er Äraft unb 
9ftad)brucf, unb mit bcm red)ten ®ewid)te gcfd)ie&t; ob man ben @ep* 
ten bie geporige Seit gönnet, bajj fte ipren <Sd)wung ungcptnbert madjcti 
fonnen ; ober ob man bie Binger mitallaugrofjer ©claffen&eitnieberbrucfet, 
unb tönen nid)t, burd) einen «Schneller, eine gewiffc ktaft giebt, ba§ 
bit ©enten, um ben Xon langer aushalten , in eine Idnger anhalten« 
be Sitterung berfe§et werben lernten; um ben geiler, fo biefeg Snftru* 
ment bon 9?atur bat, bajj ftd) bie Xone nid)t, wie auf anbern Snflnu 
menten, an einanber berbinben, fo Piel aU moglidj ifl ju Permeiben. €3 
fommt aud) Piel barauf an, ob man mit einem Ringer jldrfer als mit im 
anbern flögt. £>iefeS fann barauö folgen, wenn man ftd) gewönnet Dar, 
einige Ringer einwdrtö su beugen, anbere aber gerabe auöjujlrecFen : wel* 
d)e$ nid)t nur eine ungleiche ©tarfe im Spielen berurfad)et; fonbern 

aud) 



23 2 T)ee XVII. öauptjKicfa. VI. Zbfönitt 

aud) bmberlid) ift, gefdjwinbe «Paffacjtcit runb, beutlid) unt> an^ene^m 
torjutragen. 3Bie eS benn bep manchem, wenn er einen 2auf bon etlw 
^en Sporen flufenwciö ju machen bat, nid)t anbers flingt , als wenn et 
aber bie S^otcn wegftolperte. ©ewo&nt man fiel) aber gleid) anfangs, 
alle ginget/ einen fo weit alö t>ctt anbern, einwärts ju beugen; fo wirb 
man tiefen geriet nid)t leicht begeben, «Jttan mug abet bep 5luöfü&rung 
ber (aufenben 9?oten, bie finget nid)t fo gleid) wiebet aufbeben; fonbern 
bie@pi&en betfelben bielmebr, auf bem borberften S&eile be3 <$aft6 bin, 
nad) ftd) »urücf e sieben, big ffc Dom Xafte abgleiten. 3luf biefe 5lrt wer* 
ben W laufenben ipaffagien am beutlid)ften betauSgebrad)t. 3d) berufe 
mid) bierbep auf U$ Tempel eineö bet allergrößten eiabierfpieler, bet 
eö fo außubte, unblebrere. 

19. i 

SBenn bie JbaupfHmme in einem Slbagio bot ber Xerje unb «Serre 
bisweilen borbaltenbe 9?oten madjet, ba bann bie bot bet "Serie, jur 
O.uatte, unb bie bot ber Serte, w «Septime wirb, f. Xah XXIII. §ig. 
4; fo tbut e$ feine gute StBitfung, wenn man ju bem 93orfd)Iage ber bte 
Ouarte mad)t, bie Xerje, unb ju bem ber bie «Septime auöma* 
d)et, bie Serte sugleid) anfd)tögt- ©er 5lccompaamft tbut alfo 
beffer, wenn et nur ba$, m$ fonft nod) sunt Slccorbe geboret, an= 
fd)ldgt; bie Xerje ober Serte aber erft bet) ber Sluffofuna, beö 93or» 
fd)lagö boten lagt: fonft entfte&en barauS foldje ©iffonanjen, bie webet 
eine Sßorberettung nod) ^luftöfung befommen , unb bem ©ebote fo(glid) 
febt unangenebm fallen. Söen ben 3Sotfd)ldgen fo bon unten genommen 
werben , wenn bor ber in bet ^obe Jiegenben $erje hie $lone borgebaf» 
ten wirb, flingt bie jugleid) bep bem $orfd)lage mitbemglügel ange= 
gebene Setje nid)t fo übel: wenn nur bie sunt ?lccorbe ber £>auptnote 
geborige ttw nid)t übet, fonbern unter ber £auptftimme genommen 
wirb; benn biefe wirb aßbenn, anjratt berSecunbe, gegen ben Sßorfd)lag 
iut «Septime bon unten. 

20. §, 

Einern leben @labierfpielet, bet bit 'äSetbdltmffe bet Sone betftebt, 
wirb aud) jugleid) befannt fepn , bafj bie «Subfemitone, al$: © mit bem 
kvtuh/ unb © mit bemb, u. f. w. um eiuÄomma unterfd)iebenfinb; 
unb folglid), auö Mangel ber gebrodjenen Mafien, auf biefem 3nftrumente, 
einige Ungleichheit im «Stimmen, gegen bie anbern Snftrumente, wel* 
d)e biefe X&ne in ibrem 'jßerbaltniffe rein greifen , berutfadjen : jumal 

wenn 



Von fcem €f aweriffrn mabefbnfcerc. 2 3 3 

wenn fte t»aö eiabier, mit einem fect le$tgcbadjten Snfrrumente, üu 
ginflange fpieler. SBeil nun tiefe £one nid)t allemal fonnen Permieben 
werben ; befonberö in benen Sonarten, wo Diel b unb biel Äreuje Porfom» 
men: fo tput ber Slccpmpagnifr wojjl, wenn er, fo Ptel alö moglid) ift, 
fud)et, biefelben entweber in bie mittelfte ober unterfte (Stimme su pcrfte 
cfen; ober, wenn einer babon t>k fleine Xerje aufmachet, i&n gar weg ju 
laffen. ©enn wenn befonberö biefe f leinen Xerjen, in ber oberften Dctabe, 
mit ber £auptftimme im €inf lange angefangen werben, flingen fie fe&r 
faul unb unbottfommen. 3d) berftepe unter biefen fleineu Serjen, |jaupt^ 
fa*d)lid) baö @, SD, unb € ber jwepgejrrtdjenen Dctabe, wenn bor benfeU 
Ben ein b fiept; ober furjer ju fagen baö @eS, ©e$, uttb @ö. 3d) rechne 
aber aud) ^ierper baö eingefrrid)ene © unb 21, unb baö jwengeftricbene 
©, unb @, wenn tin Äreuj babor fiept, benn wenn biefe le|tern grofäe 
Serjen jt'nb, fo fcbweben fie ju fepr über fidf>, unb finb alfo ju pod). <£$ 
ifl wa$r, bajj man biefen Unterfchjeb, wenn man entweber allein auf beut 
glugelfpielt, o&er wenn berfelbe ju einer ftarfen sjftuftf accompagniret, 
nid)t fo beutlid) bemerfen fann: wenn aber obengemelbeteXone auf einem 
anbern Snfrrumente ben <£inf lang berüpten, fo laffen fie, weil bie anbern 
Snftrumente biefe Jone in iprem SSerbdltniffe angeben, t>a fit hingegen 
auf bem Glabieretemperiretftnb, ipren Unterfcbieb mepr alö ju wo&l po* 
ren: unb ifi alfo beffer ftc gar ju bermeiben, alö b«6 @ebör ju beleibigen 
SDem aber allenfalls ba$ SBcglajTen nicht gefallt, ber ne&me biefe oben 
angejeigten «einen unb großen Xerjen, fo mt id> Pon ben anbern @ub= 
femitonen gelepret pabe, jum wenigften in ber Xiefe, aUwo fie baö ®t* 
&6r nod) e(jer Pertragen wirb, ©er Sinf lang t&ut ofjne bem ju einem 3n= 
ftrumente nid)t fo gute SBirfung, alö ju einer @ingftimme. Uberbem 
tfr aud) ba$ Unreine in ber Siefe bem ©epore nid)t fo empftnblid) alt in 
ber £6pe. 9öer fid) bierbon überjeugen will, ber ftimme auf einem @la* 
btere be$ 3-lagelS eine Dctabe unter ober uberftcftfcfcwebenb; alSbenn 
ftimme er, auf bem anbern eiabiere, eine @epte Pon bem ßopen Xone mit 
bem tiefen ganj rein. 5J?an berfucbe pierauf ben Perflimmten Sinflang. 
unb fepe, ob berfelbe im ©epöre nid)t mepr, al$ bie Perftimmte Dctabe, 
miöfallen wirb. 

21. §. 
®ö tfr fdjon bon langen Reiten &er bie 5Xegel gewefen, baf3 man 
bepm Spielen beö ©eneralbaffeö, bie £dnbe nid)t a^uweit Pon einanber 
entferneiv unb folglid) mit ber redeten nid)t alljupod) fpielen folle, ©te* 

©3 fc 



334 3Dea XVII. öaupttfücfr. VI. Zbfdynitt. 

fe IXeöcl i(l tjcttinnftig unb gut; wenn fte nur aße&eit beobachtet tofirbe. 
SDenn eö tbut eine t»iel beffete SBirEung, wenn bie begleitenben ©timmen 
auf bem giüflel, unter ber |>auptftimme, alö wenn fold)e mit ber Ober* 
fiimme, ober wo&l gar über berfelben, genommen werben. Sßjenn bie 
$t(ten US 2lccompagnement um eine Ocrabe bo&er Hfxn woßren; fo feg* 
ten fie anftatt t>er Xe«e, Ciuarte, Quinte, u. f. w. bie £>ecime, ttnbeci* 
tne, unb ©uobecime, über ben 93ajj, ©a aber jwifdjen tiefen SHferit 
fein foldjer Unterfd>ieb ju machen ift, aU jwifc&en ber ©ecunbe unb 9?o* 
ne ; fo fann aud) fold)e$ bon i&nen nid>t ganj unb gar obne Urfad)e gc« 
fcfje&en fenn. 9lu$ oben gefagten Urfadjen, barf man einen Söioloncel. 
lifien, wenn er Solo fpielet, »td»t fo, wie einen 93iolinijten, begleiten» 
93ep bem erlern muß man mit ber rechten £anb aßeöin ber £iefefpielen: 
unb foferne ber 93ag, fron bem Somponiften, au$ Unwijfenbeit etwan tu 
bod) gefegt wäre, uub bie £auptftimme überfliege; fo lann man benfet* 
ben ebenfaßö eine Dctabe tiefer fpielen: bamitbienuinrenmd)titt;Quar« 
ten betwanbelt werben. 93ep Begleitung ber Violine, welche einen großen 
Umfang ber £6ne bat, mirtj ber Slccompagnift Sichtung geben, e& 
ber $iolinifi biel in ber «u&erfien Xitft, ober febr bod)jufpielenbabe: 
bamit er weber bie Xiefe übertfeige, nod) ben ber äußerten £obe iu weit 
entfernet feir>. 

SBenn ber 93a& in langfamen «Stöcfen etlidje ftoren auf einerlei 
£one$u wieberbolen bat, welche mit itlih u. b. gl. bejiffert (inb, ixt 
benn bermutblid) bie #äuptjtimme bie oberften 3ijfem in ibrem ©efange 
bat: fo Hingt eö febr gut, wenn ber 3lccompagni(t bie obertfen Siffernüt 
ber Xiefe fpielet, unb folglid) bie Xerjen, fo betjbe Stimmen gegen einan» 
ber machen, in Herten berwanbelt. @oldje$ wirb nid)t nur barmonio* 
fer Hingen , fonbern aud) mebr einem Xrio aU @oJo 4bnlid) werben. 
Söiß er-aber nur bie unterften 3iff«n fpielen, unb bie, welche iit .fjaupt* 
jiimme Wi gar weg (äffen ; fo ijt t$ nodj bejfer. SBenn er forc^eö bep 
aßen bergleid>en ©elegenbeiten beobachtet, unb im Slccompagnement bie 
jwepte «Stimme jur oberjfrn, unb bie oberfte jur unterften machet; fo 
wirb bie ^auptftimme niemals berbunfelt: unb ber SSolofpieler befommt 
baburd) feine geborige S«<)&eit. ©efdjiebt aber baS ® cgentbeil, fo moefj* 
te t$ fd)eineu, a(ö woßteber SUcompagnijt bat ©tiicf mit bem ©olofpielec 
imUnifonfpielem 



23. $. 

«Jftit t>ct testen $anb muß ber Slccompagnift im Sibagio weber jjar« 
peggiren, »od) metobiöS fpitltn: eö wa c re benrt bafs t>cr «Sofofpieler &al* 
tenbe fftoten ober Raufen fjatte. ©ic accompagnirenben (Stimmen t>arf 
er nid)t t>or bem SSaffc (jerPor ragen laiTett. 3« einem 5Ibagio imgemeu 
nen geraten Xacte, fann er ju einem {eben 2ld)ff{)eile mit ber rechten 
£anb anklagen. 3n einem 2lriofo aber, wenn ber 55ag eine gefcfywin* 
bere Bewegung ?u machen jjat, jte befte!x au§ QJdjttfeeilen, ©edjje&ntJKi* 
len ober Xtiokn, Po« bepberlen 9trt 9?oten, fltngt es nidjt fo gut, wenn 
er su einer {eben 9We mit ber regten £anb anfragt, alSwenn er 
&e» gleichen 9Men, eine, unb bei) Violen , j«>d, bortet) gefeit la'ßt: 
wenn anberö über ben burdjgejjenben 5?oten feine eigenen 3iffwn fte&en. 

24. §. 

SBennein ©a'ngetober (Solofpieler, im 2ibagio, eine lange 9lott 
im $one warfen unb wieber abnehmen la'ßt, unb ber 33aß unter berfel= 
Gen eine Söeroegung fton Perfdnebenen %lottn ju machen jjat: fo ift eSgut, 
wenn ber Slccompagnift ebenfalls, nad) Sflaaßgebung ber |>auptftimme, 
3?ote Por 9?ote ftarfer unb wieber fd>w«d)er anfd)(4öt. 

25. $• 

SBennbie $auptftimme, in einem 2lbagio, burd) ein ^Jaar ge* 
fd)winbe puuetirte 9?oten, ttwtö befonbereg auöjubrucfen, unb ber Q3aß 
foldjtß mit eben bergleidjcn 9Men nad)$umad)en Jjat; fo muß ber 2Jc<= 
compagnift biefelben, eö mögen @onfonanjen ober ©ifionanjen fenn, janj 
Uoßjtimmig unb ergaben anfd;lagen. £at aber bie Jpauptftimme einen 
traurigen ober fd)meid)elnben ©«fang; fo muß ber 2iccompagnift im 5Jtt* 
fd)lage fidj mäßigen, bie ©timmen Perminbcrn, unb alfo bei) allen ga't« 
lenftrf;ber |>auptftimme bequemen, unb mit berfelben alle £eibenfd)af* 
ten, eben fo gut al$ wenn er felbft ©olofpielete, ju Derjennepmen. Sßä* 
te Pon bem Somponifteit, jum llngiücfe, wenig ober gar fein Effect au$* 
Sebrücfet worben : fo fann ber Slccompagnift bennod), wed)fel$weife, eini- 
ge 5?oten, nad) eigenem ©utbeftnben, burd) einen ftdrfern 2lnfd)lag er? 
£ebeu, unb bie folgenben wieber maßigen, £)iefe$ laßt ftd) am beften, 
Pep einer 5te()nlid>feit ober SBieberjjolung ber ©ebanfen, anbringen; es 
gefdjefje in bemfelben Jone , ober in ber SBerfe&ung, ober/ wie bereite ge- 
melbet worben, wenn £>i|ionanjen Porfommen, 

©32 26. §, Vlafy 



a 3 6 Des XVII £auptfiütfe. VI. 2fbfcbmtt. 

26. §. 

9?ac^a^mutt^m ^ fo a«^ laufenben ober meiobiäfen ©ingen öeflc-* 
jen ; t&un eine befiere SSBirf m$, wenn fie mit bet rechten £anb in Jet 
Jokern Octabe mitgefptelet werben/ alö wenn man fie boUftimmig ac 
eompagniret. 2luf gleiche Strt fann man aud) mit bem Unifon ber* 
faxten. 

27. $. 

■JBenn ber 5öag feine orbentlid)e ?age Derläit ; unb in ber Sage Dorn 
lenot etwas ju fielen tat/ welches ofterö in ber ©ingmuftf borjuFom* 
men pfleget; fo muß bie rechte £anb mit wenig «Stimmen, unb gatn 
nabe bep ber Iinfen £anb actompagniren: bamit las folgenbe, in bet 
58af läge, mit befto mehrerer fpradjt auSgebrücft werben fonne. 

28. §. 

SRJofeW/ in einem ganj langfamen ^ttfcfe, im 53afie QSinbunge«/ 
welche me&rent&etö mit @ecunbe öuarte unb ©erte bejiffert finb / bor* 
f ommen ; unb ber Siccompagnijt feinen SßiolonceU ober anber 93afjinjtru* 
ment neben fid) bat; fann berfelbe, obne 9?arf)tbeil ber ©eneralbajjregel, 
bie gebunbenen 9Wen / mit ben baju geborigen >Di(Tonansen anklagen : 
weil ber Xon beö Slabicpmbalö jtd) balb »erliert ; bie ©iffonanjen aber/ 
obne ben ©runbton , bem ©epore nad) , ftd) in Qonfonamen berwan« 
beln ; unb folglich bie barunter gefugte SBirf ung berlo&ren gebt. 5Benn 
etlid&eganje Xacte auf einem Xone gebunben finb; fann gleichfalls ein 
jeber befonberö angefdjlagen werben. 

29. §. 

#at ber ©olofpieler ba$ Seitmaag / bepm anfange, nidjt fo wie 
et foKte gefajfet : fo mu§ ber 2kcompagni|t i&m nic&t Jjinberltd; fepn, fofr 
djeö nad) feinem ©efaUen ju dnbew. 

30. §• 

Um la$ Seitmaaf , 6efonber$ in ganj langfamen <&ä$tn, nid)t ju 
bettficfen , mu& fid) ber Glabierfpieler büten , bag er bepbe £änbe nid)t 
ju bod) ober ungleid) aufbebe; unb bafj er tiit accompagnirenben «Koten, 
atö: 33iert&eile ober 5ld)ttbeile nid)t su furj anfdjlage, unb bie £dnbe 
ju gefd)i»inb bom ölabiete ahufr. £>enn wenn er bie .£>änbe langer in 
ber £obe, alö auf bem Qlabiere b<Jlt; fo berliert er ben Sßort&eil, bie 
3eit bep einer jeben ftott richtig abmejTen ju fonnen. SDiadjt er aber 
mit ben Junten eine gleite Bewegung , fo bafj er biefelbcn eben fo lange 
tnber £6pe palt, als er jte auf bem Slabiere liegen lagt; fo tbeilen ftd) 

bei; 



X>on tom ClaüiecifJfn ttiebefontwe. * 3 7 

&e9benSßiertjjeileit, bie $lcf;tr&eile , unb U\) ben Stc&ttjjetfen, bie @ecf)< 
je&ntlJeile, richtig unb ojjiie Pieleg 9to4)benfen t?on fiel) felbfr ein : aud^ 
fcefommen bie Stfoten baburd) einen unterhaltenen Slang, unt>ba$3n# 
ftrument wirb angene&mer. £>a ^tnsegett , wenn biefeö nicfyt (eo!>acf)t(t 
wirb, bie ©epteit burdj ben gefdjwinben SKücffatl ber gebern, an Um 
erfoberlicfjen Scfywunge ju jeitlidE) ge&inbert werben: unb alfo ber natär* 
Itcf>e Xon , fo im 3nftrumente liegt , n\d)t fo wie er foll beraub fommen 
fann. Sticht jugebenfen, ba% auet) wibrigenfallS unter bem ©taceato 
unb anbern ftoUn fein Unterfct)ieb Meißen winkt. 93eo einem ©ofrenu* 
tp aber, muffen tit Singer ganj bis jur folgenben 9?ote liegen bleiben. 

31. §. 

SEBenn in einem Stbagio, ben einem (Sinfcfmitte, bepbe Stimmen 
pauftren, unb bie £>berjrimme, mit einer 9?oteim Stuffcfjlage beöSactS, 
allein anjufangen Wr tu folgenbe fflott im 9?ieberfd)Iage aber eine 
öuarte, Quinte, ©erte, ober Septime jjober ftejjt, allwoberSolo* 
fpicler Srepbeit bat , eine wiUfiitirlie&eStuöjierung anzubringen: fo mu§ 
ber Begleiter, ttffcn erjle %>te, bep folgen Satten , gemeiniglich erft 
mit bem 9?ieberfcfjlag wieber anfangt, fo lange warten, Üi$ tit Ober* 
frimme bie Sftote im 3?ieberfcf)Iage berühret; unb barf lief) im Seitmaaße 
uicf)t übereilen: weilfolcf)eö bep bergleictjen galten, nicf)t nad) ber @fren= 
jje genommen wirb. £at aber bie $auptjrimme SMnbungen, ober fonft 
Jjaltenbe 9?oten, ber SSaß aber Bewegungen barunter: fo muß ber 51» 
compagnijt tat 3titmaa§ nad) ber Strenge beobachten; unb ftnbet bjer< 
bet) fein fftacfygcben ftatt: »eil ber Solofpieler oerbunben ift, fief; mit 
ben 2tu^ierungen nad) bem SSaffe ju rieten. 

32. §. 

fHJaö brä&er gefaget werben, ge&t jjauptfac&lict) ba$ 2lbagiu an. Ob 
nun wo&l, in gefct)winben Stücfen, nid^t alles nad) ber «Strenge, tk 
Hr> bem Stbagio erfobert wirb, beobachtet werben fann: fo fann boef) 
tat meifte oon bem , wa$ ju ber Diöeretion unb bem Stuöbrucf e geboret, 
auef) beo bem 3tlfegro angewenbet werben. £auptfäd)licf) aber fommt e$ 
bep bem Slüegro barauf an: baß ber Slecompagnift ba$3eirmaaß nad) 
ber größten «Strenge fyaltt, unb ftcf; weber fcfyleppen laffe, nodj eile; ta& 
er in ber linfen £anb eine gettigfeit befi&e aßeö beurlict) unb rein jufpie* 
Jen: woju überhaupt iit Snfrrumentafmufif »ort&eilbafter ift alö tie 
©ingmuft'f: weil ben biefer nicfyt fobiel Sectigfeit unb geuer, alö bei) 
jener erfobert werben fann ; tat tv f wenn fiele 3lcf;tti>eile auf einem Xone 

©g 3 Por« 



238 2>ee XVII. 3<*uptffütfs. VI. Tlbfömtt Von bcm €1 

borf ommen, tieferen mit ber linten £anb alle anfdjlage ; rttrf>t akr, wit 
einige au^ un jettiger 23equemlid)feit juweilen, abfun&crlic^ bct> ©ins* 
flücfen, tfcun, eine anklage, unb brer> ot>cc wo&l gar fielen bortet) ftrei* 
d)en laffe ; bafj er mit ber rechten £anb gefallen unb &efd)etben berfa&re; 
tag er weber gar su bottftimnrig, nod) bie £auptjtimme mitfpiele; bai» 
er nad) furjen Raufen tic |xfnbe nid)t $u pod) aufbe&e: benn jjierburd) 
fann baö geitmaafj leid)t bewürfet werben ; weswegen er mit ber rechten 
£anb ben 2lccotb jur folgenben 9?ote, anftatt ber bor&ergebenben für* 
jen ^Jaufe anklagen fann (*) ; bog er mit ber regten £anb nidjt foldje 
gefdjwhtbe Bewegungen macfye, woburcl) er jum 36gern herleitet werben 
fann, unb ber ©olofpteler an feiner (^djwinbtgfett ber jiinbett wirb; bafj 
er bie burd)ge{jenben bieten nid)t mit Vielen stimmen belabe; ca§ er 
fcaS 9>tano Mb gorte ju rechter 3eit auSbrmfe; ba$ er bie Q3agnoten in 
il;rer £age, unb bie Snterbatte fo, wie fte gefegt ftnb, fpiele; aud)ber> 
benfelben nid)tö jufe&e; bag er enblid), in Stnfepung ber ©tdrfe unb 
©ct)wad)e , ftd) nad) ber @tärfe ber |>aupfrimme richte, 3fl eö 
eineftlote, fo muß er, wenn biefelbe in ber, 'tiefe fpielet, befonberSüt 
9J?oUt6nen, baS 3lccompagnement fe&r madigen. 

(*) ©iefeS »erficht fid) nur von b(o3 begfeitenben Sloecn. 5ßenn aber 6er QaupU 
fafy einer finge ober eine antere S^acf>a§mung im Äuffcfrfaae bei tacteß anfängt, 
fo mürben biefe tterbunf e(t werben , roenn man über ber ttor^ergefjenben ^Paufe 
ben folgenben Ticcorb anfragen roodte. 55er; folgen Umflänben tfmt es belfere 
5Birfung, roenn man ben J*>auptfa(j, bwcf; bie Dctatw Softer, mit ber redten 
^)anb »erboppelt ; als roenn man iljn öottjtimmtg aecompagnirer. 

3 3. §• 

33ep einem Sfacitatibfo auSwenbig gefungen wirb, gefdjie&tbem «Sanger 
eine große (£rletd)terung,wennber?lccompagnift bie erftett^bnebeffi'lbenbet) 
einemfeben @tnfd)nitte borauö nimmt, unb i&m, fo ju fagen, in ben 9ftunb le* 
get ; inbem er mfmlid) erftlidjben 2tccorb burd) eine gefdjwinbe $}red)uitg an? 
fdjfagt , bod) fo , bafj beS ©dngerö erfre 9?ote, womöglich, in ber ober* 
jten ©timme liege; unb gleid) barauf ein ^Jaar ber nadjften Snterbaße, 
bie in ber ©ingftimme borfommen , einjeln nad>fd)l<fgt ; f. Xab» XXIII. 
gig. 5. IDiefeö fommtbem ©dnger, fo woljl wegen beö ©ebad)tni(Teö/ 
als aud)wegenber Intonation, febtjuftatten. 9BaSfon(tnod;im5Hectta» 
tib ju temerfeu, unb im 3lccompagncment uoerjaupt su Deo6ad;ten ift, 
wirb in bem folgenben 3l6fd)nitte weitlduftiger gejeiget werben. 



©tf 



SU#» < *> ***)** 239 






©es xvil £auptjfucfö 

VII. 5(bfct>n«f. 

gsott Jen tyflWett n)d*e ade k&kittnbtn 3tt* 

Ifrumentifim überhaupt In W $une&mm babw. 

i. §. 

6JS[ofl ein CrdKfter «el)t öutc SBirfung tfcun : fo möiTen nidjt nur aße 
S&J sjftitglieber feeffeften mit guten unb reinen Snfrrumenten »erfe&en 
fepn; fonbern fie muffen biefeften auef) richtig unbgleicfyautenbeiniufHnu 
raen wifien. 

2. §. 

g$ fonnte für einen Uefcerfluf? angefejjen werten, wenn idj wegen bee 
Stimmung ber 23ogeninftrumente einige Erinnerungen maepe : benn 
naß fepeint feister ju fepn, aW ein mit bier ©epten oejogeneö Snfiru* 
ntent in Quinten rein ju ftimmen? ba ja b«$ ©epor natürlicher 5Beife 
e|jer fcaö Sntcröüü ber Quinte, nU bie übrigen, begreifen lernet, ©ef» 
fen ungeachtet lepret ti bie@rfa{jrung, ba$, wennaud) einige erfahr» 
ne SBioliniften, ober andere Snffrumentiften, fiep in tiefem (gtuefe tprer 
^Jflicpt gema*f5 behalten ; bennoep ber meitfe Sjjeil, entweber aud \lt\* 
wifienpeit, otier aus Stfacpläfftgfeit, bawiber panbelt : fo bah wenn man, 
5cp einem jajjlreicpen Siccompagnement, bit Snftrumente einjeln unter? 
fudjen foKtc , man ftnben wÄrbe, ba$ niept nur faj* ein febeö Snflru* 
ment in fiep felfcft unrein gefiimmet fepn, fonbern auep bfterö niept jroep 
ober brep mit einander ü&ereinfrimmen würben: welcpeö aber, an ber gu= 
ten SluSnapme ber gjvufif rt&erpaupt, eine groge £inbernijj au wege 
bringt, 

3.§.9ßec 



a 40 See XVIL £auptffütfa. VII. ^bfcfrutt. 

3- §. 

2Ser tafeoit 33eweiö Verlanget/ ber fteHe fidj'einengefdjiftenCHa;: 
bierfpieler bor, wenn er auf einem bestimmten Snftrumente fptelet; unb 
äemerfe, ob tie Unretnigfeit ber «Stimmung einem feinen mufifalifrfjen 
©eböre nidjt mebr S3eleibigung antbun wirb / aß tbm t>eö «Spielers gute 
Slrt ju fpielen Sßergnügen erroecf et. ©efd)iebt nun biefeö bei) einem ein« 
jigen Snjirumente, wo bie Sßcrboppelung ber Zorn nur au$ jweenen Sin* 
Hangen unb J>6d)ften$ jwoen Dctaben beftebt; was für eine üble Sföir* 
Jung muß eS nid)t bet) einer jablreid)en sjftuftt tbun, wo 4er <£tnflang fo 
Pielmal Perboppelt wirb/ wenn fctc Snjtrumente nid)t mit einanbet über* 
einjtimmett. @ö i|t jwar wabr/ bafj ein feber bon ben SSogeninjttumen* 
tijlen fein Snftrument nad) bem ©e&öre fpielet/ unb bie ginger nad)@e» 
fallen/ Iw&er ober tiefer fe&en fann: allein bie unreine «Stimmung wirb 
fcod) bann unb wann burd) bie bloßen ©epten/ welche man nid)t ju al* 
len Seiten bermeiben fann / befotfberö bie tiefejlen , auf einem j[eben 3n» 
ftrumente berratbert. Uberbiefeö ijtjubermut&en, baß ber jenige, wel= 
djer ftd) fo leid)tftnmg gewönnet/ fein Snftrument feiten red)t rein su 
ftimmett/ aud) nid)t berm&genb fep, baffelbe red)t rein ju fpielen: weil 
immer auö einem ltb«l bat anbere entfpringr. siödre aud) ein SStolinijt 
gefdjift genug, burd) SSerfefcung ber ^>4nbe alleö ju fpielen / obne bie 
bloßen «Septen ju berühren: fo fann er iodS) nidjt bermeiben, W Quin= 
tenfpringe mit einem Ringer $u greifen. <2>inb nun bie «Sepien an unb 
für ftd) nid)t rein gefttmmet: fo bleibe« biefe Cluintenfprünge, in ge* 
fcpwinben «Stücf en, gleid)fatl$ unrein. 

4- f. 

Um bie Violine red)t rein &tt ftimmen, ßalte id) >afür, baß man 
nid)t übel tbun würbe/ wenn man fid) nad) ber SXegel richtete , bie bcp 
(Stimmung beS Glabierö beobachtet werben muß/ ndmltd): wenn man 
bie£>uinten, nid)t/ wie gefd)iebt, ganj rein/ ober wobl gar überfiel 
fdjwebenb, fonbem bielme&r unter ftd) fd)webenb jrimmete: tamit bie 
bloßen «Septen alle mit bem Glabiere übereintnffen. ©enn fofern man 
bie üuinten alle fdjarf unb rein ftimmen will: fo folget natürlicher SEBei* 
fe/ la^ öon Pier «Septen nur eine mit bem Qlabiere gleid)lautenb ifr. 
Stimmet man aber ba<3 91 jum Slabiere rein/ unb laßt btö € aum 5( ein 
wenig unter ftd), i>tö 25 jum 51, unb baö © jum £> aber, über ftd) 
fd)webett: fo werben bepbe Snjtrumente gegen einanber ubereinfftmmen. 



X*on ben Pflichten aller 3ccömpagnif?e»t überhaupt 241 

©od) will id) bitfe gflepnung nid)t aU eint Siegel, fonbern nur jum wei* 
tern 9?ad)benfen gegeben galten. 

5* §. 
©ie SMa&nftrumente fonnen, bei) warmer SSBittetung, ein wenig 
tkfer al$ t>ie SSiolinen emftimmen ; weit fie ftd) in wrfbrenbem 2Mafen er* 
Hilf»? fca bmgegen t>ie mit ©epten bejogenen3nftrumente, ftd)burdj 
t>tc SBdrme erniebrigen. 

6. §. 

©er Xon, in weitem bie Orcfyefhr ju Timmen pflegen, ifl nadj 
33efd)affen&eiten t»er Orte unt> gelten immer fejjr t?erfd^ict>cn gemefen. 
£>er unangenehme Gborton bat einige Sabr&unberte in £>eutfd)lanb ge* 
berrfdjet, wefd)e$ t>ie alten Orgeln fattfam bewcifen. Üftan bat aud) bie 
übrigen Suftrumente, alö : Violinen, iSafigeigen, ^ofaunen, gieren 
a bec, ©djallmepen , SSombartc, trompeten, ßlarinetten, u. f. ro. 
bawad) eingerichtet. 9?ad)bem aber bie granjofen , nadj ibrem ange* 
nebmen tiefem $one, bie beutfdje Cuterpfeife in bie glöte traPerfiere, 
iit ©djallmep in ben £>obot, unb ben Sombart in ben JBafibn Perroan* 
belt batten; bat man tn ©eutfdjlanb aud) angefangen/ im beben @bor# 
ton mit bem Kammertöne ju Perwed)feln : wie aud) nunmebro einige ber 
!>?tübmtejten neuen Orgeln beweifen. SDer Penejianifdje $on iftifjiger 
Seit eigentlidj ber bid)fte, unb unferm alten (Sbortone fafl dbnlid). ©er 
romifdje 'Hon war, Por etlichen unb jwan&ig 3ibren, tief, unb bem ^>a= 
rifer 'Sone gleid). Slnifjo aber fangt man an, ben ^)arifer Son bem Pe* 
nejianifd)en faft gleid) $u machen. 

7. §• 

SDtc Sßerfdnebenbeit bes £one$ in weitem man ftimmet, ifl ber 2D?u* 
ftl fcl;r fd)dblid). 25en ber Singmufit Perurfad)et er bie tlnbcguemlid)* 
fett, bafj bie ©änger f btqaigeu Wirten, bie an einem Orte, wo bie 
«Stimmung fyod) ift, für fit gemacht waren, an einem anbernOrtc, wo 
man tief ftimmet, unb umgefebrt,. bie $lrien, bie nad) einer tiefen ©tim.« 
mung eingerichtet jj'nb, an einem Orte, wo bie ©fimmung fad) ift, 
faum brauchen tonnen. <£$ rodre baber febr ju wunfd)cn, ba$ an allen 
Orten einerlei) Xon bei) ber «Stimmung eingefübret werben mod)te. 
<£$ ift nid)t ju laugnen, bafj ber bobe<£on piel burd)bringenber ift, al* 
ber tiefe: er iftabtt bagegen beo weitem nid)t fo angenebm, rübrenb, 
unb prächtig. 3d) will eben nid)t bie ^artben Pon bem ganj tiefen frau* 
jofifd)cn Kammertöne nebmen; ob er gleid) für bie Slote traPerfiere, \>tn 

£ & £oboe 



242 £eeXVII.3<uiptj*ütf8. VIl.3bf<&nitt. 

.poboe, fecn Söaffbw , unb einige ante« 3nftrumente ber Portr)eiu)aftefte 
ijl: t<^ fann aber aud) tien ganj jjofjen Penejianifd)en ^on nic^t billigen; 
weil tie 93la3inftrumente in temfelben altju witrig flingett, 3cr) {»alte 
beöwegen ten bcutfc^ctt fogenamtten 2t Kammerton/ mld)tv eine fleine 
$erje tiefer ift, alö ter alte Horton , füt t>cn beften. £>enn tiefer ijl 
weter ju tief, nort) jufjod), fontern tag Mittel jn»ifcf)en bettt franjöftfdjett 
unt Penejianifdjen : «nt> in tiefem fonnen fowoftl bie mit ©epten bejoge* 
nen, aU bie Söla&nftrumente, iljre gehörige ?Strfung trjun. ©et gans 
po&e Xon würbe mad>en, bafj obgleid) bie gigur ber Snftrumente bliebe, 
bod) enblid) auö ber glote traPerftere wieber eine Querpfeife , aus bem 
«f>oboe wicber eine ©djallmep, aus ber Violine ein Sßiolino piecolo, 
unb aus bem 23affon wieber ein 33ombart werben würbe. £>ie 93la$* 
infttumente, weldje t>od) eine fo befonbere gierte eineö Drcr)efter$ fmb, 
würben Neroon t>en größten ©diäten Ijaben. £>em tiefen Xone fcabett 
fte eigentlid) iljren Urfprung ju banfen. SBenn nun Porner)mlid) biego* 
boen unt 95affone, weld)e jum tiefen Xone gemacht werben, burd) Sßtu 
für jung ter 3\6|jre unt @fie in tie |)6r)e gejwungen werben muffen ; fi> 
werben fte, burd) tiefe ^erfurjung, burd) unt burd) falfd). SDie Dcta* 
Pen ge^en auöeinanber, unb ter unterfte Xon einer Dctabe Wirt tiefer/- 
ter oberfte aber bober: fo wie im ®cgentpeile bep öltjuweiter 5lu£jiejjuna 
beö SvopreS unt SSerldngerung teö gffeö / tie DctaPeu jufammen ge&en, 
unt ter unterfte $on fco&er, ter ofcerf^e aber tiefet wirb. @3 fyat bamit 
eben tie SSefdjarTenpeit wie mit ter gißte , wenn man ten pfropf berfel* 
beu entweter alljutief einfteefet, ober alljuweit aussiebt. $Denn im er* 
freu gälte geljen W Dctaöen, auf oben gcmeltete SBcife augeinanber; 
im jweprcn aber, geben fte ftd) jufammen. SNan f kitte jroar allenfalls 
Heinere unb engere Snftrumente, jum Sßortpeile beS IjopenXoneS, Perfer* 
tigen laffen: allein bie meiften 3njtrumentmad)er arbeiten nad) ibrem 
einmal angenommenen, nad) bem tiefen $onc eingerichteten S0?Dbelle; 
unt tie wenigften würten im ©tante fepn, tie gftcnfur tiacr) pepörigem 
Söerjjdftnifj fo ju Perjüngen, tag bat Snfrrumcnt jwar bod) würbe, toer) 
aber aud) feine fKeinigfeit behielte. ®erietr)e aud) enblid) etnö unb ba$ 
anberc, fo wa're bod) notf> bie Srage , ob bit o&gemelbeteu Snftrumente, 
wenn fte auf ben Jjopen $on eingerichtet ftnb , noer) eUu bie SBirfung 
tpun würben, weld)e fte t^un, wenn fte bei) iprem alten ipnen eigenen 
sjftaaße bleiben ? 5>ie ^art&eplidjfeit für ein Snftrument ift jwar an fict) 
feibfl gut; aber nur fo lange, als fie ten anbern Suftrumenten uid)t jum 

©d;abw 



Don ben pflichten «IIa' ^ccöinpagntflm überhaupt. 243 

Sdjabett gereid)er. 3« einigen Xljeilen St^lfd^fanbö ricBt man bie uöett- 
gebad)tc (Srlwlwug bcö Xoue^ ©emt iii biefem &mbc werben bie 23la&= 
infrrumente weniger als in anbern ßdnbern gebraudjet: unb folgud) Ijat 
man babon nid)t einen folgen guten ©efdmtacf , als bon anbern "©in* 
geninbergflufif. 3n£Kom würben einSmalö bie SMaöinflruntente aus bec 
#ird)e berbannet. Ob nun bietlcid)t ber unangenehme fwbeXuu, über bie 
2lrt fie $u fpielen baran Urfadje gemefen, laUe idj baljin gefretlet fentt. 
Senn erleid) ber römifdje Xot! tief, unb für ben £oboe oort&eilfjaft 
war: fo freieren bod) bamalö bie £oboiften auf foldjen Snftrumenten, 
bie einen ganzen Xon fjober jrunben, unb mußten folglid) tranSponiren. 
5ltlein biefe fwljett Snftrumente traten, gegen bie übrigen tiefgefrimmeten, 
eine foldje SSBirfung, alß wenn fte beutfd)e «Sdjallmenen waren. 

8. $. 
SEBegen beö SReingreifeirä ber <£6ne auf ben S3ogeninfrrumenrett, 
unb fouberlid) ber SBioline, fommt fet)r bielauf ein gutes mufifalifd)e$ 
©e&ör an. £)iefeö aber fommt nid)t bot! ber 9?atur allein fcer ; fonbern 
es muß aud), burd) bie (Jtfenntniß bcS 23erbalrö ber Xönc, juwege ge* 
fcrad)t werben. SWandjer empfinber, burd) i>a$ angebobrnc ©ebbr,wemt 
ein anberer falfd) fpielct: wenn er aber chm benfelben geiler kibft begebt, 
wirb er eS entweber nidjt gewahr , über er weis fid> nid)t ju Reifen. 
&aS befte Mittel/ fid; aus biefer UnwtiTenbeit ju reiften, ifr baS «D?o* 
tiodjorb ober ber ^langmeffcr. 3luf biefem Eatin man bieiBerbdltnifieber 
Xöne am aUerbeutlid)ften ernennen lernen. @S wäre belegen notbjg, 
baßnid)t nur ein jcber (ganger, fonbern aud) ein jeber Snftrumentijr, 
ftd) biefelbeu befannt mad)te. (St würbe baburd) bic@rfenntniß ber@ub* 
femirone biel jeirlid)et ( erlangen, unb fiel eher lernen, baß bie mit eig- 
nem b bejeid)tietcn %h\t um ein Äomma böfoer fepn inüfTcn, als bie, 
weld)e ein Äreuj bor fid) baben : hx er fid), of;ne biefe €inft'd)t, nur aU 
lein auf baS ©ejjor, weldjeö bod) berrüglid) ift, r-erlafTen muß. |)aupt* 
fdd)üd) wirb biefee bon ben Sßioliniffen unb bcrglci^en^SogeniiiflrumcntU 
fteu erfobert; als beucn, wegen «Sefcung ber ^\r\m, feine ©rdnjcn, 
wie ben SMaSinfrrumeutiften, gefetset werben fönnen. @3 würbe aud) 
mand)er in ber £öf)e reiner fpielen; wenn er wüßfe, ba$ auf einer <Sep* 
tt, bom anfange bis in bie .fwbe, bie Xoue nid)t in einerlei) Sßeite, 
fonbern immer berjüttget, ndmlid) ndl;er unb nd&cr an einanber liegen. 
3um 93eweiö: bie @ci;te wirb auf ber®cigcwie auf bem ?D?tmod)orbe 
in jweene S&eile gct^eilet; ta beim bie erfte Raffte babon bk Dcfabe an-- 

■&P 2 gtebt. 



244 J?e© XVII. öauptjiücfö. VII. 2lbfd>nttt. 

Siebt. Sbeilet man bie jwepte $dlfte babon wieber in jweenc $beiIe,'fo 
giebt ber erfte Xt>cil babon nod) eine Dctabe bo&er an : unb fo bereit 
tß ftdj mit bem Dkfre ter ©epre, biö an t>en ©reg. SSMte man nun 
in bei; jwcpten Octabe bie ginget eben fo weit aus einanber fe|cti/ alö in 
ber erften; fo würbe bei) einem jeben 'tone, anftatt ber »Secunbe, bie 
Xerje berbor fommen. & folget alfo bierauS, ba$ bie Verjüngung, 
nad) bem erften £one , in gcbörigem Sßetbaltniffe ibren Slnfang nebmen, 
unb fo, bis sunt @nbe ber ©cpte, fortfabten, foiglid) baß Snftrument 
mit bteler 53eurtbeilung gefpielet werben muffe. 

9- §. 
2öenn bie eigentlichen ©ubfemitone borf ommen , baß ijf, wenn ein 
burd) baß b ernicbrtgrer Xon, ftd> in ben nad>fr barunter liegenben burd) 
baß Äreuj cr^o^cten, ober ein burd) baS £rcuj erbo&eter, fiep in ben 
nadjft barüber liegenben burd) baS b erniebrigten Xon berroanbelt, 
f. Sab. XXIII. gig. 6. unb 7: fo ifr ju merfen, ba%, wie fd)on im bori= 
gen $ gebad)t werben, ber Xon mit bem Ärcuje, gegen ben mit bem b, 
um ein $omma tiefer fepn muf. 3um Stempel © mit bem ^reuje^ 
muß ein .Sfomma tiefer fepn als 51 mit bem b. 50enn biefe jwo 9Meit 
an einanber gebunben finb , f. Xab. XXUI. gig. 6. fo muß ber Ringer bep 
bem auf baß b folgenbe Äreuje, etwas jurücf gejogen werben : fonjt wür* 
be bie grojse £erse gegen bie ©runbftimme ju bod) fepn. golgt aber auf 
baß Mtm ein b, f. gig. 7. fo mu§ ber ginger bei) ber %lott mit bem b 
um fo biel fcinauf rüden , als man ibn bep bem borberge&enben Krempel 
jurücf siebt: wie biet in ber Dberftimme bom © mit beut ßreus ins 91 
mit bem b ; in ber jwepten ©timme bom @ mit bem ^reuje ins g; unb 
in ber ©runbftimme, bom @ mit bem ßreuje inö X) mit bem b, ange.- 
brad)t werben muß. eben biefeö ift auf allen Snjtrumetiten ju beobad)« 
ten: baS Qlabier aufgenommen; alö auf welcpem man bie 23erwanbelung 
ber ©ubfemitone nid)t angeben famt, unb weldjcS beSwegen eine gute 
Xemperatur baben muß, um ju bepben erleiblid) ju f lingen. 5luf 95laö-- 
infirumentcn gefdjiebt biefe 5Seränberung burd) ben 2lnfa(j, ndmlid): 
auf ber glote wirb ber $on burd) baß 2luömdrrSbreben erbtet, unb burd) 
baß Sinwdrtöbreben erniebriget. 5luf bem f)oboe unb Dem 23affon, ge* 
fd)icbt bie grpobung beß XoneS , burd) tieferes <£infd)icben biß StobreS 
in ben gftunb , unb feflereö gubrücf en ber kippen ; bie <£rniebrigung 
aber, burd) 3urücf jiebung biß SXobreS , unb ^ad)laffuiig ber Sippen. 

io.§.2ßenn 



Von ton Pflichten aller 21 ccompagmff en überhaupt, 245 

10. §. 

SBenn ein Drdjefter gut feun foll, muß eöftd) eines guten, unb tu 
wem leben @tutfe, in feiner 3lrt, unb nac^ feinen ©geufc&aften ge* 
maßen SSortragö, befleißigen. £>a$ @tücf fei) luftig ober traurig, 
jmfcfytig über fd)erjenb, fred) ober fdwieicfjelnb, ober wie eö fonft feon 
mag ; fo muß eö in ber 2eibenfd)aft, welche e$ au^brücfen foll, borgetra* 
gen werben. £>at man eine concertirenbe Stimme ju begleiten, fo muß 
ein jeber 5lccompagnift, fid), in allen gaßen, nad) bem Vortrage beö (Eon* 
certiften richten, unb an aßen Umjta'nben 3:beil nehmen. & muß 
babep feine <}Jart&enlid)feit berrfdjen; t>a^ man beö einen feine Arbeit gut, 
beSanbern feine Arbeit fd)led)t ausführen wollte: fonbern ein jeber muß 
alleä vaa$ ijun borgeleget wirb, eö fen gefegt bon wem eö wolle, mit eben 
bem <£ifer auSjufübren fudjen , al$ wenn eö feine eigene Arbeit wäre; will 
er anberö nid)t itn f einem SDJufif uö fo rä&mlid)en, ebarafter eines ebrli« 
«Sttanneö berldugnen, 

ir. §. 

2Baö ju Erlangung eineö guten SSortragS übet&aupt erfobert wirb, 
fann auSbem XI ^auptftücfe, mit meprerm erfe&en werben. ©ie2irtber 
93ogenftrid)e, bie ein jebeö ©tief erfobert, wirb im II 5ibfd)nitte biefeö 
£auptftücfs erfldret: weil bod) benm 9lccompagnement auf bie 93o* 
geninftrumente la$ meifte anfommt. 

12. §. 

9?id)t nur ein JebeS ©fuef unb eine jebe £eibenfdjaft inSbefonbere, 
fonbern aud) ber Ort unb bte 5l&fid)t einer «D?ufif , geben bem Vortrage 
berfelben gewiffe Regeln unb ©nfcfjra'nfungen. 3. & (Sine. <^ird)emnu= 
fit erfobert mefcr tytafyt unb (Srnftjjaftigfeit, alö eine tbeafralifd)'.', n:U 
dje me(jr greobeit jula'ßt. SSBenn in einer Äird)enmuftf , bon bem @om= 
pomften, einige fredje unb bijarre ©ebanfen, fo fid) in bie j\ird)e md)t 
wo&l fri)icfen , mit follten fei>n eingedockten worben : fo muffen W 2(c* 
compagniften, befonberö aber bie 93toliniften, babin trachten, U$ fold)c 
burd) einen befebeibenen Vortrag, fo biel moglid), bemäntelt, geja> 
met, unb fanfter gemacht werben mögen. 

13- $. 

€in guter unb ber &ad)e gemäßer Ertrag, muß ftdj aber audj Bio 
auf bte fomifdje Üflufif erfrieefen. <Jin gwifcfyenfpiel, (Intermezzo) 
mld)t$ eine (jaricatur , ober ba$ ©egentbeil bou einer ernftbafren Bing* 
muftE borftellet, unb mebr auö gemeinen unb niebrigen/ all ernfl^afrcit 

£p 3 @e* 



2 4 6 DeeXVII.öauptjKitfe. VII. 2lbfc&nttt. 

©ebanf en bon bem Qomponifren berferttget wirb, aud) feilte anbete 5lb* 
ftd)t, aU bie @ritif, unb laß Sachen jum ©mutest, muß, wenn es 
feinen 3nccP erreichen foll, bon ben bcgleitenben Stimmen, sumal in 
ben lad)erlid)en Wirten , nid^t wie eine ernftbafte Dyer, fonbern auf eine 
niebrige, unb ganj gemeine 3lrt aecompagniret werten. <£in gleid)e$ ift 
bei? einem fallet bon gemeinem Qbarafter ju beobad)ten: weil/ wie fetjo» 
gefaget werten , ba$ 9lccompagnement, nid)t nur an bem @rnftjjaften, 
fonbern aud) an bem $omifd)en, 5lntbeil nehmen muß. 

14. §. 

©er Vortrag muß aber nid)t aKein gut, unb jebem @tücfe gem<fß ; 
fonbern aud) bet) allen gftitgliebern eines guten OrdEjeftcrö glcid) unt über* 
einftimmeub fe»n. SOJan wirt einräumen, baß eine SXebe bon bem einen 
mebr (Sinbrucf? als t>ort bem anbern mad)ct. Sollte man eine bcutfd)c 
Xragobie, in weldjer lauter ^Jerfonen , bie in eben bcmfelben Sanbe ge* 
teuren finb, borlamen, mit £euten borftellen, bereu SJJunbart unterfd)ie= 
ben wäre, alS: .f)od)bcutfd) , Weberbeutfd) , Defterreid)ifd) , &d)wfc 
lifd), Xprolifd), @d)wei(jcrifd), u. f. w. fo würbe fold)erttnterfd)iebber 
3tuSfprad)e aud) bie allerernftljaftcfte Xragöbie lädjerüd) mad>en. SKit 
ber gOTupf bat eS faft eine gleiche 33ewanbtniß, wenn be» foldjer ein jebeS 
gftttgtieb feine befonbere 2lrt ju fpielen bat. 3- €. 5Öollte man ein Dr* 
cfyefter auS foldjen ^etfunen sufammen fegen , beren einige nur nad) ita* 
lidnifdjem, anbere nur nad) franjofifdjem ©efd)macfe, anbere außer bie 
fen bet)ben 3lrten freieren : fo würbe, wenn aud) ein feberin feiner 2(rt 
gefd)ift genug wäre, bwfy bie 5luSfübrung, wegen ber ^ßerfd)iebeu&cit 
beS Vortrages, eben biefelbe Sötrrung tjjun, welche oben bon ber $ra* 
gobie gefagt worben. 3a ber &d)ale würbe nod) biel großer fep: weil 
tepber $rag6bie t>od) nur einer nad) bem anbern rebet; bet> ber 9)?ufil! 
aber, bie meifte Seit, bon allen sugleid) gefpielet wirb, gftan glaubet 
oftmals, baß, wenn nur bie Jjpauptimme mit gefdjiften £euten befe(jet 
fei) , eS mit ben übrigen nid)t biel ju fagen babe. 5ßie aber ein wenig 
<§ffig aud) len beften 9Bein berbirbt: alfo gefd)iebt eS aud) in ber SSftufif ; 
wenn nur einige Stimmen gut, bie anbern aber, unb füllte eS aud) nur 
eine einjige femt, fd)led)t gefielet werben. 

15. §. 

©n jeber doncertift muß, wenn et eine SXtpienfrimme fpieler, feinet 
@efd)i!lid)f eit , bie er im @oncertiren unb im ©olofpielen beftfjet, auf 
gewiffe Slrt entfageni unb ftd) aus ber Sre^eit, bie ibm, wenn er allein 

berbor* 



> 



X>on fce n pflid)tm aller 2lccöttip<*ötttff en überhaupt 247 

jjeroorraget, erlaufet ijr, ju bcr 3<it, wenn er nur accompagnirer , fo 
8u fagen in eine @f laberet) oerfe&en. @r barf alfonidjtSlNnjufügen, waö 
trgenb nur bie ftflelobie t>ert>unfcln f bunte: befonberö, wenn eben biefelbe 
Stimme mejjr alö einmal befe^et ift. SEBibrigenfalltf würbe er eine große 
Verwirrung in ber SDIelobie anrichten, ©enn eö ift nid)t möglid), tag 
einer ju allen Seiten beö anbern ©ebanfen erraten rönne. 3. @. <£$ 
machte einer nur einen Sßoifd)lag, ber nicfyt gefdjriebenwdre, tittt> bec 
anbere foielte W fftoteftmpel: fo würbe baburd) eine üble ^DifTTonanj, ofene 
Vorbereitung unb Sluflofung, sunt SSorfdjeine fommen, unb baö ®ebor, 
befonberö in langfamen ©tücfen, fe(jr beleibigen. SHMte einer biege« 
fcfjriebenen 33orfd)l<fge nidjt nad) ijjrem gehörigen 3eitmaaße fpielen, fon« 
bem bie langen fürs, ober bie furjen lang machen; fo würbe foId)cö, we< 
gen berer bic mit iljm fpielen, eine eben fo üble 3ßirfung tjjun. SMe 
SKitomelle bortte&mlicr) muß er o&ne Men wiHfü6rlid)ert Sufafc auSfü&ren. 
SDiefer 3ufaß ftef;t nur bcm @oncertiften fre». Einige jwben bie üble ©e* 
wo&njjcit, fdjon im SXitomell juweilen allerjjanb Sllfaitjereoen anjubrin» 
gen ; unb »ergeben barüber wojjl gar bie 9?oten red)t ju lefen. 2Äancr)e 
6efd)ließen abfonberlid) bie 5lrien mit einem bolljtimmigen ©riffe, wo 
feiner fenn foll. ©iefcö ferjeinen fre \>tn SSierfteblernabgelernet ju fyabtn,. 
$löd) fdjlimmer ifr e$ f wenn fte unmittelbar naef) bem €5d)lufle ber 2lrie, 
ein ^aar bloße (gelten auf ber Violine anftreid)en. flBenn nun j, £. 
bie Sirie au$ bem €ö bur gefjf, unb fte probiren gleid) barauf <£ unb 51; 
fo tarnt man ficj) forftellen, was t$ für jtyoae Söirfung t&ue. 

16, §. 

SDa nun foldjergeihlt bie @d)6n&eit eines Drcf)efter$ Ijauptfädjlid) 
fcarinnebefteljt, ba§ bie sjflitglieber befielben alle einerlei) Slrt ju fpielett 
^aben; ta »on bem 5lnfüjjrer befielben unumgänglich eine gute, unb febem 
©tücfe gemäße 2lrt ju fpielen, erfobert wirb: fo liegt eäaucf) einem jeben 
9ftitgliebe beö Drdjefterö ob, fid) in biefem ^alle nad) bem Slnfüfwer ju 
richten, feiner Sinweifwtg nidjt ju wiberftreben , unb eö fid) für feine 
Sdjanbe ju achten, wenn man fid) einer bernünftigen unb nötigen @ub* 
orbination, ojwe weld>e feine gute Süftufif befielen fann, unterwerfen 
muß. Sftan wirb feiten ein feit bielen Sa&ren eingerichtete^ Drd)effer 
finben, weld)eö nid)t fowo^l auö guten alö auö fd)led;ten acuten oefft&en 
follte: mt man am freften wabme^men fann , wenn man, um ein flein 
eoncert ju galten, wed)fel^weife nur einen $!>eil imn au^fud)et. & be« 

ftnben 



248 Des XVII. öauptffüdfe. VII. Zbfönitt. 

flnben jtd) fowobt alte als {unge ?eute barunter. $9eber bas 5ilter nod) 
bie Sugenb ber «SKitglieber mad)t et» Drd)efter gut: fonbern bie gute 3ud)t 
unb Drbnung , in welcher fie fid) beftntcn. SS rann ein alter Sviptenift, 
wenn er anberS nod) gute drifte bat, unb unter einer guten 3lnfübrung 
erjogen worben ift,beffere £>tenfte leiften, als mandjer junger/ welcher biet 
leid)tmebt Vermögen <3d)wierigfeiten auSjufubren, aber weniger Srfab* 
tungbeftßt; unb babty ntd)t folgfam ift, ftd) ber gehörigen (Suborbina-- 
tion ju unterwerfen. DefterS pflegen foroobl bie SUten, wenn jte unter 
einer fcf;led)ten Slnfübrung erjogen werben ftnb, alSbieSungen, wentl 
fie ftd) auf ibre ^ertigfeit int Spielen ju viel einbilben, wiberfpenflig ju 
fenn: biefe/ wegen ibrer bermepnten^efdjiflidjFeit; jene aber aus Sßor* 
urteil/ ober wegen beS SßorjugS ber Sabre. Söie 5l(tenmetr.ien öfters, 
eS gefdjabe ibnen ju »iel, wenn fie ftd) einem Slnfü&rer unterwerfen füllen, 
ber nid)t fo reid) an Sauren ifr, als fie: bie Sungen aber bilben ftd) ein, 
eben fo biel @efd)tflid)fcit ju beft|en, als $u einem 5lnfubrer erfobert 
wirb: ungeachtet ber ^flidjten, bie einem guten SInfu&rer obliegen, nid;t 
wenig ftnb. 5Bie taun aber ein Drdjefter befreben, ober junebmen, mwn 
unter beffelben sjftitgliebem , anftatt barmonirenber unb biegfamer ®e* 
mürber, meiftentbetlS nur Sfötberfpenftigfeit , 3?eib, £afj, unb Ungc* 
borfam berrfd)et. S83o 6letbt ba ber gleiche unb überetnfrimmenbe "Ssor* 
trag, wenn ein jeber feinem eigenem ßopfe folgen will? 

17. §. 

3ur SSefcrberung beS überetnffimmenben Vortrags bienet 110er) eine 
Siegel, bie einem {eben, ber ein guter sjftufifu'S, unb ins befonbere etn 
gefdjifter 2lccompagnift werben will, anjupreifen ift: SS mug |tdj,folatt* 
ge als er ein muftfalifdjes ©tücf aufyufübren bat, ber SSerftellungSfunfl 
befleißigen, 15iefe IBerfrellungSfuitft ifr nid)t nur erlaubt; fonbern fo gar 
b6d)ftnptbig, unb tbut in ber Sittente&re feinen <®d)abtti, 5Bet ftd) 
bemü&et, im ganjen Seben, feiner £eibenfd)aftett, fo biel als mogltd) ift, 
SÜMfter ju fetw; bem wirb eS aud) nid)t fd>wer fallen, ficf) wenn er fpie* 
len foll, allejeit in bett Effect, welchen baS auSaufübrenbe Stütf berlan* 
get, ju feßeit. 2llsbenn wirb er erft red)t <iut, unbqkidjfam allejeit 
aus ber «Seele fpielen. £>eim wer biefe löbliche SSerftellungSfunft nid)t 
berftebt, ber i^t nod) feinwabrer SttuftfuS; fonbern nid)t befferalSein 
gemeiner Jpanbwerfer: wenn er aud) alle @ontrapuncte auS bem ©runbe 
berftünbe; ober auf feinen» 3»fttumente alle mögliche <5c&roierigteiten ju 

fpielen 



Von fcen pflichten aller 2lccompagtttffen überhaupt. 249 

fpielcn »Bugte. s£f?ancf)er aber übet Urtier bie t>crtott>cnc SöerjMlungS* 
fünft im gemeinen 2eben fe&r jjäuftg/ i>ie erlaubte beo ber *D?uftf aber, 
nur fejjr feiten autf. 

18. $. 

€in redjtfrfjaffener ?0?uftfu$ mu& nid)t eigenftnnig, unb auffeilte« 
Stong nid)t alljufc&r erpicht fepn. 3. <£. Sin gefdjif ter "aStoTirtifl bat fidF) fei* 
neSweg^ ju fdjdmen, wenn er im Sali ber Stfjtberwan eine jweuteSSioline, 
ober gar bie Söratfdje fpielen müfjte. £)enn biefe erfobcrn in i&rer 3lrt, 
unb ben mannen «Stücfen, eben fowofyl einen gefdjiften 2lu$fu&rer/ atf 
bie erjte Violine. SDen bejten unb grünblid)ften 9iang giebt einem bra* 
fen sjftuftfuö feine ©efdjiflidjfeit: unb biefe fann er freiem einen fowobl 
als beo bem anbern «eigen, 

19. §. 

£>ie genaue' SiuSbrücfung beö -gorte unb $iano (*)/ ifl eineö ber 
ii&t&igjren ©tücfe in ber SiuSfubrung. £)ie Slfcwedjfelung beö «piano 
unb Sorte tjt eineö ber bequemten Mittel/ ntc^t nur bie £eibenfd)afteit 
fceutlid) berjuflellen; fonbern aud) 2iri)t unb «Schatten in ber ?Wufif ju 
unterbauen. SBenn fpldt>eö in geborigem 'jßerbältnifTe/ unb ju rechter 
3eit, bon einem {eben beobachtet würbe : fo möchte ni(ind)e3@tücf beo ben 
3u&6rertt eine belfere 5Birf ung t&un, alß ofterö nid)t gefd)iejjt. 90?an fotU 
re glauben bat nid)ts leidjter fep, aß nad) Slujeige jweener &ud)ftaben, 
ftarf ober fd)wad) ju fpielen. t SDennod) wirb biefeö jb wenig in 3id)t ge* 
»ommen, ba$ bei) manchem öfter** nod) eine münblid)c Erinnerung beö* 
wegen notbig wäre. 2iUein ba ein jiemlidjer Xbeil ber fogenanntenXon» 
funjtler felbft, wenig (Smpftnbung unb ©efaüen an ber iKufif |jat , fon* 
bern biefefbe nur treibt, um babon Unter&alt $u baben: fo wirbfolglid) 
ofterö, weber mit 2u(t, nod) mit gehöriger Slufmerffamfeit gefpielet. 
<£me gute unb betnüitfttge «Suborbination fönnte tiefem Uebel toiel ab« 
feelfen : benn wo biefe fehlet/ ba bleibt ein Drdjejter, wenn fid) aud) nod; 
fo biele gefdjifte £eute barunter befanben, bod) allejeit mangel&afr. 

(*) ©6 ifl befannt, baß man bie 506rrer: forte unb piano enfroeber abgefi'irjcf, 
ober aud) nur ben eifJen S3ucbftaben ba»on, als: f, unb p; unb anstatt fot£t|> 
0mounb piartif|Tmo jrceene Q3ud;ftaben: ff. unb pp. ju ben SJiotfii, roelcbe 
frarf über fd^road? gefpielet werben fetten, fe|et: aud? roojjl, raenit ber Ion nod) 
mefjr »erftärf'et ober gemafjiget rcerben fofl, nod) ein f ober p t)injufüget, nam= 
lief): ffi". ppp. genier roerben bem Sorte unb ^3inno nad) s 23efinbeii jutoeilen 
noeb anbere ^ßorter, ali: m(}}$, (balb,) peco, (roeuig,) mens, (roeni. 

3' ger,) 



250 3De* XVII. öauptjiittfe. VII. Zbfänitt 

ger,) piu, (mehr,) ttoran, ob« einige, ait: afjai, nacbgefefet, £>iefe33et>* 
roorter nun fönnen nicht mit einem einjelnen QJuchflaben ausgebrücfet roerben ; 
tr-eil me,»jo unb meno, poco unb piu, einerlei) 2(nfangsbuchjraben haben, unb 
man folglicf) S3ertvirrung anrichten roürbe. 35och pflegt man, roenn nur ein m 
g«fe|et roirb, immer mejjo barunter ju wrftefjen , roelcfjeg üblicher ift als bie an- 
kern. 35a nun ber Stoum, welchen biefe »erboppelten 23ucbftaben, unbbiefe2fte= 
fcenroörter einnehmen, ficf> über mehr als eine 91ote erffrecfet; fo fraget fich, 
roelcher 33uchftab eigentlich berjenige fepn foff, fo bie erfle »ort benen frarf ober 
fcbroach ju fpjelenbcn 9foten anbeutet. 3' ®« ^ an fchriebe piano affai, ober poco 
forte: nach welchem £5uchftaben fof( man fich nun richten, um bei) ber rechten 
Jftote, mit ber erfoberten @tärfe ober ©rhroärhe anjufangen? 5öo((te man int 
Schreiben biefeß jur Siegel fe£en , baf? affejrit ber etfre 93uch|iab wn ben Wör- 
tern forte unb piano, folglich bai f, ober baß p, unter ober über biejenige Sftote 
gefchrieben rourbe , roeld)e frarf ober fchroach ju fpielen ift : fo roürbe man bcu 
burch affer Srcepbeutigfeit juttorfommen ; bas* f ober p mag nun tterboppelt roer* 
ben, inbem man (ich atebenn nach bem erften f ober p richtet ; ober aber ein dlt- 
benreort hinter ober bor ftch haben. 

20. $. 

£)aS Sorte unt> ^Matto mug niemals aufs (fujjerfte getrieben werbe*. 
Üttan muf3 bte Snftrumenrc nicf>t harter angreifen/ oW es ijjre Statut leu 
bet: bennbiefeS würbe, mmal an einem fleinen Orte, wo bieguhirer 
ttaHe fte&cn , bem ©ejwr e fefcr unangenehm fallen. «Jflan mufj bielme&r: 
aHejeit noef) ben Sßort&eit übrig ju kälten fudjen, noer) ein gortifftmo 
ober ^ianiffimo, wtnn eS notf>ig wäre/ ausbrächen ju fonnen. @S famt 
biefeS öfters unoermutjjet frorfommen: um eineSJMe, wenn and) nichts 
Jafee») getrieben fte&t, entweder ju ergeben/ über ju madigen. jp>attc 
man nun allejeit in ber größten ©ra'rfe ober@d)wdcljegefpielet: fo wür* 
be biefer 'äSorr&eil torlosen ge&en. Sugefcfyweigen , la$ jwifdjcn bem 
gortiffimo unb g>tattiffimD mehrere Stufen ber gftdjMgung ft<t> befinben, 
als man mit ^Borten auSbrücfen fann ; unb weldje nur »ermittelft bet 
gmpftnbung unb SSeurt&eüung , aus bem Vortrage eines guten @oncer* 
tiften erfannt, unb fobann mit SDiScretion auSgeübet werben muffen. 
JDaS Sorttffimo, ober bie größte @tarfe beS XoneS, fann am fuglidjfteit 
mit bem unterften Xkile beS Rogens, unb etwas nak am ©rege ; bas 
^ianifftmo/ ober bie augerfte ©(fyroacije beS Jones aber, mit ber @pi$e 
beS?öogenS, unb bom 0tege etwas entfernet, auSgeübet werben. 

21. §, 

Um baS gorte unb ^Jiano red^t ausjubrücfen, mn$ man audj lu 
trauten, ob man an einem großen Ovte, wo es fraßet, ober an einem 

Keinen, 



Von fcen Pflichten aller 2Jccompacfntfiejt überhaupt, 25« 

Keinen, jumal tapejirten Orte, wo ber Son gcbampfet wirb, accompa* 
gntrc ; ob bie Sujwrer entfernet ober nabe fetm; ob man eine fcf)wac^c 
ober eineftarfe ©ttmme begleite; unb enblirf) ob bie 2ln$abJ ber accont* 
pagnirenben Snftrumente, frarf, mittelmaßig, ober gering fen. 2to 
einem großen Orte, wo eä rcf)üüct/ muß man nad) einem frarfen unb rau>- 
fdjenben Xutti, ein barauf gefd)winb folgcnbeö ^Jiano nic^t alljufdjwad) 
fpielen : weil eö fonft burd) ben 9?ad)fd)all würbe oerfdjluttgen werben. 
«Sofern aber ba$ ^3iano eine SBeile anmalt; fann man ttn £on nad; unb 
nad) maßigen. 2ßo biefer Umftanb nidjtoorjjanben ifr, ba t&ut man beficr, 
wennmanba$pano,ber;ber^0tewoe$gefdjriebenijt, gleid) fo nimmtwie 
eöfepnfoll. SHJenn aber aufbaSpano ein Sorte folget, fo fann man bie ertfe 
üftote babou etrcaä flarf er fpielen aU iit folgenben. 33en Begleitung einer 
^d)wai)tn ©timme, muß la$ ^)iano ttm# fdjnwdjrr fepn, al$ ben einer 
frarfen; im 2lllegro ne&me man t$ fdjwddjer als im 5(bagio; in ben 
jjofcen $6nen ober auf ben bünnen Lepren fd)road;er al£ auf t>en tu 
rfen. SBenn in einem @oncert, fonberlid) wenn c$ ein glötenconcert 
ifr, unter bem Solo ein §orte borfommt: aumal wenn bie glote nidjt 
in ber £6j>e, fonbern in ber Xiefe fpielet; fo muß foldM nur aW ein5ftejj 
jo forte au$gefü|jret werben : wie beim äberbaupt eine glöte , fo wie eine 
jebe fömfyt «Stimme, mit »ieler «OTdßigung begleitet werben muß. @s 
fömmt nur barauf an , baßeinjeber iMccompagnift 5ld)tuitg gebe, ober 
bie concerttrenbe «Stimme felbft jwre. Sftbiefeg nid)t, fo faitn er leid) t 
merfen , ta^ \>a$ Stceompagnement ju ftatf fet) , unb folglid) eine 2tt<fßi= 
gung erfobere. SDie 3lnjabl ber begleitenben Snfrrumente muß enb« 
lid) aud) in Betrachtung gesogen werben, ©cfe&teö fpieleten 3w6lf «8io= 
liniften einerlei) g>iano ; tß fcörcten aber fcdjö babon auf; fo würbe au$ 
biefem g>iano ein ^Jiano ajTai. ©iengen nod) bier babon ah-, fo würbe 
enblid) ein ^ianiffirao brauö. «Soll nun \>a$ $)iano feinen geborigen 
*?8erl;alt fcaben; fo folget au$ obigem, ia^ wennjweeneSSiolinifren pian» 
fpielen, beren fed)3 piano afjai, unb jwolf pianiffimo fpielen muffen, 
aufgenommen an einem fejjr großen Orte, wo ber Son fid) verlieret: 
benn Bier ßat man (id> nad) ben £auptftimmen, ob fold;e jlarf ober 
fdm>ad), Xrompeten ober glöten ftnb , Juristen. 

22. <J. 

58eil audj nid)talte Snfrrumcnte, befonberö bie Violinen, einer* 
lep «St4r£e im Sone baben , weldjeS folglid) im <piano unb Sorte eine 

St 2 tln< 



252 Ve& XVII. öauptfh'itf*. VII. %bfd>mtt 

Ungleid)&eit berurfadjen f onnte : fo mujj ftd) ber ©tarfcrc im Sorte nad) 
Dem @d)W(u-f)ern, unb ter <Sd)wäd)ere im <piano nad) Dem @tärfertt 
rid)ten: bamit man nictjt eine ©timme ftarfer als bie anbere fröre; 6e* 
fonfccrö wenn {it Stadjabmuttgen gegen einanber jufpielen &aben, unb bie 
©timmen nur einfad) befe&et finb. 

23. §. 
fSßettn be» einer coneertirenben ©timme mefrr als eine ©tint* 
me juglcid) begleiten; fo mu§ unter tiefen t>ie ©runbftimme ft<fr= 
fer als t>ic übrigen geboret werben, ©n gleiches ift in einem 
£utti ju beobad)ten , wenn anberS bie 3flittelfrimmen gegen bie 
•f)aur-rfrtmme ober gegen iie ©runbftimme feine Sftadjabmung, ober fonft 
in 'Serjen ober Herten eine obnlidje Sflelobie baben. ©enn tit Stirn* 
men wcld)e nur $ur SSerffdrfung ber Harmonie bienen, bftrfenbor ben 
£auptftimmen niemals berbor ragen. Eingearbeiteter, ober in allen 
©ttmmcn nadjabmenber ober fugirter ©aß aber, mufc aud) bon aUen 
©timmeu in einerlei; StdrEe gefpielet werben. 

24. §. 

SBenn unter einer langen Sftoteein Sorte, unb gleid) braufein tyiano 
fte&t, unb fein 3Bed)fel beS Sorgen jtrid)S flatt ftnbet; fo mufj li^tlit 
9?ote mit aller Äraft, unb mit einem Srucfe beS 93ogenS angegeben 
werben; aber aud) gleid) wieber ofrne üvücfuug beS 93ogenö im Sone ab* 
nehmen, unb burd) ein berlierenbeS pano ftd) in ein gManiffimo ber* 
wanbelu. €S fommt bergleid)en bann unb wann bor , fonberlid) wenn 
eine «Stimme im 5luf&eben beS XacteS mit einer jtarfen 9?ote anfingt, 
bie anbern a6er im 9?ieberfd)lage bergleidjen nad)mmad)tn fyaUn; i.Xah 
XXIII. gig 8. 

25. $. 

SBenn in einem Slbagio ber @oncertift ben £on balb berfrärfet, balb 
ntdjjiget, unb alfo burd) t&tyMtn unb ?id)t mit Effecte fptelet; fo tbut 
«S bie fd)6n(le SBirfung, wenn ibm bie Slccompagniften in berfelben 5lrt 
ju ^Älfe fommen, unb i|jren Xon mit ifjm jugleid) aud) berjrdrfen unb 
mäßigen. £>tefeS ift, wie fd)on in ben borigen 2Ibfd)nitten gejeiget wor= 
ben, befonberS bei) fold)en 9?oten, weld)e biffbniren, ober ju einer frem* 
ben Xonart borbereiten , ober einen Slufentbalt in ber gefdjwinben 35c* 
wegung berurfad)en, ju beobad)ten. 5öollte man ben folgen Odilen al* 
leS in einer garbe ober <5rdrfe fpielen; fo würbe ber 3uborer in eine Aalt« 
ftnnigfeit berftßct werben. JDrücfet man aber baS Sorte unb $>iano, 

nad) 



X)on t>en Pfltcfctcn aller ^ccompagniffen überhaupt. 253 

nad) 93efdjaffen(mt ber (Sadje, wedjfeWwetfe, ben benen 9?oten, fo \tbt$ 
berlangen, gehörig auS; fo erreichet man l»aö/ wa3 man fudjet, näm* 
lief), t»cn Subörer in belobiget Slufmerffamfeit ju ehalten, unt» ibji 
aus einet Seibenfdjaft in bte anbre $u lenfen, 

26. $. 

53ei) SBieberfcolung ober 51ebnlid)?eU ber ©ebanfen, bie auö balbeit 
oter ganjen hatten befielen, e$ fep in eben benfelben Xonen, ober in einer 
■jßerfe&ung, fann bie 5Bieberbolung eineSfoldjen ©a&eö etwas fd)n?dcl;^ 
alö t>cr erfre Vortrag berfelben, gefpielet werben. 

27. §. 

©erUm'fon, weldjer auö einer otbentltdjen 33af3rttelobie bejre&f, 
unb bep einem ffcirf bebten Qlccompagnemcnt befonberö gute Sföirfuna, 
t&ut, mufjerbaöen, prddjttg, feurig, mit 9tad)brucf beö 93ogenS, unt» 
ftdrfer im $one aU eine anbere gelobte, gefpielet werben. £)ie blo&ett 
©epten, befonberö bie Quinte auf ber Violine, ft'itb babet) su ber* 
meiben. 

28. $. 

@in öauptfaQ, (X^ema) jumal in einer %m* «"§ «» «t»e* 
jeben Stimme, unb ju allen Reiten wenn er unbermutbet eintritt, mit 
9cad)brucfe marfiret werben ; befonberS wenn ber Anfang babon auä lan« 
gen 9?oten bejte&t. &$ ftnbct batet) weber eine <§5d)meid)elet) im <Spit* 
Icn , nod) einiger wiüfüljrlicfjer 3ufa& t»on 9?oten ^tatt. SBenn im gort« 
gange ber guge feine Raufen bor bem Eintritte botbergeben; fann man 
bie borbergebenben 9?oten in ber @tärfe biß Xoneö ctwaS mäßigen. 21uf 
gleiche 31rt mufj man mit fold;en 9?oten, bie entwebet eine 91e(mltd)feit 
mit ben SlnfattgSgebanfen jjaben, ober bie erft in ber Witte eineö <StücF$» 
alö ein neuet ®ebanfe, eingeholten werben, eö fei; im Xutti, ober unter 
bem@oIo einer concettirenben «Stimme, berfabren. 

29. §. 

Sigaturcit, obet gebunbene SRotett, fo aus Sßierrljcilen ober Dalben 
Xacten begeben, fann man \n ber <Stdtfe beS Xoneö wad)fcn laden: 
weil entwebet übet ober unter bem jwcpten Sijeile folget ^oten, bie an« 
tevn Stimmen ©iffbnanjen lahtn. ©ie ©ilTonanjen aber überhaupt, 
fte mögen in biefet obet jenet (Stimme befiublid) femt , etfobetu atle&eit 
einen befonbern 9?ad)brucf; f. ben 12 m jum 16 §. be$ borigen %fc 
fcfjnim. 

3» 3 3o.$.5fti* 



2j 4 25eeXVII.öauptftüdfc. VObfcfrmtt. 

3°. $• 
2luö bem waö bt^cc gefaget worben, ifinun su ermcfTcit/ t>af e$ 
&e» weitem nict)t ^iinlang(td) fet), t»aö ^iano unb garte nur an benenDr* 
ten , »0 e$ gefdjrieben fMbt, ju beobachten: fonbem bafj ein ieber2lccom* 
pagnift aud) wiffen muffe, folc^eö an bieten Orten, wo t$ nid)t babep 
ftebt, mit Ueberlcgung attjubringen. £ierju nun ju gelangen, ift ei« 
guter Unterricht unb biet ^rfa&rung nßt^ig. 

31. $• 

£>aS %t\tm<itö in einer befonbern Sßotlfommenbeft ju berfteben, 
«nt> in ber größten Strenge ausüben, ifl eine ^flid)t, fo allen benen, 
bie bon t>cr ?0?uftf SBerf machen, unb alfo aud) allen guten 5lccompagnü 
(reit , obliegt. Dbne biefe wirb bte 3luöfü&rung , befonberö be» einem 
jafjlreid)en $lccompagnement , allejeit mangelhaft bleiben. ©0 biel aber 
aud) hieran gelegen ift: fo würbe man lod) bei) genauer Unterfud)ung 
. ftnben, baj? ^Öiele im Seitmaafje nod) nid)t red)t ftdjer ftnb, obnerad)tet 
fie ftd) beffen fd)meid)eln, utib btetleid)t ijjren geiler felbjr nid)t gewa&t 
werben; fonbem bat? fie ftd) nur nad) anbem rid)ten, unb auf ein @era* 
tbewobl fpieleu. Siefen §el;ler ftnbet man nid)t nur bep fungen £euteu 
aUein; ftfnbcm man wirb aud) wobl bfterö gewabr, baf3 »011 fotdjen, wel* 
d)emau für gefd)ifte unb erfahrne Sonfünftler palt, ber eine imSacte 
gögert, ber anbre ftd) übereilet, ipierburd) nun fann in einem Drdjefter 
biel Unorbnung angerid)tet werben : jumal wenn foldje geute obngefdbr 
fcie £auptftimmeu aufriefen, unb anbre aujufübren &aben. 

32. §. 

ginige balten bau 36gem ober 9?ad)fd)leppen , (trainiren) ober bai 
©len , (preffiren) für einen Stfaturfebjer. @<J ift wabr *af? bü$ berr. 
fd)enbe fogenannte Temperament biel baju beitragt : unb bafj ein luftiger 
ober bifcig« unb bafhger $ftenfd) sunt @ilen, ein trauriger, nicbergefcfjla* 
gener, ober ein träger faltftnntger SEftenfd) aber, jum 3&gem geneigt ift. 
<£$ ift aber aud) ntd)t ju laugnen, bafj man fein Temperament, wenn 
man anberö barauf 2ld)t bat , berbeffem unb mäßigen rönne. SERan bu* 
te ftd) nur, bafs ju ben gebadjten geblern nid)t etwan bte Unwiffcn&eit 
2lnlaß gebe. 5ftan läuft ©efabr barein ju berfallen, wenn man bie £in< 
tbeilung ber üftoten, unb ben Sactüberbaupt,anfänglid) nid)t burd) rid)= 
tige ©runbfdije, fonbem mebrentbeiltf nur auö eigener Uebung erlernen 
will; wenn man ^id) ju jettig mit<3d)wierigfeiten, ju benenman nod) fei* 
ne gdbigfeitbat, einlägt; wenn man ftd) ju biel bor ftd) allein, opne 53e* 

glei« 



Von t>eo pflichten Allee Hcctmp&Qmfttn überhaupt, zss 

gleitung übet; aud) nur foldje <3tucfe wtl&lct, t>ic man balb auSwenbia 
behalten fann: welches aber foroobl am 3?otenlefen, arg an Srlernung beS 
SacteS, pinberlid) ifr. QBiU man in biefen bepben «Stficfen rcdE)t ftc^cr wer* 
Jen, fo i\l fein anbrer 5öeg basu, alö baf? man anfdnglid) me&r «Büttel* 
«IS £auptftimmen ftiele ; ba$ man mebr anbre aecompagnire, als fid) 
felbft aecompagniren laife: weit baS erfrere fdjroerer, aber aud) jugleid) 
nü&licper alSbaS ledere ifr ; tag man mebr concertirenbe unb gearbeitete, 
als melobiofe ©rüde fpiele ; bafj man babep nid)t auf fidf> allein , fonbern 
and) auf anbre, befonberS auf bie ©runbfrimme pore; bajj man bie Wo* 
ten nid)t überrufdje: fonbern einer jebeit ibre geborige ©eitung gebe; unb 
ba% man bie Jbauptnoten fo baS Seitmaafj eintbeilen, ndmlid) bie 
^iertbcileimMegro, unb bie 3Jd)rtbeile im SIbagio , mitber@pi&ebel 
gußeS fid) bemerfe, unb bamit fo lange anhalte/ bis man biefeS £iilfs* 
mittel nidjt mebr notbig bat. 5Äan befefje bjerbep baS V. unb X. £aupt' 
frücf, 

33. §. 

«Sflan wolle ntdjt glauben, tag es mit Beobachtung beS BcitmaaßeS 
fdjon feine 9tid;tigf eit babe , wenn man allenfalls nur im 9?iebcrfcfjlage 
beS $;actS mit ben 9Wen eintrift: fonbern es muf? eine jcbe ju ber ^>ar s 
monie gehörige SRott mit ber ©runbfrimme übereintreffen. "Deswegen 
barf man ben £>auptnoten, fte mögen aus 'Söiertktlen , 2ld)ttkilcn, ober 
@ed)jejjnrbeilen, befreien, nid)tS an ibrer gebörigen Seit burd) Ueberei* 
Iung abbred)en: iamit man hit burepgebenben 9ioten nid)t anstatt ber 
£auptnoten bore , unb foroobl bie SÜMobie als bie Harmonie nid)t »er* 
bunfeit ober perftümmelt werb*. 

34- $• 
Sie Raufen erfobern ibr geitmaag in eben foldjet SUdjttgfeif, als 
bie Vlottn felbjr» Sßeil man aber bierbep feinen Älang boret, fonbern 
bie 3eitbabon nur in ©ebanfen abmefTen muf; , fo mad)en biefelben, be* 
fonberS iit furjen, als 2lcpttbeil* <Sed)jebntbeil= unb fljrocp unb brepfia* 
t&eil* Raufen, mand)em öielju fd>affen. 9Benn man fidj aber bie ^aupt* 
noten in einem «Stticfc beimlid) mit bem Suge anwerfet; unb aufbiete* 
wegung ber übrigen (Stimmen, ingleicpen, ol bie ^oteu, fo nad) im 
Raufen folgen, auf ben ftieberfd)lag ober auf ba$ 2lufpeben bcS %u%t$ 
treffen, genau 2fcptung giebt, batet) aber ftd) nur nid;t übereilet: fo fann 
tiefe <Sd)wierigfeit febr leiept geboben werben. 

35.<$.<3oa 



256 £>eöXVIL3auptfKitf0. Vll.^bfd)nitt. 

35. $. 

©ott ein (Stücf eine gute 5ßtrf ung tfjurt ; fo mujj ti nid)t nur in 
bem i?mt eigenen gettmaafie, fonbern aud), bom anfange biö junt €n= 
be, in einerlei $empo, md)t aber balb langfamer balb gefdjwinber ge= 
fpielet werben. £>afj aber bjerwiber febr oft gebanbelt werbe, jeiget bie 
tdglidje (Jrfabrung. £angfamer ober gefd;winber aufjuboren alö man 
angefangen bat, ift bepbeö ein gebier: bod) ift baö lefctere nidjt fo übel, 
aß baö erftere. 3ene$ berurfaef)et, abfonberlid) bep einem 5lbagio, ba% 
man oftmalö nidjt red)t me&r begreifen fann, ob eö im geraben ober un» 
geraben Xacte gefegt fep. £ierburd) nun berlifdjt bie «Jflelooie nad) 
unb nadj; unb man boret, an beren fratt, faft nidjtö alö bavmonifdje 
Äldttge. IDiefeö aber berurfadjet ben Su&orern m( jj t a ^ n mt gat roe , 
nig SSergnügen ; fonbern eö gereichet aud) ber @ompofition felbft über» 
$aupt tum größten 3?ad)tbetle , wenn nic^t ein jebeS «Stücf in feinem 
geborigen Xempo gefpielet wirb. Zweiten liegt e$ an bem Qoncertifren : 
wenn er entweber in einem gefd)winben ©tücfe bie leisten ^affagien 
übereilet, unb alöbenn mit ben fdjwerern nid)t fortfommen fann; ober 
wenn er in einem traurigen ©tücfe ftd) in ben Effect fo febr bertiefet, la$ 
er barüber beS 3eitmaaf3e$ bergijjt. Oftmals aber ftnb aud) bie §Beglei= 
ter an ber Sßeranberungbeö Xempo fd)ulb; wenn ft'e entweber, nid)t nur 
in einem traurigen @iürfe , fonbern aud) wobt m einem cantabeln 2/n* 
bante ober SlUegretto , in eine <5d)ldfrigfeit berfallen, unb barüber bem 
@oncertiften ju biel nachgeben; ober wenn fte in einem gefdjwinben ©tu» 
de in ein aUüubeftigeö geuer geratben, weld)eS fte sunt ©ilen bcrlcitet. 
einem guten 2lnfü&rer, wenn er anterS iie geborige Slufmerffamfettbat, 
wirb e$ leid)t fepn , alle biefe gebier ju bermeiben ; unb fowobl ben @on-. 
certtften, wenn berfelbe im Xacte nid)t red;tftd)er ift, aß aud) bie £Hi= 
pientjren/ inDrbnungju erbalten. 

36. $. 

<öie %compagniften muffen aber nidjt berlangen, tag ber @oncer= 
Hfl ftd) in Sinfebung ber @eftf)winbigfeit ober ftwgfamfeir, in weldjer er 
baö Xempo eines ©türfeS su nebmem i>at/ nad) ibnen richten folle: fon« 
bem fte muffen ipm bottige grepjjeit gönnen, fein Xempo fo ju faffen, 
nie er eS für gut 6efinbet. gu ber Seit ftnb fte nur Begleiter, <i$ war* 
be ein geilen eineö unanftänbtgen SSauernftoljeS fepn , wenn juweilen, 
aud) wobl gar einige bon ben legten unter ben 5lccompagntften, ftd) ber 
£errfd>aft über ba$3eitmaaf$ anmaßen, unb,jnmal wenn fie nidjtbiel 

2ujl 



X)ot\ ton Pflichte n alla* Zccomp&Qniftm überhaupt. 25? 

£uft mefir su fptelen (>akit , baSXempo, bem Qoncertifietnum $ro&, 
ufcetjagen mollteiu 3Birb man a&cr gewajjr, tag I>aö 3eitmaa6 entwe* 
Der flefc^)tt)int>ec ol»cr langfamer fepn folf, unl> eme Slenberung not&ig jjl; 
fo mug foldjeö nid)t mit einer .£>eftigfeit, unb auf einmal, fonbern nadj 
unb nact> gcfc^c|>cn: weil fonft leidjt eine Unorbnung barauä entfielen 
fann. 

37- $• 

5Öeil bic 2(rt ein Slbagio ju fpielen etfobert, &ag ber @oncertijt 
fid) öon fcen begleitenben Stimmen Kielmepr fdjleppen laffe, alö bafj et 
tt>nen Porau$ae&e; unb eS alfo ofterö i>en «Schein &at/ als wolle et Da« 
@rücf langfamer ijaben: fo muffen Die Stccompagniften ftd^ nidpt baburd) 
oerffipren laden; fonbern baö Xempo feft palten, unb nidjt nachgeben: 
eS wa're benn ba$ bet Qoncertift belegen ein 3«d)en gäbe. Slöibrigen* 
falls würbe man jule&t in eine ©c^lafrigfeit berfatlen. 

38. 4. 

SDennim'Sniegro ein SKitornell mit Se&jjaffigfeit gefpielet werben 
ift; fo mufj biefelk Sebfjaftigfett mit bem ?lecompagitemenf, f>U ans @n* 
be beö StucfeJ , bejtdnbig unterhalten werben. «Jflan &at ftd) gleichfalls 
n\d)t an ben (Joncertijten ju fepren, im gall er benfelben £auptfa& t>iek 
leicht canta&el unb fdpeidjelnb Vortrüge. 

39- §> 

3Benn in einem langfamen ©tücfe foldje Rom, f. Sab. XXIII. 
gig. 9. im Unifon oorfornmen ; fo fann e$ leid)t gefd)epen, bag man fid) 
wegen ber Triller ju lange aufpdlt, unb baS $citmaa$ Perrucfet. Um 
biefeSju oermeiben, mufj man eine foldKgigur, in©ebanfen, in sween 
gleiche X&eile teilen , unb unter ; bcm ^Juncte ftd> eine ©egenbewegung 
torftellen. 

40. §. 

2>ajj Die gcfdjwinbeften 9?oten in einem jeben ©tuefe von maßt- 
gern £cmpo ein wenig ungleid) gefpielet werben muffen, fo bag man 
bie anfd)lagcnben, ober |>auptnoten in einer gigur, ndmlict) bie erfte, 
britte, fünfte, unb ficknte etwas langer anhalte, als bie burcfjgepcn* 
ben, ndmliri) bie jroente, vierte, fed)fte, unb ad)tc, ift im 12. §. beS 
XI. .^auptftücfS etfldret worben: idj&abe aud) bafelbft einige 2luSnap» 
men i?on biefer Siegel bepgebrad;t; worauf id) mid) alfo pier bejie&x 



258 T>c& XVII. öauptjiutfs. VII. 3bf<bmtt. 

41. §. 

SEBenn in einem SKitornett tic (eete ftote ein fral&er Sact ifr, un& 
barauf eine $>aufe bon einem anbern falben <£acte folget; H$ ©oloaber 
erft im folgenden Sacte anfangt : fo mujj bie SnbigungSnote t>cö SHitor* 
neßö nid)t ju fürs abgebrochen werten. SBenu fcaö SXitorncll im lieber* 
fdjlage, U$ folgenbe@olo aberim5Juffd)lagebcö XacteS, mit einem neuen 
©ebanfen, eö fei) burd) ein ^Siert&eil ober 2ld)tt(jeil, anfangt; roel* 
d)e$ bie 2lccompagnijten nidjt allemal wiffen fonnen; fp t&ut ber Soncer* 
tijl wo&l, wenn er nad) ber Strenge bcö Xacteö anfängt, unb ben 3^ic» 
berfdjlag marf iret : iamit feine Unorbming entfielen möge. 

42. §. 

3Öeil ein gefdjwinbeö ©tucf bon aßen sugleidj, un& in einerlei) ®e- 
fcfywinbigfeit angefangen werben mujj: fo ifl notijig, baß einjieber bon 
feiner «Stimme ten erften Xact inö ©ebdd)tnijj faffe ; bamit er auf ben 
2lnfü{jter fefan, unb mit ijjm suglcid) iaä Xtmpo ttd)t ergreifen fönnr, 
•ßiefeS i(t befonberl in einem Drct)eftct: , ober fonjl an einem großen Or# 
te, wo baö 9lccompagnetncntja()lreid)ijl, unbbie ©pielenben bon ettt* 
«nber entfernet , nötbig. Denn weil ber £on in ber gerne fpdter geboret 
wirb, aiö in ber iftd&e; unb man ftdj alfo nid)t fo wie an einem Keinen 
Orte narf) bem ©ejjore richten fann : fo muß man , nidjt altein im 3ln* 
fange/ fonbern aud) öftere bet) weiterem Fortgänge be$ €5pielenö, fo* 
fern fid) etwa eine t leine Uuorbnung erdugnen fotlte, btö @efid)t mit 
ju J&ülfe nehmen, unb öfters auf i(ti 9Jnfüf>rer bliefen. 583er etwas bott 
ber Sßiolinebetftejjt, wirb fid) am bellen unb jtdjerjten nad) be$ 5lnfä&» 
rerö SBogenjrricfye rid)ten fönnen. konnten aber nid)t äße 2lccompagni= 
ften ben Anführer fefren, ober frören: fo jjat ftd) in biefem gaße, ein febet 
naef) feinem 9?ad)bar, Don bes 2lnfu(>rer$ ©eite frer ; ju rid;ren ; um in 
enterte« %mvo $u bleiben. 

43- $. 
SSBie lange man nad) einer Sermate, ober ©eneratyaufe, «eldje 
Jmrd) einen 93ogen, mit bem <j)uncte, ü&cr einer 9Me ober «paufe an« 
gebeutet wirb, inne galten fotle; ijt eigentlid) feine gewiffe SXegel gege-- 
6en. Sei) einem «Solo, welches nur unter im ober bre» g>erfonen ge* 
fpieletwirb, berurfad>et biefe Ungewißheit wenig §Rad)t&eih ben einem 
aa&lreidjen Slccompagnement aber , befto mefrr. 9l«<f) einer fleinen ®t\U 
le, muffen aUe ©timmen, eben fowo&l, wie eS be»;m anfange eine« ©tÄ* 
efes «rfobert wirb, jugleid) wieber mit etnanber anfangen, ©efdne&t 

biefeö 



X>on t>en pflichten allet* Zccon.pagmften überhaupt. 259 

biefeS nid)t bon allen redjt genau: fo wirb ber @ntjwecf bcrUe&errafcfyung, 
fo man ^iec nad) einer f (einen ütufje erwartet, nid)t erreichet. 3d) will 
berfud)en, eine auö ben berfd>iebenen Xactarten&ergeleiteteSXegeJ, bie 
nur an wenigen Orten eine 5luönabme leiben bürfte, feft ju fätn, un& 
&or&ufd)lagen, ndmlid): ©e» allen Sripeltacten, wie aud) im SlUabrebe* 
unb im 3wepbiertbeiU itacte pauftre matt, außer bem Sacte worüber baß 
SXu&ejeid)en ftebt , nod) etnen Sact nte&r. 3m gemeine« gcraben Sacte 
hingegen, richte man ftd) nad) ben @infd)nitten, ob fofcfje in baß 2iuffce* 
ben ober in baß 9?ieberfd)lagen b(ß Zactß fallen. 95et> btn erfh-rn fann 
man nod) einen balben ; be» ben le&tern aber nod) einen ganzen £act 
me&r paufiren: unb biefeö wirb , wit id) glaube, genug, unb ber 2lbftd)t 
itß <2omponiften gemäß fepn. <£tne allgemeine Beobachtung biefer Sie* 
gel würbe mad)en , &a0 man, um jugleicf) mit einanber wieber anfan* 
gen ju f onnen , l eines weitem SrinnernS me&r bebürfte. ©ofern bie 
germate unter ber concertirenben ©timme t-orfommt, unb ber @oncer* 
ttftbabep eine Lanier machet, weld)e er mit einem langen Qrriller enbi= 
get, fo muffen bie begleitenben Stimmen ibre «Koten nid)t ejjer berlaffen, 
biö ber Xriller geenbiget ift; ober ftc muffen biefelben sum roenigften , ben 
€nbigung btß SritlerS, nod) einmal wicbcr&Dlen. £>iefeö ift befonberö ju 
beobad)ten wenn bie ©runbnote swenerlc» 2lccorbe über ftd) \>af-, unb bie 
SXefolution burd) ben Xriller berjogert wirb, hierauf tonnen fte nod) fo 
lange paufiren, wie oben gemelbet worben. 

44- $• 

93e» €nbtgung einer ipauprcabenj, wenn baß forgenbe Xuttt im 
5?ieberfd)lage atifängt, tbun bie Slccompagniffen wo&l, wenn fte, abfon* 
fcerlid) be» ^Begleitung einer ©ingftimme ober eines 53laSmftrumentg, aui 
SDiScretton, nid)t biß jum äugerfren (Snbe be$ Xrillers wattm; fonbern 
benfelben fo ju fagen unterbrechen; unb lieber bor ber Seit, als jufpdt, in 
baß Sutti einfallen. 5)enn fuwobl einem ©dnger, al$ SMaSiuftrumenti* 
ften, Jann tß julefct leidjtlid) an 2ltbem fehlen: unb wenn biefeö gefd)a% 
$e, fo würbe baß geuer ber 5lu$fubrung baburd) unterbrochen werben, 
gditgt aber baß tütti im 5luföeben btß Sactetf, unb nod) unter bem Xril* 
leran; fo ift tß nid)t mebr eine£>iöcrerion, fonbern eine <3d)ulbigfeit, 
ben Triller ju unterbred)en. Ucbcrbaupt aber mufj man ftd) jnerbepuad) 
bem @oncerttften , unb nad) ber @t<frfe feiner 33ruft rid)ten. Einige 
edttger-unbSitftriimentiftcn, welche gute gungeu baben, fud)cn burd) 
lange Triller nad) ber (Sabenj, nod) eine befonbere Srabur ju jetgen: 

Rt 2 man 



26o T>c& XVII. 3<uiptffütfs. VII. 3bfd>mtt. 

mn barf i&nen alfo baran md)t ^inberltc^ fetw. £>a$ Unterbrechen M 
■Srißerö muß alfo in beiden fällen nicfjt e^cr gefdjc^cn, alö biö manroabr^ 
nimmt, baß ber Srtller anfangt matt &u werben, ©er 3lnfitf)rer wirb 
hierauf befonberö 3ld)tung geben: unb alfo ift audj hierbei) ber 31ccom* 
yagniften ©d)ulbigfeit, bie otogen auf »j)n ju wenben, unb ftd) mit fei* 
nem SSogenjtridje ju bereinigen. 

9lad)bem tdj nun biöjjer bon Sem Seitmaaße überhaupt gebanbelt, 
unb »aö babey ju 6eobad)ten ift, angemerkt Ijabe; fo beftnbe id) nod) 
für notjng , eine 3bee ju geben, wie man, bei) einem {eben «Stücfe inSbe* 
fonbere, baö i&m eigene Xempo ofmgefcijjr erratben fonne. & ift sroat 
biefeö Straten be$ 3eitmaaße$ nid)t eineö ber leid)teften ©inge in ber. 
Sflufif: befto nötiger aber wäre e$, belegen, fo biet aß moglid) ift, 
einige gewiffe Siegeln feft ju fe|en. 2Ber ia roei$, wie biel an bem red)* 
ten 3eitmaaße, fo ein jebeö ©türf erfobert, gelegen ift, unb wa$ für 
große fte&ter gerinne borge&en fonnen; ber wirb an biefer Sftot&wenbig* 
feit ntd)t jweifelit. £<ltte man bierinne gewiffe Regeln, unb wollte W* 
felben gebörig beobachten; fo würbe mand)e$ ©tücf, weld)eö öfters burd) 
fcaö unrechte Seitmaaß berftümmelt wirb, eine beffere $83irf ung tbun, unb 
feinem €rftnber me&r «S&re machen, atö bielmalS gefd)ie&t. gugefdjwei» 
gen U$ baburd) ein (Somponift, in 3lbwefenkit, fein berlangteS £empo, 
einem anbern ber feine @ompofttion aufführen fott, leidjier fd)riftfid) mit* 
r&eilen fönnte, S8cj> großen «JJcufifen giebt eö bie Srfajjrung, l<x$ ju 
5tnfang eines @tücf$ , nidjt allejeit baö Xempo bon einem {eben fo ge* 
faffet wirb, mt t$ fenn foK: fonbern baß juweilen wofij ein, ober meto - 
$acte borbepgeben , bebor alle mit einanber einig werben. SÖüßte ftd) 
nun ein jeber ba$ ge&orige Seitmaaß jum wenigften einiger maaßen borau* 
(teilen ; fo würben biele Unorbnungen , unb unanne[jmlid)e 5lenberungeit 
be$ ^ettmaalJeS, Ieid)t fonnen bermteben werben. Wlan würbe, wenn 
man bon jemattben ein @tücf bat fpielen boren, fid) ba$ Sempo beffelben, 
bejlo leid)ter merfen, unb H$ <3tücF, xu einer anbern 3eit, in eben bem? 
felben Xempo nad)fpielen f onnen. 50?an madje , um bon ber Siot^wen* 
bigfett foldjer gewiffe« Siegeln nod) me&r überjeuget ju werben, bte ^Jro= 
be , unb fpiele jum Srempel ein 5lbagio , ein* jwep* bre»> ober biermal 
langfamer, alö eö fet>n foll. Sfötrb man nid)t finben, t>a$ bie SDMobie 
mä) unb nad) berlofd;en , unb man enblid) nid)t$ mek alö nur ^armo* 
nifd)e Klange ^ören wirb? 23cp einem 3tllegro, welches mit befonberm 

5euec 



Von Sen pflichten aUet 2lccompagmfJen überhaupt 261 

fetter gefpielet werten foll, Witt» einem, wenn man t$ um fobiel langfa« 
mer fpielet, aW e$ fepn foll, enblid) gewig bie 2uft ,ju fdjlafen an» 
fommen. 

46. §. 

SÜ?an ift $war fdjott, feit langer geit, ein, ju gewiffer Sreffung 
be$ 3eitmaaße$, bienlid)e$ ?D?ittel auö&uftnben bemübet gewefen. Louhe 
lat in feinen Elements ou Principes de Mufique, mis dans un nouvel 
ordre &c. a Paris, 1698. ben 2lbrif? einer ?D?afd)ine, fcie er Chrono- 
metre nennet, mitgetbeilet. Set) ^a6e tiefen Wti$ nidjt tonnen ju fe&ctt 
bef ommen , unb f ann alfo meine ©ebanf en ntcfjt ballig barüber erofnen. 
3njwifd)en wirb tiefe gflafdjine bod) fd)roerlid) bon einem {eben immer 
bep ftd) gefubret werben tonnen: sugefd)weigen, taftbk faft allgemeine 
SBergeffen&eit berfelben, ta ftc, fo biel man weiö, niemanb ftd) ju Stfufjen 
gemad)t jjat, fd)on einen 93erbacf)t, wiber ijjre 3ulanslid)ft<t unb $tid)* 
tigteit, erreget. 

47- §. 

£aS Mittel wefdje£ id) jur SXicfytfdjuur be$ Seitmaaßeö am Htm 
lidjften beftnbe, ift um fo Diel bequemer, ie weniger 3D?ü6e e£ foftet,tie)Tef= 
ben babbaft su werben ; weilcS ein jeber immer bep fi'd) bat. (£$ ift 6er 
Pulefcfrlaej an ber ^anb etnea gefunben fcTIenfd)en. 3d) will 
mid) bemühen, eine 3Jnlcituiig ju geben, wie mau, wenn man ftd) nad) 
ijjm rid)tet, eine Jebe ftd) bon t>t\\ anbern befonbetö unterfdjeibenbe 2lrt 
beö Seitmaa^eö, obne große <25d)Wierigfeit falben tonne. 3d) fann mid) 
jwar nid)t ganj unb gar räumen, ber erfte ju fepn, ber auf biefeö 5)?it= 
tel gefallen wäre: fo viel ift aber aud) gewijj, ia% ftd) nod) niemaubbie 
9D?üpe gegeben IJat r b\t 2lnweubung beffelben beutlid) unb auSfübrlid) ju 
befd)reiben, unb sunt ©ebraudje ber i^igen €D?ufi6 bequem ju machen. 
3d) tbue U§ (entere alfo mit befto größerer @id)er(jeit, ba id) in 5litfe* 
bung ber £auptfad)e, wie mir nacfj&er erft befannt worben, nidjt ber 
einjige bin , ber auf biefe ®ebanten geraden ift. 

48. §. 

3dj »erlange nidjt, bafj man ein ganjeö ©tuet nad) bem <pulö* 
fdjlage abmeffen folle; benn biefeg wäre ungereimt unb unmoglii): fort* 
bern meine 3Jbftd)t gept nur babin, ju jetgen, wie man &um wenigften 
burd) jween ober bier, fed)$ ober ad)t $>ulöfd)ldge, ein jebeö 3?itmaaß, 
fo man »erlanget, faffen, unb bor fiel), eine Srfenutnü ber berfdjiebenen 
9lrten btfit\fon, erlangen, unb baber ju weiterm 9M)forfd)en stnlag 

^f 3 nehmen 



2 6a T*e& XVII. öauptfiüdfc. VII. Zbßynitt 

ae&men fönne. $<tt man fid) eine Jettlang barinne geübet: fb wirb ft'dj 
nad) unb nad) bem ©emütbe eine fold)e 3bee bon bem 3eitmaage ein« 
brucfen, bajj man tiic^t ferner nfctbig fcaben wirb, aflejeit Den ^pulöfdjlag, 
iu Statte ju sieben. 

49. $. 

@&e id> weiter geBe,muj* id) feorber tiefe UHterf^iebenen Sfrten bei 
3eitmaafje$ etwas genauer unterfuhrt. @S giebt jwar berftlben in ber 
«B^ufif fo t»ie(crlcp , baß e$ nid)t möglich fepn würbe, fle afle ju beftim* 
men. €ö giebtaber aud) gewiffe #auptarten babon, worauö bie übrigen 
hergeleitet werben tonnen. 3d) will foldje, fo w\t fte in Qoncertcn, Sri» 
unb ©olo borfommen, in bier Glaffen einteilen, unb jum ©runbe fe&en. 
©ie ftnb auö ben gemeinen geraben ober Sßierbiertbeiltaete genommen, 
unb ftnb fofgenbe: 1) öas 2Wegro affai, 2) fcas 2lÜe£retto, 
3) fcae 2lt>agio cantabik, 4) fcas 2R>agio aflat. 3u ber er* 
flen @laffe rechne id): ba$ Slllegro bi molto, ba$ ^reflo, u. f. w, 3« 
ber jwepten : baö Slllegro ma non tanto, non troppo, non prefto, mobe* 
rato. u. f. w. ©er britten Stoffe säble id) ju: baö Qantabtle, Siriofo, 
Satgbetto, «Soabe, £>olce, SJJoco anbante, Slffettuofo, ^Jompofo, SRae* 
ftofo, aKa@iciliana, Slbagiofpiritofo, u. b. g. 3tir feierten geboren: 
Slbagio pefante, Sento, Sargo affai, SSWeflo, ®rabe u. f. w. ©iefe 
SBepworter machen jwar unter ftcf> felbft wieber jebeä einigen Unter* 
fd)teb ; bod) gebt bjrfelbc mebr auf ben Slusbrucf ber £eibenfd)aften , bie 
in einem {eben ©tütfe bornebmlid) berrfd)en, als aufbcögettmaafjfelbfr. 
SÖenn man nur erfl bie borbergemelbeten bier Jjauptartcn beS Xempo 
red)t in ben @inn gefaffet bat; fo wirb man bie übrigen mit ber 3eit 
befro leidster treffen lernen : weil ber Unterfd;ieb nur ein wenige* 
betragt. 

So. §. 

3)a$ 2iUegto affai ift alfo, bon biefen bier £auptartenbeö£empo, 
U$ gefd)winbefte(*). Saß 2lUecjretto ift nod) einmal fo langfam al$ 
jeneö. ©aö 2lt>agto cantabik ift nod) einmal fo langfam als \>a$ 
Stftegretto; unb ba$ Zbagio affai nod) einmal fo langfam m batfStoa* 
$io caittabtle. 3m Slttegro affai befielen bie ^afftgien au$ <Sed)je6n* 
tbeilen ober eingefdjwinjten £riolen; unb im 2llkgretto aus Swep unb 
brepfjigtbeilen ober jroepgefdjwdnjten Stielen. 2öeil aber bie ujt an> 
geführten 9>affagien mebrentbeilS in einerlei) ®efd>winbigfeit gefpielet 
werben muffen/ fle mögen »wen* ober brepgefdjwdnjet feon : fofolgetbar= 

aui 



X)on t>en Pflichten aller Hcccmpagniften überhaupt 263 

aus, ta& bie SRoten bon einerlei ©eltung in bem einem m>cf> einmal fo 
gefdjwinbc fommen, aU in Dem antern. 3m Sfllabrebetacte, welken 
3>te 2Belfcf)en:Xempo maggiore nennen, unb welker, es fei) ba$ 3eit-- 
maag langfam ober gefcrjwinbe, aHejeit mit einem burd)ftricl)enen großen 
C angebeutet wirb, bat e$ gleite 33ewanbtniß: nur Dag alle «Koten in 
bemfelben ttod^ einmal $ gefc&winb genommen werten/ al$ im gemeinen 
geraten Sacte: baSXempo mag langfam ober gefdjwinb fepn. £>iege« 
fctjwinben ^Jaffagien im 2lKegro alfat , »erben alfo in biefer Xacrart in 
Sldjtt&eilen gefdjrteben, unb fo gefpielet alö wie bie aus ©ectyjefmt&eilen 
befre&enben «pafjagien beö SlHegro affai, im gemeinen geraten Xacte ober 
Xempo minore, u. f. w. 2ßie nun ba$ Slllegro im geraben £acte jwo 
|jauptartcn beö Xempo bat, nämlich ein gefcfywinbeö unb ein gemäßig* 
US: fo ift e$ auef) auf gleite 2lrt mit bem Xripeltacte alS: Srepbier« 
t&eil= SDrepadjtt&eil* 0ed)$ad)t6eil> 3wolfad)tt6eilracte, u. f. w, befefrafa 
fen. 3. @. 9ßenn im :Dret)t>iert&eiltacte nur 2ld)tt&eile, im £)rei>ad)t* 
t&eiltacte nur @ed)jeljtttj)eile , ober im ©ectyöadjttbeil* ober ^wolfadjt* 
t&eiftacte nur 2la)tt&eile borfommen; fo ift folcf)e$ t>a$ gefdjwinbefte Xem* 
po. ©inb aber im £>repbiert6eiltacte ©edjje&nt&eile, ober eingeföwan* 
jeteXtioIen, im JDrepadjttbeiltacte 3^9 nnb brepßigt&eile ober jwep* 
gefd)w<ht}te Sriolen; hingegen im ©ecfjgactytt&eil* unb Smolfadjtt&eil* 
taete @ed)je&ntjieile ju beftnben : fo ift foldjeö bat gemäßigte Xempo, 
weldjeö noef) einmal fo langfam gefpielet werben muß, al$ la$ borige. 
s&Jit bem 2lba9io &at ti, wenn man nur , bie ju anfange biefeö §. ange* 
beuteten ©rabe ber gangfamfeit beobachtet, unb auf bie Xactart, ob ti 
2lUabrebe= ober gemeiner Xact ift, 5ld)tjjat, in biefem ©tnefe weiter fei« 
ne anbete Scfywierigfeit. 

(•) ®aö in »origen Reiten recfjf gefdjroinb gel>en foQte , rourbe fafr noef) einmal fo 
fangfam gefpteJct a\i heutiges 'Jages. 2Bo Megro affai, ^refto, guriofb, u. b. m. 
baUt) fhmb , baö mar eben fo gefcf)rie&en , ujib rourbe faft ntcf)t gefdjroinber ge* 
fpielet, als man gütiges SageS baS Wiegretto fcfjcei&t unb ausführet. SDt'e 
t>ie(en gefcfyroinben Sftoten, in ben ^nflrumentalfh'icfen ber öorigen beutfdjen donu 
pontflen, fasert aifo biet fcfjroerer unb gefährlicher aus, als fie fiungen. 35ie 
heutigen Stanjo^n fiaben biefe Tirt ber mäßigen ©efcfyroinbigfeit in lebhaften ©ttt-- 
rfen noefj großen X|eils bet?be§a(fen. 

Ji. §♦ 

Um nun auf bie ^auptfad&e ju Fommen, na'mlicf>/ nit jebe üo« 
ben angeführten ?trten beö XacteS, bwre^ 5Sermirtelung W ^)u^fd)iage^ 

in 



264 £ee XVII öauptfiücJe. VII. Zbfd>nitt. 

in i&r gehöriges Seitmaafj gebradjt werben fann; fo tfl ju merfen: bafj 
man bor aßen >Dmgen, fo wo&l baö ju anfange beö ©tücfS gefdjriebene, 
t>a$ Seitmaafj anbeutenbe, 3Öort; alö aud) bie gefd>winbeften ffioten, 
warau£ bie ^afiagien begeben, betrauten muffe. SSBeil man nun mebr 
al$ ad)t ganj gefdfowinbe 9?oten, nid)t wobl, eö fe» mit ber ©oppeljun* 
ge, ober mit bem aSogenfrt:id)e, in ber Seit eines <}Jul$fd)lage$ ausüben 
fann, fofömmt: 

3m gemeinen geraben Xacte: 
3n einem Slflegro aftai, auf jetett batöen £act, bie Seit eines tyülä* 

fd)lageö; 

3tt einem Slßegtetto, auf ein jebeö Sßiert&eü, ein ^ulSfdjlag; 

3n einem Slbagio cantabile, auf ein jebeS $ld)ttbeil ein ^ulöfcfylag ; 

Unb in einem Slbagio atfai , auf {ebeö 3ld)ttbeil jweene ^»ul^lage. 
3m 2Illa&ret>etacte, Hmmt: 

3n einem allegro, auf {eben Xact ein <pul6fd)lag, 

3n einem ^lltegretto, auf {eben balben $act ein <j3utöfcljlag ; 

3n einem Slbagio cantabile , auf febeS ^iert&eil ein $Julgfd)Iag ; 

3n einem 5lbagio affai, auf ein j,ebe$ aSiertjjeü jweene ^ulöfdjlage. 
@3 giebt, bome&mtid) im gemeinen geraben £acre, eine 2lrt bon 
gemäßigtem 3lHegro, weldje gleidjfam jwifd>en bem Slllegro affai unb bem 
5lllegretto ba$ «Drittel ifr. @ie fommt öfters in ©ingfadjen, aud) bet) 
fold)en3nfftum«ttenbor, welche bie große ®efd)winbigfeit inben <pa|V 
jagten nid)t bertragen; unb wirb mebteni&eiS burd) ^oco allegro , Sßiba* 
ce, ober meifrentbeilS nur 5lHegro allein, angebeutet. £ier fömmt 
«uf brep 5td)tt&eile ein $>ulSfd)lag ; unb ber jwepte <pußfd)lag fallt auf 
baö bierte 2ld)ttbeil. 

3m Sroenbtertbeil* ober gefd)winben @ed)öad)tt&eiltacte, fommt 
in einem Slllegro auf einen jeben Xact ein g>ul$fd)lag. 

3n einem Slüegro im gwolfadjtt&eiltacte, wenn feine ©edjje&ntbeiie 
borfommen , treffen auf {eben $act jweene <pulgfd)ldge. 

3m Drepbiett&eiltacte , fann man, wemtbaS ©tücf allegro gebt, 
unb bie ^affagieit barinnc au$©ed)$ef)nt!)eilen über eingefdjwdnjtenSrio* 
lenbefteben, in einem Xacte, mit bem g>ulöfd)lage fein gewiffeS Sempo 
feft fe^en. ?£ÖiU man aber jweene Xacte jufammen neunten, fo gebt e$ 
an ; unb fömmt alSbenn auf ba$ erfte unb britte Sßtertbeil beö erfreu 
SactS, unb auf t>a$ jwepte Sßiert&eil be$ anbern XactS, auf iebeö ein 

$ul$= 



Von t>en Pflichten aller Zccompagniflt n überhaupt, 265 

g>ul$fd)lag; folglid) bret) ^ulöfcftldgc auf fec^ö SSiertbeile. ©leidje Q3e* 
roanbtntg bat es mit bem 3?eunad)tbciltacte. 

@owo&l im ganj gefdjwinben £)teßt>iert&eil* al$ ©renad)tt&eilractf, 
wo in btn ^affagien nur fed)ö gefd)winbe flöten, in febem Sacte, bor* 
fommen, trifft auf iet>cn $act ein ^Julöfdjlag. ^ @öbarfaberbennod)fem 
©tärf fc^tt weldjeö ^refro- fepn foll : fonfl würbe ber $act um jwo je* 
fdjroinbe 9Men ju langfam. SSBiU man aber wifFen , wie gefd)roinb Nefe 
brep SSiertbeile ober brei) Sldjttbeile in einem $>refro fepn muffen ; fo 
neunte man ba$ 3etf«taaf3 nad) bem geftywinben Swepbiert&eiltacte, all* 
wo öicr 2ld)tt&etle auf einen <pul$fd)lag fommen; unt> fpiele biefebrep 
SBiertbeile ober 2ld)ttbeile eben fo gefdjrotnbe, alö bit 8d)ttbeiie in gemel* 
betem 3roet)biertbeiltacte: allbenn werben bie gefd)roinben Sftoten/ in 
beijben oben ermähnten Xactarten, t&r ge&origeö Seitmaajj befommen, 

3n einem Slbagio cantabile im Srepbiertbeiltarte, ba bie Sßeroe« 
gung ber ©runbftimme auö 5td)ttbeilen befielt, fömmt auf ein jebeä 
2ld)tt&eil ein 'gjulgfdjlag. 93eftebt aber bie Bewegung nur au$ 'Sier* 
tbeilen, unb ber ©efang ift me&r arioS all traurig; fo fommt auf ein 
jebeö Sßierrfjeil ein ^ulöfcblag. ©od) muf? man ftd) bierinne md), fo* 
wofjl nad) ber <£onart,al$ nad) bem borgefdjrie&enen SBBorte rid)ten, 
SDenn mnn el ein 2lbagio aflai, gftefto, ober £ento ift, fo fommen 
aud) &ier «roeene ^3ul$fd)lage auf jebeö 2?iert6eil, 

3n einem 5lriofo im ©repadjtt&eiltacte, fommt auf jebeö 5(d)f* 
tbeil ein $>ulöfd)lag. 

(Sin alla ©ictliana im gnwlfadjtt&eiltacte njürb« ju langfam feon, 
wenn man xu febem 2ld)tt&eile einen ^>ulöfd)Fag ja&len wollte, ©enn 
man aber jweene 9>ul$fd)läge tn brep X0eilc tbetlet; fo lömmtfo woblauf 
baö erfte als britte 3ld)ttbeil ein gjulöfdjlag. £at man nun bie^e bre») 
9loten einget&etlet ; fo mufj man fld) nid)t weiter an bie SBeroegung bti 
$>ulfeö fe&ren; fonfi würbe bat brttte 3ld)ttf;eil ju lang werben. 

5Benn in einem gefdjroinben ©tiefe bie 9>affagien au$ lauter Xrfo« 
len befteben, unb feine jroep* ober bret>gefd)wameten gleidjen 9?oten un* 
termifd)et finb : fo fattn baffelbe, nad) belieben, etwaö gefd)h>inber aW 
ber ^3ulöfd)lag gebt/ gefpielet werben. Siefeö ift befonberö bep bem ge= 
fd)winben ©ed)öad)ttbeil* 5?eunadjtt^eil= unb Swölfadjtt&eiltacte/ ju 
beobachten. 

£1 52.§.2Ba$ 



266 Des XVII. öauptfiütf s. VII. abfcfjm'tt. 

52. §. 

SßaS id) feilet gejeiget pabe, trifft, wie fdjon oben öefetset würben, 
am genaueren unb am aUermeiftcn bei? ben SnftrumentalfKitfen, al$ 
Soncerten , Xtio unb @olo eilt, 53a$ bit Strien im italiantfdjen ®e* 
fdjmacfe anbelanget; fo ift jwar roabr, bafj faft einejebe benignen i&t 
befonbereö Xempo verlanget. <5ö fliegt bed) aber foldjee mebrentbeilö 
auö ben fcier angeftl&rten bier £>auytarten beö ßettmaage^ : unb f&mmt 
eö nur barauf an, bafj man fowobl auf ben ©inn ber SBorre, d$ auf 
bie Bewegung ber SRoten, befonberS aber ber gefdjwinbeften, 5ld)tung 
gebe : unb bafj manbep gefdjwinben SJrien, auf bie $ertigfeit unb bte <§5tim* 
jwn ber «Sänger fein 2Iugenmerf richte. €in ©dnger ber bit gefd)win* 
Jen g>affagien aUe mit ber Söruft ftofjt, fann biefelben fdjwerlid) in fol» 
d)er @efd)winbigfeit berauöbringen , alö einer ber fie nur in ber ©urgel 
marfiret; obneradjtet ber erftere bor bem le&tern, abfonberlid) angrofjen 
Orten, wegen ber ©eutlidjfeit / immer einen SSorjug bebaft. 2Bemt 
man alfo nur ein wenig Srfabrung barinne bat, unb weis, bafi ober, 
fcaupt bie meiften Strien nid)t ein fo gar gefd)winbe$ Sempo berlangen, 
ultbit Snfhrumeitfalftticfe; fo wirb man ba$ gebörige 3eitmaafj babott/ 
ebne weitere befonbere @d)wierigfeiten, treffen f onnen. 

53- §• 

sjftit einer ßirdjenmuftf bat t$ eben biefelbe $3ewanbtni{j, wit mit 
benSIrien: aufgenommen bat foroobl ber Vortrag bep ber 5lu$fu6rung, 
als bat geitmaal, wenn eö anberS firdjenmdfjig fepn foß, etwa$ ge* 
mafjigter aW im Opernftpl genommen werben mufj. 

54- §• 

3luf bie brä&er befdwiebene Sßeife nun, fann man nid&t allein febe 
tftote in ibr geborigeö Seitmaafj eintbeilen lernen ; fonbern man Eamt 
aud) babutd), ton jebem ©türfe, bat redete Xtmpo, fo wie tt ber @om» 
ponifi berlanget, mebrentbeitö erratben: wenn man nur bamit eine lait» 
je unb bielf4ltige (Srfabrung ju berfnüpfen fudjen wirb. 

55. §. 

3d) mufj nod) etlidje einwürfe im SSorauS beantworten, bie man 
wiber meine angefä&rte sjrt bat Xempo ju erratben, bielleidjt madjett 
fonnte. 5J?an tonnte einwenben, bafj ber ^utöfdjlag, weber ju einer: 
leben «Stunbe bet Sagefy nod) beo einem feben 3Kenfd>en, aUwit in einer* 
Iet> @efd)winbigfeit gebe, wie et bod) erfobert würbe, um bat %t\tmaa$ 
in ber SD?uftf richtig barnad; tu faffen, Sftan wirb fagen, baß ber <pulö 



Von fcen Pflichten aller 2fccompa#ntf?en übetfwupt. 267 

beS Borgens bor ber «Jttabljeit langfamcr , <tI6 9?ad>mittagS nad) Ut 
9)?ablseit, unb bcS 9?ad)tS nod) gefd^rombcr als 5?ad>niittaäö f^ragc : 
«tief) tag er bet> einem jur Xraurigfeit geneigten «Jttenfdjen langfamer, 
<üt ben einem heftigen unb luftigen, gejje. (SS fann fe»m tag tiefet feine 
5Xid)tigfeit (jat. ©em ungeachtet aber tonnte man aud) biefjfallS etwa« 
gcroiffeS bcflimmen. 2)?an ne^me ben 9>ulSfd>lag, wie er nad) i>er WliU 
tagSmabJjeit bis 5l6enbS , unt> jwar wie er bei) einem luftigen unb auf« 
gerdumten, bod) t>abt\) etwaö j>ifcigen unt> fludjtigen S9Jenfd)en, ober, 
wenn eS fo ju reben erlaubet ift, bep einem 2)?enfd)cn bon djolerifd)* 
fanguinifdjem Xemperamente gel;t, sunt ©runbe : fo wirb man ben red)* 
ten getroffen {jaben. Sin niebergefcljlageiter, ober trauriger, ober falt* 
finniger unb träger ^eufd), tonnte allenfalls bei) einem jebcn ©tücfc 
baS ^eitmaafj etwas lebhafter fafTen, all fein ^ulS gc&t. 3fi biefeS 
nid)t binreid)enb, fo will id) nod) was genauerS beftimmen. Wlan fe&e 
benjenigen g>u(S, weld)er in einer «Minute o&ngefäbr adjtjtgmal f$U$t, 
jur SXid)tfd)nur. 9Id)t$ig $ulSfd)läge, im gefdjwinbcften Xcmpo bcS ge* 
meinen geraben XactS, machen bierjig Sacte auS. Einige wenige ^3ulS= 
fd)ld^e mebr, ober weniger, mad)en öierbep feinen Unterfd)ieb. 3. S. 
§ünf <3)ulSfd)ldge in einer Minute me&r , ober ftinfe weniger , berldn* 
gern ober bertiirjen, in bierjig Sacten, jeben Sact um ein <Sed)5el>nt6eil. 
JDiefeS aber betragt (0 was geringes, bafj eS unmoglid) ju merfenifr. 
SÖcffen ^MSfdjlag nun in einer Minute biel mebr ober weniger @d)ldge 
madjt, alSad)tjig, ber weis, wie er fid), fowo&l in 2lnfejjung berSßer* 
minberung all ber 93ermebrung ber ©efefwinbigfeit, ju behalten bat. 
©efe^t aber aud), bafj mein borgefd)lageneS Mittel, bem allen ungead). 
tet, nid)t ganj unb gar fÄr allgemein ausgegeben werben tonnte; ob id) 
«S gleid) tfteilS burd) meinen eigenen ^3ulöfd)lag, t&eilS burd) bielfdlrige anbe= 
re groben, bie id) fomof)l ber> meiner eigenen, als Ut) frember öompofttion,un& 
jwarmitunterfd)iebenen2eutenattgefteUetpabe,beweifen wollte: fo wirb es 
b»d)batiubienen,bafj niemanb,ber fid) nad) ber angeführten sjftetbobe, bor 
(id), bon ben bicr |>autarten beS SeitmaafjeS einen Q3egrif gemacht 
tat, bon bem wa&ren Xempo eines jeben ©tücfS alljuweit abweichen 
wirb. 9ftan ffc^t [a tdglidj bor 2lugen, wie fe&r öfters baS Seitmaafj 
gemiS&anbelt wtrb; wie man nid)t feiten, eben bafjelbe @tücf balb mäßig, 
balbgefd)winb, balb nod) gefd)winber fpielet. Wlan weis, bafj an fre- 
ien Orten, m man nur auf baS ©eratjjewo|jl los fpielet, öfters aus 
einem ^refto ein 9Utegretto, unb aus einem Slbagioein 5lnbante ge* 

£1 2 madjet 



26» £ee XVII. öauptjiütfö. VII. 3bfcf)mtt. 

matyt wirb: welcpeS bod) itm Qompomftttt/ welcher nidyt allejeit au* 
gegen fepn fann , jum grbgtcn ?T?ad>tt>eitc gereichet. <JS ift jur @nüge 
befannt, bajj wenn ein ©tücf ein* ober mebrmal nad) einander wieberpo* 
let wirb/ abfonberlid) wenn eS ein gefdjwinbeS, j. <£. ein Slllegro aus 
einem @oncert , ober einer ©infonie, ift, bajj man batJelbe, um bte 3u* 
porer nid)t einjufd)l4fern,, jum jweptenmale etwas gefdjwinber fpielet, 
als baS erfremal. ©cfd)dpe tiefeö nid)t; fo würben bie Sufjörer glauben, 
baS ©tücf fep nod) nid)t ju @nbe. 2Birb eS aber in einem etwas gefd)win= 
bern <£empo wiebcr&olet / fb befornrnt baS ©tücf baburd) ein lebhafteres, 
unb, fojufagen, ein neues ober frembeS 5lnfepen ; weldjeö l>ie 3uporer 
in tint neue Slufmerffamfett berfc^et. ©ereidjt nun biefe ©ewupnpeit 
bem @tücPe nid)t jum 9?ad)tfjeile ; jumal ta fte bep guten unb mittel* 
mdjjigen SluSfüprew pergebrad)t ift, unb bep bepben gleid) gute 5Bir* 
fang tout: fo warte eS aud) nidjt fd)4blid) fepn, wenn allenfalls ein 
trauriger 2ftenfd), ber 9J?ifd)ung feines 93luteS gemfä / ein ©tücf jwat 
magig gefepwinber, nur aber gut fpielete; unb ein fluchtiger sjflenfd) ndlj* 
me eS mit meprerer ßebpaftigfeit. 3m übrigen aber, wofern« jemanb 
nod) ein leid)tcreS, richtigeres, unb bequemeres Mittel baS 3^'tmaaf 
ja erlernen, unb ju treffen, auSftnben tonnte; fo würbe er wopl tpun, 
wenn er nid}t f4umete, eS ber 5Belt befannt ju machen. 

56. §. 
3d) will bie 2lrt, baS Xempo nad) Anleitung beS ^ulSfcpfogeS ju 
treffen, nod) auf bie fran$c>ftf*d)e iansmuftf, bon roeldjer id) aud) etwa« 
lupanbeln für notpigftnbe, anjuwenben fud)cn. £)icfe 5lrt ber sSflufif 
beftept meprentJjeilS auSgewijfen eparafteren; ein jeber ©parafter aber 
erfobert fein eigenes Xempo : weil biefe 5lrt bon sjftuftf nid)t fo wiUfüpr* 
lid) alS bie italianifdje , fonbern fepr eingefdjranfet ift. ginnten nun 
fowoplbie'Jctiijer, alSbaS Ord)efter, allejeit einerlep $empo faffen ; fo 
würben fte bieleS SSerbrufTeS überboben fepn fonnen. & ift befannt, bafj 
bie meiften Xänjer wenig ober nid)ts bon ber Sfliufif berftejjen , unb oft* 
mafS ba$ ted)tt 3ätmaa$ felbfr nid)t wiffen ; fonbern ftd) mebrentbeilS 
nur nad) ber Raffung, in welcher fte fiepen, ober nad) if;rcn Gräften rid)* 
ten. Sie @ifaprung ufcet aud), ia% bie $«njer, bep ben groben, 
wenn fold)e beS Borgens gefdjepen, bafie nod) nüd)tern ftnb, unb mit 
faltem SBlute tanjen, feiten baS 3etrmaaf3 fo lebpaft bcrlangen, als beo 
ber 9luSfüprung, weld)e orbent(id)er 5öcife beS 5lbenbS bor ftd) gc^t; 
la fte benn , tpeiis wegen ber guten üftaprung bie fte bprper ju ftd) ge« 

twm« 



X>on t»en pflichten aller 2tccompagnt|Ien überhaupt. 269 

nommen fcabcn, t&eil$ wegen 3J?enge bcr 3ufc6auer , unb auö€&r§ei$, 
in ein größer geuer geraten , «lö bep ber ^robe. .i>ierburd) fonnen fle 
nun leid)tlid) bie ©id)erj>eit in benftnieen berlieren; unb wenn fieeine 
©arabanbe ober Souretanjen, wo biöweilen nur ein gebeugtes $nie Ita 
ganjen Körper allein tragen muß, fo fd)eint u)nen baö Sempo oftmals 
ju langfam ju fepn. 3 u S*f4)weigen, baö biefranjöftfdje Sanjmufif, wenn 
fold)e jwifdjen einer guten italtanifdjen Oper geboret wirb, fefcr abfallt, 
mager fltngt, unb nid)t bie 3Birfung tjjut, alö in einer Somöbie, wo 
man nid)tö anberö bagegen fröret, ©eSwegen entjtebt oftma&lS biel ©trett 
jwifd)en ben $<f nsern unb bem Drd)e|ter: weil bie erftern glauben, ba$ 
bie ledern entweber nid)t im rechten Sempo fpieleten, ober ibre gflu* 
ftf nid)t fo gut au$fm)reten, als W italidnifdje. @$ ift &war nid)t 
juläugnen, t>a$ bie franjofifd)e ^anjmuftl nid)t fo leid)t ju fpielen ift, 
als ftd) 9ftandxr einbilbet, unb bat ber Vortrag ftd) bon ber italia'ntfd)en 
3lrt fe&r untetfd)eiben muß , fo fern er jcbem @&araf tere gemäß fc»>n foll. 
SDie £anjmuftf muß meprent&eilö ernftpaft, mit einem fd)weren , iodS) 
furjen unbfd)arfen, mebr abgefegten alö gefd)leiften 33ogenftrid)e, ge* 
fpielet werben, ©aö 3ättlid)e unb @antable ftnbet barinne nur feiten 
ftatt. ©te punetirten 9?oten werben fd)wer, bie barauf folgenben aber 
fe&r fürs unb fdjarf gefpielet. 15ie gefdjroinben ©tücfe muffen luftig, 
pupfenb, bebenb, mit einem ganjfurjen, unb immer burd) einen 2)rucf 
marfirten 33ogenfrtid)e, borgetragen werben: bamit man ben Xänjer be* 
fta'nbig bebe unb sunt «Springen anreije; bem 3ufd)auer aber, ba$, wai 
ber Saliner borftellen will, begreiflief) unb fühlbar mad>e. Denn ber 
$anj wirfet obne SSftuftf: tUn fobiel, <iU eine gemalete ©peife. 

57. $. 
2Bie nun auf bie SXtd)tigfeit be$ geitmaaßeS 6et) allen 2lrten ber 
sjftufif biel anfommt : fo muß baffeloe aud) bep ber 3:anjmufif auf ba$ ge= 
nauefte beobad)tet werben. SMe Xdnjer jjaben ftd) nid)t nur mit bem ®e* 
bore, fonbern aud) mit ifrren gußen unb ^eibeöberoegungen barnad) ju 
richten: unb alfo ift leid)t ju erachten, wie unangene&m eö ibneu fallen 
müfie/ wenn baö Drd)ejter in einem ©tiicfe balb (angfatner, balb ge* 
fd)Winber fpielet. @ie muffen tfrten <janjen Körper an(tmtgen, befon= 
fccrö wenn fteftd) in po&e Sprunge einladen: bie SBilligfctt erfobert alfo, 
baß ftd) ba$ Ordjefler, fo biel alö mögltd) ift, nad) ifrnen bequeme; wel= 
d)eö aud) leid)t gefdjeben E«mt, wenn man nur bann unb wann auf bau 
Jtteberfallen ber Süße 5ld)tung giebt. 

£1 3 58.§.€ö 



2 7 o Des XVII. öaupttfüif &, VII. 3bfd>mtt. 

58. §. 

@3 wurte 5" weitlauftig fetjn, alle öbaraftere, fo im Xanjen bor* 
fommen tonnen, ju befcfyreiben , unt ibr ^eitmaag ju bemerfen. 3d) 
will alfö nur etliche wenige anfüjjren / <m$ welchen tie übrigen leid)t wer* 
fcen ju begreifen fcpn. 

SSBenn bte 5Belfd>en, im geraten Sacte, turd) taö grogc C fo ipn 
andeutet, einen $5ttid) mad)tn ; fo jeigetfold)er, wie begannt, Jen 211* 
labrebetact an. SDte granjofen bedienen ftd^ tiefer <£actart ju betfd)iete* 
tien @&arafteren, aU : Sourreen, Qntmn, 9\igautonS, ©abotten, 
!Dvont*au$, u. f. w. (Sie fcfyreiben aber anftatt teö turd)ftrid)enen C eine 
grDfse 2- weld)e ebenfalls bedeutet/ tajjbie '-Koten nod) einmalfo gefcf)n>tnb gc* 
fpielet »erben muffen, als fünft» 3n tiefer Xactart foroobJ, als im 5)cep; 
t>iertbciltacte , bebtet Soure, «Sarabanbe, Qourante, unt Gbaconne, 
muffen tie 2ld)ttbeile, fo auf punetirte 'jßiertbeile folgen, nidjt nad) ibrer 
eigentlichen ©eltung , fontern febr t urj unt fd>arf gefpielet werten. Sie 
sflrtt mit tem ^Juncte wirt mit %id)trucf marftret, unt unter tem 
^Juncte ter 23ogen abgefegt. €ben fo berfdbrt man mit allen puncto* 
ten %>ten, wenn eö anberS tie 3at leitet: untfoferne nad) einem $)un= 
cteoter einer ^aufe trei; oter mebr trepgefd)wdnste 9?otcn folgen; fo 
werten fold)e, befonterö in langfamen ©tücfen, nid)t allemal nad) ibrer 
©einmg, fontern am äufjerften Snte ter ibnen befrimmeten Seit, unt 
in ter größten ©efdjroinbigfeit gefpielet; wie foldjeS in Dubertüren, €n- 
treen , unt gurten öftere borlömmt. <£ö mufj aber jete Don tiefen ge* 
fd)minten Sftoten ibren befontern SSogenftrid) bekommen : unt ftubet ta$ 
©djleifen wenig ftatt» 

£>ie £ntxee,> tie£oure, unt tie Courante, werten prad)tig 
gefpielet; unt ter Sogen wirt Dct) jebem Söiertbeile, es fei) mit oter obne 
g>unct, abgefegt. Stuf fetcS 93iertbeil fommt ein <pulSfd)fog. 

Sine £3arabant>e bat eben tiefelbe Bewegung; wirt aber mit 
einem etwas annebmlid)ern Vortrage gefpielet. 

€ine Clwconne wirt gleichfalls prächtig gefpielet, (Sin $klS* 
fd)lag nimmt tabei) jweene Sßiertbeile ein. 

@me paffecatlk tft ter borigen gleid); wirt aber faft ein wenig 
gefdjwmter gefpielet, 

dine tTCufette wirt febr fdrnieidjelut borgetragen. 5tuf jeteS 
^iertbeil im SDremnertbeiltacte, oter auf jeteS 5ld)ttbeil im £>repad)t* 
tbeiltacte fommt ein ^>ulSfd)lag. SSiSweilen wirt ft'e nad) te? g>banta* 

fep 



Von fcen Pflichten alle* ^ccompagniffai überhaupt, 271 

fep ber 1&nw fo gefd)winb öemacf>t/ bafi nur auf jeben $act ein $ul& 
ftfjlag fömmf. 

£ine ^urie roirbmit bielemgeuer gefpielet. 2iuf jweene S8iertj>ei(e 
fommt ein ^>uJöfc^>Iag; eö ftp im geraben ober im 2)rei)biertbeiltacte; fo 
ferne im lefctern awepgefc^wanjte ?>ti>tett borfommen. 

üjine 23oniree unb ein ^Vtgauton werben luftig, unb mit einem 
furjen unb teilten 33ogenftrict)e auögefu&ret. 5luf feben Xact fommt 
ein ^3itXöfct>la3. 

eine ©aootte ijt bem SXigwuboK fajt gfeief); wirb aber bod> im 
Sempo um ctroaß gemd&iger. 

gtit Äonfc>cau wirb etwaö gelajTen gefpielet ; unb fommt ofmge« 
fafrr auf jweene 'Sßiert&eile ein ^ulSfcfylag; eö fep im Slllabrebe* ober im 
£>repbiertpeiltacte. 

SDie (Biqut unb Caoarie (jaben einerlei) Xempo. SSBenn ft'e im 
©ecf;$ad)ttbeiltacte fte&e», fommt auf jeben Xact ein ^ulSfdjlag. ©ie 
©ique wirb mit cütem furjen unb leisten 33ogenftrid)e, bie @anarie, 
welche tmmer auö punetirten 9coten beftebt, aper, mit einem furjen unb 
fefjarfen SSogenftridje gefpielet. 

©in tUcnuct fpiele man bebenb , unb mar! ire bie SSiertfieile mit 
einem etwaö fdjweren, bod) furjen S3ogenjtrid)e; auf jweene Sßiertfeetle 
fommt ein ^ulöfcfjlag. 

@in paflTepteb wirb tbeilS etwas leichter , tbeilS etwas gefd)win* 
ber gefpielet, als ber borige. £ierinne gefä)ie&teö oft; bafj jweene Xacte 
in einen gefdn-ieben, unb über bie mittele Vlott jweene @trid)e gefe§t 
werben; f. $;«b. XXUI. ^ig. 10. im jwei)ten £acte. Einige lafieu biefe 
jweene Sacte bon einanber abgefonberr, unb fd?reiben/ anjlatt be$ S5iere 
tfieilS mit ben@frid>en, jweene 2ld)ttbeile/ mit einem baruber fadenben 
SSogen: bett $acttfrtd) aber fefjen fie bajwifdjen. 3m ©vielen werben 
biefe 9Men auf einerlei) 2lrt gemacht, nämlid)/ bie jweene Sßiertfreile 
furj, unb mit abgefegtem 58ogen; unbjwar in bem Xempo alt* wenn eö 
JörctWiertjJeiltact wäre. 

€in Cambourin wirb mt eine23ourree ober Dvtgaubon gefpielet; 
nur ein wenig gefdjwinber. 

(Sin fcHarfcf) wirb ernftbtft gefpielet. SBenn berfelbe im 2lUaote* 
be*ober S3ourreentacte gefegt ift; fo fommeu auf jeben <Sact jweene 
ymjd)\i$t, u. f. w. 

59. fS» 



*7» 



De« XVII. öaupttfüdfc. vil. abfd>mtt. 



59. §. 
3tt einem itali4nifd)en Uecttattü , bindet ftd) ber ®Jnger nid^t 
oHemal an baä Seitmaafj, fönten» i)at bie grewjjeit, ba« wa« er bortra* 
gen foll, n«d) eigenem ®utbeftnben, unb nadjbem e« bte SBorte erfobern, 
langfam ot>er gefcfowinb au«jubrüctan SBetm mmbtebeglettenben ©tim* 
men babet) ein 9lccompagnement bon &altenben 9?oten au«itufü&ren $abtn ; 
\o muffen fte ben @<fnger met)rnad)bem ©eböre, unb mit £>i«cretton, 
al« nad) t>em Xacte, accompagniren. 95efrej)t afcer ba$ Siceompagne* 
ment au« ?Röten Die tn ba« Seitmaog eingrtbeilet werben muffen : fo ifl 
hingegen ber ©änger öerbunben, ftdE> nad) ben bcgleitenbtn Stimmen ju 
richten. Söiöweüen wirb ba« Slccompagnement Unterröcken, fo, bafj 
ber Sänget bennod) 3rem)eit befommt, nad) SfBiöruiJt ju recitiren ; unb 
bie begleitenben ©timmen fallen nur bann unb wann ein , nämlid) 
ben ben €infct)nitten, wenn ber ©<fnget eine ^etiobe geenbtget bat 
Aier muffen bie Slccompagnijten nietet »arten, tu« ber ©4nger biegte 
<St)lbe au«gefprod)en pat; fonbern fte muffen fd)on unter ber borgten 
ober bor&altenben 9?ote einfallen ; um bie geb&aftigfeit befranbig ju un= 
terjjalten. ©ofetn aber bie «Bioltnen anjtatt ber 9?ote im 9?teberfd)lage 
eine furje $)aufe baben, unk ber 23ajj eine Note borfdjtägt; ^0 mu§ ber* 
fclbe mit einer ©id)ert)ett unb jfraft einfallen; befonbet« &er> ben gaben* 
jen; benn pier femmt eS auf ben Söajj am meiften an. SMefet mufj über* 
pauptbe» allen @aben$enbe« t&eatralifd)en Steitatib«, e« mag ein mit 
Biotinen begleitete«, ober nur ein gemeine« fepn, feine ymo flöten, wtU 
d)e meptent&eil« au« einem faUenben duintenfprunge beftepen , unter 
ber legten ©plbe anfangen, unb ntd)t ju langfam, fonbern mit ?ebpaf* 
tigfeit anfragen, ©er ©abierift t&ut biefe« burd) ein bollfttmmige« 
SJccompagnement; ber SßtofonceUiir unb (Sontrabiofoutit aber burd} einen 
furjen ©ruef mit Um unterften <£beilebe«23ogen«; fte nueberpolen ben 
©trid), unb nehmen bepbe ftoten rücfroatt«. SBenn in einem lebhaften 
SXecitatib bie begleitenben ©timmen, be» ben ©nfdjnitten, laufenbe 
ober fonjt furje SKoten &aben, roeld)e ptaeipitant gefpieiet werben muffen: 
unb im 3?ieberfd)lage eine «paufe borber fte&ts f. Zah XX1U. %iq. u. 
fo muffen aud) f>ter bie 5lccompagniften nid)t warten , bi« ber (Sanger 
bie lefete ©plbe ballig au«gefprod)en bat; fonbern fd)on unter ber 
bor&altenben 5?ote anfangen: bamit ber feurtge Effect beflait* 
big Unterbalten »erbe. 9?id)t ju gebenden ba$ fte auf biefe Slrt 
aud) aöeaeit, jumal in einem weitläufigen Drc^ejter, genauer jufam* 

men 



Von fcm Pfli'd)teit Aller 2fccompacjm'f?eii überhaupt. 273 

men treffen werben, wenn i6nen t)ie oorle&te (gplbe it§ ©anger* jut 
5Xid)tfd)nur bienet. 

60. $. 

©iefeö ifl es nutt/ waö id) bon ben ^füdjten ber ^uöfu^wr ber 
Sttpienfrimmen abjubanbeln, für notbig ttafyttt fjabe. 9ftanfannbarau$ 
«{meinten, 1>a$ t$ ttid>t fo garleid)t fei)/ gut suaccompagniren; unbbafi 
feon einem Drdjefter, wenn eS anberö Portrefflid) fenn will, fejjr Diel ge» 
fobert werbe. j)a nun aber fo biet bon bemfelben Perlanget wirb : fu 
liegt e$ aud) wieber, ponberanbem ^cite, ben @omponifteno6, t^re 
@ompofttionen fo ein$urid)ten, ba§ ein gut Drdjefrer bamit aud)<5&« 
einlegen fönne. 9D?and)e @ompofttion ifr entweber fo trocfen, ober fo 
bijatr, ferner, unb unnatütlid), bafj auc^ baö befle Drdjefter, ungead)* 
tet aller 2ttübe, §leißeö, unb guten 3Öillen$, feine gute SBirfung bamit &er* 
Por bringen fann; unb wenn ti aud) au* ben gefd)ifteften beuten be|rün« 
be. <£$ bringt einem jebcn Qomponiften gtojjen Sßort&eil, wenn feine 
@ompofttton fo befdjaffen ift, baf5 fte aud) pon mittelmäßigen £eutenau$* 
gefü&ret werben Eann. (Sin @omponift banbelt bemitad) am Pernünftig* 
ften, wenn er fid) nad) ber gdbjgfeit eine* jeben rietet. 3(1 feine 2lr= 
beit febr gefdjiften beuten gewibmet ; fo fann er frenlid) ttma$ me{jre* 
reo wagen: fotl jie aber allgemein werben ; fo muf? er ftd) ber £'eid)tigfeit 
befleißigen. Sufonber^eit mufj er bebad)t fet)n, für bie ©anger natürlich, 
ft'ngbat, urtb weber ju pod) nod) ju tief ju fe&en; unb ibnen jum 2ltb>m= 
jjolcn, unb jur beutlidjen 3lui?fprad)e ber SßJorte, 9vaum ju lafjen. k>it 
@igenfd)aften jct>eö 3nftrumentö mufj er fid) befannt madjen ; bamit er 
nicfjt wiber bie 9?atur berfelben etwaö fd)reibe. $ür bie SMaöinflrumen* 
tebarf er nid)t gar ju frembe Tonarten wallen, worinne bie wenigflen 
geübet ftnb; unb weld)e fowoblan ber SXeinigfeit unb <Deutltd)feit be$ 
©pielenä, aU aud) überhaupt am guten Vortrage £)inbernifl berurfa* 
d)en. 2)en Unterfd)ieb jwifdjen Süpien* unb ©oloftimmen mufj er wojjl 
tttibatyttn. 3ebe» @tücf fudje er fo ju djatafteriftren, ba§ einjeber 
ia$ Xempo tabon Ieid)t erraten fönne. ©amit ber 3lu$brucf t>on allen 
auf einerlei) 2lrt gefdjeben f önne, mufj er U$ ^iano unb gorte, W Triller 
unb Sßorfd)lage, bie Söogen, ^3unete, @trid)e, unb alle* na$ über 
ober unter bie ^oten geltet, aufs genauere bejetc^nen ; nid)t aber, 
wie mandje, bie bom 25ogcnfrrid)e feine ^enntnig, ober feine 5ld)t|am* 
feit barauf baben, tbun, t>a$ ©d)leifcn ober otogen beö $8ogen$ wiü, 

%l m fübr^ 



274 DeeXVH. ^auptff. VU.Zbfön. Von t>en pfltdto tc. 

fü^rltd) Jafien: gerabe aU ob olteö auf bem Stabiere, wo man mit tera 
93ogen nid)t fdjleifen tann, aulge fügtet werben follte. (Er mujj beSwegen 
bie @omften, mldjt in tiefem ©tücfe, bem (Jomponiften sunt 9?ad)tj)et' 
Je, entwebet au$ Unwiffenjmt, ober au$ 9tad)läfjigfeit, öfters bie grofjten 
Sedier begeben, baju anhalten, tag fte alleö, fo roie er es borgefd)rtebett 
$a,t, aufö genauere nad)fd)reiben; ba§ fte bie Äopfe ber 9?oten nid)t 
awetfel^aft/ fonbern red>t mitten auf bte Sinien ober 3wifd)enräume fe* 
fen; bafj fte bie Ouer(frid)e beutlid) machen, unb bie Jhnim red)t beut* 
Jid) augjie&en ; bafjfie alleö übrige, was ber Somponifr angemerkt 5at r 
eben fo, unb an biefelben Orte fcinfc|en, wie e$ in ber Partitur fte^t, 
abfonberltd) ia$ Sorte unb ^iano, unb bie 93ogen über ben 9toten; ba$ 
fic nid)t glauben, e$ gelte gletd; biel, ob über jwo, bret), »ier, ober 
mebr bieten (in Söügen ftebe , ober gar feiner : weld)e$ lad) ben <Sinn 
beö Gomponiften fe&r fceränbern ober vernichten fann; baß fte aud) ben 
ber ©ingmufif bie 2Borte red)t kfeii/ unbbeutltd) unb richtig abfdjrew 
Ben. (SnMjd) muf? bie $anb beö @omcontften leferlid), unb feine «Schreib* 
ort beutlid; fepn, bamit (\e feiner befonbern Srflarung not&ig fabe. 93er* 
Ijält fid) nun ein eomponift in allen (Stüden auf fold)e SBeife; fo fcat et 
oud) tin ${td)t, bon ben 3lugfüfjrern einen folgen Vortrag, wie id) i&n 
j>ier ber Sänge nad) befdjrieben (jabe , ju fobern : unb ba$ Drdjejtet 
wirb fo wo&l itym, all er bem Drdjejter, tyxt machen. 



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Sag xviii. £a»ptfM 

SBie ein SSftijif itf un& eine $?tifif $u teur^et 

Im fep, 
i. $. 

jg ö tfl wo&l feine 3ßiffenfd)ttft jebermanng ttrt&eile fo fc5r utttcr^ 
werfen/ al$ bie «Wufif. @$ frfjeittt aU o& md^tö leistet; wäre, 
aJg biefel&e ju feeurt&eilen. 9?id)t nur ein (et>er Sftufttuö, fo«/ 
bern aud) ein Jeber ber ftd) für einen üiefe&a&er berfetöen auggie&t, wiH 
jugleid) für einen 9iid)tet beffen, wöö er jwret, angefef-en fepn. 

2. §. 
«Sflan Begnüget ftd) nid)t allemal, wenn tin jeber bon benen, welche 
fid) &6ren laffcn , baö, roaö in feinen 5vra'ftcn fre&f, Derber ju Bringen 
pemü&et ift: fonbern man verlanget oftmals mepr ju {wen, aU man 
fci&fl: niemals ju poren gewohnt gewefen ifl. ©ingen ober fpielen in einer 
SSerfammlung nidjt alle in gleicher 'äMfommenpeit: fo leget man oft« 
malS nur einem allen Sßorjug foy, unb palt alle anbern für gering ; o&ne 
ju bebenfett, bafj ber eine in biefer , ber anbere in jener 2irt, j. £. einer 
im 3lbagio, ber anbere im Sillegro, feine Sßerbienfie Mafien tonne. ?D?an 
erwagt nidjt, bafj btc 2lnne|)mlid)feit ber 3J?ufif, nid)t in ber ®leid)&eit 
»ber 3lepnlid)feit, fonbern in ber 93erfd)iebenpeit feefte&e. SBenn t$möp 
lid> w4re, bafj alle Sonfünftler, in gteid)«r @ta'rfe, unb in gleichem 
©efdjmatf e fingen ober fpielen tonnten ; fo würbe, wegen Mangels einer 
angenehmen 9lbwed)felung, ber größte Sjjeil be$ 2>ergnügen$ anber5J?u* 
fif nid)t empfunben werben. 

3. §• 
SDftm richtet fid) feiten nad) feiner eigenen Smpftnbung; wcldjeöbod) 
wd) Uö fid)erf!e wäre: fonbern man tff nur gleid) Begierig ju ferneren, 

9ttm 2 n>eld)er 



276 Dae XVIII. öauptjMtf . VOie ein ttTuftf uö 

welcher bon benen, bic ba fingen ober fpielen, ber ftdrf fte fei) : gleid) al£ ob 
«I möglich wate, bie Sßiffcnfc^aft t»crfrf)tcDcncc ^erfonen auf einmal ju 
überfeben, unb ab&umeffen ; wie etwan gcwifTc ©inge, bienuri&ren 3Bert& 
unb SBorjug auf t)ec 2Bagfd)aale erhalten, ©em nun, ber auf foldje 
3lrt für ben fl4cfflett ausgegeben wirb, boret man allein ju. Sin, öfters 
mit gleiß, bon ibm nadjlaßig genug auögefü&rteS, nod) barju nidjt feiten 
fe(>r fd)led)te$ ©tücf , wirb als ein SEBunberwerf auSpofaunet : ta binge* 
gen ein anberer, be^ feinem möglichen Steige, mit welchem er einauS* 
erlefeneS <5tücf auöjufübren fid) bemübet, faum einiger 3lugenblicfe bou 
Slufmerffamfeit gewürbiget wirb. 

4. $. 

«Jttan gönnet feiten einen *5flufiruS bie geborige Seit, feine ©ta'rfe 
ober &tymd)t ju jeigen. ?D?an bebettfet aueb nidjt, bajj ein «JttufifuS 
nid)t jeberjeit im ©tanbe ift, laß maß er berftebt boren su laffen: unb 
bafj öfters ber geringfte Umftanb ibn leid)t aus aller feiner ®elaffenbeit 
fefeen fann: laß eS folglid) bie SMigfeit erfobert, ibn mebr als einmal 
ju boren, bebor man fein Urtbeil über ibn fallen will, Sflandjer 9ftu« 
fffuö tfl berwegen; unb bat bielleid)t ein <jkar ©tücfe, worinner feine 
ganje gdbigfeit jeigen fann, unb fo ju fagen feine ganje 5Biffenfd)aft auf 
einmal auSfd)üttet : bafj man \i>n alfo ein für allemal geboret bat. @in 
anberer btngegen, ber nidjt fo bewegen ifr, unb beffen ^iffenfdjaft fid) 
aud) nid)t, wie bep jenem/ in ein ^Jaar «Stütfe einfdjränfen Idit, bat 
nid)t benfelben Söortbeil. £>enn lit meiften 3"börer übereilen fid) Icidjt 
in ber Söeurtbeilung, unb (äffen fid) burd) laß, mß fte jum erftenmale 
boren, gar ju febr einnebmen. Ratten fte aber bie ©ebulb unb bie ®ele* 
genbeit einen jeben öfter ju boren: fo würbe eS nidjt allejeit einer großen 
€infid)t brauchen; fonbern man bürfte nur obne Sßorurtbeil auf fein eige* 
neS ®efübl Sldjtung geben, unb feben, weiter in ber golge laß meifte 
Vergnügen mad)te. 

5. §. 

3n Slnfebung ber (JompofitiDn gebt eS nidjt beffer. «Üftan will nid)t 
gern für unwiffenb angefeben fenn; unb lod) füblet man wobl, bafj man 
nid)t allejeit red)t ju entfd)eiben fabig fepn mod)te. ©eSwegen pfleget 
gemeiniglid) bie erfre Srage biefe ju fep'n : bon wem laß @tücf berferti* 
getfep; um fid) mit ber 93eurtbetlung barnad) richten ju fbnnen. 3fl 
nun laß ©tücf bon einem foldjen, bem man fdjon im <8orauS feinen 95en* 
faUstwilmtt bat; fo wirb etf foöleid; obne 23ebenfen für fd)on erfläret. 

gmbet 



tint> eine tTIujtF ju beurteilen fey. 277 

gnbet ftd) aber Hi ©cgcnt^eil, ober man f;at Pielleidjt wiber bie ^cr* 
fon beö Sßerfafiertf etwaö einjuwenben: fo taugt aud)t>aS ganje ©tütf 
nid)t£. SSBoüte ftd) femanb ^icrt»Dtt jjanbgreiflid) überzeugen ; fo Durfte 
ernurjroei) Stücfe, Pon gleicher ©üte, unter anbern tarnen , t»a ber 
eine im Srebit, unbberanbere im «DftScrebit fiept, ausgegeben. SDie 
Unwiffen&eit vieler 23eurtpeiler würbe ftd) gewifj balb entberfen. 

6. §, 
^Diejenigen 3uj»8rer, weldje befd)eibener finb, unb ftd) bod) felbfl 
md)t bie <linftd)t zutrauen, eine@ad)e beurtpeilen ju fömten, nehmen 
oftmals ipre %uflu<i)t ju einem Üfluftf u$ ; unb glauben beffen Porten, 
alt einer unumfr&§lid)en «Sabrpeit. @ö ifr wapr, burd) baS Sinteren 
bietet guter ?D?ufif en r unb burd) baö Urtpeil, weld)e6 erfahrne, auf* 
rid)tige unb gelehrte $onfünftler baben fdUen, fann man einige Srfennt« 
nifj erlangen: jumal wenn man jugleid) nad) ben Urfad)en, warum t>a$ 
©tücf gut ober fd)led)t fen , fraget, £>iefeö würbe alfo eines ber gewif- 
feften Mittel fepn, um nid)t ju fehlen. Slllein ftnb benn alle bie, fo Pon 
ber fOiuftf 3Berf mad)en, aud) suglcid) «IRuftfPerfrdnbige, ober 3)iuftf= 
gelehrte? Jjpaben nid)t fo biele barunter ipre 2Biffenfd)aft nur alö ein 
•f>anbwerf erlernet? <gß fann alfo leicht gefd)e&en, ba$ man ftd) mit fet* 
»en fragen an ben unrechten wenbet , unb bau ber SDiuftfuS eben fowopl, 
alö mawr)er 2ieb&aber, auS Unwiffenbeit, au? @iferfud)t, ober aus 
Sßorurtpetl unb ©d)meid)elet) entleibet. Sin foldjer SluSfprud) gept 
benn/ wie ein Sauffeuer, gleid) weiter, unb nimmt bie Unwtfjenben, wel* 
d)e ftd) auf ein fold)eö PermepnteS Drafel berufen, bergefralt ein, bag 
enblid) ein 'äSorurtbetl barauS ttwairft, weldjeö nid)t leicht wieber auS* 
jutilgen ifr. lieber bicfeS fann aud) nid)t einmal ein jeber «JÄufifuö fa'big 
fepn, aCeS was in ber Sftufif Porfommen fann, ju beurteilen. ®aö 
©ingen erfobert feine befonbere <£infid)t. SDie SBerfdjiebenbeit ber 3n* 
flrumente tft fo gro§ ; baf; eines 59ienfd)en Gräfte unb 2ebenöjeit nid)t 
jureid)enb fet>n würben, aller ipre <£tgenfd)aften einfe&en ju lernen. 3d) 
gefdjweige fo vieler SMnge, welche man bet) richtiger Q3eurtbeilung ber 
eompofttion ju Verfielen unb ju beobachten &at. Sin ßtebbaber berSttu* 
ftf mufj alfo, epe er ftd) bem Urt&eile eines ^onfünfilerö anvertrauet, ju* 
t>or wopl prüfen, 06 berfelbe aud) wirf lief) im @tanbe fep , richtig ju ur* 
tpeilen. 33er> einem ber feine SHJiifcnfcfyaft grünblid) erlernet %oA, geftt 
man ftdjerer, alö bep einem, ber nur feinem guten Naturelle gefolget ijt: 
wiewopl ba$ leitete aud) eben nid)t ganj ju Perwerfen ifr, SSBetl aud) 

?P?m 3 nid)t 



278 DaöXVlII. öauptffütf. Wie ein tTTuftfu© 

nid>t leidet jemanb ton Effecten fo frei) ifi, t»a§ er nid)t bann unb warnt 
fogar wiber feine eiflene Srfenntnig urtfjeilen fottte: fo mufi ftd) ein Sieb* 
Jja&er ber Sftuftf aud) in biefem <£tücfe, bei) bem Uvtbeile eines Xonfünfc 
lerS, in 2ld)t nehmen. So giebt einige, netten faft n\d)t$ gefallt, alö 
roaö fte felbft gemad)et Ijaben. Sßjejje alfo allen onttern @tü(f en, fcie nid)t 
ibret berühmten §eber i&r Dafepn ju banf en fcaben. Söenn fte j[a @d)an* 
fce falber ftd) genotbiget ftnben, eine @acf)e $u loben: fo gefd)tebt t$ bod) 
wo&lmit einer folgen 2frt, woburd) fte ftd) berratben, Sag leiten taö 
?oben fd)wer falle. 3fnbere hingegen loben aßeö ofone ttnterfd)ieb : um e$ 
mit niemanben ju eerberben ; fonbern ftd) jebermann gefällig ju madjem 
SÜtandjer neu angefcenber 9J?uftfu£ &alt nid)t$ für fd)6n, alö wa$ auö feü 
ne$ SfteifterS (Jrfi'nbung gesoffen ifi. 2fland)er @omponift fuc^et feine 
@bre in lauter fremben 9ftobulationen, in bunfeln SOMobieen, u. b. gl. 
2llle$ foll be» i&m aufferorbenrltd) uttb ungewo&nlid) fepn. <Sr &at ftd) 
<md) woljl, t&cilö burd) feine übrigen wirftidjen SSerbienfte SSenfall erwor» 
Un, tbeilS aud) burd) anbere Mittel 9lnbdnger erfdjlidjen. 2Ber wollte 
biefent, unb benen bie ifen blinblingS berebren, jumut&en, etwaöfd)6n 
ju beiffen, waö nid)t mit btefer Senfart überetnftimmet? Sie 5llten 
flagen über bie melobifdjen 5tu$fd?weifungen ber Steuern, unb ik feuern 
berlad)en bat tterfene SBefen ber bitten. @ö giebt aber beffen ungeadjtet 
aud) nod) bann unb wann foldje Xonfünftier, t>k eine @adje, oöne 23or= 
urtbeil, unb nad) i&rem wabren 'jSJert&e einfeben ; biebaS, waöju loben 
ift, loben, unbbaS, wtöw bewerfen ift, betwerfen. @5oId)en 2Wu* 
ftfgele&rten fann man am ftdjcrften trauen. €tn red)tfd)affcn gelehrter 
unb gefdnfter fDJuftFuö aber, bat ftd) folglid) fe&r ju boten , baf?erau$ 
Effecten feine Ungered)tigfeit begebe; unb ftd) nid)t etwan gar ben ^Jro* 
fefjtongneib einnehmen laffe: benn fein Urtbeil fann jwar baö ridjtigfie, 
aber aud; jugleid), wegen beS liJrebitS rcorinne er ftcfot, Itö gefdl>rlid> 
fte fepn. 

7- §. 
$>a nun bie sjftuftf eine fold)e $8$iffenfd)aft ift , bie nidjt nad) eige« 
ner 'P&antafen, fonbern eben fowo&l als anbere fdjfcne 5BtfTenfd)aften, 
nad) einem, burd) gewiffe Siegeln, unb burd) biele Srfabrung unb große 
Uebung erlangten unb gereinigten guten ©efd)macfe, beurt&eilet wer« 
ben mufi; H berfenye, welcher einen anbern beurt&eilen will, wo md)t 
mebr, bod) titn fo kiel alt ber anbere berffcben follte; ba btefe <£igen- 
fdjaften bep benen, bie ftd) mit Beurteilung ber ?Wufit abgeben , feiten 

anju= 



unt> eine tHuftF 3U bemttyikn (ey. 179 

«ttiurteffett ftn"b; weit bielmebr ber grofjte $$eü bon ibnett/ fcutc^ lltiwif- 
fenbeit, S3orut*t&ciIe unbSiffecten, welche einet richtigen Söeurtbeiluno; 
febr binbertid) fmt> r beberrfdjet wirb : fotbate mannet: bielbeifer/ wenn 
er fei» Urzeit Jet) fid) kälten, unb mit mebrerer 3lufmerffamfeit juc 
fcorett wollte, wofern et anberg ttod) ©efatten an ber ?0?ufi! \>at. SBenn 
er mebr/ um ben 5lu6fiibrer/ bawo eö itid)t notbig ift, &u beurteilen/ 
als um an ber fWuftf SöergntSgen ju baben, juboret: fo beraubet er fid) 
freiwillig beö graten X&eileö ber Suft, bie er fonft babott empftttben 
fonnte. SBenn er wobl aar / el;e ber giftuftfuS fein @tticf geenbiget bat/ 
fdjon bemübet ift, feine fallen Keimungen feinen 9?ad)barn aufjubriiw 
öen/ fo fefeet er nid)t nur ben 9)?uftfuö babuttf) au$ feiner ©elaf* 
enbeit , fonbern aud) auffer ©tanb / fein @tücf mit guten £er$en &u etu 
bigen, uub feine gdbigfeit, fo wie er fonft wobl fonnte, ju seigen, 
SDenn wer witb wol;lfo unempfinblid) feptt, unb gelaffeit bleiben Hmtn, 
wenn man fytt unb ba, bet) ben 3ubörern/ mißfälliger seinen gewabt 
wirb ? 35er unjeitige Sßeurtbciler «6er ftebt immer in ©efabr / gegen 
<ntbere, bie nid)t feiner «DJcpnung fiitb/ unb biclleidjt mebr alö er berfte< 
ben, feine Unwilfenbeit ju berratben; unb bat alfo bon feinem Urtbeile 
feinen Sftu&en ju geroartett. sjftan !ann bierauS fcMfifktt, wie fd)w«c 
tß bollenbs fet)/ baß 2Jmt eineg muftfalifcfyen $unftrid;terö über jtd)&u 
itebmett/ unb bemfelben mit <£i>nn borjufteben. 

8. $. 

S3et) ber muftfalifd)en 93eurtbeilung/ wennfie attberö ber Vernunft 
unb ber SBilligfeit genta'fc ftyn foll, bat man allezeit bornebmJid)aufbret)er» 
let) @tucfe fein 5lugenmerf ju richten, na'mlid): auf baß ©tücf felbfij 
Auf ben 2lu$fw)rer beflfelben ; unb auf bie Ruberer. <Sine fd)öite @ompo* 
fttion fann burd) eine fd)led)te 21u$fübrung berftümmelt werben; eine 
td)led)te @ompofttion aber benimmt bettt 2lu3fübrer feinen Sßort&eil: 
folglid; muß man erft unterfud^en , ob ber 9lu$fü&rer über bie @omvofu 
f ion an ber guten ober fd)led)ten Sß&rfung fdmlb fet). 31t %tfebung bet 
3ubörer fömmt, fo wie in Slnfebting btß «Jftufifuö, febrbielcö axifbit ber* 
fd)icbenen 0emdtblbefd)flffen&eiten berfelben an. gftandjer liebet baß 
^Jrddnige unb Sebfjafte; mancher baö Xraurige unb Sieffmnige; man- 
d)er baö 3artlid)e unb £ uftige; fo wit einen jeben feine Neigungen lenfen. 
ü)Iand)er beftfjt mebrere @rEenntuiß/ bie bingegen einem anbern wieber 
feblet. «J)?an ift nid)t allemal glcid) aufgera'umt/ wenn man ein ober 
«nbereä ©titcf baß erftemal ^öret. & Um fcfterS flefdjeben, tag unö 

^eute 



280 Brte XVIII. öauptjftitf. XOie ein tHujlfuö 

Beute ein @tücf gefallt/ weldjeö wir morgen, wenn wir uns in einet an* 

Dem Raffung be$ ©emütBeö fiejünben, faum ausfielen fonnen: unb im 

©egentBeile fann un$ Beute ein ©Nicf juwiber fei;n, woran wir morgen 

Diele ©cfyon&eiten entbecfen. €$ fann ein ©tücf gut gefegt fepn, un& 

gut auögefüBret werben/ <i gef4Ut beffen ungeachtet nidjt einem {eben. 

ein fd)led)teg ©tue? mit einer mittelmäßigen SluöfüBrung fann bieten 

mißfallen ; bod) fann eö aud) wteber nodj einige gtcb&abcr ftnben. £>er 

Ort wo eine 5ftufif aufgefüpret Witt, fann ber richtigen Beurteilung 

feBr biete ^inberniffe in t>en SSJeg legen. !D?an Boret j. @. eine unb eben 

biefelBe sjftufif Beute in ber yicftt, unb morgen ttom SBeiten. 93et)bema* 

le wirb man einen Unterfdjieb ba&ep Bemerfen. 2Bir fonnen ein @tficf, 

tat für einen weitläufigen Ort/ unb für ein jajjlreitfjeö Drdjejler be= 

ftimmetifl/ am gehörigen Orte auffuhren Boren. £ö wirb unö unge* 

mein gefallen. £6ren wir aoer baffel&e @tücf ein anbermal in einem 

3immer/ mit einer fd)wad>en Begleitung bon 3n<lrumenten , bielleidjt 

aud) bon anbern ^erfonen auSfüBren : eö wirb tit £älfte feiner @d)6n» 

Beit berloBren B«t>««- @in @tücf U$ un$ in ber Kammer faft BejauBert 

Batte; famt unö Bingegen, wenn man eö auf bemX&eater Boren foHte/ 

faum meBr fenntlid) fet)n. SBoßte man ein im franjofifd)en @efd)macfe 

gefefceteS langfameö @tücf , fo wie ein italidnifdjeS 3lbagio , mit bielen 

roillfüBrtidjeti panieren auöjieren; wollte man Bingegen ein italianifdje« 

Slbagio fein er&ar unb trccfeit, mit fronen lieBItcBen Xrillern, im fran* 

jöfifd)en ©efd)macfe, ausführen: fo würbe baöerjftre ganj unfenntBar 

werben ; baö ledere Bingegen würbe feBr platt unb mager flingen ; unb 

Be^be würben folglid) weber ben gtanjofen nod) ben 3talidnern gefallen. 

€ö mufj alfo ein jebeö ©tücf in feiner geBörigen 2lrt gefpielet werben: unb 

wenn biefeö nid)t gefd)ieBt ; fo ftnbet aud) feine Beurt&eilung ftatt. ®tfät 

aud)/ baji ein tebe6@tücf in biefenbepben5lrten/nad)bemiBm eigenen ©e= 

fcfjmacfe gefpielet würbe :fo fann bod)baöfranj6ftfd)ebon feinem Staltdner, 

unb ba$itali<faifd)ebon feinem granjofen Beurteilet werben; weil fte&epbe 

bon^orurtBeilen für iBr 2anb,unb für iBre 9?ationalmuftf eingenommen finb. 

9- §. 
3d) glaube , bafj mir nun ein jeber einräumen wirb , bafj ju rtdjti* 
ger unb Billiger SSeurtBeitung eines mufifalifdjen ©tücf ö, nidjt wenigem* 
fid)t, fonbern faft ber Böd)fte @rab ber mufifalifdjen 3Öij[enfd)afterfobert 
werbe; bafj weit meBr baju geBöre, alö nurfelbjt etwas fingen ober fpielen 
jufi'nnen; ba6 man folglid), wenn man fceurtBeilen wiß, forgfättigum 

iit 



unfc eine tTTuftf ju beurteilen fey. 281 

bie Sfenntnifi betjemgen Siegeln bemübet fepn muffe, welcJjebieSSentunff, 
ber gute ©efdjmacf, unbbie ßunfr an bie .fjanb geben. €ö wirb mir 
weiter hoffentlich niemanb obfrreiten »ollen/ bafi, weil nidpt ein jeber, 
ber ftcf> boc^ nid)t feiten ju einem 33eurrbei(er ber 9D?uftf aufwirft, mit 
tiefet (Srfenntnijj auSgeruftet ift, folglich baburd) ber «Jftufif , ben £on* 
funfrlern, unb ben ßieb&abem ber 'Sflufif, weldje baburd) in einer befWit« 
bigen Ungewifj&ett erhalten werben, srogcr 9?ad)t&eil erwadpfen muffe. 

10. §. 

3d) will mid) fcemü&en, bie bornebrnften <£igenfd)aften eines tteö« 
fommenen Sonfünftlerö, unb einer woblgcfe&cten «Ittufif , burd) gewiffe 
«Kerf maale fennbar su machen: bamit fowobl Xonffinftler, alö£iebba« 
ber ber 5J?ufif, jum wenigften eine Anleitung baben mögen, nad) welcher 
ftei&re58eurtbeitungen aufteilen, unb welchem 3Jcuftfu$, ober weldjemmufw 
Ealifd)en ©tiefe fte i&ren 23e»fall mit Steckte gefan t innen. €in jeber, ber 
beurteilen will, fucfyebaffelbebaber) immer o&ne^ßorurt&etle, obneSlffecten, 
unb hingegen mit 33itligfeitjuunterne^men.?9?ange^«bebutfamunbüberei*. 
leftd) nid)t, sjftanfe&eaufbie©ad)e felbfr, unb loffe ftd) nidjtburd) gewiffe 
SJebenbinge, bie gar nid)t baju gehören, blenben: j. du. ob einer bon tio 
fer ober jener Nation fet>; ob er in fremben ganbern gewefen fepobernid)t; 
ob er ftd) bon einem berühmten «Pfeiffer einen @d)olaren nenne; ob er bep 
einem großen, ober Keinen |>erw, ober bep gar feüum in SDienjren fte« 
jje; ob er einen mufifalifdjen @barafter, ober feinen fabt; ob er Sreunb 
ober geinb , jung ober alt fen ; u. f. w. Ueberfcaur-t wirb bie 95illigf eit 
nid)t leid)t überfcfjritten werben, wenn man, anfratt bon einem sjftufifutf, 
ober bon einem @tücfe jufagen: es tauget ntd)te, nurfagen wollte: 
c& gefallt mir ntcf)t. £)a$ leerere bet ein jeber 9ttad)t ju fagen: 
weil man niemanben jwtngen fann, bafj i&meine @ad)e gefallen muffe. 
JDaö erfkre aber follte ma» billig nur ben wirflid)en SWuftfberfk'nbigen, 
weldje allenfalls ben @runb ibre$ UrtbeilS ju beweifen fd)ulbig finb, allein 
überlaffen. 

11. §. 

SSon einem guten @>dnger wirb erfobert : bafj tt &aur-rf<fd)Iid) 
eine gute, belle, reine, unb bon ber Xtefe biö in bie $ö(je burdjge&enbS 
egale Stimme babe, weld)e obne ii( p auö ber Waft unb ber ©urgel ober 
bem £alfe (gola) entfotingenben Hauptfehler, unb weber jjeifdjer nod) 
bumpftd) fen, JDie Stimme unb ber ©ebraud) ber SSBorte ifr bat einji» 
ge/ woburd) bie ©a'nger bor ben Snftrumenttfien einen 'SJorjug erlangen. 

9?n <£$ 



282 Etae XVIU. ^auptjKttf. VOietinXnu\ifm 

& witt fetner etfütett : tag ein guter «ganger tag hälfet mittet SSrufl* 
(limine fo &u bercini^ctt wiffe, tamit man ntd)t bemerfen fonne, wo Die 
leite aufbotet, utfi ta$ erfhre anfangt; tag et ein gutes ®ebor, unt 
eine reine Sntonation |»abe, um ade Xöne in i&ren SßetbdttmfTen rein an» 
geben ju f onnen ; tag er baö fragen ter (Stimme/ (il portamento di voce) 
unt tie Haltungen auf einer langen 9?ote, (le mefle di voce) auf eine 
«ngenebme 2frt ju machen wifie; tag er folglid) tabep eine geftigfeit unt 
©idjetbeit tet ©timme beft&e, unt nid)t, bep einer nur mdgig lange« 
Sluöbaltung/ entwetet tamit anfange ju jtttern, ober aber, wenn er tett 
2on bewarfen will, ten angenehmen ^lang einer gWenfdjeHfttmme/ iit 
taö unangenefmte Äreifdjcn einer DJobryfeife bemäntele: weldjcö abfon* 
tetlid) einigen jur @efd)winbigfeit aufgelegten (gangem md)t feiten be* 
gegnet. 33on einem guten ©dnget wirt weiter erfotett: tag er einen 
guten drillet fdjlage, ter md)t meefert, aud) weter w l<in$(am, tiod) 
ju gefdjwint ift; tag er tie gehörige 5Beite beS Xrilterö mobl beobad)ter 
unt unterfrfjcibe, ob terfclbe auö ganjen oter balbcn Xonen befielen folle. 
©in guter ©anger mug ferner : eine gute 3Iu£fpradje baben. SDic 50or- 
te mug er beutlid) vortragen , unt tie Qdb{tlaükt a c unt o in tett 
gjaflagien nidjt auf einerlei) 3Jrt auSfpredjen,, unt unberftäntlid) madjett. 
SBenn er über einem Selbftlauter eine Lanier madjet, mug man im» 
mer bis jum <£nbe, tenfelben, unt feinen antern ©elbftlauter mit tat* 
unter bernebmen. 2Jud) bepm 5luöfpred)en ter SBorter mug er ftd) 6ü? 
ttn, tie ©elbfftauter mit einanter ju berwed^feln / unt etwan tag 
c in a unt taö o in u ju bemänteln ; tamit er md)t i. (g. im Staliani» 
fd)en etwan genital anftatt genital* augfrrcebe, unttiejenigen, weldje 
tie @pracr)e berfte&cn , jum fadjen ferieite. SSen tem i mit u tarf 
tie Stimme nid>t abfallen : über tiefen bebten ©elbftlautern tarf man in 
ter Xiefe feine weitläufigen , unt in ter £ö$e gar feine Sanieren ma= 
d)en. (Sin guter Sänget mug eine ^etttgfcit im 9?otenlefen unt int 
Xreffen (jaben , unt tie Regeln beS ©eneralbaffeS berffeben. £>ie Zone 
in ter |>öf;e tarf er weter mit einem barten 2lnfd)lage, nod) mit einem 
heftigen |>aud)e ter 33ruft auStrücfcn; nod) weniger aber berauö beulen : 
als woturd) tie 5lmmit(> ftd) in eine 23tutalttdt berwanbelt. 2Bo tie 
«Sorte erfobern gewiffe ßcttenfdjaften auöjubrmfen, mug er tie (Stirn* 
me ju red)ter Qtit, töd) obne 5lffectation / ju ergeben unt ju magigen 
widert. 3n einem traurigen ©tuefe tarf er nid)t fo biele Stiller unt lau* 
fente Gameten anbringen, alö in einem cantabtm unt luftigen : tentt 

f>ier* 



unt> eine iTCuftf $u beurteilen fcy. 285 

fcierburd) Wirt» oftmals ine <Sd)6nbeit ber «DMobie berbunfelt unb ber* 
nietet. (Sr muß bielmebr ein Slbagio rübrenb, auöbrücfenb, fdfomei* 
djclnb, anmutig, an einanber bangenb, unterhalten, mit 2id)t un& 
©Ratten, fo wd&i burd) baö «piano unb Sorte, <ü$ burd) einen, ben Söorten 
unb ber sjftelobie gemäßen , bernünftigen 3ufa& ber Sanieren, fingen, 
£>aö SlUegro muß er lebhaft/ brillant, unb mit £eid)tigfeit auöfäbren. 
SDte <pafiagien muß er runb beraub bringen, fold)e and) Weber gar ju 
fcart ftoßen, nod) auf eine Iabme unb faule 2lrt pfeifen. Sßon ber 
Siefe bis in tit £6(je muß er feine Stimme xu ma'ßigen , unb baben 
jrolfd)en Sfjeater unb Kammer, aud)jwifd)en einem ftarfen unb fdjtoa« 
d)en 2Jcompagnement, einen Unterfdueb ju machen willen: bamit ftd> 
baö ©ingett in ben (joben Xönen nicf>t in ein @d)repen berwanbele. 3m 
3eitmaaßemufjerftd)er fem»/ unb nid)t biöroeilen eilen, biörocilen unb 
abfouberlid) in ben ^affagien, j&gem. £>en SJtbem muß er ju regtet 
geir, unb gefdjwinb nepmen. <&oUtt i&m aud) berfelbe etwa$ fauer ju neb* 
men werben; fo muß er fold)c$bod), fo biel mogHd), au Verbergen fu* 
djen; burdjauö aber nid)t fid) baburd) aus bem Sacte bringen laden» 
Snblid) muß er ba$, waö er bon Elidierungen jufe&et, auö fid) felbft, 
unb nidjr, wie bie «Keiften, aI$ein<})aoagep, burd) baö ©ebor bon an= 
Sern ju erlernen fudjen. Sin ©opranift unb $enorijt fönnen fid) weit* 
läuftiger in bie Dosierungen einladen, alö ein 5lttift unb SSafftfr. Sie 
bepben ledern fleibct eine eble Einfalt, baö Xragen ber ©timme, unb 
ber ©ebraud) ber 93rujtjhmme biel beffer, aß bie iußerfte^öbe, unb 
ber überffüiTige 3uf«& b»" Sanieren. @d)te ©änger baben bitfetm aüm 
Seiten alö eine SXegel angcfe&en, unb auSgeubet. 

12. §. 
Sinben fid) nun alle iitft bier angefübrten möglichen guten ©gen* 
fdjaften bep einem (ganger bepfammen: jb fann man breifl fagen, iaü 
er nid)t allein febr gut finge, unb im tarnen eineö SSirtuofen mit 9\ed)= 
te berbiene; fonbern aud)/ baß er bei) nabe ein SBunber ber Sftatur fep. 
@3 foHte unb f onnte jwar ein feber / ber ben 9?abmen eineö auöne&men* 
ben (ganger^ mit SXedjte ,Jbren will, auf tit oben befd)riebene SGSeffe 
befepaffen fcpn: allein fo feiten man einen mit allen Xugenben jugleid) 
auögejierten Sftenfdjen ftnbet; eben fö feiten ftnbet man einen mit allen 
tiefen Sßorjügen jufammen prangenben ©ä*nger. Wlan fann beöwcgen 
beo biefen, nid)t fo, wie bep ben 3n|!rumentijlen, mit ber SSeurtpeilung 
nad; ber ©trenge berfa&ttn: fonbern man muß fid; bielmebr begnügen, 

2'n2 ivenn 



284 3D<*9 XVIII. gauptßiitf. Wie ein ittufiruö 

wenn man, neben berfd)iet>enen Sfla'ngeln, nur einige Don Den oben erjd'ble-- 
ten guten ^auvteigenfdjaften tet) einem (ganger antrifft : um i&m Den 
gewöhnlichen Xitel eineö Sßirtuofen ntd)t ju Derfagen. 

13. $. 

Um einen Jnjirumenttfren beurteilen ju fonnen, wirb erfoDerr, 
Dafj man, bor allen 'btngen, Die Sigenfdjaften, unD Die Damit berfnüpften 
©djwierigfciten DerSnftrumente berfte&e: Damit man nicht Daö @d)we* 
re für leid)t, unD Das geilte für jdjwer &alte. 93iele £>inge, fo auf 
einigen Snffrumenten fd)wer, unD oftmals unmöglich ftnb, ge&en 
hingegen auf anDern ganj leicht an. (ES fann Deswegen nidjt ein jeDer 
3nftcumenti(l bon eines anDern feinen «BerDienjten ein Urteil fallen ; 
wofern er nid)t eben Daffelbe Snftrument fpielet. @r wirD fonfl meü* 
rentjKils nur Das , was ibm auf feinem Snfirumente fcfywer borf ommr, 
an Dem anberu bewunbern; unD hingegen DaS, waS i{jm felbfl leid)t fallt, 
Den Dem anDern für nid)ts palten, sjftan betrachte aber nur einmal Den 
Unterfdjteb, Der ft'dj jwifdjen gewiffen Snftrumenten, weldjcDod) ineini* 
gen @fitien einauDer äfmltd) finD , bejinDet, 9ftan erwäge j. <£. Den 
UnterfdjieD hwiföm einer Sßioltne unD 23iole D'amour ; $wifd)en Der 
53ratfd)e, Dem 'iSiotoncetl , Der SMola Da ©amba, unD Dem kontra* 
biolon; jwifcfyen Dem £)oboe unD Dem 93affon; jwifd)en Der £aufe, Der 
Xbeorbe, unD Dem SOianDolin ; jwifdjcn Der $löte rraberftere unD Der 
glotcabec; $mifd)en Der Xrcmpete unD Dem SBalbbonie ; jwifd;en Dem 
glabtdjorb, Dem Slabicpmbal, Dem ^Manoforte, unD Der Drgef. *film 
wirD ftnDen, Dag, ungeachtet Der 2lebnlid)feit Die ftd) ba*wtfd)en beftnbet, 
Dod) ein j :beS, auf eine befonDere unD ijjm eigene Slrt, traettret werben 
muffe, 'ißte fiel groget mi'§ nun Der Unterfd)ieD beS XractamcntS bep 
Denen Snjtrumenten fenn, Die gar feine 5le&nltd)feit mit einanDer j)aben. 

14. $. 

UmbiefeS ju fceweifen, will id) nur jwei) Snjrrumentc- gegen cinan* 
Der anfügen; woraus man jjinldnglicf) wirD abnehmen tonnen/ wie ein 
jebeS 3njtrument fowo&l feine befonDere £eid)tigfett al? ©riwierigfeit &a< 
be. £>ie, weld)e id) &ier jum 93enfpiele nehme, ftnb Die Coline, unb 
Die glotc tra'jerfiere. 3luf Der Violine finD Die £arpeggten, uirt Die ge* 
irodjenen ^.iffagien ganj leid)t; auf Der %lott hingegen ftnb ft'e nid)tnur 
fei;r.fd)wer, fonDern fogar tneiftent&eilS unbrauchbar: weilte» Der erfrett 
oft nuc D;r %>om allein ; bei) Der legtern aber Singer, 3unae, unb J?*vpen ju s 
«.leid), in einerlei gertigfeit, au wirfen Gaben. 5luf Der Violine fann man 

Diele 



unfc eine ttfuftF 311 bewtl>eilen fey, 285 

biele ^afiagien , burd) bie Xranöpojftioit bon einem Jone sunt anbern, 
auf- ober unterwarf, bim kr Xufe btö in bie «ugerfte |)&!je, mit eben 
benfelben gingern, ohne <2 djwtertgfeit fpielen ; wenn man nur tue fjanb 
babep berfeeet, f. }>.(£. Sab. XXIII. gtg, 12: auf ber glore fjingegen 
muß man bep einer jcben XranSpofttion anbere ginger nehmen. 3n 
mannen Xonarten geben fie gar nid)t an. 28enn ein Sßiolimft nur einen 
einzigen guten Ringer J 1 »" Xriüer bat; fo fann er, burd) Sßerfciisung ber 
#anb, bep bem Xrtlltr bie übrigen Singer bermeiben: ein glötenifr fanit 
feinen Ringer bernteib?n, fonbern muf mit aßen gingern ben Xrillet 
egal ju fcplagen fdbig fepn. Sluf ber Violine fann man ben Xon , wenn 
man aud) in (auger 3 e 't w 'd)t gefpielet parte , bod) immer beraub brin= 
gen: auf ber glöte btngegen barf man, wegen beS Slnfa$eg, niept etlicpe 
Xage ausfegen, wenn ber Xon nid)t barunter leiben foU: ju gefdjweigcn, 
laß eine wibrige SfBitterung, .Kalte ober |)ige, aud) gewiffe ©peifen 
unb ®etra;ife, bie Sippen leidet auger (gtanb fefjen; fo bafi man wenig 
ober gar nidjtö fpielen fann. £>er 23ogcnftrid) auf ber Violine, unb 
ber3'Jnge«)toMuf ber giere, tbuneinerlep SSBirfung: ber erfrere aber 
ift leiepter ju erlangen alö ber leitete. 50er aSiolinift ft'nbet bep ber 
2Serfd)it:ben(jeit ber d)romatifd)en Xonarten, fie mögen mir $reujen ober 
b gefdjsieben werben, wenn aud) beren gleid) Diele borfommen, wenig 
©cpwierigfeit; ber glotenift aber bejro mepr. SBenn ber «Biolinifr ein 
gutes mufifalifd)eö @cbör bat, unb bie 93erba'ltnit7e ber Xone berftebt; 
fo fann er fein Snjlrument , o&ne fonberlid)e Sftübe, rein fpielen. Söcnn 
«ber gleid) ber glorenifr baffelbe ©ebor aud) befifjet; fo bleiben ibm bod), 
in 3tnfebung beö SKeinfpieienS , nod) große ©djwierigfeiren übrig. SJJaf» 
fagien in ber rfußerfren |)6be ju fpielen, t(r auf ber Sßioluie m$ aUgc? 
meineö: auf ber %löt« aber, foroobl wegen ber ginger, al$ wegen US 
Stnfa^eö , eine befonbere ©eltenjjeit. SDod) giebt e$ im@?genrf)eileaud) 
wieber einige ©a'nge, bie auf ber 93ioline fa(t nid)t perauö ju bringen, 
«uf ber glöte aber leidjt ftnb; 5. <?. gebrochene 3lccorbe, in welchen 
Sprünge in bie falfcpe Quinte unb in bie übermäßige D-uarteborFontmen; 
©prünge weldje bie £)ecime überfretgen,unb in berOefcproinbigfeitoftcrS 
wieberpolet werben, u. b. m. f. Xab. XXIII. gig. 13. unb 14. <3uUte 
nun ein 93ioIini|t einen gloteniften, ober biefer jenen beurtpeileu; unb 
bepbe berftünben nur bie @igenfd)aften bon iprem eigenen Snfrrumente: 
fo würben fte, wenn fie aud) gleid) bepbe einen (joben ©rab ber mufifa= 
lifd;en S©i(fenfd)aft «langet p4tten f jwar bon bem ©efdjmacfe unb ber 

3^« 3 Qin^ 



* 



286 £<*9 XVIII.ö«uptjludf. XOit ein muftfi» 

@inftd)t in bie 3Ruftf, feineSroegeä aber im ben Sßerbienften, bie ein febet 
auf feinem Snjtrumente pdite, ein ridjtigeä Urtpeil fallen fonnen, 

15. $. 
2Ba8 alfo allen fcenen, ^i* eine einfielt in tte gE>?«ftf ^aBett , an einem 
Snfrrumentiften jufammen ju beurteilen übrig bleibt, beftept nur infolge« 
allgemeinen £>ing<n, t>ie tic meinen Snfrrumentiften mit einanber ge 
mein taten. Sie SSeurtbeitet f&imen 5ld)tung geben: ob ber Snflru* 
mentifl fein Snftrument rein fpiele, unb einen guten £on j>eraugjubrin< 
gen »ifie; ob er bat Snffrument mit gehöriger ©elafienjjeit unb 2ln* 
BtutHpiele/ ober ob er es auf eine raufd)enbe 5irt im "Jone übertreibe; 
ob er einen guten 23ogenirrid) ober Sungenftoß , aud) Settigfeit in ben 
gingern, unb egale gute XtiUer pabe; ob er im geitmaafje fidjerfep, 
eber ob er bie ^paffagien welche ipm ferner fallen , langfamer, unb bie 
kickten gefdm>inber fpiele, folglich ia§ (gtuef nid)t fo ettt>ige wie er eö 
angefangen pat, unb ipm bie Slccompagniften belegen nachgeben mm> 
f«n; ob er ein jebetf @tucf tu feinem gehörigen Seitntaafse ju Riefen roiffe, 
ober ob eratteäroaS Qillegro bei£t in einerlei) ©efdjroinbigfeit fpiele; ob 
fein ©pielen nur auö ©d)n>ierigf etten , ober aud) sugleid) auö Santa* 
fcelm befrepe; ob er nur SSerounberung ju erroetfen, ober aud) xu gefal* 
Icn unb su rühren fud)e; ob er auSbrücfenb ober faltftnnig fpiele; ob fein 
Sßottrag beutlid) fep ; ob" er baburd) einer fc^Ied^tcn Sompofttion aufju* 
Reifen, unb fie ju berbeffern roiffe, ober üb er burd) aUjubieleö Fünfteln 
unb 'iBer&ieben ber Sftoten eine gute ©adjeberbunfele, unblen @efan§ 
unbegreiflich madje; roeldjeS leitete man am bellen benterfen faun, wenn 
man baffelbe, ©tuet bon mejjr al$ einer $>erfon augfüpren boret. SSflan 
beobachte ferner: ob ein Snjtrumentift Ui Slllegro mit gebjjaftigfeit un& 
■gertigteit, nett, reinlid), unbbie ^ajTagien barinne runb unb beutlid) 
fpiele; ober ob er bie 9ioten nur «berrufd)ele, unb wobl gar einige 
auSlaff«; ob er baö 2ibagio unterhalten unb gesogen, ober ober eötro« 
efen unb ylatt fpiele; ob er ein jebeS Slbagio mit folgen Sanieren aud* 
jujieren »iffe , bie bem Effecte , unb bem <Stmf e gemdjj fmb; ob er ba 
&ep 2id)tunb @d)atten beobadjtc, cittoh er alle$ ohne ünterfd)ieb mit 
Sanieren uberbäufe, unb in einerlei) ftarbe fpiele; ob er bie |>armoni« 
feerftebe, um bie panieren barnad) einjuridjten, ober ob er nur avß bem 
©epore nad) ©utbÄnfen fpiele; ob ibm alles roaö er unternimmt geratbe, 
unb fowobl mit ber Harmonie aU mit bem 3eitmaa6e sutreffe, ober ob 
er nur auf ein ©eratjxroobl fpiele, unb eine Lanier gut anfange, aber 

fdjledjt 



n 



unb eine tHufif 31t hmvtfyeüm fe>. a87 

(d)fedjt cnbtgc, S)aö @pielen großer ©djwierigfeiten trifft man fj<fuffg, 
aud) fo gar &cp ganj jungen beuten a« : bat meifterjjafte ©viele» be$ 
WaQio aber, wcldjeö eine grünblidje. @inftd)t in t>ie Harmonie, un& 
Viele SSeurt&eilung erfobert, f?nl>ct man nur frei; geübten unb erfaprneit 
Xonfünjtlern. 5J?an unter fuc^c ferner an einem Snjtrumentifrem o& 
er in einem Vermifd)tftt, ober nur in einem 9?ationalgefd)macfe fpiele; 
»b er auö bem (Stegreife, ober nur H$ wa$ er tf ubiret pat , ju fpie* 
Jen wiffe; ob er t»ie ©e&tunft Verflepe, ober ob er fid) nur mit fremden 
©tücfcn bepelfe; ob er äße 2Jrten ton €5tücfen gut fpiele, ober nur feie* 
fettigen bie er felbft gefefcet [>at, ober bie für ipn gefegt worben finb; 
enblid) ob er be» im guborern eine beftänbige 9(ufmerffamfeit su unter* 
Balten, unb ein Verlangen i{m öfter ju 66ren ju erroeefen wiffe. 2JUe 
biefe vortpeil&afren 5?enn}eid)en, wenn ft'e fid) Sepfammen ftnben, Ver* 
bieiten £ ob , bie entgegen gefegten aber, «Jflitleiben. Sßill man roiffett 
weld)e$ Snftfument vor anbern Icid)ter 3» erlernen feg ; fo ne&me man 
ju einem nid)tganj unfid)ernÄenn}eid)en, va$ baöjenige, aufweldjent 
man Viele berü&mte tfeute jaulen famt, leidster &a erlernen fep, alö bat, 
worauf jwar aud) Viele fpielen , wenige aber glücf lid) fort! ommen. 

16. §. 

£>te Compofitiön, unb bie 2Iu6fiif>run£ einer SKuftf im (&an* 
jen rid)tig ju beurteilen, ift nod) weit fdjroerer alö ba$ Vorige. .£)ierju 
wirb nid)t nur erfobert, bo^ man einen VoHrommen guten ©efepmaef 
befi$e, unb tit Kegeln ber ©ettfunfr verfiele: fonbern man mu§ aud) 
ton ber 5lrt unb @igenfd)aft tintö jeben €5tücfe$, es fep im ©efdjmacfe 
biefer ober jener Marion, ju biefer ober jener 5lbfid)t verfertiget, eine 
hinlängliche ©nfid)t fraben; bamit man wd)t eine &ad)t mit ber anbern 
Verwirre. £)ie 5lbfid)ten, worinne jebeö ©tücf gefefcet worben, tonnen 
fe^t verfdjieben fenn; weswegen ein ©tttcf ju einer 2lbfid)t gut, ju einer 
anbern aber fd)led)t fepn fann. 

17. $. 

@in jebeö <3tücf , nadfj aßen feinen Sigenfdjaften , in$befonbere $tt 
unterfudjen, würbe pier Viel ju weitläufig fepn. 3d) mug mid) alfo 
lemüpen, j)ier nur bie Vornepmften baVon m ber $ürje ju berühren. 

18. $. 

£>ie «Sttuftf ijr entweber fSocafc ober ^nftrumentalmufif. 9?ur 
wenige ©tücfe aber finb ben ©ingftimmen aBein gewibmet; Viel' 
mept Ht bie Snflrumentalmuftl an ben meiften ©ingflücfen su« 

gleid) 



288 £>«8 XVIII. £«uptfiutf. XOie cintttuftfue 

gleid) audj ijjren S&eil, unb ifi bamit berbunben. 93et)be Arten abet 
finb nid)t «ur Äberbaupr, in i&rcn 2lbfid)ren, uub folglid) aud) in i&rer 
€inrid)tung, gar fepr t?on einanber unterfd>ict>cn : fonbern aud) jebe Uno 
tereintpeilungberfelben, ^at »icber i^trc &efDttt>erit ®efe&e, unberfobert 
ipre Gefönter« (Schreibart, ©ie ^Socalmufif ifl entweber feet täitfy, 
ober bem Xpeater, 06« tsec Kammer gewibmer. £>te Snjtrumentalrau« 
fif ftnbrt an aßen &fefen brep Orten aüd) ipren 9>ia&. 

19. $. 

!Die ftircfeenmufi? muß man auf jweperte» 2(rt betrachten, n<fm* 
lid>: als t>ie r6tntfd)fr«fcolifd)er unb atö bie prottjiantifcfre. 3n 
Der rom»fd)en Kirc&e fommen bor: fcte tneffe, t>ie Vefpetpfab 
men, fcaöCfDeumlautxwuiö, fcteBuppfalmen, t>icUc* 
quiem ot>tt @eelenmeflen, einige öpmni, fcie Wote* 
ten(*)/ t>ie (Dratoria, (fconcerte, ©infamen, pafloralen/ 
u. t>- in. 3ebeS ben tiefen ©tücfen bat wieber feine befonbern Speile in 
ftd), unb muß nad) feinem @nrjmecfe, unb nad) ftimn Söorten, eingerid> 
tetfemt: bamit nicfyt ein SKequiem ober Sftiferere einem Xe 35eum, 
ober einer 9luferjrepungSmuftf, ober in ber sjJieffe u$ flprie t>cm ©loria, 
ober ein «ERotet einet luftigen Dpernarie, «fpnlid) fep. Sin (Drato* 
rium, otier eine bramatifd) abge&anbelte geijrlidje @efdjid)te, unterfd)ei« 
bet ftd) nur mejjrenrjjeilS burd) ben Sttöalt, unb einigermaßen i>urd) 
baS SKecitatib, bon einer t&eatralifd)en ÜJtuftf. Ueberpaupt aber wirb 
in ber ^trdjenmufif ber £at{Jolifd)en mejjr 2eb&aftigfcit attjubringen 
ertaubet, als in ber $>roteflanten i&rer. ©od) finb t>tc SluSfdjroeifungen, 
bie juweilen jjierbep begangen werten, bielleidjt niemanben als ben Sont* 
ponifren bepjumefien. 

(*) X)ie loteten »on ber alten Hvt, roeldje aus wiefftimmig, unb ofpne 3nffrumen= 
te, im (EapefffV , cjeff^eren biblifd)en <£pi'üd?en, bei; benen $uwelleii bn (Jan> 
tus ftrmuö eines (E&oralgefangeS mit eingelösten ifl, befielen, fmb in ber r&« 
miftf)fatfioiifd)en $ird)e roenfg, ober gar uirf)t mef)r gebräucfjlicr;. £>ie gran-- 
äofen nennen äffe if>re ^irdjenffütfe, ufSneHnferfdj/eb: des Motets. S3on £*?=. 
ben 'Mrten ifl f)ier bie 9vebe nidit. 3n 3 ta l |en benennet man, feuriges 'S.ageö, 
eine (ateinifd>e geififidje ©olocantate, rce(d)e aus jrooen Tftrien unb jmepen 9veci= 
tatmen bejlefpt, unb fid) mit einem £af(e(uja fd)(ie(^t, unb rce(d)e unter ber 
ÖKejfe, nad) bem (Jrebo, gemeiniglid; üon einem ber befteu ©dnger gefungen 
tvirb, mit biefem SRamen. X)iefe »erjle^e icf) hjer. 

20. §, S8e^ 



unt> eine iTIuftf ju beutt^eikrt fep. 289 

20. §. 
S3ep ber *Bvtrd>efamufif ber Protejlanten fommen Ponoben er* 
jdblten ©tücfen nocf> Por: i£m <Et?ctl r>on ber triefte, nämlict) 
bas Kyrie unb bas (ßlorm, ba© tnagniftcat, baö €e3Deum, 
einige pfalmen, unb bie (Dratoria, mit welchen bie, aus bem 
profaifd)en bibltfdjen Xerte, mit untermifdjeten 2Jrien unb einigen poe. 
ttfe^en SKecitötiben / beftebenben PafTtonamujiir'en einige Sßetwanbt* 
fc^aft haften. SDaö übrige beftebt auö üflufifen über willrubrlid)e Xerte, 
bie meifrenö im (Cantatcnjlple, mit untermifcf;eten biblifd)en @prad)ett 
welche nad) 3lrt ber pfalmen auögearbeitei werben/ gefe$et ftnb. £)er 
$ert bierPon ift entweber auf bie @onn* unb gefttagöePangelien , ober 
auf getviffc befonbere Umft<fnbe, alö Xrauer* unb £rauungömuftfen, ge* 
rietet. Sie 2Int^emö ber (Snglanber werben gemeiniglich nad) 9lrt 
ber pfalmen ausgearbeitet; weil fit groütentbeilö aus biblifdjen Porten 
befteben. 

21, §. 

Uebetbaupt wirb jur 5\trd)enmuft'f, fie möge befreien worinn (ie 
wolle, eine ern|t&afte unb anbddjtige 5irtber @ompofition, unb ber 3Jutf> 
fübrung, erfobert. ©ie muf? Pom öpernftple febr uuterfdjieben fe»n. 
gtfwareju wünfdjen, bau fold)e£, um ben babep gefucfyeten Sntjwerf 
ju erreichen, allemal, befouberö Ponben @omponiften gebörig beobact)« 
tet wärbe. 23ep Q3eurtbeilung einer 3\ iräjenmuftf , welche entweber jum 
£ube be$ 2ilterböd)ften aufmuntern, ober jur 3inbad)t erweefen, ober 
jur Xraurigfeit bewegen foll, mug man 9Jd)t baben, ob bie 5lbftd)t, Pom 
anfange bi$ jum €nbe beobachtet, ber @barafter einer (eben 2irt unter* 
balten, unb md)t$, voa$ bemfelben juwtber i(r, mit eingemifdjet werben 
fep. Jpier bat ein (Jomponift ©elegenbeit, feine ©tarfe fowopi in ber 
fogenannten arbettfamen/alö m ber rübrenbenuiibeiitnebmenben «Schreib» 
art, (btefe ift aber ber bödjftc ©rab ber muftfalifdjen 2BnJenfd;afr,) 
5U jeigen. 

22. §. 

s9?an wolle nidjt glauben , t>a$ bep ber ^irdjenmufif Uuttv fo$e> 
nannte ^ebanterep Porfontmen muffe- ©ie £eibenfd;aften, ob gleid) 
ibre ©egenftänbe unterfdjieben finb, muffen bier fowobl, ja nod) forg« 
faltiger alö auf bem Sbeater, erreget werben. Sie 2inbad)t fätt ijmen 
nur biet bie ®rdn$en. €in (gomponifr, ber in ber $ird)e nid)t rubren 
fantt , wo er eingefdjranfter \\i, wirb baffelbe auf bem Sbeater, wo er 

O mebrere 



2 9 o Xtea XVI11. 3<utptjtttf. tDteetnmuftfua 

im&rete Steuert fear, gewig noef) weniger ju tfeutt bermogenb fentt. SEßet 
abet ungeachtet einiges 3wange$ fdjon ju rtibwn weiö, bon bem Fantt 
manftd), wenn er bollige gret)beit bat / nod) biel ein sjyjc^rereö berfpre* 
d)en. 5Bürbe affo wo{>l bie fd)led)te SluSfübrung ber Ätrtbcnmufifen, an 
frielen Orten, ein btnreid)enber 33emegungögrunb fem Hmun, \o gleid) 
aße Äird)enmuftfen att etwaö ungefaßtgeö ju berwerfen? 

23. §. 

£>ie t£eatr«ltf<J)e tTluftf befie&t entweber aus (Dperrt, ober 
Pafforaleii, (<Sd)äferf»ielen,) otet 3tx>tfcf)enfptclen,(3nrermesjen.) 
SDie Opern ftnb entweder wirriidje $:rauerftiele, o&er Xrauetfpiele mit 
einem froren <£nbe, welche i»cn Xragifom&hen d&nlid) finb. ObwobJ 
eine jebe ©attung ber r&eatralifd)en @täcfe tjjre eigene unb befonbere 
©cfyretbart erfobert: fa bebienen fid) bod) bie eomooniften mebtentbeitö, 
um i&ren Einfallen bollig ben 3ügel ju raffen , gerinn bieler gren&eit; 
weldje fte aber beffen ungeachtet nid)t fron ben ^3ffid>tcn , ftd) fowDbl an 
fcie SSBorte, alß an bie @igcnfd)aftett uni ben 3ufammenbrtng ber &ad)t 
iubinben, frei) fyredjen fann. 

24. §. 

583er tie ?0?ufil einer Oper grünblid) beurtbetlen will, mujj unter» 
(ucr)en : ob bie «Sinfonie entweber mit bem Sn&alte beö ganzen ©tucfeS, 
•ber mit bem erften 91cte, ober sum wenigflen mit ber erften ©ceiie einen 
SSerbalt babe, unb bie 3ubi)rer in ben Slffect, welchen bie erfie^anbluna, 
in ftd) bat, er fen jdrtlid) , ober traurig, ober luftig, ober &erotfd), ober 
wwfenb, u. b. m. ju berfeijen bermogenb fep(*). €3 iff ju beobachten t 
ob bae 9\ecitatib natürlich,, fpredjenb, ausbrticfenb, unb für bie ^dn» 
gcr weber ju tief, nod) ju bod) gefeget fep; ob bie Strien mit foldjen 9\t* 
totnetten frerfef;ett feun, tte fingenb uni auSbrücfenb finb, um bon ber 
Solge, in ber flürxe, einen S8orfd)macF ju geben; nid)t aber nad) bem 
allgemeinen ^cfylenttian ber weiften 5Ultag£componiften, wo tat 9vi= 
torneU bon einem, unb ba$ übrige bon einem anbern gemacht ju femt 
fd;cmt. Sftait gebe bet) 93eurtbeilung einer Oper ferner 5ld)t: ob bie 
Skien ftngbar fepn , unb babe» ben Hangern ©elegen&eit geben, ibre 
%tyi$hit au jeigen; obter Qompomft bie tfeibenfdjaften, fowie eö bie 
fDtaterie erfobert, auSgebrücfet, eine jebe bon ber anbern wobl unter* 
fd)iebeit, unb an tbren geborigen Ort gebracht babt; ob et einen \et>tn 
langer, bom erften biö Mim legten, obne g>artbet)lict)f eit , nad) fetner 
SXolle, ©timme/ unb gäbigfeit eingefleibet l;abe; ob et U$ ©plben»- 



imfc> eine VTCuftf ju beutttjertm fey. 29t 

maafi, fp wie eö Me ^Joefte un& Me 2luöfpradje erfobert, geborigbeo* 
bad)teti>abe, ober ob er nur, wie e$ Piele mafyn, obne «ftotb, will» 
fufcrlid) bamit »erfahren fen, u»t> suweilcn lange ©nlben in für je, unb 
furje in lange Perwanbelt jjabe: woburcfy lue SBorte nid^t nur Petitum« 
melt werben , fonbern aud) woöl gar eine anbere 33ebeutung befommen. 
JDiefen gepler ftnbet man öfters bep folgen, Don weisen man eS am we* 
nigften Permutjjen füllte. @r entftept entweberauS 9?4d)ldjjigfeit; ober 
weil bem Qomponiften nid)t gleid), in ber <£il, eine bequemere unb ben 
SBotten gemäßere 5J?elobie pat einfallen wollen; ober weil berfelbe bie 
(Spraye triefet Perjtanben pat (**). 25ep 93eurtpeilung einer Oper pat 
man weiter ju beobachten: ob ber @omponi|t bit ^infd;nitte ber 5Xebe, 
in ben Strien, unb abfonberlid) in ben SvecitatiPen wobl beobachtet habt; 
ob er ftd) bep ben 9Serfe$ungen gewiffer SBörter wopl gepiitet fyabt, ben 
S3erftanb berfelben ju Perbunfeln, ober gar baö ©egentpeil baPon ju fa 
gen; obbieSlrien, beren ^ert gewi(Te Lotionen erfobert , auSbrucf enb, 
unb fo gefe$et fepn , ba& bie ©dnger 3eit unb ®elegen&eit &aben, ibre 
5(ctionen mit ®emdd)Iid)feit anjubringeti; ob bie ©a'ttger aber aud) 
nid)tin mancher 2(rie, bie einen peftigen Effect in ftd) palt, entwebet: 
burd) alljugefd)winbeS $luSfpred)en ber Sßorte, wie ebe-bem bep ben ©eut« 
fd)en üblich war, jum «Schnattern Perleitet, ober burd) alljulange, über 
jebe @plbe gefegte, Sftoten, am lebbafteit Vortrage ber SBorte, unb an 
ber Slction gebinbert werben ; ob in bergleidjen fpred)enbeit Strien , bie 
^Jaffagien ber Singjtimme, welche gar niebt ba^tn geboren, unb bat 
geuer ber 2lction hemmen, Permieben werben. SEftan fud)e enblid) ju 
erforfd)en : ob ber @omponift, in 2lnfe&ung be$ Sufammen&angeS ber 
ganjen &atyt überhaupt, eine jebe Slrie an ibren redeten Drtgefe&et, 
unb, bamtt nid)t etliche Strien in einerlep Zone ober Xactart gleich auf 
einanber folgen mochten, bie Perfd)iebenen Zon-- uub Xactarten, ben 
«©orten gemafj, ju Petmifd)en gefud)et habt; ob erben #auptd)arafter 
beS©tucfeS, Pom anfange biö jum <2nbe unterpalten, aud) eine pro* 
portionirlid)« £4nge babep beobachtet fyabti ob jule§t bie meiffrn 3ub> 
rer burd) bie sjftuftf gerü&ret, unb in bie tm ©djaufpiele PorgefMeten 
£eibenfd)aften Perfekt werben, ^0 bat fte enblid), mit einer SBegierbe bie 
Oper öfters ju Jjören, ben <3d)aupla& Perlaffen. $inben ftd) alle biSber 
erjd&lten guten Sigenfd)aften in einer Oper benfammen : fn l ann eine 
foldje Dper für ein «DJeijterftücf gepalten werben. 
(*) f. fiiereon mit 9Kef;rerm ben 43. §. biffos J)auptffi'icfs. 

9* s l (") Unter 



29» THid XVIII. ^auptjiutf. XOie ein fcTTuftfus 

(") Unter anbern finbet man in einer gereiften <Serenate: il triomfo d'Imeneo 
benennet , roeldje 1750. in Italien neu ifi aufgefitfjret mürben, fo mit in ben übtu 
gen ffierfen tfjreö 'QÖerfaffere, berounbernsrcüvbigc 53ei)fpiete biefe6§ef)lerö; unb 
jroar t>on ber Jeber eines ©elften, ber entroeber feiner eigenen 9J}utterfpracf# 
nid)t mädjtig ju fetjn, ober jum reenigfien auf ben Sinn ber 23i>rcer, unb auf 
beffen 2fasbrucf / gar feiten #d)t ju haben fcfyeint. 

35- §• 

93ei) Söeurt&eilung ber Strien inö befonbere aber, wirb ftd) ieffett 
uti^eac^tet bod) nod) SWanc&er betrögen fonnen: weil t>te steiften immer 
nur nad) i&rer eigenen «Smpftnbung urtbeilen, unb allein biejemgen Vitien 
für bie beften balten, welefye i&nen borjüglid) gefallen. SDie Einrichtung 
einer Dper erfobert aber, ba$ um beS 3«f<»tnmenbangeö Sei ©anjen wil= 
Ien, nicf)t alle 2irien bon gleicher 93efd)affenbeit ober ©tärfe,fonbem bon 
begebener 3lrt unb Statur feijn müffen.lbie erften bon ben reeitirenben^er* 
fönen muffen, niefyt nur in Slnfebung ber ^Joefte, fonbernaudj berSttuftf, bor 
ben le&tern einigen '»Bor $ug bebalten. Denn gleid) wie ein ©emdlbe, weldjeS 
aus lauter gleichförmigen frönen Figuren beftebt, baß 2luge nicfyt fo ein* 
nimmt unb reijet, als wenn etliche giguren bon geringerer @d)on&eit 
mit barunter borfommen : fo befommt aud) oftmals eine £>auptarie nur 
alSbenn erft ibren rechten ©laitj, wenn fit jwifdjen jwo geringere einge« 
(lobten wirb. 9?ad)bem bie ®emutbtöbefcf)affenbeiten ber Ruberer un» 
rerfdjieben ft'nb, nadjbemwirb aud) ibr ©efdjmacf an ben 5lrien unter' 
fdpieben fet)it. <£inem wirb bitfe, einem anbern jene 2lric am beften ge« 
fallen. 9>?an barf f»cf> alfo gar ntdjt wunbern , wenn bem einem baSje* 
nige gefaßt, woran ber anbere gar nidjtö angenebmeS ffnbet; unb wenn 
folglich bie ©eurtbeilung eines ©tücfeS, unb befonberS einer Dper, fo 
berfd;iebeu unb ungewiß auSfdjldgt. 

26. §. 

SBenn man eine <Singmuftf , welche ju gewiffen 3lbftcr)ten , entwe« 
ber für bie ßirc&e , ober für baS Zutatet berfertiget worben ift, unb nun 
inber Jammer aufgefübret wirb, beutt&eilen will; bat man großer 95e» 
jwtfamfeit bon notben. ©ie Umfhntbe, welche bamit an bem Orte ibrer 
Jöeftimmung berfnüpfet geroefett fmb , bie berfd)iebene 2(rt beS SBortra» 
geS unb ber 2luSfüjjrung, fowobl in Slnfebung ber «Sanger, als ber 3n» 
tf rumentiften , ingleidjen, oh man baß ganje 5Berf in feinem bollfomme* 
nen 3ufammenbange , ober nur ftücf weife etwas babon botet , tragen fo. 
wofcl ju einem guten, als ju einem fctjlcdjtcn Erfolge, febr biel bep. @tne 

5lrie 



unb eine fcHujtf ju beurteilen fey. 293 

5(rie mit 5khott, welche auf bem £&eatec einen befonbern Sinbrucf ge* 
macpet bat, wirb in ber Kammer bep SBeitem nid)t fo gefallen/ aK auf 
bem Xbeater: benn bier mangelt ctncö ber wefentlicpen ©tücfe berfelben,, 
ndmlicp bie 2letion , unt> bie bamit berbunbenen Urfadjen berfelben : e$ 
wäre benn/ bafj man burcp <2riitnerung biefer Dinge/ fidj nod) eine leb* 
pafte SßDrfMung babon ju machen wägte. @ine anbete 3lrie bingegen, 
bereu 2Borte eben nid)tö befonberö auöbrücfen, bie aber iod) einen ge* 
fälligen, unb für ben ©änger bortbeilbaften ©efang in ftcppat, aud) 
bon bemfelbenauf eine gute 2Jrt borgetragen wirb, ijtberm&genb, lit 
borcrwd&nteSlrie, in ber Kammer, ju unterbrücfen, unb bep ben 3"* 
Worein einen SOorjug ju erbalten. Jjbierbep fann man nun wopl fagen, 
bajj bic Irrere mebr alö bie ecfrere gefalle; nidjt aber bafj fte beöwegen 
Keffer fep. Denn bep ben Slrien mufj man nid)t fowobl auf ben ©efang 
allein, als bielmebraud) aufbieSBorte, unb berfelben SluSbrucf febtn. 
(Sine 3lne mit jtarfer 2lction muß über biefeö mebr fprecpenb alö fmgenb 
fepn, unb erfobert folglid) einen guten ©anger ber jugleid) ein guter 
Sicteur ifr; wie nid)t weniger a\id) einen erfabrenen (jomponiften. 

27. $. 
9Birb aber eine ©erenate ober Cantate auöbrücflidj für bie 
Kammer gefegt: fo pfleget biefer .ftammerfrpl fo wobl bom5?irepen; al$ 
bom Xbeatralftple unterfepieben ju werben. Der llnterfd)ieb beftebr bar* 
inne, bafj ber .ßammerfrpl mebr ßebbaftigfeit unb grep&eit ber ®eban* 
fen erfobert, alö ber Äirdpenftpl; unb weil feine 2lction babep ftatt ftn* 
Itt, mebr Aufarbeitung unb 5tunft erlaubet, als ber Xbeatralftpl, ©ie 
tTIafc>rigale, welche, naep 2lrt ber ^Jfalmen, mit bielen ©ingfrim« 
nten, me&rent&eilS obne Snftrumente, arbeitfam autfgefübrte ©ing» 
ftücfe ftnb, fyabtn and) in ber Kammer i&ren ^Jlae. 9?id)tweniger ge* 
boren pier&er tue Duetten unb €«$etten otwe Öfnjfrumente, unb 
bie ©olocantaten. 

28. $. 

SBenn man eine Jnffrumcntaimujif red)t beurteilen wiH; 
mujj man niept nur bon ben Sigenfcpaften eineä jeben ©rücfi, welcpeö 
babep borfommt, fonbern aud) bon ben Snftrumenten feJbft, wie fepon 
oben gefaget worben, eine genaue Jvenntnijj baben. & fann ein @tücf, 
an unb für ft'dj, fowobl bem guten ©efepmaef e f al$ bett Regeln ber Gorn* 
pofttiön gemdfj , unb alfo gut gcfe|et fepn ; bem Snftrumente aber juwi* 
ber laufen. 3m ©egentbeile fann ein Stücf bem Snffrumente jwar ge* 

Do 3 mdf, 



294 Xtoa XVIII ^auptfiütf . XOie ein fcttuftFua 

wtdg, an fid) felbft aber ttic^tö nfi&e feon. SDie @ingmuftf bat gewiffe 
•öortbeile, Deren tte Sntfrumentamtuftt entbefjren muf. 23eo jener ge= 
retten He SSBorte, unD Die 5Kenfd)enjtimme, Den eumponiften, fowo&l 
in Oinfebung Der ©rftnbun«, als Der SluSnabme, junt größten SBortbeile. 
JDte <£rfa&rung giebt biefeS banbgreiflid) ; wenn man Slrien, in grman* 
gelung Der Sftenfcfjenftimme, auf einem Snjtrumente fpielen fwret, £>ie 
Snjtrumentalmuftf foö o&ne ©orte, unD o(jne *D?enfcfjenfiimmen , eben 
fowo&l gewiffe Seibenfcfyaften auöbräcfen , unD Die 3u^6rer auö eine in 
Die anDere berfefcen , alö Die SSoealmuftf. ©ott aber titftS geborig be* 
werfffrlliget werben, fo Dürfen, um Den Mangel Der Söorte unD Der 
gftenfdjenjtimme ju erfefcen, weDer Der eomponift, npd) Der 3luöfübret 
fcolierne Seelen baben, 

29. $. 

>Die bornebrnflen ©fücfe Der SnftrmwentaJmuftf, wobei) Die S5ing* 
ftimmen nid)t$ ju t&un baben, finb: Das dornen, Die (Duücrtüce, 
Die ©tnfonte, DaS (Duatuor, Daö Crio, unD Das @>olo. Unter 
Diefen giebt e$ immer jweperlep Slrten, DcS SoncertS, Des "Srio, unb 
DeS ©Olo. 9D?att bat Conccrti grofli , unD Concerti da camera. £)te 
Srio ftnD entroeDer, wie man fagt, $wU\ttt, ober galant. €ben fo 
berbdlt es fid) mit Den ©olo. 

30. $• 

£>ie ^oncerten baben ipren Urfprung pen Den 3tali<fnem. Hotel 
U fpU Die erjten gemacht baben. €in Ccmcerto guofib beffc&t aus einer 
93ermifd)ung berfrf)iebener «oncertirenber 3nffrumente, alfwo immet 
jwep pDer mehrere Snjtrumente, Deren Sluja&l ftd) juroeüen wo&l auf 
a^tunD nod; Drüber erjtredet, mit einanDer concertiren. SSet) einem 
Rammeixoncm hingegen befinbet fid) nur ein einjigeS comertirenbtf 
3njtrument. 

31. $• 

©ie (Sigenfdjaften'eineS (Loncettogtoffb «rfobern, in einem jebett 
ea^e beffelben: 1) ein prddjtigeS Svitornell jum anfange, weld>e$ me&t 
barmonifd) alSmel»bifd), mebr ernftpaft als fdjerj&aft, unD mit Unifo« 
bermifdjetfe»; 2) eine gefdjifte "Bermifdjung ber 3?ad)abmungen in ben 
cpncertirenDen (Stimmen; fo baj» baö Q&r baib Durd) Diefe/ balD Durdj 
jene Snjtrumente, unbermutbet überraget werbe. 3) ©iefe 2lad)ab* 
mungen muffen au$ furjen unD gefälligen ©ebanfen begeben. 4) £>a$ 
«SriÜante muß mit Dem ©d)meid>elnDen immer abwrd)feln. 5) ©ie mit* 

telften 



unO eine tTTuftf $u beurteilen fey. 295 

teljlen Xuttifafce muffen Im gefaffet feijn. 6) ©ie SJbwedfjfelungen bet 
conccrtircnben Snftrumente muffen bergeflatt eingetbeilet femt, t>a0 nidjt 
eines ju biel, unb baS anbete su wenig gehöret werte. 7) SDann unb 
wann muf? nad) einem "Stio, ein futjeS @olo, t>on einem unb bem anbettt 
Snfkumente, mit eingepackten werten. 8) $ot bem @d)luffe mfiffen bie 
Snfttumente eine futje SJBtebetbolung btfien, fo fte 2lnfangS gebabt &a* 
ben, machen/ unb baS iegte £utti mu0 9) mit ben et&abenften unb 
ptadjtigften ©ebanfen aus bem eilten SXttornen, ftd) enbigen. ©n fol* 
d)eS @oncett erfubett tin jablteicf)eS 2lccompagnement/ einen grojjett 
Ott, eine ernft&afte SiuSfübnmg/ unb eine madige ©efdjwinbigfeit. 

32. §. 
Set Concerte mit einem concertirenben Snfttumente , ober ber 
fogenannten ftammercemeerte/ giebt eS gleichfalls $wo ©attungen. 
Einige bedangen/ fo wte baS £oncetto gtoffb, einftatfeS, he anbetn 
äbtt ein fcfjn>arf)e^ 4 2lccDmpagttement. 3Bitb fold)e$ nid)t beobachtet/ fo 
tbut webet emS nod) baS anbete feine gebötige SSöitfung. 31uS bem etften 
SXitotneü fann man abnebmen, bon was füt einet ©attuitg baS @oncett 
feg. 2UleS waö etnft&aft, ptadjtig, unb mebt batmonifdj als melobifd) 
gefe&et/ aud) mit bielem llnifon untetmifd)et ift; wobep bie £atmonie 
ftd) ncd)t su 9ld)tt{)cilen obet Sßtett&eilen, fonbetn ju balbett obet ganjert 
Sacten btvänbett; beffen Qiccompagnement muf? jtarf btfätt werten. 
Sß3aö abet aus einet nötigen, fc^erj&aftcn , luftigen obet fingenben 
'jjflelobie 6efte&t, unb gefd)winbe SBeta'nbetungen ttt Jöarmonie madjet; 
tbut mit einem fömfy befe|eten SJccompagnement beiTete Sßirfung, all 
mit einem ftatfen. 

,33. §• 

€in ernftbafted, obet für öae ©roße gefegtes einfaches 
Concert betlanget im erffen ©aQe: 1) em prad)ttge^ unb mttal* 
len Stimmen wobl auSgeatbeiteteS ^rutneU ; 2) einen gefälligen unb 
begteiflid)en ©efang; 3) richtige 3mttattonen. 4) ©ie bellen ©eban* 
t en bcS SRitotnellS f önnen jetgliebett / unb untet obet jwtfdjen bie ©olo 
betmifdjet werten. 5) ©ie ©tunbfhmme mu§ woblfltngenb, unb baß- 
ntafig fepn. 6) gj?an mad)e nid)t mebt 2)?ictelfHmmen, alö eö lit 
£auptfHmme etlaubet: benn eö tbut oftmals beffete SSBitfung, wenn 
man bie |>auptftimmen betboppelt; als wenn man bie gftittelftimmejt 
hinein iWtngt. 7) Die Bewegungen bet ©tunbfttmme unb bet 9)?tttel* 
jiimmen bntfen bie^auptftimme/ wrtec an »bter^ebbafttgfeit betbinbetn, 

nod) 



a 9 6 Daö XVm. öauptfrutf. VOic em iTTuftrus 

nod) jte fibertauben ober unterbrucfen. 8) 3m ^ttorn«U mug man eine 
proportionirUct)« 24nge beobachten. €ö mujj baffelbe wcnigflenö au$ 
jweenen £aupttbeilen befielen. ©er xwetjte Xbeilbabon, muß, weil man 
ihn am £nbe beg ©a&e$ wieberbolet, unb bamit fc&liefjet, mit ben fc&on« 
ften unt) ptacfytigften ®ebanfen auögefleibet werben. 9) «Sofern ber 
5lnfang$gebanfe bom ÖUtornetl nidjt ftngenb, nod) jum ©0(0 bequem ge* 
nug tft : fo mug man einen neuen ©ebanfen , welcher Jenem ganj entge* 
ijenift, einfuhren/ unb mit ben SlnfangSgebanfen bergeftalt berbinben, 
b&$ man nid)t bemerfen fönne, ob fold^cö aus iftotb, ober mit gutem 
«Bebaute gegeben feg. 10) ©ie Solofaße muffen tbeilS fingenb fepn, 
t|>eilö mufj baö Sct)meid)elnbe mit brillanten, melobifcfyen, unb barmom- 
fd)eit, bem 3njrrumente aber gemahn «paffagien, untermifcfjet, aud), 
um Itö geuet bis an$ ©nbe xu unterhalten , mit furxen , lebhaften, unb 
prid)tigeu tuttifdfjen abgewedelt werben. 1 1) Die concertirenben ober 
Solofdfy: bntfett nid)t ju furj, bie mitteilten Sutti hingegen , nid)t xu 
lang fepn. 1 2) ©aS 9kcompagnement unter bem Solo mug nid)t fol« 
d)e Bewegungen haben, welche bie concertirenbe (Stimme berbunfelu 
tonnten; eS mujj oielmebr immer wed)felSweife balb aus bielen, balb aus 
wenigen Stimmen belieben: bamit tit |>auptftimme bann unb wann 
Juftbefomme, ftrf) mit mehrerer §ret)beit betbor ju tbun. ßidjt unb 
©Ratten mufl überhaupt immer Unterbalten werben. 5Benn eS bie tytf= 
fagien leiben, ober man fie foldjergeftalt xu erftnben mi$, bag tit begieß 
tenben ©tmtmen barunter etwas befaunteS aus bem SKitorttctt anbringen 
fonnen: fo tbut eS eme gute 5Birfung. 13) ffian mu(j immer eine 
ridjttge unb natürliche sjftobulation beobachten, unb Um alljufrembe 
Tonart, weldje baS ®ebör beleibigen fönnte, berühren. 14) ©aS 3J?e* 
trum , auf welches man in ber «Sefcfunft überfcaupt ein genaues 2lugen* 
merf ju rieten bat, mujj aud) hier genau UoUd)tet roetf.n. ©ie @d* 
für, ober bie @infd)nitte ber gftelobie, bütfen im gemeinen geraben "Sacte 
nidjt auf baS jwepte ober bierte 33iertbeil, unb im Xripeltacte nicht auf 
ben btitten ober fünften Xact fallen. %Ran mu$ baS Metrum, fo wie 
man eS angefangen bat, eS fei) xu ganjen ober halben Xacten, ober im 
Sripeltacte xu jween, bier, ober ad)t Xacten, xu unterhalten f«rf>en: 
weil auflerbem bte fünftltdjfte @ompo(ition mangelhaft wirb. 3m Sri* 
peltacte wirb, bep einem Slriofo, wenn in bemfelben bie ?Dleloi>ie öftere 
2lbfd)nitte leibet, bie <5dfur xu brep unb xween Xacten nad) einanber xu* 
gelaffen. 1 j) Tnt tyafiwtn barf man burd; bie Xranspofition, niefrr 

in 



unb eine HTufir* $u beurteilen fty. 297 

in einerlei) Slrt biä jum «Siel »erfolgen: man mujj bielmejjr ju rechtet 
Seit unbermerft abbredjen, unb fte berfurjen. 16) 5lm (gnbe batf matt 
fid) nid)t übereilen, ober ju furj abfdjnappen: man muß bafielbe biel* 
me&r wo&l au befeftigen fucfjen. 9J?an barf nid^t mit lauter neuen ©e* 
fcanfen frieden j man mug biefatebr bie gefälligften ©ebanfen Don bem, 
was bor&er ge&oret roorben, im legten ©olofa&e wieber&olen. i7)@nb» 
lid) mufj man im legten $utti, mit km jweoten X^etle Dom ecfleit 9?ttor= 
nell, t>aö 5iHegro, fo furj alö möglich ifr, begießen. 

34- §• 

3u bem erjten ©aije eine« prädjtige» (EoncerW, Riefen ftcf) nicfjt 
alle Saetarten. ©oU bcrfelbe leb&aft fet>n ; fo fann man ben gemeinen 
geraten $act, wo bie gefcfywinbeften 3<?oren au$ ©ecfaebnt&eileit befte« 
pen, barju nehmen; unb bie @äfur auf ben jweoten X&etl beö Xacte* 
fallen tafien. ©oll gebauter erfter "Sjjeil jugleicf) prächtig feyn : fo er* 
roäjjle man ein längeres Metrum, beffen @äfur allemal einen ganjen 
Xact einnimmt , unb nur auf ben 9?ieberfd)lag beö JactcS fallt. «Soll 
ein bergleicfyen erfter ©a& aber ernftbaft unb prächtig fepn : fo fann man, 
tnber gemeinen gtraben £actart, eine Bewegung bon madigerer ®e* 
fcfywinbigfeit , wo bie gefd)winbeften 9lottn auö 3we» unb brepfjigtbeilen 
bejleben fonnen, unb bie @dfur auf ^en jroeoten tytil beö Xacteö fallt, 
baju erwä&len. SMe jwepgeftywänjeten punetireten ftoten werben &icr 
jur ^Jracfyt beS fKttorneltö ein SBieleö beitragen. 9J?it bem Wörter 
Sldegretto / fann mau bie Bewegung beftimmen. ©iefe 5lrt ftoten fann 
man auef) im gemäßigten SlUabrebetacte treiben. %flan mufj nur ik 
SMdjttpeile in Sßiert&eile, bie @ed)jebntbeile in 2lcl)tt&cile, unb bie gwep* 
unb brenfugtpeife in <Sed)jebnt!Jeile berwanbeln. ©te (Säfur aber fann 
alSbenn allemal auf ben Anfang eineö {eben Sacteö fallen. 35er orbent* 
liefje 2lllabrebetact, befien gefcfywinbefte 9Men au$ 2l#tt&eilen befleben, 
ift wie ber Sroepbiertbeiltact anjufe&en, unb fd)ttfet fid) beöwegen bc|fcr 
jum le&ten, alö jum erflen @a$e: weil er, wenn man nid)t immer ge* 
buttben unb boUftimmig barinue arbeitet , mepr ©efäHtgeö alö ^räc^ti« 
geö auöbrüif et. ©er Xripeltact wirb uber&aupt wenig jum erften @a&e 
gebrauchet: eö wäre itnn ber Srepbiertbeiltact/ mit ©ecfy&ebntbeilen 
üermifrfjet; wobep W Bewegungen ber 9Jfitteljtimmen unb ber ©runb* 
jtintme aus Slc^ttbeilen beftunben/ unb bie Harmonie fic^ me&rentjjeüS 
nur $u ganjen Xacten änberte. 

ty p 35. $• Tu* 



W Dae XVIIL öauptfiütf. XOit ein muftfue 

35. §. 

SDa$ 2&aö»0 mufj fid) Äber&aupt, im mufifaltfd)ett SXeimgefcaube, 
in ber Sactart, unb in ber Tonart, uom erften 5lUegro unterfcf>eit)ett. 
@e(jt t»aö 2iUegro auö «inet ber grögern £o»arten, j. (?. anö bem@bur: 
(d fann ba$ 3lbagio, nad) 58elieben, aug bem (£ moH, € moll, 51 moll, g* 
bur, ©bur, ober aud) @ moll gefefeet werben. ®e&t aber ba$ crflc 
SlUegro auö einer ber f leinern Xonarten , j. §. aue bem 6 moll : fo 
fann baS 5lbagio entweber aus bem £3 bur, ober g moll, ober © moil, 
ober 5lö bur gefegt werben. £)iefe golgeit ber Tonarten auf einanber 
jinb bie natürlichen, £)aö ©e&or wirb baburd) niemals bcleibtget; 
unb biefer SSer&alt gilt bei) allen Xonarten, fie mögen fftamen fabelt jie 
wollen. SSer aber ben %u1)im auf eine empjtnblidje unb unangenehme 
Slrt uberrafdjen will: bem jte&t eö frep, auger biefen Sonarten, folcfye 
ju rollen, bie ijmt nur allein Vergnügen machen Sonnen. 3um wenige 
fUn wirb große 25ejjutfamfeir batty erfobert. 

36. $. 

Um bie geibenfdjaftenju erregen, unb wieber ju (tiKen, giebt U$ 
9lbagio me&t ®elegen&eit an bie £anb, ati baö 5l(Iegro. 3n borigen 
Seiten würbe baö 5ibagio me&rent&eilö fe^r troefen unb platt, unb mebr. 
fcarmonifd) alt melobifd) gefrier, ©ie @omponiften überliefen ben2lu$* 
fairem baö, roaö bon i&nen erfobert würbe, ndmlidj bie SDWobiefifagbat: 
ju machen: weld)e$ aber, o&ne bielen 3"fa& bon Sanieren, nidjt wo&l 
angieng. £$ war alfo bamalö biel leidster ein Slfcagio ju fefcen , alö ju 
(»telen. 2Bte nun leidjt ju eradjten ijr, bajj ein fold)eö 5lbagio nidjt 
allemal ba$ ©lücf gehabt &at, in gefdjifte £4nbe ju fallen; unb baß bie 
2lu$fityrung feiten fo gelungen ijt, atö eö ber ^ßerfafler (j<ftte wünfd&en 
mögen: fo ift auö folgern Uebel lai ©utegefloflfen, bafj man feit eint* 
gen Seiten angefangen &at, bat Slbagto rne&r ftngenb ju fe&en. £ier* 
burd) erlanget ber @ompomft meljr <£fere: unb ber SluSftS&rer brauset 
weniger Ä'opfbredjenö: ba$ 5lbagio felbft aber fann nid)t auf fo bielerle») 
$lrr, mit ejjebem oft gefdjajv »erjrellet ober befummelt warben. 

37- §• 

fHJeil aber U$ 5lbagio, unter ben ber 3D?ujtf nid)t funbigen 3u^= 
rem, gemeiniglidj nid)t fo btele fieb^aber jinbet, alö baö 5lUegro : fo mu§ 
ber@omponijrfold)e$, aud)benen in ber gjfuftfnidjterfa^renenguborern, 
auf alle moglid)e SÖdfe gefällig jumad)en fudjen. @r &atbornel)mlid)fol# 
genbe Regeln babep wobl ju beobadjt«n. Sr mui jtd) 1) fowobl in Im 

Äitor* 



unt> eine tfTufi $u beurteilen fey. 299 

SHitorneÜe»/ al$ in ben ©olof^en, i>er möglichen £ürje befleißt* 
gen. 2) £)«$ StttorncU mufj melobifd), barmontcö unl> au$brücfen& 
gefegt fci>n. 3) Sit $auptfhmme mujj einen folgen ©efang baben, 
Der jwar einigen 3ufo& &o« Sanieren leitet; bod) aber aud) o&ne 
tenfelben gefallen fann. 4) 33er ©efang bon ber |)auptftimme 
mujj/ mit ben bajwifdjen bermifd)teu 'Suttifäfcen, concertiren. 5) 2)ie< 
fer ©efang mujj eben fo rübrenb unt> a uöbrücf enb Qtfätt werben, 
olö wenn 5Borte barunter geloteten. 6) Sann unt» wann mujj etwa* 
Dorn SKitomell angebracht werben. 7) 9S3?an barf nid)t in aßsubiele 
"Sonarten ausweichen; aß weldje* an ber Sßerfürjung am meijten bin= 
berlid) ift. 8) 55aö Slccompagnement unter bem @olo muß mebr platt/ 
alö ftguriret fetjn: bamit bie £auptftimme ntd)t gebinbert werbe, 2ius= 
iierungen ju machen; fonbern bollige grenbeit Ufaltt, mit 93eurt&et* 
lung/ unb auf eine bernünftige 3irt/ biel ober wenig Sanieren anjubrm= 
gen. (Snblirf) mujj man 9) baö Sfbagio burd) ein foldjeö Q3euwort ju 
djarafteriftren fuepen, welches beu barinne enthaltenen Effect beutltd) 
auSbmcfet : bamit man H$ erfoberlidje Sempo leicht erraten fonnt, 

33. §. 
£a£ lernte 2tUegt*0 eines (Joncerts mujj jtdj nidjt nur in ber %vt 
Mb Scatur , fonbern aud) in ber Sactart, bom erften @a*se febr unter; 
(Reiben. ®o ernftbaft ba$ erjte fenn foll; fo fd)erjbaft unb luftig 
mu6 btngegen ba$ le&tere fenn. £)tefe nad)benannten Xactarten, alS: 
5» i/ 2/ 8, i, V <£act, fönnen gerbet) gute ©ienfte tbun. Niemals mm> 
fen in einem @oncert alle brep @d(je in einerlei) <$actart gefegt werben : 
fonbein wenn bie erften jweene @4fce im geraten Sacte jteben: ^o mujj 
ber le|te im Xtipcltacte gefegt fenn. 3fl aber ber erfle im geraben, unb 
ber jwepte im Sripeltacte : fo fann beriefe fowobl im Tripel* alöint 
3wepbtertbeiltacte gefegt werben. Sftiemalö aber barf er im gemeinen 
geraben Xacte jteben: weil biefer ju ernjtbaft wäre, unbjTd) alfotben 
fo wenig jum le|ten ©a&e fdjicfen wirbt, alö ber 3we9btertbeit oberem 
gefdjwinbec Xripcltact bep bem er jtett @a$e eine gute ©irfung tbun wur» 
bt, <£ö bürfeü aud) nid)t alle brep @% ibren Slnfang in eben bemfel* 
benXone nebmen: fonbern wenn bieDberftimmebep bem einen im ©runb* 
tone anfangt; fann fte bepbtm anbern in btr Xerje, unb bei) bembrit» 
ten mit ber Cluinte anfangen. £)er le&te @a& gebt jwar auö ber ^on? 
art be$ erften : boc^ muf man in 5lnfebung ber 5Jtobulationen fid) büten, 

^>p 2 Ui 



300 Das XVIll ^auptfiüct. Wie ein ÜTufiPua 

baf$ man im legten ßa&e bie Tonarten nid)t fo nad) einanber beruhte, wie 
im erften @a&e flefc^e&en iji : um bie 3l«bnltcf)feit ju bermeiben. 

39- §. 
3m legten ®a$e muß überbaupt i) t>aö SXitowcH fur|/ luftig 
feurig, bod) babep etwaö t4nbelul> fepn. 2) Die J^aupttfimme mug 
einen gefälligen, flüchtigen unb leisten ©efang ba&en. 3) Die ^)afia» 
Sien muffen leicht feint, Damit man ntct>t an Der ©efdmunbigfeit gebm= 
fcert werbe. SO^it ben (paffagien im erjren ©a&e aber, bürfen fie feine 
2Iebnlidjfeit baben. 3- £• 9Benn bie im erften <3a&e au$ gebrochenen 
ober parpeggirten Sßoten befte&en ; fo tonnen bie im U §tern @a&e flufeu- 
weife gepen, ober rotlenb fepn. Ober wenn im erften @aeeXriolenftnb; 
fo fönnen bie ^Jaffagien im legten @a$e aus gleiten 9?oten belleten : 
unb fo la$ ©egeHt&eil. 4) Das Metrum mufj auf iai ftrengfte beobad)» 
ret werben. Denn je fürjer unb gefdjwinber bie Sactarten ftnb: \t em- 
pftnblid)er ift eS, wenn bawiber gejmnbelt wirb. Die @4fur mufj alfo 
im l, unb im gefd)roinben i- %• unb 3 "Sacte allejeit auf ben Anfang be$ 
jroepten <£act$, bie .f)auptrinfdf)nitte aber, auf ben feierten unb achten 
Jtact fallen. 5) DaS 2lccompagnement barf md)t ju boHjümmig ober 
uber&dufet fepn. €S muß bielmebr aus foldjen 9?oten befreien , weld)e 
bie begleitenben Stimmen, obne große Söeroegung ober 3flubfamfeit, ber* 
«uö bringen f onnen : weil ber le|te @a§ gemeiniglich febr gefdjwinb ge* 
fielet wirb. 

40. §. 

Um aud) ben einem @oncert eine proporttontrItd>c Hänge ju 
beobad)ten ; fann man bie Ubr babep ju ?Katbe sieben. 5Benn ber erfte 
©a§ bie 3eit Don fünf Sülinuten , ba$ Slbagio fänf bt$ fed)S Minuten, 
unb ber le|te @a&brep bis bier Minuten einnimmt: fo bat baöganje 
©oncert feine geborige gange. <JS ift überhaupt ein größerer IBort&eil, 
wenn ht Suborer ein @tucf e&er su t urj , al$ ju lang ftnben. 

41. §. 

SBer nun tin folcfjeö ßoncert ju machen weis, bem wirb t$ nidjt 
fdjwer fallen, aud) ein fd)erjbafteö unb f [eine tänbelnbeS TSammet* 
cancert ju berfertige«. €S wfirbe alfo unnotbig fepn, bierbon befom 
ber$ tu banbeln, 

©ne (Duocrturc, welche jum anfange einer Oper gefpielet wirb, 
«fobert einen pr4c^tigen unb grabitatifcf)en Anfang, einen brillanten, 

wobt* 



unb eine VHufif $u beurteilen fey. 301 

tuo^l auösearteiteten £auprfa&, unb eine gute Sßermifdjung berfd)iebe? 
«er Snftrumente, als £oboen, flöten, ober SEJalbjwimer. 3&r Uu 
fprung fommt t>Dtt ben granjofen |>er. SMWy j>at babon gute SRufto 
gegeben. SDod) baben ibn einige beutfdje @omponiften, unter anbern 
bornebmlid) Mäntel unb (Celemann, barinne weit übertreffen. @ö 
gelben granjofen mittlren Dubertüren fafr, roie ben Stalianern mit 
ibren Soncerten. 9iur ift , wegen ber guten SßBirfung welche bie Du* 
frertüren tbun, jubebauern, bajj fte in ©eutfdjlanb nidjt me&r üblid) 
ftnb. 

43- $• 
SMe italidnifcfjen Sinfonien/ welche mit ben Dubertüren g(eidje 
SUbftdjt paben , erfobern jwar, in 3fnfebung ber ^radjt, eben biefelben 
Qiigenfdjaften. SDa aber ik meinen bon folgen QomponifteH berferti« 
get werben / bie ibren @eift mebr in ber ©üig* alö Snjtrumentalmuftf 
geübet baben, fo gtebt eö bi$ i&o nur nod) fe&r wenige Sinfonien, bie 
otte '2ßoHfommenbeiren beft^en / unb beäwegen ju einem guten dufter 
bienen fonnren. €ö fdjeint juweilen, aU wenn e$ bie DperncomponifreB 
bep Verfertigung ber (Sinfonien fo mageren, wie bie^Mer bep&uö* 
orbeitung eineö@onterfeneö; aU welche ftd) ber übrig gebliebenen gar* 
ben bebienen, um bie £uft, ober baö ®cwanb bamit auöjumalen. 3n* 
beffen foflte bod) billig eine Sinfonie, wie oben fd)on gebaut worben, 
einigen Bufammen&ang mit bem Sn&alte ber Oper/ ober jum wenigften 
mit lern erften Auftritte berfelben baben ; unb nid)t aflejeit mit einem lu» 
ftigen SOTenuet, wie mebrent&eiß gefd)ie&t, fdjliefjen, 3d) bin $war 
md)t roillenö Serben ein gftufter borjufdjreiben : weil man nid)t alle tlm= 
ftdnbe, bieben bem anfange einer jeben Oper borfommen tonnen, in 
eine klaffe bringen fann. ©etfen ungeadjtct glaube id) bod), t>a% pier= 
tnne fc&r leid)t ein Mittel ju ftnben wäre, <£ö ift ja ttm nid)t notb* 
»enbig / bajj eine Sinfonie bor einer Oper aöejeit au$ brep Sdfen be# 
freien muffe : man f onnte ja aud) wo&l mit bem erften ober jwenten Sa=» 
%t fd)liefjen. 3. (5. ©er erfre Sluftrit hielte bcroifd)e über anbere feuri= 
ge 2eibenfd)aften in ftd) : fo f onnte ber Sdjlufj ber Sinfonie mit bem 
erften Safce gefdjepen. tarnen traurige ober berliebte Effecten barinne 
bor : fo f onnte man mit bem jwenten (3a$e aufboren, £ielte aber tetr 
erfte Sluftritt gar feine befonbern 3iffecten in f?d>, fonbern biefe E4men 
erft in ber golge ber Dper, ober am €nbe bor: fo fönnte man mit bem 
britten @aße ber Sinfonie fd;lief?en. 5luf foldje 5irt J)atte man @ele* 

$n gen&eit, 



302 StaöXVüI. öauptfiütf. XOk an muftfuo 

gen^eit/ einen jct>cn ©a&ber &ad)t gemdfj einzurichten, ©ie <Sim*i>* 
nie aßet bliebe t>oct> noc^ and) ju anbern 5lbfid)ten brauchbar. 

44- $. 

ßin (Duatuor, ober eine (Sonate mit brep concettirenben Snftru* 
menten, unb einet ©runbfttmme, ifl eigentlich ber ^Jrobierftein eines eckten 
Qonrrapunctiften; abetaud) eine ©etecjen^eit, wobep mannet, ber isc 
feinet 5Biffenfd)aft nidjt redjt gegründet ift, ju SaKe fommen fann. 
©er ©ebraud) babon ift nod) niemals fe&r gemein geworben ; folglid) 
fann er and) md)t allen fo gar befannt fepn. <23 tft ju befürchten, ba§ 
enblid) t>iefe 2lrt bon Süiuftf t>a^ <3d)itffal ber frerlo&renen fünfte werte 
etfa&ren muffen. 3 U e «M m 3 uten duatuor geltet: 1) ein reiner frier* 
ftimmiger @a|; 2) ein 6armonifd)er guter ©efan$; 3) richtige unt> 
furje Smitationen; 4) eine mit Vieler 23eurt(jeilung angeftellete Sßer* 
mifd)ungber concertirenben Snftrumente; 5) eine red)t bafjmafjige @runb=> 
fhmme; 6) foidje ©ebanfen i>ie man mit einander umfe^ren fann,näm* 
lid), tag man fowo&I barüber alö darunter tauen fomte; wobepbie yfliU 
telfftmmen jum wenigften einen leiblichen, unb nid)t mißfälligen ©efang 
behalten muffen. 7) sjflan mufj nid>t bemerfen fönnen, ob biefe ober jene 
(grimme ben Sßorjug Jak. 8) <5ine jebe ©timme muß , wenn fte pau* 
fitet&at, nid)t als eine üttittelftimme , fonbettt al$ eine £auptftimme, 
mit einem gefälligen ©efauge wieber eintreten : bod) ift biefeö nid)t bott 
ber ©runbftimme, foubern nur bon ben brepen concertirenben Dberftim» 
men su berfteben. 9) 5Benn eine Suge frorfommt; fo muß biefelbe, mit 
aUenbier Stimmen, nad) allen SKegeln, meifler&aft, bod) aber babet) 
fd)macff)aft auögefüjjretfeun. 

@>ecf)ö gewtffe (Duatuot für unterfd)iebene Snjrtumente, mei* 
flent&eilö glote, £oboe, unb 93i»line, weld>e £>err Celemann fd)OK 
bor iiemlid) langer %tit gefe&et bat, Ut aber nidjt in Tupfer gefto» 
d)en worben (inb, fönnen, in biefer 5irt bon f&luftf, frorjüglid) fc^ötie 
duftet abgeben. 

«. 45- §• 

(Sin (Lcio erfbbert jroar nid)t eine fo mübfame Arbeit, alö einüu** 
tuor ; bod) aber bon «Seiten beö <3ompomften fafr eben biefelbe SBiffen* 
fdjaft; wenn e$ antxrS bon ber rechten 2lrt fegn foll. ©od) Hat eö biefe« 
borauä, ba§ man barinne galantere unb gefalligere ©ebanfen anbringen 
fann, als im Ouatuor: weil eine concettirenbe ©timme weniger ift. 
€$ mu$ alfo in einem Xrio 1) ein folget @efang erfunben werben, ber 

eine 



unb eine tHuftf ju btmtbtilm fcy. 303 

eine ftajjenbe ftebenftimme leibet, a) £>er Vortrag bepm anfange eines 
jeticn <Sa&e$, befonberö aber im5lbagio, barf nicf)t ju lang fepn: weil 
fold)e$ bep 6er SBieberfcolung, fo bie iroepte (Stimme machet, t$ fep in 
tcr &uinte, ober in ber &uarte, ober im <£inf lange , leidjtlid) einen 
Ueberbrujj erweefen tonnte. 3) .Seine ©timme barf etwaö oormadjen, 
weldjeö bie anbere nid)t nadwiadjen fönnte. 4) JDtc Smitationen müf= 
fen furj gefaffet, unb bie «pafiagien brillant fepn. 5) 3n SBiebcrbolung 
ber gefälligften ©ebanfen muß eine gute Orbnung beobachtet werben. 
6) 33epbe £auvtftimmen müden fo gefcfcet fcpn, ba$ eine natürlidje unb 
woplllingenbe @runb|timme barunter ftatt ftnben fonne. 7) Sofcrne 
eine guge barinne angebracht wirb, muß felbige, eben wie bepm Clua* 
tuor, nicht nur nad) ben Regeln ber Se&funft richtig, fonbern aud) 
fd)mnrfpaft, in allen (Stimmen auögefubret werben, £>ie 3wifd)enfd&e, 
fie mögen au$ <paffagien ober anbern Wadja&mungen beftepen, muffen 
gefäUig unb brillant fepn. 8) Obwohl bie Xerjen* unfe Sertenga'nge in 
ben bepben ipauytftimmen eine Sterbe beö Srio ftttb; fo muffen bod) 
biefdben nkf)t jum *D?iSbraud)e gemadjet, nod) bi£ junt €fel burd)ge* 
yeitfdjet , fonbern oielmebyt immer burd) ^affagien ober anbere Wady- 
(j^mungen unterbrodjen werben, ©aö Xrio mufj enbtid) 9) fo befdjaf* 
fen fepn, baß man räum errat&en fonne, weldje ©timme von bepben 
bie erfte fep. 

46. i 
@in @olö su madjen, palt man beutige$ £ageS für feine Äunft 
ntefcr. gaft ein jeber Snftrumentift giebt ftd) bamit ai. £at er fclbffc 
feine ©rftnbung: fo bepilft er ftd) mit entlegneren ©ebanfen. geilet eö 
ifym an Äenntnit? ber @ompofitionöregeln: fo täfst er jtd) ben 93a§ »on 
einem 5inbern baju mad)en. |)ierburd) fommen nun, anftatt guter ?P?u= 
fter/ biele 2fti$geburt&en jum 23orfd)eine. 

47- §. 

®g ift eben nid)t eine fo gar leidjte ©adje, ein Qütet «Solo ju ma. 
tf>en. So giebt @omponiftcn, welche bie S^funfr bollfommcn berfre* 
fcen, aud) in boßftimmigen SöerFen glücfiict) fmb; aber fdjledjte ©olo 
machen. 3lnbern hingegen geraten bie (Solo beffer, alöbie bollftimmigen 
I5ad)en. ©lucflid) ift ber, bem bepben gelingt. ©0 wenig aber, um 
ein gut Solo jw fegen, eben Morfijg i(r, alle bie innerften ©cpetmitiiTe ber 
eompofttio» ju befreit : fo wenig gept e# aud; au, opne bon ber Har- 
monie 



304 ttaeXVIU. öauptjJutf. XOU ein HTufiFus 

monie etwas ju perjte&en , was ©cfc^eiteö in t>icfcc 2lrt $u SEBege ja 
bringen. 

48. §. 

(Soll ein «Solo bem Somponiften unb bem 9lu$fü&rer €j>re machen, 
fo mujj: i) t>aö 2tt>a0to t>effct&cn an unb bor ftd) ft'ngbar unb ausbtü* 
cfenb fepn. 2) ©er 5lu£fu&rer mug ©elegen&eit &abe»t, feine $8eurt&ei« 
lungöfraft, €rfmbung, unb <£inftci)t $u seigen. 3) 5D»e 3arf tic^feit mu§ 
tarnt unb nwnn mit ttwa$ ©eijrreic&em »ermifcfyet wetten. 4) 3)?an 
fege tittt natürliche ©runbjtimme/ »prüder leidjt ju bauen ifh 5) Sin 
©ebanfe muß weber inbemfelbenSone/ nod) in ber Xtanöpofttion, ju 
Pielmal wieberjjolet werben : benn biefeS würbe nicf)t nur ben «Spieler mfi» 
be madjen, fonbern aud) ben Su&pwn einen Sfel erwecfen fonnen. 
6) Ser natürliche ©efang mu§ juweilen mit einigen ©iffbnanjen unter* 
btofyn werben, um bei) ben 3ujj»ron iie £eibenfc|aften gefcörig ju erre* 
flen. 7) 35«$ Slbagio muß nidjt $u lang fet>n. 

49. $• 

SDa$ erfre 2lUegro!erfobert .: 1) einen fUeßenben, an etnanber ban» 
genben, unb etwas ernft&aften ©efang; 2) einen guten 3ufammenpang 
ber@ebanfen; 3) brillante, unb mit ©cfange wobl pereinigte ^Jaffa* 
gien; 4) eine guteDrbnung in SHJieberbolung ber ©ebanfen; 5) fdjone 
au3gefud)te @<lnge ju <£nbe be$ erften Xjmlö, welche sugleid) fo einge 
rid)tet fepn muffen/ H$ man in ber Xranöpofttion ben legten 'tbeil wie* 
ber bamit bcfd)ließen fonne. 6) Ser erjte Xjjeil mu§ etwaö fürjer feun 
afö ber legte. 7) Sie prillantejren ^affagien muffen in Un legten X&eü 
gebracht werben. 8) 2M< ©tunbfnmme muß natürlich gefe|et fetjn, 
unb foldje Bewegungen machen , welche immer eine 2eb^aftigfeit unter« 
palten. 

50. §. 

SDaö svoeyte^HUegto fann entweber fe&r luftig unb gefäwtnb, 
ober moberat unb arioS fetm. 5)?an muß fid) beöwegen nad) bem erften 
richten. SftbafTelbeernft&aft: fo fann baMefcte luftig femt. 31t aber 
las erfte lebhaft unb gefc&winb : fo fann baö le§te moberat unbarioö fetjn. 
3n 2lnfe&ung bet 33etfd)iebenl)eit ber £actatten, muß ba$ f waö oben Pott 
ben Qoncerten gefaget worben ift , aud) ^te r beobachtet werben r iamit 
nid)t ein @a| bemanbern anlief) werbe, ©otl überhaupt ein «Solo einem 
jeben gefallen; fo muß cö fo eingerichtet feyn / baß bie ©emütbSnetguns 
gen eineö jeben 3u&örer$ barinne i&re 9la&rung ftnteu. (SS muß webet 

burefy* 



unb eine VTCuftf su beurt&ei'Ien fey, $oj 

totrdjge&en&S pur cantabel, nod) burd)ge&enb$ pur lebhaft feptt. ©0 
wie ftd) ein feber ©a& Pon bem anbern fe&r untetfd)ci&cn mufj; fo muff 
aud) ein jeber @a&, in ftd) felbft, eine gute 9Bermifd)ung Pon gefälligen un& 
feriflanten ©ebanfen Jjaben. SDenn ber fd;6nfl< @efang fann, wen« 
Pom anfange bi$ jum €nbe nichts anberö borfommt, enblid) einfd)l<ifern: 
unb eine befhfnbige £eb&aftigfeit ; ober lauter ©d)wierigfeit, madjeit 
;wat SSerwunberung, fte rüpren aber nidjt fonberlid). IDergIeid)en9Ser* 
mifdjung unterfd)iebener ©cbanfen aber/ ift nid)t nur bepm @olo allein, 
fonbern PielmelJr aud) bep aüen muftfalifd)en ©tücfen ju beobachte«. 
«EBenn ein (Sompomft btefe red)t ju treffen, unb baburd) bie £eibenfd)af* 
ten ber 3uborer in SBewegung ju bringen weis : fo fann man mit ?Ked)tt 
Pon ibm fage«, bajj er einen boben @rab betf guten ©efd)macfö erreichet, 
unb, fo jufagen, ben mufifalifdjen Stein ber SBeifen gefunben pabe. 

Ji. §• 
©iefeS jinb nun bie Porne&mfren @igenfd)aften ber £aupfgattun* 
gen muftfalifeper ©tiefe, weld)e fid> bep jebem berfelben, n&d) feinet 
9lrt, ft'nbeu muffen, wenn eö ein Äenner für gut unb beö S3epfatt$ war* 
big erf lären füll. & wirb aber immer bod) nod) eine Sinjapl Pon 3u&6* 
rem übrig bleiben, benen eö niept moglid) fepn wirb, fo biel @inftd)t in 
bieSOtufif ju erlangen, alöberennotbigift, umbiebiö&er angefü&retett 
Äennjeid>en ber ©üte eine« ©tücfeä an bemfelben bemerfen ju fonnen. 
{Dergleichen Sujjorer muffen f?d) alfo nur an gewiffe, nid)t bie <perfon 
ber 5luSfübrer, fonbern bie <5ftufif überhaupt betreffenbe sftebenumftdnbe 
galten , welche einigermaßen aud) ein 3eugnif? Pon ber ©üte eine« ©tu* 
dt$ ablegen fönnen. @ie werben am fkfjerfren geben, wenn fie, bep 
Stoßen Sßerfammlungen , (e$ muffen aber fol$e Sßerfammlungen fepn, 
bie auö feiner anbern 5lbfid)t, alö nur um Wufif ju boren, angefrei» 
let ftnb, unb no bie5J?uf(E nid)t als ein bloßes 9?ebenwerf angeben 
wirb, Sßerfammlungen , wo t>it Sujrtrer fowo&l au$ Kennern, alt ber 
«Dluftf Un!unbigen befreien,) inbem ein @tücf gefungen ober gefpielet 
wirb, auf bie 5ftinen unb ©eberben ber gu&orer «d)tung geben, unb 
ju bemerfen fuc&en: ob nur einige, ober ber größte Xbeil ber knwu 
fenbeit jur SJufmerffamfeit erweefet werbe; ob einer im anbern 
feinen ©cfallen ober Unfällen ju erfennen gebe ; ob fid) einige ben 
Sluöfübreru ber «Ofufif nähern, ober Pon ibnen entfernen; ob ta* 
bep gefepwiegen ober laut gefprod)en werbe; ob »an mit bem Äopfe 
ben Xact marftre; ob man ben Sßerfaffer beö ©tuefö ju wiffen be» 

O. a, giertji 



306 £aa XVIII. öauptfJücf. XOie ein fcTTujtf ue 

flterig fen ; 06 bon ben Slnroefenben, wenn ba$ @tücf ju €nbe ift, ei« 
Verlangen gejeiget werbe, baffelbe nod} einmal su boren, gnblid) müf= 
fett fie aud) ibrer eigen«« Cmpfinbung in etroaö nad)ge|jen , unb unterfu« 
djen, ob tie angeborete^ftufif fie felfcft gerw)ret babt; wenn fie aud) gleich 
tiid)t allemal t>te Urfactje babon fagen fonnen. Sinben fiel) nun äße bie 
jjier bemelberen borrjjeilbaften UmfldnDe 6et> einer SKuftf : fo fann auc^ 
ein ter «Jftufif nid)t futtbifler 3uf)6rer fielet: fcfyliijjen, baß baS »Stfitf gut 
flefefcet, unb gut auögefibret werben fep. 

52. §. 
©et Unterfcf>iet> fcee (Befd)macfcee,bet jid) bei) begebenen 
Stationen, welche an ben SB3iffenfd)aften überhaupt ©efdjmarf ftnbcn,nid)t 
fowo|)l in 5lnfefcung \><i Sßefentlic&en, alö bielmefcr be$ ^ufdürgen bec 
5Wuftf, dufcert, bat in bie muftfaltfcfye 23eurtijeilung ben graten ^tnfluf. 
(SS ift alfo notbtg , biefen Unterfdjieb be£ Oefdjmatf eS , in ber SEftuftf, 
nod) ermaö weitlduftiger ju unterfudjen: ob id) gleich fdjon im Sßorigen, 
an berfdjiebenen Orten, wo «$ notbig war, etwas babon angefüfcret 

53- §. 
Sebe Nation, bie anberS nid)t ju ben barBarifdjen geboret, fcat jwar 
in ibrer sjjfuftf etwaö, lau tbr bor anbern bDrjügltd) gefallt: eö ift aber 
tbeilö ntd)t fo febr bon anbern unterfd)ieben , tjjeüö nid)t bon fold)er <gr« 
beblicfyleit , bat? man e£ einer befonbern 3(ufmerffamfeit würbig fd)ä&ett 
fönnte. 3we^ Golfer in ben neuern 3etten aber,babenftd)befonber$, nid)t 
nur um bie 2luöbefferung be£ mufifalifdjeii ©tfdjmacfetf berbient gemacht, 
fonbern audjbarinne, nad) Anleitung ibrer «ngebDpwen @emütbt$nei:> 
gungen, borjüglid) bon einanber unterfd)ieben. SDtefe^ finb bie JtO* 
Itäner, unb bie 5r«n$ofen. Slnbere Nationen fyaitn bem ©efciwta* 
rfe biefer bepben Söölfer ben meiften 2Sej)fall gegeben, unb entweber bie* 
fem, ober jenem nad)&ufolgen , unb etwas babon ansuneljmen, gefudjet. 
Jjierburd) finb bie geboten bepben Golfer aud) berleitet worben , ftd) 
fileid)fam ju eigenmächtigen SKic^tern be$ guten ©efcfjmacfcö in ber *Dius 
fif auswerfen: unb weil ntemanb bon ben 9lu$lanbmt lange 3«itnid)tö 
bawiber ein juwenbe» gehabt bat; fo finb fiegewifferma^en, einige 3abr* 
j)unbertebinburd), wirflid)bie muftfalifd)en ©efefcgeber gewefen. Sßon 
ibnen ift bernad) ber flute ©efd;m«cf in btp 5p?uftf auf anbere ?ßoifei; 
gebradjt worben, 



urrt> eine tTCuftr* $tt beurteilen fep. 307 

54- §• 
©aß in ben altett geiten, bie *D?uftr> fo wie bie attberit fdwnenSSif« 
feitfdjaften, njcnn roir nie^t 6iö su ibrem etilen Urfprunge jurürf fteigen 
wollen, twn ben ©riedjen auf bie SXomer gcfommeu fep ; &ag fte ferner 
tiad) t>cm Untergänge ber 3)racf>t be$ alten 9\om$, lange 3eit faft im 
Staube ber ^SerejcfTen^cit gelegen fcafce: ift gewig. 3Beld)e Station aber 
juerft wieber angefangen N&e/ bie «SAuf/tf bem Untergänge ju entreißen,- 
unb in ibrer erneuerten ©cftalt wieber berjuftellen : biefeö iffbielcm @trei* 
te unterworfen. & würbe inbeffen , &ctj einer redjt genauen unb eigent* 
liefen Unterfudjung, ber 2luöfprud) bermutblid) «um SSortbeile ber 3ta* 
lidner auffallen muffen, greplid; ijr eine lange 3eit baju notbig gewefen, 
«m bie^ufifju berjenigen 3lmtdberung ber SMfommenjjeit ju bringen, 
worinne fit i|8 ftept. @ö fann &u gewiffen Seiten biefe, $u gewiffen Sei- 
ten aber eine «nbere Nation barinne etwaö weiter fortgcrücfet, bte au* 
bere aber ibr wieber nadjgefolget fenn. .ftaifer £arl ber ©rofje f/djott, tu 
rannte, 6ep feiner Sinwcfenbeit in 9{om, ben weiften Xonfünftlern, jumal 
in 2Jnfe&ung ber @ingfunjr, ben 9>reif3 ju; unb lieg fogar beren biete 
mi) feinem #ofe fommen. Sr bemiibefe ftd; feine 27?uftf nad) ber SSW« 
fdjen ibrer einjuridjten, 

55. §. 
SWan Bat gegrfinbete Urfadje ju glauben/ bafj fange nad) Äaifer 
Äarlöbeö ©roßen 3eirctt, bie^Kuftf, ben ben Stalidncrn unbgranjo* 
feit, bet> 5Bertem nid)t fo unterfdneben gewefen fe», alö ifciger S^it. SD?an 
weis, ba§ üüllp, weichen bte granjofen fafl als einen muftfalifdjen SÖe* 
feblSbaber anfeben, unb feinem ©efcfjmacfe nod) bi£>i&oburd)ganj§ranf= 
reid) SBenfall geben, \a benfetöen , wenn ttwan einige ibrer Sanbälcute 
fcabon abgeben wollen, forgfdltig wiebet berjufrelien, unb ungednbert int 
©d)wange ju erhalten bemühet finb, ein 2Belfd)er gewefen ifr. 3d>will 
augeben, bafj biefer berubmte SDMnn, weil er febr jung nad) Sranfreid; 
gekommen i(r , fid) ber »ortgen franjofrfdjen SRuftf einiger maßen beque* 
met, unb ibren ®efd)macf angenommen babe. 9?ieraanb wirb aber bar* 
rbunfonnen, bafjeö ibm moglid) gewefen fe», ben feiner Nation eigen* 
tbämlidjen ®efd)macf , wobou er t>od) fd)on ttwa$ in 3Belfd)Janb begriff 
fen f)atte, ober «um weuigfteu fein ©enie, gdnjlid) ju berldugnen. 2tt= 
Icö wirb barauf binauö laufen, bafj er ben ©efdjmacf bereinen Nation 
mit ber anbern ibrem bermifdjet ^ait. ©a aber feit £ülly6 Xobe, ber 
©efdjmacf in ber SWufil, wie jebermann befannt ift, bep ben Stalidnem 

Q<1 2 ftd) 



308 T>a& XVIU. ^«uptPudf. XOit cintHufifud 

(Id) immer fo merfltd) geanbert fcat; bep ben Sranjofen hingegen immer 
eben berfelk geblieben ift: fo batfid)aud)berUnterfd)ieb jwifdjen bepben, 
feit biefer Seit, erjt red)t immer mejjr unb me&r gejeiget. 5Bir wolle» 
benfelben etwas n4|>er beleuchten. 

SDie Steigung t>er Jtaltäner jur 9Scr««t)cruttfl in ber ?D?uftf / jjat 
bem wahren fluten Öefdjmacf e toicl SBortfoeil gefc&affet. SBtebiel 6e* 
rühmte grofje Somponiften !>at man nicfyt, brä jum Snbe ber etften breiig 
Sabre biefetf Sabrbunbertö, unter i&nen aufjuweifen ge&abt? «geitbem 
ein pijlocd)i, gegen baö @nbe beö vorigen Sabrbunber«, feine @ing« 
faulen erofnet , unb barauö ber SSJelt fo biele träfe ©anger mitgetbeilet 
j>at ; ift in eben tiefen brepfjig erftern 3a&ren be$ i&igen «Seculumö/ bie 
©ingfunft auf ben bodjffcn ©ipfel gefhegen , un& faft alles , wa$ nur bie 
menfd)lid)e Stimme bon Stil&renbem unb SSerwunbernSwurbigem 5er* 
toorbringen fann, burd) unterfcfyiebene, mit SXedjt bernfemte ©änger, 
gejeiget, unb in Ausübung gebracht werben. 3öie biele ®elegenbeit b> 
ben nid)tbie guten @ompottiften baber genommen/ bie ©ingeompofttion 
auef) immer mebr unb mebr ju berbeßern. CorelU unb feine ^acftfol* 
ger fuc&etenbiefen, auf eine rufcmliefye $trt/ in berSnjtrumentalmuftf nad)* 
jueifern (*). 

(*) Riefen ttalt&mfcfKrt'CSefc^macF, fo wie fr his auf be n o6en gebacken 3eitpurtCf, 
in Italien, burd) fo »iele grünblid)e OSJc&nnre naef) unb nact) aufgebracht , unb 
nadjge^enbö burd) einige berühmte Äuelänber, roelcfce biefen gefolget ftnb , nodj 
me^r ins geine gebracht roorben , t>erfte§e tdj »orjugf icr) , roenn ic^ beö italiänk 
fefien ©efdjrrtacfö ermähne. 

57. $♦ 
Sebod) bie 2ßer<fnberung bes ©efdjmacfeö jn ber tühtfif bat ftd), obn= 
gefefbr feit ben fünf unb jwanjig lefctbergangenen 3<»bten / bep ben $on* 
fÄnftfern ber weiften 9l<ttioti f and) auf eine ganj anbere 2lrt gewiefew. 
2Sn ben gegenwärtigen Seiten unterfdjeibet ftd) ber ®efd)macf t&rer &&& 
ger unb Snfrrumentiften tt&erauö fe&r ton einanber. ©ie ftnb bai'innc 
gar nicfyt mebr einig. Dbwobl tie italta'nifdjen 3nftrumentiften , bor 
anberer Sßoiter i&ren, ben Sßortbeil borauö baben, la% fit in ibremgan* 
le, bon 3ugenb auf, fo biel @uteö fingen boren: fo gewonnen (te ftc^ 
in ben i|igen 3«ten bennoc() , einen bon ben ©angern fo fe&r unterfv()ie.- 
bf tun ©efe^maef amunejmen , bafj man fte faum für einerlei ^ßolcf M* 
ten folltt. ©iefer Unterfc^ieb aber befreit gröjjtent&eiltf im Vortrag«/ 

unb 



un*> eine tflufif ju beutfteften fey. 309 

unb in einem uberbäuften 3ufa|e t>er wiHtH&rlidjen Sanierungen. €t 
bat bon einigen berübmten 2inftrumentiftcn feinen Urfprung genommen, 
weld)e ftdj bon j^'t Ju 3 e i tm ^ et ©*$funft/ 5efont>erö aber auf ibren 
Snftrumenten/ burd) ^uöfubrung bieler @d)wierigfeiten, &erborget&an 
baben. @ie muffen aber babep aud) bon fo unterfd)iebener ©emutbö&e* 
fdjaffenbeit gewefen fepn, bajj ber eine baburd) auf biefett/ ber anbere 
auf einen onbern ©efdjmacf berfübret werben; weisen nad)ge&enb$ ibre 
9in|)änger immer weiter fortgepfJanjet ba&en : fo ba§ baburd) enblid) aus 
einem grünblidjen, ein fredjer unb bijarrer ©efdjmacf entfUnben tfr. 
©ie @iferfud)t, weld)e in 3öelfd)lanb jwifd)en itn ©angern unb Snftru» 
mentiften, unb swifd)en ben Snftrumental* unb SBocalcomponiften im« 
mer berrfdjet, fann aud) etwas ju tiefer Slbfonberung beigetragen fyäbtn. 
Sie langer wollen ben 3nftrumentiften ben SBortbeil nid)t gönnen/ 
burd) baö «Sangbar«/ fo wie fte, &u rubren : fte mafjen ftd) ofcne bem, o&. 
ne Untetfdjieb, eineö Sßor&ugö über bie 3n|rrumenti|ten an. ©iefe aber 
wollen jenen ttidjrö nachgeben; fie fudjeu alfo, ob eä nid)t möglid)fep, 
mit einer anbern 5lrt, tbtn fo gut alö jene, ju gefallen, ©aburd) ftnb fie 
aber , jum @d>abeii beö roabrbaftig guten ©efdjraatfeS , fajt auf ba$ 
©egent&eil berfatlen. 

58. §. 
Sweene berühmte lotnbar&tfcbe Violiniften, weldjeobn« 
gefdbr bor etlichen unb brepfctg 3abren, nid}t gar lange nad) etnanber, 
angefangen baben berannt ju werben, baben &iemu infonberbeit biel beg* 
getragen, ©er erße war lebbaft , reid) an ßrftnbung , unb erfüllet« 
faft bie balbe SBelt mit feinen (Eoncerten. Dbwobl Corellt, unb nad^ 
tbm Corellt bterinne einen Anfang gemattet batten : fo brachte er fte 
bod> nebjl bem 2Ubtnom,in eine beffere fiatm, unb gab babon gute ?D?u* 
fter. €r erlangete aud) baburd), fo wit CoreHt burd) feine jwolf @olo, 
einen allgemeinen Srebit. 3ule$t aber öerftel er, burd) attjubieleS unb 
tdglidjeö @omponiren, unb befonberS ba er anftengt&eatralifd)e<3ingmu* 
ftlcn ju berfertigen, in eine £eid)tftnnigfeit unb gred)beit, fowobl im 
©e|en, alö Spielen: weswegen aud) feine le&tern @oncerte nid)t mebr 
fo biel 93et)fatlberbieneten, alSbie erjtern. 5ftan faget bon ibm, t>a$ 
er einer bon benenfe«, btebenfogenanntenlombacfcifcfrenCBefcbniact, 
welcher barinne beftebt, bafj man biöweilen, bon jwo ober brep furjen 
Potenz \>it anfd)lagenbe furj madjet, unb binter bie burd)gebenbe einen 
^Junet feeet, f, V. £aupfr, 23. §, unb welker @efd)macf obngefa'&r im 

0q 3 3«&« 



3io Das XVffl. ^auptjlütf. Wim'n tTIufif ua 

ga&re 1722 feinen Anfang 3 enommcnlJat/erfunbenlMbei). @3f:fi eint aber 
biefe Schreibart, wie einige 5flerfmaalesu ernennen geben, ber @d)ot(4nbi* 
fd)en gftuftr" etroaö a'&nlid) &u fetjn; fie ift aud) fdjon wopl swanjig Sapre 
bor iprem Sluffommm in Stalten , bon einigen bcutfd)cn @omponiften, 
$ier unb ba, ob wopl nid)t fo pauftg, angebtad)t Worten: folglid) fonnte 
fie bei) ben SBelfdjen nur ali eine iftudjaljmung ber if?tbenetuiten angefe* 
Jen werten, ©em fe» nun wie ipm wolle, fo bat bod) biefe «Berank« 
rungber 2lrtju benfen, ben gebacken berühmten <8ioIintften, bor feine 
SJerfon, in ben legten Reiten feineä gebend t?oit .bem guten ©efdjmacfe 
faft ganj «n& W abgefubref, 

59. §. 
£>er anbete ber oben erwapnten benben lombarbifdjen SSioliniften, 
ift einer ber ctften unb grofjten üfteifter <§5d)wierigfeiten auf ber Sßiolu 
nejufpielen. €r&at, wie man borgiebt, ftd) einige Sajjte ber muft* 
fa!ifd>en ©efettfd)aft ganj unb gar entjogen, um einen auö ipm felbft 
(Ue&enben ©efdjmacf (jetbor ju bringen, £>iefer ®efd)m«cf ift aber foge* 
rat^eit/ baf er nid)t nur beö Vorigen feinem, in gewiffet %xt, ganj ent* 
gegen ift, fonbern aud) im «Singen unmoglid) nadjgeabmet werben rann; 
folglid) nur benen ©ioltntftetv / bie bon ber wahren guten ©wgart btef* 
leid)t wenig €mpftnbung baben, aHein eigen bleibt. 5Bie aber jener 
burd) iit Sßiefljeit fetner mu|tfalifd)en SBerfe in tm £ eid;tfinnigEeit unb 
^red)peit berjtel; unb bttrd) fo!d)e ftd) bon bem ®efd)macf e ber anbertt 
merfiid) unterfdjieb: fu ift biefer hingegen, in 2lnfe&ung ber ©tngarr, 
ober bielmejjr burd) SRerbannung beö ©uten unb ©efdlligen fo biefelbc 
I>at, ben aßen anbern ganj unb gar abgegangen. £>e$ wegen jjat aud) 
feine Qompofttion nid)t, mit ber borerwffjjnten, tin gletdjeö ©dncffal er« 
galten. €ö ftnb in berfelben faft nid)tö als troefene, einfaltige, unb 
ganj gemeine ©ebanfen anjutreffett, weldje ftd) allenfalls beffer jurfomt* 
fdjen, als jur ernjt^aften Sftuftf/ fdjicfen motten, Sein Spielen jjat 
iwar, weil eö etwas neues ju fepn gefdjienen, be$ benen, iie baS 3»t* 
firumentberjte&en, bielSßerwunberung, be» anbern aber befto wentger 
©efaüett erweefet. Unb weil er bieletlen Wirten unb Sd)wierigfeiteu bc$ 
5&ogenftrtd)eS erfunben, woburd) fein Vortrag ftd) bon allen anbern un* 
terfdjetbet: fo ift es benn aud) gefd)e|jeH , bat berfdjtebene beutfd)e 95io* 
liniften, aus Neugierig! eit , aber nid)t eben ju tprem «Bortpeile/ untet 
feine Snformation geratpen ftnb. 53tele ^aben feine Slrt ju fpielen atige* 
nommenunbbepbepalten: einige 5«nge§en ^aben biefelbe, weil fte tiadj* 

pero 



unt> eine ttlufif ju bcurt&ctlcn fey. 311 

[jero butd) bie gute ©ingart eines beflTcrn überzeuget wotttn, toitUt ber* 
laffen. 2öie aber nur feiten eine @opet) bem Urbilbe ganj a'$nlid) wirb; 
man tött oftmals in bem ©djolaren ben üfleifter ju fcoren glaubet, unb 
jenen auf tiefeö feine Unfotfen ju fd)d&en pfleget: fü fann el gatroo^l 
femt, bajj einige »on biefeS berübmten 'äjiolinijten feinen ©polaren/ 
berenerfeit geraumer %t\t eine jiemlidje 2lnjabl gejogen , einSßieleS ju 
feinem 9?ad)tbeile beigetragen paben. «Sie baben »ieUeidjt, entwebet 
feine 2lrt ju fpielen nid)t red)t begriffen; ober fite finb burd) bit Sßerfdjie* 
ben&eit ber ©emutbiart herleitet roorben, biefelbe nod) bijarrer ju ma< 
d)en/ unb alfo benen, bie wieber bon ibnen gelernet baben, in einer oiel 
t>erfd>limmerten ©eftalt beizubringen, golglid) ift wo&l ju glauben, bajj 
er (tlbit SßieleS / an Unterfdjiebenen , bie fid) rühmen tn feinem ©efdjma* 
cfe su fpielen, nid)t gut peijkn würbe. 

(Bö ifl beäroegen einem jeben jungen Sföujifuö mtjuratfjen , nidjf efjer md) %talitn 
ju <jef)eii, a(ö bis er baS ©ute t>i>m 236fen in ber SKufif ju unterfcr)eiben roeiö: 
fcenn roer nietet bon muftfcid'fcfyer 3Biffenfdj>aft etroaä mit^inein bringt; ber bringt 
«ud), jumal ijjiger %eit, fömetlid) maß mit t)erau6. Grin angef)enber 9flufifuS 
mu£ ferner, in Italien, immer metpr r>on «Sängern, afe fcon 3E n ^ urnent 'ften, ju 
projitiren fudjen. 5Ben aber nicfjt etman bns 93orurtf)ei( berleitet, ber finbet 
nunine^ro bai , raaS er fonfl in Italien unb in granfreid) fiel; fjätte ju 9lu|en 
machen formen, in £>eutfct)Ianb. 

60. $. 

3d) $aU bit fcor&in erwäbnten bepben berühmten, unb, in mebt 
6U einer SBetradjtung, brafen Scanner nicjjt angefubret, um t&re Sßer* 
titenfte jufd)a$en, ober baS, was fie wirflid) ©uteS jjaben, ju berflei* 
nern. 3d) &«be eö nur get&an, um einiger maßen Un Urfprung ju ent< 
fcetf ett, wober e$ gefommen ijt, bajj bie peutigen weiften Snftrumenti* 
ften, befonberS aber bie 23iolini|ten, me&rentbeiis einen befonbern, ber 
guten ©ingart fo febr entgegen fte&enben ©efdjmacf angenommen baben: 
ba b\><!) ber wa&re unb gute ©efe^maef allgemein fenn foßte. €inigen un* 
ter ipnen fehlet eö »war weber an ber ©rfenntnijj, nod) an ber €mpjtn* 
bung beffen, waö jum guten ©ingen geporet: bennod) fud^en fte fold)e$ 
auf i^ren Snflrumenten nid)t nad)juabmen: fonbern, waöft'ebepben 
ungern für toa# ?8ortrefflid)eö galten, \>a$ ftnben fie auf bem3n(lru<= 
ntente ju fd)led)t, unb ju gering, ©ie loben ben ©dnger, wenn er beut* 
lid) unb au$brutfenb jtngt; fie hingegen finben eö für gut, wenn fie auf 
bem Suflrumente bunfel unb ofcne 5luöbr«cf fpielen. ©ie billigen an bem 
©an&er einen mobeflen unb fdjmeicfcelnben Vortrag; ber iorige pingegeit 



3i2 £>a6XVin.3auptfIutf. XOie ein muftfua 

ijt wiTD unb fred). 3ttad)et Der langer, im «Ufeaato, ntd)t mepr 3lu$* 
jierungen, alö e$ Die ©adje leitet; fo fagen fte, er finge meijlerpaft: fte 
ptngegen üttcr^dufen ta§ StDagio mit fo bitkn Sanieren unb wilben 
Stufen, Da& man eö ebet für ein fd)erjpafte$ Slllegro galten füllte, unb 
Die eigenfdjaften beö SlDagio faft gar nidjt mepr Daran ipaprnepmen 
fann. 

6u §. 
«ütan ffnbet audj, baf tte i^igen italia'nifdjen SSioliniften fafi aae 
in einerlei) @efd)marf e fpielen ; woburd) fte jtd) aber bon ipren SQorfap« 
*en nid>t auf bte bejle Slrt unterfdjeiben. ©er 93ogenftrid), welcher auf 
liefern Snjrrumente, wit Der 3ungcnfrog auf SölaSinjttumenten, Die 2eb« 
paftigfeit ber mujtfalifd)en Sluöfpradjc roirfen mu§, Dienet ipnen öftere 
nur, wie t>er Q3lafebalf bep einer @acf pfeife, ba$ Snflrument auf eine 
lepctnbe 3irt fltngenb ju ntad)en. @ie fud;en Die grogte ©djonpeit Da, 
wo jte nidjt ju jtnben ijl, ndmlid) in Der au&erften $>§t, am Snbe De« 
©riffbreteö; fie flettern Darauf immer in Der £6pe, wie Die 3ftonbfüd)ti. 
gen auf Den ©ddjern j>erum, unD berabfdumen Darüber Daö wajjreSd)^ 
tte, Da3 ijl, fte berauben DaS Snjlrument mepwnrjjeilö feiner ©ratutdt 
unD Slnmutjj, »eldje Die Dicf en ©epten ju wirfen fd&ig jutb. 3)ag 2lDa» 
gio fpielen fie ju fred), unD bat allegro ju fd^äfrtg. @ie palten H im 
2lltegro für wag befonberg, eine 9Wenge9toten in einem 93ogenjlrid)e per» 
jufägen. ©ie Triller fd)lagen fte enrwebet ju gefdjmmb unb jitternb, 
ober roopl gar in Der Xerje; weldjeö fte Dodj bep Den (Saugern für einen 
Kepler galten. Wlit einem SBorte, ijjr Vortrag unD ijjre «Mrt ju fpielen 
tjlfobefdjajfen, Dag eSflingt, aß wollte ein gefaxter SBiofinifl, tintn 
ganj altbdterifdjen, auf eine Iddjerlicfye 2lrt, PorfMIen. ^Diejenigen 3u# 
porer, welche Don gutem ©efd)macfe ftnb, müjfen Deswegen öfters alle 
Süftüpe anwenben, um Daö £ad)en ju »erbergen. SBenn Dergleidjen neu* 
mobifdje italidnifd)e 55iolintjlen alfo, in einem ördjejler, als SXtpienijten 
gebrauchet werben fotten; fo oerberben fte gemetnigltd) me^r, al$ fte@u» 
tti jliften. 

SKan fönnt« bcörocgcn geroiff« 6erutjmte Öt^eflw, btvtn Wit^iebtt mit^taliäntm 
»ermifdjjet jinb, juin 53f^fpiele anfügen. SOIan fann in t«iife(ben bemetfen, 
Pajj menn etwan eine, bep ijjnen fonfl ungewohnte, Unorbnung, ober ungletdjer 93or« 
(rag »erfpüret roirb, foldje« me^rent^eilß wn einem e|»ie 'Sugen unb £>^ren fpie« 
tenben 2(taliäncr fierru^re. «Sollte nun aüenfalf« ein gutes Drdjefter ba« Üb« 
glücf treffen , burc^ einen fofdjen ^taltäner, mie id) i(>n £ier betrieben fyabe, on-- 
gjfü^ret ju werben : fo ^ätte man reefcl nid)M gewifferS ju geroarfen , als bof 

t?aff^ 



unb eine iftuftf ju beurtfcetten fey. 313 

baffdbe feinen vorigen ©!<nij gänjiidj sedieren werbe. ©tü<flicf) i|t a(fo basOr« 
djejler, roe(d)e6 babon befreiet bleibt. 3 U »ewunbtrn aber ift, bog fo(d)e italiä« 
nifebe 3 n ff rurncnt, f^ en / 00n benen l>' er t " e ^ ct)c 'ff/ »ftmate bei? fb(cfjen 5)?Hftf= 
toerjianbigen 'iSeyfau* unb <3cf?ul3 finben , »on meieren man es am af(erroenig(le« 
»ermüden foUte; bei) folgen tonfrtnfrtern, beren (Sinficbt unb gereinigter ©<= 
fcrmiacf, über bergieiefcn bijatw Art ju fpieien, biet ju roeif ergaben ift, a(* 
bafj fie einigen ®efaüen baran finben fonnten, Oftmals gefctjieb/ es tw^l nur 
aus Söerffeüung , ober roer rpeis aus maß nod) für anbern Urfacfyen. 

62. $. 

SnbttCompojttton&erttjtgen »taliamfcben Jnftrumentt* 
fleiv wenige babon ausgenommen, ftnbet manme&rgredjbeitunb berwor» 
«ne ©ebanfen, als S3efd)eibenbeit, Sßernunfr, unbiDrbnung. @ie fucfyen 
jroar biel 9ieueS ju erfttibett ; fte Verfallen aber baburd) in biele nieber* 
trächtige unb gemeine ©ange, He mit bem, was fie nod) ©uteS unter* 
mifdjen, wenig ©emeinfdjaft jjaben. ©ie bringen nicfyt mebT foId)e 
rm)renbe 5Relobieen bor / als ejjebem. 3&re Orunbftimmen finb webet 
pi&d)ti$ nod) melobifd), unb Gaben feinen fonberlidjen 3ufammen|jattg 
mit ber Jjauptftimme. 3n i&ren ?Ü?itf elftimmen ftnbet man weber Arbeit, 
nod; etwas gewagtes, fonbern nur eine troefene Harmonie. %\id) in 
tjjren ©olo fonnen fie einen 93af?, berjuweilen einige melobifdje 93ewe* 
gungen mod)ct, nid)t ausfteben. @ie lieben eö btelme&r, wenn ber 
93af? fein trerfen einbergc&t, nur feiten anfängt, ober immer auf einem 
Xone trummelt. «Sie geben bor, böfj ber ßoncertift baburd) am we= 
nigften bebeefet werbe, ©ie fd)<Jmen fid) aber bielleidjt ju fagen, bat fie 
ben SSafj beSwegen auf fold)e 21rt fe&en , ober fefjen laden , bamit ber, 
ber Jparmonie unb ifcrer Regeln gan$ unfunbige 'Üöirtuofe, ntd)t fo oft 
©efa&r laufe , feine Unwiffen&eit ju berratfren. 5Iuf ben canjen 33er* 
&alt ber &ad)t, unb auf baS Metrum , geben (Je wenig 2tdptung. Sn 
ber $ftobulation nehmen fie fid) ju biel grepbeit. @ie fudjen nid)t ht 
8eibenfd)aften fo auSjubrürfen unb ju bermifd)en, wie eS in ber ©ing» 
muftf üblid) ift. »Kit einem. 5ßorte , fte baben ben ©efdjmacf i&rer 
Sßorfabren, in ber Snftrumentalmuftf, jw« beränbert, aber nid)t ber= 
belfert« 

63. §. 

3nberX)ocalcompdfittont)crl?cuti0cnn«ttonalit<iltartec 
ifl bie Stulle ber «Bingftimme lotö 33cftf. hierauf wenben fte ben meiften 
%lti$ 1 fte machen fte bem ©anger bequem, unb bringen barinne nic^t feiten ar= 

SX r tige 



3 i4 3D«e XVm.ö«upt(ludf. XOic «n flluftfue 

tige (giiif^Ke unb Sluöbrücfe an. Defterö aber berfaflen fie aud) foräep 
in taö 9tieberttld)tige unb ©emeine. 5Ba$ Sie 93egleitung ber Snffru* 
mente betrifft , fo unterfcfyetbet fte ftcfy nid)t biel bon ber int borigrn $. 
tefcfjrie&cnen Snftrumeutalcompofttion. Da$ SHitorneU ijl meiftentbeilä 
fe^r fdjledjt, unb fd>eint manchmal gat nid)t ju tiefer 5lrie ju geboren. 
2>a$ richtige SRettum fe&It aud) fe&t öfter*. @3 ift ju dauern, t>tf 
tiie meiften ber i&igen ttaliamfdjen Dj>erncomr*nijren, beren einigen man 
baö gute SRatureß nid)t abfptedjen fann, ju frübjettig, e^>e fie nod) wtf 
tun ben SXcgel« ber ©eefunft berfreben, für baS Xbeater i« M>reif»cn an» 
fangen ; bafj fte ftd) nad)gebenb$ nict)t mebr / wie ifcre SBorfabren traten, 
bie 3«it nebmen, bie ^e&fUnjt cm$ bem ©runbe ju ftubiren; bat) fte la* 
Ui) nad)Ia§ig ftnb, unb me&rentbtiW tu gefd>winb arbeiten. 3d) getrauete 
mir eben nid)t ba$ ®egentbeil ju erweifen, wenn jemanb behaupten woÖ* 
te, bag fie bielleid)t nod) fdjledjter fepn würben, wofern nici)teittUM> 
ber anbere grofje Gomponift unter ibren n«bifd)en fftad)bam, abfom» 
fcerlid) ein berühmter 9J?«nn, bcm fie ben wahren guten unb bernünftigett 
©efdjmacf in ber ©ingmufif faft abgetreten $u baten fdjemen, ibuett 
rnd), burd) feine bdufig in Stalten aufgeführten ©ingfptele, mit g«# 
ten krempeln botgienge, unb baburd) öfters ©elegen&eit gdbe, ft'ebj 
mit feinen gebern auäjufd)tnücfett. €5o biel tfl gew#, bafj bte Sin» 
jabJ ber guten ingebojjrnen weiften @omr>onijten, bor me&r unb we* 
niger aß &wan$ig Sabren, burd) ba$, nid)t gar lange nad) einanbet 
erfolgte, frübjeitige 2lbf*erben breoer jungen eomjwniften, welche einen 
jkrborragenben ©eijl fpüren liefen , unb groge Hoffnung gaben / aber 
«Ue bren nid)t bollig jur SKetfe gefommen ftnb, etnen ftarfen SSerlutf tu 
litten jjat. Qitft unterfd)ieben ftd), in \\>m 9lrt ju benfen, mertlicfr 
bon einanber. SDer eine feiefj: Capelli. SDiefer war jum ^Jr4c^tigen f 
geuvigen unb ^remben aufgelegt, ©er anbere war : Pergolefe. Sie* 
fer ^attejumSc^metdjelnben, 3drtlid)en unb Slngenepmen biel giatu* 
rell; unb bejetgte babep biel guten SJißen jur arbeitfamen eompcfition. 
®er britte jjiejj ; Vinci. €r war lebjjaft/ reid> an <£rfiHbung, ange- 
nehm, natürlich, unb ofterö fe^r glücflic^ im 5luöbtucfe: weswegen et 
«ud)infurjer3e<t/ burd) nic^t aüjubiele ©mgfptele, in ganj Stalien, 
fd)on einen allgemeinen 33eofaü erworben fyattt. 9iur fd)\en ibm bte ©e* 
buib, unb bie^ujl jurforgfältisjm ?lu^efferung feiner ©cbanfcn, üm$ j« 
feblen. 

64, §, Uebri/ 



urrt> tint fcttuftf ju bmvttyüm fty. %i j 

64. §. 

UebrigenS, wenn man t>ic geiler ber <Sompom|ten, bon bem, w*$ 
fte wirflid) ©uttö Jjaben, abfonbert; \o fanu man ben Staliäitem über« 
fcaupt, tie ®efd)ifrid)?eit im «Spielen/ feie <£inftd)t in t>ie Sttuftt , fe« 
reiche Srftnbung ferner (Sebanfen, unt) tag fte etf im fingen ju einer 
großem SSoKfommenjjeit gebracht baben, alö irgenb eine anbere Nation, 
nid)t abfpredjen. $lw ®d)aU, Dai ftit einige geit, t»ie wieijlen i&rer 
3njrrumenti|ren aUjuweit bon bem ©efdjmacfe be$ ©ingen! abgegan« 
gen ftnb: roobitrd) fte nidjt nur Sßiele, fcie ijjnen nadjjuajjmen fudjen, 
verfilmen, fonbern aud) fo gar mannen ©anger berteiten, bie gute <3ing< 
ött iu berlaffen. & ift bajjer nidjt ojjne ®runb ju befunden, t>a@ ber 
flutt ©efe^maef in ber 9Äuftf, welken t?te Staliäner ebebembor benmeü 
flcn Golfern borauä gehabt fjaben , jfcjj bei) if;nen nad) unb nad) roieber 
t>erlierw, unb «nbern ganjfid) ju ÜOeile werben ftmne. Einige bernünf» 
tige, unb bon Verurteilen befreite italianifd)e Sftuftfberfrdnbige ge* 
flehen bitfe! felbft ju. ©ie wollen nod) fearju behaupten, la& fold)ti, 
fowo&I in Stnfe&ung ber Qompofttion, aW ber 21rt ju fpielen , bereit! ge» 
fd)t\)in fei). £>em fei) aber wie iljm wolle, fo bleibt ben Stalianern bod) 
^ gute ©ingart, roeldje ftcf> aud) fogar gewiffermaße« H$ auf i&re©on* 
fcelnft&rer «umreitet, bor allen anbern SSolfem nod) eigen. 

65. §. 

SÖC9 t>m 5^n5dfett ftnbet jtd) ba$ ©egentljeil bon bem, was tdj 
»on ben Stalianern gtfaget §aU. £>enn fo wie W 3tali(fner in ber «D?«* 
ftf fafl ju beranberlid) finb; fo ftnb bie granjofen barinne ju bejranbig, 
unb ju fflabifd). ©tebinben ft'd) aUjufe&r an gewiffe @(jaraftere, wef* 
d)e jwar jum Xanje unb ju "Srinf liebem, aber nidjt ju erttfr&aftertt 
©twefen bort&eilljaft ftab: weswegen aud) btö SReue bei) i&nen öfter! alt 
ju fenn feßeint. SDie jnfrrumenttjien pflegen fiel) war mit 2luöfü>ung 
flro^er <3d)roierigt"eiten, unb mit bielen 5lu!jicrungen im 5lbagto, nid>t 
weit einjulaffen; bod) tragen fit ibre @ad;e mit bieler S)eutlid)feit unb 
SKeinigfeit bort womit ftejum wenigjten bie guten ©ebanfenbe! @om; 
vonijren nid)t berberben. SBegen ibreö beutlid)en Vortrage!, finb fte 
in einem Drd>efrer, m fXipieniften, beffer m gebraud>en, alt bie Stalid« 
ner. <5* tft ba&er einem jeben ange^enben Snfrrumcntiften ju ratjjen, 
baß er mit ber fran$oftfd)en 5lrt ju fpielen ben Anfang mad)e. (£r wirb 
foaburd) nid)t allein, bie borgefd)riebenen 3Joten, unb iit Keinen 2lu!« 
jierungen, reinlid; unl> beutlid) bortragen lernen; fonbern md), mit ber 

9U 2 Seit, 



3 iö 2D«8 XVIII. öauptfhitf. XOittinXnü\ifM 

3eit, ben franjofifdjeH Sdjimm«: mit ber itölia , nifd)en Sdmteic&efen ju 
toermifdjen, fdbig, werben, unb «ine um fo twl gefälligere 2lrt ju fpielen 
erlangen, 

66. $. 

©ie fran3<5fifd)e 2Irt ju fingen tft fo Befc^öffen , tag bafcucc^ 
nicfyt, wie bei) Den Staltänern, grojje Sßirtuofen fonnen ge&ogeu werten. 
Sie erfcfjDpfet bat Vermögen t»er menfd)lid)en Stimme bei)2Btitcmnid)t. 
S&re ?lrien finb mefcr rebenb alö ftngenb. «Sie erfobern faft mebr gcr? 
tigfeit ber 3''ngc, im Sprechen ber Porter, als ©efci)tflid)feit ber 
ßeble. ©er gufa&ber Sanieren wirb bon Dem Sompontjten borgefdjrif» 
ben: folgiict) baben bie $lu&füljrer nid)t notbig t>ie Harmonie ju berfteftn. 
SDte ^Magien fint) bei) tbnen im (gingen faft gar nid)t ublid) : we;l fte 
borgeben baß ibre Sprache bicfelben nid)t erlaube. ®ie Slrien »erben 
mebrentbeilS, wegen sjflangelg ber guten Sänger, fo gefefcet, ba& fte tin 
Jeber, wer nurrotü, nad; fingen fann: weldjeö jwar folgen ftebbabern 
berSSJluftf, bienidjr bielbabonberfteben, ein Vergnügen machet; ben San* 
gern aber feinen fonberlid)cti iBurjug giebt. @ö bleibt ibwn «Sängern 
ntc^tö befonbereg eigen , alß bie gute Slction, weldje fte bor anbevn '?86^ 
fern borauä jjaben. 

67. §. 

^n ber Compofition bcrfafjren bie Svan$oftn febr ^ewiffen* 
&aft. 3n i&ren 5\ird)cnmufi6en ft'nbet man &war mebr iöefefjeföcnjeir, 
aber aud) mebr Xrocfcn^eit, alö in ben iralia'nifdjert'. Sie Irefcen bie na« 
türfid)en@dnge mebr, atö bie djromatifdjen. 3n ber Gelobte finb ftetreu* 
fcci'jiger al3 bieStaliäner; benn man fann bie golge ber ©ebanfen faft 
immer erraten: an Gürftnbungen afcer finb fte nicfyr fo reicfr) <tW jene. @ie 
fe&en mebr auf ben Sluöbrucf ber SBorter / als auf emett reijenben ober 
fd)meid)clnben ©efang. So wie bie 3tafia'ner bie ScrjonDeit bcr (5omv 
pufitton, grcfcteu Qrbetl?, nur in ber .fjauptfhmme anjubringcn fud)en; 
woburdj jtoar bie ©nwbftimme bann urib wann berabfäumet wtrb : fo 
legen hingegen bie ^ranjofen meifteutljeilg mebr Sdjimnw in bie ©runb* 
fftmme, alö in bie J^atiptffimme. 3br Slccompagnemenr ift mdjr (int» 
pel, a\$ erbaben. 3br SXecitatib fingt ju biel, bie Vitien hingegen au 
wenig: weswegen man in einer Dper wid)t allemal erratben fann, o& 
man ein SXecitatib ober tin Slriofo bore. 3Bofem auf tin fransofifebeö 
SKei'iratib eine järtlidjc 2lrie folget, wirb man ganj unb gar cingefct)la% 
fert, unb berliert alle 5lufmerffamf eit : ba bod) ber €ntjwecf einer Dper 

erfo*> 



u»t> eine tTCuftP ju beurteilen (ey. 317 

(tfobert/ %>aß bte 3ub6rer beftdnbig mit einer angenehmen 2I6wed)felun9 
unterhalten/ unb immer au$ einer £eibenfd)aft tntitcanfcere Perfekt, ja bafj 
bie Hcibenfd)afren felbft bisweilen auf einen gewiffen ©rab ber ©tärfe ge« 
trieben werten/ unb wieber abnehmen füllen. £)iefeö fann aber t>er £>id)* 
ter / o&ne 93cnbulfe t>eö (Somponiften, nid)t allem bewerf flelltgen. SDod) 
maö ben fransöfifeijen Opern, wegen be$ geringen UntetfduebS, ber ftd) 
jwifd)en 2lrien unb SXecitatiben ftnbet, an ber £ebbaftigfeit abge&t; HS 
etfeeen bie e&ore unb $änje. 9Benn man ben ganjen Sufammenbang 
einer franjefifdjen Oper genau betrachtet, fo follre man faft glauben/ al$ 
wenn bie aüjuabnlid)e 'Sßermifd)ung ber Jlrien unb SXecitatibe mit gleiß 
fo eingerichtet würbe, um t>it <ä$övt unb Ballette befto mc&r $u ergeben. 
Ungeachtet nun biefe, fowo&l al$ bte Sistierungen be$ ©djauplafccö, 
nur alt ein 9?ebenwerf einer Oper anjufeben ftnb; wie benn abfonberlid) 
bie @6ore in ben italianifdjen Opern wenig geachtet werben: fo fmb fie 
nidjtö befto weniger faft bie größte 3'<rbe ber franaöfifdjen ©ingfptefe. 
@ö ifr unftreitig, ball bie «Uruflf ber granjofen, fid?, ju bem 111 feiner 
93oUfommen&eit betrad)teten£anjett, Viel befier fd)icfet, att feine an* 
bere: ia hingegen bie italiänifd)e jum (gingen unb ©pielcn eine belfere 
SBirfung tbut, al$ jum Xanjen. X>od) ift aud) nid)t ganj $u läugnen, 
bafj man in ber franjoftfdjen Snfrrumentalmufif , twrnebmlid) aber in 
i&ren djarafteripreten ©turfen, wegen beö an einanber &angenben unb 
concertirenben@efangeö/ biele geftfUige unb annebmltdje ©ebanfen an* 
trifft, bie fid;, im italianifdjen ©efdjmacfe, mit pr4d)tigen unb erlabe* 
vm ©angen fe&r wobj bermifd)en laffen. 

68. $. 
51Ui italiifnifdjen Opern finb, wenn man fie im @an$en Uttafytt, 
mid) nid)t lauter gj?eifrerftü<f e. Obgleid) ipre bornebmften £>pernbid)rer, 
fid), abfonberlid) feit bem anfange biefeö 3a&rbunbert$, alle sjJci&e ge« 
QtUn fiaben, Ut ©ingfpiele bon bielen 5luöfd)weifungen ju reinigen, unb 
bem Vernünftigen ©efdmtacfe beö fransofifdjen Sragöbient&eaterg, fo 
Viel al$ moglid) ift, <Jfjnlid) ju madjen ; ob man wojjl in Stalten eine 
«Jttenge bollf ommen fd)6ner Opernpoefieen aufjuweifen bat : ba hingegen 
bie granjofen, in ibren meiften Opern, nod) immer an ben gabeln tlt* 
ben, unb an einer SÄenge unnatürlicher unb abenteuerlicher < 33orftcf= 
Jungen fid) beluftigen : fo werben bod) nod) in Italien, fowobl burd) 
mandjc g>oeten, als burd) bie @omponiften unb ©anger, große Segler 
begangen. SDie g>oeten berbinben 5» €. W Strien nidjt allemal mit ber 

SXr 3 £aupt* 



* 



3 1 s 3Da« XVffl. öauptjf ticü. XOit ein titujttu© 

#«uptfadje: fo bajj mandje Strte, t>ic mit bem < 3ßori^c« mc^t bett ge^Dvf* 
gen 3ufammenbang bat, nur bon oöngefibr etitflefd)o&t» ju feon fdjeint. 
SKandjmal mag e$ einigen ©intern wo&l an ber 53eurt{ieilung obec an 
ber €mpftnbung gefeblet baten : juroeilen aber Um t$ ftpit^ bajj fit t>em 
@ompomften ju ©efallen, mit) nadj gereiften ^et»cnaCficf)ten baten bid)» 
ten muffen r wenn nam(id) t>te SSBorte mdjt bequem in feie 5ttufif ju tritt* 
gen gewefen ftnb ; woran ber <poet «Schuft ijl; ober wenn etwan ber @onu 
ponift eine 2irie fdjon fertig bat, beren SiBorte fid) nidjt att ben Ort, wo 
fte binfommen foll, fduefen, unb ber SMdjter alfo etne «parobie barüter 
madjen mufj; weldje freolid) nid)t allemal jum teilen gerdtb. 23iSweu 
len muffen fid) bie Sinter nur bemm)en , säjorte mit folgen ©elbftlau* 
tern auöfnnbig jumadjen, bie fiel) gut ju ^Jaffagien Riefen: woburdj 
feenn, wenn bie 3Md)ter nid)t reid) an Sßerdttberung ber ©ebanfen unb 
i>er 5lu$brücfe ftnb, bem ^ufamntenbange ber &ati)t, unb ber @d)6u 
jjeit ber $)oefte , freiplid) nid)t allejeit geraden wirb. 2)od) wirb man 
wabtnebmen, bagbie grofjenDpernbid)ter, ben einjigen tTTctaffafto 
aufgenommen, gemeiniglid) tet) Weitem md)t fo bequeme Strien jur ?Dlü* 
(tt mad)en, al$ bie mittelmäßigen. JDiefe muffen ftct> bem eomponifteB 
wobl bequemen, wenn fte attberö fortlommen wollen: jene aber wollen 
ft'd), aud; ofterönidjt einmal in billigen unbnot&wenbigen<Stflcfen, jum 
Sortbeile ber Sflluftf, fron ifcrer bermepnten ^obe berat laffen: ob e* 
gleid) gar wobl mogltd) tft, bafj bie «poefle unb sjjjuftf fid) mit cinanber 
fo bereinigen fomten, t>a$ feine bäte? ju für» fomme; wie nur wd) erfl 
fürjlid), in einem eigenen beutfdjjen SBerfe: üön bet mufifoltfcfrm 
Pocfie, mit befonberer ©rwtblidjfeit tft gejetget worben. 

69. f 
©ie Sraniofen legen ben 3talidnew, nid)t gamunbgarojjne©run& / 
jur Saft, ba& fte in ben Strien , obne Unterfdjicb, ju Diel ^Jaffagien an« 
bringen. @* ifl jwar wabr , bafj wenn eö ber @inn ber «Borte erlau« 
Ut f unb ber ©dnger bie ^abtgfeit befujt, <})affagien lebjjaft, egal, runb, 
unbbeutlid) &erau$ ju bringen, bie Spaffagten eine auönebmenbe Sterbe 
im ©ingen finb. <£$ ifl aber aud) md)t ju Idugnen, tag bie StaMnet: 
Jiermne bisweilen m weit geben, unb weber einen Unterfdjieb ber SBor» 
tc, nod) ber ©anger madjen; fonbern nur mebrentbcilö ber bergebradj* 
ten ®ew0&m)eit, obne Jöeurtbeilung, nadjgeben. ©ie g>affagien mögen 
wobl2lnfangö, einigen guten @dngern ju ©efallen , fo b4uftg eiugeföb* 
ret worben fepn, um bie @efd)i«i<|feit ib«r ^eble »u itiitn, €$ ift 

aber 



unfc tim tttttfif jt» Uuttfyütn fe>. 3 19 

<tfat n*d)pet ein «Blü&raud) barau? crmadjfcit; fo tag man gfottfct, (ine 
2(rte obue «pafiagien f«9 nicfot fd)on , ober tin ©inger finge mcf)t gut, 
»ber tauge gar »id}t$ , wem» er md)t aud) gleich , wie ein 3nfitumentift, 
i>iele fcfywert ^affaflien ju matyn wif[e: o&ne ju &eten£ea, ob J>ct Xert 
§)affagien erlaube, ober mcfyt. £i ift abfonberlid) nid)t$ ungereimter, 
afcs wenn in einer fö^enannten 2lction«ue , wormn ein boter ®rab be$ 
3Jffeet$, er mag t lagenb ober wfitenb fepn, itegt, unb bie mefcr fprecfyenb, 
ölg fmgenb fcr>n füllte , wie ^affaaien borfowmen. «XMefe unterbrechen 
unb bemicf)ten an bieje» Orte ben ganjen 3Jugbruef\ ber ©ac&e * ,iu ge* 
febweigen, baß bergletcftoi Wirten ben öieun <^4ngeiu unbrauchbar werben, 
egtiatf, welcfiebie Soweit paben, W<Jajett,>itbQ(rtgec $*4tfeunb' 
Obne/feb'lcir.ber0tinii3te, rurtb unb b^Utltcfc petauS l iU>Mhge»,,fuft rar: 
fca &Ä«i bieJe.©angtr,o5neS.{efe®efc^i?lr<^e{tunb3fatuv4abe subefü 
jen, bennodji gut j?t>n fonhen. (Sfce man ju einer fci#tigfeirfji ben$affa# 
gien gelanget, muß ein großer gleiß unb befonbere Hebung bpr&r geben. 
'Diejenigen <g4u«er. aber, weisen, ungeachtet aUe$attgew(ub<ten&eift$ r . 
fast <ttWbo# We Mc&tigfeif berfaget, Hvftitt nur,, asfattbaß.fie 
$r/>. .um.bie «Wöbe mit ju machen , mit <Ma<y,en martern, ifcre 3eit 
«uf etwa£ oefferei wettben, nämfict) fcr)macf^aft unb au^brutfenb ju ftn* 
«en ; welche* fontf öfters Übet) ber#ait!?t wirb, 2lu$ ber nbertriebenett 
£ujt ^Jaffagien «u fingen, entfte&t autf) öftere ttbc^ ba$ Uebel, baß um 
einiger ©atyer willen , benen juwiber, m fepn W ^liigbeit ni'cfrt allemaj 
erlaubet, >em@omponijten,. unb bem 5jicf)ter, bie greapeit orbentlicfc 
juiewfen benommen wirb, ©cd) e$ fcl;fcfotv *<»£ t^o, Wt an benmei« 
pen Orten in 3BeIfcf)lanb etngeriffene Mangel fertiger langer/ ben $af> 
jagten oftetö fajt gar ju enge ©rdnjen fe&en.rtetbe. 

©er.Urfadjen, warum mcr)t «He Opern in Starten »rrnnnftig nno 
^ auSgefüöret werben , fann e$ norf) viel meutere geben, $augt feol* 
lenbö t>ie ganie grftnbung unb 2lu$föl;rung ber Oper, bon @eitenbe$ 
!£oeten r nief>t biel; benn nic^t einmal öße Materien ftnbber 5Kufif \>u 
fluem: fo famreö auc^i bem bellen Somponiften fepl fragen; weil e^ 
felbft burc§ bie yoefte nic^t angefeuert wirb. Qßenbete er aud> alle fänt 
drifte an, um etwg^ Outeö berbor ju bringen; fo fann t>effen ungeacl)* 
Jet fe ine c3pmpofttJ03 boef; nic^t ben erwarteten SSepfalt erhalten : weil iit 
Stiften, bieweilert auö Srubum, ben guten ober ftylecfrten ßrfolg einer 
Oper »ticfyt im ^oeteit, fonber» bem ^omponijte« allein auftreiben: 

ob 



32o Da* XVm. öaupttfutf. XOit ein tTTuftfua 

c/b gletd) ber eine eben fo &iel alt btr aribtn bejjrwaen mug, wenn bi< 
Dper, »on ©eiten t>er 'Setfajfer, bottfomme» fenn füll, (gme gute, 
unb bwrcf> ben Sinter wo&I aufgeführte «Bfarerie eines ©ingfpiirrä, fann 
eine mittelmäßige sjftufrt erpeben : ein? fd)led)t at>ge&anbe(te hingegen/ 
fann berurfadjen, baS eine batike«" |tb* wo&l gefaete 50?uftf, wenn man 
fte öfters bSrtt, 93erbrug unKange SBeile mad)tt: befonberö wenn bte 
©4ngerun&3iccömya4ntftepoa33&rigemcfyt aue& geborig baju beptragetr. 

71. §• 

SBenn aber ber *poet eine ante Sittaterfe 3e»<Jblet, unb felbige naefo 

«Her möglichen SBa&rfd)'»««^«! au^effiöret &<t; wenn erbieGbaraft« 

re ber aufgeführt'« ^perfonen wofcl bow einanbeiunterfdneben, unb fol* 

d>e, fo feiel a» möalid) ijl, bei» ^fpigfeiteu, be« SUttr, ben @emiltb$« 

Neigungen, unb ber ©eftalt ber ©äuget gemdö eingeridjtet bat; wenn 

er einen febeu fo fpred)en laßt, wie e$ bem @(;arattere, Un er borfM« 

let, xufontmt; wenn fci« SXecitatibe nidjt gar su wettlduftig/ nnb bie 

SBorte ber 2fcim ntdjt tu lang nod) $u &0d)trabenb futb; wenn in ben 

5lrien jroar juweilen einige, mit ber $ftufi! bequem nadjjumafenb* ©tttd)* 

ntffc, bowebmlid) uub unumgangltd) aber bie ^pracfyeber feibenfcfyaf» 

ten, eüigefubret worben; wenn bie 8eibenfd)aften, fo wopl an ibret ju* unb 

abnebmenben ©tifrfe/ al§ an ibrer '-Berfcfyieben&eit/ gefdnft mit einanbet 

<rbwed)feln; wenn bequeme Sßeröarren m ben 2lrien erwartet worben finb; 

wenn audj auf bie jum Singen bor jüglid) bequeme» 2B6rter einetoetnünfti» 

ge 5tbftd)t gerid)tet worben , bie unaefcfyiften aber nad) sjftoglidjfett ber* 

Blieben finb; »oenn ferner ber @omponijr einen gereinigten ©tfdjmarf 1 , unb 

baö Sßerabgen bat, bie &ibenfd)aften, ben Sföotten gemäg, mit ber 

gftufif auöxubrficf en ; wenn er einen jeben Sänger nad) feiner «Starte, 

unb ebne <part&eplid)feit etngef leibet bat; wenn er alle$ in feinem gebi« 

rtgen gufammenbange wofcl mit einanbet berbunben , babep aber eine bil< 

lige Äürje Uobad)ttt j>at; wenn iit ©a'itger itjre Stollen icw borjufW* 

lenben Sbaraftere, unb ber 3l(>ftd)t be$ @om»oniften gemafj, mit £rnjt 

unb Stfer auSfü&ren; wenn W Slccompagniften ber 23orfd>rift bes" <ät>m* 

ponijren, unb i&rcr g>flid)t nadjfommtn ; wenn enblid) bie SluSsierungen 

beö $beater$ unb iit SöaUette mit bem Snbalte ter Optr wobl fiberein* 

(hmmen: fo ijtfein3»fiftl» ba§ md)t eine fold)e italidmfdje, über nad) 

italianifdjer 2lrt eingerichtete Dper, iebermann gefallen/ unb für eine* 

ber augene^mfteti ©c^aufpiele gebalten werben fönne. 

72,§.^ier# 



unt> eine tTUifit 2 5« beurteilen fey. 321 

72. $. 

hierüber aber famt weber ein Staltdner, nod) ein Jtanjofe, wenn 
et jumal niemals «u6 feinem Canbe gekommen , unb nur immer einerlei 
Stet bon ?D?uft£ gciviD&net gewefen ifr, ein richtiges Urteil fallen, din 
jeber wirb bie, weld)e feinet £anbeöart gemäß »ft , für bic befhbalten/ 
unb i>ie anbere bcrad)ten. €$ wirb ibn immer, entroeber eine lange @e« 
roobnbeit, über ein eingerourjelteS 53orutt^ett berbinbern , ba$ ®ute 
beS ®egent&eil3, unb taö ©cfyledjte feiner ^art^ep einjufejjen. Sin 
bittet hingegen, wenn er anberö <£inftd)t unb (Srfenntntfj beftijet, un& 
unpart{>epifd) ifr, fann gerben t>cit ftd)erfren 5iuäfd;lag geben. 

73. $. 

3« Stalten finb meines SEBiflenö niemals, webet franjr'fifdje Opern 
öffentlich, nod) Strien ober anbete fran}Dfifd)e©tngjrucfe inSbefonbete auf* 
gefubret, nod) weniger franjofifdje langer babin berufen roorben. 3» 
granfreid) btngegen f a t man, »war feine italidniffte Oper öffentlid), 
bod) aber iralidnifcfje Strien, Concerte, Xrto, ©ofo, u. b. m. inSbe* 
fonbere aufgefiS&ret; aud) italtdmfdK ©dnger babin fommen foffen, unb 
unterbauen: roobon unter anbern baS itatidntfetje Soncett an ber ^uil* 
lerie, unb berfd)iebene neuere SÖorfdtle 3 eu aniö geben. 3« 25eutfct)=» 
lanb finb fd)on bon mebr als fiebenjig Sa&ren ber, fowobl franjö* 
fifcr>e als italidnifd)e Opern, unb, bon ned) langem Seiten ber, anbere, 
in beoberlet) ®efd)macfe berfertigte Üftuftfen, öffentlid) unb ins befrn* 
bere aufge übtet werben : folglid) bat manftd) aud) italtdnifcbet nnb ftan» 
jofifdjet @dnger baju bebienet. SRad)bem e$ aber bie Stalianer im ®e* 
fdjmacfe immer weitet getrieben fcaben, bie granjofen hingegen immet 
auf einet Stelle geblieben ftnb: fo bat man faft feit 20 obet 30 3abren, 
auger ben 93alletten , webet franjofifdje Dpetn, nod) anbere bonbiefer 
3trt «S?ufif in ©eutfd)(anb utebr gebetet, ©owobl bie im ttalidnifd)en 
©efdwtaife gefegten Opetn, als Snfrrumentaljlücfe, ftnben nid)t nut 
bis ieo in ganj £>eutfd)lanb, fonbern aud) in «Spanien, ^3ortugaU, 
gnglanb, |>o&len unb Düi&lanb 23e»fall. 25er $ranjofeu tbre @pra* 
d)e, @d)riften, ^Joefte, ©itten, ®ebrdud)e, 2Roben, unb was fte 
fouit ©uteS oor&ubrmgen »iffen, wirb bou ben meiften europdifdjen ^ööl* 
fern, befonberS aber bon ben £)cutfd)en, geliebet : nur bie 9ftu|tf nid)t 
mebr wie ebebem; ausgenommen bon ewigen jungen beuten, beten erjre 
SluSfiudpt nad; ^ranfreid; gebt, unb iie allba etwan ein 3n|rrument ju 

<S $ fpielen 



322 £ae XVIII. öauptflücf. Wie ein mufiFus 

fptclctt anfangen, feie fran}6fifd;e «Sflufif aber bequemer ju fpielen ftnfeen, 
ttfö tiie italiantfdje. 

74- §• 
Sttanfcat ftd)jwarfeit etlichen unb jwanjig 3a&ren, infonberfjeit 
in tyantf bemüber, feen italiäntfd)en ©efdjmac? mit feem franjofifc()en ju 
bermifdjen. Slllein man ftnfeet bon t)cm guten Erfolge biö i|o nod) feine 
fonfeerlidjen giftertmaale. 3n t>er ©ingmuftf cntfdjulfeiget man ftd) im* 
mer mit feer @prad)e , feafj feiefclbe ju feer ttattdntfcfjcn ® ingart tttdjt U* 
quemfet). Sßiclleidjt aber Ijat eSnod) an gefd)tften Sompomfren, unb 
guten ©angern gefeblet, um tß gehörig inß SBerf j« fe^en. *£?«« &at 
ja wo&i übet t>eutfd)e unb engldnfetfd)e SBorte, weld)e bet) ben gwnjofen 
ttod) weniger im (Srebire frebe», mit gutem Erfolge im italiänifdjen ®e* 
fd)macfe g^uft? gefegt; warum füllte t$ benn nidjt aud) über feie fo fejjt 
beliebte franjofifcfye ^prad)e angeben? Um feen granjofen tiefet Sßorur* 
tßetl ju benehmen, feilte man feurd) einen Qomponiften , per in ber ita* 
lidnifd)en 2lrt eine fd)Dne 5lne ju madjeu weiö, unb ber bie franjofifdje 
€5prad)e fo gut, als feie italianifdje berftefct, über fran$6ftfd)e 'SBorte, 
feie nad)feer italidnifdjen Söeifc eingerichtet waren/ eine 5lrie berferti« 
gen, unfe feiefelbe feurd) einen guten italiänifd)en (ganger, feer aber eine 
gute franjofifd)e 5Ju$fprad)e baben müßte/ abfingen laffen. £>iefeg fbnn* 
te ju einer *}>robe bienen/ ob feie ©d)iilfe an feer «Sprache, ober an feer 
llnwiffenbeit feer franjofifdjen @ompouiften liege, wenn gftuftf tm italitf» 
ntfdjen ©efdjmacfe ftd) nid)t jur franjpfifd;en ©pradje fcfyicfen will. 

75. §• 
3n feetr Snfrrumenralmuftf mödjren eö feie granjofen nod) e&er jtt 
etwas bringen, wenn fie fowobJ in 5Jnf:bung feer (Sompofttion, ali ber 
Slusfribrung, gute dufter bon an\>trn Sßölfeni bei; ftd) bdtten: ofeerwenn 
if;re Gomponiften, ©dflger, unfe Snftrumenttften mebr 8ieb&aber wa« 
reii, anfecre fdnfeer ju befud^en, um eine bernünftige 23ermifd)ung im 
©cfdjmacfe ju machen. @d lange fie fid) aber nod) bon Sßoructbeilett 
bor iljr eigenes 2anfe be&errfdjcn laffen; aud) feine regten eckten unbgu* 
ten 23?nfpiele bon ^taltänem , ofett anfeern Rationen, feie fd)on in eine« 
feermifdjeten ©efdjmacf c fcfjen, fingen ober fpielen/ in ibrem Sanfee Da« 
ben ; fo lange fie feen bermifd)eten ©efdjmacf in andern Sdnfecrn nid)t ju 
erlangen fud)en : werben fie entweber bleiben wie fie bor langen geitett 
gewefenffnfe; ober t$ fiept ju befürchten, bag fie, wegen btß Mangels 
öuter SOJufter/ wenn fie ja wa$ nmi einfügen wollen, aui ber attju* 

öw^en 



vmfc eine tTCuftf $u beurteilen fcy. 323 

srofkn^flobeftie, entilicf) in eine befro größere gredjjjeit verfallen, unb bett 
ibnen immer nod) eigen geroefeuen netten unb &cut(ict?en Vortrag/ in eine bi s 
jarre uut) bunfele^lrtju ("viele» berwanbeln mochten. 23ct) einer neuen unfc 
fremden ®ad)t, wendet man mebrentbetis nid)t ^eit. genug jur llnterfu* 
d)una, beifelbcn an ; fonberu man fallt gemcimgitd) bon citjem dufjerften 
<tnbe aufs anbere: abfonbctltd) wenn eö auf bie SSßabl junger Seute an< 
t'ommt, n»eld;eburd) alles", ma$ nur neu ifr, bertlenbet werben fbnnen. 

76. §. 

SBollte man enblid) bie italidnifdje unb franädftfdje SMionalmuiif, 
wenn man jebe bon ber bcftcit «Seite betradjtct, in ber Äürje eftarafte* 
rifiren, unb i(\x tlnterfd)ieb be£ ©efdrniaries" gegen einanber (»alten; 
fo würbe biefe 'SBergleidjung, meinet <2rad)teöy, ojmgefdjjr alfo au$* 
fallen: 

®ie Jtalidnetr finb in ber Compojtrion uncingefdjrn'-tf'ef, 
prächtig, lebhaft, auöbrücfenb, tiefftnnig, erpaben in ber Senfart, 
ctn>aö bijarr, frei», berwegen, fred), ausfdjweifenb, im Metrum ju* 
weiten n«d)ldffig; fte ftnb aber aud) fingenb, fdjmeidjelnb, sdrtfid), rü&» 
renb, unb reid) an <£rftt:bung. (Sie fdjreiben mei)r für Kenner alß für 
fteb&aber. Sie ^ransofen finb in ber Compofition swar lebbaft, 
ausbrüdenb, naturltd), bem publicum gefällig unb begrcifiid), unb rid)* 
tiger im Metrum alß jene; fie finb aber weber tieffinnig nod) t'ü&n; foiu 
bem febr eingefdjrinfef, fflabifdj, fid) felbft immer dpnlid), niebrig in 
ber Senfatt, truef eil an Srftnbmig ; fie warmen bie ©ebanfen ibrer 'äBor* 
fa&ren immer wieber auf, unb ^reiben mebr für $icbl;abet a($ für 
Renner. 

Sie italidrufcbe @tncj«t* ift tieffinnig, unb ftinftlicr) ; ^it xxxh 
ttt, unb fe&et jugleid) in SSerrounbcrung ; fte &efd)dftiget ben mufifali* 
fdjenSßerftanb; fte ift gefällig, reijenb, auöbrücfenb, reid) im ©cfc&raa* 
efe unb Vortrage, unb feerfeect ben Subörer, auf eine angenebme 2lrr, 
aus einer ?eibcirfd)aft in bie anbere. Sie fran5Öfifd)c Sfnicjart ift 
mebr fimpel als funfhtd), mebr fpred)enb all fingenb; im 5lusbrucfc ber 
geibenfekfte», unb in ber Stimme, mebr übertrieben aß natürlid); 
im @efd)marfe unb im Vortrage ift fie arm, unb fid) felbft immer d&n* 
lid); fu ift mebr für 2:eb&a£>er als für «Dhififberfta'nbigc ; fie fd)icfct fid) 
beiTer ju Sriufltebew als ju ernftbaften vinen , unb beluftiget jwar bie 
©mne, ben mufifalifdjen SSerftanb aber lägt fte ganj mügig. 

SS 2 sie 



3 2 4 Da» XVin. öaupttfütf. Wiennmufifue 

©i< ttaltänifcfrr 2lrt$u fpielcn ifl wiltfubrlid;, «utffdjweifenfc, 
«eMnftelt, tunfei, aud) oftcrö fred) unb bijarr, ferner in ber 3(u$übung; 
Ö'e erlaubet biet Sufafc bon Sanieren, unb erfobert eine iiemlicpe $ennt» 
nifj t>er Harmonie; fie erroeefet aber bep ben Unwiffenben mebr 23erwun* 
berung alö ©efallen. SDte fran$djif<$e Spielart ift fflabifd), bod) 
mobeft, beutlid), nett unb reinlid) im Vortrage, leicljt nacpjuabmen, 
nid)t tiefftnnig noepbunfel, fonbern jebermann begreifet), unb bequem 
für bie gtebbaber; fie erfobert nid)t biel Srfenntnijj ber Harmonie, weil 
bie Filterungen mebrentbeilö bon bem @omponijten borgefd)rieben wer= 
ben; fie berurfaepet aber bep ben 3ftuftfberfta'nbigen wenig 9?ad)benfen. 

?D?it einem SBorre: bie italiänifcpe 5)?ufif iji willffibrlid), unliit 
franjofiicpe eingefcprdnJet: ba&er eö bep biefer mebr auf bie @ompofition 
aU auf bie Siuöfübrung, bei; jener aber, faft fo biel, ja bep einigen @tü* 
efen faft mebr, aufbieSluöfü&rung, alö a ,,f bie Gompofition anfommt, 
wenn eine gute Sßirf" ung erfolgen fott. 

£tteitalia'uifd)e<5ingarr, ift ibrer 5lrt ju fpielen , unb ine franjo» 
fjfdje 51rt ju fielen, ifcrer ©ingart borjujieben. 

77- §• 

©ie (Sigenfdjafren biefer bepben Sftuftfarten, innren &war nod) 
»eitlduftiger au^gefübret, unb nod) genauer unterfuepet werben. SiHeitt 
biefeö mürbe bielmebr in eine eigene unb befonbere 2lbbanblung babott/ 
als* Berber geboren. Snjwifdjen fcabe icp nüd) bod) bemubet, iit bor« 
nef^n'ftcii SIBabtbeiten unb flennjcidjen berfelben, unb be$ bajwifd)en 
Jfpnblid&en UnterfdjiebeS , in ber Äürje ju bemerfen. 3d) (äffe einem 
jebeü bie Srepbeit, auö bem Slngeftl&rten ben @d)lufj $u jieben, wel« 
Tpcr ©efdjmacf bon bepben mit SRecpte ben Sßorjug berbiene. Sri) babc 
aber ju ber 93iUigfeit meiner fefer baö Vertrauen, bajj fie mid) um fo* 
biel weniger fcierbep einer 9>artbeplid)feit befepulbigen werben : ia iaß* 
jenige, wa$ icp etwan felbft bon ©efepmaefe erlanget babe, fowobl au$ 
bem frarsofifd)en alö auö bem italianifcpen gesoffen ift; ba id) frepbegutts 
ber, in ber au6brncflid)en 2lbfid;t, mir baö ®ute bon bepben in ber 
«Sttufif ju 9?^en ju madjen, burdjreifet bin; unb ba id) alfo bon bepben 
53?uflfatten einen Slugen? unb Dbrenjeugea abgeben fann. 

78. f. 

SBennmanfct'e tTCuftf berDeutfcf)cn, bon mebr al$ einem Safer* 
Jjunberteber, genau unterfuepet: fo ftnbet man jroar, ba? bie ©eutfdjen e$ 
fdjon bor geraumer 3«^ nid;t nur in ber ^armonifd^ndjttgen @e|J unfr, fon= 

bem 



unt> eine tfTufif $u beurteilen fcy. 325 

bern aud) auf bielen Snftrumenten , fc^r weit ge&racf;t {jatteit. SSom 
guten ®efd)macfe aber/ unb Don fd)f>nen sB?eI»t>ieen, finber matt/ auger 
einigen alten JRirc^cngefangen , wenig «Dterfmaale; fonbern bielme&r l>ag 
fowobj i6r ©efdmtacf , al* i&re SWelDbieen , Idnger als ben t&ren Wad)* 
Jarn, iiemlid; platt, troefen, mager/ unb einfÜltig gewefen. 

79- §• 

3&re (Compofttt'on war/ wie gefagt/ &armonifd) unb boBjlimmig; 
ober nid)t melobtfcr) unb reijenb. 

@ie fudjeten me&r fünfrlid), aß Begreiflich unb gefällig; meDr für 
ba$ @eftd)t/ al$ fär ba$ @e(>6r ju friert. 

SDie ganj 2llten brauten/ in einem aufgearbeiteten ©tuefe/ ju biele 
unb ju überflüfjige Qabenjen uad) einanber an : inbem fte faft aus feiner 
Tonart in bie anbere/ obne bor&er )u cabeniiren, au$juweid)en pflege* 
ren: burd) welche 5lufrid)tigfeit aber ba$ ©e&or feiten überraget würbe. 

(SS fef;lete ibnen an einer guten ®abjunb$erbinbungber®ebanfen. 

©ie üeibenfdjaften iu erregen unb ju ftillen, war ijmcn etwas wv 
bekanntes. 

80. $. 
3« ijjrer «SmtfrtiufiE fudjeten fte mefcr bie bloien Söorrer, aW 
ben «Sinn berfelben, ober ben bamit berfmipfeten 5lffect/ au$jubrutfen. 
Sßiele glaubeten bieferwegen fdjon eine ©nuge geleitet ju baben , wenn 
fte j. €. bie SBotte : £>immel nnb ^>6Ue, burd) bie äu§er|te £>6f)t unb 
Siefe auSbrücf eten : woburd) benn oft biel £ad)erlid)e$ mit unterjulaufen 
pflegete. 3n ©ingjtucfen liebten (t'e fejjr bie außerfle £6fje, unb liegen 
in berfelben immer SHJorte auöfpredjen. .pierju mögen bie Salfetftimmen 
erwad)fener SDJanneSperfonen/ welchen tit Xiefe gemeiniglid) befdjwcr» 
lidj ifl / einige Urfad)e gegeben fcaben. Den ungern gaben fte unter 
gefdjwinben ütfoten biele SBorte nad) einanber auösufprecfyen ; weldjeö 
aber ber <5igenfdjaft be$ guten «SingenS juwiber ijt / ben «Sanger ber* 
liinbert bie <£6ne in i&rer gehörigen <Sd)6n|>eit ^erboriu bringen/ unb 
ftd) bon ber gemeinen £Ket>c aßjuwenig unterfdjeibet (*). 3&re ©ing* 
arien befrunbett mebrenn)eil$ auö jwo SHeprifen; fte waren fe[>r fur$; aber 
aud) fe&r einfaltig unb troefen. 

(*) Obg(eicf) einige wenige £)eutfcfje, burd) 5T}ad)a^mungbeSitaIiQnifcf)fn ©efdjma-- 
efes, tiefen Sefjler, rodeber nur in ber fomifd>en SKufif eine (Schönheit ijt, ab= 
geleget traben: fo i\~i er boef/, aud) ju ifiger 3M/ noc^ nic^t gänjlid> au6g«= 
rettet. 

6s 3 ©ie 



3»* £>aa XVHI. öauptjtttf. Wie ein mufifua 

3Bie bie ©ingart ber Tieutfchen in bf n äffen 3*ton befefjaffen geroefen fen, fein» 
man, noch, bis auf tiefe ©tunbe, in ben meiffen ©täbten, anben(Ehor=ober©dju(* 
fang«n abnehmen, ©iefe bringen es jroar im SRötcrticfbn weiter, ats Biele ga= 
lante ©duger anbei!« Sßölfer: allein mit bei: ©timme roiffen fte faflgat nicht 
umzugehen, ©ie fingen baffer meiftentheits ohne Sicht unb ©chatten, in einer* 
Jen ©tärfe beä $oneS. £)ie 9?afen= unb ©urgelfehier rennen fie faum. 35ie 
SBereiuigung ber 23rujrfrimme mit bem Salfet ift ihnen eben fo unbefannt, a(* 
ben granjofen. gjJit bem dritter begnügen fie ftcf) fo, roie ihn bie Statur gie6f. 
53on ber italidnifcfjen ©ehmeiebf le» , roeldj'e buref) gefdjleifete Sftofen , unb burdj 
tag Sßerminbern unb $}eiftärfen beSloneS geroirfet roirb, haben fie roenig (?m- 
ppnbung. 2$ r unangenehmes, übertriebenes, alljuraufdhenbeS ©tofjen mit ber 
5Sruft, rooben fie fich bie gertigfeit b« £)eutfchen bas ly aussprechen rechtfehaffen ju 
9?u&en machen, unb 6er; aüen9?oten: ha hahaftafjörentaffen, Berutfadjet, bafj bit 
spaffagieu altegehacfetflmgen; unbiftBon betreff, mit welcher bie welfchen 33ruff< 
ftimmen bie ^Paffagien Bortragen, weit entfernet. Den fimpein ©efang hengen 
fie nidjt genug an einauber, unb »erbinben benfelben nicht burch Borhattenbe [Ro- 
ten : weswegen i(jr Vortrag febr troef en unb einfältig flingt. (Es fegtet biefen 
beutfehen dborfängern flroar roeber an natürlich guten ©timmen , noch an b«r 
gäbigfett etwas ju lernen : es fehlet ihnen Bietmehr an ber guten Unterweifung. 
$>ie SantoreS fotten, wegen ber mit ihrem 2(mte immer Berfnüpfefen ©chu(ar= 
beifen , juglcich halbe ©eleijrte fenn. deswegen roirb öfters bei) ber ®af)l mehr 
aufbas (entere, als auf bie SHSiffenfc^aft in ber ÜRufif gefefjen. Die nach fo(= 
djen Abfielen erwarteten (Eanfo.reS treiben beäroegen bie Sftufif, Bon ber fie ohne* 
bem fetpr roenig roiffen , nur als ein 9le&enwerf. ©ie wünfdjen nichts mehr, aii 
balb burch eine gute fette SDorfpfarr», Bon ber ©chute, unb}vgleid)»onb«9)iufif 
frlöfet ju werben, giubet fich auch ja noch hier unb ba eindüantor, ber bae! 
©einige »erfreut, Unb feinem mufifatifchen 'Amte rechtfehaffen BorjufreheuSuft hat: 
fo fucbenati »ielcn Orten bie O&erften ber ©cbate, einige geiftlidjen 2fuffel>er ber* 
fe(ben y unter benen Biete ber 9)iufif auffajsig finb, nid;t ausgenommen, foroo^i 
ten (Eantor, als bie ©chüler, an 'JCusübung ber SKufif ju hinbern. 2(uch fogac 
in benen ©tbuten, roefdje, befage ifirer ©efe|e, fjauptfäcf/iid) in ber ?(6fid)t ge« 
ftiftet roerben finb, bafj bie SiKufif barinne »orjügiid) foff ge[ei)ret unb gelei-uet, 
tmb mufici eruditi gebogen roerben , ift öfters b« butd) ben 55orfUf;er unterftü« 
|ete SXector ber abgefagteffc geinb ber SJJufif. ©erabe als roenn ein guter ia= 
tetner unb ein gu.er TÖiufifuö 35inge roären, bereu eine* baS anbere notfjroen* 
biger ®eife aufgebt. 35ie mit ben Santorbienften Berfnüpfeten 5ßort6ei(e, finb 
<m Bieten , ja an ben meifren Orten, fo gering , bafj ein guter SKufif uS ÜSebenfen 
tragen mu§, einen foidjeu X)ienfT, ofwe SJiOtf), anjunebmen. 35a es nun, auf 
foicfye ?(rt , in S>eutfd}Ianb a» guter Itnroeifwig , Boriiebmlid) in ber ^ocalmufif, 
fehlet; ba bcrfelöen auch nod) baju an Bieten Orten unuberfreigtiche ^inberniffe 
in ben 5Beg geteget roerben : fo f önnen aud) nid}t leidet gute ©dnger erjogen roer= 
ben. @S ift ben biefen Umftänben ju Bermuthen, bafj 6e» ben Deutfchen bie 
gute ©insart niemals fo allgemein werben bürfte v «<S bei; ben ^tatiänern ; bey 

welchen 



unb eine iTIuftF $u beurteilen fty. 327 

roetdjen, fcf>on bon Dielen 3 e ' ten jw, Weßfato bie beften 'Xitflalten Dor^anben finb : 
eS märe benn, bofj große #erren Sßorfcfyub traten, Siiigfcpulen anzulegen , in 
roelcpen bie gute nnb ecfyte ttatidniftfje ©ingart geleitet .würbe. 

81. §. 

25ie Jnffrumcntalinufif berSDcutfcfren in benfeorigen Seite«/ 
falj meprentpeilö auf bem ^aptcre fc&r bunt unb geftf&rlid) auß. ©ie 
ftfjrieben t-tele brcr>* t-ttr* unb meprmal gefdjwa'njtett ÜRoten. 3öeil 
fte aber biefelben in einer fepr gelaffenen ©efcljwinbigfeit auSfupreten : fo 
Hangen tfcc ®turfe treffen ungeachtet nidjt lebhaft, font»crn matt unb 
fdjldfrtg. 

«Sie hielten mepr Pon fc^n>cren all letcf^tctt ©tiefen / unbjfudjeteH 
mcjjr ä3ewunberung ju erweef ett , aU ju gefallen. 

@ie öeftifftn ftd) mepr, ben fätfatiü ber Xptere, j. €. beö ßufuft, 
ber sRadjtigaH, ber ^enne, ber 3Bad)tel, u. f. w. auf ipren 3nfrrumen> 
ten nad)sumad)en; wobep ber Xrompete unb ber £eper aud? nid)t Der* 
gefien würbe: alö ber sjJcenfcfyenftimme nad)}uapmen. 

Defterö war ein fogenanntel Quobli&et/ mUt) entweber in @ing* 
ftücfen ldd)erlid)e SJorte, o&ne Bufammenfcang/ Porfamen, ober/ in 3n* 
fimmenralftüifcH, bie ©angwetfen gemeiner unb niebertrldjtiger Srinf* 
lieber unter etnanber gemifdjet würben/ ipr angenepmfter 3eitPertrei&. 

5luf ber ©eige fpieleten fte mepr parmonifd) , alö melobifd). (Sie 
fc&eten Diele ©tücfe, woju iit Sötolinen umgeftimmet werben mußten. 
£>ie ©epten würben ndmlid), nad) 3injeige be$ Qomponiftcn, anftatt 
ber Quinten/ in @ecunben/ Xerjen/ ober Quarten geftmtmet; um 
bie Siccorbe befto Ieid)ter ju Gaben: weld)eöaber bep ben ^Jaffagieit eine 
nid)t geringe ©djwierigfeit Derurfarf;ete. 

3pte Sttjtrumentatftücfe kftunben meiftentijeilö auö ©onaten, 
g>artieett/ 3»traben, sjftarfdjen/ ©affenpauern, unb Dielen anbern 
rft Iddjerlidjen Sparafteren/ teren ®ebdd)tnij3 i|o Derfofdjcn tfr. 

Sa$ Megro beftunb meprentpciB bom anfange bi$ jtitn (£nbe auS 
lauter ^affagien, ia faft immer ein Xact bem anbern apnltd) war, unb 
Don ttnem £one jum anbern/ burd) \>it Xran^pöfttionen, wieberpolet 
würbe; weld)e$ aber enblid) notpwenbig einen & xl berurfadjen mufjte. 
Defterö fclie&en fte nid)t langer alö nur wenige Xacrebep einerlei; ^empo: 
fte Pcrmifdjcten bielmepr, in einem @a$e/ balb etwaö Sangfamereö, balb 
wieber etwas ©«fdjwmbere^, mitetnanber, 



328 DaeXVM. öauptjiutf. Wie ein mujifua 

3&r 5lbagio (»atte mejir eine natürliche Harmonie, aU gute «SMo* 
fcie. ©« madjeten borirtnc aud) wenig grameren ; aufier bai f;e bann 
unb wann feie fpringenben Snterballe mit laufenden 9?oten auöftllletcn. 
©ie ^djlüfTe ibrer langfamen @tiicfe waren einfältig. srnftort baß man 
t&i8er3tit/ wenn man j.@. im @fd)Iiefjen will, ben XriUcr auftem © ober 
£ fd)lagt : fo fe&lugen fle benfelben auf bem <£, weitem ftc bie gut einer pun* 
ctirten 9?ote gaben/ unb liefen baö $ ati eine furje fHott nur fimpel boren ; 
ber €nbtgungönote (2 aber würbe nod) eine/ um einen Zoi\ ()6ber fie* 
fcenbe 9tote, afö ein befouberer 3ierrat& angefd)leifet. 3fcrc Sabenjen 
waren o&ngefa&r in ber 9lu$fübrung fo befdjaffen , wie <$ab. XXIII. gig, 
15. mit Sßoten auöbrucfet ju feben ift. SBon bor&altenben Koten, wel-- 
d>eben ®efang an einanber iu fcinben, unb/ auf eine angenehme 2lrt/ 
bte eonfonanjen in ©iffonanjeu ju berwanbeln btenen / wußten fic wenig 
ober gar nidjtö: weswegen i&re$(rt ju fpielen nidjt rübrenb nodjreijenb, 
fonbern platt unb trocf en war. 

Sßteterlep Snftrumente t bon benen man t$o faum nod) bie Kamen 
wei8/ waren bep ijmen üblid). <üä ift baber ju bermutben/ baß man, 
wegen 23telbeit berfelkn, me&r Urfad) gehabt babe ibren $leifl, alö 
i&re @efd)iflid)feit im ©pielen/ ju bewunbern. 

82. §. 

©ofd)ledjt eö aber in ben borigen Seiten/ ben aller grunblidjen €inf?d)t 
berbeutfdjen @omponiften in bie Harmonie/ mitibrent/ unb ber beut» 
fd>en länger unb Snftrumentiften t&rem ©efdjmacte auSgefe&en babe» 
mag: fo ein anbereS 9lnfe&en bat ti bod) nunme&r nad) unb nad) bamit 
gewonnen, ©enn wenn man aud) bon ben ©eutfd)en md)t eben fagen 
fann, bajj fte einen ttgent&umlid)en, unb bon ben anbern Kationalmu* 
fiten ftd) gan» unterfd)eibenben ©efdjmacf berbor gebracht bätten: fo 
finb fte hingegen befto fa&iger/ einen anbern / welchen fte nur wollen / an* 
junebmen; unb wiffen fid) U$ ®ute b»n allen Arten ber auölänbifdjen 
«Kufif su ftufcen i u «•«&«»• 

83. §. 

CS ftengen fd>on im borigen Safirbunberte, feit ber «Witte beffelben, 
einige beräbmte sDtttaner, weid)< t&eilö Italien ober §ranfreidj felbfl bt* 
fudjer, unbbarinneprofttiretbatten, tbeiß aber aud) bie arbeiten unb ben 
(ycfdjmacf ber berbienten 5lu6la*nber ju puffern nabmen/ an, bie 2lu$. 
befferung beä muftfalifdjen ©efdjmacPe* ju bearbeiten. SDie Drget un& 
Glabierfpieler/ «nter ben letjtern bornebmlid; ^roberger, unb nad) tbm 



unfc cmc fcHuftf 311 bmvttyüm fey. 329 

gaditytlbel, unter ben trftern «per Äctofen, 23ujrte£ube, 
ru^na, unb einige anbere, festen fafl am erfren t>tc fd)tnacf|jaftejrett 
SnfTrumentaliWtfe t^ret 3<it, für t^re 3nfrrument«. 3Jbfonberlid) rour. 
be tue Kunji t>te <D«tel ju fpielen / meiere man großen $&eil$ 601t 
Jen Sfteberianbern empfangen (jatte , um biefe 3ett fdfan, fron ben o&e*. 
genannfeit unb einigen anberit gefcfyiften *ft<Jnnern, fe&r n>eit getrieben. 
€nMidj 5öt fje ber bewunbernöwurbtge Johann 0cb«jlmn 23a<j>, 
in ben neuern Seiten, ju i&rer größten SMfommenfteit gebraut. 9?ur 
i(l ju wünfdjen, tag biefelbe , nad) feinem Sl&jrer&en, wegen ber gerin* 
genSOijafefberer, bie nod) einigen gleiß barauf roenben, ftd) nid;t roi<< 
ber bem Stöfatte , ober gar bem Untergänge n<f(jern möge. 

Sföan fanrt jroar nldjt (äugnen , bafj es in gegenrodrtüjen 3?'^« unter ben ©eutfcften 
öiele gute (Elabierfpieler gebe: bie filtert (Drgatufteri aber ftnbanffo in i)eutfdj< 
fanbtoiel rarer, al« »er biefem. £« iftroafjr, bog man nod) 6jer unb ba einen unb ben 
onbern brafen unb g«fd)fften Drgelfpieler pnbef. Mein es fftaueb. eben fo geroifj, baß 
man öfter«, fogar in manefcn J*Sauptfirdj en großer ©tdbte, bie Drgein »onföldjen, 
buref» orbentlidfje SSocation baju berechtigten ©tümpern mis(>anbefn p&ret , mefcfye 
faum roertlj rodren, ©aefpfeifer in einer ^Dorffdjenfe ju fepn. £« fetjfet fö roeif, bajj 
bergleicfcn unroürbige örganiften etroa« bon ber (Eompufition »erftefjen foflten ; bafj 
fie tnelmeljr nirf>t einmal einen rcofjlftingenben unb richtigen Q5afj ju ber Sttefobie eine« 
dijorais ausfinben fonnen; gefdjroeige bog fie baju jum roenigften nod) jroo riesige 
SOTittelfrimmen ju treffen fdbjg rodren. 3a nirbt einmal bie (impfe SWelobie eine« 
(Eljordlgefange« fennen fie. Oefter« fmb bie bl&fenben (Eurrentjungen ifjre 53of-- 
fonger unb SWufter, nad) beren $e£(ern fie bie 9)leIebieen,roof)l atte Monate, im* 
mer roieber auf« SJeue »erfwnjen. Unter Orgel unb (Elaöicijmbal machen fve 
feinen Unterfd)ieb. Das ber Örget eigene 'Sractament ift i^nen fo unbefannt, 
als bie Äunfl ein gefdjifte« 33orfpie( öor einem ©efange ju machen : ungeachtet 
tt nidjf an geflogenen unb getriebenen Qttuftern fe&iet, roorau« fie bepbe«, 
»«in jle rooflfen, erlernen fönnten. @ie jie^en fieber i^re eigenen, au« bem 
Stegreife erfcfynappeten ©ebanfen, ben befhn, mit Vernunft unb Ueberfegung 
ausgearbeiteten DrgeifMrfen beräumter Männer, üor. WU i^ren ungefebifrra 
bocfpfeifei^aften Koloraturen, roelcfye fie jroifc^in jebem (Einfcbnitte eine« <£§o= 
ral«^er(e«;ern, machen fie bie ©emeine irre, anflatt i^iren ©efang in Orbnung 
ju er&alten. 33on ber 'Xrt roie man ba« 9)ebal brausen foff, tpat mancher nic^t 
emmal reben biren. Der f leine $m$a ber linfen i>anb, unb ber linfe Jufj, 
fielen ber) »ielen in fo(cb,er 53erbinbung mit einanber, bafj niemaf« einer, ofjne 
be« anbern 33onoiffen unb Ueberemfiimmung , einen £on anjufcblagen ftc& go 
ttauet. 3c& roifl nid)t einmd gebenf^n, roie fit öftere eine ofmeb«m fd)led)t ge- 
nug ausgeführte Äfrc^enmuf?f , burc^'i&r eienbes ?(ccompagnement, nod& f4(ec^= 
(er machen, ©c^abe ! roenn Deutfc^lanb ben Q3orjug be« 23eflge« guter Drgef-- 
frWer naefj unb nac^ rereber »erlieren föffte. Srevlic^ geben bie, an ben mei- 

lt flen 



330 T>a& XVIII. öauptftutf. Xüit ein ttluftfue 

flen Orten , gar ju geringen 'Sefetbungcn eine fd)(ed)te Aufmunterung ju 6em 
gleite in ber örgetoiffenfcfyaft. greyiid) wirb aud> mancher gefdjifter Organift, 
burd) ben fyofymufy unb Sigenftnn einiger (einer geifrlidjen SSefejjföfcabtt, nk= 
Cera,efd;>(agei). 

84- §> 
S5en merfwärbigften Beitpunct, worinne aBfont>crItdf> ber ©efdjmacf 
J>er SDcutfcf;«!/ in 2infc5ung ber •Sßocalcompcfttion, angefangen bat, eine 
teficre ©e|talt ju gewinnen, fönnte man o&nscfdbr um bat 3a&r 1693 
fe|en; al$ tu welket Seit/ nad) US, um bie SßertfceibiguHg unb bie ©e« 
fd)id)t$funbe ber 3Kuftf au$ne&menb berbieneten Jjerrn fllattfcefoiiö 
SBeridjte, im muftfalifdjen Patrioten, <S. 181. unb 343. ber SapeUmeifrer 
Coufjer bie neue ober italta'nifdje ©ingart in ben £am&urgifd)en Dperit 
eingefübretpat. UmebenbiefeSeitfiengber berüpmte Äempacfc Keifet: 
an, ftd) mit feinen Operncompofttionen berbor jutbutt. ©iefer fdjien su einem, 
mit reifer grfinbung berfnüpfeten, angenepm jmgenbenSBefengleidjfam 
gebobren jufepn; er belebte alfo bie neue ©ingart bamit auf eine bor» 
jüglicrje SOBeife, 3bm b«t ber gute ®efd)macf in ber SWufif in ©eutfdj* 
lanb, unjtreitig, biel ju banfen. ©ie in Hamburg unb &ipjig nad) 
fciefer 3eit jiemlid) lange in blubenbem 3uftanbe gewefenen Dpern , unb 
bie berti&mten (Jompönijten, welche/ jugfetdj nebfr TSeifem, bon3ett 
gu &it, ungead)tet ber öfter« fd)lcd)ten, unb nid)t feiten gar nieberträdj» 
tigen $erte, tur biefelben gearbeitet baben, pabeN ju bem ©rabe beö gu* 
ten ©efdjmatfeS, in welkem bie SSfluftf in £>mtfd)tart> gegenwärtig 
jt'bt/ gute Vorbereitungen gemadjet. <£.§ fonnre alö ein Ucberflufj an* 
gefeben werben, wenn id) biejenigen großen Banner, weld)e ftd) in ben 
itfätnannten Seiten, fowobl in ber#ird;en* Sbeatral* unb 3nfrrumental=» 
eompofition, afö aud) auf Sntfrumenten, unter btn ®ewfd)en berühmt 
gemadjet ba&en, unb beren einige entfd)lafen, einige nod) am geben finb/ 
aße mit 9?amen anfubren wollte. 3<*> bin berftdjert, lai fte in unb außer 
SDeutfd)lanbfd)onaHefobefannt fmb, baß ibre tarnen, meinen muftflieben» 
ben £efcm, ebne biele$3?ad)ben?en,gleid)bet)fallcn werben, ©obiel ifr ge* 
wiß, ia$ ibnen biejenigen, wetdje ju unfern 3eiten in ber XonEunjt ber« 
borragen/ ben größten £>anf fdjuibig ftnb. 

85. §. 
S3e» aüen biefen 33emii6ungen brafer Sonfrniftfer aber, fanben fTdj 
in £)eutfd)tanb bodi nod) immer unterfd)tebene piübernifle , weld)c bem 
guten ©efdjmacf e im SBege ftanben. Stfian war öfters nii)t jo bemubt, ben 



un?> cittc tTCuftf $u btmthtilen fey. 3 3 1 

@rftnbungen tiefer Gerühmten Banner ben gehörigen 93et)faK su geben, 
unb ibneu nad)$ufolgen / wie eö wobl bdtte femt füllen. 3Jn bieten Du 
Un 6efummerte man ftd) nid)t einmal barum: fottbern blic& immer be$ 
bemalten flehen. 3awa$ nod) mebrijr, es fanben ftd) bielme&r utt< 
terfd)iebene Süiberfadjer, welche, aui einer ungereimten ^iek $u bem 
2lltert&ume, fdjon barinne, weil bie Aufarbeitungen gebadjter SJJa'nnet 
ton ber alten Art abgiengen, Urfaefye genug ju babett glaubten , alle* 
al$ 3lu$fd)weifungcn ju berroerfen. £8ie lange ift eö fcer, baß man nod) 
bie alte SBetfe, in £>eutfd)lanb, mit groger .£>i&e, obgleid) befto fd)w<ld)ew 
©rünben, ju bertbeibtgen fud)te? SSiele, bie aud) nod) 2\i\t gebabt j^dt* 
ten ju proftttren , Ratten weber ba$ SSermogen, an folcfje Orte au reifen, 
wo bie gftuftf im §lort war , uod) aud) ftd) 3ftufi£alien ton ia ju »er» 
fd)reiben. €$ ift nid)t ju läugnen , baß burd) bie (Jinfübrung beS Gern* 
tatenftplö, in t>it Äird)cn ber ^rorejtanten, bem guten ©efdjmacfc 
aud) ein befonberer 93ortbeil jugewadjfen i(r. 5lllein wie biel SBiber* 
fprud) bat e$ nid)t ju öberwinben gefoftet, ebebie ©antaten unb Orato* 
rien in ber ßird)e einen feften 3ug baben faffen tonnen ? Sßor wenigen 
Sabren gab eö nod) Qantoreö, bie in ibrem mebr a\$ futtfjigjdbrigen 
2lmre, ftd) nod) nid)t Rattert überwtnben fonnen, ein £ird)enjtücf bon 
(Eelcmannen aufjufübren. S$ ift baber nid)t ju berwunbern , wenn 
man ju gleidjer Seit an einem Drte in Seutfchlanb gute, amanbern 
ober febr unfdjmacfbafte unb ungefaljene Sftuftf angetroffen \>at. SSÖer 
nun bon 5Juöldnbern etwa, sunt Unglücfe, an einember ledern Drte gttu* 
jiE geboret fyatte, unb alle Seutfdjen biemad) beurtbeilete; ber fonnte 
jfd) freplid) bon ibrer Sftuftf nid)t bie bortbeilbafteften begriffe madjen. 

86. §. 
Sie Stalidnet pflegeten bor biefem icn beutfdjen ©efdjmart? in ttt 
SJhtjtf: un guQo barbaro, einen barbanfefoen ©efebmad:, $u nen- 
nen, üftacfjbem eöftd) aber gefüget, bag einige btütföt Xonfunjtler in 
Stalten gewefen, unb aUia ©elegenbeit gc&abt baben, bon ibrer Arbeit, 
fowobl Dpcm alö Snftrumentalmufif mit «Bepfaüe aufjufübren; ba 
wirflid) iit Opern, an weld)en man in Statten ju i^igen Seiten im mu 
flen @efcl)macf , unb jwar mit SKedjte, ftnbet, bon ber geber eineö £)eut« 
fdjen berfommen: fo bat ftd) ba& Sßorurtbeil nad) unb nad) berlobren. 
®od) mug man aud) fagen , U$ bie £)eutfd)en fowobl ben Stalidnern, 
aU aud) eines $beil$ ben ^ranjofen, wegen biefer bortbeilbaften SScr^ 
anberung ibrtf ©efc^macfeö/ein^iele^ su banfen baben. <£$ ift befannt, 

^t 2 W 



t 



3 3 a DaeXVIII. öaupt jtuct XOit ein tHufif u© 

baßan berfdjiebenen beutfdjen |)Dfett, aW: inSBien, ©resben, Q3et 
litt/ |)annober, 3Jftind)en, 5lnfpad), u. a. m. fc^on bon punbert 3ajM 
ren per , italt<£ntfcf)e unb franjoftfd)e Gompomjren, ©drtfler unb 3n|tru* 
mentijren in SDienften ge jtanben ft«t> , unb Opern aufgeffiptet paben. 
€$ ift befannt, bag einige gtoge .frrren Diele Don ipren Xenfünfllem 
nad) Italien unb -Jranfreid) paben reifen laflen, unb baß/ wie id) fd)on 
oben gefaget pabe, Diele Der SBerbefferer beö ©efdrniacfe-J ber 2>eutfd)en, 
entweder eine*, ober bepbe biefer 2ant>«: befuget laben. £>iefe paben 
alfo, fowopl Don bent einen aU Don bem anbei*« ben ©efdjmacf angenom* 
nten, unb eine foldje , a3ermifd)ung getroffen, weld)e ftefa'pig gemacht 
pat, nid)t nur beutfdje, fonbern aud) italianifd)e, franjoftfdje , unb 
engtänbifdje Opern, unb anbere@ingfpiele, eine *jebe in iprer €3prad>c 
unb ©efdjmad e tu componiren , unb mit grogem 93epfaUe auftufupren. 
«Beber Don ben italtdnifdjen nod) franjofifdjen £onrun|tlern fann man 
bergleidjen fagen. 9?id)t bag eö ipnen am Talente baju feplete: fonbern 
weil fte ftd) wenig sjflüpe geben, frembe ©pradjen *tu erlernen; weil tfe 
alljufepr Don Vorurtpeilen eingenommen ftnb; unb weil fte ftd) ntdjt ü6er. 
reben tonnen, bag außer ipnen, unbopne ipre (Sprache, etwa*! @ut«*J 
in ber ©ingmuftf perborgebrad)t werben tonne. 

87- §. 

SBenn man auö berfd)iebener Golfer i&rem ®efd)macf e in ber *D?u* 
ftf, mit geporiger 33eurtpetlung, baö SBefte ju wdplen weiö: fo (liegt bar» 
auö ein t>ermtfd)tei* (Befd)mad, weidjen man, opne bie ©renjen 
ber 93efd)eibenpeit ju überfdjreiten, numepr fepr wopl; t>en toutfefoen 
©cfd»tia(f nennen tonnte: nid)t allein weil bie ©euifdjen juerft bar# 
auf gefallen fütb; fonbern aud), weil er fchon feit Dielen Saferen, an un* 
terfdjiebenen Orten ©eurfdjlanbeö, eingefupret worben ijt, unb nod) blÄ* 
pet, aud) weber in Stallen, nod) in granfreid), nod) in anbern San» 
bern mitffa'u'r. 

88. §. 

SSofern nun bie fc>eutfd)e Xlation Don biefem ©efdjmacfe nid)t 
wieber abgept: wenn fte fid) bemüpet, wie btöpero ipre berupmteftert 
@omponiften getpan paben, barinne immer weiter nad)juforfd)en ; wenn 
ityvt neu«ncrct>enfcen Compomficn ftd) mepr, ali irriger 3«t leiber 
gefdjiept, befleigigen, nebft iprem Dermifcfyeten ©**f<$mutfe, bie Siegeln 
ber ©c|funjl, fo wie ipre "Sorfapren, grüdblid) jucrlcvnen; wenn pe 
fld) uid)t an ber puren gelobte, unb an ber Verfertigung tpeatralifd)er 



unfc eine VTCuji $u beurteilen: fey. 333 

Strien allein begnügen, fonbern ftd) fowobl im £ird)enftnle aU in ber 3«= 
ftrumetttalmufif aud) üben; wenn fte wegen €inrid)tungber ©tiefe, un& 
wegen Vernünftiger SBerbinbung unb SSermifdjung ber ©ebanfen, foldje 
ßomponiften, weld)e einen allgemeinen 93cpfalt erhalten, ftd) ju 5Ru* 
ftern borftellen, um ibrer 2lrt ju fefceit, unb ibrem feinen @efd)matfe 
nad)juaf>men: boef) ba§ fte fi'd> babep nidjt gewönnen, wie e« bonfefcr 
bielen gefd)ie&t, jtd) mit fremden Gebern ju fdmiücfen, unb etwa ben 
£auptfa&, ober ben ganjen 3ufammenbang, bon biefem ober jenem auö» 
jufd)reiben', ober aufjuwirmen ; wenn fte bielme&r ibre eigene €rftn« 
bungöfraft bran ftreefen, um ibr Xaknt obne Sfadjtpeil eine« 9lnbern 
ju jeigen, unb aufjurdumen, unb um nidjt, arttfatt @omponiften ju 
werben, immer nur Sopiften juberbletben; wenn >>te fceutfd)en Jn» 
jfrumentiften ftd) nid)t, wit oben Don ben Sralianern gefaget worben 
tfr, burd) eine bijarre unb fomifd&e 9lrt auf Irrwege fübren laffen : fon« 
bern bie gute (Singart/ unb biejenigen, welche in einem bernünftigen 
@efd)m«cfe fpielen , jum «JKufrer nehmen; wenn ferner £>ie Jtaliänec 
unb 6te ^ranjofen ben ©eutfd)en in ber S8ermifd)ung beö @efd)ma» 
efeö fo nad>a&men wollten, wie bie £>eutfd)en i&nen im ©efd)tnacfe nad). 
geatmet baben; wenn litfö alle« , fage id), einmütbig beobachtet würbe: 
fo fonnte mit ber Seit ein aUgemetner guter <25cfcf)macE in fcec 
tlTufif eingefügt werben. @« ifr aud) biefe« fo gar unwabrfdjetnlid) 
nid)t: weif weber bie Stalitfner, nod) bie ^ranjofen, iod) mejjr bte fieb» 
paber ber Sföuftt, al« Ut Xonfünjtler unter ipnen , mit iprem puren 
9tationalgefd)macEe felb|t mejjr red)t jufrieben ftnb; fonbern fd)on feit 
einiger geit, an gewtffen au«lanbifd)en Sompofttionen , me&r ©efaßen, 
al« an ipren inldnbifdjen, bejeiget j>aben. 

89. §. 
3n einem ©efdjmacfe, weldjer, fo wie ber ifcige beutfdje, au« 
einet 2ßermifd)ung be« ©efdjmacfe« berfd)iebener 93olfer beftebt, ftn* 
bet eine febe Nation etwa« bem ibrigen abnlid)e« ; weld)e« ipr alfo nie. 
mal« mißfallen Fann. Sttüjjte man aud) gleid), in 23etrad;tung aller, 
über ben Unterfd)ieb be« ©efdmtacfeö bi«ber angeführten ©ebanfen 
unb Srfabrungen , bem puren italianifdjen ©efdjmacfe, bor bem puren 
franjöftfdjen , einen 'äSorjug einräumen: fo wirb bod) jebermann einge* 
fte&en, weil ber erfre nid)t mebr fo grünblid), al« bor biefem ifr, fon» 
beru febr fred) unbbijarr geworben, ber anberc jjingegen gar ju ftmpel 
geblieben ijl, t>a$ beäwegen ein, bon bem ©uten beober 3lrteit sufam« 

%t 3 mtna<» 



334 3D<*9 XVIII. «Sauptjiutf. XÜk emfcTTuftFuö 

ntengefe&eter un& oermifc&ter ®efdjmacf, unfe&töar allgemeiner urib $u 
fälliger fegn muffe. ®enn eine «Btufif, welche nicfyt in einem einjelneti 
gante, ober ober in einet einjclnen ^rooinj, ot>er nur bon fctefer obcc 
jener Station allein, fontern ton Dielen Golfern angenommen unl> für 
gut erfannt »irt>/ ja, aus fcen angefahrten Urfaefjen, nid)t antier* 
alt für gut erfannt werben fann, muß, wenn fte fid) anoerS auf Die 
«Bernunft un& eine gefunfce emyjtnoung gränoet^ «ujjer ajlem Streite/ 
Wepefhfepw, 




SRt&ifttt 



®x 






-*v*V*v'*V"*' 



^•js* 



4* +B* ♦ s^*js** 
, w *b* w , Ss^sm*^ 







ia M*ne(jmf}M Sägern 

Sic römifdje 3a^l weifet auf bat |>auprflücf ; iit fceurfc&e 3iffer auf 
ben §. 

SHJenit aber jwo romifdje 3af;lett Bctjfaitttticn flehen / fo jetaet jwarbte 
größere t>a$ f>auptftücf, t>tc f feinere aber fcen 5l&fcf)nitr&eiTetöen an. 

Sa$ JE bedeutet bie (Einleitung. 



2f. 

^jbne^men bet ©tarre be$ £0; 
S<i§J ncö, f. Con. 
2H>3UCJ eine Heine roefcntlictye Lanier, 

VIII. 4. 

2lccompagncmcnt ein« .öaupt* 
ftimme, xvn. reo e«s am beften etv 
lernet rocebe , xvil. iv. 12. auf bem 
Sfawepibal mSbejbnbeK, xvii.vi. 1. 
tt. f. eines Slecitatiüö XVll.vn. 59 

2lt>agtO/ bic 2fvf baffclbc autyufufc 
reu ift jweyerlei) XIV. 2. wie eä auc<; 
;ufu&wn ift xiv. 5. ti. f. bie untetv 
febtebenen 5(vtcn bcffclbcn xiv. 7. \>c\$ 
Seitmaafj biefev Sitten xvn. vu. 49* 
51. wie csju begleiten xvil. vu. 25. 
37. aufbemSh'igel ingbefonbereXVH. 
vi. 28. 30. 31. beffen Vortrag auf 
^ogeninirniincnten xvil. 11.12*14. 
eine» Soncevtö xvm. 35*37. eine* 



©olo xvin. 48. wie es in äffen 3«> 
tengefefset würbe xvnf.36. 

t f crtntabtle fein ;3eitmaa(; xvn. 
vu. 49 ^-r. 

f * bi m*1*-> beffen Vortrag xiv. 
8 * 16. SBogenftrirt) xvn. n. 26. %tiu 
maafj xvn. «1.49*^. 

'. > fpiritofo beffen Vortrag xiv. 
18. 19- Söogenfrrid) xvn. n.26. 

Ad libitum f. Fermate, 

keltern fehlen oft in (rtwdfjtung bei- 
Sebcutfart ber Äinbet (J. 3. 

Effecten f. £ett>enfcf>aften. 

2lffettUOfO fein SÖogenftadb xvn. 

11. 26. 

2llbtnoni ein nxlfcfcct Componift 

xvm. 5g. 

•2tUabrev»etact wie et be$eid)netwirö 

v. ij, XVII. vu. fo. fein geitmaafj 

xvil. vu. 50. 58- 

11 11 Ma 



&efft'fJe? 



Wa ©tertiana f. Btciltan«. 

AUcgmtO bcffcn SBogenfTvicfe xvn. 
n. 26. geiimcuif; xvn. vn. 49 1 ji. 

3UcgrO uerfcfyicbene 9/ctcn beffefben 
xiL 1.2. wie eö auöjufu&wn ifrxn.3. 
u. f. 93ogenfrricf> dabei) xvn. u. 26. 
XVII. iv. 5. 2lnmcrfungcn bei; be|feU 
ben SBegkitung xvn. vn. 38. für 
Jas €Uwicr inSbefonbere xvn. n.32. 
bat* geitmaajl bev üct-fdjicöcnen 5(rten 
bcffelbcn xvn. vi. 49 #51. 

2lUegrO/ etftee etne^ (Eoncectö furo 
©yo|jc xviii. 33 . 34. eine« ©0(0 

XVIII. 49. 

* * le^tes eine« Soncevt« XVIII. 38. 

39. eine« ©olo XVIIL 50. 

3Ut|limme %v&$x bevfefben ix. 6. 

3litbatlte öefien Vortrag xiv. 21. 

Q5D3enflvid) xvn. u. 26. 

Anfang cincö ©tücfesS, 2(nmerfung 

babe» xvn. 1. ^. xviii. vn. 42. 

anfanget in bev gjtafir f. muft* 
fuö unb Slotenfpieler. 

Anführer ber Sftufif finb oftmals 

fd)led>t befdjaffen C 8. xvn. 1. 2. 

bie gigenftyafteneine« guten xvn. 1. 

3-u. f. 
AnfaiJ auf ber Sfote trauerfiere iv.6. 

ti. f. wie er }U erlangen IV. 8. u. f. 

JPmibernifTe beä guten IV. 6. 8. 15. 

auf bem Jpoboe unb Fagott vi. 

#nfcf>lagetne fb genannte witlfii&rli' 
rte 5(ug;ievungxvii. 41 . harter bet;m 
©ingen xvill.11. 

anftytogenfceHoten f. Hoten, 

^Int^emdbergngenünber xvm.20. 
Application f. Stngerortmung. 
ApplicatMi' auf SJogenmfrrutneMen, 



f. mezzo manico. beg Sonfcrttotolont* 
freu xvn. v. 6 

Strien wie fie »1 beurtfjetfenfmbxvni. 

25. 26. mit 2fctionXVlil. 24.26.69. 

franjofifclx xviii. 66. italiäni^je 6?. 
Zvioib befien Vortrag xiv. 20. Q3o< 

genftrieb. XVU, n. 26. geirmaaf 

XVII. vii. 51 

2lt|>ertl^Olcn «Regeln batton vn. 1. 

U. f. XII. 13. XIV. 12 

Aufmunterung jum fileifjc in bei- 
«f iE- 8. XVI. 33. 

Au&ötticf im (Bingen ift notfjtg 

XVIII. 69 

t t ber Eeibenfcftaften vi. 1. 11. 

XL 15. 16. XII. 24. 25 

2tU8fpcad)C $e$ler bevfelbcn bepm 
©ingen XVII. 1 1. 

Auejie^en bev SRtttelftücfen bev glote 

1.13. 
2lu03icrunttcn»?efetitticbevm. 1. 

U. f. DCl.U.f. XII. 26. 

t * wiümvüfye XII. 27. XIII. 2. 
u. f. wenn fie anzubringen finb xin. 
9. Xiv. 14. xvil. iv. 3. 0nÖ immer 
«bjuwecbfeln Xin. 29. bürfen niety 
übereilet werben xiv. 16. alluifwufv 
ge werben verworfen XI. 6. 7. 18. 
bunflc e. b. SÖorficbt bie babei» nö* 
tfiig i|t XVI. 24. wo fie 311 eevmeiben 
ftnb xvn. in. 6. xvn. iv. 3. xvn. 
vi. 7. 23. xvn. vn. 15. wo fie bei; 
einem Concevt Finnen angebracht wer* 
ben xvi. 27. bei; einem öuattiov 
XVI. 24. bei) einem ©olo xvi. 29. 
bei) einem ^rio xvi. 24. bepm con* 
certiren mit einer ©ingfrimme 

xvi. 30. 

t t Zeyfpiek batton über alle Steten 
berSnterttaUeXin.ir. u.f.uber33in# 
bungen Xin. 28. 29. über bie balbc 

Cabenj 



fcer ttOtme&mffcn 0acf>en. 



«Eabens XV, 33. 34. über bie £in> 
fcbnitte ber ^dobie xni. 35*39. 
über bie Fermaten xin. 30. über fang* 
fame punctirte Sftoten xni. 40. über 
ei» ganjetf Slbagioxw. 23. 24. unb 

41*43. 
t * free I^edtoe XVin. 71. 

58. 

#ad) Qot;<utft 0ebaf?i<w) feine 
2frt Die Ringer auf öem Sediere ;ufe> 
feen xvii. vi. 18. (jat bie £>rgelfun|l 
jiw gjoUfommenfjeit gebracht, xvm. 

83- 

Ä(int)eaufbemQ3iofon«nxvn. iv.n. 
finb auf bem Sontramofon wktjig 

XVII. v. 4. 

Ballette xvnr.71. 

23avrc (la) ein franjoflfcber $lotm* 

fpielcr Ii6 ' 

£a|5 f. C3runt>ffcmme. 

23affet wie ti auf bem ginget ju ac* 
cömoagniren xvn. vi. 27. 

2Jaffon beflen Ucfptmng XVIL vn - 6 - 
wie er ju falten iftvi.21nt;.6. beffen 
SJnfaS vi. 2int>. 1. u. f. QJefcfowü 
bung unb ©ebsaud) bcö gungenftofjeö 
auf bcmfclbcn vi.2Gj|>. i.u. f. ^xiU 
Ict- auf bemfelben ix. 6. Tlnm. wie 
bei' ^on barauf froher ober tiefer ge* 
macht wirb XVII. vn. 7. 9. vooburd) 
er unrein wirb XVII. vn. 7. 

rÖaflTomffcn freier berfefben vi. 
3tnb. 5. i&t ^6 bei) einer ^ufiE 

XVII. r. 13*15. 

25aß|f tmme Stflta berfelben IX, 
Battement eine «eine »efentlidx Lanier 

VIII. 15. 

25au inwenbigerbevftlöte, watf ermm 
$on« betragt IV. 4. 



23au«;nfi0lj in Der gRufi! fdjabTi* 
xvn.vn.36. 
Begleitung einer /oauptltimme f. 
3ccompagnemem. 

Befffrei&enfcett, jur Uujeit affective 
voirb getabelt xvi.32, 

Beurteilung einer «Wufif wie fie 
anjti|telJen xvm. 1, 8. 9, 10. $ef)(er 
babeo xvm. 2 * 6. 

Bewegung be* ^acteö f. Seit* 

23eyfaÜ ber Sufcorer rooju er bienet 

XVI. 33. 

23tllmfct't ift bei) ^Beurteilung einer 

SOiupf ju beobachten xvm. 7 , 10. 

Bindungen in ber ©runbfrimme iljr 
Vortrag xvii. iv. 8. xvn. vi. 28. 
auf bem ftlügel xvn. vn. 29. roifl* 
Füf>rlid)e Sluejierungen barüber 

xiil 28.29. 

Bfostnflttitnente f. Ofajibu' 
mente. 

Blaset ein fwnjöftfdjcr $Iotenfpie* 
ler 1. 6. 

Botfötrillcr ix. 3 

Bogen über ben ^TJoten vi. 1. 10. 11. 
xvn. 11. 12. mit bem^unete xm.36. 

t <, ber jnftntmeiitc, feine <2 teuf e unb 
©d>road)c xvn. 11. 28. wo er auf \u 
bem Snftrumente ju führen xvn. n. 
28. beö CSioloncelltf xvn.iv. j. 

Bogcnm|lnimente f. Jnffru* 
triente 

Bogentlrtd) Sebren baöon xvii. 6. 
xvn. 11. 3> 28. auf berQ5ratfd)e ins* 
befoubere xvii. w. 7. u. f. auf bem 
gotrtratoiolon xvil.v. 5. auf bera 
Qßioloncett inßbefonbere xvn. iv. 2. 
9. 10. b«v ber franjufifdxn ^anjmu* 
Uu 2 fll 



Äcgiflet 



fil xvii. w. ^8. ber neumobiffben 
italiänifcben 93iolini(len XVIII. 6i 

Bombart i. j. xvh. tu. 6 

ÄOUrree if;r 3«tmaat5 unö Vortrag 

XVU. vn. j8 

2$r<*tfcl)e Triller auf berfelben JX: 6. 
2t,»n. voo ber 33ogen barauf »u ftO> 
ten i|r xvii. n. 28. XVII. m. 9. 

fifxvn. 1.13*15. feine ^Wto ~r° lt0 " w , XVI1 -™-& 

XVII. mTl.U, f. ^ rowomt ^toonMr.LoiiIieXVlI.vii.46. 



führet xviii. g y . m txr Kammer 

XVI11.2-. 

CoiltOrcö XVIII. so. Sfom. eigenfin* 

»ige xvm. 85. 

Capellt eiit ifalianifdxr Somponift, 

fein £barafter xvm. 63. 

C(>«comie ibr3t0rtragxvn.vn.58. 

C^orj"d)ülep beutfd;e xvm.8o.2fnm. 



2$rtUant f. &d)immev. 

23cut>n© ein £>rgelcoinpomft xvm. 

83. 
23rufl ifjre 35eroegtmg fragt etwa* 

jum ^one bec Jlote bei; IV. 25. ©e# 

braud; berfelben vi. 1. ir. 

^CU^f?immcmenfd)fid)e iv.17.18. 

beren ^orjiige xvii. vn. 52. 

23uff«rt>m ein fran;oftftf>ec flöten* 

fpiefev I- 6 

23u£tel?ut>e ein £>rgetcomponi)r 

xvm. 83 

Cat>en$ xv.i. ibrllrfprimg xv. 2. 

<S?i6bwu*xv.3. 4 .6. 2tbfid)txv. 5 . 

ibre gebier xv. 18. if>c ed;Iufj xv. 

29. 36. rcas bie Slccotnpagniften ba* 

bei; ju beobad)ten Ijaben XVH. vn. 44, 
* > einfache XV. 9. SJmveifung ba* 

Jll xv. 7 * 18. 

» * boppelte XV. 9. Sforoeifung 

Da}« XV. 19*31. 

t i l>albe XV. 32.33. 34. 

(Cdfur ber'-OJelobie xvm.33.34.39. 
Canarie ibrQ3ortrag xvii. 7 . 5 8. 
Cantabtle beffen Sgogenjlrid) xvii. 

11. 26. Vortrag xiv.20. 

dantatenftyl in ber £ircbe xvm. 

f 9. 20. rcivb in £)eutfd;lanb tinge* 



tlavicymbtl beffen «JNfo& bei; einer 
■gftufif xvii. i. 13^15-. wrfebiebener 
^onbeflelben xvii.vi. 18. 

ClAüterift feine ^fficf)tcn bei;m Stc^ 
compagnement. xVil. vi. 1. u. f. be# 
rühmte t>cutfd)e xvm. 83. 

Compomjlen &n$c\>ettot muf* 
fen ben (Eontrapunct grünblid; erlern 
nen «e. 16. xvm. 88. 

* ■. ^et^tfc^e (Erinnerung an bie? 
felbe i£.iT. xvm. 88. berubrnteroer/ 
ben «ngefubret xvm. 84. baben ben 
©efebmaef oerbeffert xvm. 83. 84. 
Ijaben üon ben Sfuslanbern Pulset? ge* 
jogen xvm. 83. 86. ibre Geringe 
xvm. 86. Sßorjüge eineä bcrübmten 
xvm. 63. 

t i gute ib>e Siebten XVII. vn. 60. 

, * ttaUantf^e einige ßeblcr berfelben 
üE. 14. xvm. 24.62.63.68. grofjc 

XVIII. s6. 

f f <£>petm xvm. 24. 71. bernbmtc 

beutfebe xvm. 84. bmfen niebt par* 

tbei;ifd; fei;n xvm. 71. gebier ber beu> 

tigen tvelfd;en xvm. 63.68. 

; f fHbfigett>rtc|>fene ibw ftebler. 

(£.14. 15. X.21. 

i 1 imnuflen&e, ibte gefjfer. <£.2o. 

CömpöfittOn ifjre (Erlernung wirb 

angeratpen x. 1$, xvn. iv. 7. wie fie 

iu beurteilen ift Xvm. y. 16. u. f. 

ber 



t>er vornefcmffen 0«cJ)cw. 



* t DeraIten5Deiitfc^cnXVin.79.8o. 

> » 3nfttument4l>ber heutigen 3ta# 
Uänee xviii. 62. 

, * X)^cal{tt)irööcrbcffett xviii. 56. 
ber ftranjofen xvm. 67. bei- f)euti< 
gcn-3t( ,,( änec xvm. 62. 

Conccrt beffen Urfpnmg xvra. 30. 
33erbeffcrung xvm. 58. Hnferfd)t'e» 
bene,2irten bcftclben, e. b. t^rc 33cfdjreiV 
bung-xvin. 30 * 40. reettf für iviüf ul)r* 
\id)i SJuSjienmgen babey ftatt finben 
xvi. 27. für einen großen Ort. XVI. 
ig. xvm. 31. 33=40. für einen f leinen 
Ort xvi. 19. xvin. 41, n>ie eö auf 
bem ^lügel » lt begleiten xvn. vi. 5. 

Conceitt|lm ibre ^m'djten f. 5Iö* 
tenfpieler. finb in einem guten £>rd)e* 
jter ju er;ief)en xvn. 1. 12. 

Concerto grußö feine €igenfd)aften. 
xvill.30.31. 

Contrapunct wai barunter wcfim 
ben n>ivö. (£. 16. beffen Sftulen, e. b, 
beffen Sftiubraud). e.b. 

Contraxuolon mufj Q5anbe fjaben 
xvn.v.4. ivober£ogen borauf ju f£tf> 
ren ill xvn. n. 28. XVII. v. ^. rechte 
©rüge xvn.v.2.3. Triller ix.6.2(nm. 

dontv&violonifk beffen 23ogen* 
find) «tfbefonbere XVU.v.5. ^j!id)* 
tenxvii.v. i.u.f. ^lafe bei; einer '•Wu* 
fif XVII. 1. 13.15. 

Coptjlen ifjre ^iefren xvn. vn. 60. 

Corcll« wirb gerüfjmet xvm. 56.58. 
feine (Sonaten werben angefuijret 

XV. 2. 

Courante ifjr Vortrag xvn. m. 58. 

Coujfei: ein berühmter beutfcber£om* 

ponift XVIII. 84- 

Cumnt jungen inbeutfd)en@tdbten 

xvm. 83. 



©. 

Dampfer ifjr6e&raii<D xvn. 11.29. 

30. roelcbe bie beffen finb, e.b. 
ÜDaumen ©ebraud) berfelben bei) 

Haltung ber Slüte n. 3. 4. 

3Dcutfd)e if)r ©efc&macP in ber «Blujtf 

in ben Porigen ßeiten-XVlll. 78 * 82 in 

ben i&igen geiten xvm. 83 < 89. ifw 

alte ©ingart xvm. 80. 2lnm. ir)re 

alte Snftrumentalmufif . xvm. 8 1. 
SDeutfcbe Compomfien f. Com* 

pontjten. 
3Di eine 2frt betf 3ungenfb§e£ vi. '2. 

beffen Q5efd)reibungunb©ebraud)Vi. 

1. r.u.f. ©tücfe fo baju dienen x. 6. 

auf bem #oboe unb SBaflbn vi. 2f n{j.2. 
JDicbe mttfifalifebe iE. 14. 

3Dtt>'U eine 2frt bei Sungmfbjjeä f. 

JDoppcljufige. 
T>iti cineSJrtbeö gungenftofjet; , vi. 

M.7.8. 
Dtöcant f. Sopran. 
3Dtecretion beym 2(ccompagnement 

reo fie ftatt fünbet xvn. n. 31. xvn. 

va. 44. 59. 

jDiffonanjctt, ir)re untergebenen 
<2Biif ungen xvn. vi. 1 2.16. ir)r unter? 
fdjtebener Vortrag xvn. iv. 7. xvn. 

vi. 12/16. 

SDolce beffen <3ogenftrid)XVll.n. 26. 

3Doppelfd)lag eine f leine pfcntlidje 
Lanier vni. 14, 

öDoppelsunge ober 3ungenfto§ mit 
bü'U vi. 2. beren 53efd)reibungunb 
©ebraud) vi. m. 1. 2. 4. 5. auf Der 
Störe vi. 1.9, vi. in. 3. 7. u. f. roaö 
für ©tücfe baju bieuen x. 8. roaö hat 
bei) ju vermuten tft x. 9. beren ©es 
braud) auf bem SBaffon VI. 2(nr). 3. 

Doui!/{.T>opptlf<t)lag. 
Uu 3 JTucttm 



&egi|iec 



Duetten beten Uebung roirb einem 2(n# 
fanger angeraten x. 14. für bie @ing# 
jtimme xvm. 27. 

Dunkelheit be* SSorttage* X- 19. 

*^ XI. 6.7. 

(5. 

Eigenliebe ift im Saume ju6alt«i. C 
20. übelgeorbnete, beten @d)aben e. b. 

Eigen jinn fd>äbiid> xvilvh. 18. 

Eilen ber, Der muflfafifc^flttffu&rung 
ift ju wrmeiben xn. 5. 6. 7. 'Kittel 
baroiber x. 9. xn. j.xvn.vu, 32. 

Eingebildete Pictuofen c 14. 

Etnflang roitltü6rfi*e Säuerungen 

barüber Xin.12.x1v.26, 

Einfd)nitte, ber ^lelobie f. Cafin;. 

roillfi'ibrlid)e Sanierungen baruber 

xm. 35* 39. beäSvecitattoö, roassbei) 

«Begleitung berfclbcn ju beobad)ten 

xvn.vn.59. 

Einteilung *>cr CToten in ben 

«Sact, wie fte ju erlernen V. 17. u. f. 

irt ein not^igeö ©tücf bcö guten Q3or* 

traget v.16. xvn... 5. 

Eintritte beö ^>a»ptfa|«ö xvn. vi. 

32. XVII. vii. 28- 
Emboucbüre f. 3llfat$/ Utlb tTlunfc* 

loci). 

fiifrt&r ibr Vortrag XViLvn.58. 
Erfahrung ift nStfjig bepbcrSttufrr". 

«.14. XVII. vi. 14. 

Ecfinbung t»ec Störe rtawrfiere l 

1.2. 
Ea be* 35affbn* xvn.m.7. 

5agottf.23aflToit 
Jagottitf f. &<#>mft. 
Salfet beflen öefwau* IV. 17. 'ig. 



feinte rooju fte bienett xvl 33. 
Fermate, rointuf;rlid)e Shiöjicrungett 

barüber Xiil.36. ibrllrfprungxv.2. 

im anfange eineö ©ti'icfö wie ftc }u 

mad)en unö auäjujieren ift XV. 35. 

Sinmerfungcn über i$rc <2Bäbtung 

XVII. vir. 43. 

SettiQ? cit, auf ber Jlot« wie fte ju 
erlangen ift X 10. ^iöbraud) berfel* 
ben " XVI. 16. 

Flügel f. Ctaricymbal. 

*jringer wag für roeldx jur $lofe g<* 
fdjicft jmb,f.£. 4. 18. ibre 95eicid)nung 
II. 1. \m fle bei)tn Jlotcnfptelcn ^u fe* 
fcen finb iL 3. u.f. einige "DJiitfbraudje 
berfelben bewn ftfttcnfpiclcn IL 7. 8.9. 
x. 3. wie fic auf bem Klaviere jurjol* 
ten fmö xvn. vi. 18. ber (inFcn^anb, 
ibr ©ebraud) auf SßogciimjH'umcnten 

XVII. 11. 32. 

^ingeroitmung auf ber 5fi>tt tta* 
wrfiere III. 4. u. f. auf bem -£>oboc, ift 
v>on jener unterfd)iebeu Ulis. 

$i|M f. hälfet 

^letfj crfe&ct oft ben Mangel betf Un* 
terriebtö (£. 3. 

5l<5te traveifiere u>t Urfpumg 1. 
1.2. roirb von ben ftranjofen wrbejfert 
I. 4. 6, rovrautf fte verfertiget roirb I. 
18. if>rc Gattungen I. 16. roirb in 
©curfd)tanb beliebt I. 7. roie ftc ju 
reinigen 1. 19. wie if)re ©tücfc 51U 
fammen ;u fefeen finb IL 2. ifjre SjaU 
tung beimiQMafeuii.a.u.f. xvi. 10. 
glcid)ct ber menfd)lid)en Suftrofjre IV. 
1. 17. roie ber ^on bariune genüget 
roirb IV. 2. 4. ibr inroenbiger Q3au. 
rv. 4. ibr 2infa£ rv. 6. tt. f. roie fte 
einjttftimmen ift. xvi. 2 * 10. roie ber 
^on barauf i)ör)er ober riefer roirb 
xvn. vii. 9. rooburd) ftc unrein roirb 
xvii. vii. 7, fann gar roo&l rein ge* 

fpielet 



Set t>ortieI>miiett 0«cf>en. 



fielet werben ix. 10. wie if>re Un* 
»ollfommen&eiten ju ocrbcffern fiitö IV. 
16.23. »crö barauf fd>wer jvi fptcteu 
iß xviii. 14. tyre 2iu»übung feliabet 
ber ÖefunW)eitnid>t. t£. 21. 

^lötcnijl f. Slotenfpieler 
3ldtenmact)cr, ftebjer ber meiften 

IV. 4. XVII. vii. 7. 

^lotenfpteler ein anget>entc: feine 
5?aturgaben unb gigenfrbaften iE. 4« 
u. f. wat er 511 beobachten bat x. 1 < 22. 
roie lange et taglid) fpiclcn muffe x. 
23, 'jefiler bei- mcilleu l£- 9. X. 10. 

< , med?«nif$e IV. 14. ibre fietya 

IV. 16. 

* * ein conentirenbet wai er bei) 

öffentlichen "JKufifffl 311 beobachten bat 

xvi.i.u.f. fein «JM<« bafefbft xvn. 

1. 13^15. 

^fOCtC unb feine uuterfd)icöene» ®rabe 
bci;m 2(ccompagnement werben be< 
fftrieben xvn. vn. 19*30. ü)teQ3e< 
jeidjmmg XVII. vn, ig. wie fie auf 
bem datiere a'.rögebrucret werben 
xvn. vi. 17. $fbwed)felung berfelben 
mit bem "tyano f. Zon. 

Smnjififcfee mup? f. mufft 
unb (Dper. 

5ratl$ofcn f)«ben bie ftlote fwroer* 
fiere wrbeffert I. 4. 7. i(;re Jefcler im 
(gingen IV. 17. il)w 2frt ba» Aöagio 
ßttfjuft$ren xiv. 2. 3.4- <fjs 93ogen* 
ftrid) beim Aceompagnement wirb 
«ngepriefen XVII. n. 26. (jaben uim 
Q;beil ben©efd)macfin berSttufif t>er* 
beffert xvni. 53*55. ibr©el'dwcf in 
ber Sflufif wirb befebrieben xvm.65* 
67. 74.7^. unb mit bem italiänifdjen 
vergüten xvm. 76. 89. 

St e d)t>e«> «jr ?fuöbrucf in ber Wufif 

XII. 24.26. 
^reunbe berfelben <2Berfft XVI. 33. 



^robergef ein berühmter betttfdber 
eiaöietcompont'ft xvm. 83. 

^ligctt muß ein Anfängerin ber^ufiE 
fleijjig fpielen X. 14. Regeln t>on ber* 
felben Sfutfftibning xvn. vn. 23. 

Süfaen ber Stete, beffen Stellung 
wirb verworfen 1. 14. f ann nid)t woftl 
verlängert werben 1. 16. 

5urd)tfamfctt iff einem SRufifo* 
febabiid) XVI. 13. 

5urie i&r SJortrag XVU.vn.58. 
©. 

(25at>Otte if>r Vortrag XVil.vn.58. 

(Belaffentjett ift bei) bermufifalifd)en 
Sdtßfi^rung nötfjig xvi.i 4 > 

©eleljifamlrrit u)t 2ftu$en bei? ber 
gjiuftf ^• I 9« 

(Beltuntf ber ?toten v. 8. 

(Generalbaß beffen gBiff«f*«ft ift 
einem angc&enbfltfMufifu« notbtgX.18. 

©eneralpaufe f. Fermate 

0efd)mac£ in ber SRuftf ift unten* 
fd)iebiid> xvn. 52.53. wr «)n inbe» 
vorigen Seiten ausgebeffert rjatxvm. 
53.55. bat nad) unbnad) jugenom; 
men xvm. 54. wmifd)ter ift ber 
befte. xvm. 87 ' 89- allgemeiner gu; 
tcr wie er entfielen renne XVIII. 8?. 

- * beutföa in ben vorigen Seite» 
xvm. 78 ^82. in ben (feigen Seiten 
xvm. 83 * 89- was er feu xvin. 87. 
merfwurbigfter Seitpunct feiner Sßer* 
bfffmmg xviii.84- wirb mit ltnted)t 
barbarifd) genennet xvm. g<5. #m* 
berniffe beffelben XVm.8o.5inm.85. 

, , fratt3o(ir^« wirö . ^rieben 
xvm. 65.67. Q3orfd)1age ;u beffen 

Sßerbefferung, XVIII. 74 . 75. »•«* 
mit bem italianifd)<n vergilben xvm. 

76. 89- 
^ » ftrtti&nif^« wad man fo nennen 



&egijlet 



Um xvm. 56. ber porigen 3ta* 
liäner xvm. 56. ber heutigen italia* 
nifeben 3;n|ti'umenti|Ten xvm. 57,62. 
roirb mit bem franjcftfcben ucrglicben 
XVIII. 76. 89. 

> f lombatbtfc^ct/ w« i^n aufge* 
bracbt bat xvm. 58. roa» er t jr v. 23. 

<Befct>votnv>iCfFcit iii ber 2luöfub> 

rung itf nicbt ,u übertreiben x. 3. 

XII. 8. xiv. 16. 

G5»que ifjr «Sorttag xvn. vu. 58- 

(Blotttö f. 2\opf öer Suftrobre. 

Goia f. 05urgel 

©rat?C roieeöüormtragcn iftxiv. 17. 
beffen SSogenfrrid) xvii. u. 26. 

(Btimafjcn finö ju wmdöen x. 3. 

(E>mnt>lnmme wo fie votUEü^viid>c 
Filterungen leibet xvn. iv. 3. bie 
^ffid)ten i()rer 2Uii<ftit)rer betjm 1)ve* 
citati». XVII. vu. 59. 

«Burgelffcmme w. 1. 

G«/?o &»&wtf XVIII. 86. 

*5anfce wie fte auf beut €(croic»mbal 

aufju&eben finb xvn. vi. 30. 

*5dnÖel ein bcni&mtev beutfdxc £onv 

ponift xvm. 42. 

Haltung einer Wate roie fte ju ma* 

eben xiv. 10. roas bcrSlccompagnijt 

Dabei; m beobachten bat xvn. vi. 24. 
Harmonie bereu Erlernung roirb an* 

geraden x. is.xvn. iv. 3. xvn. v. 1. 
*5arpeggtten roo e« niebt ftatt fm* 

bet xvn. .vi. 7. 23. 

*5aucf)cn mit bctSStuft bepmftloten* 

fpiclen IV. 25. vi. 1. u. vi. in. 11. 
«lauptnotm finb nid)t ju perbun* 

fein XIII. 7. 

^auptf^Q eines (Stucf eö, beffen SSoi* 

tma xu. 23. xiv. 14. xvii. m.13. 
XVU vi. 32.XVII.vu.28, 



ömfeerniffe beö SBacbstfjums inber 
SJluftf €.7.8.14.20. 

ÖOboe beffen Urfprung 1. 5.XVH. vu. 
6. beffen Slnfafe vi. 5(nb. 1. roie er ju 
galten i|r vi. ?fnb. 6. beffen Ringer* 
orbnung t|r oon ber auf ber $lore im* 
terfebieben III. 12. 3ungcn|tofj auf 
bemfelben vi. 2(nb. 1. u.f. roie er uiv 
rein roirb XVII. vu. 7. roie ber "vton 
barauf bopcvober tiefer roirb xvn. vn. 
9. dritter auf bemfelben ix. 6?tnra. 

^ObOiflcn ibr ^lalj bei) einer ^ufif 

XVII. 1. 13,15. 

^ottererre le Domain ein fran;ö= 
fdjer Jiütcniffc 1.6. 

3- 
jmttattoncn f. Had)a&mun< 

Qcn, 

Inganno XVII vi. 11. 

Jnfimtncntc roie fte be» einer Sttujtf 
ju befeftea finb XVII. 1. 13 * 17. it)rc 
(Jigenfcpaften mujj ein Sompottiji uer* 
fteben xvn. vu. 60. ber vorigen $tit 
ten xvii. vu. ö. 

', > 25las 1 rote fie ;u (Timmen finb 
xvii. vu. 5. roie fie 51t bämpfenxvn. 

n. 30. 

> < .Sogen; muffen gut bergen feon 
xvii. 11. 1. roie fie ;u (Timmen finb 
xvn. vu. 1 *4« roie fk rein ju/piclcu 
finb xvn. vu. 8. 9. mit fie ju bampfen 
finb xvii. 11. 29. 

3nßmmenta[rmiftfibreuornet)m* 
(Ten ?(rteu xvm. 28. u. f. rote fie 311 
beurteilen i|t e. b. 

. > rtUbeutfdx XVIII. 81. 

* > fran3o(Tfcf)e XVIII. 6s. Oßor* 
fdjlage w iprer ^erbefferungxvm^^. 

f f itdianifdye XVIII. s6.s7.62. 

Jnffmmentift ange^enfcer f. 
5l<5tenfptelep beffen ^aturgaben 

05.4 



fcct tJörne^rtiflen €tad>rn. 



^njlrumcnttiTen n>ie ffe bei) einer 
üRhJK ju jMcn fmb xvii. 1.13.17. 
roie fte m beurteilen fmb xvm. 1 3*1 5. 

', * i>cutfd>c Erinnerung an bie \%U 

gen xvm. 88. ber »origen Seiten 

XVIIL81. 

* * ftrtrt3o|Kbe i^rc (Sigcnfcf>aftea 

xvm. 65. 

* t italianifdye ifjre Jejjler IX. 4. 
xvm. 57 #6?. febabenbem guten ©e* 
fcl)macf e xvm. 57 . 62. richten in gn> 
ten bcutfd)en £>rd)eftern Unheil m 
XVIII. 61. 2fam. werben oft jur Uiu 
seit in @#ufc genommen XVin. 61. 

2(nm. 

3nffrumentmad)er $re Segler 

^ XVII. vn. 7. 

7nterme$$of. förntfcbeüroftf. 
^taltdncr ifjre 2lrt baö SIbagio au& 

* mfiibten xlv. 2. 3. 4. if)« QSormge 
im (Singen rv. 17. xvm. 64. ib> 
Qüogenllrid) beym Sfccompagnement 
wirb wiberratljen xvii. n. 26. Ijaben 
beu ©cfc!)maE in ber 'WufiE üerbeffert 
XVin. 53*56. finb barinne ;ur 33er* 
anberung geneigt XVin. 56.57. ifo 
(5)cfc()maif in ber ^ujif wirb befaßte* 
ben xvm. 56.62. mit bem franjofu 
fcl)en vergüten xvm. 76. 

Jtali&nifdic <£ompom|tenunb 
©dngeu f. Compomtfen unb 
ganger, Jn]lmmmti\hn f. 
Jn\}mmmu\icn. 
Ä. 

l\dltc ifjre SBirfung auf bie 3nftru< 
matte XVl.3.6. 

Kaminereoncert xvm.30.32.41. 

Kammermuftf (Stellung ber Qfo& 
ftifjrerbabei» xvn.1.15. 

Kammet-tf pl xvm. 21. 22. 27. 

K«mmmo» xvn.vi,. 7 . 



Kärlfcet: <5l'0$t liebt We SttuftT&er 
<SBclf*«n xvm. 55. 

Keifet; (3\ctnf)ai't>) ein berühmter 
beutfeber Operncomponift xvm. 84. 

Keimet: fc« "EOiuftE tvaö für ©tfiefe 
v»or ifwen ;u fpiden finb XVI. 20.21. 

Kenn$etrf>en, jufallige ber Gute 
einer SKufif xvm. 51. 

XMnn be|Ten Bewegung bei>m ftlotau 
blafen iv.9.u.f. 

X\tcd)Ctltnufif if>re uitterfdjiebenett 

9U'tenunb (Jtgenfcljaften xvm. 19.-21. 

i$r Vortrag xvn. vn. 12. mai bew 

ibrem geitmaafje ju beobachten xvn. 

vii. 5 3. xvm. 21. 

Ktrdjenjfyl xvm. 21.22.27. 

Klappe an ber giere tramfiere ifcre 
(Erfiuöung 1. 4. wirb in ^eutfcbjanb 
eingcfüfjrct L 7. ber 3trevtct« Erfrn* 
bungi. 8. duften m. 8. 9. feine barf 
uir Unjeit erofnet werben u. 9. 

Knetpen ber ©eisten auf $}ogeuin* 
Itwmenten XVII. n. 31. 

KomtfdKtTluftFitjr^ortrag xvn. 

vn. 13. 

Kopf wie er bei;m ftlotcnfpielenjufjal* 
ten ift n. 5. 

Kopf bev menfd)ltd)en £.uft> 
rötjre iv. 1. bejfen ©ebrauet) bepm 
Raffet f IV. 17. 

KopfjiÜeE ber ,ylofe trawficre 1. 10. 
fann getfjeilet werben 1. 15. 

g. 

adlige eineö SenarW xvm. 4 a 

£argl?etto bejTen Vortrag xiv.21. 

£argo beffen Vortrag unb SBogen* 

fhid) xvn. 11. 26. 

£et>cinet)Ter in ber «OJufif ift nötljig 
x. 1. bie<2d)ulbigtatenbepben (£.9. 
$y 10.11. 



&egijier 



ic.iMd. fte§toXX 8. muf? nid?t 
oft abgcwcchfclt tva-Dcn i&. u. auf 
tetglote iE. 9»«. 

£eifcenfd)aftm rote fie in Der SDZuftC 

ju «regen unb ju ftillen ftnb vm. 16. 
xv. i»^ xvii. vr. io * 13. rote fie 
in einem ©rticfe m erfennen unb ju 
unterfebeiben finö XI. 15. » 6 - ») r 
SfuOrocf xn - 24» 

£eMO öfT4t beRen Vortrag xiv. g* 
16. «egenftrid) xvn.n.26. 

£id)tunt>£5cf>attcn iubcr^uftf, 
ein 3#ei1 beffdben X1V - 9- 

im Urteilen xvni.1,7. 

Äictaturen, f. 23in&ungcn. 
£tppcn wcldx sun gi&enbtofei flw 

^)icftfmöei4- »re »t IV. 7. 
iftre Q3crocgurK\ bepm ftiotenblafen ± v - 
8 u. f. 19. n. f. i&c öebvaud) bei>m 
Q31afenÖe3#oboeß unb Dcö 5Baflbn« 
vi. ?i n% 2. 4.5. 

£ombart>ifci)ei: (Befcbmatf f. 
Ö5efd>mact 

iewße fein ChronomStre wit* angeffrt> 
vct XVII. vn. 46. 

Loz/r* t&r QSoctrag xvn.vii.58. 

£aftrö!)re menfcbticbe, wie ber $on 

barinnc Ijeworgebracbt wirb iv. x. 

17. 18. 
Zully XV.2.XVHI.42.55. 

£uftigfc»t, «jr 9iöbnwf in bei- $fofW 

XII. 24.26, 

SR. 
*Ttet>r»cral xvm.27. 

M/e_/7/7 italiärttfrfX <E. 14. 

VHaniercn Heine reefenrtid}« vm. 14. 

u.f. muffen niebt überbaufet werben 

vm.jy.XL18. 



ttTanninfaltigPctt ta) Sßcrtrages 
wirb au#ft#rficb erläutert xiv. 2 5*43. 

VTIarfd) fein Vortrag xvn. vn. 5«. 

tTTattct (Nicola) XV. 2. 

tTIattljcfon feine <£erbicnfte um bic 
"•Sfoifif. xvjii, 84. 85. 

tflcnfcbenfftimne wie fie ben $wt 

bilbet iv. 1. 

tffenuet feinSSortrag xvn.vn.58. 
Mejfa dt voce nie fie ju motten ift XIV. 

10. wie fie mit bem €la«ictjmbal 5« 

bcalciten xvii.vi.24. 

XÜeffc ftiuftEftato xvm. 19. 
m?/*»* f. Ca et 
tTICtajia|iO ein großer övernbicbv 

ter xvm. 68. 

tHetrum mufifalifcbeS xvm. 33. 34. 

gebier bawiber xvm. 62. 63. 

Mezze tinte XIV. 25. 

Mtzzofirte tyie t$ auf bem €la»iq>nv 
bal au£*5ubn'icfenxvn.vi. 17. roieetf 
be;cid)net wirb XVU.vn.19. 

Mczzo manico XVII. n. 33, 

ITJittelfKicfen ber $tött trawrficre 
1. 9. rcaö bet>m2luäeinanbetjieben ber* 
felben 511 becbad)ten I. 13. 

XYlOtbant eine Flcine wefenf liebe 3)ia* 
tritt vm. 14. reo er ju wrmeiben ijt 

XVII. 11. 12. 

VHötctcn/ wa« fie finb xvm. 19. 

Monvement f. äettTTiaafj. 

tHüfctte %r Vortrag xvn.vn.58. 

VTCunMod) ber $\hxt tcawrftei^bcf' 
fen ©wie iv. n. SKegeln t»on Cef* 
mma beffefben iv.8 n. 13. 15. 

tHujlci, altc^re ^ter xvn.15.xvil. 
vn. 16. junge, ihre $ef)ler xvi. 16, 
xvm. 1. 5. 12. xvn. vn. 16. grojfc, 
ibre ftebler XVI. 23. 

tfTufiF wie fie iu btmtfciku i(i xvm. 

i.u.f. 



t>cr x>$mt\)m$m Ö>«d>ctt. 



r. u.f. tt\x>ü4 bom Unterfd)iebe berak 
ten unb neuen XVII. 3. t^rc geinbe 
xviil 8o.2lnm. Untecfd)»c& be$ ©e* 
fd)mac?e$ in berfelben xvin.52.11. f. 
tHuflf ber SDeutföen XVIIL 78« 86. 

> * fr«H5o(i(c^>e itf fffai>ifd> X. 13. 
19, XVlll. 76. ifl gut für Anfänger 
X. 13. voirö mit 6ec italiänifcben uer* 
3ttd>en xvm. 76. 

; < »t«lt«ftifc^e ijl frei) X. 13. 19, 

xviil 76. in ^ranFreid) xviil. 73. 

Wirb mit ber fvanjofifdjen t>erglid)en 

XVIIL 76. 

> > Kirchen f. 2\trd?cnmujtfc. 

t > Komt(c^ef.Äottitfc^emiifjt. 

* > 1Ü)eAtt<iUß)e f. Cfjeattaltfci?. 

ITtufifcn öffentliche, waö ein (üoncer* 

tift babeom beobachten fjatxvi. i.u. f. 

tHufifuö, ein angeftenber, feine 9}a* 
htrgaben unb ©genfebaften t£.4.u.f. 
ein gebobrner wer ei fei) ȣ.5. wie ei* 
ncr ju beurteilen i|t xvm. 1 * 15. 

nacf>al?mu»igcn xv.2^28. was 
bei) Deren Vortrage m beobachten 

XVII. in. 13. XVII. iv. 3. XVII. vi. 26. 

näd)forfcf)en eifriges in ber «JRufif 
rm'rb angeraten $£.12. beffen ©egen< 
1 eänbe ' *£. 17. 

Had)fct)lag be? "SrriBet* ix. 7. wo 
er nicht ftatt finbet XV. 35. 

Hafenllimmc iv. 1. 

tlatuvfjaben eifern oft i>m 9)?an* 
gel bes guten Unterad)t$ i£. 3. 11. 
muffen »vobl gepn'ifct werben SC. 6. 
ftnb allein nie1)t binvcid)eiib einen guten 
Sßitfifutf ju machen i£. 14. woburc!) 
mau bem Mangel berfelben ;u $tilfe 
fommen Faun XVM. vi. 14. cineö 
Componifrcn (£. 4. eine? 3nftrumen* 
tiften f.&. eines Svipieniftea ffr. 7. ei* 
utf©angerö £,4, 



HotCrt ibre0elttmgV.8. muffen in ber 
2f ußfityrung von cinanber unterfdjieben 
werben xi. 12. welche üornebinlid) im 
Vortrage ju ergeben finb xvn.n. I5 , 

XVII. in. 1 3. XVII. iv. 7. 9. XVII. vi. 
10. 16. <mfd)la$ent>e XL 12. bwd^ 
gebettbc XI. 12. gc(ct?tt)irtöc ifjr 
SBortrag vi. in. 1. 15. Xi.12.xv11. 
vn.40. if>r 35ogenfTricl> xvil. n. 8. u . f. 
lange i&r Vortrag xil 18. 1 9. xiv. 

IO. XVIL11.15. xvn.m. 13. | 4ft g ; 
fame purtetirte wiöfufjrlidbe 2tug> 
jicrungen Darüber xiil 40. punetitte 
ibr QJortrag iv. 17. v. 21. 32. 23. 
VI. 11. 3. VIII. 8.9. XII. 24. xvii. 
11. 13. 16. XVIL iv. ro. XVIL vn.58. 

ftntopitctt if)v Q3ogen|rrid? XVII. 

UOtenlefett, ftertigfeit barinn ift nö* 
tbig 02. 17. xvm. 11. «Rftuf ba iu 
jugclangen. x.14. 

£>. 

<Dctat?cn wie ft'e auf ber gflSie (jer* 

anzubringen fmb IV. 14.18. 19» wie 

fie auf Q5iaoün)trumenten unrein wer* 

ben xvil vir. 7. 

<Dctaüenfprünge,winEü&r(id)e?iu^ 
jierungen barüber xm. 21. unb xiv. 

33. 

(Dpcc erfobevt einen erfahrnen (Tompo; 
ponitlen ffi. 15. iörc \>orrtebm|ten gu< 
ten ©genfebaften xviil 24. 25. 71, 
beutft-fcc in Seidig uitb Hamburg 
xvm. 84. fransojlfcfee wirb be- 
trieben xvm. 67. tyt gebier xvm. 
08. in ©eufiWanb x\"in. 73. it^ 
Uaniffye if)re #ebler XVIIL 68. Uvv 
facbcn berfclbcu xviil 70. ifr in an* 
beru ganbern beliebt xvm. 73. 

<Dpcvncompom\im f. Compo* 
niften. 
$>• 2 (Dpern* 



ÄegtfJcr 



(Dpernpoefie wieT« b«f*«ff«» fcp« 

(Ott XVIII.71. 

«Dpernpoeren ifjre 5e&krxvni.68. 
70. fyteffHd)ten xviii.71. 

(Dpernjtyl wirög<Tniöbrcuid)et<£.i5. 
(Dratormm xviii.19. 20. 

<Dtd)cfieV wie iß in ßr&nung ju er* 
galten xvii.i. 5.6. wie ti m befeisen 
unbjufteUenfltXVii. 1.13*1 7. wieeä 
iuubcnifl xviL1.11. 

(Drtmung in den muftfalifd)en @c# 
banfen '£. 14. 

(Drgamjlen bm'i&mtetoutföexvni. 
83. gute fangen an rat ju werden 
xvin.83. fd>Icd)te e. t>. 

(Drgclfunfi tton wem fte die 33eut# 

fdxn empfangen fcabenxvni. 8 3. »et 

fte uir ^ßollfommen(;ctt gebracht (jat 

XVIII. 83. 

<Drt tragt t>icl s«c ?(ii&mf:me berSftu* 
fjfbey XVIII. 8.25.56. 

<Dw>erture i$re£igcnfd>«ften xviii. 

42. 

Pad>^clbc l ( 3o$ann ) ein berufcmv 

ter deutfdjer ^cnFunftler XVIII. 83. 

V<XVti>eylid)¥tit bei) Der mufifafiV 
föeri 3lu«fubrunflxvii. 1. 10. xvil 
vn. 7. der £ouipMit|teiXVllL 29.71. 

Paffagicn wie fie aträsiifufjren find 
X. 8. u. f. XII. 4. 16. find fleifjia ju 
üben X. 10. wie fie auf tiem ^lugel 
flutfjufußrenfmdXVil.vi. >8. feigere 
für die $lote xvni. 14. für die Q3io* 
line, e. &. wie fie ein @anger aufijiu 
fuhren foat xvili. 1 1. ibj •Wijsbraud) 
im Singen XVlll. 69. 

p^fTccaillc i^r Vortrag XVII. vii.5 8. 

pajjcptefc> fein Vortrag xvn. vu. 58. 



Paufa generalis f. ^eWiate 

Paufctt ü)re©elnmgV. 10.24. *%&* 

ftd)t bei? deren 5tu^f{i(;rung XII. 12. 

xvn. 1.5. xvn. vu. 34. beymaecom* 

pagnirtenükeitatto XVll.vn.59. 

Paufiren Erleichterung deffelben 

XVII.vii. 34. 

Dehnten tnujtFaf jfe&e xvi. 23. 
Pcrgolefc ein italiänifd>er Somponift 

fein Cfcoraftw xvin. 63. 

Pfeifen fces VOinbe& auf dem 

^rt^fott , wie es ju vermuten ift vi. 

, 3fofc 5. 

Pfropf im £opfit«cfe der Srtte tra* 

perfure, deffen tRufcen L io. 11. 12. 

IV. 26. 
Ptnlibc« (in fran}6fifd)er ^lotenfpie* 

ler 1.6. 

Btanifjimo xvn. «. 17. 

iano deffen unterfdjiedene@rade ; und 
geilen detfcfbenXViLvH. 19. betmt 
Üecinnpagnement xvil. vir. 19. 30. 
wie & auf dem ©apicpmbal auäju* 
brücfen xvn. vi. 17. wie eä mit dem 
$in-te abwed)feln muffe f. Ion. 
Ptanoforo ein 3tifrrutwnt xvn. 

vx. 9. 17. 

?»«/ f. tTtorfcant. 

Pljftocd) i ein PortreffTidjer italianifd)« 

(gangmeifter xvin. 56. 

pi35icato wie ei? ju madjen xvii.h. 

31. 
pocjie, mufifdifc^exvin.68.71. 
ponipofo deffen 95ogen(lrid) xvn. 

11. 26. 

Pra4)t, deren SJuSdrucf jn der Wufif 
xn.24.26. 

pr«tOriUö caJlidjael) wird ange* 

fübret 1 3. 

Preflo $8ogenfrrid)dabeyXVU.n.26. 

Propre* 



fccr votntfymflen ©<*d)cii. 



Drdpretdtcn f ran jofifd>e in b«r 2f ti«^ 

^ttibrung vlli - 18 - 

Dfalmcn xvm.19.2a 

Pulöfd>l«g i|t ein Efltftl &en $«* 

einjutbdlen v. 17. tam eine 9\icb> 

fefmur Drt Seitmaafjrt fei;n XML tu. 

47. u. f. 

Dunct hinter einer ftofe, feine &tb 

tung unD Shtffitucf v.9. 20 < 23. übet 

einer Sftote, öeifen 2Iuöörucf vi.i. 1 1. 

XVILii. 12.27. 

punetirte Hwn f. tToten. 

(ßuartcnfpmnge , wiflfulrfidje 

Stuftierungen Darüber xiil 23. unD 

Xiv.35.xlu. 34-38. 

(Duattftotcn 1 17. 

(Duatuoc <£i$eufäßfUtt eine« guten 
xvin. 44, wa6fur»iHruf)rlicfye5(irt< 
tierungen Dabei) (tatt fmben XVI. 24. 
Regeln jur Busfityrung Deffef beti XVii. 

ui. 14. 

Querflöte f. Sitte tittwffitrc 

(Querpfeife 1.3. 

<ßutntfnfpruti£e,winfü{Wcl!>e?(ufr 

jiernngen Darüber xiil 21. 39. Xiv. 

33. Xin.24. unbxiv.36. 

2\ecttätrt? Regeln öaöon IV. 1 7. t!** 

tt4lifc^e8 roie eö/iii begleiten »fr XVH. 

vi. 33. xvil. vn. 59. Der ftranjofcn 

xvni. 67. 

&ebltd)rVit bei; Der tnufftalifcben 

Studftibrung xvil 1. 10. 

^et'ufcft ein berühmter ßrgamff 

xvni. 83. 

Rtinittteit betrete iv. 4. 24. £in' 
Derniffe Dcrfelben IV. 15. 

Reinigung Der $ßtt 119- 



3fotfen ifr einem SJlufif u<* nuistid) di.3 . 
xvil 1. 4, 98orfi$tigfcir Dabei) xvin. 

59 Sinn», 

&ttf<Ulbon fein Vortrag xm ra. 

58. 

fttpteniffcn, ibreffiaturgaben €. 7. 
tyre Pflichten xi. 8. xvil. gutefinbrar 
xvii.4,5. alte, ibre gebier xvil. 1.5. 
XVii. vn. 16. junge, f|«fe|ler xvil 
i.5,xviLvxr.i6.9vegetn Deö guten^or* 
tragö für fie XL 8. xviLni. 10. u. f. 

^tptetituoltntjieft i&sbefon&ere f. 
Vioünifken. 

^ttorncll, wie rt t-orjutragen ijtxvii. 
11. 26. xvil vn. 41. «Pradbf Ixrffel* 
ben xvin. 34. $#1« bejfelben^n 
Strien xvin. 24. leibet Peine willfnr* 
liefen 2(utf iierungett XVii. vn. 1 5. 

#ot)C <t«f£obo< uttts SJafibn, Deffen 
Q}efd)teibutigunb Öebraud) VL?(m). 

2.4.5. 

&Oflt>e<Ul fein Ertrag XVIL vn. 58. 

©. 

@««l, rofeöie9Ju«fu&ttt einer «DtofB 
Darin« ju (teilen finB xvil. 1. 14. 

@d»igec feine tfietturgaben £.4. ftw 
ne »ornebm|rcrt (5igenfd)aften xvni. 
1 1.1 2. 69. muß Die Regeln ort 2ltljem* 
Volenti reobl »ergeben vn. i.u. f. muH 
Die Reinen «Kartieren gut ju raa<b«ü 
roiffen vm. 1. u. f. mufj einen guten 
dritter fragen IX. 1. u. f. fein «pla* 
bei) einer Äammcrtnufif xvil. 1. 14. 
wie ü)m Daö SRecitatto ju.fiUidjtetn 
XVIL vi. 33. rcaS bei) Deffen £aben* 
jen toon Den SJccompagniften ju beofv 
qd)ten xvil. vir. 44. wie bequem fut 
ibn ju componiren «ft xvil. vn. 60. 
xvni. 24, roie <v ju beurteilen i|t 
36 r 3 xvm. 



ttefftjietr 



xvni. ii. 12. mug nidjt butd) tyau 
tbeplicbi eit untcrbmcf et rwtben xvm. 

fanget;/ beutfcfje, ihre gebiet 
xvni. 80. 9fam. ft&ns&ßfäbe, ihre 
mUtVL i. xvni. 66. itMntf&t 
if>re^or$üge IV. 17. XVIII. 76. §er> 
ler berfelbeu vm. 19, xvm. n, 

©«ngmettfer/ ein berühmter, 

XVIII. 56. 

©ambanoe/ i&t Vertrag xvn. 

VII. $6. 

gjeata f. «Tonleiter. 
@d)aufWelFunß, tmigritiCotnpa« 
nift »elfteren iE. 19. 

©cbtfttmcp in t>er ^fuüfu^triKtg, n>a<* 

ihn befördert vm. 15, 18. ix. 1. 

XII. 14. 

G>d)luf?H an bei- glofe traft«}!«« f. 
Ä(appc 

* ? limflfaltffye V. I.& 

@cl)lu£ ber gabenjen XV. 29. 36. 
Sd)metcJ)elep ihr Sluöörucf in ber 

"gjjufif xii. 24. 26. xvii. n. 26. 
0d)r<mbe am Süpfttucfe b« $lkt 

1.11. 

@cl>ttlcn/ Beifall bei- ^uftt in bm 
beutfd>en xvni. 80. $fnm. 

£5d>voei#erpfeife 1. 3. 

@d)WtQen Dee buntes bci>m 5& 
tenblafen, roie ihm abjubelfenXVLi3. 

@cl)tt>ung bei 1 ©epten xvii. v. 4, 

®ccuntcnctdttge,TOi!ifu^iid)e?ai£i< 

yerungeu taub« xiii.i 3 , 20. unb xiv. 

27.32.xni. 28. 29. 3®.33- 

@ere»mte xvm.27. eine fd)lecl)t in 
^DJufiE gebrachte xvm.24. 

^epttmenfpi'üngc , rmllf iibrlictje 
Sinterungen Darüber xni. 21. unb 
XIV. 33.XJll.26. 27. tmbxiv.38. 39. 



©ejrtenfptüttge, nmifflifam* 

u'erungen brüber xiii. 25,unb xiv. 37. 

©cytet» muffen gut feim xvn.vn. 1. 

mie fiel) bie ^ke barauf »erjtmgen 

XVlI.vn.6. 

<*Ua 0ictltana, bejfen Vortrag 
xiv. 22. xvii. vii. 9. geirmaapxvn. 

vn. 51. 

&inf<>nit, ibre £igcnfd)aften xvni. 

43- 

@ttigrttt ber alten &eutfd;>ert xvni. 

80. 5<nra. fi-anäöfTfcb« tuir& befdjti'ebcti 

xvm. 66. 76. italianifdbe XVlll. 76. 
neue wirb in ©eutfd;lanb fiblidber 

XVIII. 84. 

0tngcompOfttiOtt toiri> webef* 
fett xviii. 5 6. 

©Mtgtuttff/ iör^adbf^ttmxvnr. 
56. i(t ang^ebenben 3nftrumenti|ten ju 
erlernen nctr>ccj x. ig. 

^tngmuflf/ ibre ©attungen xvm. 

i8*27. rate fie ju beurteilen, e. b. 

reas bep ibrem geitttiflafe ju beobadv 

ten XVII. vn. 52. ber alten ©eutfd)en 

xvm. 80, 

S»Oat?e,befien Q3ßgeti|tricb x vii.n. 26. 

®OlO <Sigenfd)aften eine* guten xvni. 

46*50. mai für roiUfubtlicr)« Stufte* 

runaen babep ftatt finben XVI. 29. 

CKegeln ju beffelben Begleitung XVII. 

in. 16. XVII. ti. 7. 

Solocantaten xvm. 27. 

@OlOfpieUr» auf bem SSiolonccH 

XVII. iv. 12. 

Sopran, beffen $n'Uer Bf. 6. 2frmt. 

©or t>inm f ibr ©ebraud) xvn. u. 

29.30. 

®OftcnUtO beffen ^ogenfrrid) xvii. 
11. 26. rote e$ auf bcmCfaoiere ju be* 
gleiten Xvii. vi. 30. 



fcw votnefytnfkn &ad)cu. 



Spielart/ Unf«fcl)ieö 5er fratipf> 
üben unö itatianifeben X. 19. 

Spielen, ailjiibunteö wirb verworfen 
xni. 9. übermäßiges auf Snftrumen* 
tenj|t' fcl)äbii* X.23. 

@prad)C/ franjQJifd^e, ob fie utrittv 
liänifclwi yiufil bequem fei;XVlli. 74. 

0pi*ac^cn, aiidlänbifctK, mufj ein 
SUlufifu« (critfti *£• i9- 

©prüngc/ wie fie vorzutragen finb 
xii. 17. auf öeni Sßaflim vi.?lnf;.3. 
Dürfen auf öen SSapiiiftoimienten ntrfjt 
wrfe/jet werben XVII. iv. 5. XVII. v. 6. 

©pi'Utltje, wie fie mit burd)geljenben 
«Tjottii wiUfü&rtict) anzufüllen finb 
xni. 42.43. in bie ie«e, wiUfufjrftdje 
$lit!J3ientngen barüber xni. 22. unö 

XIV. 34. XIlI.24.linbXIV.36. XIII. 
3 r . 37. in bie QXuatte, bergt. XIII. 23. 
unö xiv. 35. xni. 34. 38. in bie 
<üiiiittc, bergt, xin. 21. unbxiv. 33. 
XIIL 24. tinb xiv. 36. xin. 39. in bie 
Bitte, bergt, xin. 25. unö xiv. 37. 
in bie Septime, bergt, xm. 21. unö 
unö xiv. 33. xin. 20. 27. unb xrv. 
3.8. 39.inbie<I>ctrt»e,Dergl.Xlli.2i. 
unb xiv. 3 3. 
©täccdto, bcflcit Vortrag xvu. n. 

&t&vte, ab* unbjitne^menbebcö $0* 

netf. f. Con. 
Stellung Der Stu&ftifirer bei; /eber 

gjlujjf xvu. r. 13,15. 

©timme, menfcfificiV, fljw #«u*fc* 
febler im (gingen IV. 1. xvm. n. 

Stimmung/ b« 'Jon berfetben iff 

unterfefcieben 1. <>. xvm. 6. 7 reine 

tft nDffjroenbig XVI. . XVU, vö. i , 3. 

wie fie in einem örebefter jtt ermatten 

xvu. t. g. 

t>tt $lste , wie fie mit atibern %\s 



fhumenfen gleich ju erhalten IV. 26. 

XVI. 2,() 

©trief) auf Q3ogeninfh'utnentcn fietje 

,23ccjeriftrict> 
©triefte uberben Sftotcn, Wtö fiebe* 

beuten XL 1. 10. xvu. «. 12. 27. 

©truetur, inwer,3igebcr Slefctta* 
verfiere IV. 1.4. 

©tufcien finb einem ftlufffttf bienüci) 

Ö5. 19- 

©tücfe ber fftote traberfiere 1.9. 

> > mufjjtüUfibt, wclcr>e;ut Hebung 
ber Slnfänger bienen X. 5. 13. finb 
forgfältig Jtt träfen XVI. 17*23, für 
einen gwftn Ort xvi. 18. xvm. 31. 
32. für einen, fteinen £>rt XVI. 19. 
xvm. 32. feljr ß)rvetc vor wem fie 
ju fpieten fmb XVI. 21. gute finb jy 
fammclB X. 21. 

©ubfemitone, wie fte auf SBegav 

unb QMassinftrumenten l)erau<s m briru 
flenfiuDXvii.vn.9. waö ber Stauie* 
# Deswegen ju beobachten jfttXVlL 

VI. 20. 

©uborbinatiöi«, billige, if* bet> 
einemOr^eftcrmnpigXVii. 1.7. xvu. 

VII. Iö 

©yrtfopatton, f. tlotcn. 



fc 



(Eä<t/ beffen Q5ef(treibutig«nD ©Mfiek 
lungert V. 11*14. wie bie Gattung 
Öeifelben ju lernen V 16-26. Q3or* 
rljeite Dam X, 14. 

£a<?elfiid)t xvi.33. 

(talcnt/ mufifalifefy* ,f. CTaturtja' 
beo. 

CambOuritt/ fein Stotfrag xvu. vu. 

$8. 
£<*H$ttUlftf / frafljoftftbe , itjr »erfebie^ 

5«ne$ 



Äegifle* 



-tcncö geifmoaj?, ^ogenflrtcf) , unb 
QSorrrag XVII, vn. 56*58. 

Cclemann feine ^rio werben ange* 
priefen X. 14. 15. feine £ird)enftucfe 
XVIil. 85. übertrifft Uic ^canjofen in 
feinen Ouwrtiirtn xviii. 42. feine 
Ouatuor XVUL 44. 

{Temperament &at einen Sinftt§ in 
bieSJtuftf xvm - 55- 

Temperatur be*€fo\>tatf xvii.vn. 

7Vot/»o waggiore XVII. vn. 50. 

T«w^ö w/bo« XVII. vn. 50. 

(Tenor beffsn Triller ix.6.2lnm. 

Terms f. Afri* <# wc 
(Ccrjenfpfiinge, roiHfu&rIkt>« Stafc 

jierungen barüber XIII. 2a. unb XIV. 

3 4 . xm. 24. unb XIV.36. XIII. 31.37. 
<Eer$entrtUer 1x4. 

Cer$ctt. xvm.27. 

Cbeatratifehe Sttufif, i|« Ootmn* 

am xvm.23. 

Cbema f. öauptfat> 
Cbeorbift, fein s \Maf| in einem ßrdje* 

ft cr XVII; 1.1 3. 

Ct eine 2Crt txö Sungcnflöß«* ««f Dcr 

gräte VI. 2. ir)ve ^efdjreitnmg unb 
©ebraud) vi.i. 1. u.f. iftfletfiaju 
üben x. 3. was für ©tu* Öambien* 
lieb finb x. 5. auf bem £ßboe unb 
«giflon VI.2^. 2 . 

(Ttct/ eine SC« betf 3unaenftD§eö aufber 
mkt VL 2. befielt <Md)reibung unb 
©ebraueb vi. u. 1. u. f. wo* für ©tu* 
cfefcajubienen x -7- 

£<5ne, ibre 3«&1 «" ö Benennung HL 
2. 3. roie fte auf «ogeninftrumenten 
rein }U greifen finb XVII. vn. 8. 9» 

, f balbe ibr Un«rfd)Kb Hl 5. 8. 
Vortrag xvn. h. 14. xvn. vi. is. 



* # bobe, wie fie auf ber ftlJte f ra< 
t-erftere beraugjubringen finb IV. 13. 
14. x, 3. im ©ingen xvni. n. 

(Eon/ wie er in ber jnenfcblicfien guft* 
rö&recnt(tefjtiv. 1. ßeugung beffelben 
in ber Jwte traöerftere IV. 2. 4. ber 
gefailigfre attf ber ftlote IV. 3. Urfa< 
fadjen per 53crf(t)iebetib€it bejfeiben auf 
ber Jlöteiv.4. 5.25. v&inberniffebeS 
guten auf bem ^aifon IV. 2Jiu). 5. 
auf bem £ontrat>iofon xvu. v. 2. 3. 4. 
guter auf bem €(aoici;mbaI xvn. vr. 
18. 30. auf ^Sogeninftrumenten xvn. 
n. 28. absimb 5»nehmeiibe @tav> 
fce beffelben, wie fie ju wirfen IV. 22, 
X. 3. ibr ©ebraueb bc» einer concerti» 
renben ©timme wirb befdjrieben xii. 

Iß. XlV.g. 10. II.XIV.24/43. wo 

fie bernn JJeeompagncment anjubrin* 
gen xvn. n. 34. 35. xvn. in. 11. 
i2j 13. XVII. vi. 24.25. XVII. vn. 
30. wie fie auf ©ogeninftrumenten ju 
wirfen xvn.n. 28^32. wie fie auf bem 
©awromba! berauöjubringen xvn. 

vi. 9. 17. 

* * ber Stimmung im£>rcbc|rer i|t 
uerfcl)t<benxvn.vii.6. p«tiferxvn. 
vn. 6. 7. romt|cber e. b. vene^ianu 
febet xvil vn. 6. welcb« ber befre 
fe 9 XVU. vir. 7. 

Conarten/ v. 4. tt>rc \>erfd)iebenen 
cJBirfungen xiv. 6. finb ein Üem» 
jeid)eu ber berrfebenben £cibenfd)aftei* 
neö ©töcfeö xi.16. 

* * jebwete, wenn man barautf fpkv 
lenfoll XVI. 21. 

Zonfiinßev f. tTCuftf us. 
Conleitern m. 2. 3. v. 6.7. 
(Eorelit, wirb für benSrfinber ber £on> 
terte gebalten xvni. 30.58. 

CranepofitiOnen ber <|>affagien 

X. 16. 



t>et Dorne&mffen @ad)cn. 



(Eriller ift notf)wenbig ix. i. erleid^ 
terung bejfelben H. 4. 7. ö«ffcn rechte 
©efd^iubigfeit ix. 2. 3. 6. ©gen* 
fcbaften ix. 5. 7. $$la ix. 3.4. 9?ad> 
fernlag ix. 7. <25orfd>lag ix. g. 9. 10. 
in Der ^erje wirb verworfen ix. 4. 
25ogenftrid) btym grillet xvn. 11.24. 
ffeiffigellebungbeffelbenwirb anaera* 
c|>eti x. 10. $efcf;reibung all« §.tiU 
lec auf betete ix 11.12. 

* fyalbtt vm. 14. xii. 14. wo et 
(Statt ftnbct xiii. 32. 

* t birem Schlufle b<r €abenjeti 
XV. 36. wennipnbie Siccompagnilten 
;u unterbrechen jjaben xvu. m. 44. 

CriO ©genfehaften eines guten xvm. 
45. ftnb einem Slnfänger bienlid) ju 
fpielen X. 14. von ^eletnannen werben 
angepriefenX. 14.15. 0\ege!nju2Ui& 
fufoung ber ^rio xvu. m. 14. 16. 
XVII. vi. 6. <23orficI)tigfeit Dabei) xvr. 

24*26 

(Eriofen ifjre 93efc!)reibung V. 15. ifjrc 
©ttfyeilung gegen punetirte bieten v. 
22. iftr vSortrag XII. 9. 10. willfulJD 
!id)ei?(uöjici'ungen Drüber xm.32. 

(Trompeter te. 21. 

lt. 

Ueberfctjen ber Iinfen£anbauf©o* 
geninftmmenren f. mezzo manico. 

Hebung vor fkf>, Regeln Da;u X 3. 
5. 13. eine« Ord)e|ter$ XVII. 1. u. 

Umgang mit gefebieften beuten ift 
nüslid) <£. 3. XVII. 1. 4. 

Unifon wie er vorzutragen xv.'i. n. 
24. xvu. v. 6. XVII. vii. 27. 39. wd er 
9ute lüirfung tf>itc xvm. 31. 32 



t>«Ucanfon wirb wiberleget IV.14, t>i«UOfen, eingcbtlDete 

2>9 



X>erant>erungen f. auejierun' 
gen. 

Perbcfferung einiger 9Maainlrru, 
mente l 5. 

ttcrmtfcfnmg tamufiratfföen®« 
febmaefe* xvm. g 7 . 88 . 89 . 

DerjMungerunfi, iöbiid>c xvn. 

vii. 17. 

Vibration f. @>cf)t*>ung. 

Vinci, ein italianifcr^rComponift/feüi 
€(jarafter xvin.63. 

Violine mu§ gut bejogen feim xvu. 
n-i. wie fc ju ftimmen ift xvl 7. 
xvu. vn. 4. wo ber ©ogen Darauf ju 
fuhren ift xvn. u. 28 . wie fte rein ju 
fpielen fft xvn. vn. 3. 9 . vvaä bar« 
auf unbequem ift xvm. 14. arider 
aufberfelben ix. 6. 

ViOliniftm wie fie bet> einer 'üflufif 
ju (teilen ftnb xvn. 1. 13 , 15. j$w 
^flidjten bepmSIccompagnetnent xvn. 

u.a. 

* * heutige italianifche, ifjre Jejjiec 
XVIlL$8>di. richten Unheil an xvm, 

61. 

# * jweene berühmte Äombarbi-- 
fct>e werben etyarafterifieet xvm. 51* 

00. 
Diolan f. Contr<u>tolon. 
Dtolonijl f. (Coiitraoiolonifl. 

X)iolonccll/ wie er ju besiegen ift 
xvn. iv. 1. reo unb rvit ber Sogen 
baraufui fuhren i)r xvn. n, 58. xvn. 
iv. 2. Triller aufbemfelbenix. 6 #nm. 
vom @o!ofpielen Darauf xvn. iv. i«. 
wie ti mit bem Plattiere ju begleiten 

XVII. vi. »1. 

Dioloncelliff, beffen <JMa$ ben einer 
«Dlufir xvu. 1.13,15." feine tyfli& 
ten xvn. iv. i. u. f. 

i£. 14. 2a 
Viltori* 



ÄegijUr 



Vittsria ilmeneo ritt« fd)led)t eompo* 

ntrcte (<*ercnate xvm. 24. 

Vivace, beffen Sogenfhi* xvii. «. 

26. 

pocalmuftf f. ©ingmujtf . 

t>Orfd)IaÖfcn ber redten ^latib auf 
bem£lamere bei? furje« Raufen xvii. 
vi. 2. bet>m Svecitatro XVH.vi.33. 

Porfct)l«g/ einet (eine votfätö&Sltv 
nier vra. 

Povfcfclage, fmt> rtoijjttxn&ts vin. 
1. t^rc 55cjctd?nung viu. 2. i(;r©run& 
vin. 3. ij»r<2JottMgVi.r.g. vin. 4 . 
33ogen|rricI) babei; XVII. n. 19*23. 
anfd)Iagenbe 93orfcblage vni. 5. 7. 
buref)ge{jenbe,viii.5, . Q3orfd)lage ben 
punetirten^oten vm.8.9. bei) trillern 
vm.io.ix.s.Q.io.fbveigcntlieber^its 
vin. i2. ein Krempel t*at>on vm. 13. 
reo fie <=>tatt ftnbcn Xlll. 32. wo ft« 
nicl)t ©taft finben ix. 13. muffen nid)t 
jii häufig angebracht werten vm. 9. 
waö tcr ©abieri|r besiegen bei;m 
Stompagnemcnt ju beobachten bat. 

XVII. vi. 19. 

Vortrag/ mufif altfeber wirb mit 
bem in ber 9vebcfun)r t>erglicben XI. 
1. 2. t, ber gcfcf>Ieifcten <ftofen auf 
ber ^lote vi. 1. 10. ber puncrireten 
Sftotcn v. 21.22.23. ber Q3orfcJ)lafle 
vi. 1.9. VIII. 3. tr.f. bei; ber S?irtr)eru 
muftf xvii. vii. 12. bei) ber fomifdjen 
sfliuliE xvii. vii. 13. bei; ber ^anp 
mufVE xvii. vh. 58. ber netmrobifdjen 
italtaiufcl)€n Qßiotinillcn xviii.6o.6t. 

* < gleicher In einem ördxfrer XVII. 
».7.9.10. wie erjuet(atT(jmXVii.i.ii. 

t >, guter, ein tyeti beffelben VIII. 
18. bie üornebm|ten ©aenfebaftenbep 
felben XI. o > 2c. tft nofr)t9 X. 22. xi, 
5. im 5(bagio xiv. 5. u. f. im 51Bo 
$ro XII. 3. u. f. auf bem Clavicimv 



baf XVTI. vi. 5. auf bem SoMrabiofon 
inebefonberc xvii. v. 8. ber Otipieni? 
ffen XI. 8. xvii. vh. 10.18. 

* 1 fd}Ud>ttK XI. 6. 7. beffen £enn* 
jeiebe« XI. 21. 

X>Ovmt\)CÜ, barf nidbt bei; %eur* 
tbeiiung einer ^ufif fierrfeben xvm. 
<i<,y 10. üon ber ©ebabhebtett öe$ 
glotenfrielensi, »ritt wiberlejer (& 21. 
wtber bie ?Otoa{(ct>Fcit beö JKeinfpielen« 
b« glote, wirb miberleget. IX. 10. 

Wad)fen ber ©tärfe be* ^oneeJfT 

XQ&tmt, tytt SBirftmg auf bie 3«* 

(rrumente xvi. 3. <5. 

JPPä^ber Cebaistort ift ber)utfam an# 

jti|Men *£. 1.3. muftfaufeber ©eban* 

fen.<£. 14. ber 3nfrrtimentifren ju ei? 

nem £>rcbefrer, freier öabey xvu. 

1.2. 
tOaltyotnifttn, fyc Wafe bei; einer 

«Efluftf XVILi. j 3 ,i 5 . 

TX)Of tCf wie in ber (Smgcompofition 

bamk umjugebcn IV. 1 7. ?fnm. xvul 

71. 80. 5(nm. 



Sdtyne ein«! ftlJtenfpielersi i!£. 4.1V. 7. 

£>et4>cn, mufifalifcibe, werben erfläret 

m. 3. v. 2 7 . 

Seitmaaf, waö t&fäV- 11. werWf* 
fen ©ieid)ge»id)t bei; beriDlufif am be* 
(ien unterhalten f ann XVII. iv. 6. xvii. 
t. 1. ^ortbeile ju beffen Haltung auf 
bort ^lügel xvii. vi. 30. bieurrterfd;ic* 
beneu-Sf rfen beffelben werben betrieben 
xvu. vh. 49. 50. SHegelrTtiatJou xvii. 
vn. 31 ^44. wie bei; ieöem (Jtücf ebatf 
x(i>tt ju treffen xvu. vh. 45- u. f. 

§cf;!er 



tw wvnelymftM Öfod)ett. 



$eb>r fo babci) ttorgefjcn xvii. ra. 

32. 45- 

Sogern in ber 2fa$ft$rtimj xvn. V n. 

32. 
Sll(?OCcr fint) toon einem (Toncertiften 

in 5Sctrad>tunrt 511 jieben XVI. 20*23. 

woui ii)v 58et>fall bienen foll XVI. 33. 
annehme » b« ©tärfe beö ^oneö f. 

£on. 
Sungc, ifji:0ebraitcl> bt\>m SMafenbec 

Siofc VLi. 

3u n genfiofi, beflen <?int$eilun<5en vi. 

2. §c§let xii. 6. 

1 > einfache«: ober mit bi imb ti VI. 

2. beffen 93efd)rcibung vi. 1. 2. 3. 4. 

©ebrmuf) vi. 1. 1. 5. 6- 10. ©tücf? 

fo uiv Ucbung beiTelben bienen X. 6. 

auf bem #ebcc unb ^affbn vi. 2}m) f 2. 



1 t mit tuet, bej[en ©ebrattd) Vi. n. 

7.8. 
> > mit titi, beffen ^efebwibung vi. 

2. vi. 11. 2. 4. ©ebmueb vi. 1. 9. 

vi. 11. 3. u. f. ©tücfe fo baju bienen 

X 5 . 
< « foppettet ober mit bib% vi. 2. 

beffen \Sefd)reibung vi. m. 1. 2.4. 5. 

©ebrauet) vi. 1. r>. vi. m. 3. 7. n. f. 

©tiicfe fo baut bienen X. 8. Sßorfld)* 

tigfeitbabe» x.9. beffen ©ebmud) auf 

bem Mafien vi.2tn(j. 3. 

Swifc^cnfarben, mufifalifcfo xiv. 

25. 

Swtftyeitfptel f. &Qtrofcfce 
Wuftf. 






©rucfff&Ier* 



€5. 94. I. 8.' tion unten : 13. §. \iet 14. 
(£. 292, 1. 2. il trionfo, lies la Vittoria. 

©. 315. 1. 4. con unten: nnfttumentifleti, fe$e baju: abfonöetticfc 

CkwictifJen. 

fit wenigen ubvt'gen ivirö öie <3»te ein«* geneigten £eferö feiebt tiberfe(jm. 



Tempel 

3o&atm 3oacfctm £man&cn$ 

S3erfuc&e einet 3tnn>eifuna 

ix 

PI0U ttaoerftete 

ju fpielcn. 

3(uf xxiv. flupfrrtofrim 



W*fr*i<c( fJmntf »er W< JM«rtflf!rfn. 




(£rup; 3. 



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_-•* 4 4.-444 

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—S 6 _ 6 - 6 S - 

—8 - - 9 _ 



i i I 14 i 1 i i 

2 2 22222-34-2. 1 

3 3 3333-333-3 3 



4 4*4, _4-. 4-4 

6 66^6 — 6-6--- S 



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dirididiri di didi riäidiri didi ri di di ri "didi n'dTri didi 



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